Ausgabe 
20.2.1924
 
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Ur. <{6 Swett« SM Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für (VberlMn)Mittwoch, 20. Fevruar (924

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solle müsse

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<\e von unten heraus kommen, und y

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zur twllgül ligen habe, wabrenb der cnrtrxrtctem Geld

und der Ädettigung ptm mTkffiWbigcnben «in- (lüften. wie Armut, benen man zwar nicht mehr

tätigtet! stellt und mit der weitverbreiteten Unter­ernährung. die durch die Armut verursacht wird Die Vernunft bat wohl die Wiederholung de» roheren und grausameren Au-leleperfahrens der Rcttur (Au-leie durch gewaltsame Vernichtung, Rech: dcS Stärkeren^ verworfen, noch immer I aber ist der Vernunft ihre Mitarbeit unterlagt bei

Besitz durch die Zahlung mit sich habe schonen können Auch der Währung»- veriall sei durch Mache.'schif en de» Grohkapiial- unb der Reichsbank mt verschuldet worden Unter

lock gogcn bn# Äapttal tv «gegangen wäre, und zwar durch rvchrzeinge Omgrm in die ©uWian^, bann wären diese 2Nahnabawn tum Rachieil von

aerobe bie kleinsten und unbedeutendsten Ginzel- betten vergegenwärtigt und ihm daher eine grobe Genauigkeit der Schilderung ermöglicht- Seine Halluzinationen stellen ihm Wunschszenen vor Augen, bie er gern fest halten mochte und diher im Bilde toicbergibt. 2lber die Behauptung, buh die Schizophrenie einen Menschen zum Künstler mache, ist durch keinen einzigen Full bewiesen. Die weitaus grohtc Zahl der Schizophrenen be­tätigt sich künstlerisch überhaupt nicht. Selbst Derufskünstler stellen oft im Beginn der Krank- beit ihre Tätigkeit für immer ein. Nirgends ist ein Zoll bekannt geworden, nach dem die Krank­heit aus einem Unbegabten einen Begabten ge­macht hätte, «mc bereits vorhandene Begabung ist Voraussetzung für jedes künstlerische Schaffen von Geist eSlvanken, und zwar muh diele künst­lerische Veranlagung von Der Krankheit verschont fein, wenn He sich entfalten soll.

Wo bei Schizophrenen der Kunst!rieb zum erstenmal auftritt, handel: es sich durchgehends am spät erwachte Talente, nicht um eine durch die Krankheit bcrPorgcrufcnc neue Fähigkeit. Nun gibt e* verschiedene Symptome, die in der Krankheit an bem schlafenben Talent rütteln und ihm zum Ostenbarweichen r«er helfen. Der 3rre hat einen Ucberfluf) von «infällen, wie He der Gesunde nicht besiht. Auch bei genialen Künstlern, wie Ltrinb- berg, der zeitweise von der Schizophrenie bc- faU<n war, kann man in dz esem Zustande einen desoscheren Reichtum an guten Jbeen erkennen, wie He in Slrindbergs .Onferno oder .Blaubuch" ausgebrritet sind. Beben der Seichtigkeit der Sin- fälle steht bei bem Schizophrenen cme voll-

Ein Max-Reinhardt-Th« ater in Aeirhaet.

3m Herren der Reuyorser Tity wird jetzt ein Theater für die Aufführungen von Mar Rein- Reinhardt errichtet. Die Anlage der Bühnen erivlgt nach seinen Angaben Der Bau wirb zwei Bsthnenräume enthalten Das eine Theater Hegt auf dem Dache, hat 800 Sitz« und wirb für Kammerspiele und Kammermusik verwendet wer- ben Das andere grotze Theater ist von mächtiger Ausmassen und soll nach den 3deen Reinhardts die zueril Im Berliner Groben Schauspielhaus veiwirklich! wurden, keine eigentliche Bühne ha­ben, so datz der störende .Zwischenraum zwischen Scfauspielem und Zuschauern vermieden wird Wie Reuvorter Bläner berichten, sollen bfa Schauspieler direkt vom Zuschauerraum auf- treten können

