Br. 500 Zünsler Blatt_____________Siebener Anzeiger (senerai-Anzeiger für Dberhefsen)
Landwirtschaft Die Auswinterungsschäden und deren Verhütung.
Dem Landwirtschaft-rot Dr. Lehr, Direktor des Landwirtschaftsamte« Ltch.
(Hachdrud verboten.)
Var mancher Landwirt hat in den letzten Jahren über schlechte Uebertoi nterung der Winterfrüchte zu Dogen gehabt, und zur Grilärung dieser wenig erfreulichen Erscheinungen haben sich bei den Landwirten teils zutreffende. teils aber auch irrige Ansichten enttoidelL Wir haben bet den Au-winterung-schäden mit verschiedenen Ursachen zu tun, die aber gewöhnlich nicht schars genug ouseinandergchalten werden.
Heben AuswinterungSschäben. die ihre Ursachen In klimatischen Verhältnissen haben, gibt auch Schäden am Wintergetreidc. die durch Krankheiten hervorgerufen werden, und in ihren Wirkungen auch verheerend sein können. An dieser Stelle ist schon in einem früheren Artikel darauf hingewiesen worden, daß bei Fusariumbesall lSchneeschimmel) 'Roggen- und auch Weizenschläge nach dem Abschmelzen des Schnees am Ende des Winters oft aus arofje Strecken abgestorben sind: natürlich müssen oei diesen Schäden ganz andere vorbeugende Wittel angewandt werden, wie bei dem eigentlichen AuSwintern der Saaten. Gegen den Fusariumpilzbesall können wir unsere Saaten schützen, indem wir sie mit geeigneten Deizmitteln richtig beizen.
Durch klimatische Einwirkungen können die Pflanzen unmittelbar durch den Frost getötet werden — sie erfrieren alsdann, oder sie frieren oder faulen auS und schließlich können sie auch aussauern.
Das eigentliche Erfrieren der Pflanzen — also unmittelbare Tötung durch den Frost — tritt bei unseren Winte^rüchien nur bei ausnehmend hohen Kältegraden ein, wenn den Pflan- zen der Schnee als Schutzdecke fehlt: ganz besonder- ist dies der Fall auf leichteren Döden und auf solchen Aeckern, die unmittelbar vor der Saat gepflügt und mit Stallmist oder Gründünger gedüngt worden sind. 3n all diesen Fällen laßt der lockere Doden die kalte Luft leicht in den Boden eindringen. Den besten Schuh gegen das Erfrieren bildet also die Schneedecke. Durch Festigen des DodrnS vor der Saat, durch Anwendung von Druckrollen bei der Saat und Anbau von frostharten Sorten kann die Gefahr des Erfrierens herabgesetzt werden.
Da- Ausfrieren der Saaten kann durch abwechselndes Frieren und Austauen des BodenS zustande kommen, indem dadurch der Doden gehoben und gesenkt wird, wodurch die feste Verankerung der Wurzeln im Doden gelockert wird und Zerrungen und Zerreißungen von Wurzeln unvermeidlich find. Geht dieses Wechselspiel zwischen Auftauen und Festfrieren, wie es am Ausgang des Winters oftmals vorkonnnt, wiederholt vor sich so verlieren schließlich die Dflanzen jeglichen Zusammenhang mit dem Doden und gehen durch AuStrcxknen schließlich zugrunde. Dei besonders stark wasserhaltenden Boden (Moor-, Humus-, Ton- und Lehmböden), auf nach Süden geneigten Abhängen mit den dadurch verstärkten Temperaturschwankungen, bei au später und tiefer Herbstbestellung und schließlich auch bet zu spät gegebener Saatfurche im Herbst tritt das Ausfrieren besonders leicht ein. An vorbeugenden Schutzmaßnahmen wären zu nennen: Herstellung von Wasserfurchen und unbehinderter Abfluß der Schmelz- und Aiederschlagswässer bzw. Anlage von Drainage, ferner rechtzeitige Aussaat und mehr flache Unterbringung der Saat, d e dann noch mit Druckrollen auszuführen wäre. Auch bei dieser Auswinterungsursache muß wieder auf rechtzeitige Ausführung der Saatlurche im Herbste hingewiesen werden, damit der Doden vor Eintritt des Winterfrostes durch das Sehen den notwendigen festen Zusammenhalt bekommt. — 3m Frühjahr wären die Schläge, die unter Ausfrieren leiden, rechtzeitig mit schweren Walzen anzuwalzen, um so dte losgelösten Pflanzen mit dem Doden in innige Berührung zu bringen und ihnen die Möglichkeit zur Heubildung von Wurzeln zu geben.
