Montag, 17. Novemder m
Nr. 271 Zweites Blatt
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger ftir Tberhefsen)
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Der Rhythmus des Zeichnens.
Alfred Aubin, der geniale Graphiker, schön so manche feine Beobachtung aus dem
Begeisterung und Politik.
Don geschätzter Seite wird uns geschrieben: Dor c nigen Tug.m brachte der .Die'). Anzet e " einen 2Irtifd seines Deuyorker Te.ächterstat.erS „Begeisterung und Politik'. Manch einer mag diese „Zeppclinb.trachtung eines Rorg e 5" mit einem gcwis en Und h -gen gelegen hauen, denn man loht s ch natürlich lieber durch begeisterte Berichte schmeicheln. Mancher m'g sie wohl ach be feite gelegt und ihr keine Bedeutung beige- messen haben, ist sie für ihn doch schliehiich nur eine unter vielen anders lautenden Stimmen aus Amerika. Es mag darum als Zweck der folgenden Zeilen angesehen werden. einen Beitrag zur Erhärtung der Ansichten des „Rörglers" zu liefern.
Ich war 2’/8 Jahre englischer Kriegsgefangener und während dieser ginzen Zeit Panne Dolmetscher in einer AbntSlomprgnie deutscher Gefangener, die in Gemeinschaft mit 2Im?riTar.e n. Kanadiern und Australiern unter englischer Bewachung Waldarbeit zu verrichten Hal en Ich habe infolgedessen tagtäglich im Derk'hr mit Amerikanern, englischen Wachposten und Angehörigen sämtlicher Dominions gestanden. Unsere Unterhaltung war. abgcs Herr von wenigen dienstlichen Voickommnisscn, den ganzen Tag über fast ausschließlich privater Aatur und, wie nicht anders zu erwarten, politisch geartet. ES wir) ja auch auher diesein abnormen Fall d?s Krieges 'eilen jemand Gcl.genheit haben, mit Angehö i ea fremder Rationen so intensiv, so ununterbrochen und so offen und i-ückhaltios alle erdenklichen politischen, rasse- und völkerpsycholngischen und viele sonstige Fragen erörtern zu lön.'cn. In normalen
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allen PrtiMi" iarius '^ndaraicuilr.^
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griechischen Zeiten zurück und können vielleicht mi. _cm h meri chen Lykastos gleichge'etzt tret'e i. Die Ebene von Meara war in dieser Fr.«Hz i: der kretischen Ku l ut wah sch inlich sch^n be ie- delt. Als der älteste Hafen der In ei, der die erstcn Dezichu-gen zu fremden Kulturen vermittelte, darf dir Ducht angeehen werten, die an dem fca Flecken Krnrv liegt, unmt telbar nördlich von Matala. Hier wurde durch die Gra- knrngen ein b deutender min ischer Hafen freigc- legt. Man fand Grundmauern von Häu'ern, Gräber von dem Typus des DierenkorbeS und zahlreiche Trümmer von grohea Oelze'ätten a-.s jener Zeit, die erkennen liehen, dah hier bed u- tende Mengen von Oel aufgelpeichert wurden. Wahrscheinlich hat Kreta in ki 'er ältesten Zei en Aegypten mit Oel versorgt. Eines der ausge- grabeneir G bäude macht den Anschein, dah es ein „Zollhaus" war. in dem dir Auötuht-e5üh- ren "von den Deam'en der minoischen Pwester- fönigc eingezrgen wurden. 2HIc Funde deuten darauf hin, dah K-mo. oder wie der Ort fru'er hieh ein Handelshafen war. der Kreta in den frühesten Tagen der MineS-Kul ur in direkte Beziehung zu dem Di't'l 'etz'e. D r Hafen must in den frühen griechischen Zeiten eine A'-lle gespielt haben, denn nach den Angaben Homers hat man hier den alten Hafen zu suchen, in dem MenclaoS die Trümmer seiner zerstreuten Flotte sammelte.
