Poincares Kriegsschuld
‘Poincares Rechtfertigungsversuche
Die neuen Pariser Dokumente
Dien.
den Memorandum I Zwischenzeit hat sich der 2Svrozen- |
Mi isterliste erörtert.
Seipel
Die CRcgienrag&frfc in Oesterreich hat mit Beginn der neuen Woche eine überraschende D r- schäcfung ersah en. Der Sl:ett zwischen der Dun» teSregicrung und den einzelnen Lärtern dreh, sich in der Hauptsache um dir Frage tes Föderalismus und ülnitarismus Di' es scheint, ist di? R g.erung ber it. ve wal ungZreEtliche Zugeständni se zu machen gcgei sino z'v le i Decz ich t der Länder, deren Bezüge aus d:n Bundeseinnah.nrn den Bund zu sehr telatei. Di: Län e v rangen aber steuerliche Selb- ständig leit, die ihnen der Bund n.chi gewahren will. Eiae Sin gu-g kon itr bisher n ch' e^z-rlt w:r en, die Landeten'Heute haben Dirn verlassen, um nu: Gn'tr froren et z hoei. 5n- zw.'chrn scheint Bundeskanzler Seibel it der e g:nea Är i en der Christi ch- ozialei Partei aus Widerstände zu stosten. Dach einer der le ten Wiener QKcl ungci sind die Ee en ätze jetzt so
Zuspitzung der österreichischen Krisis.
Rücktritt Seipels. — Bildung eines Minderheitenkabmetts unter Ramek.
gibt seinen Auftrag zurück.
18. Rov. (TU ) Die ter Vertreter
der Gegenseite aber hat man es nicht so eilig, weil man mancherlei zu scheuen hat und begnügt sich deshalb mit der Herausgabe frisier ter .,F a r b b ü ch e r“, die grlegentlich auch vor Fälschungen von Dokumenten nicht zurückschrecken.
Trotzdem, dic Wahrheit bricht sich Dahn. Die von deutscher Seite veranlasste Deröffentlichung derDref? undT g bücher Iswolskis iiei e Fundgrube für die Quellen, in denen die eigentlichen Kricgsgrünte zu finten sind. Es kommt ein neuer Schlag für Frankreich durch die an anderer Stelle auszugsweise wiedergegebenen Memoiren des kurz nach Kriegsende her- jiorbcncn ehemaNg'rn französischen D t^ch fters in. Petersburg LouiS, der von Iswolski auS seiner Stellung Hera usgcb iss en wurde, weil er nicht den acmzen Einflufr Frankreichs zur Kriegshetze in Petersburg mißbrauchen wollte.
Darin sind mancherlei interessante Aeuste- rungen von Pichon, IulcS Eambon. dm ehemal gen französischen Botschafter in Berlin, und manchen cutderen, de in j nc.i Tagen ci c entscheidende Bolle spielten Lours hat sich das Dort CambonS notiert, dast PoincarS zum Teil am Kriege schuld fei, mit dem Zusätze .zusammen mit Iswolski". Cam- bon, Louis und Pichon, der lange Austrnm:nister war, sind übereinstimmend de.' du.inang gewe en, dast die Präsidentschaft Poincarös und s ine Tätigieit am Quch d'Orsay verhängnisvoll gewesen fei. Louis selbst Hit schon nach der gleichen Quelle 1914 erklärt, der Kr ei wä c vermieden worden, w nn 1912 di? französische Regierung in nn cre Häute g?le;t gewesen wäre. De Enthüllung n hiben selb t er- ständl ch in Frankreich wie in Engi md das d n - bar grösste Ausseh n hervor gern, en. Po in- c a r 6 arbeitet bereits mit Dementis und Gegend riefen. Ader diese Anstrengungen rönnen doch n.chts daran ändern, test bi: Ett- bütiungen von LouiS m der ganzen West ihren Didech all finden und von ne e n einen Beweis gegen Deutfchl.inds Kregssch-ld erbangen.