völliges Zerstören und TMen erlaubt, wohl aber sie an der Bollswohlfahn stch in bestimmtem Umfange veriunMgcn lätzt. Dies ist nur ein anderer Gedantenga:*g. der biref: zum Sozia­lismusübrt. Soziale Mtthill« die (ich in allen sozialen Betätigungen ausdrückt. ob fk politischen, gcweiütiche-.-. ober wirtschaftlichen Lha- nähert*tnb. ist eriorderiich. die du eilen d-e» sozialen Ungemachs zum Beriisgcn zu b: ngr\ die beute die Raffe vergiften .hre körperliche und geiftiae HXbcr tanbefäMfltetl schwachen und fo. wie bereite betont, den ^u&en der hu lanttärcn sozialen Taten des Staates gefährden Der 3nM- tnbualift und der bürgerliche Sozia'.reformer emp- fcbten als Vorbeugung ernt Revision des Dienstes ter Armenpflege. cum Ausmerzung bet Untaug­lichen, Tötung und ähnliche Auskunftsmitt«! Der Sozialist Hebt auf einer höheren Warte Or mter- ptvnert den Rasseverfall al» eine gefell«chifttiche chrichernung. als ein organisches Unn>obHei bJi ba» Zellengewebe des sozialen Körper» zerstört. Wir bettnben uns zur «3tuibe in einer nützlichen Lage Die Kranken und Schwachen müllen wir beschirmen, denn unser moralisches Bewußtsein gebietet dies Reit« Sozialpolitik aber läfjt be- tzirchten. bah bi.- Schwache i den Grundstock schä­digen. Wollen wir sie eliminieren, so haben wir wir un» mit dem Problem Mr Armut in allen ihren Verzweigungen zu beschäftigen. Die Organs- kutan ber gesellsckxill ichen Soiidarität - ber Sozialismus endpriefü dem Schoste ber Ge'ellschaft durch denselben Raturprozeh der aus bestirnmten mittelalterlichen Lriiensnotwendig- teitcn bie feudale Lebensordnung hervorries und der den individualistischen Liberalismus aus bet Organisation de» Weltmarkt es erzeug: hat.

Aus Stabt und Land.

Gi« tzen, den 20. Februar 1924.

*»U. B Die Un iversitäts-Biblio- t bet verlangt die Hüdfribe aller vor bem 1. Fe­bruar b. > entliehenen Bücher. Wir verweilen auf die Aufforderung im Anzeigenteil der heutigen Hummer.

»»DieDiehhandelserlaubnis. Das Hestische Ministerium für Arbei: un> Wi t^chast. Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft, In Darmstab: macht Darauf aufmerksam, bah 2 -träge auf Crtcilung bzw. Erneuerung ber Viehhanbeis- erlaubni» füi das 3ahr 1924. die nach dein 1. März l 3 dort einlaufen, nicht mehr bearbeitet nxrrbcn, c» sei denn, bah besondere dringende Gründe für die Verzögerung vorliegen.

Heber den Sxistenzlampf der deutschen Beamtenschaft sprach am Mon­tag abend auf Veranlassung der Orts!aiteile des Allgemeinen deutschen Beamtenbunbes und des Allgemeinen freien Angestellienbundes Herr Kunze von ber Berliner Zentrale bc* Allge­meinen beutfchen Beamtenbundes In einer Ver­sammlung in ber Turnhalle am Oswaldsgarien Der Redner erklärte u. a, bas grobe Heer ber Arbeiter. Angestellten und Beam.en stehe heute am Abend einer verlorenen Schlecht, die es noch hinter die Derhälmiste von 1914 zurückgeworsen habe Der Grund des wirtschaft llchen RiedorgangS

