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Leihgestern, den 16. Juli 1924.

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][ Marburg, 16. Juli. Marburg rüstet sich zum Empfang der Teilnehmer des Akademi­schen Olympia. Zur Unterbringung der vie­len Gäste müsset! Massenquartiere in den Schulsälen, Turnhallen usw. eingerichtet werden. Auch im neuen großen Stadion werden die letz« ten Vorkehrungen getroffen; es sind dort verschie­dene Gebäude entstanden, u a. auch eine neue Jugendherberge, die demnächst eingeweiht werden soll. Damit die Teilnehmer aus den fremden Städten sich zurechtfinden, sind überall mit großen Buchstaben die einzelnen Abendquartiere ange­geben. Der Flaggenschmuck in den Straßen, der sowieso durch die studentischen Stiftungsfeste sich schon wochenlang bemerkbar macht, dürfte sich jetzt noch vermehren, und die zahlreichen Alten Herren, die sich in ihren bunten Mühen als Teil­nehmer der Stiftungsfeste bemerkbar machen, wer­den anläßlich Les Olympia ihr Hiersein etwas

Deutschlands Hochschuljugend für ine uic a r - Bürger Lage bereit, die, des sind wir gewiß, den Beweis dafür erbringen werden, daß in ihr die Erkenntnis vom Wert und der Notwen» digkeit körperlicher Ertüchtigung starke Wurzel gefaßt hat.

Das Akademische Olympia wird am Freitag- Vormittag durch einen feierlichen Begrüßungsakt in der Aula der Universität eröffnet. Anschließend daran erfolgt ein Festzug durch die Stadt. Am Nachmittag beginnen die leichtathletischen Vor- kämpse und Mehrkämpfe. Die erste Entscheidung fällt im Hockey. Auch der Sonnabendvvrmtttag ist Dorlämpfen in den einzelnen Wettbewerben und Spielen Vorbehalten. Der Nachmittag gehört den Schwimmern, am Abend fällt die zweite Ent­scheidung im Fuhkall. Der Sonntagvormittag be­ginnt mit Zwischenläufen, der Entscheidung im Diskus und im 800-Mcter-Lauf; auch der ©reger im Schlagball wird sestgestellt. Nach der Kirch­zeit und am Nachmittag folgen dann die Ent­scheidungen in allen übrigen Wettbewerben. Am Abend sammeln sich die Sieger im Stadion zum Abmarsch zur Siegerverkündigung, die in feier­licher Weise am Bismarckturm stattfindet. Am Montagvormittag geht's zu den Toren der Stadt hinaus zu fröhlicher Wanderfahrt, während die Turn- und Sportlehrer, die Vertreter der Pro­fessorenausschüsse und der Akademischen Aemter für Leibesübungen eine gemeinsame Sitzung ab­halten.

Möge Marburg ein Markstein werden in der Geschichte deutschen Strebens nach Kraft und Tat­bereitschaft.

gegen den bestehenden Bestimmungen nacy ttet Kantine der Polizeiunterkunft Neukölln. Hier be­gegnete ihm der Hauptwachtmeister Vill- Brandt und stellte ihn wegen seines Verhaltens zur Rede. Statt jeder Antwort zog Müller seine Tienstpistole und feuerte auf seinen Vor­gesetzten zwei Schüsse ab, durch die Dill- Brandt aus der Stelle getötet wurde. Dann jagte sich Müller eine Kugel in die Schläfe,

12 Dauerngehöfte niedergebrannt.

Stettin, 16. Juli. (WTB.) Wie die Blät­ter melden, entstand gestern nacht auf bisher noch unaufgellärte Weise auf dem Gehöfte eines Dauernhofbesihers in Franzow bei Kam- min Feuer. Bei dem herrschenden starken Nord­westwind griff das Feuer schnell um sich, so daß in kurzer Zeit 12 Gehöfte mit 38 Ge­bäuden niederbrannten. Menschenleben sind nicht zu bellagen.

Große Aeberschwemmrmgen in Nord-Eh'ma.