Derhältnisse in unentwickelten Ländern und in Deutschland verfch.eden. Aber selbst trenn in einem unaitoidcl.cn Lande Ausl-nd.-kredite zur Errichtung sehr lukrativer Unt.mcbm.mtcn verwendet werden, so dast deren Erträge den An» le hezins erheblich üb-rsieigen, k nnc i sie doch le ch'. preisstvig^rn) wirk.n und einen zu schre. en Aufschwung herbe führen, dem spater ein Rückschlag folgen w.rd. Immerhin Hand lt es sich her entwÄer um die Produktion von Waren, die biSI-er tm Aasl.nd: gekauft werden muhten oder um die Produktion wichtiger Rohstes e. die m t Sicherheit im Auslande za Del m rklp cisen Absatz finden, so dast die ..Prod lt v tat" des Kredits in der Regel wirklich ge eben ft.
Ganz anders l egen aber die Derhältmsse für e nen Als! ndkredit in Deutschland. De Produltior.s ippa.ai braucht hier Lin A lSdch- nung. Er tyr vielfach schon zu ausgedehnt, and ebenso sind hier die Grtregs.ussicht n selten so qrost, um über die Bezahlung hoher Zinscn V, n noch einen genügenden Ertrag zu b c c i. Die Gcf hr der Gewähe.ng von Kr d ten liegt hier gcr.il>: darin, dast sie zu einer Ausdehnung der Produktion verleitet, ohne dast gesteigerte Rachfrage nach Ge- nuhgütern, gesteigerte Kaufkraft der Konsumenten vorhanden ist Dah mit einem Derartige i industri llen A fschwung mehr Arbeiter beschäftigt wer en. kann kei c i Ansgle ch bedeuten In Deutschland kann al o der Kredit nur . lS Ersatz für mangelndes Betriebstapital in Betrach- kommen. Aber auch Kryn^ erklärt, ohne f e.Iich eine Begründung zu geb n .es sei unmöglich, d e en Mangel zur Hauptsache durch ausländ sche K c dite auSziigleich.m. In der Tat lieg', auch bei Kreditgcwiihn:na an d.n Handel, um die Produkte der Industrie und Landwirtschaft um.u- sehen, immer die Gefahr vor. dast dabei die Aufnahmefähigkeit der letzten Konsumenten, de en Kaufkraft n chl gettieg n ist. überschätzt und d.e Produkten auSgedeh.u wird 2ün g?r ngsten ist diese Gefahr wohl bei unentbehrlichen Gütern und denen, die nicht schnell vermehrbar sind, d o bei Kreditgewährung an die Landwirtschaft Aber auch hier wird die R ichsbank bei Kr ditgewäb- rungen sehr zurückhaltend sein und natür ich auch jede starke Steigerung der RotenauSgabe vermeiden müssen. Sonst ist, wie in Oe terr'ich nach einer kurzen Ausschwungs„e iode mit Sicherheit e ne Kriiis zu e warten D mi diese Ge dz s hr bewrk n 'ich kein? DemchrunaVetftun e' .m Tauschvsrtchr und d h r ke ne ne ten, auf Grund solcher erzielten Srtr ige. Sie to rft, wenn sie der inländischen Wirtschift tn Form von Krediten zug füh.t wird, wie eine Geldrermeh- rung, was sie auch ist.
Je mehr fte lich de : Reichsbankpräsident sich in der Rolle des Schützers des Goldwertes gefällt. oder wenn die Anleihe einfach zur Dezah- (img der nächsten ReparationSrateu im Auslande stehen bleibt, um so weniger wird davon für Kredite an die deutsche Wirtschaft übrig bleiben Dafür aber darf der deutsche Steuerzahler 25 Iahre lang jährlich 5,3 M ll. Marl allein für die Verzinsung aufbring.m. Also: wirtschaftlich ist die Anleihe überflüssig und schädlich!
