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Samstag ,19. Jannar 1924

174 Jahrgang

Erstes Blatt

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London. 18. Jan. (OB27B.) 3m Unterhaus sind die Oppositionsbinke heute toteber dicht be­seht. als die ^bittc über d.n Mißtnuensant ag der Arbeiterpartei forlgefetzt wurde. Der Arbci- terführer Thomas erneuerte den Angriff auf die Regierung und sagte, die Unionisten fragten Ne Arieiterdirtei. wie sie Frankreich gegenüber

haben, was im Deriragsrnstrumenl von der Re- parationskommist on mit folgenden verheißungs­vollen Worten gesagt ist: .Sie ist durch ferne Gesetzgebung, durch fein besonderes Gefetzbuch und durch keine Sonderbestrmmung über Untersuchung und Derfabren gebunden: sie soll sich testen lassen von der Gerechtigkeit, der Billigkeit, und von Treu und Glauben". Wenn diese Worte nicht auch weiterhin hohl? Redensarten bleiben sollen, die daS Pariser Triumvirat mcnccau. Ll"yd George und WUIm nur zu Prr- pagandazwecken in den Tkrtroq riTigellochten hat, so geben sie dem SachverständioenauSschuß eine allmächtige Richterbeiugnis. die ihn mit der gan­zen Cdfrert der TWanttoortung vor Geschichte und Döltermoral belädt.

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8n|d)rilt für Drahtnach- ndjrn a*Jttfl«rtf>l«bcn.

Itläfaleeto.

(rntfart <- 1L 11686.

Sreuc x iichti.aatwäN» 10®»l6p|ennig. für At ktomc» Anzeigeno.70 n n iSteue 3d ootopfenntg, Ki»d4)rt|i 4a ,luj . Ueranl»jrui4 »litiha. Jeu.U«lon

Dr. Jnebr. Mdtz.dang« für Ao udngc* Xcd Ernst Jlum d)«in, uxbe Ä*5«iaenled. -)»*» rkJ jämil. J) 14 « J« t

berühmten Mustern bei feinen Untersuchungen aus die einseitigen avenmäßiger. Darstellungen der Pariser Sntenfebrhörden zu beschränken und den -ablloken Statistiken, Gutachten und Prvto- ko'len der letzten fünf Jahre einen neuen Stoß hinzuzufügen, sondern daß er den ernsten Willen hat, die tatsächlichen Derhälvrisie des heuti­gen Deutschland festzustellen und die Möglich­keiten »ur Wiederherstellung der deutschen Pro- kubtenstähigket anzugeben. Deutschland fetner- fäti wird unter Berufung auf den Wortlaut des Dersailler Vertrages der .Magna Lhartn" auch dieses Sachoerständi^mkom terS, diesem Gelegen­heit geben, .von allen Beweismitteln und Zeugen­aussagen Kenntnis <u nehmen, dir Deutschland in sämtlichen, km? LüstungsiähDgfeit berührenden fragen vvrbringt" Lind der Sachverständigen- auS^chuß wird als Richtschnur das zu übernehm«

Der Verteidiger des Separatismus.

Poincar^s neueste Kammerrede: Separatismus, Ruhrdesetzung und Sachverständigenkonserenz Die Kammer billigt mit grober Mehrheit die Politik der Regierung.

die Regierung und sagte, v e aintonuien ira tie Arbeiterpartei, wie sie Frankreich gegen handeln würde unb zogen die Folaerung. bafj Politik der Arbeiterpartei Krieg bedeuten würde. Sng'and habe Seite an Seite mit Frankreich ge­fochten und gemeinsam mit ihm Opfer gebracht. S-s gebe heute zu viele Leute, die die großen Opfer Englands verkleinerten und angenommen zu haben schienen, daß nach all dem Blut und Vermögen. daS England hi'gegeben habe. eS un­ter der Hülle der Freundschaft, die nur eine Entschuldigung f ü r Feighei t sei. Angst h-be Frankreich zu sagen, daß eS einer Kata­strophe entgegengehe und Dinge tue, die für England ruinös find Gott verhüte, daß eines seiner Worte so ausgelegt werde, daß feine Par­tei k-estrebt sei. mit Frankreich zu brechen oder von Krieg zu retzen. Aber könne man sich wundern, daß Frankreich nicht glaube, daß England es ernst meine, daß es die englische Regierung mit Verachtung behandele, wenn alle Re­gierungen von Woche zu Woche, von Monat zu Monat, eine derartige schwankende Politik an den

