Landwirtschaft
Don der Zubereitung des Kartoffelackers.
3n der Kartoffel-Sondernummer der Berliner »Allastriertc lZandwirlschastliche Zeitung" gibt der Wministratoc Hopf. Cleverboi b. Schwartau, interessante Winke aus seinen langjährigen Prak- tischen Erfahrungen und Versuchen im Kartoffel- bau. Er schreibt u. a.:
Die Kartoffel ist die einzige Kulturpflanze, die einen tief Durchwühlten, nach allen Seiten hin loderen Boden alS Saatbett verlangt: ebenso für die ganze Zeit des Wachstums. Deshalb ist eS vei-sländlich, daß langstrohiger Mist auf schwr- rem Boden meist bessere Kartoffeln bringt als gut verrotteter, und deshalb bringt ein vor dem Pflanzen tief gepflügter schwerer Acker bet feucht- tem Wetter während des Wachstums, und trenn er genug gar wurde, höhere Erträge als ein schon im Herbst gepflügtes, aber abgelagertes Land, daS vor dem Pflanzen nicht ordentlich aufgelodert wurde. Die andere, ebenso wichtige Dorbedingung für eine gute Kartoffelernte ist das Pflanzen in angewärmtem, garem Ader, der auch die ganze Wachstumszeit hindurch gar bleibt be?w. gar erhalten wird. Stellen wir uns vor, welcher Kraftaufwand nötig ist, die Erbmasse zu verdrängen, die von den Knollen eines kräftigen Kartoffelstockes zu ihrer eigenen Lagerung verlangt wird: welchen Kraftaufwand es kostet, das gewaltig ausgedehnte Wurzelneh in dem Erdreich vorwärts zu treiben.
Wenn die- meine Richtlinien zur Bearbei- tung deS Kartoffelfeldes sind, und wenn ich damit auch nicht sagen will, bah. meine Art die einzig richtige ist, so will ich tm nachfolgendeiH schildern.. wie ich den Kartoffelader jetzt bearbeite, und zwar nach vielerlei Versuchen und bestärkt durch die Ausführungen des Freiherrn von Richt- Hofen in den „Mittellungen der D. L. G."
Dach Getreide als Vorfrucht wird der Ader gestoppelt und abgeschleppt. Fehlt die Zeit hierzu, so wird er mit Vorschäler tief abgepflügt und bet passender Gelegenheit zugeschleppt, so daß der Ader glatt ist, bei Frostwetter also ein bequemes Mislfahren ermöglicht Das gestoppelte Feld wird, falls sich kein schlimmes ilnfeaut zeigt ohne Vorschäler gepflügt um das Leben der Dodenkleinlebewesen möglichst zu schonen. Sobald tm Herbst stärkeres Froslwetler eintritt, wird mit Hochdruck Mist gefahren für die Kartoffeln allerdings zuletzt, also Wtntermist. Die Einstreu ist mindestens einmal gehälftetes Roggenstroh. Das Streuen des ausgefahrenen Mistes erfolgt schnellstens. Oft der Acker im zeitigen FcüKahr trocken, so regt sich schon bei ganz geringer Erwärmung die erste Gare, und die zeitigen Frühjah csunkräuter rüsten sich zum Hervor» brecben. Der Mist ist durch Schnee und Regen in Den Acker gedrückt und in seinen strohigem Teilen mürbe geworden. Der gut abgetrocknete Acker wird mit der Scheibenegge, u. a. auch mit dem F:derzahnkrümmer bearbeitet, wodurch auch unzählige Linkrautkeime zerstört werben. Das äußere Aussehen des so bearbeiteten AckerS ist Debensache. Oe nach der Witterung folgt der Scheibenegge bald oder später die Schleppe, die
und Gartenbau.
den voran gehenden Arbeitsgang in spitzem Winkel schneidet, den widerspenstigen Mist zu Doden zwingt und ihn mehr ober weniger mit Erde bedeckt. Zwischen den übrigen VestellungSarbciren müssen einmal einige Gespanne frei gemacht werden, um die Scheiben^ge zum zweiten Male und tiefer durch den Kartoffelacker gehen zu lassen. Es folgt ihr wieder die Schleppe zur Wasserhaltung und Gareförderung. Wieder wird viel keimendes Alnhraut zerstört. Oe nach Zeit und Wllterung wird der Kartoffelacker auch noch ein- oder mehrmals mit dem Federzahnkrümmer durchgearbeitet, jedesmal von der Schleppe gefolgt und stets rn anderer Richtung und jedesmal tiefer. Das Wetter, das Bearbeiten und nicht am tre itg- sten das Heer unseres winzigen, emsigen Doben- freunde haben den widerspenstigen Mist mürbe gemacht, so bah er dem Krümmer keinen Widerstand mehr leistet.
So ist der Acker brachemäßig gar geworden, und viel Unkraut ist vernichtet. Aber er ist noch nicht locker genug. Mit dem Sackschen Tiefgrubber wird schließlich der Kartoffelacker 20 bis 30 Zentimeter tief gelockert, und zwar im rechten Winkel zu den späteren Kartoffelreihrn. Es folgt natürlich die Schleppe, und der Acker ist zum Pflanzen fertig.
