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ständig geräumt. Truppen mit Kriegsmate­rial sind gestern eingeschifft worden.

Zrankreich und Deutschland.

<5'ine außenpolitische Rede Herriots»

Pari- 18. Rov. ($11.) Wie aus einem offiziellen Kommunique hervvrgeht, hat sich Herrivt gestern vor dem SenatSausschuh fürauswärtige Angelegenheiten über wichtige Punkte der auswärtigen Pv'fttik geäußert. Er habe zur Durchführung des Dawes- planes erklärt, Deutschland habe alle seine Verpflichtungen erfüllt und der zum (Generalagenten ernannte Parker Gilbert der ein Freund Frankreichs sei, habe bis jetzt nor­malerweise alle vor geschriebenen Zah­lungen erhalten. Frankreich habe als Hauptgarantie erzielt, dah in der Reichs bank die Hälfte der Komm fiare Vicht-Deutsche feien, auch im Verwaltung srai der Eisenbahngesellschaft seien interalliierte Kommissare, die dort Sih und Stimme hätten. Schließlich habe Frankreich er­zielt, daß die Zolleinnahmen und die Ein- nabmen aus Alkohol und Zucker kontrolliert wurden und endlich überwache der Generalagent den Transfer und die Sachlieferungen.

Die gesamten, durch den Dawesplan ge­schaffenen Organisationen scheinen normal in Deutschland zu funktionieren. Die Militärkontroll­kommission habe, nachdem die Botschafterkonse- renz eine erste ausweichende Antwort erhalten und einen offenkundigen schlechten Willen belundet sah, am 8. September die Kontrolle tat­sächlich wieder ausgenommen. Dom 8. September bis zum 25. Oktober hätten die Deutschen eine korrekte Haltung eingenommen, aber in der zweiten Perwde habe die deutsche Regierung, durch eine energische Rote der Alli­ierten gewarnt, weitere entgegenkommende Anstrengungen gemacht. Jedoch seien alle Schwierigkeiten noch nicht überwunden hinsichtlich derOrganisationderReichswehr. Hin­sichtlich der Zulassung Deutschlands zumVolkerbund habe er gefordert, dah diese ohne irgendwelche Privilegien für Deutschland er­folge. Deutschland tonne in den Völkerbund ein­treten, wenn dieser erweitert werde.

Mussolini und dar Parlament. Die parlamentarische Lage in Rom nach dem Vertrauensvotum.

Rom, 17. Rov. (TU.) Wenn auch von e'ner Mrnisterkft.se in engerem Sinne nicht gesprochen werben kann, so w rd die Sage der Regier ung Mussolini trotz des numerisch durchschlag enden Erfolges der Samstag-2lbst.mmung in polift- schen Kreisen Roms als sehr ernst angefefjei, weil Giolittiu nd seine Anhänger ihre Oppo­sition offen erklärt haben, weil ferner die Ge­folgschaft der Kriegsbeschädigten nur bedingt ist und die Frontkämpfer sogar eine abwartende Haltung einvehmen Mit b efer Veränderung der Lage dürfte der Gndkarnps der faszistischen Bewegung um die Herrschaft im Staate wieder in das Parlament zu- rückverlegt worden sein.

Langjährige Kenner der parlamentarischen Taktik Giolittis sind der Ansicht, dah er die Führung der Opposition nicht übernommen haben würde, wenn er nicht der Krone sicher wäre, für den Fall, dah die Regierung gestürzt unfc eine Kammermehrheit eine Aenderung der Verfassung oder der varlamentarischen FuLttionen durchsetzen würde. Die alte Opposition dürfte auch nach der Bildung der neuen Oppo- sitivnsgruppe im Parlament nicht zum Aventin zurückkehren. Man vertritt vielmehr den Stand­punkt, dah die 156 oppositionellen Stimmen außerhalb des Parlaments bei einer Zusammensetzung der Kammermehrheit ausschlag­gebend werden fönnen, wenn die Krone es für nötig hält, die tatsächliche Auffassung des Landes festzustellen und im äuhersten Falle zu entscheiden, ob die Regierung noch vom Vertrauen der Mehrheit getragen ist, um aus dieser Feststellung die ihr versassungsmähig zustehenden Konsequenzen zu ziehen.

