Darüber Ausdruck geben, bah Der tn sachlich ge- SaHener Form batgdegte Ctanbpunft, den Die ba^errftbe Olegierunj der QUt^txrrl-aflung gegenüber einnimmt, von Dem Gedanken getragen ist, bat Leich im Ganzen wie « seinen Teile« stark imb feftgefügt zu erhalten.
Jdfr Derfmne nicht, bah die Denkschrift sowohl tn ihren geschichtlichen Darlegungen wie in den Bor- schlügen für die Zukunft Gegenstand lebhafter, vielleicht heftiger Weinungskämpfe fein Di cd, die jedoch, wie ich bestimmt Haffe, ftch in den Grenzen halten werden, die ihnen die Tatsache zieht, dah deutsche Gedanken und ©riufae der bayerischen Legierung die Feder geführt haben. Die RetchSregierung ist gern: bereit, zunächst mit der bayerischen Legierung unter Zu- qrundelegung der überreichten D^mkschrift in einen Meinungsaustausch einzutreten, wobei fte mit der bayerischen Regierung darüber einig ist, dah die einzelnen in der Denkschrift erörterten Fragen einer eingehenSen fach ichen und vorurteilslosen Prüfung bedürfen. Erst nach dem Ergebnis dieser Erörterungen wird sich die Frage beantworten lassen, inwieweit von sntm der RcichSregierung und der bayerischen Legierung die Initiative zu g e f e t> g ebe r t- schen Mahnahmen zu ergreifen fern ward.
Die dritte
Steuernotverordnung.
Berlin, 16. Jan (Priv.-Tel) Der @nt- Durf der dritten Steuemotverordnung, die Inner- )ifb bestimmter Grenzen die Auswertung s- a g c regeln und eine Mietzins st euer ein- »hren sollte, ist jetzt soweit sertiggestellt. dah | > hns Äabinett damit befassen kann Der ur- ^rüngliche Entwurf hatte eine zehnprozentige Besteuerung des Geldentwertungsgewinnes bei Industrteobligationen und eine bis zu 50 Prozent der Friedensmiete steigende Belastung der Miet- linfe vorgesehen. Gegen diesen Entwurf hatte sich /licht nur bei den politischen Parteien und ver- 'chiebenen Interessentengruppen, sondern auch bei einer Leihe von ßanbeßtegkntnflen erheblicher Widerstand geltend gemacht, zumal da in der Verordnung gleichzeitig auch eine Neuregelung des Finanzausgle ich s zwischen dem Reich und den Ländern geplant war. Auch zwischen den verschiedenen Ressorts der Reichsregierung bestanden erhebliche Meinungsverschiedenheiten sowohl in der Aufwer- -ung wie In der Mietsteuerfrage.
Die Derhandlungen zwischen den Leichs- ressvrts aus der einen und zwischen dem Finanz- mmifter und den Landesregierungen auf der an« deren Seite buben geraume Zeit in Anspruch genommen. Sie sind jetzt abgeschlossen, und daS Finanzministerium hat. soviel wir wissen, heute den Entwurf einer neuen Verordnung fertiggestellt. In der
Auswertungsfrage
hat man. dem Vernehmen nach, das ursprünglich geplante generelle Aufwertuygsverbvt fallengelassen. Dagegen scheint noch an eine steuerliche Erfassung von Deldentwer- tungSgewinnen gedacht zu sein. Das Leichs- labinett wird sich vermutlich noch in dieser Woche mit dem Entwurf beschäftigen. In der nächsten Doch« wird er an den Reichs rat gehen.
Der Attentatsplan gegen Seecftt.
Berlin, 16 3an. (Priv.-Tel) Die Blätter teilen noch folgende Einzelheiten über die Ber- Haftung des früheren Offiziers Thvrmann mit, der beschuldigt wird, einen Anschlag auf Geichral v. S e e ck t Dorbereitet zu haben Thor- .p.auB tarn vor einigen Tagen nach Berlin und beg4b sich in das Bureau der Deutsch-völkische.! Frelhcitspartei. Er verlangte und erhielt dort die 'Adresse eines Herrn D, den er von früher her zu kennen behauptete ®r suchte D. auf, Icgttimici te sich durch Ausweis des Wiking- bundeS, der Kapitän Ehrhardt nahesteht, und crDärtc im Laufe der Unterhaltung, er sei
Mit der Absicht nach Berlin gekommen, v. Geeckt zu erledigen.
