Hr. 222 Drittes Blatt
Die Aufrollung der ostasiatifchen Fragtz.
Don Dr. Paul Ostwald.
Wenn Edina seit mehr als 25 Jahren ein Land der inneren Wirren geworden ist. so wird daS nur dadurch verständlich, das) bei dem Konservativen Charakter des chinesischen Dolles und hei seiner Jahrtausende alten Kultur die notwendig gewordene, nicht mehr zu umgehende Auseinandersetzung mit den politischen tote wirtschaftlichen Pr^>lemen unserer modernen Zett auf ganz besondere Schwierigkeiten stößt. Die Umwandlung des Kaiserreichs China in eine Repu- blik vor vierzehn Jahren bedeutete nicht nur eine Derä rderung der äußeren Staats- form, die' an sich, wie unsere eigenen Erfahrungen lehren, svlbst in moderigen Staaten nicht ohne schwerste innerpolitische Folgen bleiben iann. sondern sie hpdeutete für „das Reich der Mitte" überhaupt die Aufhebung einer durch Jahrtausende gepflegten Staatsauffassung. Die Axt wurde hier an die Wurzeln des chinesischen Staates gelegt, die ihm bisher Leben und Kraft gespendet hatten. Hatte der alttiberlieferte Fa- mil iendeg rif f, als dessen höchster Repräsentant der Kaiser galt, das gewaltige 400-Mil- lionenreich zusammenhalten können, so konnte die demokratische Idee, die von außen her in das Land getragen wurde, nur verwirrend, aaslösend wirken — die alten Gegensätze zwischen oen Rord- und Südchrnesen, zwischen China und der Mandschurei müßten von neuem hervortreten, und alle Staatskunst hat bisher versagt, eine tn sich fest geschlossene „Republik der Mitte" zu schaffen, so wie es das alle Kaiserreich war.
Auch die neuen, diesmal recht schweren inneren Unruhen und Wlrren in China sind in solchem Zusammenhänge zu sehen, auch sie zeigen wieder- deutlich, wie sich hinter dem Streit der Parteien, hinter dem durch ehrgeizige Milttä» gouDemeure hevaafbeschwvrenen blutigen Bürgerkrieg nichts anderes verbirgt als der Wunsch und die Sehnsucht des chinesischen Bolles nach Einheit, Freiheit, Selbständigkeit, so wie nan diese nationalen Güter früher besaß. Ern Unglück nur für dieses Land, daß ihm der Dis- mar-ck fehlt in dieser Zeit, daß sich die starke Persönlichkeit der pollttsche Führer nicht' findet, der dieses 400-Millronenreich nicht ein Opfer selkstsüchtiger, machtlüsierner Politiker werden läßt und vor allem nicht ein Opfer der schon so lange auf die chinesische Beute wartenden Großmächte.
Denn selhstversiändlich sind bei diesen sofort jetzt wieder alle alten Pläne der früheren Jnteressensphärenzeit. die man in Versailles und Washington so oft als verdammenswert hin- geflellt, für die man so oft Deutschland als den verbrecherischen Urheber verantwortlich gemacht hat, von neuem aufgetaacht. Was konnte diesen Mächten, die bekanntlich für die „ Freiheit" und das „Selbstbestinrmungsrecht der Rattonen" in der Welt immer nur mit phrasenhaften Worten ein treten, Besseres passieren als dieser Bürgerkrieg in China, und zwar tn einem Augenblicke, in dem nach den Londoner Verhandlungen ihre Hände frei warenI Welch' günstige Gelegenheit für die Amerikaner, Rordchina ganz zu ihrer Interessensphäre zu machen, welche glänzende Aussicht für England, daS Jangtsetal doch noch in seine Hände zu bekommen, und für Frankreich eine gleiche in bezug auf Südchina! Denn daß eine drohende Intervention der Mächte nicht chinesisches Interesse im Auge hat, das) sie nur dazu dienen soll, die Wirren des Landes im Jnterelle der Mächte auszunahen, bedarf wohl keines Beweises.
