Ausgabe 
17.12.1924
 
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Nr.2R Erstes Trfchetilt lugtet), außer Sonn, und Feiertag».

Beilagen: GiebenerFamtlienblöller

Heimat im Bild. monat$»lejU($Fteft:

2 (Bolbmarh u. 2U Geld- pt«nnig für Trägerlohn, auch bei Nichterjchemen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fe r n j p r e ch-Anschluste: Schriftleitung 112, 'Ber- lagundGelchäftsftelleSl. Anfchrist für Drcihtnach- richtens AnjeigerGieijea.

poflfchecklui.to: firanlfurt a. M. 11686.

Blatt

1H. Jahrgang

Mittwoch, [7. vezembcr 1924

General-Anzeiger für Oberhessen

trrd vnd Verlag: vrLhpsche Universitäk§-Vuch- und $klnörndcrei R. £anu in Gieren. Schriftleitung und Geschsitsftelle: Schuld7.

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Knnaqme von a..,.

für die Tagesnummer bis zum Nachmitiag vorher 0l,nejcdeDerb»»dUchk«it.

kreis für | mm IZöhe für Anzeigen von 27 mm Breite örllichb, auswärts 1U (Bolbpfennig; für )ie« Nlame-An,eigen v 70 i.m I reite o5 (bolbpfennig, Pl^.tzoorschii',t 20^ ,Au|- fchlag. - verantwortlich für Volitih u. Feuilleton: Dr Friedr.Wilh Hange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anze genteil: HanoBeckt, sämtlich in Gießen.

Der Prozeß des Reichspräsidenten.

Magdeburg, 16. Dez. (WTB.) Der erste Zeuge, der in der heutigen Verhandlung ver­nommen wird, ist Pros. Alfred Weber- Heidelberg, der in der zweiten Hälfte des Krieges im ReichSfchayarnt mit der Bearbeitung Don Sinan?fragen beschäftigt war und enge per­sönliche Fühlung mit dem Schatzsekretär Graf Roedern hatte. Er bekundet, daß er bei dem Ausbruch des Januarstreiks persönlich den Ver­such machte, zwischen den beiden Parteien zu vermitteln und zu diesem Zwecke von Scheibemann und Ebert empfangen wurde. Bei dieser Unterredung sei Ebert im Gegensatz zu Scheidemann auszerordentlich ruhig gewesen. Sein Verhalten sei die absolute Nega­tion des Interesse- gewesen, den Streik zu ver­schärfen oder irgendeinen politischen Ruhen dar­aus zu ziehen, vielmehr habe er gesagt, eS käme alles darauf an. daß die Arbeiter ihre Forde­rungen der Regierung zu Gehör bringen könnten, denn dann sei mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß der Streik in kurzer Zeit er­ledigt sein würde.

Als nächster Zeuge bezeichnet Dr. Hen­ninger, der im Jahr: 1913 Chef der Ber­liner politischen Polizei war, die Ver­sammlung im Treptower Park nur als eine Teil­erscheinung der schon seit längerer Zeit im Gang befindlichen ötrcif&etocgung. Mit Ein­tritt der M e h r h e i t S s o z i a l d c m o k r a- tie in die Bewegung, wie dies aus der Ver­öffentlichung deSVorwärts" vom 29. Januar hervorgcgangen sei. habe sie für die politische Polizei erst Bedeutung gewonnen. Auf eben diesen Vorwärtsartik'l hin habe sich der Ober- kommandicrende entschlossen.

die Streikleitung zu verbieten.

Wenn in den Berichten über die Treptower Versammlung außer Di11mann als weiterer Redner auch Ebert genannt worden wäre, dann wäre auch gegen ihn ein Verfahren wegen Landesverrats eingelötet toor'en. Der Zeuge erklärt weiter, daß nach seiner Er­innerung mit dem Eintritt der Mehrheitssozial- hemefratie in die Streikleitung am 28. Januar der Streik erst feine Bedeutung gewonnen habe, da die Zahl seiner Teilnehmer Zuwachs erhielt.