besonderen 3rrenkunst aufräumt. _3m Regativis- mus <Widerspruchsgeiste und der 3nkohärenz (Zu- sammenhangslosikeit- Ml unge örter Auffassung der Umwelt begegnet sich die Kunst der Geistes­kranken mit dem GxpressionismuS. Älcr wie dort Freude am ^«gewöhnlichen. 3ngronm, 3tonte Hier aber freie» Spiel der künstlerischen Be­tätigung auf der Suche nach neuen Ausdrucks­mitteln unter dem Stnfluh einer pessimistischen, zum Teil nihllistisch'N Weltanschauung, bort Ain- freibeit und Zwangläusiakeit als Ausdruck der Cntartung durch Krankheit."

junbentaufenXm non Beamten nnnbtig gewesen. D.e öptbcrxvibänbc bei 2teum«m Dänen sich zwei- ieilos mit etnem Beamt'ruibba ein «crUanben er­klärt. wenn dabei ber sozial Schwächere grichon! und der sczial Stärterr eriastt.i'orben wäre Dem fetzigen Abdou, über den tedzgtich der Dienst­stellenvorsteher entscheide, könne man nicht zustim­me - P* Mirtgen Gehälter seien nicht auiret- chenb zur Bestreitung der allcrn. !r.x-'te.;k<-n .Be» burtniHe des Leden» «tnc «rhöh ng ber GehäUer in d Löhne sei unbedingt «rierMrltch Bei Metern Streben nach einer menfchemvu.Mgen Bezahlung muhten die Beamten die Bunde>genollen«<chvt brr getarntem Arbeiter suchen. damit eine Ginhects- front aller Rrbet lahmer zu denen auch die Be­amten zu zählen seien, zustande komme Man dürfe auch nicht vergcllen. buh man den Beamten jetzt durch Diktat eine höhere Arbeitszeit auferlegf habe Gine Kamrstgemeinschast aller Boamten- ix-rbdnbc, die der Allgemeine deutsche Beamten- dund immer anfhvbte. fei leibet nich< zustande ge­kommen weil erst der Reichsbund höherer Be­amten und dn- Christlichen llch zurückgezogen hät­ten. als es sich Darum handelte, die grundsätzliche Zustimmung zur evtl Ann'entznia des letzten ge- werilchaftlichen Mittels, des Sttri». zu geben, und tncU sich d.rnn auch ber Deutsche Beamlendund ab- mtnanbi txibc, obwohl er erst mit für den evtl, ötrof g.mricn »et Der 2lllgrmrine deutsche K- amtrnbunb steche auf dem Standpunkt, tuh damit die ^nng ngsvz rhandiungen unter den Führern nun für alle Zetten vorbei feien Wenn jetzt eine

Ergebnis zu unterrichien. an unser Ohr bringt herüber keine Kunde Der Arbeiter wiederum stech! zum K a p i! a l nicht ausschiieilich in einem Dienstverhältnis, ec ist auch sein Teilhaber. ®r hat fast «in ebenso lebendige» 3nteresse an tter ver­nünftigen Leitung der Fabrrk, wo er tätig ist, als

verpflanzen, nur Bann diese schwere Ausgabe nicht durch Behandlung im einzelnen gelöst werden Drohe Schuld an ber AUfloltgfeü, die der Staat lindern soll, trägt unser gegenwärtiger Gesell- schaflszusland mit seiner fieberhaften Unruhe,

Gibt es eine Irren-Kunst?