Poincare verteidigt sich.
P a r i ö , 18. Rov. (TU.) Die Pariser Blätter veröffentlichen eine Rechtfertigung Poincares zu den vom „Oeuvre" und der Zeitschrift „Europe" abgcbrud.cn Auszeichnungen aus dem Tagebuch des früheren französischen Petersburger Botschafter Georg Louis. ..Ich weih nicht," schreibt Poincare. „ob die Aufzeichnungen, die unter dem Ramen Louis' veröffentlicht wurden und bereits feit längerer Zeit auch von der deutschen Prefse angekündigt werden, wörtlich aus einem authentischen Manuskript entnommen find. Sie enthalten aber ebenso Unwahrheiten wie Unrichtig k e i t e n , und die nachstehenden Zeugnisse beweisen, dast sie keinerlei Glauben verdiene n.“
Es folgt ein Bries von Iules Eambon: ..Mein Bruder und ich haben mit Ihnen :Poincare, nach besten Kräften daran gearbeitet, die unmittelbare Kriegsgesahr zu beseitigen, und wir waren uns klar darüber, das) auf die französische Regierung nicht die geringste Der- anttoottung für die Ereignisse von 1914 geworfen werden kann." Weiter dementiert D e s ch n c r , der ehemalige französische Botschafter in Washington, dec 1912 Kabinett e- ches im Ministerium des Auswär', igen war. einige angeblich eben e unsinnige wie unglaubliche Behauptungen. Poincare habe der Presse keinerlei Zuschüsse bewilligt. Einer der Hauptgründe, der ihn bewog. 1912 nach Petersburg zu reifen, war. die zwischen der französischen und der russischen Regierung aufgetauchten M i b. verständnifse zu beseitigen, die durch die Schuld des damaligen russischen Botschafters in Paris entstanden wären.
Ein dritter Brief enthält ein energisches D c ° men ti des früheren Außenministers Pichon: ..Ich weih sehr wohl, daß Sie als Ministerpräsident, als Auhenminister und Präsident
Der deutsch-französische Handelsvertrag. Berliner Kabinettsberatnugen. — Die Auswirkungen der 26 /<>igen Repara- tionsabgabe.
der Republik stets an der Autrechteryal- t u n g des Friedens gearbeitet haben." Princarö stellte zum Schlaf, die D e r ö t f e n t • Hebung eines Buches in Aussicht, das die Bestrebungen der auseinanderfolgente.i französischen Kabinette um A isrcch.erhaltung des Friedens während der Dorkiicgszeit erkennen lasse.
Aastertern lässt Paleologue, der 1914 Dotfchaster in Pc creb itg war, tem„Temps" einen Däet zugehen, in dem er die Behauptung, test er Rustland zum Kriege gedrängt habe, in Abrede stellt. Die betietfcnte S eite Heisti: ..Als der Kriegsausbruch am 28. Iuni von S unde zuStunde drrhenter wurde, verlangte ich von der ruf Huben Regierung, dast sie t m voraus jede Hand- lungsweifc gelten lasse, die Frankreich und England hier zur Aufrechterhaltung des Friedens Vorschlägen würden." Als Sa- sonoss a b l e h n t e u.itec dem Dor wand, dast er im voraus lein Der fahren annchmcn könne, dessen Ziele und Modalitäten er nrch l.nne, erwiderte ich ihm: „Dann bitten Sie den Kaiser, dast er mich unverzüglich empfängt, beim ich will man Land nicht in einen Krieg hineinsühren lassen, solange meine Regierung noch di? geringste Hoffnung bewahrt, ihn bef•wären zu können." Rach kurzer
Zögerung sagt: mir Safonoff offizielle Zustimrnuna zu, die ich alsbald nach Paris telegraphierte und ich weist, dast meine Worte, die er noch am selben Ab nd tem 3a.ei bericht te ihn veranlah en, den Kaiser Wilhelm t I graphi ch das grost »rüt g Anerbieten zu üb rmit.eln, den österreichisch-,e.oischen Streitfall dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten.