Der Zeuge D r u l a t bekundet, Ebert und Scheidemann hätten w'ederho't geäußert, daß die Urheber des Streikes aus Gestellungsbefehle gefaßt sein müßten, d e selbstverständlich befolgt werden müßten. Sie wollten aber ihren Einst'ß als ReichstagSabgeordnete auf­bieten. um die Ve'ehle rückgängig zu rnachn. Der Zeuge erklärt weiter, d.e Mehrheitssozial­demokratischen Führer seien von großen Be­trieben gebeten wo den, in die Strei leitung dn- zutreten. um mit H lse ihres Einflusses a's Ab­geordnete den Streik so schnell w c möglich zu beenden, damit es kein größeres Ung ül gäbe. In einer engeren Konferenz am 28. Januar habe Ebert gesagt: ..So gradlinig unsere Partei­politik bisher verlief, so geradlinig muß sie auch weiter derlau'en. damit unS nie von rechts der Vorwurf gema-ßt werden kann, wir beut chen Sozialdemokraten hätten das

Vaterland Im Stich gelaufen.

Der nächste Zeuge, der Tischler Rinder gibt an. Ebert habe in der Versammlung im Treptower Park zur F age de- Gestell mgsbe'ehle gefeilt, daß diesen zu"ächst se bstverständlich Folge geleistet werden müßte, et werde aber feine ganze Kraft einsehc« . d ese Zwangsmaßnahme rückgängig zu machen. Ueber den Streik habe Ebert garnichts gesagt, obwohl alle ge­rade darauf warteten. Diel Beifall habe er nicht gehabt, vielmehr seien aus der Versamm­lung fortwährend Rufe gegen ihn gekommen, Wie ..Arbe terüerräter! Str ikabwürgerl".

Der nächste Zeuge. Redakteur Lehnhoff, sagt aus. Ebert habe in seiner Rede im Trep­tower Park erklärt, die deutsche Arbeiterschaft habe die Pflicht, den Brüdern im Felde die besten Wallen zu liefern. Als Polizeibeamte auf die Versammlung zugekonimen seien, sei E.e t ein Zettel überreicht worden. Er sei darauf, ohne den Zettel gelesen zu haben, aus der Versammlung fortgegangen.

Rach der Pause wird der Dauembunds- führer Dr. Böhme vernommen, der u. a. aus­sagt. als Mitglied des parlamentarischen Bei­rats des Kriegsernährungsamtes hab: er durch­aus den Eindruck gehabt, daß die Vertreter kw Sozialdemokratie in jeder Weise bemüht gewesen seien, den Krieg zu ein em f ü r Deutschland guten Ende zu bringen.

Hierauf wird

bet Zeuge Richard Müller vernommen, der in der Leitung des Januar­streiks und nach der Revolution Vorsitzender des Vollzugsrats der Arbeiter- und Soldatenräte war. Der Zeuge bekundet u. a : Die erste Sitzung der Streilleitung unter Beteiligung von Eberl, Scheidemann urtb Braun fand am Abend des 28. Januar statt. Ebert beantragte, eine Be­sprechung der Streikforderungen vorzunehmen, da diese Forderungen nicht das enthielten, was die Sozialdemokraten forderten. Am nächsten Vormittag sand im Gewerkschafts- bause eine neue S Yung statt, in der SHeide­mann mitteitre. daß der Staatssekretär Wall­raf nur mit den Abgeordneten, nicht mit ben Acbeitervettr:t:rn verhandeln wolle. Darauf beschlossen wir ausdrückl.ch. daß die Abgeordneten ohne Hinzuziehung der Arbeitervertreter nicht Verhandeln dürften.

Am 29. Januar wurde uns eine Verfügung Hes Oberkommandos zugestellt, in der die

Die Negierungskrisis.

Die Parteiführer beim Reichspräsidenten.