Reich des ülnbewuhten schriftlich festgehalten hat, äustert sich im neuesten Heft des ,.PiPer- Boten" über die Art seines Schaffens und untci-scheidet dabei zwilchen Rhythmus und Konstruktion. Der Rhythmus ist der unbewusst von selbst sich einstellende Zug der Hand, dem bann
zur Vollendung d:s Kunstwecks die Konstruktion, der klare Fo.nngedanke, folgen muh. „Auf unerklärliche Weise." schreibt er, „teilt sich der Rhythmus den Strichen, die über das Papier fegen oder sorg'am hing sitzt w-erd n. als Schwung oder Hemmung mit und verleiht so der Zeichnung jene uni>ern>'xf!r.[bare Prägung, die wir als „persönlich" empfinden. Aehnlich wie bei den Handschriften kann man auch hier sagen, soviel zeichnende Hände, soviel Rhythmus. Also schon in der angeborenen Begabung wurzelt der Rhythmus, und llebung wird ihn mehr oder wen'ger bere'chcrn schmiegsamer oder starrer machen, unter ülmständen bis zur Manier. Dem Pulsschlag des Men'chen verwandt, enthüllt et dem Kundigen manches von den seelischen Eigenschaften des Künstlers, daher liegt im Rhythmus auch die geheime Aw'-huirgSkraft die v'twand^ Seelen zueinander zwingt. Die zahllo'en, durch die ganze Anlage in der Vergangenheit deS Künstlers begründeten Eindrücke haben in dimer „Handschrift" ihren Riederfch.ag zu u/gelassen. Der Beschauer ahnt das. und es steigert fern Interesse an dem Werk." Das ganze Linien- gefüge das diese geheimnisvolle '^runbformen trägt entsteht dann durch das konstruktive Ele- ment'des Schaffens, das mit dem Rhythmus zur Einheft verschmolzen wird.
-> zur Foit y.^efaßten Sluckelungl '^'den der »'MerzS
?önWacheihre
dem Giro- ,e*l),en ausRe reralver8amm.
Die Auslandsa71 leih? an sich, dot allem aber lie Te irjgungen, irtcr de en sie zu'an e g tommc i ist ha tn führe - den Krc.s n <er deutschen u b auSl d - sche i Ra- i nnLökorwme, ( s eien mi b r E glänier Keynes und te S^ch'vede Gaffel ge.amtt) scharf Kritik >er:or- gerufen. Im fclg n ea ge en wir nun einem der h rv.-.-r g nd .ea Kenner der Ftnanzwissenschaf'en. te ex A> bei ea über tas Kanell.veei und die 11 ter- nohmimgSforme i in ber g anzen wi !en- schaftliä-en Welt gröhte Beachtung ge fuiften haben. daS Wort, --H e indes en in allen Punkten seiet Ausühven zustimmen zu fr irrer’. S ine pofil ve K i- tik an der deuftchn ,'Zina-v li i ivird von zuständig > S eil n, n me rsich in Krei en kxS Reichsw rt ck-afir ministe iunrs seit langem für äutzepst we tvol. gehalten. D. Red.
In einem Artikel der Kölnischen Zeitung vom 14. Oktober, den ich aber schon Mitte September feschrieben hatte, habe ich die Ansicht ausge- prochen. dast die deutsche AuslandSan- leibe wirtschaftlich entweder ein Luxus sei, um zur angeblichen Verschönerung unserer Währung den Amerikanern Gold abzukausen, oder dast sie leicht zu einer künstlichen Kaufkraft — und damit Preissteigerung, einer Inflation, führen könne durch Ausdehnung der Dotenausgabe oder deS Kredits. Sie ist also nur «tn politisches Mittel, um durch Gewährung hoher Zinsen und exprvbitanter Dankierprovi- sionen das Ausland finanziell an Deutschland zu interessieren und damit einen Schuh gegen feindlichen Vernichtungswillen zu haben Ich will hier nicht untersuchen, inwieweit diese Politik nur ein Dokument deutscher politischer Unfähigkeit ist. Iedenfalls ist die 25jährige Unkünd- batfett der Anleihe ein trauriger Beweis für mangelndes Zutrauen der verantwortlichen Staatsmänner zu dem von ihnen, den Sachverständigen d"s Dawesplans und anderen Optimisten vorh -rgsg'en Wiederaufblühen der deutschen Wirtschaft.
