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Nr. 29 ) Zwettes Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesseu) 8reuag, \ . vezemver 1924

Bücher für den Weihnachtstisch.

Kalender.

Zum neuen Jahre ist uns wieder ein Ka­lenderreichtum beschert worden, der in viel­seitigster Weise für jeden Geschmack etwas Pas­sendes bringt. Unseren bisherigen Hinweilen auf diese Erscheinungen fügen wir heule fol­gende an;

Für jung und alt sehr geeignet ist der von Äcnt rcb r.l al ü b m m b gründet? Köhler- sche Illustrierte Flotten-Kalender für 1 925, der im Verlage von Wilh. Köhler in Minden (Wests.) zu dem billigen Preise von 1 Mk. erschienen ift Ernste und heitere Erzäh­lungen auS dem Seemannsleben und eine Fülle von interessanten Bildern machen dieses Buch zu einer wertvollen Gabe für den Weihnachts­tisch. 1302

Don der hohen See in das Binnenland mit seinen vielen Beizen führen unS drei andere Kalenderbücher. Der Badische Kalender 192 5. der vom Badischen Verkehrverband im Berlage Earl Schmitt. Heidelberg herausgebracht wurde, aber auch vom Badischen Derkehrsverband in Karlsruhe (RathauS) zum Preise von 1,50 Mark bezogen werden kann, macht uns ia präch­tigen Photographien mit den Schönheiten des Badener Landes bekannt. Dieses Buch fesselt in hohem Maste. 1451

Der Main-Kalender 1925 (Verlag der Wailandtschen Druckerei in Aschaffenburg) ist ein treffliches Heimalbuch auS dem Maintal. Spes­sart und Odenwald, dessen billiger Preis von 50 Pf angesichts des reichhaltigen und wertvollen Inhalts besonders erstaunlich ist. 1450

Ein ebenso empfehlenswertes Jahrbuch ist .Der Rheinische Christopher", Rhein- Mainischer Heimatkalender für 1925. heraus­gegeben vom Rhein-Mainifchen Verband für Volksblldung Frankfurt a. M. im Derlag der Pfälzischen DerlagSanstalt Carl Liesenberg, Reu- stadt a. d. Haardt. Es ist ein rechtes Bvllsbuch, dem man eine gute Empfehlung mitgeben kann.

1370

Dem jungen Volk ist der Tafchenkalen - der der deutschen Jugend aufs Jahr 1925, herausgegeben von Victor Zobel (RoelH r-Verlag in Darmstadt, 160 Seiten mit 20 Bildern, Halb­leinen 2 011L) getoibmct. Der Kalender, den jeder deutsche Junge und viele Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren als Iahresbegleiter gern haben werden, ist auf dem schönen Gedanken der groben deutschen Heimat aufgebaut. Er enthält einen reich ausgestatteten Schreibkalendrr. allerlei Sach­tafeln und eine Fülle von wertvollen Beiträgen. (1345.) Don gleich hohem Wert ist Abel & Müllers Iugendkalender 1 925, her­ausgegeben von Hanns Gieseler (Abel & Mül­lers Iugendschriftenverlag. Leipzig). Man hat es hier mit einem sehr gediegenen Werk zu tun, das den kleineren Buben und Mädels viel Ver­gnügen und Belehrung bieten kann, von dem aber auch die älteren Schüler und Schülerinnen noch allerlei Rützliches gewinnen können. Aach jeder Richtung hin also ein ausgezeichnetes Jugend- Werk, dem man weiteste Verbreitung wünschen muh. 1351

In stattlichem Umfange tritt auch der be­liebte 3agbtalenbcr deSHegers" Mein Waid- mannsjahr 192 5. (Deeslau. Heger-Verla-g Wilh. Gottl. Kom. geb. 4, drosch. 3 Mk.) in diesem Jahre wieder in die Oeffentlichksit. Dicht nur die Männer von der grünen Farbe, sondern alle, denen der ungetrübte Sinn für die Aatur im Hasten und Jagen unserer Zeit noch nicht ver­loren gegangen, werden ihre helle Freude an dem schmucken Jahrbuch haben. Unsere bekannte­sten Iagdschriststeller und -maler haben dem Waidmannsjahr ihr Bestes mit auf den Weg gegeben. 1432