Äunfttneric von Geisteskranken sind in letzter Zrii'zahlreich veröffentlicht, in groben Aussiel- tungen gezeigt und mit Begeisterung ausgenommen worden Richt nur bie Irrenärzte Briefen auf die eigenartige Ausdruckskraft dieser Arbeitern hstr, sondern wahlverwandlc Künstler haben in den Schöpfungen dieser 3rren ßeiftunge.i von höchster Kraft und Originalität erkennen wollen. Qiun mag fteiltd) ber Stil unserer Zeit, der das Zu­sammen fxrnglose und Mysteriöse bevorzugt, bet Meier Vorliebe sür die 3rrentunft mttgefprtxben halv i. Tatsache aber ist es bah c» gewisse Geist^- fcante, bie man heule Schizophrene nennt gibt, Me sich bisweilen durch eine eigenartige hmft- Mrische Betätigung auszeichncir. Die'e ebenso Inter- rifanten wie schwierigen Sricheinungen des anor­malen Geistesleben» zu erklären und ihre Beuriel- hma auf da» richtige Mast zuiückzuführeir. unter- «immt der Leipziger Psychiater Dr. Richard Arwed Pfeifer in einem reich ausgestatteten, so- «ben bei Alfred Krön er in Leipzig erschienenen Ditch Der geisteskranke und fein Werk «ine etubic'über fchi ephrene Kunst" Pfeifer «igt an einem sehr aufschlustreichen Material, bah Me Geistestrankheit der Schizophrenie g«vllse hin<t- ßtbembc Eigenschaften behüt Der Schizophrene [>t in einem Zustand unbekümmerter Wunsch- lofigfrit um) ist ganz in seine et jene Ideenwelt versunken DaS führt ihn natürlich zu einer be­ständigen Beschäftigung mit seinem Innenleben, wie sie auch bem Künstler eigen ist. Dazu komm! di« Treue des Gedächtnilles. bas dem 3nvn

weillchafilicher Grunbiuge mit ben Arbeitern und Angestellten Die jetzige Lage ber Beamtenschaft fei ,richt zuletzt durch die ilneimg-rit her Der- bänbe gearnulvi der Regierung herbei «führt worden. Lebhafter Beifall bekundete dem Redner die Zustimmung t-er Versammlung. Aach einer kurzen Aussprache unterstrich der Referent sein» Ausführungen nochmals im Schiustwori.

Arris L«hotten.

Ruppertsburg 18. Fehr Die Kälte ber letzten Tage hat dem Wllbbestand groben Schaden zugefügt, wie sich an den mehriachen Skelcttfunden von Rehen feststellen lästt Obwohl die (\ägcr unb Förster an mehreren Stellen im Walde Futterpläye angelegt batten. Huben an­scheinend viele Tiere dies« ntcht gefunden und sind elend verhungen.

St orns els, 18 Sehr Die Mumps tritt hier epidemieartig auf, und zttxtr rverden nicht nui Kinder, sondern auch Srwach- (cnc von der Krankheit betroffen Di« Zäll? ver­liefen jedoch dlS jetzt meistens gutartig

B Durkha rds. 19. Sehr Mit raum Theaterabend trat ber hiesige Männer- gcfangDeretn am Sonntag zum erstenmal in diesem Winter vor die OZfenllichtest. Zur Aufführung tarnen ein Vokksstück unb mehrere Gniakter, dv bei der trefMchen «rnftubterung durch ben Dirigenten des Vereins. Lehrer Loos, em volles Haus erbrachten.

Hcssktt-Nasiau.

fpd. Frankfurt a. W, 19 Hedr. D« Tlagiftrat hat, dem langgehegten Wunsch des Gastwiriegriverbes folgenD, ms sofortiger Wir­kung die Da st steuer auher Kraft grictu Praktisch war dte Steuer schon vor einer Wxhe gefallen, al» die Varietes und Kabaretts auf Grund einer Sntschridung des Bezii^sausschuss^ sich weigerten, die für ihre Lokale nicht tragbaren Steuern den Gästen abzunehmen. 3n der städtischen Verwa ltung nehmen bic 2b- baumah nahmen ihren .Fortgang. 3n aller Kür?i<- dürften di« besoldeten sS t abträte an die Reibr kommen 3m Magistrat sitzen au gen, blicklich 30 Stadträle. von buien je drei besoldete ui d unbesoldete in den Ruhestand versetzt werben sollen. Die .Zahl der ötabtDemrbneten wird djp 96 auf 71 nach den nächsten Wahlen vermindert