Oft die Vorfrucht eine Gründüngung, so erhält auch dieser Kartoffelacker im späteren Winter eine schwache Stallmistgabe, welche im Frühjahr mit der Gründüngung zusammen flach untergepflügt und zugeschleppt wird. Rachher wird auch dieser Kartoffelacker in ähnlicher Weise wie die anderen behandelt, wobei auf gründliche Tieflockerung besonderes Gewicht gelegt wird. Kali und Phosphorsäure sind so rechtzeitig ausgestreut, daß sie mit dem Doden gründlich durchmischt wurden.
Dun kann das Pflanzen vor sich gehen. Zum Keimen verlangt die Kartoffel kein Wasser im Doden, die Knolle hat es ja bei sich, wohl aber Wärme und Lichtschuh int Doden. So ist es im garen Doden bezw. dort, wo die Zeit vor dem Pflanzen eben zweckmäßig ausgenutzt wurde. Um der Kartoffelknolle ein trockenes, warmes und gares Saatbett au geben, lege ich einige Zell vor dem Pflat^en den Acker mlltels einer starken, schmalen Hackmaschine mit Häufelscharen in Dämme. Der Doden muß auch in den Dämmen erst warm und gar werden. Die Furchensohle, auf der die Saatknollen liegen soll, ist immer noch nicht locker genug. Cs muh der Sacksche Tiefgrubber nochmals heran. Er wird so gestellt, daß seine Faße in der Mitte der Furchensohlen gehen. Tags darauf beginnt das Legen der Kartoffeln. Dieses erfolgt in fußbreitem Abstand. Del warmem, trockenem Wetter schiebe ich das Zudecken möglichst bis gegen Abend auf: dann sind1 Knollen und Erde gut durchwärmt Dann schiebt eine leichte Schleppe — Hintereinandeo laufende Eggenbatken — lockere, trockene Erbe auf die Knollen. Das Zugtier vor dieser Schleppe geht auf dem Damm, damit es keine Knollen verschtebt oder zertritt. 3n diesem Zustande streut der Düngerstreuer die Stickstoffgabe auf das so gerippte Land. Oe nach Dodenart und Bodengefüge schiebt eine diagonallausende Schleppe oder eine leicht häufelnde Hackmaschine die Furchen
SrageWaften.
Frage 14: 3n meinen Obfl» und Gemüsegarten, der letzte- Hahr mit Stallmist gedüngt wurde, habe ich alle Asche auS dem Haushalt bringen lassen. Genügt dieser Dünger für Mete# Oahr?
Antwort: Es kommt darauf an, waS Sie in Ihrem Garten ziehen wollen. Für KohlgEMÜs« jedenfalls nicht. Auch nicht für Kartoffeln, sondern das bifür bestimmte Land muß abermals eine Stalldüngung erhalten. F.r künstliche T-üngemittel, tme Kali und PhoSphatt^ist es jetzt schon zu spät. Der Düngewert der Asche wird meist überschätzt und mancher Hausgarten durch ein Zuviel davon, besonders wenn viel Stein- kohlenaschc dabei ist, verdorben. In trocknen Sommern verbrennen die Pflanzen dann, falls nicht sehr reichlich aegossen werden kann. Hier hilft nur Rigolen, oh. Umarbetten des Grablandes auf eine größere Tiefe im Winter
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»Darmstadt, 17. April. Die Strafkammer verurtellten einen Studenten der Technischen Hochschule, der Flugblätter der verbotenen Dattonalsoztalistischen Arbeiterpartei vertetll hatte, zu drei Monaten Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe.
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Zu haben in ApdflieLeni^Broyerieu
Pascoe, A.-G-, chem. pharm. Produkte,’ Gießen, 6. VIII.
ganz zu und Damit sämtlichen frkfch grfTmrtBc Stickstoff in die Kartoffelreche. Drmtt ist die Pflanzarbell beendet.
Heber Erdbeerkultur.
Eine unserer köstlichsten Früchte ist He Erdbeere, und wer em Stück umfriedetes Gartenland besitzt, sollte nicht zögern, einige Erdbeerbeete anzulegen, und wäre eS auch nur, um Kranken oder Kindern eine Freude zu bereiten. Doch ist nicht jede Lage dafür geeignet Erdbeeren verlangen Sonne, unt> wo man diese nicht geben kann, ist die Mühe vergebens. Sie bedürfen ferner, um die edlen Eigenschaften der neueren Sorten entwickeln z«i formen, vor dem Pflanzen gründlicher Bodenbearbeitung auf wenigstens 30—40 Zentimeter Tiefe und reichlich Stalldüngung. In der Regel wird empfohlen, Erdbeeren Im Frühherbst zu pflanzen, weil man dann im folgenden Oahr bereits eine kleine Ernte zu erwarten hat. Besitzt man um diese Zeit bereits kräftige, gut bewurzelte Setzlinge, waS durchaus nicht immer der Fall ist, so ist Herdstpflanzung anzuraten. Andernfalls ist das Frühjahr von Mitte April biS Anfang Mai vvrzuziehen. Die Deuanpflanzung wächst dann rasch an, es gibt keine Lücken in Den Beeten, die bei Herbst Pflanzung fast unvermeidlich sind, wenn der Boden zu schwer und Der Winter schneelos war. Verwendet man gut Vorkultivicrte Setzpflanzen, so tritt auch bei Frühghrspflanzung sctwn eine bescheidene Fruchtbarkeit auf. Die Pflanzen müssen einjährig, d. h. von Ranken des letzten Jahres entnommen sein. Aeltere Stöcke sind für Reu- Pflanzung wertlos.