Einen Kalender für Deutsche hat An­ton Mühel im Verlag von Haas & Goabherr in Augsburg (Preis 2.50 Ml.) he-ausgegeben. Es ist ein Abre h abender in 53 Blättern und be­gleitenden Wochenterten. in denen an Versa lies und seine vielen leidvollen Auswirkungen sür Deutschland erinnert wird. Der Kalender will dem deutschen Volke ein Mahner se n, stets fürs Vaterland ei^ntreten mit ganzer Kratt. 1285

Der Abreißkalender .Groh tat en Technik" (D klag D eck & Co .tut gn t. Pr s 2 Mk.) beleuchtet in Bildern und Texten die Wucht und Fülle des deutschen Geistes in der Technik. D e m fesselnder Viels itig eit gesammel­ten prächtigen B Ider mit ihren lapidaren Er­läuterungen und Begleitworten verei-en sich tu einem Kunstwerk, das alle ob selbst ein Aad im Getriebe der großen Technik ober nicht begeistert a ifnehmen werden. Zu beachten ist noch, dah die übersichtliche Anordnung des Kalen­dariums und des für jeden Tag außerdem vor­gesehenen Schreiboaams auch den rein praktischen Ansprüchen, bx man an solch emcn großen Wand- abreihkalender stellen muh. voll genügen. 1136

Die Reichs-entrale für Verkehr-Werbung bringt eine Reuschöpsung m.t dem -Deutschen Werkkalenderl925" aus den Markt. Dieser soll das ..schassende Deutschland" vor Augen führen. Ein Lieberblick über die Leistungen der Industrie und 'Technik wird in mehr als KO Bildern von Bauwerken, gewerblichen Anlagen musterg :lt gster Art und un g w rblich«i E - zeuanissen in bunter Folge m.t den BtBnMen führender Männer brr Industrie und Technik geboten. Der Wer Hakender ist nicht nur ein hohes Lied aus die Leistungsfähigkeit und den schöpferischen Geist deutscher Arbeit, er bietet auch soviel Belehrung und Anregung, bah ihm weiteste Verbreitung zu ischen ist. Der Klei­der (Preis 2,50 Mk.) ist im Verlag von Earl Gerber in München herausgekommen. 1238

Memoiren.

Wilhelm von Humboldt. Briefe an eine Freundin (Ch irlotte D ebe). Dcu bearbeitet mit E nleitunq und Anmerkungen von Heinrich Meisner. Mil 9 Abd'ldung.n auf Tafeln und emem S ff im le. (In Ganzleinen 9 Mk. F 2L Brockhnus. Leipz g) Als ein lite­rarisches Ereignis darf mit Fug die Reuaus- aabe dieses W isterwer s b.r deutscher ßit rrlur bezeichnet w rben. S c bringt r imaäg bie u - sprüngliche S'rm. Durch Dergleichen der im Humboldtsche.i F m l enarchw m S ri auf c wahrten Originale wurden wesentliche Au ° [affungen der b shrrig n Llusgab.m etng fugt und hort wo fremde Hand Aenderungen vorgenvm-

Aus dem Reiche der Kunst.

*5>ie schöne deutsche ötabt". Rord- deulschland und Mitteldeutschland von Gustav Wolf. Süddeutschland von Julius Baurn. (A. Piper & Co. Verlag in München.) Schon die hohen Auslageziffem dieser prachtvollen Monographien unseres Vaterlandes bezeugen die besondere Art der Publikation. Die drei Bände mit ihren vielen hundert herrlichen Ltchrdruck- bilbern unb Plänen stellen ebenso viele tun ft- unb kulturgeschichtliche Meisterwecke dar. Bücher, die nicht nur Freude an der Schönheit der deutschen Städte verbreiten, sondeni die durch Bild und Wort, unb zwar durch einen klar unb über­zeugend wirkenden, stilistisch überaus feinen Text die Eigenart unb die Schönheit des Stadtbildes von einst begründen und darstellen. Eine Welt von Wundem wird vor dem Beschauer dieser Herrlichkeiten lebendig und bedeutsame Erläute­rungen regen zum Dachdenken und zum Stu­dium der Gründe für die schier ungeahnte Schön­heit so vieler halb vergessener deutscher Städte an. Selbstverständlich unb erfreulicherweise bat das Unrecht des Versailler Diktats die Verfasser nicht abgehalten, auch in den neuen Auslagen ihrer prachtvollen Werke jene schönen deutschen Städte im Westen, Osten und Südvsten unseres Vater­landes besonders liebevoll zu behandeln, die unsere Gegner glauben verwelschen zu können, weil sie nicht die unzerstörbare Kraft des deut­schen Wesens begreifen. Die drei BändeDie schöne deutsche Stadt" sollten in keinem Hause fehlen, in dem die Liebe zur Heimat eine Pflege­stätte hat. 980

