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Nicht mehr von uns geführte Ttafttt werden, um Rückporto zu ersparen, Mm Fabrikpreis auftragsgemäß abgegeben. ÄMkMMs-algkskWist».H.H< or»'7, Gießen, Tbelstratze 18.
Die rote Kafchgar.
Äonen von Fedv r von Zobel titz
20 Fortsetzung 'Nachdruck verboten.)
„Schwester Freye, wir werden den Wunsch 3hrer Mutter erfüllen intb ihr bannt die Nahe des Herzens schenken. Doch Eie wie ich sollen nicht länger aneinander gebunden sein alS ein Jahr. Ich kenne mein Schicksal nicht. Vielleicht reise ich meinem Untergang entgegen. Sehen wir den finftten Oktober nächsten Jahres als Endziel. Hören Eie bis dahin nichts mehr von mir. so sind Sie frei — auch wenn ich noch lebe. Und wenn dann ein anderer kommt, dem Ihre Liebe zu- fliegt, so folgen Sie Ihrer Wahl. Der Ältestenrat wird Sie aus der Gemeinde stoßen, aber er kann Ihren Willen nicht brechen, und nicht einmal dies Haus kann er Ihnen nehmen."
Gr griff nach der Hand Freyes und behielt sie ein paar Herzschläge lang in der seinen. ,Unb noch etnS", sagte er. ,Es liegt die Möglichkeit vor, daß ich früher zurückkehre, als wahrscheinlich ist. Eine vage Möglichkeit. Auch in diesem Falle sollen G i e sprechen — nicht das Gesetz der Brüderschaft. Schließlich das lehte. Ich hole Sie mit Ihrer Erlaubnis morgen vormittag um zehn nach dem Gemeindehause ab. Aber ich kann Ihnen schon heute sagen, wer ich bin — ich will kein Geheimnis mehr vor Ihnen haben."
Er nannte ihr den Namen, den er in der Welt getragen hatte und der ihm noch zugchörte. Frehe vernahm ihn, und ganz blasse Erinnerungen tauchten in ihr auf — an einen einst Dielgenannten, von dem sie einmal gehört oder gelesen hatte, daß er langst tot sei. Es lag weit zurück — es konnte auch ein anderer fein . . . wieder umhuschte sie wie wehender Dunst ein seltsames Gefühl von Unwirklichkeit, da- sie auch körperlich umfaßte. Es erlosch etwas in ihrem Denkvermögen, und dann fühlte sie sich schwer- los werden und gleichsam höher getragen, und spürte in dieser Anwandlung Schwachseins doch auch erschauernd, daß ein Männermund sie sehr sanft küßte.
v.
3m Äxmtrollfoal des großen Maschinenbau les der Schwichelder Werke zeichnete die elektrische Farbnadel m ihrer Kurve eine geringere Belastung des in Schacht Bier in die Tiefe steigenden Fvrderkorbs an. ES war die Buchung dafür, daß nur wenige Menschen einfuhren.
Drei glitten zu dieser Sekunde im Schachtgebäude in die Üntcrtoelt: der Geheime Kommerzienrat Deisbach mit seinem ersten Direktor und dem Obersteiger Dierksen.
Geisbach hatte sich soeben zur Hochzeitsfeier seiner Tochter angekleidet, als ihm das ilnglüd durch den Fernsprecher gemeldet wurde. Liner der Arbeiter war, zweifellos durch eigene Unvorsichtigkeit, in einem der Abbauhohlräume ums Leben gekommen. Der Kommerzienrat war schon hn Frack und hatte darüber nur den üblichen langen Leinenrock gezogen, den die Beamten beim Einfahren zu tragen pflegten.
Es ging schnell in die Tiefe. Ungeübten saust dabei das Blut in den Ohren, die drei alten Bergleute spürten nichts von Schwindel. Der Förderkorb glitt geräuschlos an den oberen Querschlägen vorüber, den rechts und links sich öffnenden Seitengängen, durch deren Dunkel elektrische Dirnen schimmerten. Irgendwoher erscholl ein kurzer rufender Glockenton. Der Förderkorb hielt auf der untersten Dausohle in einer Tiefe von über siebenhundert Metern. Ein kleiner Bahnhof tat hier sich auf. von dem aus blinkende Eisen- linien in das Urbereich der Erde zu laufen schienen. Winzige Maschinen zogen endlose Reihen vollbeladener ..Hunde" von weit entfernten Ladeplätzen zum Sck-acht. Ihr Klirren und Drvhnen klang von den Wölbungen wie naher Donner wider.
Die drei Herren stiegen aus. „Nach links, Herr Geheimrat", sagte der Obersteiger. Deisbach mußte sich bücken, als es durch den Stollen ging, in dem Arbeiter die Steinblöcke des Abbaus auf kleine Förderwagen im Schienengrieife vor sich herfchoben. Der Obersteiger schritt voran und hielt die Laterne hoch. Sie war ungesichert gegen gefährliche Gase, die man hier nicht zu fürchten hatte. Nur die unterirdischen Wasser tonnten zu
weilen unberechenbaren Schaden Dringen. 2HS 1851 nach Bohrversuchen mit noch unvollkommenen Mitteln die erste Grube «soffen war. hatte man das ganze Unternehmen liegen laffen.