London, 16. Juli. (WTB.) Deuter meldet aus Schanghai: Der seit 14 Tagen nieder­gehende Degen verursacht ernstliche Heber- schwemmungen in ganz Nord-China. Der Eisenbahnverkehr zwischen PekingHankow und Duaiyuan ist eingestellt. Ein großer Teil der Stadt Kalgan sieht unter Wasser. Der bis jetzt übersehbare Schaden beträgt eine Million Dollar. Die griechischen, französischen und japa­nischen Konzessionsgcbiete sind infolge Durchbruchs der Dämme überschwemmt worden.

Bnchcrtisch.

Die Sachverständigen

Aus aller Wett.

Bad Kreuznach.

Kreuznach, 15. Juli. (WTB) Das preu­ßische Innenministerium macht durch landes- polizeiliche Verordnung bekannt, daß die amt­liche Bezeichnung für Kreuznach inBad Kreuznach" umgeändert ist.

Der Massenmörder Haannann.

Hannover, 16. Juli. Der Massenmörder Haarmann hat nunmehr 12 Morde ein» gestanden. 3n den letzten Aussagen hat Haar- mann den Mitbeschuldigten Grans schwer be­lastet, gegen den auch anderes Beweismaterial vorliegt, so daß seine Mittäterschaft an dem Ver­brechen nicht mehr in Zweifel zu ziehen ist. Nach dem ärztlichen Gutachten stammen die bei der Ab­suchung der Leine gefundenen Knochen von 24 Menschen. Cs können sich jedoch darunter auch die Körperreste von Verunglückten oder Selbst­mördern befinden. Auf Grund der bisherigen Unterlagen kann jedoch mit Sicherheit gesagt wer­den, daß es sich um mindestens 20 Opfer handelt.

Nicht der Neichstagsabg. Fürst Bismarck.

Berlin, Itz. Juli. (WTB.) LautDer- liner Tageblatt" wird die Qltelbung über den Flugzeugabsturz des Deichstagsabgeord­neten Otto von Bismarck in Bamberg auf eine entsprechende Anfrage in Friedrichsruhe als unrichtig bezeichnet. Vermutlich handelt es sich um eine Verwechslung mit einem Na­mensvetter, der bereits während des Krieges als Flieger hervvrgetreten ist.

Den Vorgesetzten und sich selbst erschossen.

Berlin, 16. Juli. Heute gegen 1 --U;* v- gab sich der Unterwachtmeister Müller vou fr.er Gruppenbereitschaft der Inspektion Nv^öllr «nt- ..............................! II rrii'IMIM

Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgange unseres teuren Entschlafenen dem tartml Mar Will sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Besonderen Dank den Arbeitern und Angestellten unserer Firma.

Die trauernden Hinterbliebenen.

Preisschießen im Gießener Schützenverein.

Der Gießener Schützenverein hielt am Samstag, Sonntag uno Montag ein großes Preisschießen ab, an welchem sich außer den eige­nen Mitgliederm eine große Anzahl auswärtiger Schützen und zum ersten Male die neu gegründete Hugendschützenabteilung beteiligte. Folgende Re­sultate wurdeii erzielt:

A. Iugendpreisschießen.

Erster und Hungschühenmeisterschaft: Gümb- lein <3 Dinge; 2. Nattmann, 30; 3. Graefe, 29; 4. Weinert, 29; 5. Groh, 29; 6. Betz, Alfr., 28; 7. Reichert, 27: 8. Wenzel, 27; 9. Guth, 26; lO.Har- ries, 26; 11. Bourgeois, 25; 12. Böh, Friedr., 23; 13. Horn, 23; 14. Siever, 21; 15. Pirr, 21; 16. Bötz, G., 19; 17. Schmitz, 18; 18. Balzer, 18; 19. Wörner, 17; 20. Wittich, 16.

