Ausgabe 
15.12.1924
 
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mKm »e^ eigneten, vah rnc Regierung vor Den Reichstag treten und es harauf anfommen taffen iollte, ob sie nach den Erfolgen, die sie aufzu­weisen hatte von der Mehrheit im Stich gelassen würde, scheint jetzt nach ben Dahlen der einzige Ausweg zu sein, nur daß er jetzt unter ungleich ungünstigeren Bedingungen be'chritten wer­den müßte. Es hat keinen Sinn, m parteipoliti­schen Illusionismus darüber hinwegsehen zu wol­len. daß die Neuwahlen eine Klärung der poli­tischen Situation und eine Verminderung der innerpolitischen Schwierigkeiten nicht gebracht haben. Im Gegenteil, auch diese Wahlen zeigen, daß es dem deutschen Volk unendlich schwer wird, staatspvlitische Orientierung zu gewinnen welche die Voraussetzung zu parlametttarischer StaalSsorm ift.

Wenn Dolkspartei und Sozialdemokraten in gleicher Weise in den nächsten Wochen sich zu der Crfemitni# durchringen, daß die Frage der Regierungsb ldung keine Sache des starren Prin­zips oder der parteipolitischen Taktik, sondern eine Sache der Verantwortlichkeit vor Staat und Volk ist, dann ist eine Rettung möglich, sonst kommen wir in einen Zustand, der eine fatale Ähnlichkeit mit dem ., Forlwursteln" hat, der im österreichischen Parlament zum Prinzip ge­worden war. Untere ganze außen- und innen­politische Entwicklung aber fordert eine auf brei­ter Grundlage ruhende, ruhige, stetige Politik auf weite Sicht. Daß der jetzt gewählte Reichstag Träger einer solchen Politik kaum sein farm, ist ein n-Ues, schmerzliches Zeichen dafür, welche ungeheuren Schwierigkeiten wir bei uns selbst noch zu überwinden haben, um unser Schicksal zu meistem.

Hessisches Landestheater.

Baum: Das Chriftfternlein.

Ein Weihnachtsmärchen in dramatischer Form mit dem TitelDas Christsternlein" von Dicki Baum. daS am Samstag in Gegenwart der Ver­fasserin (der Gattin des Mannheimer General­musikdirektors Richard 2ert) im Großen Hause des Landestheaters seine Uraufführung er­lebte, hatte einen starken Erfolg. Die Handlung des Märchenspiels ist in Bilder aufgelöst, die mit genauer Kenntnis des Theaters und seiner Wirkungen entworfen und außerdem noch mit vielen Regieeinfällen ausgestattet sind. Das Lan- deStheater stellte nur gute Kräfte für die Ausfüh­rung zur Verfügung und hatte auch an Kostümen unö Dekorationen alles Erforderliche aufgeboten. Einzelne Teile des Märchenspiels waren mit einer die Stimmung wirkungsvoll untermalenden Musik von Graf Kalkreuth ausgestattet. Beson­dere Verdienste um die Spielleitung haben sich Kurt Darre und um die Gestaltung des Büh­nenbildes Lothar Schenk von Trapp er­worben. E. D.

frankfurter Neues Theater.

Thaw: Die heilige Johanna.

Die vielumstrittene Legende des Wunder- v^dchens von Orleans behandelt Shaw, in feiner tiefen, aus der Erkenntnis aller Mensch­lichkeit sprechenden satirischen Anschauung. Fern aller Idealisierung und dichterischen Verklärung zeigt er Menschen wie sie lebten und immer bar leben werden. Kirchlicher und weltlicher Absolu­tismus xünben den Scheiterhaufen Johannas an. Die Aufführung im Reuen Theater bewegte sich in einem wundervollen, von Professor Oskar & t r n a b - Wien entworfenen Rahmen, dessen naturalistische Bühnenbilder unb pompöse go- thische Gewandung sich vollkommen dem Stil des Werkes anpaßten. Robin Roberts Regie bemühte sich, gegen die in den ersten Bildern gefährlich werdenden Klippen zu großer Lächer­lichkeit anzukämpfen, ließ jüwch die Inquisi- tiotrsszene zu starker Eindringlichkeit anwachsen, ebenso den Epilog, der in seinem wehmütigen AusrufO Gott, wie lange wird es dauern, bis diese wundervolle Erde wert sein wird, deine Heilige zu empfangen?" den dichterischen Abschluß dieses vielleicht tiefsten Werkes Shaw findet. L. W.