* MasereelS, Frans .Die Passion eines Menschen". 25 Hvlzschn ttc. (Verlag Kurt Wolff, München, Volks.usg be 3 Mk.) Das Werk dieses Künstlers ist ein Lied ohne Worte in des Sinnes wahrster Bedeutung. Die gestal­tende Hand Masereels führt uns in 25 Bildern ein Menschenleben unb Menschensch cksal mit aller Drangsal und Leidenschaft in wund rbir r We se nur mit den Lauten des stummen E ndmcks vor Augen. B.ldenbe Kunst und dichterische Gestal­tung sind innig verbunden. I der Strich atmet Leben, die F guten haben Fleisch unb Blut. Das Werk hinterläßt einen tiefen Eindruck. 1543

Karl Wvermann, Lebenserinne­rungen eines Achtzigjährigen. (Mit 20 Tafeln nach Gemälden und Zeichnungen. Zwei Bände. In Leinen gebunden 16 Mk. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig.) Der Dame Wvermann hat in Deutschland einen guten Klang unb vor allem in den deutschen Seestädten, nicht nur in Hamburg kennt man das Haus Woer- mann, das die deutsche Flagge über die Meere hinüber nach Afrika getragen und an der Ent­wicklung unserer Kolonien regen Anteil ge­habt hat. Der Verfasser dieser Erinnerungen Ist der Bruder von Adolph Wvermann, den Bis­

marck den Königlichen Kausmann" nannte. Aus dem Umweg über bo3 Studium dec Rechte ist Karl Wvermann zur K u n st g e s ch i ch t e gc- tvmmen. und seine Lieblingsbeschäftigung, die Dichtkunst, hat ihn in nahe Beziehung zu deutschen Dichtern und Schriftstellern, nomcntlid) zum Dichterkreise um Paul Hcy!e in chen gebracht. In bunten Bll dem zieht Woermanns wechsel- volles Leben a.n uns vorüber: die Jugend in Hamburg, die Weltreise des Sechzehniädrigen, sein Studium in Heidelberg. Göttingen, Berlin und Kiel, sein Aufenthalt rn .chen, die Privat- dozentenlätlgkeil in Heidelberg und dann die Düsseldorfer Jahre als Professor der Kunst­geschichte unb die Dresdner Tätigkeit als ®alcric- birettor. Aus eigener Anschauung hat Woer- mann auch die weite Welt fermengelernl: mehr­mals hat er Europa durchreist, dessen Kunst­sammlungen er alle kennt er weilte in Dord- amerifa, Südvstas en und Afrika und hat wieder­holt die Kunftschätze der klass.schen Stätten in Griechenland unb Italien ausgesucht. So flicht er in seine LebenSerinnerungen an vielen Stellen Aufzeichnungen aus fe.nen Reisetagebüchern ein, unb zahlreiche Abbildungen führen uns in den beiden vornehm ausgestatteten Bänden Lan> schäften, die er bereist, und Städte, in denen er gelebt unb gewirkt hat. aber auch ihn selber in verschiedenen Lebensaltern, seine Familie und ihm nahestehende Persönlichkeiten vor Augen. 1444