D. ging zum Schein auf den Mordplan ein und versprach Thormann einen geeigneten Mann zu
Wintersport unserer Klassiker.
Don Dr. Friedrich Spreen.
Die Freude an Leibesübungen in Frost und Schnee,-das ganze weite Reich deS Wintersports, da« heute, so zahllose Anhänger besitzt, konnte erst entstehen, als die Schönheit bei Winters entdeckt war. Solange der Mensch in Kälte und Eis seine grimmigsten Feinde sah und nichts mehr fürchtete als die Zahrc-szeit des eintönigen Dunkels und bev tauben Winde, fehlte es ihm an der Ruhe des Gemütes, an der HerzeuSheiterkeit, um sich mit Genust tn der winterlichen Ratur zu betoegen. Die Vorläufer unseres Sports, das Schlittschuhlaufen der Hclländer und Engländer, das Schnee- schuhlaufen der Skandinaven, dienen dem praktischen Verkehr, der die Menschen zwang, sich auf ui gefrorenen Flüssen und weiten Schnoefeldern möglichst rasch und bequem fortzubewegen Man lief Schlittschuhe und Schneeschuhe. man fuhr aus Schlitten, ohne dabei irgendwie sportliche Interessen zu haben. Frellich. allmählich wurden diele winterlichen Forttx-w gmgSmittel zur Lustbarkeit der Kinder und der einfachen Leute, aber noch im 17. Jahrhundert. wo wir fa viele holländische Schlittschuh- und Schlittenbilder besitzen, war höchsten- der Schlitten Mote, der jedoch nur An last zu bunten Festen und Maskeraden gab. Die Freude am Winter erst weckte Ne Freude am Wintersport, und auch die Ersten, die den Sauber der fallen Iahreszeit besingen, tun dies noch lieber von der warmen Stube aus. wie z. V der feine Raturbeobachter Brockes Roch 1735 schrieb die Frau Gottsched, die sich. cEenfo tote ihr Mann. alS Statthalter des guten Tons tn Deutschland fühlte, über die Leute, die auf der Plritze Säüittlchud und Schlitten fuhren: .Ich sehe der Wut dieser Menschen ginz g. lassen aus meinem Fenster zu. setze mich an «vriii n Schveibtisch and ergäbe mi.f In meinem g:bei'ten 3immer und mit nie.ren T :d rn m br als all? Schiittcnfahrer mit ihrer frostigen Lustdrrkeit."
E c st u-s^rc K'astikrr haben den Wintersport für Teust. land entleckt. und ’trar ist es Klopft ?, 6, * ciftc unserer Qiniftcn Dichter, der auc uglcich ter erste Klassiker des Wintersports wurde. Der Dichter des .Messias" war ein Id-
stellen, der die Tat ausführen sollte. Rach oct ilntetrebunq machte D. sofort dem Reichskom- mtlfar für öffentliche Sicherheit, Oberft Künzer. tn>.i dem Mordplan Mitteilung. Künzer, der auch die Hintermänner Thormanns fassen wollte, beauftragte D, auf den Plan zum Schein etiv zugehen und auch den .geeigneten Mann' zu stellen Als nun bei einer neuerlichen Unter- redung Herr D dem Thvrmann den verlangten Helfer vorstellte, entwickelte Thoimann seinen Plan.
Seeckt, der jeden Morgen vor Antritt seines Dienstes im Tattersall;n reiten pflegt, foIU-i dort von dem Helfer, der znr selben Zeit in dem Tattersall reiten sollte, b:hn Dorbeireitrn ans unmittelbarer Rahe durch mehrere Revol- verschüsse getötet werden.