Die Pariser Presse.
Paris, 18. Rov. (TU.) Die meisten Blätter beschäftigen sich mit den Poincare kompromittierenden Enthüllungen aus dem Rachlast George Louis'. Die Kriegsschuldfrage scheint in den Vordergrund der Betrachtungen treten zu wollen. Poincare hoi sich, wie oben mitgeteilt, zu rechtfertigen versucht, doch waren seine Gewährsmänner Sa n b o n nn) Pichen <»:» feinen sämtlichen Handlungen hervorragend beteiligt. Sie konnten, wie „Paris Soir" hervorhebt.
ftart geworden, dast Bundeskanzler Dr Se pel endgültig zuruckg treten ist un) man bereits d e ...... einer neuen Minderheitenkabinetts
Luxemburg gegen Arrssuhr- abgebe.
Luxemburg, 17. Rov. (TU.) (F. Z.) Der Widerstand gegen die Einführung der 2Lprozen- ligcn Reparationsabgabe auf deutsche Import waren ist in Luxemburg ziemlich lebhaft, weil das Grohherzogtum daraus keinen direkter Rutzen ziehen würde. Die Handelsfreiheit würde schwer geschädigt und der Handel mit Deutschland ginge zum Schaden der Derbraucherwelt zurück. In der Presse ist insolgedeljen der Vorschlag gemacht worden, die nachweislich für Luxemburg beftimmten Warer von der Reparationsabgabe zu befreien und die nach Belgien gehenden Produku nach belgischer Anwei'ung zu oehandeln. Diese» Dorschlag würde eine ideale Lösung fe’-1, wenn et leichter realisierbar wäre.
Spaniens Rückzua in Marokko
Paris. 17. Rov. (DTD W ? Havas aus Madrid berichtet, kündige mm cfi. cl an dast sich heute die fpanische- Tr porn un ? guen Bedingungen von Tanon nach Darf bba trotz gr^er Schwierigkäie > -uruckgezo ; e n hoben Wadlau fei nach Rachhutg.fester boll*
der „Tel rgraphen-Union" s eben erfährt, hat der DundeSkanzler Dr. Se pel den Auftrag des Hauptausschusses, Dorschl g? für die Wahl e.neS neuen Kob n tts zu machen, a d g e l e h n t. Dr. Seipel schei ei dmit endgültig von der oteile eines T^nd.skanzlers in Oe'.erreich Die Eat- sckedung für den schwerwieg nden Entschl ist hat en? Abstimmung innerhalb de.Christ- l i ch s o z i a l c n Partei h rbeig.füh t die nii Zwebrtttelm h-.h:i' b schlost, dah sie auf die weitere Am tsf ührung durch Dr. Seipel keinen besonderen Wert mehr lege Dr Seipels Parteifreunde wäret durch dm cigcb.tislofcn Deckaus der Konferenz mit den Landeshauptleut,n sehr verst rnrnt. Als m itmast- lichec Rachfolger Dr. Seipels kommt der frühere ctaatSferrctär für Iustiz, Dr. Ramek in Frtge. Don den b sherigen Ministern wird auch der bsherige § nanvninister Kienböck au s he den und w-hrichenlich durch den Lmd.Shauptmann- StcUvertreter von Steiermark, Dr. Ah re r ersetzt werden.