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Baldwin und Sowjetruhland

Lond on, 18. Rov. (TU.) Baldwin be­richtete gestern dem König über die b -endete Regerungsumbili>ung. Die näch'te Kadi et s- sitzung j in oct am 20. Rovember sta.t. Der mit ter Unter uchung des Sin wj W-Briefes und i>>r rus­sischen Propaganda in E g'anb betrau le Un e :* ausschuh toi b Bericht ersta t n. Dar ml frL dir Antwort auf die russische Rode foimulie t to.-r- den. Aus gut unt-errichteten Kreisen cerlautet, dah die E ch t he 11 de s Si n owje to-Br ief e s als feststehend betrachtet wird. Ttt.-ftr Tatsache wird jedoch rrtr untergordne e Beden- tu g beigomesscr, da die Rote sich in der Hmpt- sach» gegen die gesamte politischePro- pagandatä t igkeit in England richt n soll Di» neue engli'che Regierung teaü ichti t lernen» w-gs, die An rk n u g Der Scw et-^ e ub v zu- rückzuweisen. Cs wird sogar davon gesprochen, dah die Regierung an der Schaf u-.g einer Grund­lage arbeitet, auf der den Sowjetstaaten eine Anleihe getoäl>it werden könne.

Gießener Konzertverein.

V olinabend von Fräulein Riete Q'ielinq (5rö!n).

Für den konzertierenden Geiger besteht die grobe Gefahr, all sein Können nicht nur als Mittel zur musikalischen Aruherung seiner Per­sönlichkeit anzusehen, sondern das dazu unbedingt nötige technische Rüstzeug Selbstzweck werden zu lassen. Eine Klippe an der viele scheitern. Techlftk läßt sich durch Fleth erwerben, aber zum wahren Künstler gehört eben mehr als bloße Technik, das Moment, das ihn über seine Mitmenschen erhebt und ihn zum Führer in das Reich künstlerischer Werte beftimmt.

Zu diesen Auserwählten gehört auch Frau- lein Riele Quellng, die der hiesige Konzert verein für fein 2. Konzert verpflichtet hatte. Sie ist mit ihrer Geige zur Einheit geworden und hat den Weg zum persönlichen Stil gefunden. Ihr sym­pathisches Auftreten, frei von allem Exzentrischen, das man bei Künstlern oft anzutreffen pflegt, prägte sich auch in ihrem Spiel aus. Alles, was sie bot, zeigte verständnisvolles Eingehen, objektiv und doch getragen von einer feefenDoden Persön­lichkeit, nirgends etwas Gewolltes. In den S il der alten Meister (Corelli, Bach) hatte sie sich völlig hineingelebt, gab ihnen ihr eigenes Wesen überwand so die Schwierigkeit für den Ge-

Dre chinesischen Machthaber gegen die Fremden.

London, 17.Rov. (WTB.) Aus Schanghai wird gemeldet, dah Sunyatsen auf dem Wege nach Tientsin zu einer Konferenz mit Tschangtsolin und Fengyuhfiang hier eingetroffen ist. In einem Manifest erklärte er sich zugunsten der Aufhebung der exter­ritorialen Gerichtshöfe, Postämter und anderen Privilegien der Aus­länder. DerSem^ will aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, dah zwischen Paris, Rom, Brüssel, London, Washing­ton und Tokio Besprechungen im Gange sind, dte bezwecken, von der neuen chinesischen Regie­rung zusammen zu verlangen, dah alle Ver­träge und Abmachungen Chinas mit den Grohmächten weiter in Kraft bleiben.

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Abtretung Cayennes an die Vereinigten Staaten?

Paris, 18. Rov. (TN.) In Pariser offiziö­sen Kreisen trat gestern abend in sehr bestimmter Form das Gerücht auf, dah die französische Re­gierung jetzt nach Aufhebung derStras- k o l o n i e sich mit dem Gedanken trage, die Ko­lonie Cayenne gegen Verrechnung der schwebenden Kriegsschulden an die Vereinigten Staaten abzutreten.