Im Laufe des Die-Strg cmpf ng der Reichs- präsident de F hr:r d.r einzelnen Frak­tionen nacheinander, nachdem ihn in den orten Vorm ttvgsstunden H:rc Wallraf in s.inei 'S g nsch f: als Reichs a. spcus d nt e'n n I-incn Vortrag üb r die Parlament n sche Lag ge a tc i hatte. Irgendwelche Ergebn s e Hit dr B such der F c.kt onS.ührer b:i.n Rcichcp.. s ken e i noch nicht gezeitigt, er galt vielmehr der Infor­mation üb r d e St.mmanz mn rhalb der ein­zelnen Fraktionen. Vor M ttwoch mittag w rd Herr Eoert schwerlich einen Auftrag zur Re- gierungsb ldung erteilen, da er s.ch in Laufe des Dienstag über di: Person deZ Ka zl v'a d - baten noch nicht schlüss g werden kon.it-. EZ ist aber anzunehmen, daß er s ch zuerst an die Sozialdemokraten, ti: in R ihstag < m stärksten bertr t n s nb, w nden w r). In 21;- fchluß an dm Darte f ih cremp anz s n e.n im Reichet gZgebäuoe z h r ich: Fr ikl'o is itzun^ e. statt, in denen d e Parteivertret r von den V r- laus ihrer Besprechung n mit dem Rcichspr f - berten M :t: lung machtm. 2T5er auch d e'e Siyungm bl eben b Sher ergebnislos. De Demokratische F all'o i h ;t a; ch in n> cis eivz ge b schloss n. de Bldanz e.n er großen Koalition anzustr ben. M t b J-m Wunsch wird sie aber bei d-r Deuts chen Volks- Partei keine G gmlieb: f ndm. Die Deut che Dolkspartei wird sich auch dur h dem t g Qu r- tr" berei n in ihrem De'tr.ben nicht abh l e.n lass m. d.e D e u t s ch n a t i o n a l » n zu tat ger Mt rb.il an den R g.erungsgeschäf e.i Hera..zu­ziehen.

Die gestrigen vesprechungen.

Berlin, 16. Dr,. (Wolfs.) Der Reichs- Präsident cmvfing heute morgen den ReichS- tagsprä identen W alias, sodann den Führer der Sozia'drmokraten, Hermann Müller, der Deutschnationalen. Dr. Winkler, des Zen­trums, Fehrenbach, der Deutschen Dollspar­tei. Dr. Scholz, der Demokraten, Koch, und der Wirtscha't^partei, Pros. D r e d t, >u einer EinzelauSsprache über öle politische Lage und dir Frage der Reqierun-'sbildung. Der Vertreter der Bayrischen Dolkspar- t e i, der noch nicht in Berlin eingetrossen ist. wird voraussichtlich morgen vormittag dorn ReichSprä'id'nten empfangen werden. Der Rei^S- prä'ident hat dann a n Dachm'ttag den deutsch- no'iona'en 2lbg:ordnelen Schiele empfingen. Die Anterredung trug ebenfalls einen rein in­formatorischen Charalter.

Wie die Blätter mitteilen, wird der Reichs­präsident vo a issicht'ich be eitZ M ttwo ch den Auftrag zur Kabinettsbildung e'tei­len. Rach den im Reichstag umlaufenden Gerüch­ten soll der Reichspräsident die Absicht haben, den Rcichsminister des Acußern. Dr. Strese - man n, der aus Fürstenberg in Mecklenburg zu- rückkehrcn werde, mit der Kabinettsbildung zu be­trauen. Wie die .. Zeit" bemerkt, werde Strese- mann aller Wahrscheinlichkeit nach den an ihn er­gangenen Aullrag nicht annehmen. Man rechne, wie das Blatt sagt, ziemlich bestimmt da­mit, daß Stresemann imü iftigen Kabinett ben

Posten des Außenministers weiter bekleiden tnerüe. Die Möglichkeit der Bildung c ncs über­parteilichen Kabinetts wird von dem ge­nannten Blatte als wenig wayrscheinltch beytdmct, da die kommenden Regi.rungsau gaben. tt> a I m ie L s ng c Steuersr^gcud e Wirtschaftsprobleme. eine ganz feste Regierungsmehrheit rc.langten. Das Blatt hält es allerdings nich sür unbedingt nov wendig, daß eine Perfönlichlett m t der Kabinetts­bildung beauftragt wird, di: fest im parlamentari- schen Leben wurzelt. Die ^Voss. Ztg." will sogar wissen, daß Strcsemann nach seiner Ablehnung der Kabinettsbildung dem Reichspräsidenten eine außerhalb des Parlaments stehende Persönlichkeit nennen werde, die nach s in r Ansicht ür den Reichs.anzlerposten besonders geeignet sei.

D'e D ulschnat'vnalen.