Ein weiterer Auswinterungsschaden kann durch das Ausfaulen der Pflanzen entstehen, was in der Regel eintritt, wenn die Pflanzendecke lange Zeit mit einer hohen Schieeschicht bedeckt ist. die dann an ihrer Oberfläche durch abwechselndes Auftauen und Gefrieren eine Eiskruste bildet. War vor dem Schneefall der Boden ungefroren, dann fangen die Blätter unter der Schneedecke an zu faulen, und zwar umso stärker, je üppiger im Herbst die Saaten gestanden haben. Rur schwer läßt sich diesem Auswinte- rungsschaden abhelfen. Wo diese Art Auswinte-
und Gartenbau.
rung stärker und häufiger auftritt, darf im Herbste dte Saat nicht zu früh und nicht zu tief erfolgen. ®tn Drechen der Eiskruste auf der Schneedecke mit schweren Walzen und damit Luftzutritt zu den Pflanzen kann in vielen Fällen ebenfalls zur Anwendung kommen.
letzter AuSwinterungSschaden möge noch 00s Aussauern der Saaten erwähnt werden. Dieser Schaden hat seine Ursache in stauender Haffe im Doden, tritt also vornehmlich an solchen Stellen auf, wo nicht für guten Abfluß der Schmelz, und Hiederschlagswälser gesorgt ist. Meist im Frühjahr, aber auch in milden Wintern tritt dieser Schaden stärker auf. 3n zu nassen Doden wird einmal schon das untergebrachte Saatgut vom Sauerstoff der Luft abgesperrt, so daß keine Atmung und keine Keimung möglich ist. An der aufgegangenen Saat sterben, beton- derS wenn bei milder Witterung die Lebenstätigkeit angeregt wird, der erhöhte Sauerstoffbedarf in dem mit Wasser übersättigten Doden aber nicht gedeckt werden kann, unter Beteiligung Don Zäulnispilzen die Pflanzen ab und verfaulen zuerst an den Wurzeln. A'.s vorbeugende- Schuhmittel wäre auch in diesem Falle die Regulierung der Feuchtigkeit-Verhältnisse, also Entwässerung durch Drainage anzugeben.
Knoten im Euter der Ziege.
Kleinere und größere Knoten im Euter ober an den Strichen der Ziege können gutartiger, aber auch bösartiger Hatuc sein. Gutartige Verhärtungen im Euter entstehen durch Erkältung oder Milchstauung, andere wieder durch Stoß, Tritt, Diß usw.. wieder andere durch schlechtes Melken. Mitunter verschwinden diese Kiroen von selbst wieder. Die Dehandlung besteht in Dähun- aen mit Heusamen oder Kamillentee und nachherigem Massieren mit warmem Ocl. Außerdem gibt man der Ziege ein Abführmittel und mageres Futter, um die Dlutzirkulation vom Euter abzuziehen. Sehr häufig verschwinden die gutartigen Knoten nach der neuen Lammung, andere aber bewirken ein Absterben der D.-üsenmasse des Euters, wodurch natürlich die Milchabsonderung aufs schwerste leidet und oft genug ganz aafhort. Dei den gutart gen Verhärtungen im Euter ist bas Aussehen der Ziegen meistens unverändert.