Welche außenpolitische Auswirkungen diese Entwicklung in England haben wird, läßt s ch heute nicht annähernd übersehen, vor allem aua» nicht, in welcher Weise die Behandlung der Repa­rationsfrage von ihr beeinflußt wird. Ster tnn der RevarationSkvmmistion ein gefetzte Sach- verständigenausschuh uir Prüfung einer Stabilisierung der deutschen Währung und einer Sanierung des Budgets hat am Montag ferne Beratungen ausgenommen und bereits am nächste Tag brickLosfen. den RnchSbankPräsidenten Dr. Schacht uir Berichterstattung nach Paris zu berufen. Diese Tatsache und die freimütige Ant­wort, die der Vorsitzende des Ausschusses. der amerikanische General DaweS. der mehr vra° torisch fulminanten als inhaltlich hrfjeutun^." n^den ®räffe3xnfl*rcte Barthous erteilte, gibt die Hoffnung, daß der Ausschuß sich nicht nach

«nationalen Organisation angeschloslen sei. und daß sie sich dessen nicht schäme Er habe geglaubt, der Zweck ihre- Beitritts zu der internatonalen Organisation sei, Kriege zu vermeiden Jedermann wünsche. Kriege zu vermeiden, aber es könne ein Augenblick kommen, wo eine Ration wählen müsse, ob sie daraus besteben solle, daß ihre Ansichten auSgesührl würden oder ob sie sich füt die einzige andere QDtematü»e, näm­lich den Krieg entscheiden soll. Chamberlain bedauerte, daß die Debatte nicht heute beende? werde, um rasch der Ungewißheit im 3nncm und nach außen ein Ende zu machen. Er gab der Hossnugn Ausdruck, daß die Vorschläge der Reich-koincren-, von der Arbeiterpartei mit bei gleichen Sympathie behandelt wurden.

Poincar^S Tparprogramm angenommen.

Paris, 19. Jan. (WTD.) DieFtnanz- lommiffion der Kammer hat gestern nachmit­tag die von der Regierung verlangte Ermäch­tigung. auf dem Derordnungswege die Ver­waltung zu vereinfachen und den De­visenhandel zu kontrollieren, unter Vorbehalt gewisser weiterer Aufklärungen der Regierung angenommen. Desgleichen hat sich die Kommis­sion im Grundsatz mit der Erhöhung der Steuern einverstanden erklärt, ohne aber den Prozentsatz der Erhöhung festzusctzen. Ge­wisse Verbrauchssteuern sind bereits gestern von dieser Erhöhung ausgeschlossen worden, auch sind einige Vorbehalte hinsichtlich der Er­höhung der Umsatzsteuer angenommen wor­den. Die Kommission setzt heute ihre Verhand­lungen fort.

Frankreichs nerrftrr Plan.

Straßburg, 18. Han (WTB.) Fn Straß­burger HandelSkreifen verlautet, daß bk Fran­zosen In der Pfalz zur Militärdiktatur fd) reiten würden, da sie selbst etnfäben, daß eine au tönerne Regierung der Pfalz nicht auskommev könne. Falls die Sraraofen tatsächlich zu öle fer Verleugnung aller Vertrags rechte und zr dieser ungeheuerlichen Dergewaltigung bc8 Vob kes schreiten sollten, (amt man gespannt daraus sein, unter welchem Vorwand dies von den Franzosen begründet werden sollte.

Die Pfälzer (Enquete.