ten der Geserlichsest untrilhg wirb

Der Sta.it, der btt politische Persönlich teil des Ganzen bariteilt, ist in dielen Dingen ber aUetn mögliche Richter, er denkt und fühl! für bi« Ge­samtheit, deren Leben fein riy-nc* ist. Deshalb ist er am geeignetsten, Me Wirkung ber inNotMiel­len Handlung auf das Danze und auf andere 3n- brotbuen ateutichänen Unb in seinem Tun sollte er nicht einem Richter nacheifern, ber Verdienst unb Vergc > n nach vollbrachter Tal ausmistl, son­dern er sollte die Umstände so or-nnllleren. bah er Hebeln vorbeugl Der kollektive Wille unb das gemeinsame Chttenefie sollten sich Me fiüell« fchafUichen Mächte in em.-r Weise uraerrrOtien, bah st« nur dem Wohle und nicht der Ausbeutung des Gan.zen bteitlut Hier stvsten wir auf die sei­fige Schicht, bi« das gunbament des Sozialismus trägt

Das soziale Derantwortlichkeits- gesühl, bi« Schwachen zu schirmen, entspringt einem anderen Umstande Gewi'f« Rücksichten auf die rrin menschlichen ober geistigen Gigenichiften ber 3nbividua1,täl finb mit ber Psttcht verinüpft bem sozialen 3nMtribuum Schutz unb Jrelbeit zu sichern, was sich beullich daran zeigt, bas) ber Widerwille, ben da» fokale Individuum bei bem Anblick von unverschuldet in Rot geratenen Mit­menschen empfindet, nach der Staats bi! fr ruft Der Stoa! handelt also als treue Stütz« der vorwäns- schiritenden Menschheit, tnben er sich der Waisen der Lahmen, ber Krüppel, der TWtnben und der Geisteskranken aimimnit bie Kinder durch Gesetze schützt, bejahrten Männern und Krauen ben «Benutz einer Rente verbürgt und ben wirtschaftlich Schwachen. Brie ben Arbeitslosen z. B-, helfend die Hand reicht. Hier erhebt sich aber ein mcht un- wichtiges Problem, «s könnten nämlich die Griin- 'tungen der einzelnen mit bem Dasein der Gesell­schaft unverträglich sein, und ber den Schwachen staatlich gewährte Schutz könnte ihre Hilllollgleit verewigen, KranLheitevererbuna begünstigen unb zu dem Üntergange der Gesellschaft führen. Würde Mc Sozicügesetzgebung nicht tatsächlich die Zwecke des Staate» vereiteln toenn Geistenltanke, Irre, «pilcptiler ihresgleichen und Blödsinnige schwachsinrige Rachkommen zeugen dürften? Unb mühte sich die soziale 2cben»fäblgteit nicht dct- rmgem unb ber Rassenfortschritt bedroht fein, inenn die Sorge für Me Gebrechlichen auf Ver­schlechterung des Blutes ber Starken hinaus­liefe? Datz Mek Schiutzfolgerur^ am Platze ist. kann nicht geleugnet werden. Wtr stehen an der Lirrgangspsonc zu bem weiten Gebiete der So­zi a l pa t h o l o g ie, da« von Gesetzgebern und Sozialreformatoren noch viel emsiger als bisher durchforsch« werden mutz. Jür reine Zwecke genügt es jedoch datz ich nur einen flüchtigen Blick hin- ubeogctDorfen hab«.