Eine Lehre für die kommenden Wahlen.

Der gemuhäkfx und insbesondere der deutsche DolkScharakter ist eine Mi chuag von Ge e .sätzen. Es offenbart sich in ihm ein starker Zug zur Genossenschastsbftdung, d h ein Verlange i nach Zusammenschluß zu gemei.uf.imee prak.is..e.' Ar­beit. Es liegt aber im deutschen Charakter vor allem auch das Streben, die periönliche Eigenart zur Geltung zu bringen: di.fer Zug steigert «ich manchmal bis zur Eigen brödelei. Im p li- tischen Leben äuhert sich dieser Hang, die Mei­nungsfreiheit zu betonen, in Dem Par.e.we'en, in der Sucht, immer neue Paifteibildungen i s Leben zu rufen; bei den Wahlen tritt diee obe.iixein noch als eine bedauert.che Stimmenzerjpft.te.u g In die Erscheinung. Bft den letzten Reichstags­wahlen bemühten sich nicht toeuger als 13 Par­teien um die G^nst der Wähl.r in Hessen. Es war ganz selbstverständlich, dah nur einige größere in Frag.' kamen, die Stimmen je toi), die auf kleinere Parteien entfielen und solche, die für politische Bewegungen sich einetzten, die keinen Kandidaten in der Wahl durchgebracht haben, sind als verloren zu betrachten. Diee Stimmen könnte man ebensogut den ungültigen beizählen oder fi? der g oßen Klase de Äicht- wähler zurechnen Bri der le/.te.i Reichstags­wahl betrug die Zahl der Stimme.!, die aif b.c;c We se im ganzen R ich verl'ren geg mre i sind, nicht weniger als 842 203. Hierbei handelt es sich nur um die Stimmabgabe für solch? Part i:n, die kein Mandat errungen ha Iren; man tonnte auch noch eine beträchtliche Zahl von Stimmen hinzufügen, die für kleine Parteien abgegeben wurden. Die Zahl der zersplitter en Stimmen ist natürlich weit höher als überhaupt in Hessen Stimmen abgegeben wor e.i sind.

In Hessen haben bei den letzten Reichstags- wahlen von den Parteien der Völ asch-soziale Block, der Bund der O .ufen, die Deutsche Wirt- fchaftspartei, der Heiftsche Wirtschaftslund und der Häuherbund nicht so viele S.Immen aufgo bracht, dah sie ein Mandat erlangen. Es sind hier rund 40 000 St'mmen verloren gegangen, ihn sich einen Begriff davon zu machm was dos bedeutet, sei daraus birgetoie en, dah diese Za l etwa die Stärke der Dsutschnationalen Volkspa ­tei in Hessen ausmacht, die es auf rund 33 C00 Stimmen bei den letzten Wahlen gebracht hat. Diese Wahlziffern sollten zu denken ge en; um so mehr, we.rn man berück ichttgt, wer der Leid­tragende bei die er Stimmenzeinpli terun^ ist. Es ist einzig das Bürgertum, dem diee be­trübliche Erscheinung zum Rachteil auslch ä; t Bei den Parteien ter Linken sind s.lche Vertu e k um zu buchen; hier sind mir die 4033 Stimmen der Unabhängigen Sozialdemokraten als zersplittert zu bezeichnen.

Die Lehre, die aus bie'en Vorgängen bei den letzten Reichstagswahlen der Wähler für die kom­menden Wahlen zi.hrn sollte, ist höchst ein ah. Wer seine Et mme einer Splitterpartei gi t, kann sich eigentlich die Muhe, zur Wahlurne zu schrei­ten, sparen, denn seiner Wahlhandlung bleibt, wie die Erfahrung zeigt, der Erfolg ver­sagt. Ein bürgerlicher Wähler soll e be enken, dah er mit seiner Säinnurbg abe für eine Splitter­partei nur wenn auch inbireft die Par'e en der Linken stärkt, was g?wih nicht in seiner Ab­sicht liegt. Die Stimmenzersplitterung geht in Hessen vornehmlich v n Wählern aus, die in erster Linie solch? wirtschaftlichen Inkressen tre-folgen, die in hartem Kampfe mit der s.zialisttich.n Denk­weise liegen.