Wirtschaft.

Die künftige (Entwicklung unserer Handelsbilanz.

Die deutsche Handelsbilanz war im ersten Halbjahr mit über l1\ Milliarden Mark passiv. -Die Hoffnung, daß eine Besserung sich ergeben würde, hat leider getrogen, denn die Gesamt­einfuhr in den ersten Monaten dieses Jahres be­läuft sich auf ung?fähr 7 Milliarden Goldmark, während die Gesamtausfuhr noch nicht einmal 52 Milliarden Goldmari erreicht hat. so daß ins­gesamt b sher eine Passivität von 1,8 Milliarden sich ergibt. Gerade in den letzten Monaten ist die Einfuhrsteigerung besonders stark gewesen; im Oktober erreichte sie mit 855,6 Goldmillionen beinahe wieder den diesjährigen Maihöchststand von 887 Millionen, dagegen hat die Ausfuhr nur ganz langsam zugenommen.

In der Hauptsache seht sich die Einfuhr zu­sammen aus solchen Lebensmitteln und Roh­stoffen. deren Import für uns notw ndig ist. weil die wichtigsten Erzeugergebiete durch das Ver­sailler Diktat uns genommen worden sind. Es muhten deshalb eingeführt werden vom 1. Ja­nuar bis zum 3D. September d. I nicht wen g^r als 218 500 Stück Vrih. 1.153 Millionen Doppel­zentner Fleisch, 1.635 Millionen Doppelzentner Fette. 1,526 Millionen Doppelzentner Milch, Butter usw.. 11,14 M ll onen D.PP lzmtner Ge­treide und Mais, 4 1 Mill o ien Doppelzentner Mehl usw. An der Einfuhr für industrielle Zwecke waren b.sonders stark bete.Iigt Wolle und Baumwolle, sowie Steinkohle und Erze. Wie nötig wir diese Rohstoffe haben, zeigt, daß vom

Iünuar bi» Oktober Oft Rohstoff entfuhr 28» Milliarden Mark ausmachte, dagegen die Ein­fuhr an halbfertigen und fertigen Waren zu­sammen nur 2.073 Milliarden Gäbet ist damit SU rechnen, daß der Ecnsuhrb darf sich noch weiter steigern wird, da in vielen Gegenständen deS täglichen Bedarfs der Derbrauch eine un­natürlich hohe Senkung gegenüber dem Frieden erfahren hat. so daß bei zunehmender Stabili­sierung allmählich ein Mehrverbrauch wahrschein­lich wird.

Schon wegen der aus der Verschlechterung der Währung sich ergebenden Gefahren müssen wir gegen die Passivität der Handelsbilanz an- kämpfen. Durch Steigerung der AuSiuhr ist daS nur sehr schwer möglich. Im August 1924 betrug untere GesamtauSsuhr im Vergleich zum August 1913 dem Gewicht nach nur noch 46 Proz.; diese Ziffer zeigt, wie sehr wir vom Weltmarkt zurück­gedrängt sind. Die Ursache liegt nicht nur in der absichtlichen Ausschließung, der wir noch immer begegnen, sondern auch vor allem in der Stei­gerung der Eigenerzeugung der meisten Länder gerade in Fertigfabrikaten, ein Umstand, der die vor dem Kriege bestehende Bereitwilligkeit, deutsche Waren zu laufen, außerordentlich be­schneiden muß. Der Abschluß der Hand ISver- träge ändert hieran nichts. Manche Verträge haben vielmehr sogar noch die Tendenz, den Zutritt der ausländ schen Waren zum d utschen Inlandsmarkt zu fördern. Abgesehen davon ist nicht zu vergessen, daß die Steigerung der Aus­fuhr für das rohstoffarme Deutschland immer eine Steigerung der Einfuhr beb ngt, so daß die Bestrebungen auf Ausfuhrsteigerung e ne zieirl ch zweischneidige Sache darstellen. Da die Aus­fuhrsteigerung zu schwer und zu langwierig ist, müssen wir den Hauptnachdruck darauf legen, den Einfuhrbedarf nach Mögllchkeit zu ver­ringern. Das ift nur möglich, wenn wir in viel stärkerem Maße als b'8b?r der deutfchen Land­wirtschaft die Möglichkeit geben, den größten Teil unseres Bedarfes an Nahrungsmitteln im eigenen Lande herzustellen; gerade der Rah- rungsmittelbedarf belastet unsere E nfuhr in stärk­ster Weise. Dazu bedarf es freilich einer systemati­schen und von pol t schen Störungen freien För­derung der Landwirtschaft. Die Landwirtschaft muß ihrerseits durch rationelle Bearbeitung dcS Bodens und durch stärkste Heranziehung der Technik im landwirifchiftl chern D tri be auch an der Steigerung der l ndw rtschastlichen Ertrags­fähigkeit sich zu beteiligen bemühen. Rur wenn diese beiden Hauptforderungen erfüllt werden, können wir der Entwicklung unserer Handels­bilanz mit etwaS mehr Hoffnung entgegensehen,