Die Pflanzweite richtet sich nach dem Wachstum der Sorte. Schwachwachsende, wie z. D Korbfüller, brauchen nur einen allseitigen Abstand von etwa 25 Zentimeter. Andere mit großem massigen Laubwerk, wie die sog. Tomatenerdbeere, Had. Mrutot pflanzt man 60—70 Zentimeter well. Bei feldmäßigem Anbau legt man die Reihen soweit voneinander, daß man mit dem Hackpflug Darin arbeiten kann. Om Garten macht man die Beete 1,20 Meter breit und legt darauf drei Reihen an. Dach dem Anwachsen werden die Beete mit kurzem strvhfreien Pferde- Dung belegt.
Bei der Sortenwahl bevorzuge man frühe und mittelfrühe, wie Zuckerkönigin, Sieger, Königin Luise, Madame Hloutot und Flandern. Wer diese fünf Sorten besitzt, braucht außer etwa den Monatserdbeeren keine weiteren. Um die Früchte gegen das Beschmutzen bei Regen und gegen Schneckenfraß zu schützen, unterlege man sie kurz vor Der Reife mit sauberer Holzwolle, eine Arbeit, die schneller von der Hand geht, wie das Aufbinden Der Stengel. Die Ranken müssen tm Laufe des Monats August oder September entfernt werden. Gin zu frühes Abschneiden reizt zur Deubildung von Ausläufern, wodurch die Stöcke nur unnütz geschwächt werden. Unterläßt man diese Arbeit, Dann erhall man die sogen. Erdbeerwiesen, auf denen der Kampf um Die Rührung zwischen den viel zu dicht stehenden Pflanzen auf Kosten des Ertrags geht, Die Früchte werden geschmacklos, bleiben klein und faulen bei feuchtem Wetter. Dach drei Jahren muß die Pflanzung an anderer Stelle erneuert werden. DAS Geheimnis Der Grdbcerkultur läßt sich kurz dahin zusammenfassen: Reichlich Sonne, gute Sorten, fleißig düngen, lockern, öfters auch verjüngen.
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Das in den Monaten Februar und März d. 3s. fällig gewesene 3. und 4. Ziel Gemeinde-Grund- und Gewerbesteuer für das Rechnungsjahr 1923 kann noch bis Ende ds. Mts. an die Stadtkasie ohne Kosten bezahlt werden.
Anfangs Mai beginnt die Beitreibung, wobei die vorgeschriebenen Kosten erhoben werden. 30788
Gießen, den 16. April 1924.
Stadtkasse Gießen.
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Ein passendes Beiprogramm
Anfang wochent. 4 Uhr. Feiertags 3 Uhr.
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Der Meilenfresser
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Anfang I. 1L und III. Feiertag: 3 Uhr.
Werktags: 4 Uhr.
Ab übermorgen II. Feiertag:
Luise ie Miere
Ab Montag (2. Feiertag): 3u94a
Asta Nielsen
Der Absturz
Einige Presseurteile über diesen Monumentalfilm:
Berliner Tageblatt schreib!: Dieser Abend gehörte zu denen, die man nie vergißt, und die nach Jahrzehnten nocherinneruna«würd'/; bleiben, wenn alle anderen Eindrücke Iflntrst verblaßt sind.
8 Ubr-Abendblatt; Hier hat Asta Nielsen den Höhepunkt ihrer großen Rolle erreicht
Frankfurter Zeitung schreibt: Wenn es heute noch Menschen xribt. die die Möglichkeit leugnen, daß ein Film absolute Kunst, stärkste seelische Erlebnisse geben könnte, bitte seht euch diesen Asta-Nielsen Film an.
Berliner Börsenxeltnng schreibt: Die Asta Nielsen spielt die Frau und sie Reh: erbarmungslos bis an die Grenze der Eitelkeit, so schonungslos geyen sich, wie es sich nur der geniale Mensch gestatten darf. Ferner eingutesBeiprogramm Anfang 2. n. 3. Feiert.3 Uhr* wochent. 4 Uhr.
Sozialdemokratische Partei (D.S.p.D.) Gießen.
In der 17
Wähler-Versammlung am Dienstag, 22. April 1924, abends 87, Uhr, tm Restaurant Philosophenwald sprechen
Staatspräsident Ulrich, Darmstadt
Die Sozialdemokratie und Reichstagswahl
und
MstWlWiMkiü M GWe Boll, Wn 31? JOM und Oer BeWW.
WS" Wähler und Wählerinnen erscheint zahlreich. "4DE