Reustadt a. d H. 18. Jan. (WTB) Gestern nachmittag empfing der englische Gene­ralkonsul Tlive die Vertreter der Bevölkerung der Stadt Reustadt. Don allen Vertretern wurde die separatistilche Bewegung aufs entschie­denste abgelehnt. Besonders intercflant waren die Ausführungen eines Sozialdemo­kraten über die Stellungnahme der pfälzischen Sozialdemokratie gegenüber den Sonderbündlern Cr erklärte: 3n den Tagen des Hitlerputsches in München hatten wir geglaubt, unterem deut­schen Smpsinden am besten dadurch gerecht zu n>crben, daß wir unter Trennung von Bayern eine pfälzische Republik i m Rahmen deS R e i cyeS bildeten. Bei reif- licher Lieberlegung jedoch haben wir fehr bald erkannt, daß eine solche 6taatenbiltnmg mir der Vorläu­fer zu einem Pufferstaat von Frankreichs

Gnaden

werden müßte. Deshalb zvaen wir es vor, bei Bach- em zu bleiben. Am Avend fuhr der General­konsul nachKaiferSlautem, wo er in später Abendstunde in Anwesenheit des englischen Sekretärs und der sranzösischen Begleitung noch die obersten Vertreter der pfälzischen Justiz empfing. Die Vertreter der Justiz nahmen Ge­legenheit, die fcharfen Eingriffe des Separatis­mus in die Rechtspflege, in den Betrieb der Staatsanwaltschaft und in daS Gefängni-wtfen eingehend zu schildern. Es wurde dabei hervor- gehoben. In welch rücksichtsloser Weise der OberlandeSgerichtSpräsident von l en Separatisten her haftet wurde, und auS wel­chen Kreisen sich die Separatisten »ufammen- scyen Dann wurde von den Vertretern der Justiz noch betont, daß die gesamte pfälzische Beamten­schaft geschlossen den Separatismus und die .autonome Regierung der Pfalz'" ablehnt.

Lag legten?

Schatzkanzler Thamberlain,

der für die Regierung das Wort ergriff, hate, wen nThomas die Regierung wegen ihrer iln- tätigfeit Frankreich gegenüber verurielle, habe er eS verabsäumt, zu erklären, was er unter ähnlichen Umständen getan haben würde Sr wünsche, Thomas zu fragen, welche Aktion er unternommen hätte, um die Durchsetzung der Ansichten, die er vvrgebracht habe, gegenüber Frantrerch zu erzwingen. Thomas habe ge­sagt. weshalb die Arbeiterpartei einer Inter-

Paris, 10 3an (WTB ) 3u Beginn der heutigen Kammersi »ung verlangte der Abgeord­nete Ubrt) die sofortige Feltie«)ung des Zeit­punktes feiner Interpellation über die Reutrali ät Frankreichs in den innerpolitischen deutschen An- gelegenheuen Die Kammer lehnte die sofortige Festsetzung ab Darauf ergriff Ministerpräsident P o i n c a r das Wori Sr crf.ärtc Cr ver zc i ch e mit Vergnüg m die Ortärung Herriots. daß er ebenscwenig wie die Regierung eine Herab­setzung der deutschen Schulden an eb-

chef Ma c do na l d Recht geben müssen, wenn cr lriumphierend ausrief. die Aussicht auf eine R- arcrungsänderung m England habe inehr dazu beigetragen, den Einfluß ®robbritonnten» aas dem Kontinent zu erhöhen. alS zwölf Monate Amtsführung der letzten Regierung. Aüicn wir uns aber auch jetzt in diesen Tagen schwellender Hoffnungen vor einem schlecht angebrachten Ob- nmismus. Macdonald übernimmt eine Riesen last schwerster außen- wie innenpolitischer Sorgen, unter denen die Lösung der Reparationssrage auch den Swotsmännern der ßabour Party nicht die drückendste scheint.

Der Pariser Gegenspieler setzt andererseits alle Hebel in Bewegung, um sein Schiffchen auS der ernsten Krise, die sich namentlich im Franken- stürz und in dem offenbaren Zurückweichen in der Ruhrfrvige dokumentiert, berauSzulawieven und in ruhigerem Wasser den Sturm der FrühIingS- wahlen bestehen zu können. DaS angekündigte Sa- nierungSprogramm, dessen ein-eine Punkte: ötat- balanzierung durch neue Steuern und rücksichts­losen 'Beamtenabbau unS nicht ganz unbekannt Vorkommen. Hot bereits eine stark rückgmstge 'Be­wegung der katastrvphaten .Frankenbaiste gezei­tigt Sine energische Durchführung des Pro- 0 ammS wird »war zweifellos den Franken, der schon den Stand b;r italtarrschen Lira weit hin er sich gelösten hatte, wieder beben, aber ebenso sicher in den Kneifen der französischen 6 teuere bl er und der vom Abbau betroffenen Beamten P)in- carös Aufienpolitik. der Quelle alles Hebelt, keine neuen Freunde erwerben, fo daß man daS Srgebnis der französisch.m Parlaments Wahlen mit Spannung wird erwarten dürfen.