D. und fein Helfer gingen zum Schein auf den Plan Thormanns ein, verabredeten mit diesem, dah man sich nach Vollendung der Tat am Montag vormittag im Eaf6 Zosti treffen sollte Zur bcrabrebeten Zeit waren dann auch Thor- mann. Herr D und dessen Frau im Cafe anwesend An Stelle des Täters erschienen jedoch Polizeibeamte und nahmen sowohl Thvrmann als auch D. und dessen Frau fest. Diese beiden letzten sind natürlich f cf ort wieder auf freien Zutz gefetzt worden, wahrend Thvrmann i n blntersuchungshaft genommen wurde. Die Untersuchung erstreckt ftch auch vor allem auf die Hintermänner ThormannS. da nicht anzunehmen ist, dah der Mordplan mir dem Willen eines einzelnen entsprungen ist.
Ueberschuh in der Rcichshauptkasse.
Berlin 16. Jan. sPiiv.-Tel.s Dine lieber- ficht über die Veldbewegung bei der Reichshauptkasse vom 1. bis 10. Januar zeigt, dah in dieser Dekade zum eisten Male seit langer Seit wieder em lleberschuh der Einzahlungen über die Auszahlungen bestand, und zwar in Höhe von 36 Trillionen Papiermark. Der tägliche Ueberschuf) beträgt 4,5 gegenüber einem täglichen Zuschutzbedarf von 10,5 Trillionen Papiermark in der Dordekade. Der in der Brrichts- dekade nachgewiesene Liebe -schuh stellt etwa den Dritten Teil der in der folgenden Dekade fällig werdenden Befvldungszahlungen und Steuerüberweisungen an die Länder dar.
Die Lage in Mexiko.
Berlin, 16. San. (Wolff.» Bei der hiesigen mexikanischen Gesandtschaft ist folgendes Telegramm aus Mexiko eingegangen: Die Vorbereitungen zum Angriff an den F.onlen von Ialisco und Veracruz stehen vor dem Abschluß. Die Aufständischen find durch die Beschlagnahme der ton ihnen in den Vereinigten Staaten angekauften Waffen infolge der Verordnung der amerttani- schen Regierung demoralisiert. Die mexikanische R gierung empfängt bereits Sendungen von Waffen undKriegsmaterial. das sie in den Vereinigten Staaten angefauft hat. Hierdurch ist die Durchführung der unmittelbar bevorstehenden Aktion zur endgültigen Unterdrückung des Aufstandes sicher- gefttltt. Im übrigen Lande herrscht vollkommene Ruhe und alle Derlehrsverbindungen funktionieren normal.
Die Besserung des Frankenknrses.
Paris, 16. (tun. (Priv.-Tel.) Der durch die Ankündigung des finanziellen Sanierungsprogramms auf dem Devis rn-
Für den
Rest des Monats Januar bezieht man den Diestener Anzeiger vom 19. Januar an durch die Trägerinnen in der Stadt und durch die Zweigstellen in den Landorten zu
1,10 Goldmark
einschließlich Trägerlohr»
Verlag des (Siebener Anzeigers.
denschaftlicher Freund aller Leibesübungen, daher lockte ihn nudj die von den Holländern geübte Kunst des Schlittschuhs, und er schreibt einmal: .Die Holländer liebe ich vor allen, well sie ihre Tyiannen verjagt haben und die besten Disläufer find, von denen wir diese Kunst gelernt haben." Gr kam aber erst verhältnismäßig spät zu diesem von ihm so begeistert gefeierten Sport. Datz er in Dänemark, das seine zweite Hrinrat g?wordm, die alte Tradition noch vorfand, ist w-rhrschern- lich. aber die Kopenhagener Gesellschaft hat sich erst durch sein Vorbild zmn longverge ' nen Eislauf bekehren lassen. Den entscheide irden Aastost boten wohl zunächst die Gestatten l er altnordi- fd.cn ©öttertoclt, in die sich der Dichter damals leiben fdra ft lid) vertiefte und durch die er eine germanische Renaissance der Poesie in Dichtung und Leben heraufzubeschwören hoffte. Seinem Oüngcr und Freunle. dem Wiener DeniS. dem er vom .Schrittfchuh.'aufen" vorschwärmt, mutz er erst erklären, wovon tie Rede ist weil dieser feine Ahnung hat, worum es sich dabei handelt. Hub da nennt er voll Stolz als das Evangelium drS OiSlaufes die von den Bard:n »o hochr-.