Man sollte es zwar nicht glauben, aber nach einem Artikel der Kölnischen Zeitung vom 15. Oktober scheinen tatsächlich weiter Kreise in Deutschland an die Einführung einer wirklichen Gold Währung und sogar Goldzirkula- tion zu denken: „Zur Erhaltung des Anschlusses an die ausländische Grohfinanz ist die Herstellung der Goldwährung für Deutschland un- erlästllch, zumal es dabei daraus abgesehen ist, gemünztes Gold wieder in den deutschen Verkehr und damit in die deutsche Privatwirtschaft hineinzudrücken." »Hineindrücken" ist ausgezeichnet, es fehlt dem verarmten Deutschland heutzutage wirklich nichts weiter, als in eine Gold- ?irkulativn ein paar unserer überflüssigen Mil- iarden hineinzustecken! Ich habe in Kenntnis solcher Bestrebungen dies in einem Artikel als einen Schildbürgerstreich sondergleichen bezeichnet. Ich zweifle aber nicht, dah wir zu so vielen anderen, diesen auch noch machen werden. Der Reichsbanftnasident, auS dessen Reden schon mehrfach hervonging. dah er ganz im Banne der alten Bankier-Routine steht und von den amerikanischen Finanzleuten für ihre Zwecke gewonnen wurde, hat dieser Tage sogar nach Zeitungsmeldungen crflärt, dast jetzt die deutschen Goldankäufe verstärkt werden müstten, um bei der Verteilung der Weltgvldvvrräte rnitzuwirkm, und wenn auch andere Länder Goldkäufe in Amerika tätigen würden, würde die ans der dortigen Goldakkumulation mögliche Gefahr einer Entwertung der Kaufkraft des Goldes am leichtesten gebannt werden." Die Entwertung des Goldes ist also eine Gefahr, gegen die Deutschland vor allem ankämpfen must! Da heiht es wieder einmal: Deutschland in der Welt voran! Ich habe auch diese Auffassung in früheren Aufsätzen schon als G r o h e n w a h n bezeichnet. Dedauer- llch ist nur das völlige theoretische Unverständnis, das sich in solchen Aeusterungen ausspricht und dem ja leider, da die führenden Persönlichkeiten nicht hören wollen, die falsche Polittk au dem Fuhe folgen wird.
Und was den „Anschluh an die ausländische Grohfinanz" betrifft: Haben die sämtlichen europäischen Staaten, die alle keine Goldwährunc mehr haben, etwa diesen Anschluh verloren? Deutschland bekommt Kredite, eventuell in ausländischer Währung, nach Mahgabe seiner wirtschaftlichen Aussichten und in dem Umfange, tn dem es ihm gelingt, durch eine zielbewustte Austenpol t!k und Einigkeit im Inneren den 23er- nichtungsa'os chten seiner Fände entgegeazutre'.en.
einige Trümmer von Stcingefährn. die auf eine' engen Zu ammenh ,ng mit der f rühe te r derartigen Arbeiten des RillandeS hinwiesen. Das ehre dieser Gefäye stimmt.' mit den rewöhnllchsten 5trm?n der vorgefch chtlichen ägyvtisch'n Typen vollkommen überein, und es ergab sich da aus ein Zusammenhang zwischen Kreta und dem Riltal kf)on in vorgeschichl cher Zeit wenigstens um die Mi".e des vierten Iahr- tausends v. dhr. Auherd.m hft man i t Kn ssos mindestens ein Du e.rd v>n L:eingefästei fett je- stellt die ägyptich.n Ursprungs sind und aus der letzten vargeschichtlihei Epoche oder aus ter frühesten Zeit der ägyptischen Pharavnenherr- schast stammen.