Auch Japan hat sich bisher an den von &en Mächten gegen China unternommenen Schritten beteiligt — ob es das weiter tun wird, muß abgewartet werden. Vielleicht sieht es seinen großen Vorteil doch auf der Seite Chinas und Sowjetrußlands, das ja den Zeitpunkt für den Siegeszug der bolschewistischen Idee in China für gekommen häll und dos aus einem richtigen macht politischen Empfinden heraus ein selbständiges großes, entwicllungsfähiges chinesisches reich' an seiner Ostgrenze als eine notwendige Grundbedingung für eine eigene gesicherte Za- lunst wünscht. Es ist also wohl möglich, daß neben dem russisch-chinesischen Vertrag auch das erst kürzlich zwischen Japan und Rußland geschlossene Abkommen eine besondere Bedeutung erhält Soll- ten sich der Tokioer Polittk Möglichkeiten brüten an Amerika für dessen viele unfreundliche un6 feindselige Handlungen während der lebten Jahre Revanche zu üben, so wird sie sich diese sicher nicht entgehen lassen.
-Daß wir D e u t s ch e mll unseren Sympathien auf chinesischer Seite stehen, braucht nicht besonders betont zu werden. Richt nur erinnert ans so vieles am chinesischen Schicksal an unser eigenes, sondern es verbinden uns ja auch so diel freand- schaftliche Beziehungen, die selbst der Weltkrieg und der erzwungene Beitritt Chinas arf die Seite unserer Feinde nicht haben zerstören können. Dazu erfordert unser eigenes starkes Interesse, das wir in China haben, daß hier bie offene $ur g e wa h r t bleibt.
Die Krifis des Fafzismus.
Der pollttsche Mord ist das Krankheitszeichen der inneren Zustande eines Staates. Die Leiche M a 11 e o 11 i s, lange Zeit unauffindbar, hat die- Luft Italiens vergiftet. In dieser verpesteten At- niosphäre wird fortzeugend M)ses geboren. So kam es am Freitag voriger Woche zur Ermordung des faszistischen Abgeordneten C a s a l i n i. An 'der Bahre dieses neuen Opfers maßloser politischer Leidenschaften wird sich das ganze Land bestürzt die Frage stellen, ob der Fafzismus ein Ende mit Schrecken nehmen soll oder ob er zum Schrecken ohne Ende wird. Es ist ungefähr einen Monat her, daß Mussolini im faszistischen Rationalrat eine Rede hielt, die eine Mischung war von stolzem Hochmut und ban- ocr Sorge. Er pries die Taten des Fafzismus, über die man nicht hinweggehen könne. Wenn Triest heute der große Handelshafen sei, von dem das italienische Voll geträumt habe, so verdanke man das der faszistischen Regierung. Menn äer Auß enhandel eine Reubelebung erfahren habe wenn man in den Fabriken sicher arbeiten, Denn man neue Institute gründen könne, Denn die Provinzen und Städte sich ausdehnten, Denn Italien über eine Luftflotte verfüge.
Samstag, 20. September 1924
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderyesse»)
die unter faszisttscher Leitung von'85 auf 1900 (I) Flugzeuge an gewachsen fei, wenn es ein Hee r habe, das den kriegerischen Geist der Ration zum Ausdi-uck bringe, wenn in den Kolonien Ruhe herrsche, wenn Italien im Jubaland feine Besitzungen um 91 000 Quadratkilometer habe aus- dehnen können, wenn es 17 Handelsverträge abgeschlossen habe, so seien das doch alles Taten und keine teeren Worte gewesen.
Aber Mussolini erkennt auch deutlich die gegen ihn heranmarfchierende Gefahr. Rennen wir sei frei nach Shakespeares Macbeth „Wald von Dunsinan". Der strategische Plan derOpposittons- parteien, so gestand er, gehe darauf hinaus, den Fafzismus moralisch und materiell zu isolieren Seine parlamentarische Mehrheit in der Kammer soll zersetzt werden. Die Opposittvn hoffe, daß von den 350 Delegierten der Mehrheit im gegebenen Augenblick einige Liberale, gefolgt von einigen Kriegsgerichten und Kriegsteilnehmern der faszistischen Partei, auf eigene Faust handelten, so daß dann der Augenblick gekommen sei, wo man sagen könne, die Regierung fei verraten und verkauf t ... Das war von dem Rügen Diktator richtig gesehen, aber noch nicht die volle Wahrheit.