Die britifche Regierunaskrise steht vor ihrem Abschluß. Das Kabinett Baldwin dürfte daS Dochene'che kaum überleben Rachdem der König am Dienstag das vor Weihnachten neugr- wähsle Paria mein mit einer sehr t>o-fij>tig ab'e- fahten und allen Streitsrag n forgfä h auswei­chenden oh.wnrede eröffnet hatte, begründete Macdvnald den kurzen Mißriauensantrag seiner Partei und Viscount Grey, der Führer b^r Libe­ralen Im Hause der Lords, erklärte, daß dte Liberalen emr kommenden Aroeiterreoieru-g ohne B.'sorgnistc cntg g msährn, Asmith und Lloyd George, die ItbeixUcn Llnterh^rusführer. haben das rl ich- »um Ausdruck gebracht, so daß der voraussichtliche Gang der Ding« der fein wird, daß Macdonalds Mißtrauensvotum im Parlament zur Annahme kommt, daß die krn- fervalive Regierung Baldwin demisiioniert und der König Macdonald als dem Führer der stärk- . st en Oppositionspartei die Kabinettsblldung an- bietet Die lange daS 2Crb? terfabineti, da» ja auf ferS Wohlwollen der Liberalen angewiesen wäre, am Ruder bleiben wird, darüber geben .in der britifchen Preise die Arfichten himmelweit auseinander. Die Taktik dtr Liberalen zielt ver­müll ich darauf ab. die Arbeitcrregierung nur e ne St Episode fein zu lassen. Se hoffen, daß dte en Schwiericrfe ten, die Macdvnald bei fei ".er nettiübernabme voriindef. bald dte unge- fchullcn Kräfte der Arbeiterpartei verbrauchen wird, und daß dann der K>n'.g ohne vorherige Parl-rmentsauflösung und Rcuwahlen dte Libe­ralen. alS dritte Partei, mit der Kabinettsbil­dung betrauen wird. Größere Wahrschrinl chfe^ für hd) hat aber wohl die Annahnv. daß nach einer variamenta-stchen R e^ läge Mardorcrlds. Reuwah'.n statrtindcn. die für d e Liberalen tium rosige Aussichten »c gen dürftsi und eine Er­neuerung doS konservativen Regimes oder ein

Die Woche.

Die Bergangene Woche hat zwar noch immer nicht die mit Spannung erwartete Veröffentlichung btt französischen und belgischen Antwortnoten auf Kl« deutsche Memorandum zur Ruhrirage ge- b acht, es srnd aber doch eine Reibe anderer po­litischer Probleme In ein Stadium höchster Astua- Mdi geruckt Dor allem der Separatismus in der Pfalz. RachLem die britische Regierung «ine Lotaluntersuchung der separatistischen Schrek- kensherrschaft in der Pfalz durch ihren General- konsul in München, DotschastSrat Elive. angr- orönet hat und damit bei der sran.zösischen Reg e- runfl stärkste Verstimmung und sogar einen sov- mellen Protest hcrvorrief. bim dte Pfälzer Frage auch in der AdreßdebaNe im neueröffneten eng­lischen Parlament in aller Breite zur Sprache Fast alle R'dner wandten sich bei der Besprechung ter Außenpolitik in sehr energischen Worten gegen tie offensichtliche Unterstützung des separatisli- schen Derdrechergesindels durch Frankreich. Bor allem dte Redner der liberalen Opposition. LloydGeorgeim Unterhaus und Lord Grey im Oberhaus, fanden starke Worte der Verurtei­lung Lloyd George nannte jede Ermutigung deS ßcparatistischen Treibens durch eine der Signatar- machte des Derfailler Vertrages einen offenbaren Bruch des Vertrages. Lord Grey stellte klar, daß Frankreich den Versailler Vertrag in bvswilli-er Verkennung seine« Sinnes dazu betruye. den nicht erlangten anglo-amer-konischen Daran'.iepakt auf Krsten der verbrieften Rechte Deutschland« zu er­setzen Zn Meter Frage mit der Opposition völlig eins ging Lord Turzvn. der in feiner Begrün- fc.ung der Politik des auswärtigen Amtes einen UeberblUf über die Entstehung der s-'varatistifchen Bewegung am Rhein gib un> betonte, daß Cng- lanb mit aller Entschiedemheit Lovtosungsbestro- bungen bekämpfen werde, die nicht von der über­wiegenden Mehrzahl der rbeinischen Bevölkerung getragen werde Die Untersuchung der unerhörten .tustände in der Pfalz habe zu schweren Mißver- tändnissen mit dem französifchen Verbündeten ge­führt, die noch keineswegs beigefegt seien Man wird also fett der Jahreswende eine auf^ . gewöhn­liche Aktivität der britischen Außenpolitik fest- ftetlen können und dem kommenden Regierung«-