Einen vortrefflichen Ucberblid über den hohen Stand der altgriechischen Kultur gibt uns Emst Pfuhl in seinem neuen Buche:M elfter- werke griechischer Zeichnung und Malerei" (Verlag F. Druckmann, München, geb. 14.50, Ganzleinenband 16.) an Hand von weit über 100 Tafeln mit Abbildungen. Im text­lichen Teil hat der Verfasser den einzelnen Bil­dern zum leichteren Verständnis ausführliche Er­läuterungen zugefugt, dabei beutet er auch die Hauptlinien der großen Zusammenhänge in der griechischen Kunst an. Die Grundlage der griechi­schen bildenden Kunst war die Vasenmalerei, die gegen Ende des 6. Iahrh. v. Ehr. in höchster Blüte stand. Einen Teil der in den Museen vor­handenen Meisterwerke führt uns der Verfasser hier vor Augen. Aus dec Vasenmalerei ent­wickelt sich bann die große Malerei, deren Blüte­zeit in die zweite Hälfte des 4. Iahrh. v. Chr. fällt. Auch von biefen Werken enthält das Buch viele 21bbilbungen. Dem mit großer Liebe zur Sache bearbeiteten Werke liegt leine wissenschaft­liche Absicht zugrunde, es soll lediglich, wie der Titel schon sagt, eine Zusammenstellung von Meisterwerken griechischer Zeichnung und Malerei sein. Diesem Zwecke kommt der Verfasser im text­lichen Tetl durch äußerst klare, auch Laien ver­ständliche Sprache entgegen. Das Werk dürfte jedem Kunstfreund sehr viel Freude bereiten.

1480

men hatte, konnte der ursprüngliche Text w-edev- hergestellt werden. Dem stattlichen Band ist ein ganz neuer Bilderschmuck bei gegeben, der hier teilweise zum erstenmal an die Ocffentlid)Leit tritt. In neuem Einband von Professor Waller Tiernann werden sich diese Briefe sicher otele neue Freunde erwerben. Sie geben ein treues Spiegelbild aus den Spätherbsttagen von Deutsch­lands llass.scher Ze t. die mit Go the, Hegel unb Humbolltt in den breifrger Jahren des 19. Jahr­hunderts ihren Abschluß fand. 1571

Mar Dauthendey. Letzte Reise. Aus Tagebüchern, Briefen und Aufzeichnungen. (Gebunden 10 Gm. Verlag von Albert Langen in München.) Mitten in paradiesischer Herrlich­keit. im ewig lachenden Frühling, »weit vom Schuh", auf Sumatra und Java lebte Dkar Dau- thendetz von 1914 bis 1918. auf einer Studienreise vom Kriege überrascht, scheinbar in Wohlsein und Wohlleben und war doch ein Kriegsopfer, wie cs grausamer auf keinem Schlachtfeld hin- gemorbet worden ist. Denn er starb tausend Tode, er verblutete sich inwendig, er starb wahr­haftig am Kreuze! Diele Freunde und Bewun­derer hat der Dichter Max Dauthendey. feine prunkvollen oriental scheu, und seine schlichten deutschen Gedichte und Gesichte sind well berühmt, aber kein Buch wird herrlicher von ihm Zeug­nis ablegen für die Zukunft, keines wird zeigen, dah hier der Mensch noch größer fast war als der Künstler, wie diese Lagebuchblätter und Briefe. Ein Menschheitsdvkument, ein Werk wei­testen äußeren und inneren Horizontes, bunt unb frembartig die Kulissen, von Dichteraugen ge­schaut. zwischen ihnen eine Tragödie des Herzens von solch zerreißendem Weh, von solcher Zart­heit des Empfindens, wie sie der 'IMlgeift nicht oft aufführen läßt auf seinem ewigen Theater. Lieder sind zwischen den Driesen an seine Frau verstreut, von so schmerzhafter Innigkeit unb Schönheit, wie blutstropfenrote Blätter, die einer sterbenden Rose entgleiten. Aber wenn uns der Jammer überkommen will: Unb dies alles um­sonst auf dieses Herzensflehen keine Antwort, keine Gottesgnade? so erkennen mir mit Er­schütterung. worauf dieses seltsame Schicksal hin­aus will. wie. da der .Körper langsam dahin- siecht. die Secle dieses erst so Ungeduldigen immer weiser, immer hellsichtiger, immer melier wird, wie bai letzte, das größte Erlebnis, kurz vor seinem Tode, die Offenbarung eines persönlichen Gottes, zu der Märtyrerkrone dieses eblen Hauptes die Krone des Sieerrs. des Ucber- rninders fügt