Für das freiwerdende österreichische Handelsministerium kommen die christlich-sozialen Abgeordneten Heinl oder Stroernwih in Betracht für die Leitung des Ministeriums des Aeustern der christlich-soziale Abgeordnete Mataja Dic Derhandlungen über die Lösung der Krise dauern zur Stunde noch an. Die Parteien Exrraten. Die Sozialdemokraten erklären, dast sie gegen das kommende christlich-soziale Minderheiten-.Kabinett Opposition machen werden Auf grohdeutscher Seite ist man über die plötzliche Zuspitzung der Krise befonderS un-
tigen Abgabe durch Frankreich ausgewirl' Dadurch ist dic urfprüngliche Derhandlungsbaf^ wicd> r verloren gcg.ing m Der deutsch? Sland- punll gebt dahin, dast die 26prozenrige Repara- tionsabgabe eine beträchtliche Erich we- lur.fl der deutschen Einsubr nach Frankreich bedeutet im Gegensatz zu d r Ein fuhr anderer Länder Die Recht»-'r g d r 28prrz Abgabe unterliegt allein der Zauandtgl it c-8 Transferagenten. Die Tra S erk. inrn.Mon wird fich in der nächsten Sitzung Ende dieses Monat» mit dieser Rechtsfrage beschäftigen
Der Bries des Generalagenten.
Nicht gegen die Nepnrationsabgabe, Berlin, 17. Rov. (DTD > Der General- agent für die Reparationszahlungen. Pa kr Gilbert, teilte gestern ab nd gegenüber Prcslenachr.chten offiziell mit, dast fein cd) -üb n vom 14. Rovember an den ReichSfrn n m.ui >e ' Luther kein Angriff auf den Repara- tivn-Recovertz-Act fei. D- Sche chen. Io heistt eS in der Mitte l ing, fpächt für f.ch fe.bu. Es ist eine Benachrichtigung ie deu f e.i Reg erung, dast der Gen i l ent gern ist de > c stirnmungen deS Dawespltns de D">ll• Ann i a. ohne Rücksicht auf irg.mdw lchc R coven-Ac's sammeln und der deutsche i R qie um t d.e v n ih. auf Grund der Rccover>)-A ts be »ah e i B.'t a c nur dann und in solchem Umfange erstatten w rd, alServondemT an 3f r- fomitcc dazu ermächtigt trtrb DaS TranSferkom tee erteilte cm 31. Lk be en Gener-.lag.m1en d e Erm.icht g ng d e . uh un en b 3 zu der wcitcrea EnUch^idung d cch daS Komitee f o rtzuf ctzen. Di- M t c l m an Ne deutsche Regierung in dem Schreiben i o.n 14 R o vember ist also ein Schritt, de unternommen worden ist, um dem Transf r. m te die ihm nach dem DaweSplan übertr-rgen-at Rechte sichern.
Das Foreign Office zum Drie, Gilberts.
London 18. Rov. (TU) DaS Auswärtige Amt hat sich gestern mit dem Bries Parker G.tberts b schäftigt und er-klärt, dast das Schreiben lediglich eine buchhalterische Frage behandle und die Erhebung der 26pro- zentigen Abgabe durch Frankreich und England n'-cht beeintl-ächtige. Die Abgabe würde nach wie vor erhoben und ihr? Erg-bnisse dem Reparat.onSagenten befanntgeg bm. der den Be trag dem Deutschen Reich gucfchreibt. ©ilbert w.ll nur sagen, dast erfürdiedeutfcheRe parationsfrage mastgebend sei. Sic verbündeten Mächte hätten f ch in allen Fragen unmittelbar an ihn zu wenden. Rur er fei berechtigt. über die Rückerstattung der von den deutschen Esporteuren bezahlte Reparationsabgabe zu verfügen.
Der Handelsvertrag mit Belgien.