3st dagegen zugleich mit der Knv enbildung eine Abmagerung der Ziegen und sch ochtcs Aussehen im Haar verbunden, so besteht starker Verdacht auf ©utertubertutofe. Die Verhärtungen bei derselben äußern sich in sehr starken Knoten, die an mehreren Stellen des Suters auftreten und dieses zuweilen fojar verunstalten, daß es schief wird. Meistens ö fnen sich diese Knoten nicht nach außen, innerlich aber schre tet die Zerstörung der Drüsenmasse schnell fort. Die Milch ist anfangs unverändert, später jedoch wässerig und mit Flocken gemischt. Dei dem Auftreten derartiger Knoten soll man, wenn man die Ziegen nicht ohne weiteres abschafsen will, unverzüglich eine mikroskopische Untersuchung der Milch veranlassen. Handelt es sich um eine bösartige, also tuberkulöse Verhärtung, so muß die betreffende Ziege sofort getötet werden. Aber auch die etwa noch im Stalle vorhandenen Ziegen müssen auf Tuberkulose untersucht werden, um eine bereits erfolgte Ansteckung festzustellen, denn tuberkulöse Milch ist besonders für Kinder geradezu lebensgefährlich. Schr.
Die Ohrenräude bei Kaninchen.
Beobachtet man bei feinen Kaninchen, daß sich diese mit den Hinterfüßen in den Ohren kratzen oder oft mit dem Kopfe schütteln, so kann man mit Sicherheit annehmen, daß die Tiere m.l Ohrenräude behaftet sind. Eine zweckmäßige Behandlung muß alsdann sofort erfolgen, denn nimmt das Leiden erst überhand, ist jede Heilung unmöglich und die Tiere verenden in kurzer Zeit. Am besten hat sich die Entfernung der im Obre befindlichen, von der Ohrenfaug- milbe herrührenden, scholähnlichen Dole m.t:eis eines kleinen Holzstäbchms und (Sinftäibung der Gehörgänge mit Schwefelblüte bewährt. D.eses hat täglich zweimal, und zwar morgens und abends zu geschehen. Aach sechstägiger De- handlungsdauer bringt man das Tier bi einen gut gereinigten, desinfizierten Stall und wiederholt die Entstäubung nach zwei bis drei Tagen noch eüvge Male. Die Ohrenräude, die übrigens sehr ansteckend ist und oft ganze Bestände verseucht. entsteht durch Stalunsauberkeit, weshalb man nicht nur die gesunden Tiere von den kranken streng absondern, sondern vor allen Dingen auch die Ställe grü idlich säubern und des- tnfizieren muh. Vorsichtshalber dürfte es sich empfehlen, beim Auftreten von Ohrenräude auch
dre noch gesunden Tiere ein wenig mit Schwefelblüte Hu bestäuben, well sich dadurch Anstellungen am leichtesten verhüten lassen. Ä Clüver.
Wildverbiß an Obstväurnen.
Sind junge Stämme durch Wildverbiß stark beschädigt, so werden zunächst die Wundstellen mit einem scharfen Me fer glatt gedeihen. Rinde und Holz dürfen keine rauhen S.cJen und Fasern mehr auftoeilen. 3st der Stamm nur wenig beschädigt, so genügt cm Verstreich m der Wund- flache mit gutem Daumwachs. Auch e ne mäßig steife M.fch^ng aus zwei T.i.en L.hm und einem Teil Kuhdung tut gute D.enste. Größere De- schädigungen. durch d e das We tergedeihen des Daumes in Frage gestellt werden ka m. bebür.en dann noch einer toc.teren Dehandlung. 3n solchen Fallen wäre dann die sogenannte ileber- brüllung anzuwenden, um den durch die große Wunde unterbundenen Saftstrom wieder inTä.ig- feit zu br.nge.L Zu diesem Zwecke macht man über und unter der Wunde in den Stamm eine Kerbe und schiebt in dieselbe ein in passender Länge geschnittenes Edelreis, da- an beiden Enden glatt abgeschrägt ist. so daß Holz auf Holz au liegen kommt. Sodann werden die Verbindungsstellen mit Vast umwunden und mit Daumwachs verstrichen. 3m F ü ) ahr muß ost und gründlich gewäs c:t werden, damit dec Saft- Auftrom keine we tere Stockung erfährt, da den Bäumen die erforderliche Trteblrait zum Teil abgeht. th.
Fragekasten.