Die Wahrheit ist, daß die Macht der faszistischen Regierung aus die zwei Augen Mussolinis gestellt ist und daß sie a n einem Faden hängt. Entfernt sich der Duce von Rom, wie vor einiger Zeit z. D. nach Sizilien, so droht die Palastrevolution. Im Lager der Schwarzhemden entbrennt sofort der heftigste Streit. Die eigenen Leute werfen ihm vor, daß er mit den Spesen für die nationale Sache zu sparsam sei, die Demokraten, daß seine Finanzpolitik Unberufenen Einfluß auf die Kontrolle des Wirtschaftslebens einräume, die Linksparteien, daß er, statt den besitzenden Klassen direkte Steuern aufzuerlegen, die Lebenshaltung durch Vermehrung der indirekten Steuern verteuere. Alle politisch Denkenden erkennen mit Schrecken, daß Mussolini an der Spitze einer auf Staatskosten unterhaltenen und mit Staatsmitteln ausgerüsteten Parteiarmee steht, die großer ist. als das königliche Heer. Wo soll das hinaus? Zu dieser seiner Miliz sprach kürzlich der Mintster-Diktator: „Ein deutscher Philosoph hat gesagt: Lebe unter Gefahren! Ich möchte, daß ihr dieses Wort aus eure Fahnen schreibt, damit ihr es immer vor Augen habt!" War das ein Spielen mit einem Staatsstreich ober die heimliche Furcht vor einer Bartholomäusnacht, die die gereizten Gegner dem Fafzismus unter Umständen bereiten fönnten? Ein anderes neuerliches Wort von Mussolini: „An dem Sage, da die Ration meiner müde sein wird, werde ich gehen, ohne bie Tür zu- zuschmettern." Höhnisch erwiderte ihm ein vielstimmiges Echo: Die Ration ist deiner schon längst müde, übermüde! Mussolini will sich jetzt in seiner Politik den Arbettermassen nähern. Er reicht den Sozialisten die Dersöhnungshand. Aber die spucken hinein. Auch die übrigen Oppositionsparteien wehen ihre Waffen. Diese heißen: Parlaments streik und Presseorgani- s a t i o n. Alle großen Zeitungen Italiens stehen heute im ober doch hinter bem Lager der Opposition, voran der „Popolo", das streitbare Organ der katholischen Partei. Und auf bie Mauern der Häuser schreibt wie im allen Rom das Voll seine Leitartikel: Matteotti mit einem W davor (Ev- viva), Mussolini mit einem umgekehrten W (Rieder mit ihm!). Die Zensur läßt das W so durchkreuzen, baß wieder ein Evviva daraus wird. Aber ob man damit das Schicksal aufhält?
Wie Rumänien sich feinen Bündnispflichten entzog.
Aus Anlaß des 10. Wiederkehr des Tages des Kriegsbeginns veröfferttlicht das Pariser „Journal" eine Dar stellu n g des rumänischen Kronrates vom August 1914, in dem beschlossen wurde, den Bündnisverpflichtungen gegenüber den Mittelmächten nicht nachzuiom- men. Die Darstellung geht zurück auf Mittei. hingen, die der Führer der rumänischen Äon- servativen, Marghiloman, gemacht hat, der der Kronratssihung beiwohnte. Die Sitzung wurde abgehalten am 4. August 1914 im Musiksalon des Schlosses Sinaia. Das Original des Bündnisvertrages, der Rumänien an den Dreibund fesselte, lag auf dem Tisch. Der alte König eröffnete die Aussprache in französischer Sprache. „Ich bediene mich des Französisch, weil diese Sprache die Ruancen besser wiedergibt. Sie kennen den Vertrag, der uns an die Zentralmächte bindet. Die beiden Kaiser haben mich gestern telegraphisch aufgefordert, den Vertrag zu erfüllen." Der König wies kurz daraufhin, daß Rumänien nach bem Vertrag verpflichtet sei, den Russen den Weg nach Konstanttnopel zu versperren und schloß seine Ausführungen mit den Worten: „Ehre und Vorteil zwingen uns, in den Krieg einzutreten." Die Darlegungen des Königs beschränkten sich auf diese wenigen Worte. Danach erhielt jeder der Anwesenden die Erlaubnis, frei und offen seine Meinung zu sagen.