Der Staat muh zweifellos Me grützte Vor­sicht üben, datz kränkliche Personen ihre KränlliL- (cit nicht auf Kind und Gesellschaft alS «rbc

der Eigentümer (ettri Doch wie kann Mek Tat­sache bte 3nbuftrte beemtUfke? Unter ber Herr­schaft des P rivateigen t ums kann fic es augenscheinlich nicht: denn es handelt sich hier um eine sittliche Anschauungswelle Me sich in bas Schenur ber heutigen Jnbuftrieocbnan nicht ein­fugt. Wtr mögen Mes zusammen md emer anberen Reche von Umstände», an bi« wir benfcm aus­drücklich betonen Ss larni ein Staat wo mit grötz- ter Unparieilichtei! Recht grivrochcn wird, dennvch von der Gerechtigkml wett rattern: sein, weil bie

dem Diktat bvn> S rmächtigu ngsgesetzes feien bann der Boamrenal»hau und Me G.halrSveriürzungen oorgenommen worben, die Spitzenverbände ber Beamten habe die Reichs regle rung einfach bei­seite geschoben. Wenn Me Regierung rückfichts-

Aufgaben des Staates.

Bon 0. Ramsay Macdvnald, britischer Premierminister

Der neue englische Premterministe: Macdcnuld ist mit einem Sr> age zu einer ber führende tJkif:>nii4*rit .'n der pvlui- färn Weist ^Worten Sein« Arllcharun­den haben daher für uns eine ganz be- fenbrrt Bedeutung geto. nnen; 1ie find

richs m 3ena erfchiene^re r Band .S o > ?ial ismus und Regie i ung". Hier

ei ein Abschnitt herausgedoben. in ber Macdvnald von ben Auiga.e. tes Staa­tes spricht Die Schrillllg.

3n erster Reihe befahl sich ber Staat nich mti dm Menschen als Ztchabe. von Rechten, fon- brm alsTrfüllervvnPflichtett «in Rech ist die Möglichteit, einer Pflicht zu genügen unb es sollte nur fo weit ancrfumri werdet, als es zur Pstlchtersüllun^ nötig ift Deshalbollte der Staat nie das BorhanMnse eines Rechtes anerkennen n B des Rechts, sich zu betrinken wenn er Weitz, bah dieses . Recht" feinem Träger Me Er­füllung seiner Pflichten unmöglich macht Roch Ebe bei Staat k-as Wahl-.Recht" gewähren, c» denn, datz er dadurch teine eigenen riwccke för- t «in Recht ift demnach der len chhrit nich hhlechtM'i. sondern nur unter Voraus'etzungen eigen Schrittweise ertDcitem sich allo des Ri«n- schen Rechte, da er sich der Fülle der FreiheU. be« ihr beschert ist, nur in bem Matze nähert, als er an Adel getDiinrt Dann bebarl er ber Benot- munbu i nicht mehr, fein Jnntrv* leitet ihn Der Ötoat wird daher in jener ml ruckten Zukunft, wenn ct zu jöR-r Dvllkommenhnt gelangt ist. bie Uw von der Weltbühne abruft, einer Art Rlrwana nifhvlvn Bis dahin wirb der Staat jedoch den Menschen als Vermittler des meirfchlichen Lebens »Wischen Vergangenheil und Zukunft detvachtcn. falbem er ihm bie Aufgabe übertoeift, das Reich ber Zukunft aus den Ttesm ber Vergangenheit zu heben «s zeigt ihm seinen Pfad.