Heydebrand f.

Berlin, 17. Rov. ($11.) Der bekannte ehe­malige Führer der Konservativen, Landrat von genwartskünstler, in dieser alten Musik mehr als bloße Anwendung für technisches Können za sehen. Das Thema in n2a Sofia erschien immer wieder in neuem Lichte; dir Doppelgriffe hört man nicht oft mit einer solchen inneren Selbst­verständlichkeit (und, das sei ganz besonders ver- merft) mit solcher Reinheit. Der energievoll ge­spannte Einsatz zu Anfang des Präludiums der E»5)ur Partita von Bach lieh so recht di> innere Spannung der Künstlerin, ihr inneres Mit» sch.f e» enonncn; j?dec Teil d ose? Partsta tot rd? zum K.Bmettstückchen h r ausgearbntet Ihre in i- viduelle Gestaltu ngsgade war so überzeug errd, dah die Werke für Violine allein (auch Regers Präludium und Fuge ki-Moll) zum Hoheprntt des Abends wurden.

Mozarts Konzert in D-Dur zeigte auch in diesem Rahmen seine Schönhe't, verlor aber dadurch an W .rkung, dah der Klav.erspi lec, He r HanS Altmann, Franksurt a. M. nicht In völligem Kontakt mit bei Geigerin stand, besonders im Vorspiel 5um Andante cantabile; auch zuLa Folio von Corelli hätte die Begleitung sich in der Tonstärke noch erbebt ch mäh gen können, aber andererseits mehr auf das imitierende Spiel 'toc Stimmen eingehen müssen. Die vier Stücke t-vn I. Suk, dem Sekundgeiger deS Böhmischen Streichquartetts, gaben der Äünftlerin Gelegen­heit, ihr Temperament in vollster Entfaltung zu zeigen. Echte Divllmmrsik; formvollendet bei

HehbebvaiÄ>, ist am 15. Rovember in Ktetn- Tschankawe gestorben.

Ernst v. Heydebrand unb der Lasa wurde am 30. Februar 1851 zu Gollkowe geboren. Heyde- brano ist als Führer der Deutschkonservativen zunächst im Abgeordnetenhause, später auch im Reichstag einer der einsluhv-stchstrn Parlamen­tarier Deutschstmds und Preußens Vor dem Krieg: gewesen. Ramenttich feit der Reichsfinanzresorm des Jahres 1909 hatte Heydebrand sich eine Stel- limg im innerpolitijchen Leben Deutschlands er­rungen, die ihm den Ramän kresungekrönten Königs von Preußen verschaffte. Die Entschie- denhÄt, mit der er seine konservativen Grund­sätze vertrat, seine scharf zugespitzte 'Beredsamkeit, seine grobe Kenntnis unseres parlamentarischen und polttlschen Lebens verschafften ihm bei Freund und Fernd gleich grohe Geltung. Beson­ders scharf trat er in den letzten Jahren vor dem Krieg gegen die von ihm txrurtdfte auswärtige Pcl tik des Reichskanzlers von Dethmann-Hollweg auf, was auch noch während des Krieges zu heftigen Zusammenstößen zwischen ihm und dem Kanzler führte.

Der süddeutsche Senat des Staatsgerichtshoses.