Berlin, 16. Dez. (Sil.) Die deutsch- nationale Re chi agsfra't'on bat heute rach- mtt m mit der §ü r n; de De h nb un en ü er Me R g erungsb lam, di: 21 g ob i tei G ro- fen Westarp. Winkler. Schiele und cn Stelle von Hergt den Aäg. Behrens betraut. Am Mit wvch wird in eiter gemll samn S.hurg der deutsch Q ü> :a e:i F a't onea d:s Reichs- und Landtages der neue Parteivorstand ge­wählt werden. Do Abg Schiele nicht geneigt ist. d e Kandidat ar anzunehm m, wird vo aus­sichtlich Graf Westarp den Do s tz d:r Pa tei bis zur end ü ti-gc.a Destä.igu.ng durch den Pattei- tag übernehmen.

Die Demokraten für die Gröhe Koalition.

Berlin, 16. Dez. (WB.) Am Schlüsse einer gemeinsamen Sitzung der demokratischen Reichs­tagsfraktion und des demokratischen Parteivor- standeS wurde in einer Entschließung zum Aus­druck gebracht, daß der Wahlausgang bewiesen habe, daß die große Mehrheit der deutschen Wäh­ler die Fortsetzung der bisherigen Außenpolitik und eine energische repu­blikanische Innenpolitik wünsche. Dem entspreche die Wiederherstellung der Großen Koalition. Eine Rechtskoalition entspreche nicht dem Willen der Mehrheit der Wähler und noch weniger den außenpolitischen Interessen deS Reiches.

Fortsetzung des Sleucra*)baues.

Berlin, 16. Dez. (Wolff.) Auf eine Ein­gabe des Außenhandelsverbandes, in b^r sofortiger Abbau der die De-b.lligung der deullchen Produk ian h mmenden Steuern ge­fordert worden war, hat der Reichsfinanz­minister eingehend geantwortet. Dr. Luther wllst in feinem Schreiben auf die bereits burch- qcfüßrte Steuerermäßigung hin und ver­sichert. baß ber Abbau weiter fortgesetzt w-rden solle. Die Gerüchte über eine günstige Finanzlage der öffentlichen Körperschaften be­zeichnet Dr. Luther als stark übertrieben. Im übrigen seien bereits neue Dorlagen zur Einschränkung der Zahlungstermine in Dor­bereitung.

Streikleitung verboten wurde. Am 30. Januar abends trafen wir uns in ehern Lokil in Treptow. Die Streikleitung beschloß, unter Beteiligung von Ebert und Scheibe­mann, die Herausgabe eines Flugblattes, das die Ucbcrfcßrift trug .Mitteilung des Aktionsaus­schusses des Arbcitcrratcs". Dieses Flugblatt sollte einen Ersatz für den verbotenen ,Dor- w ä r t s" bieten, und andererseits die Dorberei- tung bilden für die für die nächsten Tage beschlos­senen Demonstrationen. 2Iuf die Frage des Dorsihenden, ob sich der Rebenlläger für den Ab­bruch des Streiks einsehte. erllärte der Zeuge, g c- gen den Streik a l s solchen habe Ebert nicht Stellung genommen. Er habe le­diglich in der ersten Sitzung der Stre'Heilung d t e Forderungen bemängelt Daß Ebert in irgendeiner Sitzung der Streifle tung gegen den Streik gesprochen habe, sei ihm nicht bekannt

Loeb vor dem Untersuchungsausschuh des thüringischen Landtages.

Weimar, 16. Dez. (TU.) D-n: Dor- ftßcnbc verliest die Abschrift eines Proto­kolls einer Sitzung des DerwalwngZrateS der Thüringischen Staatsbank, die Loeb als übereinstimmend mit seiner eigenen Abschrift anerkamit hat. Die Linke fordert jedoch die Einsichtnahme und einen Vergleich mit dem Original. AIS der Vorsitzende dieses Ver­hallen bemängelt, erfolgt vom 2lbz. Kieß (Soz.) eine so scharfe Kritik an der G.schäftS- führung. daß der Vorsitzende ihm zweimal einen Ordnungsruf erteilt und dem Abg. Kieß das Wort zur Geschäftsordnung ver­weigert Auf Veranlassung des ebemali'en Finanzministers, 216g. Froelich (Soz.) ver­lassen darauf die sozialdemokratischen Mitglie­der des 2lusschusses erregt debal.ierend den Saal. Auf Antrag wurde die Sitzung auf 10 Minuten " nte' 6 ro ch c n und dann ver­laut

Die Ausfuhrabgabe.