Frage 74: 3ch möchte mir für den Garten ein Mistbeet anlegen. Um während des Winter- die nottoenb gen Vorarbeiten und die Herstellung des Kastens und der Fenster besorgen zu können, bitte ich. mir folgende Fragen beantworten zu wollen: Welche Gröhe von Kasten und Fenstern ist zu empfehlen? Wird ein Kasten §u drei Fenstern unter sich in Querwände geteilt, daß man jede- Fenster für sich benützen kann? Wie tief hebt man die Erde zu der Grube auS?
Antwort: Um als Gartenfreund einen Mistbeetkasten allein bewirtschaften zu können, dürfen die Fenster nicht zu groß und schwer fein. Sie müssen im Notfälle von einem Manne allein abgehoben und bewegt werden können. Das ist bet einer Größe von 1 Meter zu P/g Mettern der Fall. Ein solches Fenster, dessen Rahmen von Kiefernholz sein sollte, erhält 2 bis 3 Eisen- sprossen aus leichtem T-@ fen und zur Verstärkung der Haltbarleit außerdem quer zur Mitte noch ein leichtes Flacheisen, sowie oben und unten eine eiserne Handhabe und über jede Elle einen eisernen Winkel. Dergleichen Fenster sind unverglast fertig und mit Oelfarbe gestichen käuflich Die Größe des Kastens ergibt sich aus der Größe und Anzahl der Fenster. 3hn in Querwände abzuteilen, ist unpraktisch, doch läßt er sich durch Einsatz passend zugerichteter Dretter jederzeit teilen. Zu feiner Herstellung benützt man 3 Zentimeter starke Kiefembretter. Hur dann darf ein solcher Kasten der besseren Haltbarkeit wegen geteert werden, wenn er nach dem Anstrich über Sommer unbenützt im Freien stehen kann. 3n frisch geteerten Kasten gehen alle Pflanzen zugrunde. Die Grube für den Mistbeetkasten mache man nicht tiefer als 30 Zentimeter, sorge bei der Anlage dafür, daß Schnee- und Regenwasser nicht hineinlaufen und gebe dem Kasten eine Heigung nach Süden, die hinreichend sein muß 5um schnellen Abfluß deS RegenwasserS von den Fenstern, die über Rächt mit Strohmatten gedellt werden müssen.
Frage 75: 3ch b:sihe e n gr nasse, teilweise sumpf.gr W.esen und beabsicht gr, sie mit Weiden anAulcgen. Gedeiht die We de dort? Wie weit muh s e auseinander verp langt to eben? Müssen das schon kleine Däumchen fein, oder tun cs StcdLnge? Dis wann kann man auf e nen Ertrag rechnen? Welche Sorten Weden? E ne dieser W.esen liegt in einer dumpfen Waldelle von Hord und Ost geschützt. W.rd auch da der Weidenbaum gedeihen? Gibt- auch dort noch Gras?
Antwort: Am besten gedeiht die Korbweide auf feuchten, doch nicht zu nassen H ebe- rungsböden: eS eignen sich aber für ihren Anbau auch alle andern Bodenarten, nur stauende Hälfe verträgt fic schlecht. Sorgfalt ge Dodenbearbei- tung ist wicht ge Vorbedingung für das Ged ihen einer We dcnanlage. Der Dod.n muh mögl ch t im Herbst tief rigolt werden, damit er im Winter durchfricrt und die We de im Frühjahr ein lockeres Pjlanzbeet oorfmbet Hasse Höben, d e nur schwer enttoäffert werden können, legt man am besten in Rabatten und führt das Wasser durch umgebende Gruben ab. Die von 3hnen geschilderten Wiesen muffen allo entsprechend behandelt werden und werden sich dann für e ne Weidenkultur schon e.gnen. Man pflanzt keine
Samstag, 2 \ vezemder 1924