München, 17. Rov. (Wolff.) DerMün­chener Zeitung" zufolge hat die Position der bay­rischen Regierung in dem Streben auf Erfüllung des Abkommens über die Besetzung des Süddeut­schen Senats im Staatsgernchtshof zum Schutze der Republik eine sehr beachlenswerte Stärkung da­durch erfahren, daß sich Württemberg dem bayrnschon Protest gegen die Art der S.ellung von norddeutschen, parteipolitisch ausge­wählten Ersatzmännern für behinderte bayrische ordentliche Senatsmttglieder angefchlos- sen hat. Wie das Blatt weiter erfährt, ist dem bayrischen Protest praktisch bereits bei dem gegen* teäriig in Freiburg verhandelten Prozeß insofern Rechinmg getragen worden, als zu ordentlichen Mitgliedern bzw. Stellvertretern auf Vorschlag Bayerns ernannt worden sind: Senatspräside.rt a. D. H 0 ch stetter - Augsburg, Lanig-richts- präsident a D. Lehmerer- Ansbach und auf Vorschlag Württembergs Landgerichtspräsident a. D. Dr d. Korn- Stuttgart.

2lus aller Welt.

Lttdo Hartmanns Beisetzung.

Wien, 17. Rov. (TB.) Zu einer ein­drucksvollen Feier gestaltete sich das Begräbnis des früheren Österreich schen G.esandten in Berlin, Professor Ludo Hartmann. R.ngs um den Doeb- linger Friedhof hatten sich viele Tausend Men­schen eingefunden, durch deren Spalier sich der Trauerzug betoogt?, an dein außer den direkten Angchö igen Bundespräsident Hainifch unb der " deutsche Gesandte Pfeiffer Mit­glieder der Regierung und aller Parteien sowie viele Freunde Hartmantrs teilnahmen. Der deutsche Gesandte Pfeiffer legte im Auf­trag der Reichs regierung, des Auswär­tigen Amts und des Reichspräsiden­ten prachtvolle Kränze an der Bahre nieder und gedachte mit tief empfundenen Worten der Tätigkeit Hartmanns als österreichischer Gesandter in Berlin, indem er das per­sönliche Vertrauen hervorhvb, das er an allen amtlichen Stellen im Reiche genossen habe. Es sprachen danach noch Bürgermeister Seih für die Sozialdemokratische Partei unb andere Red­ner, die den lauteren Charakter des Verbliche hervochoben. Dann wurde der Sarg bei Fackel- beleuchtung in die Gruft gesenkt.

Der Leiter der Berliner Aremden- poiizei verhaftet.

Berlin, 17. Rov. (£11) Der Polizei­präfi den t teilt mit: In der Grpressungssache gegen den in Untersuchungshaft befindlichen Mi­chael Holz mann sind durch die Untersuchung unaufgeklärte Beziehungen des Holzmann zu dem Leiter des Foemdenarnt s, Regierungsrat Bar­thel, festgestellt worden. Daraufhin ist Regir- rungsvat Datthel unter Einleftung des Diszipli­narverfahrens seines Postens sofort ent­hoben worden. Die Untersuchung ergab weitere Tatsachen, die den dringenden Verdacht einer strafbaren Handlung nach § 332 des Strafgesetz­buches (Deamtenbestechung) begründet erscheinen lassen. Infolgedessen ist Barthel auf Grund eines richte^licheir Haftbefehls vorläufig f e ft g e n o m« men und dem Untersuchungsgefängnis in Moa­bit zugeführt worden.

Große englische Luftfahrpläne.

London. 18. Rov. (TUft Die P'änr der englischen Regierarng über der Ausbau fce5 Luft- ver.ehrs innerhalb des Reiches wer et vm der Oeffentlichkeit mit großem Lutereste ver 0 gt Der Sachverständige für Luft <ch lang legen.-ei en, Star, gibt wettere Ei ze.heilen let.-. mt. In Kairo fill ein Ankermast errichtet wer­den. Man ist auch mit der Ausarbeitung von Plänen für die ßuftcerbinbung mit Indien und Australien te chiftigi und hctt eire Luft­verbindung zwischen Kairo und dem Kap tn Aussicht gestellt. Das alte Zep pe l in l ust­ich i f f R. 33 soll wie.er inftanb g soft wer.en,

aller modernen Harmonie (imUn poco trifte mit starker Anlehnung an GriegsAses Tod") verleugnet Sul fein slawisches Blut und seinen Lehrer und nachmal'gen Schwiegervater Dvorak nicht. Da waren treibe Künstler im edlen Wett­streit einig; alles, was die Werke an Schönheit boten, erschlossen sie gemeinsam in begeistert­temperamentvoller Auffassung.