Tas Panorama meines Lebens. Don Alexander Moszkomstu r-Seriag von F. Fontane & Co.. Berlin SW 68.) Gm reiches Leben, bargestellt in einer Fälle tnter- effantefter Begebenheiten, die hier von einer er­höhten Warte betrachtet toerben. Der Verfasser greift über sich hinaus, erweitert den Horizont der Tatsachen ins Allgemeine, ja bis ins Kos­mische. und er entwickelt darin ebne Methode, die den Leser in eine wunderbare Geistessvannung versetzt. Ueberaü eröffnen sich Prospekte von ganz eigenartigem Reiz: während sich tm Vor­dergrund die Figuren bew-gen. tne m Mos- zkvwskis Leben tragende Rollen mnehaoen. be­völkert sich der Hintergrund mit Problemen, die unmittelbar aus der Szene heraus wachsen, und deren Erörterung ein höchst anregendes Zusam­menspiel zwischen Erlebnis und Erkenntms zet- rig» >> ist diells T > «in Vanorama geworden.

aber nicht in üblicher Gestaltung auf einer Fläche vorüber gleit end, sondern mit den Möglichkeiten einer Universalschau. Das erzählende Element kommt dabei nicht zu kurz. Aus seiner Jugend, aus feinen Lehr- und Wandersahren weiß Mos- zkwski so viele fesselnde Einzellvriten herauSzu- holen. bah schon die Lektüre dieser fachlichen Ge­gebenheiten außergewöhnlich reizvoll anmuten mühte: zumal m manchen Abschnitten wichtige und bedeutende Persönlichkeiten auftreten, die als Fackelträger über die Szene schreiten. 1572 Aus vergangenen Zeiten

und fernen Ländern.

Ein wahrhaft monumentales Weihnachts­geschenk beschert der Leipziger Verlag Paul L i ft dem deutschen Volle. Denn des ganzen Volkes teures Vermächtnis find Gustav Freytags .Bilder aus deutscher Vergangen­heit", die der unternehmende Verlag in einer neuen Prachtausgabe jetzt eben neu heraus- gebracht hat. Freykag, der Dichter, dem wir den in feiner Eigenart und Schönheit ewig jungen Ro­man .Soll und Haben" und eins der köstlichsten deutschen Lustspiele .Die Journalisten" verdanken, war auch ein Gelehrter von immensem Wissen, der es in seinen .Bildern aus deutscher Ver­gangenheit" verstanden hat, diese Geistesschätze gründlicher historischer Forschung in eine dichte­risch beseelte Form zu bringen, die erst den breiten Schichten unseres Dolles den Weg zur Kultur­geschichte erschließt. Die neue Ausgabe, die von Georg von Below, dem Heidelberger Historller, und anderen Gelehrten von Ruf, mit kurzen Ein­führungen und ergänzenden Anmerkungen ver­sehen ist, bringt nun zu den Freytagschen Schil- berungen, die stets auf Zeitdokumente zurückgehen, ja sie zumeist selbst sprechen lassen, die Illustra­tionen in einem bisher nicht gekannten Umfang. Alte Holzschnitte, Miniaturen, die ersten Druck­werke sind herangeholt, um die Bilder zu liefern. Auch hier sprechen immer Dokumente der Ver­gangenheit selbst zum Beschauer und ergänzen so die unübertrofen anschauliche und plastische Dar­stellung Freytags zu einer erschöpfenden deutschen Kulturgeschichte ersten Ranges, die ein nationales Hausbuch zu werden verdient, aus dem das deutsche Doll lernen wird, wieder stolz auf feine Vergangenheit zu werden. 1349