Deinen Bäumchen, sondern StrdTuigc. Beim Schn U derselben mutz auf glatte F ach: und unbe- fckad.gte Rinde geachtet werden Die ce I nge sch cud mm auJ en- b S zw jährigen Ratet, ober l.i voller S ft.uh? in e n r Länge do.« 25 bis 3) 3t n. Am b fte i schne bei ma i f.c kurz vor de n P l n en. f l ng b r Safi noch nicht g - fliegen i t. 3 -i 3 ahj hr. wenn le n Fro e m«he zu b.fürchten s ns. er|d]t baS St de । n Re ben von 40 bis 50 Ztm. W ile und 10 b S 12 Zt n. Gntkrnung in de. R. h . 3 t öt dlmgc w. den mit der Hand senkrecht, die Aigen nach oben, in ben D de i g brüllt. Da« R nh lic i b r Anlage durch Hallen und wenn notig 3äien. unb ba« Au belfern ent tanb.ner Lüden sm) wicht ge Ar be te.i bi bc Pfl g c.ic 2Dc bc i.ultLt äo.l bte Anl gr I .ng aaSHalten unj «ft bei B den sehr nähestofsarm, so ist auch eine zwrlle.ll- fprechende Düngung s.hr anzuralen. vo.i Pbos- phorsaure. Kal, Kalk unb St di'tofl. Sehr gute We benbunger finb auch Kompost und H lz- asche. Bei richt ger Anlage trc.bt jeder Stell ling im ersten 3 ah re schon Ruten, b.e aber noch nicht gut verwe ataar s.nd. Trozdem mü,len b c- selben, um ein.n träft gen HachwachZ zu erzielen, gclchn t.en werden, aber bet völl ger Saf rulx während des W nterS. Eine Ernte erfolgt bann jedes 3ahr. Der Ertrag pro H-ttar beträgt im Durchschn tt bei e ner guten Anl g 1 0 ?opp l- zei tncr. Auch die Auswahl der Bo te ist von grober Wicht gleit, da von der 3nbu'tne bestimmte Sorten bevorzugt w rben. Die H ms- weide, die Manbelweide. dte Stein- oic. Pu pu - weide unb die Amer.kan sche W »d s.n) de hauptsächl chsten, bie für b.c Koebwe benfulturcn in F.age kommen. Wie Sie aus d es n Au.fuh- rungen crs hrN. werben S e allerdings nach -2L.- läge der Kotbwetbrnpflanzung auf en* größere Grasnuhung auf dem betr<|f.nben G.l.nd. kaum mehr rechnen können.
Preußen und die Wohnungszroangswirtschaft.
Irrige Ansichten. — Große Wohnungen. — Möblierte 3immer.
Die von verschiedenen 3citungen gebrachten (von unS nicht abgebrudten. D. Red.) Meldungen über völl ge Aufhebung der WohnunqözwangS- wirtfchaft für große Wohnungen f n) irrig, wie der Amtliche Preuh. Pr.ss.d enst schre bt. Sic sind vermutlich darauf zurüllzuführen. bah Der- schiebene Gemeinden im CtnverstandniS mit dem preußischen Minister sür VollSwirtschaft dazu übergegangen sind, durch Ausstellung einer AuS- werStarte die D-recht gung zum frie.t Anmie en einer der Gröhe ihres Familienstandes entsprechenden Wohnung zu geben, unb daß sich nun, >ehr auch der Magistrat der Stabt Berlin zur Einführung dieses Verfahrens, wenigsten- für die größeren Wohnungen, entschloß. Eine wesentlich andere Bedeutung kommt der Verordnung des preuhischen WohlsahrtSministers vom 12. Dezember über die möblierten 31 m m e r zu. Für die möblierten 3inuner, die keine selbständige Wohnung darstellen, gelten weder die Bestimmungen deS Wohnung-mangelSgesehes. noch des ReichS- mietengeseheS. noch die Vorschriften deS Gesetzes über den Mieterschutz. Den MieteinigungSämtern und den Wohnungsämtern ist also fortan nicht nur die Möglichkeit genommen, im Verhältnis zur Kopfzahl ihrer 3nhaber Telle einer übergroßen Wohnung zu beschlagnahmen, sie können in Zukunft auch nicht mehr die Zuweisung einer Wohnung ober eine Tauschgenehmigung von der Verpflichtung zur Zahlung einer Geldsumme abhängig machen mit der Begründung, daß die Wohnung für den Suchenden ober für die eine Taufchgeneh- miaung nachsuchende Partei zu groß fei Die Ausfassung, e- stehe eine vollständige Aufhebung bet Zwangswirtschaft auch für gewerbliche Räume unmittelbar bevor, trifft nicht zu.
Teneriffa A.-G., Cigarettenfabrik, Gießen
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