Alle Minister traten dafür ein, daß Rumänien neutral bliebe. Das Land besitze weder eine Verwaltung, wie sie ein Krieg erfordere, noch genügend starke Finanzen. Rur der deutsch- freundliche Minister Carp war gegenteiliger Auffassung. „Dieser Krieg ist ein Kampf zwischen der deutschen und bet slawischen Dorherrschast. Ein zivilisierter Staat kann sich nur an die Seite Deutschlands stellen." Marghiloman bcmerTte, daß der ccttus föderis nur dann gegeben sei, wenn eine der Vertragsmächte angegriffen würde. Die Initiative liege aber auf feiten der Mittelmächte und deshalb greife der Vertrag nicht Platz. Bratianu war derselben Ansicht.
Der König fügte sich. Er verließ den Saal und ließ die 'Minister Bratianu und Take Jo- nescu und Marghiloman in sein Privatkabinett kommen. Dort faß er vor den Telegrammen des deutschen und des österreichischen Kaisers, soll ich ihnen nur antworten?" Rach langem Ueberlegen sagte er: „Ich werde ihnen einfach sagen, daß ich ein konstttutioneller Monarch bin unl> nicht anders handeln kann." Zwei Monate später starb der König. Die einen sagen, aus Kummer über die Rolle, die er hat spielen müssen, Marghiloman behauptet, an ehret alten Herzkrankheit.
Landwirtschaft und Gartenbau.
Die Behandlung des Saatgutes.
Vom Landwirtschaftsamt Lauterbach wird geschrieben:
Die verregnete Ernte bedingt den Ankauf von Saatgut in vielen landwirtschaftlichen Betrieben. Da fast überall in Deutschland das Getreide Rot gelitten bat, und, abgesehen von dem starken Auswuchs, die Körner feucht und von Pilzen befallen eingefcheuert wurden, so sind besondere Behand- lrmgsmaßregeln sowohl bei selbstgewonnenem, wie bei gekauftem Saatgut, und zwar sowohl beim Roggen wie beim Weizen, nötig.
Das Getreide muß auf luftigem Speicher täglich gelvcnbe t werden. Erlaubt es die Zeit, so muß es. um gut durchgelüftet zu werden, mehrere Male durch die Puymühle oder Windfege geschickt werden. Dor der Aussaat muß auch der Roggen gebeizt toerben, also nicht nur, wie üblich, der Weizen. Der Roggen beherbergt in diesem Jahre sicher den Erreger des sogenannten Schneeschimmels (Fusarium). Der Pilz steckt, für das Auge unsichtbar, im Korn. Bei der Keimung ruft er einen kümmerlichen Keimling hervor, der sich korkzieherartig krümmt, um ans Licht zu kommen, und schwache Pflanzen erzeugt. Ferner bildet er unter der Schneedecke ein rötliches Pilzgeflecht, das die fangen Roggenpflanzen zum Verfaulen bringt. Als Bekämpfungsmittel empfehlen wir dringend Fusariol oder Uspulan oder Ger- misan. drei Quecksilberpräparate, die von jeder landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft und in jedem besseren Drogengeschäft getauft werden können. Die Verpackungen enthalten die ®ebrvut<tti- anweisungen, bie genau befolgt werden müssen. Kein Lcmdwiick oerfäume es. mit einem dieser Berz- mittel seinen Roggen und Weizen zu behandeln.