Es wäre wünschenswert, wenn der von der Künstlerin gewiß verdiente Beifall sich erst am Schlüsse einer Pnogrammnummer kundgebe, nicht »wischen einzelnen Sätzen, die Gesamtfttmmung des Werkes wird dadurch bei Publikum und Künstler zerrissen. -in-

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Vorlesungen der LandeSuniversität über die Alkoholfrage.

Die Universität laßt für Hörer aller Fakul­täten Vorlesungen über die Alkoholfrage halten, die dadurch besonders wertvoll sind, daß sie diese gewiß brennende Frage rein wissenschaftlich nach den verschiedensten Gesich'spunk.en beleuchten. Die Vorträge sind auch für die Allgemeinheit kosten­frei zugänglich. Gestern abend las Prof. B ü r - k e t überAlkohol und normale Lebensvorgänge. Es leien weiter: 24. Rov. Pros. Do it:Alkohol unb Krankheiten des Körpers". 1. Dezember Pros. Sommer:Motorische Symptome des Alko- holismuS". 6, und 15. Dezember Pros. Got-

um demnächst eine Prvb«sah>rt nach Aegh p ten zu machen.

DaS Verwaltungsgebäude der Rombacher Hütte niebergebrannt.

Essen. 18. Rov. (TU.) Das Verwaltungs­gebäude der Rombacher Hütte (Abtlg. Westfä­lische Stahlwerke in Weitmar bei Bochum) ist am Sonntagnachmittag vermutlich infolge Kurzschlusses vollkommen niebergebrannt. Dem Feuer sind wertvolle Zeichnungen unb ein grotzer Teil der Akten zum Opfer gefallen.

In den Flammen umgelommen.

Auf einem Gut im Kreise Glogau sind bret Kinder im Alter vo nl4 Jahren, die von der Mutter allein gelassen worden waren, ein<m Stubenbrand zum Opfer gefallen.

Dom Baumstämmen erdrückt.

Zwei Knaben gerieten auf dem Bahnhof Haßfurt in Unter franken unter Baumstämme, auf denen sie gespielt und die f.e zum Abrollen gebracht hatten. D.ide Kinder wurden, totgebriirfi.

In der Notwehr erschossen.

Gestern abend wurden in Berlin an bet Ecke Kronen- und Markgtof n[träfe ein Iu - welen Händler von drei anzetrunk.n:n Passanten überfallen und zu Boden ge­worfen. In der Rotw.chr zog ber Uebers Ile e seinen Revolver, tötete einen der Angreifer durch einen Herzschuß unb ver le tz te eüet anderen durch zwei weitere Schüsse. drit c Angreifer, der unverletzt b.ieb, wurde ver­haftet. Der Ucbeftal.ene, der. we zahlreich? Zeugen brstät.ge.i, bie Schüf e in der Ro^wehr aögab, wurde nach der pol^ttiche., Vernehnu^g wieder entlassen.

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Auf Minen geraten.

Das estnische KanonenbootMeene" wurde beim Abs.-chen eines Minmseloes von einer Mine berührt, die Mort explodierte und das Kanonenboot zum Sinken bracht:. Don de Besatzung wurden zw.st Mann getötet und fünf verletzt.

Das Erdbeben auf Java.

London, 17. Rov. (TU.) Hebet die Fol­gen des schweren Erdbebens wird ans Batavia gemeldet, daß die Zahl der Toten annähernd 300 beträgt. Der Privatschaden wird auf über 300 003 Gulden geschätzt. Kleine Erschütte­rungen werden immer noch wahrgenommen.

Aus W 0 n 0 s d r i wird ein neues, schweres Erdbeben gemeldet, das 500 Todesopfer forderte. Roch immer steigen aus der See schwefelhal­tige Gase auf und der Boden ist noch fort« dauernd in Bewegung. Cs sind Truppen ent­sandt worden, um Fahrstraßen für die abge- schnittenen Gegenden zu schassen.