setzung der deutschen vchutoen an eo- incn wolle. Es sei gut. wenn da« Auslo.id Wiste, daß es nicht auf Mcinungsvcrtchicdenh it<-r zwi­schen den Franzosen rechnen dürfe. Frankreich habe geglaubt. In dem Augenblick, tqo eS das Ruhrgebiet besetzte, daß eS dc« Erfolges der Richrbesehung sicher sei. Sr stelle mit Beranüg n fest, daß Herriot im Gegensatz zu den Sozialisten erklärt habe, er und seine Freunde würden einer evtl. Räumung de« Ruhrgebiet« nißt zustim- men Er habe auf diese Weise stillschweigend zu­gegeben, daß das Ruhrgebiet ein Pfand fei, auS dem man Gewinn ziehen könne, und bimit habe cr ancrlannL daß Frankreich recht getan habe,

Trotz der Einw ndungen der franzöflschen Regie­rung gegen eine einseitige Snguete habe die engltsche Regierung darauf b fia den, den Auftrag, den sie ihrem Generalkonsul erteilt habe, ausrechtzuerhalt n Trotz feiner llnpariei- liä-keit aber könne cr sich täuschen lassen oder ge­täuscht werden De facto aber habe die Sngucte internllilcricn Sh »ralter ang nommer

Der Mtnist.rpruf.deni erklärt zu den bevor­stehenden Verhandlungen mit Deutschland cr haße stet- wissen lassen, daß er die Vorschläge die ihm die deutsche Regierung etwa machru zu müssen glaube, anhören würde. Der deutsche Ge­schäftsträger fei aber nicht gekommen, um Vor­schläge ,*u machen, sondern um Forderungen zu stellen «^ranzöflscherseitS und belgischerfell» Haie man ^utfch'and im Bewußtsein deS guten Rechts und mit Mäßigung ang hört, ohne in die Kom­petenz der Replo. der Rheinlandkommission oder des Gencrals Degoutte eingreifen zu wollen. Wenn die deutsche Regierung verhandeln wolle, solle sie selbst sprechen.

Sachderstandtgenkonferenz

bemerkte der Ministerpräsident. eS liege Grund zu der Annahme vor, daß sie ihre Arbeiten bald abschließen, und daß bann die Reparationskom- mission über die notigen Grundlagen zur Rege­lung der Reparationssrage verfügen werde. SS fei zu hoffen, daß dann auch die Frage der interalliierten Schulden ihre Regelung finden werde. Die Ausnahnre einer Anleihe für Deutschland hänge von dessen gutem Willen, von seinem Kredit und von der Verbesse­rung auf dem Geldmarkt ab; Frankreich- verlange, daß die Aufgabe der Sachverständigen ausS schnellste buid)griübrt werde, ohne daß der Be­trag der deutschen Schuld ventiliert werde, oder man sich auch auf die nur theoretische Frage der deutschm Zahl'ingssahigkeit cinlafte

Hierauf wird die Znterpellationsdebatte ge­schlossen. Der Voriiyende verliest eine Tages­ordnung. nach der die Kammer die Erklärungen der Regierung besonders hinsichtlich der Ruhr- beseyung billigt, ihr das Vertrauen au8- spricht und zur Tagesordnung übergebt nach kur- aer Debatte nahm Pvincar^ die TateSordnung an. DicPriorität für dir(<Lagesorbnung wurde mit 415 gegen 151 Stimmen bewilligt Die genannte Tagesordnung wurde mit erhobenen Händen an­genommen.