Die Frage ist nun, auf welchem Wege die'e Gegenstände bereits in so früher Zeit aus Aegypten nach Kre.a gelangten Aaftch'.üsse darüber gab eine sorgfältig- Erserschunj te; Wege e .s das sich in minoi cher Zeit üb?r K ein ausdeh r e und aus dem fich genauere Tafachen üxr ie verschiedenen Kulturzentren und An iedlung-g - biete des al en Kreta erlernen liehen Es zeigte sich durch die Vers lgunj des minoilchen Wez:s. dah die wichtigste Stadt im Innern der Inlel in diefer frühen Zeit das hru:ige Vifala war. Hier wurden die llederreste einer vala tar' 'en Residenz entdeckt mit groben Hausanlag.m. 6 u- 1»» Basen und einer Tte;a? von Tonsche ben aus der minoischen Zeit. Der alte Weg der noch sehr gut erhalten ist, führte m t feiner mächtigen Steinmauerernfa ung zu der <rlfe- ette von Kanli Kastell, der .Bstit.urg' der vme ra- Nischen und türkischen Zeit. Dr- mächtigen Grund. mauern dieser Burg gehen bis aus die frühesten
Zweck und Wirkungen der deutschen Ausländsanleihe.
Don Dr. h. c. Robert L i e f m a n n , Professor an der Unioerfität Freiburg.
Aber Goldwährung ist dafür völlig überflüssig und ein lächerlicher Lupus. Sie ist auch faktisch gar nicht durchführbar, solange sich nicht die innen- und auhenpolitische Lage Deutschlands von Grund aus geändert hat. Denn die „in die P i atw r scha ten hincinged ückte Evllmü z.n würden ftxoct thosauriert werden, in dem verarmten Deutschland ein Lurus sondergleichen. Aber selbst die EinlöSbarkeit der Ro'en nur für den Auslandsverkehr, etwa in Goldbarren, ist solange n-cht burc^uiführen, alS über der deutschen Währung das Damollesfchwert des Transferkvmitees schwcbt, dieses mit dem Anb eten von Mark im Aus and jederzrit die deutsche Währung gefährden und der Reichsbank das Geld entziehen kann. Es ist unbegreiflich, wie solche Illusionen von RtichSbankseite verbreitet werden können. Ich glaube in dieser Hinsicht sind sich fast alle nennenswerten deutschen Rationalökonomen einig, toemi cs auch unter ihnen wegen der Mängel der bisherigen Wirt- schaststheorie noch einige fanatische Gläubige an die alleins l gmachrnde Goldwährung gibt. Eine olche funktioniert aber nur in ruhigen Zeiten, wenn man sie nicht braucht. In politisch und wirtschaftlich anormalen Zeiten muh sie immer aufgehoben weichen, weil das Gold ve.fchwindrt Uno solche werden wir trotz deS groben Optimismus führender Persönlichkeiten in Deu'schland noch lange haben. Warum hätte sonst das Deutsche Reich die Verpflichtuna übernommen, die ihm zur Dersügung gestellte Summe 25 Iahre lang mit 8 Prozent zu verzinsen? Aiso entweder ist jener Optim smus eine falsche Do-fpiegelung oder der Abschluh der.Anleihe zu diesen Bedingungen eine grotte Leichtfertigkeit gewesen!
Die denkbar schärfste Kritik der Anleih-e und des ganzen Dawesplanes hat Pros. Keynes m einem Artikel des „Wirtschastsdienst" vom 10. Oktober gegeben. Er sagt darin zwar nichts wesentlich anderes über den Plan, als was ich auch schon in verschiedenen Aufsätzen betont habe, zum Teil sogar mit demselben Worten. Aber wenn es darin heiht: „Der Dawesplan stellt ein System dar. welches mit der Zivilisation und der menschlichen Ratur unvereinbar ist .... und bezweckt. aus tkm den sch en Delle das Lchte bera:8- zupressen. Unter solchen Umständen wird jeder gute Deutsche es von nun an als seine vor- nahmste Psl cht anfcb.it, dies S System in Verwirrung und zu einem Abschluh zu bringen“ (da kennt er die „guten Deutschen" schlecht!), so wirkt das als Aeuherung eines Engländers natürlich stärker. Auch sollten sich die Befürworter deS Planes und der Ausländsanleihe, die die Lobeserhebungen in- und ausländischer Agenten kritillos wiederholen, den Sah von Keynes merken: „Dis zum nächsten Iuli wird Deutschland den Alliierten den Gegenwert der gesamten Anleihe wieder zurückerstattet haben" (aber 25 Iahre lang 8 Prozent Zinsen dafür und sie dann nochmal zurückzahlen müssen). Keynes betont auch, dah Deutschland wohl etwa die Hälfte der Anleihe als D.w.serrdeckung für seine Roten im Ausland stehen lallen müsse: „es wird allo von uns Geld zu etwa 8 Prozent borgen und uns gleichzeitig die Hälfte zu etwa 2 Prozent wieder leihen. Es ist nicht ersichlltch, wieso dieses Geschäft uns ruinieren sollte ober in ungeahnter Weise die Kaufkraft Deutschlands für Baumwolle Kupfer und Aehnliches befruchten würde"! Ob die naiven deutschen Anleihefreunde wohl den Hohn, der in diesen Worten liegt, und die Torheit der von ihnen vertretenen Anschauungen erkennen! Dah man aber gar so töricht sein könnte, auch auf jene 2 Prozent noch zu verzichten und den Amerikanern Gold abzukaufen, das zieht Keynes gar nicht in Betracht!