Brüssel, 17. Rov. (SU.) Die „Libre Bel- gique" teilt in ihrer heutigen Mcmtagsaus^abe mit: „Wir glauben zu wissen, dast die belgische Regierung fich entfchlofsen bat, Deutfchland da s Dorrecht der Meist begün st igung zu gewä hr en ' Die Rachricht habe in Keifen der französischen K lonie eine lebhafte Auflegung hervorgerufen. Sc: luxemburgische S:aatsminisler Reuter hat g ricm einem Brüsseler Redak:-ur E'.kläru"gen übet die deut'ch-belgischenHandelSvertrags- Verhandlungen abgeg ben Die unm.tte.b.ire Rachb.rschatt u.rd die wirtschaftliche Bedeu'ung Deutschlands lieben es wünschenswert erscheinen, dast die deut Ich-belgischen idelsvertragsvrr-
bar.Murgen stab le und fruchtbrin;ende De iehun- gen (chatten würden. Deutschlnird r im e Luxem- buig die notwendigen Produkti neinstrurnente li'- fern. Eine einzige Schwierigkeit bleibe bei alle- die Unf icherheit über den neuer deutschen Zolltarif Aber man m isse der festen Willen haben, zu einem wen"gütens provi- forifchen Regime zu gelangen, um dis bisherige Regime zu ersehen, da- der Friedensvertrag von DerfailleS geschaffen habe.
Gewist, wir Deutsche haben als das Dolk, das ten Krieg verloren hat und nach dem Willen der Mehrheit von Weimar daS Schuldbekenntnis unterschreiben muhte, daS wefentlichste Interesse daran, den RachweiS zu erbringen, dast dieses Schuldbekenntnis eine Luge war. Das Auswärtige Amt hat deshalb die ganzen Akten feiner Archive, auch ter geheimsten Archive, veröffentlicht, aus denen -um mindesten klar und deutlich hervorgeht, daß in Deutschland niemand den Wunsch oder den Willen nach einer kriegerischen Entscheidung gehabt hat. Ob es zweckmähig war, diese Akten heraus» zugeben, darüber kann man zweifelhaft sein. Es ist immerhin zu befürchten, dast die auswärtigen Diplomaten sich heute uns gegenüber auher- ortentlich zurückhaltend zeigen werden, wenn sie besorgen müssen, dast schon in geschichtlicher Zeit ihre ganzen vertraulichen Bemerkungen ans Licht gebracht werden.
Aber eS ist nun einmal geschehen, das andere Interesse, der Beweis der Richt schuld, war wohl auch das Wichtigeve, c-S ist a^er beireiflich, wenn wir jetzt auch darauf drängen, dast die a n- der en kriegführenden Dölk.r in der gleichen Weise ihre Archive öffnen und zeigen, was in ihren Aktrnschränken etwa noch v'rborgen liegt. Darunter wird zweifellos sehr viel mehr f'in, waS Aufschlüsse über die letzten Motive geben kann, als in ten deutschen ^Enthüllungen Auf
Berlin. 17. Rov. (Sil.) Die Deratun- gen der R e ich s r e g i c r u n g über den Fortgang der deutsch-österreichischen Handelsvertragsverhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Es steht i-rrhalb auch noch nicht fest, wann Staats- fehetär v. Srenbclcnburg wieder nach Paris zurückkehrt. Was die 26prozentige Repara- tionsabgabe angebt, so must darauf hingewiesen werden, dah die Rechtslage in den Derhandlungen mit Frankreich überhaupt nicht angeschnitten worden ist. In den ersten Dechandlungen harte Deutfchland die gegenteilige Meistbegünstigung gefordert. ~e nlreich hatte sich aber widersetzt und stützte fi5 auf ein Gesetz von 1919, nach tem Frankreich tn Handel-vertragSVerhandlungen nur allgemeine Saris Abkommen treffen k-nne. Die d-utfch Deleda- tüm hat dann von ter Forderung der Merst- bcgünfligung bi:Hw abgesehen, nicht aber von der Meistbegünstigung de facto. Dieser Standpunkt ist auch in tem die ersten Derhandlungen abschliestenten , niedergelegt worden. In ter s aber die Einführung be
angenehm berührt, insofern, als sie eigentlich eine Palastrevolution im Lager der christlick-sozialen Partei selbit darstelle und Bundeskanzler Seipel nicht in ter Lage toar. diese von ter Rot Wendigkeit einer zentralistischen Führung zu überzeugen. Man verweist an gut unterrichteter Stelle darauf, dast diese Lösung ter Krisis keineswegs endgültig fein wird und fürchtet nunmehr, dast eine Krisis der Verfassung und des ganzen Sanierungswerkes unvermeidlich fein wird Dr. Seipel dürfte wieder zum Obmann der Eh.i'tlich-Sozialen Dereiwg:ng gewählt werden und von dieser Stelle aus seinen Sinflust auf die Gestaltung der Politik ausüben. Die Wendung in der Lage hat in allen politischen Kreisen gröstteS Aufsehen erregt und man weist daraus hin, dast durch den endgültigen Entfchluh Dr. Seipels die politischen Derhältnisse Oesterreichs einer ungewissen Entwicklung entgeg ngehen.