B. Hauptpreisschießen.

a) Meisterschaft 300, 1 75 und 100 Meter, je 15 Schuh. 1. Hans Mangelsdorf, 522 Ringe; 2. Aug. Pascoe, Dutenhofen, 512; 3. Hermann Sauer, 505. b) Hagdmei st er­schaff: 15 Schuß. 1. Aug. Pascoe, Duten­hofen, 107 Ringe; 2. Ph. Nicolaus, 91; 3. Gg. Sohl, Marburg, 81. e) Festscheibe. 1. Aug. Paccoe, Dutenhofen; 2. Pirr; 3. Schmidt-Laubach; 4. F. Groh; 5. G. Appel; 6. H. Sauer; 7. Högy* Laubach; 8. Mangelsdorf; 9. Weinert; 10. Dr. v. Bentheim; 11. Enders, Laubach: 12. Ehr. Weeg. d) 300-Meter-Feldmeister. 1. Ad. Möhl, 50 Ringe; 2. Mangelsdorf, 50; 3. Gg. Appel, 50; 4. Fr. Groh, 49; 5. Schönau, 49; 6. Aug. Pas­coe, Dutenhofen, 47; Hill, Alsfeld, 46. e) 17 5- Meter-Standmeister. 1. Karl Georg, 53 Dinge; 2. Ad. Möhl, 53; 3. Aug. Pascoe, Duten­hofen, 53; 4. Schönau, 50; 5. Mangelsdorf, 50; 6. Zeller, 50; 7. Bücking, Alsfeld, 49; 8. Sauer, 48; 9. Gg. Appel, 48; 10. Weeg, 47; 11. Hill, Als­feld, 47; 12. Wilh. Decker, 47; 13. Wiegand. 47. s) 100-Auf läge. 1. August Pascoe, Duten­hofen, 36 Ringe; 2. Högy, Laubach, 35; 3. Gg. Rühl Laubach, 35; 4. Mangelsdorf, 34; 5. Enders, Laubach, 34; 6. Hill, Alsfeld, 34; 7. Sauer, 34; 8. Hch. Appel, 34; 9. Schomber, 34; 10. Balzer, 34 11. Schmidt, Laubach, 34; 12. Holm, Lich, 34. g) Laufend Wild. 1. Ph. Nicolaus, 28

- Ringe- 2 Aug. Pascoe, D"tenhofen, 28; 3. Sohl, Marburg, 27; 4. Dr. v. Bentheim, 25; 5. Gg. Appel, 24; 6. Balzer, 22; 7. Gümblein, 22; 8. Weeg, 19; 9. Zeller, 19. ___________________________________

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Hatten sotten. - - Zwischen der Gastwirte- Innung und der Stadtverwaltung ist ein Konflikt ausgebrochen. Bekanntlich will die Stadtverwaltung einen Ratskeller er­richten und hat das Projekt mit der Begründung vertreten, es gebe in Darmstadt keine erstklassige und vornehme Weinstube. Die Gastwirte- Innung sieht in dieser Behauptung einen belei­digenden Angriff auf ihr Gewerbe und ver­langt, daß die Angriffe in einer öffentlichen Erklärung zurückgenommen werden.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt a. M 16. Juli. 3n der hiesigen Reichsbankhaupt stelle wurde dieser Tage eine große Unterschlagung aufgedeckt, deren Summe nahezu eine halbe Million Mark erreichen dürste. Der Verlust ist durch dnen groben Vertrauensbruch des Kas­sierers, eines schon älteren Beamten, eiitstanden, der die Beträge der Kasse entnommen und die Mitarbeiter- feiner Abteilung über den tatsäch­lichen Stand der Kasse getäuscht hat. L. soll den weitaus größten Teil des Geldes für einen r - s enmakler, der in Schwierigküten geraten war, zu Deckungen von Verbindlichkeiten ver­wendet haben. Der Fehlbetrag scheint aus Ver­mögenswerten größtenteils gedeckt zu sein. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Der un­getreue Bankbeamte wurde zur Untersuchung sei­nes Geisteszustandes zunächst einmal in eine Ner­venheilanstalt gesteckt, eine Maßnahme, die viel­fach in der Bürgerschaft Kopfschütteln verursacht. Die jetzt von allen Frankfurter Geschäften ver­anstalteten Ausverkäuse haben naturgemäß auch die Zunft der W a r e n h a u s d i e b e beiderlei Geschlechts in Hellen Scharen mobil gemacht. Kein Tag vergeht, daß bei der Polizei nicht mehrere auf frischer Tat gefaßte Diebe eingeliefert wer­den. Die Warenhäuser haben, soweit es angängig ist, mit Unterstützung der Polizei ihren Sicher­heitsdienst erheblich verstärkt. Heute früh wurde in einem Warenhaus an der Zeil einer Käuferin aus der Tasche eine sehr bedeutende Geldsumme gestohlen, einer anderen nahm man gleich die ganze Handtasche weg, einer dritten den absei s gelegten Mantel.