Tschechische Ordensverleihungen.

Prag, 17. Rov. (WB.) D.r Prälident bet Republik versteh ie 1 tschechoslowakisch n Orden, des Weißen Low.n 1. Klasse f r milttä- rische Verdienste dem belgischrn KonigAlbert, dem Ches der Militär.a izlei des belgi chm K -- n'gs ©.iv.-tafleutnaTTt Iungblu t h, für zi il Verdienst? dem belgiichen Kronpft zen Le 0 P 0 l 0, dem belgischen Rrinisterpr.il i enteil Theunis und dem ftüheren Außenminister I a s p a r.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 18. Rovember 1924.

Hilfe den Hochwaffergebieten!

Der Reichspräsident und die Reichs­regierung erlassen den nachstehenden Aufruf:

Hochwasser im Westen und Süden Deutsch­lands! Blühend« Ortschaften, gepflegte Aecker wurden überflutet, Wohnungen zerstört, Hab und Gut fortgeschtvemmt, Arbeitsgerät unbrauchbar Tausende verloren in wenigen Stunden ihr Heim, die Früchte jahrelanger Arbeit. Die Schäden zu zu heilen, ist doppett schwer bei der wirtschaft­lichen Rot der Gegenwart, dreifach schwer in den heimgesuchten besetzten Landesteilen. Der Staat hilft nach Kräften, aber seine Mittel ge­nügen nicht. Alle Volksgenossen rufen wir deshalb auf. Helft! Gebt schnell! Gebt reichlich!

Mit der Durchführung der Sammlung wurde die Reichsgeschäftsstelle der Deutschen Rothilfe in Berlin, Wilhelmstvaße 62, beauftragt Spenden werden auf das Konto der Deutschen Rothilfe, Hochwasserschäden, bei der Zentrale der Deutschen Dank Berlin, oder auf das Postscheckkonto Berlin Rr. 55 770 erbeten.

Wettervoraussage.

Etwas milde, heiter bis wollig, noch trocken.

Lrornotizen.

TageSkalender für Dienstag Stadttheater, 71/» Uhr: Münchhausen. Mis­sionsbundLicht dem Osten": 8 Uhr im Saale der Stadtnris ion, ßöberftrafe 14, Begrü^un; bei Missionskonferenz. Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Rosenmontag". Hess Dilderbühne: Gösta Berling.

Gesellschaft für Grd- und Völ­kerkunde. Ein Vortrag, den Prof. Dr. K l u t e morgen abend in der Reuen Aula halten wird, berichtet über eine Studienreise, die der Redner von Herbst 1923 bis Juli 1924 nach Rordpatagv--

schlich:Die Bedeutung des AlkoholiSmus für die Volksgesundheit". 12. Januar 1925 Prof. 2 esi 0 nek:Alkohol und Geschlechtskrankhei­ten". 19. Januar Prof. Huntemüller:M- lohol und Leibesübungen". 26. Januar Prof Mittermaier:Alkoholftage und Straf­recht". 2. Februar Prof. Messer:Die Alkv- holfrage vom Standpunkt der Gchik". 9. und 16. Februar Vrof. H. Schmidt:Der Kamps gegen den Alloholismus".

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Versteigerung mittelalterlicher Münzen deS hessi­schen LandesmuseumS in Kassel.

Bei bei bekannten Münzhandlung A Rieck- mann 4 (So. tn Halle a. d.S fommen vom 25. bis 29. Rovember als britter Teil des Kasseler Münzkabinetts die mittelatterlichen Münzen natürlich nur die nichthessische n Bestände des Mu' ums zur D r(teige.-ung Der Ka^ftog gibt einen ikfrerbüä über die außer- ordentliche Reichhaltigkeit unb die Bedeutung der Aukt on. Mit Münzen der Merovinger und Karolinger beg-nnt der Katalog, dar­unter ein außerordentlich seltener Goldtriens von Speyer, ein Unikum Karls des Großen und ein Denar von Avrench^s. Auch sonst findet sich eine Fülle von Stücken, die einzig in dem vor­liegenden Eremplar bekannt sind.