Die Kötenhaare bei den Pferden bilden bei manchen Schlägen dichte Behänge hinten an der Fessel, und ein, von der Rcttur geschaffenes Schutzmittel gegen Rässe und Erkältung der Sehnen, Bänder und Gelenke. Hauptsächlich sind es die schweren Schrittpferde, die in hohem Maße mit diesem natürlichen Schutzmittel versehen sind. Mancher Besitzer nun, der glaubt, dadurch seinen Pferden ein edleres Aussehen zu geben, schneidet ihnen die Kötenhaare fort. Dieses Verfahren ist aber durchaus nicht zu empfehlen, sondern sogar nachteilig, denn es ist im landwirtschaftlichen Betriebe nicht immer möglich, den Pferden die Füße sogleich wieder trocken ?u reiben, wenn sie angefeuchtet in den Stall kommen, üeberläßt man aber — bei abgeschnittenen Kö- tenhaaren — dieses Abtrocknen der Ratur, so tritt bald infolge der starken Abkühlung eine Entzündung der Sehnen, Bänder und der Haut ein, die sich anfangs durch Steif- , und Sttuppig- werden, später aber auch durch verschiedene äußere Veränderungen an den Beinen bemerkbar macht und den Gebrauchswert des Pferdes erheblich vermindert. Das Entfernen der Kötenhaare sollte man daher unterlassen, es gibt auf dem Lande viel nützlichere Defchäftigung als das unnütze Qlb- schneiden der Kötenhaare. Ws.
Bemerkungen zur diesjährigen Obsternte.
Rach dem kalten, naflen Sommer sollte man annebmen, baß durch die anhaltende Feuchtigkeit des Bodens und der Atmosphäre, verbunden mit kühlen Rächten, die Reisezeit des Obstes verzögert würde. Das ist aber nicht der Fall, im Gegenteil. Eine, vielleicht auch zwei Wochen früher als sonst begannen bie Hauszwetschen am Stiel zu schrumpfen, als Zeichen, daß die Saftzufuhr bereits eingestellt und eine Rückwanderung der Rährstoffe in bie anderen Teile der Pflanze eingetreten war. Manche Apfcklsorten, wie die Goldparmäne, Landsberger Reinette u. a., fingen schon im August an abzusallen, und alles deutet darauf hin, daß mit her Obsternte nicht mehr gesäumt werden darf. Zuerst nehme man an trockenen Tagen alle Herbstbirnen, das sind die, deren Reifezeit von Ende September bis Ende Oktober fällt, unverletzt vom Baum, sortiere die aufgesprungenen, fleckigen und verletzten ober sonst schadhaft en Früchte aus, bevor sie aufs Lager
kommen, weil alles Obst tn diesem Jahre wegen des geringen Zuckergehalts leicht zur Fäulnis neigt. Läßt man Herbskbirncn baumreif werden ftr büßen sie an Aroma und Saft fülle ein. Don Aepfeln läßt man alle die Sorten noch hängen, die fest am Baum sitzen. Güte und Haltbarkeit gewinnt nur durch die warmen, sonnigen Herbsttage. Sorten jedoch, bei denen die Gefahr besteht. daß sie sich verfallen, muß man ernten. Man kann sich dabei auf Erfahrungen früherer Jahre nicht verlassen und muß öfter Nachsehen.
R.
......... « Das Verbrennen
der Krautstrünke.
Daß man das Kartoffelkraut im Herbst t>er- brennt, weil das die allerbeste Methode ist. u.m K van Iheits keime und Unfrau flamen zu vertilgen, ist allgemein bekannt. Die Krarttstrünke aber. in denen die Moden der Kohlsliege und die keime der Kohlhernie leben, wirft man Immer noch auf den Kompvsthausen und bedenkt dabei nicht, daß man letzteren dadurch zu einer Brutstätte macht, von wo aus der Gemüsegarten dauernd verseucht wird. Man sollte Deshalb jeden Strunk, ob krank ober gesund au-ssehend, dem Feuer überliefern. Das ist aber leichter gesagt, wie getan, denn die nassen, saftigen Strünkc brennen nicht. Man muß sich schon: die Mühc geben, sie mit anderen, leicht brennbaren Stossen wie Reisig, Bohnensttoh u|to„ In Brond zu setzen.
' R. ----------------------------------------------------------- '!