Kürzlich b sprachen m:r hier den .Och s terrarum" des D.rlag s W smuth. Ist des H t m'hmen re n auf kontier sche Gesicht pu fte eingestellt, so bietet e ne neue Reihe prächtiger Werke des Berliner Verlag s Franz Schnei­de r h erzu ein? wertvolle Ergänzung nach der geogrph sch-pvl t schen Seite h.n. Das Schwer- gew cht l egt auch hier in dem ausgez ihnet aus- gewählten und sehr sorgfältig r produzierten Bild-rmcterial. bei dem neben künstler sch voll­endet n Ra'urausn hn-n z. B aus be- Geb rgs- wett Tirols, neb n durchw g glänzend g [ ngenen Wiederg bn b bnrtfa er Saubz-I nöle uch Trachtend.lder unb Volksfeste die Berück tchtigu g gefunden hrbrn. b:e ihnen nach ihrer kulturellen Bedeutung zukommt, Geplant ist in enter Reihe von Büchern b e eiin Inen europä sch -n Länder nach den verfch eb'nsten Ges chtspun t n zu be­handeln. Degonnm ist mt Fug unb Recht mit unserem österr nchischen B.-uderlanb zw schen Donau unb Alpen. .Oesterreich in Wort unb Bild" heißt ber ftc^llche Band. Mr von

sachkundiger F der D iträge über bic gengrabbt» schen Scb.ngtocilen des Landes, über bic ge- schichtl.che unb kulturelle Enlw.cklung ber allen deutschen Mark g g n Türken und Ung ;m br.ngt. Eine interessante Betrachtung des j h gen Rumpf- öfterreicb», seiner w.rtlch istiichen Lage, fetnti po- Itt schen Stellung, schl ehl den Textteil, in dem auch ausgezeichnet. Aufsätze aui österreichischen Kunst aller Zwe.g- die zwenglose Ucb rle tung zu dem Bilderle,l bild n, bei d.ssen Bcsch iuen eines jeden Herz aufgeht, der einmal durch Oester­reichs Gaue g mindert ist. Es ist noch viel schaneS ubriggeb.i b n von den Herrlich eiten d>es alten Habsburgeireichs. bic Reize Tunis, die herrlichen Seen des Salzburger Landes. Wien, bic Perle des deutschen Südostens. In erfreu­lichem Umfang f nb d e Steiermark unb $täm:en, die bcdrobten Grenzgebiete alter deutscher Kultur berücksicht gt, dieim Reich" (eibcr allzuwenig bekannt f.nb unb doch landschaftlich una archi- tekton sch, vor allem aber in ihr r urwüchsigen deutschen Bevölkerung so viel Schines und Qi» hebendes bieten Dem neuen Unternehmen des Verlags ist nach dieser ersten Vrobe cm voller Erfolg zu wünschen die Bücher werden den Blick für die gegenseitige polittsch-geograpbisch- w.rtschaftliche Verbundenheit der Völker weiten unb eine gute Zuleitung zum bewußt pol.tischen Denken sein. (PreiS 8 Alk.) 1579

Für unsere Jugend.

' Dem Berliner Verlag Franz Schneider verdankt unsere lesebunqr ge Iug.nd schon eine stattliche Reihe Märchenbücher, bic sich alle durch besonders schöne und cigenart.gc Illustr itionen auszeichnen. Zum diesjähr gen Wechiachts oft er­scheinen nun Hauffs M ä r d) c n. d.efe wunder­sam phantastische Marchenw.li. bie Eiwachsenc und Sünder immer wieder i i lörei Bann zieht Ter köstliche, behäbig-breite .junior, mit dem Hauff, selbst immer lucht g -ufelnd unb ungläubig ob soviel Märchenhaftem, diese ergötzlichen Ge­schichten vom Zwerg Rase ober vom kleinen Mud erzählt, finde: nun in der Reuausgabe m den Illustrator einen durchaus ebenbürtigen Partner. Alfred Hagel hat sic alle, diese Märchrnheldeu mit erstaunlicher Firbenfrcude und enormem Schwung in heiteren, laun g.nx Szenen abporirä- tiert, zui Freude der Jugend unb ernes jeden, der mit diesem lösttichen Buck einige Minuten inS Märchenland zurücksintt. (PreL 5Mk.) 1573

Ein prächtiges Buch für unsere Heranwach­sende Jugend schrieb ber auch unseren Lesern durch eine Reihe von warmherzigen Aufsätzen be­kannte Charlottenburger Pfarrer Dr. Luther. .Jugend heraus!" nennt er das mit reUen- Dcn Radierungen ausgestattete schmucke Büchlein, unb Mahnrufe sind es, geschrieben aus heißer Liebe zu unserer deutschen Jugend, aus einem warmen, verstehenden Herzen für die Röte un­serer Jungen und für das, was unserer Jugend nottut: Liebe zur Heimat, Verantwortungsgefühl für Vaterland und Volksgenossen unb zäheS, xiel- bswußtes Mitschaffen am DollSganzen. (Wilhelm Meister, Verlag, Berlin.) 1341

Schöne Literatur.

