iiban.
6tn vornan aus dem 21. Jahrhundert von HanS Dominik.
72. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Unbewegt, ohne das geringste Mienenspiel, hatten die Generale den Worten des Regenten gelauscht, hatten jede Regung, jede Bewegung unterdrückt.
Tie letzten Worte „Wir marschieren!" zerbrachen alle diese Bande einer gekünstelten Ruhe.
Laute Rufe der Zustimmung schallten dem Regenten entgegen. Im Ru war er umringt.
„Tu bist Toghon. der große Diener deS Kaisers . . . der Bollbringer seiner Pläne . . . wir folgen dir, wohin du uns führst . . . wir gehen, wohin du uns $u gehen befiehlst. . ."
Ein unmerklrches Lächeln ging über di? Züge des Regenten. Ter erste Schritt war gelungen. Ter Ring an seiner Linken regte sich. Er würde am Tage des Sieges an die Rechte gleiten.
Der Regent wartete still, bis wieder. Ruhe im Saale herrschte. Dann sprach er weiter:
„Untere schwarzen Dund^genossen werden Kräfte und Mittel unserer Feinde fesseln. Europa wird reichlich in Afrika zu tun bekommen. Die amerikanische Industrie wird :n den nächsten Wochen ruhen ... die russische ein Ziel unserer S?u|tfräfte sein. Das winzige Europa wird gegen Asien allein stehen. Wer kann da am Siege zweifeln?"
Die siegesfunkelnden Augen der Generals gaben ihm Antwort.
„Morgen wird Europa eine Botschaft über
geben, die alles Gebiet brS zum Aral und Ural für unser Land erklärt!"
Einen Augenblick war es still. Tie Droh« des Planes lieh die Hörer erstarren Dann brachen sie los. Sie drängten sich um ihn. Sie knieten vor ihm. Sie kühlen sein Gewand und seine Hände.
Mit geschlossenen Augen stand Toghon-Khan, berauscht von dem Gedanken cm den ©Ian, der Zukunft. Dann schritt er zum Tisch und grill einen Stofe der Papiere.
Es waren die OperationSbeseble. Mit kurz-en, knappen Worten gab er jedem sein? Befehl?. 3n Zwei gewaltigen Heeressäulen sollte die gelbe Macht durch das Mittel und die dsungarischc Pforte in das Siedlerland einbrechen, während eine dritte nach Rorden in Schirren einfiet, um das russisch? Zndustriegebiet am Altai abzu- schnüren.
Dann zog er sie vor die Karten, erläuterte ihnen die Stellungen der Radelfähnchen, zeigte ihnen alle Stellungen und Schwächen der Gegner, bis jeder seine Aufgabe genau erkannt.
Der große Plan war in seinen ©rundzügen von einer klasstschrn Einfachheit. Die komplizierten Details zu seiner Ausführung waren bis aufs kleinste vom Generalstab ausaearbeitet.
„Hetzt kennen Sie Hhrc Ausgaben und' Befehle. Die Stäbe werden das Weitere veranlassen. Uebcrmorgen, am 8. Juli, stehen Sie in Feindesland."
* » *
3a den Morgenstunden des 6. Juli hatte der Wahlkampf in Louisiana begonnen. He weiter der Tag sortschritt, desto gröfeer wurde die Er
regung Roch niemals seit dem Bestehen der Union hatte eine Wahl die Gemüter so r.dfge- peitscht und in Spannung versetzt wie diese.
Immer dichter stauten sich die Massen vor den Wahllokalen. Don ollen Seiten wurden die neu Ankommenden von den Werbern der beiden Parteien umringt und bearbeitet.
In den Lokalen selbst hausten sich die Zwischenfälle und Proteste. Hundertmal kam eS vor, dafe Wähler mit falschen Legitimationen zurückgewiesen wurden. Aber Tausend? von Malen mochte die Täuschung geglückt sein.
GroteSk komisch waren teilweise die 'Dege, auf denen die Legitimat onen ihre Besitzer gewechselt hatten. Dafe sehr viele längst Verstorbene persönlich an der Wahlurne erschienen, war noch das wenigste. Diele andere l.izea zwar nicht unter der Erd?, aber in irgendwelche r Kneipen bewufet- los unter den Tischen, nachdem sie vorher freiwillig oder nachher unfreiwillig ihren Rausch mit ihrer Legitimation bezahlt hotten
Auch zahlreiche Fälle, in deirea die Wähler gewaltsam an der Ausübung ihres Wahlrechts verhindert waren, wurden bekannt. Wo cs nicht gelingen trollte, sich Der fremden Legitimationen für die tigerten Zwecke zu bemächtigen, waren Wähler kurzerhand ihrer Freiheit beraubt worden.
Alle diese Dinge waren in der politischra Geschichte der Union keineswegs neu. Aber si^ traten diesmal mit einer Dreistigkeit und in solcher Zahl in die Erschrinung, da» daS 'Wahlergebnis von vornherein die Anfechtung dar unterliegenden Partei hrrauSfordarn mufet?. Rur eine ungeheure Stimmenmehrheit für ein? der beiden Parteien hätte dieser wirklich einen ernwandfvrira Sieg dokumentieren können.
Als die sechste AbendstunLe ui. — am ab- schloß, war ganz Rsw Srst.rns auf den B'inen, um so bald als möglich cttva> von den Eamb- nissen des Wahllampses zu erfahren Ja dem Zeituugsviertel stauten sia, d.e Massen Wie die Resultate aus Den einzelnen '? ?'! u des S'. m- teS einliefen, wardca sie a ku-j ascn Darstellungen sofort zur allgemeinen Ken:uu.s gebracht.
Als die elfte Stund? heran achte, uir.e schielen sich Die Stimmzahlen für Den schwarze i und Den weißen Kandidaten nur um wenige Hunoeue, die wechselnd bald auf der einen, va.o auf der anderen Seite mehr waren Dw Loui:>na 21?- vertifer hatte für feine Darstellung die Bilder zweier Barometer gewählt, in denen je ein? weiße beziehungsweise schwär,e Säule den je» wctligen Stand der Stimmenzahtea on-eigte. Der Mississippi Herald zeigte zwei galoppierende Rcnnrciter, die auf einem Schimm?! beziehungsweise Rappen sahen. Dies? Darstellung Der mit voller Kraftentfaltung rennenden Tiere wirkte noch aufregender als die erstgenannte.
Bald lagen Di? Pferde Hals an Hals, bald blieb das eine, bald ixx3 andere etwas zurück. Heder Dorsprung wurde von den Anhängern mit tauscnkstrnrmiger Beifallsrufen quittiert, jedes Zurückbleiben mit wütendem Geschrei begleitet.
Findige Unternehmer hatten sich sofort als Buchmacher aufgetan und tonnten riesige Einnahmen verzeichnen. He näher di? Strinde Der Entscheidung kam, desto gröfeer wurden die Einsätze, desto gröfeer Die Erregung über die iln« gewifeheit des Aus ganges.
(Fortsetzung folgt)
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