Zürnen, Sport und Spiel.

Akademisches Olympia in Marburg.

Nur wenige Stunden trennen uns noch vorn Deutschen Akademischen Olympia zu Marburg, das vom 18. bis 20. Juli stait- finbet. Es ist nicht das erste Mal, daß Deutsch­lands hohe Schulen sich im sportlichen Wettkampf messen. Schon 1909 sand anläßlich der 500-Zahr- Feier der älniversität Leipzig das erste Aka­demische Olympia statt. Das gute Gelingm regte zur Wiederholung an, und schon im Hahr daraus führte Berlin gelegentlich der 100-Hahr-Fe:er seiner Universität das 2. Deutsche Akademische Olympia durch. Daß auch diese Veranstaltung ein Erfolg war, beweist die Tatsache, daß sich damals die Leibesübungen treibenden Korpora­tionen und Verbände zu einemDeutschen aka­demischen Bund für Leibesübungen" zusammen- schlvssen. 1911 verband Dreslcvu die 100-Jahr- Feier seiner ülnidersität mit olympischen Wctt- kämpsen, und 1912 brachte Danz i g ein Olympia zustande. Die Turn- und Sportbewegung in der Studentenschaft gewann sichtbar Boden. Es war deshalb nur natürlich, wenn die Prosessoreiischaft Akademische Ausschüsse für Leibesübungen" bil­dete und in gleicher Weise auch die studentischen Verbände sich die Förderung der körperlichen Ertüchtigung der Hochschuljugend immer mehr an­gelegen sein ließen. Als 1913 in Leipzig im Rahmen der Völkerschlachtseier wieder ein Aka­demisches Olympia abgehalten wurde, waren Be­teiligung und Leistungen aller Anerkennung wert. Dann kam der Krieg und die trostlose Zeit nach ihm. Alles, was mühselig auf gebaut war. zer­brach. Erst 1920 gelang es, den Gedanken des Akademischen Olympia wieder erstehen zu lassen. Man traf sich in Hannover, und der Erfolg war über Erwarten groß. Der Drang nach Selbst­verwaltung ließ die Studentenschaft nun auch selbst den Ausbau der körperlichen Schalung in die Hand nehmen; sie schuf dasAmt für Leibes­übungen der deutschen Studentenschaft", welches an allen Hochschulen örtliche Aemter einrichtete. Die Studententage in Göttingen, Erlangen und Würzburg stellten Leitsätze und weitgesteckte Ziele für die Pflege der Leibesübungen fest. EinVer­ein der Hochschul-Turn- und Sportlehrer" brachte eine weitere Förderung der Bewegung, und 1921 schlossen sich alle diese Gruppen zumDeutschen Hochschulamt für Leibesübungen" zusammen, wel­ches seitdem die Tum- und Sportbewegung in der deutschen Studentenschaft leitet and nach Kräf­ten fördert. Die deutschen Hochschulmeisterschaften 1922 in Darmstadt fanden bereits unter der Oberleitung des Hvchschulamts statt. Zum ersten Mal wurden auch akademische Fußball- und Hockeymeisterschaften Lurchgeführt. Die wirtschaft­liche Not des Zahres 1923 ließ von einer gemein- famert Veranstaltung absehen, jetzt aber steht