Erfolgreicher Anbcstu von Winlersalal^
Durch den Anbau von Wintersalat ist man in der Lage, schon im Mai einen schpnen Kopfsalat zu ernten. Die Anzucht und Ucbcfrtointerung der Pflanzen erfordert aber allerhand besondere Maßregeln. Vor allem wähle man eine recht Winterhärte Sorte. Als solche kommt „Ransen" besonders in Betracht. Dann säe man den Samen Mitte September aus, nicht früher, da er sich sonst vor dem Winter zu stark entwickeln würde.
Daraus suche inan zum Auspslanzen eine besonders geschützte Stelle, die namentlich im Winter nicht den scharfen Ostwinden ausgesetzt ist. Auch 'gegen die Morgensonne sichert man das Beet, da im Winter nichts schlechter auf die Pflanzen wirkt, als plötzliches Auftauen durch die Sonne. Man kann sie auch durch Ucbcft)ccfen mit Reisig dagegen schützen. Die beste Auspflanzzeit ist bann Anfang Oktober. Man Pflanzt in tief umgegrabene, gute, aber nicht gedüngte Erde: denn Düngung erhöht die Frostempfindlichkeit. Zum Schutze gegen eisige Winde und zum Aufsangen des schützenden Schnees pflanzt man den Wintersalat in breite Rillen von mindestens 5 Zentimeter Tiefe Diesen Rillen gibt man womöglich die Richtung von Rord nach Süd.
Kleine Winke.
S e 11 e r i e soll möglichst lange im Boden belassen werden, da er erst im Herbst ferne Knollen ausbildet. Dem Holzigwerden, worüber- mancherorts geklagt wird, beugt man am besten durch gleichmäßiges Feuchthalten vor. Aeußerst dankbar ist (Sellerie für öfteren Dungguß. Abortjauche und aufgelöster Geflügeldünger sind sehr geeignet, die Knollenbildung zu fordern. Rur darf daS Begießen mit Jauche nicht bei heißem, trockenem Wetter geschehen. da sonst die Knollen leicht brandig werden Aus ästhetischen Gründen stellt man die Jauchedüngung auch einige Wochen vor der Ernte ein. nach verbraucht werden. th.
B^te, die im nächsten Jahre mit Wurzelgemüse bestellt werden sollen, müssen im Herbst schon gut mit verrottetem Dünger gekräftigt werden, sofern es sich um mageren Boden handelt. Bekanntlich vertragen diese Gemüsearten keinen ftischen Stallmist, so daß im Frühjahr gedüngte Wurzelbeete stets unbefrie- digte Ernten liefern. Die Wurzeln werden bann stets rostig und madig ausfallen. Ist der Boden aber von Ratur kräftig genug, erübrigt sich auch eine Düngung im Herbst.
Turnen, Sport und Spiel. Gauturnsahrt des Gaues Hessen
— o.— älnserem Bericht über diese turnerische Veranstaltung in Butzbach tragen wir folgen- den Auszug aus der Siegerliste nach:
Aktive Turner: 1. Sieg Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen. 2. Kurt Leinweber, Tv. Frankenberg. 3. Karl Bernhardt, Tv. Rieder- Wöllstadi. 6. Willy Gartenschlager, Tv. 1846 Gießen. 7. Ludwig Malkomesius, Mtv. Gießen. 9. Fritz Weitershaus, Tv. Klein-Linden und Wilhelm Magnus, Tv. Großen-Linden. 11. Karl Klinke l, Tv. Klein-Linden. 12. Rvrbert Grünebaum, Tv. Lang-Göns. 16. Karl Bolz, Tv. Lch. 18. @uit. Müller, Tv. 1846 Gießen. 20. Hch. Jäger, Tv. Holzheim. 22. Arthur Kreiling, Tv. 1846 Gießen. 23. -Hermann Reufer, Tv. 1846 Gießen. 24. Aug. Becker, Tv. Großen-Linden und Walter Fay, Tv. Langsdorf. 25. Fritz Schimmel, Tv. Klein-Linden. 26. Karl Würtz, Tv. Krofdorf. 27. Kurt Walter, Tv. Treis a. d. Lda. 28. Hermann Hoffmann, Tv. Hungen. Ä