-rehrle Gdda: ..Also buben Die auch (wie bedauere ich Sie?) nicht verstanden, wenn Die in der Edda, diesem ältesten Denkmal unterer nördlicheren Dor» fabern. gelesen haben, bah der elfte der keltischen Götter vornehmlich im Begmschul und im Schlitt- schublaufe vortrefflich getoJen fei; bah dem Tial' i ur ter Geist teS Riesenkönigs, dem dieser einen Körper angezaubert hatte, in diesem edl.n Wettlaufe hätte zuvvrkommen können, und d ri' es König Harald seiner schönen unerbittlichen Glisfif unter feinen vorzrigiden Geschicklichkeiten genennt habe, bah er stark in dieser Kunst sei. Ich hoffe, Sie werden endlich einkben. wie lehr Sie zu bedauern sind!" Ss steckt m diesem Hohn ein Kem von Wahrheit: der Dichter glaubte, baf nur der seine 61» oben und feine teutonisch: Kun 'er neue- rung ganz verstehen könne, der in bei Kunst Tialfs bewandert fei Klopstock ist wohl der erste Deutsch« gewesen, der den Winter mit ganzer Deere [lebte, und die .Seele der Wintrtffreuden" fad er im Eislauf öebr hübsch hat Peter Helfe» rid Sturz uns den Schlittfchahläuser Klopstock gJdUt.'it .Kaum baf. der Reif sichtbar wird, so ift ei Pflicht, der Zeit zu gemet-ei und eine
morn verursachte Jludiajwg hat heute eine fcharse Fortsetzung erfahren. Dav P f u n o ist von 94,81 aui 90,90. bei Dollar aon 22.32 auf 21,34 zurückgegangen In den politischen 5C«:eilen glaubt man, datz das neue Steuer Programm der Regierung in der Kammer kaum ernsthaften Widerstand finden wird.
Aus Stadt und Land.
Giesten. den 17. Iannar 1924.
(Siu eigenartiges Verbot bei Uniform« tragens.
Am Tage vor der letzten Gedenkfeier für unsere gefallenen Krieger, die in Greben am Totensonntag t Qe auf dem Reuen Friedhof flaUfanb, wurde hier rine Anordnung bekannt, die recht seltsam beruhrie. 'Beigeordnetei Dr. Frey als Vorsitzender der Oitsgiuppe Dieben des Votksbundes für deutsche ÄricgÄgiöbcrfüriorgc teilte nämlich mit. dab ihm am Samstag — also 24 Stunden vor dem Zeit» vunti der Feier — durch das Polizera m t G leben eine Verfügung zug^gan^en fei, nach der die Genehmigung bet Frier an die Bedingung g.-knüpft wurde, dah btc ehemaligen Offiziere, denen d.i-> Rechi zum Tragen der Uniform veckiehen tourb?, nicht i n Uniform b i der Feier zugegen fein dürften Aus den Vorverh.ind ingei war anzunetzmen, dah die V-nehm'.g'lng der 5'riiur- feier von der Militärbehörde gegeben werde, und auf Grund dieses Eindrucks hat denn auch jedermann angenommen. dab das briremdlich^ Verbot _ auf eine militärische Stelle zurück-uführen sei. Beigeordneter Dr. Frey bemühte sich nach den Weisungen der V^riügung, die in Betracht kommenden Persönlichkeiten schleunigst za unterrichten, er konnte aber bei der Kürze drr Zeit nicht allen Herren die Rachricht rechtzeitig übeimitteln. So kam es. dah verschiedene ehemalige Offiziere in Uniform am Portal deS Friedhvses von Polizeibeamten in sicherlich höflicher, aber nach Lage der Sache doch peinlich wirkender Art angehalten wurden: in einem Falle soll em ehemaliger Offizier es vorgez.igen haben, auf die Teilnahme an der Feier zu verzichten uno vom Friedhofsportal aus sogleich ben Rückweg anzutreten, da ja an der Uniform, dem Ehrenkleide des Soldaten. Anstob genommen worden war. Die Lbigelegenheit erregte natürlich nicht nur in den direkt betroffenen Kreisen, sondern auch darüber hinaus in breiten Schichten der Bürgerschaft unangenehmes Auf. sehen, und das um so mehr, als ja zwei Äorrt- pagnien unserer Garnison mit dem Oftizierkorps, an der Spitze der Kommandeur Oberst Bethcke, an der Gedenkfeier teilnahmen und der Tiitppen- kommandeur im (Hamen der Truppe und aller beteiligten Vereine einen Kranz zur Ehrung der Helden niederlegte Aus arundsählichen Erwägungen gingen die betroffenen Äreife b?r Sache nach und erzielten dabei eine Q(ufflärjnq, die recht überraschend war. Es stellte sich nämlich heraus, dah die Militärbehörde ein Verbot des Tragen« der Uniform durch die dazu berechtigten früheren Offizier' bei dieser Feier gar nicht erlassen hatte. Diese Ermittlung, dir uns gestern berichtet wurde, hat man uns auf Anfrage an verantwortlicher milttärischer Stelle al« richtig bestätigt: weder das Wehrkr^iskommandv. noch das 15. Inf.