Frankreich und ßabour Party.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vri« wi» Dtrto|: vrihllch» Ueietrütiis Be». ant> Steintrxderel B. tange in «ieten. Sd)riftltthmg nn» »elchisl»tle: S^nilreM 7.

das Rc hrgebiet zu beleyen.

Poincarö nimmt dann die Erklärung des Abg Herriot auf. daß er es verstehen würde, zuverlässigere und dauerhaftere Pfänder für daS Ruhrgebiet ausfindig zu machen. Gr fürchte, daß Herriot den Sperling in der Hand der Taube auf dem Dache julicbe fahren lasten würde Sr fclbft habe schon zu Beginn der Ruhrbe'etzung erllart, daß daS zwar nötig gewesen fei, aber nicht möglich.

Die französische Regierung sei mit Drlgieu darüber einig, das Ruhrgebiet nur hn Ver­hältnis und nach Maßgabe der deutschen Zah­lungen zu räumen.

Belgien habe vielleicht die Ausbeutung and-ver Pfänder in Erwägung gezogen. Frankreich habe abcc geglaubt, diese Pfänder müßten zu denen hinzutommen. die man in der Hand habe, aber nicht an deren Stelle treten Wenn Frankreich keine Realitäten in der Hand hätte, wäre es ver­geblich. «-twas von Deutschland zu verlangen Der Ministerpräsident wandte sich dann gegen die InterpellalionSredner. die ihm den Vorwurf geTnacht haben, er sei allzu anspruchsvoll gegenüber dem Kabinett Stresemann nach der Aufgabe des passiven Widerstandes gerra'en. Die Rede des Reichspräsidenten Ebert und die Miß- nahmen der deutschen Regierung hätten allzu deutlich gezeigt, daß eS sich nur um eine fiktive Abrüstung handelt Heute noch, wo die fran- zöfifche Regierung zahlreiche Strafvollstreckungen ausgesetzt und die Rückkehr von etwa 60 030 Eisenbahnern gestattet habe, habe General De- gouttc telegraphiert, daß die deutsche Regierung seine Bemühungen zu durchkreuzen versuche

Die folgenden Ausführungen Poincarös bc- fchäftigen.sich mit der Stellung der französischen Regierung gegenüber der

separatistischen Bewegung.

Poincarö verliest eine lange SenrtSrede Gl-- menceaus. auS der er den Schuß zieht, daß ßU-r encrau mit Recht oder mit Unrecht die deutsche Einheit alS eine Tatsache be­trachtet habe, die sich durch Gewalt nicht auS der Welt schaffen taffe; er h be aber gewünscht, daß die Deutschen den Derfrll deS RcicheS selbst herbeiführen bimit ft* nich ei es TageS durch eine Minderheit in cbtit Äriy gegen Frankreich hinein gezogen toür'en ent­gegen tPn vcrgestrigen Behauptungm Lloyd Ge- orges hibe die Politik der französisch-n Hegte-, ning sich in diesem Punkte niemals ge-inbertTr. Princarö. verlang'', daß Frankreich rr.i: den B \- spiele dxr Beachtung de» Fried enSverirages vorangche. testen Durch'ührung es alle Tage fordert. Frankreich denke nicht birin, den Wr- faifle.- Vertrag zu verletzen oder aus Ieiner Jte- lerve hcrauSz 'treten, und eS werde niemals daran denken, die b setzten Gebiete mrter fein« Pro­tektion oder feinen politis den Ernfluß zu brmg-m.

Poincar«- b Haupt et bum die separatistlsbe Bewegung in der Pfalz sei spontin und werde von einbccnrischen Slemmten geführt.

Die Ordnung sei niemals gestört worden bis zu dem Tage, an dem von deutschen Ratu>. nalisten, die in Heidelberit eine Zentralr hat­ten, das abscheuNchc Derbrrch^u von Speyer begangen worden sei.

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