MMMMM ^gemünfaiten

achten. Die Berichte von Dawes und Mac Ken na nebst allen Anlagen mit einer volkswirtschaftlichen Einführung, aussührlicher Inhaltsübersicht und alphabetischem Sach­register. 80 Seiten Quartformat. Dieses Son­derheft derDeutschen Wirtschafts-Zeitung", her- ausgegeben vom Deutschen Industrie- und Han­delstag, enthält außer den beiden Berichten nebst Anlagen eine von berufener Seite geschriebene orientierende Einleitung über den Stand der Reparationsfragen, mit denen dir Sachverstän» digenvorschläae zusammcnhängen, ferner eine aus­führliche Inhaltsübersicht über die beiden Sach­verständigenberichte, sowie ein Sachregister. Die Sachverständigen-Gutachten bilden gegenwärtig lnicht nur den Kernpunkt für alle Verhandlungen der Regierungen untereinander, sondern auch für die Verhandlungen der Parlamente. Für jeden Deutschen ist das, wcks sich auf Grund dieses Sachverständigen-Vorschläge entwickeln wird, eine Lebensfrage. Eine möglichst weite Verbreitung genauester Kenntnis über den Inhalt dieser Gut­achten ist im vaterländischen Interesse dringend zu wünschen. Das genannte Heft kann im Buch­handel zum Preise von 3 Mk. oder vom Ver­lag Reimar Hobbing, Berlin SW 61, bezogen werden.

Max Frehhan, Das Drama der Gegenwart (P. S. Mittler & Sohn, Ber­lin). Das aus Vorträgen imZentralinstitut für Erziehung und Unterricht entstandene, glän­zend geschriebene Buch will die Haupttendenzen im deutschen Drama der Gegenwart, die Aeuße- rungen seines Formwillens, die Bekenntnisse seines Weltgefühls in entscheidenden Vertretern auf zeig en unb zu einer orientierenden äleberschau zusammenfassen. Im großen ganzen ist das auch durchaus gelungen, wenn auch manches verbor­gen, willkürlich und anfechtbar erscheinen mag. Eine Betrachtung gegenwärtiger, im Fluß be­findlicher Erscheinungen ist sicherlich anders als rein subjektiv, aber darum nicht weniger inter­essant.

Das Knaben- und Madchenturnen in der Deutschen Turnerschaft.

DaS deutsche Turnen, vielseitig in seinen Detriebssormen und in seinem Aufgabenkreis, hat sich unter anberm auch die turnerische Er­ziehung der Knaben unb Mädchen zu seinem Ziele gesetzt.

Welchen Umfang dieses Knaben- und Mäd­chenturnen in der Deutschen Turnerschaft ^ange­nommen hat, geht aus der Zahl der kürzlich erschienenen Destandserhebung hervor. Danach betrug die Zahl der in den Vereinen der Deut­schen Turnerschaft turnenden Knaben unter 14 Jahren 200 150 und die der Mädchen 131 564. Diese Riesenzahlen legen Zeugnis ab von der machtvollen Ausbreitung des turnerischen Gedan­kens unter dem jungen Geschlecht, das dereinst berufen ist, beste deutsche Volkskrast darzustel­len. Sie beweisen aber auch gleichzeitig, welche idealen Kräfte in der Deutschen Turnerschaft am Werke sind, um einen derartigen erzieherisch fv überaus wertvollen Turnbetrieb durchzufüh­ren. Eine Unfumme selbstloser Hingabe von Tausenden von Turnwarten, Turnlehrern und lehrerinnen, Vorturnern und Vorturnerinnen und endlich auch von Derwaltungsbeamten gehört da­zu, um die ehrenamtliche Arbeit zu leisten, die für die Heranwachsende Jugend geschieht.