«ine doppelte Reihe von Staatspflichten entwickelt sich hieraus einen hohen Grad persön­liche L*bei.»bnltung zu schaffen unb zu sichern, und bi« Schtvachen iu schützen Drr ersten Reihe entstammen Me Gesetze über Ardeiterschun. Woh­nung» dvgien» und äh.liches, aber si« enthält auch Me Rechtfertigung dafür bah sich der Staat mit den uginNen ber Heimarbeit befassen mutz und leitxiuf zu achten hat, bah er als Arbeitgeber Standardlöhn« bezahle usw. Aber hiermit erichöp- s«n sich unsere Ausgab. n nicht, si« reichen weiter. Denn wüten z B. wirtschaftliche Vor-inge das OnMDtbtium irgendwie an der Ausübung feiner FreiheU. woran der Staat Interessiert ist, ten .vrn, so mühte er Mesen «rfcheinun zen seine Aufmerk- famtett widmen Tagtäglich swfu-n wir auf der­artige Fälle. Da ringen arrtagonistisch? 3iUcrd'cn miteinander unb suchen sich zu vernichten «ine Person oder mehrere "llertonen oder 5Nasf«n mö­gen hierbei ld lief vite) wiroien, aber es man- grtt an einem kompet^mi. n ober verständnisvoll«n Richter, ber zu urteilen hätte, ob ber Vorteil dem Ganzen ober nur einem Teile gehört, ob er am Qnbc gut ober döse wirke «in 3nMmMmm opfert das andere seinen Zwecken. Gs hat bessere Mus­keln. ist mit übet Lettenen Waffen ausgerüstet oder genidit wirtschaftliche Vorrechte ober das Glück getgt sich ihm geneigter, aber ntemanb entfcheidel. e»b nun der Aus^-.na wirklich mehr des Guten ober des Bösen bringen wird Die ein« Söaffc be­raubt di« andere Die Möglichsriten hierzu sind im Fortschritt der geschichtlichen Sntwicklimg ent­standen. fic sind vielleicht in ber Gtgentumsversas-

ber gesamten Arbeitnehmerschaft lei in bem ver­lorenen Kriege und in dem Vertrage von Ver­sailles zu erblicken, aber auch In ben Ungeredj- tigfeilen bei der Handhabung die bie Arbeitnehmerschaft

lindern soll, trägt schaftszustand mn mit ben Anforderungen, die er an di« Rerve.i-

ständige Hemmungslosigkeit. Gr ist von der Stärke seiner Begabung überzeugt und gib! altes von sich, was ihm durch den Kopf schietzt. barunien auch manch Interessantes, während Mr gesunde Mensch durch taus,md Bedenken gehindert wird. Dabei verfolgen die Kranken Me Realisierung ihrer pathologischen Gmfälle mit grvtzter Zähig­keit und finb unermüdlich im Schaffen von Bildern, im Hinfchreiben von Gedichten, wenn lie sich künst­lerisch betätigen. Die formale Geläufigkeit des Ausdrucks. Me noch auS gesunden Tagen er­halten geblieben ift. oerbinMt sich mit einer Sinnlofigkell des 3nhaltS. Mc von den normalen Beurteilern, Mc sich nicht genügend in die Seele de» Krank, n versetzen, als Dämonie und rälttel- bafte Mystik aufgefaht werden. Die Wahnideen. Die von Schizophrenen zutage aeförbert werden, erhalten »ibec ihre angeblich tiefe Bedeutung erft durch Me geistreiche Ausdeutung, bie ihnen Ge­sunde zuteil werden lasten. Das gilt sowohl für die .philosophischen" Betrachtungen wie für bie Bildnerei ber Schizophrenen .Ich habe mich nir­gend» von ber hehren Geistigkeit ber Schizo­phrenen über-engen können." sagt Pfeifer. Durch einen interessanten Beriuch hat er nachgewtesen, datz auch gefunbe Menschen 'chizophrene 5tunft her- vvrhringen können, wie bie zahlreichen Abbil­dungen. Mc er von ber ^Irren-Kunst" eines solchen geistig normalen Dilettanten <ribt. beweikn. .Da» was wir in den Zeichnungen Geistcekrankcr an wirklich künstlerischem Gehalt noch finden, er­scheint danach als ber letzte Rest von Gesundheit,^ tagt der Gelehrte la seinem Schlusswort, das mit ben irrtümlichen Vorstellungen von einer

BÄTSCH AR!