-Regt, in (Stehen haben jenes Verbot ausgesprochen. Da zur Zeit nur zwei ößfentliche Gewalten tm Lande in Frage kommen, nämlich die Militärbehörde und die S taatsregierung. die Militärbehörde aber bk Verantwortung für den erstaunlichen Ukas ablehnt, bleibt nur die Schluh- folgcrung übrig, dah die ® taa t « re g ier u n g das Tragen der Uniform durch die dazu berechtigten früheren Offiziere bet dieser Feier verboten hat. Dah die Regierung mit ihrer Anordnung ein Recht verletzte, daS die damit ausgezeichneten Staatsbürger in langjähnzer treuer Dienstzeit für da« Vaterland daheim dzw. an bet Front sich erworben haben, bai auch die neue Aera anerkannt hat und selbst noch weiter verleiht, steht unAtoetfelbaft fest. Man darf wohl erwarten, dah eine Darlegung der Gründe für dieses merkwürdige Verbot alsbald gegeben wird. Rach bereu
Bahn ober ein Bühn le in aufzuspüren. Ihm waren in Kopenhagen tiKc kleinen Wasseransammlungen bekannt, un. er liebte sie nach der Ordnung, wie sie später oder früher zufroven. Aus die Verächter der Eisbahn sieht er mit hohem Stolze herab. Eine Riondnacht auf dem Eis" ist ihm eine Fest- racht der Götter. In dem Eisläufe entdeckte sein Sä-arfsinn alle Geheimnisse der Schönheit. Schlan- g-nlinien, gefälliger als Rvgarihs. Schwebungen wie des pythisä-en Apoll."
So leilei'.schastlich wie Klopstock selbst für die .Bahn des Kristalls" schwärmte, war auch sein Wunsch, andere dafür zu gewinnen. .Eislauf predigt er mit der Salbung eineS Hsidrnbekeh- icrS", erzählt Sturz, .und nicht ahn; Wunder zu tollten; dem auch mich. !er ich nicht -um Schwe- ler gebaut bin. hat er auf daS Eis argumentiert." Ein giotcr Teil ter Männer und Hünallnge. die dann als seine jünger den .Tanz auf dem Was- serkothurn" in Deutschland verbreitrien. haben Den ihm tas Schlittschuhlaufen gelernt. Den un- garisch-en Grafen Batt hyani möchte er als den Sendboten des Schlittschuh aufes nach seiner Heimat entlassen. Mit Mathias Claudius, £e:i Stolbergs, dem jüngeren Cramer to a. läuft er zusammen Mehr aber noch als fein Tun und R^den wirkt sein Gelang. Lichts bat den Beflügelungen des Stahls ft> viel h?geiftcale An» bärget erworben als feine damals so hochge- feteric Dichtung; die Eisoden hatte i*er auf ben Lippen. Auch Herder ergötzte sich an Klov- stocks .Schlitttchuhsilbenmatz" und .Wintermov- gaimufir, aber der etwas verzärtel e Hofpvedt- gcr br-achte es nicht zur Ausübung dieses männlichen Sperl«. Dagegen wurde Goethe der Fori- fchcr und eigentliche Vollender der von Klopstock ins Leben gerufenen Bewegung
Der junge De et he. der in Wetzlar wegen feines Schlillschuhlaufens bereits Aufsehen erregte. brachte biefe Kunst auch nach Darmstadt und Frankfurt und ritz durch fein Feuer die ankern mit Wo er hinkommt. tn Mainz und dann in Weimar, schnallt er die Stähle unter die Sohlen: überall wirbt er Anhänger für den Sport, fr Klinger und Bote, an ben er schreibt: .Es ist wieder Eisbahn: adieu ihr Musen oder mü htnauo auf die Bahn, wohin ihm ÄLobftoden folflct." Zum Sis-Hochizettlag fliegt er hinaus
Bekannttverden wirb zu dem Vorfall ®opi noch einiges zu tagen fein.