Die Flucht auS dem Alltag. Don Gustav Schröer. (Leinenb. Mk. 4.60. Quelle & Meyer in Leipzig.) Ein Buch deS Frieden-, eine Erholung von den Aufregungen des Tage-, von den 2'crgerlichkeiten deS LcbenS: eine tief inner» liche DichtungSie Flucht auS dem Alltag", jener stille Winkel im Hause des Schriftstellers unb Bauern Hans Hcibing. wo er in allen Lebenslagen Frieden und Stärkung findet, wird Aum Symbol, mit dem wir die Flucht aus dem Alltag antreten können, die wir in sicheren Zeiten so nötig brauchen. Wie In allen Büchern Schröers, so liegt auch in diesem ein hoher ethischer Wert. Unb wie bei Schröer immer alle» spiegelt fein starkes Innenleben, man fühlt, hier hat sich viel Selbsterlebtes zur Dichtung geformt, unb so wird bie Flucht auS bem Alltag besonder- allen denen lieb sein, die zugleich einen Hefen Blick in die Seele des Dichters tun wollen. 1389

Heber den fielen Fortgang ber großzügig angelegten Gesamtausgabe ber riesenhaften Schöp­fungen Honor 6 de Balzacs des Berliner Verlags C. Rowohlt, haben wir fortlaufend be­richtet. Zum WeihnachtSfest sind nun noch eine ganze Reihe bedeutsamer Bände hinzugekvmmen, alle in dem bequemen, handlichen Format, da- gestattet, den oder jenen Lieblingsroman jeder­zeit mit sich zu führen. Unb wer fände nicht In­teressantes, Fesselndes, Ergreifendes und sittlich Packendes in Hülle unb Fülle In dem Welt- ranorama Balzacscher Ideen, Balzacscher Cha­raktere? Wan wird nicht ft eben bleiben wollen bei dem berühmten RomanEugenie Gran- d e t, bei den phantastisch erzählten Schicksalen des ^Vetter Pons" oder der tieftragischen Geschichte .Die tödlichen Wünsche". Wei­ter und weiter wirb man einbringen, mit Staunen unb Bewunderung vor soviel verborgenen Kost­barkeiten in die unendliche Fülle des LebenS, die c i n Geist in ungeheurer Zusammensasfung menschlicher Probleme mit unerbittlicher Wahr­heitsliebe und gewaltiger dichterischer Kraft hier erschütternd gestaltete. Es ist nicht das Frankreich der großen Revolution, des Kaiserreichs und ber Restauration, es ist Menschheitsgeschichte von ewi­ger Wahrheit, die Balzac mit einem unerhörten Realismus vor uns hinstellt. 1213/1467

* Rudolf Hans Bartsch: Die Sa­li g e (Verlag Staackmann, Leipzig». Ein wunder­sames Buch, das um bie Jungfrau ber Alpen­sage, dieSalige", bic Sehnsucht einer fich drama­tisch fteigembe Hanblung schlingt, geschrieben in einer Sprache, bie sich dem seltsam märchenhaften Vorwurf erstaunlich anDa&t 1520

Paul Detterli zeigte schon in fernen Skizzen aus Moos und HeideWenn ber Kra­nich zieht' intimste Einstellung zur Ratur unb ein ganz eigenartiges Freundschaftsverhältnis zum Tier, besonders eigenartig noch dadurch, dah > dieses Tier eine Krähe ist, offenbart sich in seinem neuesten RomanJack". Voll köstlichen Humor­ist auch dieses Buch, mit heißem Herzen spricht der Dichter von feinen schwarzen Freunden, er geht sehend durch die Ratur und lehrt andere sehen. So wird dies schöne Buch, das der Verlag Grethlein u. Co. in Leipzig g schmackvoll aus- stattete, jedem Raturfreunde unter dem Tannen- bäum to.rUctner. fein 1374