Wie die Politische Korre'pontenz mitteilt, ist ter von Sr ©ei,>?l als Rachfolg:: empföhle e gewesene Minisle': Dr Rudolf Ramek bereits von der Christlich-sozialen Partei mit den Dorarbeiten für die R eg i e r u ng sb'- düng betraut teerten. Sie bi herigcn Minister wurden von Dr. Seidel ersucht, eieer evtl. Wiederberufung Folge zu le.sten.
die Richtiglw' ter ihnen zugeschotenen Aeusterun- gen unmöglich zugeben, ohne fich fei b*|t blost- 8 u ft eilen. Ihre Sementis verstehen sich von selbst. Sie waren unerlästlich zur Rettung ihrer Ehre und zur persönlichen Dersteidi^ung Poincares. In der Geschichte der Knegsschuld- fiage spielen sie ater keine Rolle. Die Tatsache, bar' Poincare ohne jeden Grund, nur auf Veranlassung OswolskiS. 1913 George Louis aus Petersburg abberufen und ihn durch Delcasfe ersehen liest, bleibt, so betont ..Paris Soir", bestehen. Der „Ontranfigeant* enthält das bedeutende und ungewohnle Geständnis. dah die gegenwärtige Generation die genaue Feststellung der Kriegsschuld kaum noch erleben werte. Iswolskt habe eine persönliche und unklug: Politik verfolgt. Dafür könnten Beweise erbracht werden, auch dafür, dast der Zar ein charakterloser Mensch war, ten böse Ratgeber willkürlich lenkten.
Diese Sprache ist für ein rechtsstehendes Blatt ziemlich unerhört und könnte darauf schlie- sten lassen, test die richtige Erkenntnis ter Der- antteartung am Kriege sich Dahn breche, teenn das Blatt s ch n'chl gleich darauf folgerten R cht igurgSoersu h F ankrcich; l i ten wurde: „Doch Frankre-, ch war got.seidank nicht in den Händen eines von feinen Ministern ein- gcfchläferten Satrapen. Frankreich führte eine offene und eine wahrhaft friedliche Politik. Wir haben bei allen Zw fchen- fällen, die man horausbefchworen. nachgegeben und dir Waffen gestreckt. 1914 begnügten wir uns damit, leider zu spät, einige Dorsichts- mastnahmen wie die Einsudrung ter dreijährigen Dienstzeit gegen die wahnsinnigen Wasf Brüstungen Deutschlands zu ergreifen. Als ter österreichisch-serbische Konflikt auSbrach, teben tetr unser möglichstes getan, um ihn zu lokalisieren, und als Wlhelm II. sich offen gegen uns wandte, baten wir in feierlicher Weife um tie Denn ttlung G ostbri'anniens. Schliehlich habt n teil unseren Truppen noch D?fe.)l gegeben, sich 10 Kilometer diesseits der Grenze zurück- zuziehrn." *
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Dienstag, 18.
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