Auf die Wirkungen derAnleihefür Deutschland geht übrigens Keynes als echter Engländer gar nicht ein. Hier kommt die In- flativnsgefahr in Betracht, deren Besprechung wir uns jetzt zuwenden.
Don e ner Inflation durch die de.:t d>? Ausländsanleihe würde man frühe? nicht gesprochen haben, wie auch in der Hvchkonjunttur nach der französischen Kriegsentschäd g nj von 1871 von Inflation nicht die Rede geveen ist. Und doch sind die Wirkungen dem Welen nach vielfach die gleichen wie bei einer nve~en Geldvermehrung. Iede A sl^ndsanlei^e be e e e ne Zuführung zusätzlicher Kaufkraft, einerlei, ob daraufhin mehr Roten a -s gegeben werden oder die Duchkredrte der R'tenbank erweitert w.rden. Der Haupteinwand, den man gegen diese Auffassung härt, dah, wenn die Kredite produktiv vnNrendei werden, doch keine prcissteigende Wirkmg eintre en Litne. fl hi so allgemeiner Fassung falsch Dech sind d.e
Zeitläuften im Freden kann obendrein solch ein GedankenauStau ch v cl leichter zu falschen ur» ic len und F I. schlüsfen etwa durch gegen eckige HöflichteftSnrcksichten führen D.'.rch etioa6 5>er- art.ged waren natürlich unsere Debalten Ieu.«s- Wegs getrübt, im Gegenteil liehen alle 2ku■'& ningen an Deutlichkeit nichts zu wunf oe.1 g, da ja niemand, am wenig iea de feindliche on e, irgendwelche zarteRucksia len z > neh.nen brauche Man lernte durch diese rückhaftlasen Aeaf>erangen — der Aincr.kaner an und für !ich offen und derb ihre DeurleilangSweife unserer »in- richtungen, unserer Kriegführung und unsever ganzen Wesensart kennen. — Und waS ich da von unzähligen Amerikanern in b d n 2 ,Iahoen, also gcto'.f? nicht nur gelegentlich, i n ner tpte>er erfahren bob\ daS stimmt v. ll und ganz mit den Beabachtungcn des Be.ichterstaikeS überein. Sie gehen tiefer als die zahlreichen, mehr oberflächlichen Berichte, bei denen oft dev Wunsch der Vater des Gedanken» ist. Bem Les:n solcher enthusiastlschrn Bericht« kamen mir seither öfters Gedanken, die ich in Dem vorliegenden Artikel auch angeschlagen sand. Es ist UHibr, der Amerikaner, überhaupt eigentlich der Angelsachse, kann sich viel kindlicher und echter über etwa» freuen, viel naiver und bingebenber etwas bewundern (siehe Sport!) als wir. andererseits kann er aber auch viel robuster und rücksichtsloser fein, sowie das bu- finett berührt wird Es ist da» ein eigenartiger Dualismus in seinem Wesen, den auch der Berichterstatter feststellt und an Vorgängen aus dem Weltkrieg nachweist. Und er hat recht — das gilt eS mir zu unterstreichen — nicht anders ist es heute drüben, eine Tatsache, die uns De-i'.schen zwar schwer begreiflich ist, aber deshalb um so gefährlicher werden kann: so verkehrt eS z V war. aus der aufrichtigen Bewunderung der deutschen Handels-U-Boote auf Sympathien für Deutschland zu schliehen, so verhängnisvoll wäre auch heute der Irrtum, infolge des Zeppc- linjubels Hoffnungen auf ein amerikanisches Sich- cinfehcn für deutsche Belange zu hegen.