Tie Reichs TeuernrrgSziffer.
Tie Reichsinbe rzif sec für die Lebenshaltungskosten (Ernährung. Wohnung, Heilung. Beleuchtung unb Deklridungs beläuft sich nach den Feftstellunaen des Statistisch« Reichsamtes für den 14. Januar auf das l.llbillionenfachc der Vorkriegszeit. Gegenüber der Vorwoche (1,13 Billionen) ist demnach eine Abnahme von 1,8 Proz zu verzeichnen.
Pornotize».
— Ta g eS kalen der für Donners - t a g. Öffentlicher Vortrag in der Aula der llmoeriträt. 81 < Ubr spricht Prof. Dr Rosen' berg über das Tkrema .Laien und Stauen all Richteri - Ao:<I Schwab ' FelsenkellEr) 7 Ufa Konzert. — Lichtspielhaus. Bahnhofstrahe: .Die Königin von 6abaa. — Palast-Lu-tspiele: .Taifun". — Aswria-Lichtsptele: .Der rote Handschuh"
— Aus dem 6tabttbcaterbareau D-er Leitung des Stabttboater# ist erst nach Aas gäbe de» neuesten Spielplans bekannt geworden. Dah der 18. Januar dieses Hahr wted^r in gröberem Ilmsang gefeiert werben wirb. Die Reu- einfiubkung eines gröberen entsprochenden Werkes für bicfen Tag trar schon infolge des stark verminderten Personals ausgeschlossen. Um aber rerschiedenen in letzter Stunde an die Theaterleitung I?etangetretenen Wünschen Rechnung zu tragen, ist für Freitag eine Aufführung von LesfingS .Minna von Darnhelm" an- gesetzt worden, die Nch noch etmögllchen Uc6 Raberes siehe Anzeige.
— Cafe Amend Morgen aus Anlatz bei ReichsgrünbungSfeier vaterlän risches Ko.rzett. (S. Anzeige.)
— B. f. 2 Samstag abend Monatsversavnn lung. (Siehe Anzeige.)
•• Der 18 Januar, der Tag der deutschen Leichsgründung, wird morgen auch in unserer Stadt die Garnison und <fie vaterländisch gesinnten Mitbürger und Mitbürgerinnen, soweit diesen die Berufs pflichten es gestatten, zu Gedenkfeiern zusammensühren. Derattige Veranstaltung zur nationalen Erinnerung, zur g-rgenfeitigen Aufrichtung in dem schweren Kampfe um die Erhaltung unseres Vaterlandes, sind gerade in dieser schweren Zeit besonders angebracht. Den Tag wird eine gcmeinfame Feier unfern: Gamifon. der militärischen Vereine und liier Kreise der Bürgerschaft, die das Da ter land über alles stellen, auf dem Hofe der Zeua- hauSkaserne cüileiten; als nutzerer Lahmen dieser Feier ist ein militärischer Appell der z. Z hier weilenden Telle unserer Garnison bestimmt worben. Zur zahlreichen Beteiliouna der Bürgerschaft an dieser Feier, die pünnlich um 1 0 11 6 r beginnt, möchten wir hier nochmals aufforbern Um 11'/? Uhr verkam mell» fich ber Lehrkörper unb die Studentenschaft unserer Universität, sowie geladene Per'^nlichkeiten aus der Bürgerschaft zu einem akademischen Festakt in ber Leuen Aula Die Festrede hält Prof. Dr G o t t s ch l i ch Dio Theater lei tun a hat nun auch eine Aenberung ihrer Svielbispolltivnen für morgen abend wrgmonwm unb täftt irijt Lesfings -Minna von Varnbekm- aufführen Man beachte übrigens ben heutigen Anzeigenteil, der wichtige Ankündigungen füäs den morgigen Tag enthält.