Was wird in den Schüler» und Schülerinnen» Abteilungen der deutschen Turnvereine alles be­trieben? Zunächst einmal regelmäßiges Tarnen in der Turnhalle an Geräten, Freiübungen, durch die systematische Körperdurchbildung vermitielt wird, dann im Freien das volkstümliche Turnen in den Hebungen des Laufs, Sprungs und Wurfs, ferner die Turnspiele, Wanderungen, die die engere Heimat kennen und schätzen Lernen lassen unb den Blick für die Schönheit des deitschen Landes durch weiter ausgedehnte Wanderfahrten schärfen.

Auch das Schwimmen wird, wo es die ört­lichen Verhältnisse zulassen, gepflegt. Zu den wichtigen Aufgaben dieser modernen Jugend­erziehung im Turnverein gehört auch nament­lich im Winter die Veranstaltung von Unter» Haltungsabenden. Es werden Zusammenkünfte ab­gehalten, bei denen der Gesang gepflegt wirb, Werke deutscher Dichter und Schriftsteller vor­gelesen und besprochen werden. Man widmet sich der Vorbereitung von Elternabenden, ver­anstaltet Weihnachtsfeiern unb betreibt mit Feuereifer das Brettspiel.

Hiernach ist der Kreis des Betriebes tn einer zweckmäßig geleiteten Schüler- ober Schüle­rinnenabteilung eines deutschen Turn',xireins von großer Vielseitigkeit, die ohne völlige Hingabe der Leiter und Leiterinnen der Abteilung gar nicht zu lösen ist und auch große erzieherische Begabung vorausseht.

Möge diese Arbeit, die fernab von allem poli­tischen Parteigetriebe schon die Jugend zur großen Vollsgcmeinschaft erziehen will, wette Verbrei­tung finden zum Segen der Wiedererstarkung des deutschen Volkes!

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Bekanntmachung.

3n unser Handelsregister Abt. B wurde nm 3 Juli 1924 bei der Firma Wilhelm Gail'sche Tonwerke, Akttengefellschaft in Gießen folgendes eingetragen: Durch De-

Goldmark herabgesetzt, eingeteilt in 1000 fitüd Inhaberaktien zum Nennbeträge Don 175 Goldmark und 300 Stück In­haberaktien zum Nennbettage von 1750 Goldmark. § 4 u. 28 der Satzungen ist geändert.

Gießen, den 15. Juli 1924.

Hessisches Amtsgericht. 5718B

Eingesandt.

(Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

An dieser Stelle veröffentlichten wir Ende Dezember 1923 ein Eingesandt, welches sich mit der hiesigen Ortskrankenkasse befaßte. Zu dieser Ver­öffentlichung liegt uns nün die folgende Erklärung vor:

Das von mir herrührende Eingesandt in Nr. 298 desGieß. Anz." vorn 17. Dezember 1923 mit der Lleberschrift: Braucht man da noch eine Ortskrankenkasse?, enthält eine Reihe von Vor­würfen gegen die hiesige Ortskrankenkasse, die ich hiermit zurücknehme, nachdem ich mich davor überzeugt habe, daß diese anfangs im guten Glauben von mir erhobenen Vorwürfe unbe­gründet sind.

Franz Heinrich W i l l w v h I.

Anmerkung der RedaLtiou: Wii geben dieser Erklärung mit dem Anfügen Raum, daß wir unsererseits jenes Gingesandt seinerzeit aufgenommen haben, um damit eine Klärung der Angelegenheit herbeizuführen.

Verantwortlich für Politik und Feuilleton.

3. V.: Heinz Gorrenz.

Bekanntmachung.

In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Oberhessische Elek- ttizitäts-Gesellschaft mit beschränkter Haf­tung in Gießen folgendes eingetragen: G. v. Neuenstein und P. K. G-Yer sind als Geschäftsführer ausgeschieden, alleiniger Geschäftsführer ist Ingenieur Willi Bierig in Mannheim, Luisenring 2. Das Stamm­kapital ist auf 18 300 Goldmark herab- gesetzt.

Gießen, den 12. Juli 1924.

________Hessisches Amtsgericht. 5717B

Aus Interessentenkreisen sind zu vergeben große und kleine [5731A

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