Gilberts Votiboner Reise.

London, 16. Dez. (D. Z.) Der Repara» tionßgcnerakgcnt Gilbert ist aus London nach V-rlin zurückgckehrt, nachdem et mit dem bri­tischen Finanzamt den Streit wegen der 2 6 pro- zentigen Exportabgabe auf deutsche Waren geordnet hat. Gilbert protestierte gegen die Erhebung dieser Steuer und gegen die eigen­mächtige Durchführung dieses Verfahrens. Die Beilegung dielet Streitfrage ist ein Kompro­miß, indem England weiter die 26 Proz. Steuer erhebt auf die exportierten Waren Deutschlands, diese aber a l s Kredit an Parket Gil­bert gebucht werden. Dagegen ist er darauf eingrgarg-n, anzuerkennen, daß diese Zahlungen nicht unter bie belgische Priorität fallen unb nicht als Zahlung für Besatzungs- kosten verwenbet werben Wonnen. Es wird be­tont, daß Deutschland in Bälde statt in eng­lischen Pfunds in Mark befahlen kann. Auch soll ber deutschen Regierung gestattet toar­gen, monatlich zu bezahlen, anstatt den Zoll auf jede bindere Sendung zu erßzben.

Der D.üs'eler Berichterstatter des . R:ptun" hat Parker Gilbert nach feiner Aisicht üier die Ausführung des D c» w e s g u t a ch t e ns gefragt. Die geg -ntoärtige Lage, ecw bette Gil­bert. ist vielversprechend. 2llle von dem Plan vorgesehenen Körperlcha'ten sinb gebiTv». D i e Zahlungen erfolgen regelmäßig. Für das laufende Iaht sind sie durch die 8-0-Milcio- nenonleiße Derbü-gt Die Dotteile, die sich aus einer restlosen D:rw r'lichung des Sachverstän- digenplaies ergeben, kommen be e ts in den vor­liegenden Ergebnis en zum Ausdruck. D i e öeutlcße Finanzlage i st stabilisiert. Der Wiederaufbau Europas fb"eitet günstig fo't unb mit der Lösung des Repa rat-.onsproblems. das solange die internationale Atmosphäre ver­giftet hat. ist der Anfang gemacht. Für die Zulunst läßt sich nichts Voraussagen, es be­steht aber Grund zu der Annahme, daß das Sachverständigengutachten auch weiterhin angewandt werden wird.

Das Marostlroproblem.

Der übemoschrnd: Ansturm der R fhbt)lei\ auf die fpnn schm Stellung n im Drce n nnt einem wvhlg lungene.i 21 j stand eng.bo c w* Stämme im Rücken b'r p n sch n 2Ir nrc hat en? S t ja ion h r luf ä sHw)te i. de für äp n cn alles andere als ang i?b n iff. D e W ndu ig auf dem m rakkanisch.m Kr cg ch .up a; hi da- Jntcre.se England , J r . n t: i 4) i un) I t a l i e n s auf d e sp.n s^e Zo i n ve st ri e n Maße konzentttCtt, da all n Ernstes mit ent Ausdehnung ber A us st a:i d s b e w e - gung über ganz Rordaftika g r chn t w.tden muß, fob.".D es A d (Er m g lunjcn ist, di: Span er in die Äii.t :nbje .ija ig:n z^rüct;u- weifen. W nn g g nivärt.g zv j ie, ber M - dr der und P r f:r R g rung b .e> OHa oZo- P ollem zum G g nstand eincr b p'on ti che.i Aussprache ge nacht werden ist, fa b b ut:t bas keineswegs, d. ß Frankreich irgend­welche Recht: auf Besetzung der spa­nisch " n Zone aus dem Rick ui der fpani- schen Truppen für sich h rleiten w LI.

Es ist in erster Linie darauf bedacht, den eigenen Marokkobesitz fest in bi: Hand zu nehmen. Zu biefem Zvcck hat es aeub schwer bewaffnete Formationen in bl? bebra&tr.i Gabi: ? gelegt. Daß es aber auf ber anderen Seite nichts unversucht läßt, die marokkanischen Stämme in ihrem Widerstand gegen Spa­nien z u stärken und auch zu b"vassn:n, dar­über besteht natürlich kein Zweifel. F.ank eich wird erst aktiv werden, to'nn Spanien restlos feinen nordafrikanifchen D sitz verloren hat. Eher kann es sich n cht einmifchen, da erst vor kurzem durch die älnterzeichnung d-s Tanger­statuts die Marok'ofrage einer vorläufigen Lö­sung entgegengefüßrt wurde.