• • Die elektrischen Strompreise für Kraftzwecke sind mit Wirkung vom 15 de Mts ab ermäßigt worden. Läheres im Anzeigenteil.
• • Stadttheater-Abvnnement Di« fünfte Abonnementsfe^ für vier Vorstellungen ist an der Theaterkasse abzuholen. Läheres im heutigen Anzeigenteil.
* * Der Personenverkehr mit dem besetzten Gebiet Sine Verordnung des Geneials Degouttr gewährt chtT Leihe weiterer Erleichterungen für den Perionenverkehr zwi chen dem besetzten und unbesetzt'n Gebiet. Danach muh jeder über 16 Iahre alte Einwohner dr« be'etckrn Gebietes im Besitze eines Personal-Ausweges fein, mit dem er ohne weitere Formalitäten die
auf die Rbbelheimer Wiesen an ber Lidda. wv sich auch die von Bettina aus dem Munde ter Mutter gehörte, in Dichtuna und Wahrheit aufgenommene, durch Kaulbachs Bild populär gcto'mere Szene mit lern Petz errign-te Auch das schönere Geschlecht nahm mehr und mehr Anteil an dem Spon Klopstock scheint mit leinen unermüdlichen Versuchen, noch als alter Mann aus den jüngsten unb lei (hielten Damen Sis- prinzessinnen zu machen, allerdinas kein rechtes Glück gehabt zu haben. Ader die für ben Mode- ton so einslukreiche Sophie la Roche trat ix ihrer Zeitschrift .Pomona" für das Angenehme und wirllich Schöne des Schlittschuh.'aus<ns ein, unb in Weimar war es das Beispiel der Herzog n. das auch ihre Hofdamen auf« ®i« trieb R'ck.ng eingebürgert hat fich der Eislauf beim weiblichen Geschlecht aber doch erst durch das Vorbild ber grosten Sängerin Henrie'.te Sonntag. die als Gräfin Lolli dem Sch'.ittschub tm zweiten Viertel des 19 Jahrhundert« die Wett der Frau eroberte. . In Weimar wurde Dv'the das beseelende Element bei afiee Eislesten und Wintersportvevanstaltungen. .Der Geh Lat Läuft bann uni wann mit den Herrschaften abends Schlittschuhe unb zwar en mafgue.' schreibt bet Kapellmeister Kranz im Januar 1778 an Goethes Mutter. Auch in den 90er Jahren des 18. Cxibibunbcrt« hulb.gtc man ellrig dem Eissport. Der Her'r-a geb ein Frühstück auf dem Eise, das mit einem Rmgstechen schlotz, oder eine Schlitte» fahrt mit Musik unb Hermkehr bei Fackelschein tourle veranstaltet, wobei man die Damen verloste. .Der dicke Geheimrat Goethe' fuhr freilich da» mal« nicht mehr LchUttschuhe. kuttchiette auch den Schlitten nicht mehr selbst, aber der Dichter Goethe hat noch in feiner Späyett dieser Leidenschaft seiner Iugenb unvergleichlich schöne Schilderungen gewidmet Durch bas Vorbild ber arohen Dichter tour'en auch die Grzieh^r für da« Schlittschuhlaufen begeistert, and bald empfafaen bte
Philatropinisten". wie Frank und Basedow. den Eislauf und den W. tririv^tt Damtt war die 'Bewegung in Deuffchl.nd allgemein qe- tootben, flaute aber In ben stillst Tagm der Biedermeierzeit wieder ab, um erst nob einem Oaftc» hundert non neuem erweckt zu werden unb bte .grvtze Mode" unserer Tage zu Keben.