Ein mächtiger Hoblraum öffnete sich. Zwei im Gestein stehen gebliebene starke Pfeiler stützten die Decke dieser Kathedrale, deren Wände in ihrem stumpfpolierten Glanz die ganze, gleich- ’am unwahrscheinliche Farbenpracht der verschiedenen Steinschichten zeigte. 3n die vertikal verlausenden 3 abred ringe mischten sich grüne, gelbe, rosa, orange, zartblaue, lila Töne in hundert Abweichungen und Spielarten. Dazwischen bildete eine milchig sch«mmer7ck>e Tuschierung in ringe- sprengtem tSamallit und eine knollenförmige Anhäufung bunter Tupfen im Doracit einen weiteren wunderlichen Wandschmuck-der Zauberhöhle. Wie die marmornen Vorhänge und Steinwolken auf den Grabdenkmälern des Barock überftngen sich die erstarrten Kaliflüsse einander zu grotesken Gebilden zwischen glitzerndem Kochsalz, das phantastische Gletscherlandschaften mit silbernem Do- denstreu und halbdurchsichtigen Blöcken formte, während das in der Shift und im Wasser leicht lösliche Discheffit hier zu Dogen, Zapfen und hängenden Tropfen wurde.
Ein paar Arbeiter, stämmige große Gestalten, traten mit grüßendem „Glück auf“ vor ihrem Ehef zur Seite. Ein kleiner Herr, bebrillt, in blauer Dluse und Leinenhofen, der Arzt der Werke, näherte sich Geisbach.
„Nichts mehr zu machen, Herr Geheimrat," sagte er, „der Mann ist tot“
„Wo liegt er?“
Man wich zurück. Der Hintergrund der Höhle war ein Gebirge im Heinen. Der Abbauraum mußte zur Vermeidung des Einsturzes mit wertlosem Haufwerk neu gefüllt werden, den Stein- stücken der Sprengungen, zentnerschweren Blöcken neben Schutt und Geröll, die auf den „Hunden" herangefahren wurden. Beim Umkippen eines Wagens war einer der Arbeiter unachtsam gewesen. Er stand auf der Höhe der Trümmer- mafien, der schwerbepackte „Hund" war vermutlich ins Rollen gekommen, hatte den Führer mitgeriffen und unter sich begraben.
Nun lag der unglückliche Mensch mit zer
schmetterten, Brustrorv a*1 eurer ttetg^schMifickW» Stelle des Salzbodens. Man hatte eta* Ml über den Körper geworfen. Das Gesicht trau noch einen Ausdruck jähen Erschreckens, die edkW» Augen waren weit geöffnet, als wollten sie Me dunklen Geheimnisse jener mrgedoueriichen Go- füblSlosigkeir ergründen, die sich hier unten tm Stein belebender Wirksamkeit widersetzte.
Geisbach stand schweigend vor dem loten, neben ibm der kleine Doktor, mit kurzem, raschem Atemholen sprungweise berichtend, wie das Unglück sich aller Vermutung nach abgespielt haben mußte. Dann griff der Direktor ein. befürchtend, die Unfallversicherung werde vielleicht wieder Schwierigkeiten machen, weil der Mann die Vorschriften nicht genügend beachtet habe, während der Obersteiger erklärte, jedenfalls sei die Belastung deS Wagens ungleich oerteilt gewesen und endlich nahm auch einer der Arbeiter, ein älterer Mann, das Wort^ man habe bcvaus- gefunben. die eine Achse des „Hundes" sei angebrochen gewesen, aber es lasse sich nicht nach- weisen, ob das schon vorher passiert oder erst infolge des Sturzes geschehen sei.
„Gleichgültig", sagte Geisbach „Der Mann ist ein Opfer feiner Arbeit geworden. Er ist verheiratet ?“
„3a, Herr Geheimrat. Hat auch zwei Kinder."
Geisbach wandte sich an den Direktor. .Laffen Sie der Witwe vorläuftg das volle Gehalt weiterzahlen", ordnete er an. „DaS Nähere besprechen tifir am Dienstag bei der Konferenz. Bestattung auf untere Kosten unter allgemeiner Beteiligung. Schicken Sie die Witwe morgen vormittag auf mein Bureau, heut' habe ich anderes zu tun. Glück auf", schloß er grüßend und kopfschüttelnd und wandte sich zurück.
Der Direktor blieb neben ihm. ..Noch ein Wort, Herr Geheimrat. Bleibt es bei der Bestimmung. daß die Nachmittagsschicht auSfällt?“
„3a. natürlich D-ie Leute sollen frei haben. Auch keine Sprengungen, dafür am Abend die sogenannte Festtafel im Vereinshaufe. 3ch habe 3pnert ja schon alles gesagt, lieber Frermd! Aber sonst keine Feierlichkeit, keine Aufführungen unk derlei. Tas verbietet schon der Tote."
(Fortsetzung folgt) ]\
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Dazu;
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Einzig existierende Originalaufnahme vom Ort der Tat, der Opfer usw. 10119c
---r Ab morgen: , Der eeelenvolle IVeihnachtafllm: Wo ist mein armer Junge Me nacht?
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WM- Ab heute: "WA Ein Kind der freien Liebe. Forteeteung: III. und IV. Teil.
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