Jugendiurner, Oberstufe: 1. Sieg Karl Keßler, Tv. Großen-Linden und Hch. Fisch T.- u. Sp.-Verein Butzbach. 2. Willy Beppler, Tv. Lang-Göns. 3. Willy Drückei, Tv. Lang-Göns. 4. H. Vetter, Tv. 1846 Gießen. 5. Otto, Franz, Tv. Holzheim. 10. Karl Hahn, Tv. Krofdorf. 12. Hch. Volz. Tv. Lich. 16. Wilhelm Weil, Tv. Lang-Göns. 17. Wilh. Lettner, Tv. Großen- Linden. 18. Hans Heil, Tv. Langsdorf und Karl Jung, Tv. Holzheim. 19. Albert Weigel, Tv. Klein-Linden. 22. Karl Deitz, Tv. 1846 Gießen. 24. Wilh. Kraulch, Tv. Mufchenheim. 25. Hch. Wulkau Tv. 1846 Gießen. 26. Albert Heinrich, Tv. Allendvrf a. d. L. und Adolf Rücke!, Tv. Wuschen- heim. 27. Erwin Policke, Tv. 1846 Gießen. 28. Hch. Eifer, Tv. Mufchenheim. 30. Hans Peters, Mtv. Gießen. 33. Otto Hofmann, Tv. Krofdorf. 35. Paul Koch, Tv. Krofdorf. 36. Wilh. Wagner, Tv. Lang- Gons. 37. Eduard Toll. Tv. Lich. 39. Wilh Rinn, Tv. Heuchelheim. 42. Richard Wagner, Tv. Allen- dorf a d L. 43. Richard Valentin, Tv. Krofdorf. 44. Willy Graatz, Tv. Lich
Jugendturner, älnterstufe: 1. Sieg Fritz R o l d, Tv. Wetzlar. 2. Wilhelm Beaupcrim,
T. u. Sp.-V. 1860 (Marburg. 3. Willy Rcih, Tv. 1846 Gießen. 4. Wilh. Goupeaud, Tv. Heuchelheim. 6. Erich Dilges, Tv. 1846 Gttßen. 10. Fritz Morncweg, Tv. Klein-Linden und August Jung Tv. Klein-Linden. 12. Wilhelm Schmidt, Tv. Liang-Göns. 13. Albert Würtz, Tv. Krofdorf 14. Albert Leun, Tv. Großen-Linden. 16. Hch Morneweg, Tv. Klein-Lindm. 17. Hans Müller, Tv. Lich und Werner Rohl, Tv. 1846 Gießen. 19. Karl Reetz, Tv. Grünberg. 20. Karl Schma- del, Tv. Grünberg. Äarl Steinnagel und Hch Janz, Tv. ®roßen-Cinben. 21. Ernst Glaum, Tv Klein-Linden. 24. Hermann Pfeffer, Tv. Grünberg und Wilhelm Brück, Tv. Lang-Göns 26. Wilh. Dem, Tv. Lang-Göns und Hans Eisen- traut. Tv. Grünberg. 27. Hch. Detter, Tv. Grün- berg und Karl Faber, Tv. Großen-Linden. 28. ßubtoig Schwinn. Tv. 1846 Gießen. 31. Alber! Deeh und Paul Pfeifer, Tv. Krofdorf. 34. The: Fritz, Tv. Langsdorf. 36. Emst Weil, Tv. Mu- schenheim. 37. Wilh Schmidt, Tv. Krofdorf unt Otto Leidich, Tv. Orüningen. 38. Jakob Fay Tv. (Srüningen und Paul Re h, Tv. Krofdorf. 39. Karl Jochum, Tv. Krofdorf und Karl Marx, Tv. 1846 Gießen 40. Fritz Stern, Tv. Großen- Linden. 41. Richard Seth, Tv. Großen-Liaden. 43. Ernst Rinn, Tv. Krofdorf. 41. Paul Rinn, Tv. Krofdorf 45. Richard Bender, Tv Krofdorf, Adolf Ulm. Tv. Allendorf a. d. L., Loren- Schlamp, Tv. 1846 Gießen, Wilh Weiß, Tv Großen-Linden. 46. Chcksttan Schäfer, Tv. GrL- gingen. 47. Albert Heyer, Tv. Krofdorf.
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