Roch etwas spielt dabei mit: Der Amerika- ner fühlt sich - auch daS gilt mehr oder weniger wieder für alle Angelsachsen — viel mehr aks wir als Glied eines VortSganzen. In- folgedessen ist er auch, wie ich immer wieder beobachten konnte, in viel höherem Maste in dem suggestiven Vanne der öffentlichen Meinung und jeglicher Propaganda und Agitation zugänglicher als der mehr individualisti ch veranlagte Deutsche, ich möchte fast sagen: auf Grund der vorhin auf- gezeigten naiven Seite seines Wesens. Kinder sind auch für suggestive Massenwirkungen empfänglicher. Der cigenbrolelnbe Deutsche bildet sich über alles sein Eigenurteil und verhält sich auch handelnd danach, selbst wenn er sich dadurch in Gegensatz zu seinen Volksangehörigen setzt. Ganz anders der Amerikaner: Er lästt sich immer wie- der in entscheidenden Angelegenheiten mitreisten von her ganzen Volksstimmung, selbst wenn er, wie ich häufig wahrnahm, persönlich ganz andere sachliche Ansichten hat. Auch aus diesem Umstand erklärt sich zum Teil das Verhalten de« amerlta- nischen Volkes im Krieg. All diese Wahrnehmungen wird jeder bestätigen können, der nicht nur vorübergehend, sondern längere Zeit den amerikanischen Volkscharakter beobachtet hat Darum kann nicht oft genug daraus hingewiesen werden, wenn das auch manchem bitter mundet: Hegen wir keine falschen transatlantischen Hoffnungen! Falsche Einschätzung und Unkenntnis der Mentalität unserer Gegner trugen ein gut Teil Schuld daran, dast wir den Kampf der Waffen verloren. Hü'en wir uns davor, daß uns nichi der gleiche Fehler in dem wirtschaft« lichen Ringen unterliegen last^!
90631) onalbank f Aktien mson.
ertrieb unftrts ibter Würst. tbers geeigneten tter
Aus Kretas Urzeit.
(Reue Ausgrabungen.)
Der unermüdlche Entdecker
Kultur und Gesch chte Kretas, der englische Ar- chäologe Sir Arthur Evans, dem wir die Auffindung der großartigen Kun tblüte aus der oeit des Minos vei-danl.n, hat seine Grabungen aus Kreta auch in diesem Iahre lortge eht und berichtet in der „Times" über feine neuester toxd); tigen und überraschenden Funde. Er hat sich in diesem Iahre eingehend -nft den stein zeit- lichen lieb netten in der Rahe des alten Knossors beschäftgt und gefunden, dast Krvta schon in einer vill früheren Epoche Deziehungen zu fremden Ländern unterh.elt. als man bisher ^genommen. Er 6at oud> ta« StMtenlW" des alten Kreta nä^er unte.sucyt nd er en wichtigen Hafen der Minoszeit aufgefuru.cn. Die Freilegung zweier vorgeschichtlicher H .u er von rechteck.ger Form und ziemlich verwickel er Bauart führte auf die Kultur eine: Zeit, d.e dem frühesten min:i ck-n Zeital er u.nm ttelbar vo^ ging. In ter Rahe di: er Hau er befarche-i sch Räumlichkeiten, ti: nich anders denn als Dor- ratskammern" ce^euiet werden fonntei unbjrev fellos die Dor tufe der spateren Wa enspercher bildeten In ci er dieser Dorwatskümmern fand llchnlLn^om typischen stewrelichen Topf eine kupferne Art, die nich'- aus Kre^sondern vielleicht aus Cypern ^staanmte. «.:«
Frau deutete auf Zusammenh ng^ mit OuMtoLen hin: die intereffan.ctten die er vorgeschichtlichen Gegenstände, die entdeckt wurden, waren aber
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