Malvys Dcrteibigung.

Die 2lin'esticdebatte

in der französischen Kammer.

Paris, 17. Dez. (TTl.) Die Kammer hat ae- ftern mit 317 gegen 193 Stimmen den A-tikel 2 ber Amnestievorlage angenommen. Der Antrag, die Artikel, die die Begnadigung Malvys unb Eailleaur vorfehen. abzutrennen, ist somit abge­lehnt. Am Vormittag war es zu einer lebhaften Debatte gekommen. Der Abgeordnete Jbarne» garaß führte in einer längeren Rede aus, daß eineBegnadigunaMalvys unb Eail- leauxeineHerauSforderungdeSLan- des bebcut-n wurde. Dec S.:g:Lea) h et er­widert darauf, daß ber Artikel nicht länger den Gegenstand ein r Dis uf i n b [ben k nn e. 8 for­derte die republllanische 2I?ehrheit auf, sch durch die Bemerkungen der Redner nicht aus ber Raf­fung bringen zu lassen. Es kam bann zu einer glänzenden Intervention Malvys, ber zu der Angelegenheit des Bonnet R'>uge die mit großem Beifall aufgenommene Sr Irrung akgibt:

In vollem Einverständnis mit de n Präsi­denten ber Republik (Poincarö) und dem Kabinett, dem ich angehört habe, wurden Almereyda Geldbrträge bewilligt. Ich hatte Div-ani versprochen, darüber Stillschweigen zu bewahren. Von diesem Versprechen bin ich nur entbunden. Aus eigenem Ermessen habe ich Al- mereyda keine Alnterftüßung gewährt, sondern ber Beschluß ist von dem Ministerrat unter betn

Vorsitz PoincarlsS gefaßt worden.

Man hielt es im Jntereffe ber nationalen Der- teibigung für nützlich, auf ein Blatt ein-uwirken, bas bei ber Pariser Bevölkerung unb in den Vor­orten eine gewisse Verbreitung gefunden hatte.

Von ben ersten 20000 Franken wurden 10000 Frank?n durch den Kriegsminister Mil- l e r a n d an Almereyda auSgezahlt (lebhafter Bmfall auf ber Linken) und 10 000 von dem 2Iußermirifter 5) c I c a f f e. Di.se beiden Beträge wurden V i v iani anvertraut, ber sie dann Almereyda übergab, ilnö mich hat man für einen Schritt verantwortlich gemacht, dessen Ver- anttoortung das ganze Kabinett auf sich genommen hatte. (Dcirthou: U.ib diesen Manu hat man verurteilt!)

Im Ramen ber Sozialisten teilte Renaubel mit, daß seine Pattei die Revision des ProzessesMalvy beantragen werde. Wahr­scheinlich wird eine Anklage gegen ©le­rn enceau erhoben werben. Malvy fügte noch hinzu, man werde bei ber Wiederaufnahme feines Prozesses feststellen können, was Elemenceau unb seine Kliquen gegen ihn unternommen haben.

Millerands Opposition.

Paris, 17. Dez. (TU.) M.llerand hat gestern auf einem Bankett der nationalrepubli- kanischen Liga eine politische Ansprach"' ge­halten, die scharfe Angriffe gegen das LinkS- kattell und gleichz?itig eine Darstellung d:r Ziele der Liga enthielt. Dse nat.onalrevubli- kanische Liga roe.ade sich an alle R publllaner. die ihren Glauben an Frankreich bc wahrt hätten. Wir erwarten von unserer Aktion, daß sie dir Einzelnen zu einer wirksamen Gruppe gegen das Linkskartell zu­sammenschlicht. Wll haben die Pflicht, das Land zu warnen und wir sind bereit, eia Losungswort zu nennen. Die LebenS- mittelpreise sind seit dcm 11. Mai in unglaublicher Weise gesttegen, auch die K a u f- kraft des Franken hat abg?nommen und die Steuerlasten werden für den E.nzcl- nen ständig drückender. Das sei eine überaus erfreuliche Feststellung für den vergangenen nationalen Block.