* Heyligenstae dt u. Eo., Gießen. Wie wir hören, soll die zum 22. Dezember einberufene G.°V. Beschluß fassen über die Um­stellung des Aktienkapitals im Verhältnis 20 zu 1 auf 1250 000 Gm. (Friedenskapital), so­wie des Dorzugsaktienkaiptals im gleichen Ver­hältnis von 1 Million Mk. auf 50 000 Gm., d. h. unter den Goldeinzahlungswert.

* Aufhebung der Dorsensteuer- Verordnung vom 14. Februar 1924. Wie derDeutsche Handelsdienst" erfährt, hat der Reichsminister der Finanzen die Bestimmun­gen der Dörsensteuerverordnung (Dörsenbesuchs- und Börsenzulassungssteuer) nunmehr mit dem 31. Dezember d. Is. außer Kraft gesetzt. Diese Rkihnahme ist bekanntlich bereits vor einiger Zeit bekanntgegeben unb von der Börse un­mittelbar mit einer gewissen Geschäftsbelebung beantwortet worden.

Rentenbankgelder im offenen Markt. Die Rentenbank ist gegenwärtig so reichllch mit flüssigen Mitteln versehen, daß sie. lautCBoff. Zig". ein-gen Großbanken b.trächk- liche Summen kurzfristigen Geldes gegeben hat. Die Danken wiederum verleihen dieses Geld an der Dörse auf kurze Termine, und zwar zumeist über den Ultimo des IahreS hinaus bis etwa 10. Januar fest zu 11 bis ll1/« Proz. pro Jahr. Es handelt sich dabei um eine stattliche Anzahl von Goldmillionen, unb man darf darum wohl sagen, daß die reichliche Geldversorgung der Dörse zu einem nicht geringen Teil mit diesen Operationen zufarnmenAingt.

Zunahme der männlichen Er­werbslosen. Von Mitte bis Ende Rovember hat die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger in der Erwerbslosenfürsorge von 427 000 auf 436 000, d. h. um etwas über 2 Prozent, an­genommen. Die Zunahme erstreckt sich ausschließ­lich auf die männlichen Hauptunterstühungsemp­fänger, während die weiblichen noch eine kleine Abnahme zeigten. Die Zahl der Unterstützten Au Ende Rovember kommt ziemlich genau ber- lenigen zu Anfang des Monats gleich. Die Zahl der Zuschlagsempfänger unb unterhaltsberechtig­ten Angehörigen von Hauptunterstühmrgsemp- fängern verhielt sich ähnlich. Die Entwicklung entspricht im ganzen der Jahreszeit.

* Dresdner Dank. Dresden. Die in Dresden abgehaltene auh rvrdenffiche ®?ne-xil- versamml-ng genehmigte d.e Goidmarle.S f ungs- bilanz und die entsprechenden Aenberungen der Satzungen. Bekanntlich wird das Aktienkapital im Verhältnis von 12.5:1 auf 78 Millionen Goldmark umgestellt, wobei 125 Millionen Mark Echutzaktien eingezogen werden. Heber die Ge- schÄtslaze führte Direktor R a t h a n aus. daß sie Anzeichen einer Besserung erkennen lasse. Die Lage des Geldmarktes sei leichter geworden, und es mülle im Hinblick hierauf in nicht zu ferner Zeit die Wiederherstellung cine3 Privatdiskont­marktes erwartet werden, insbesondere auch um einen breiteren Markt für die neue Reichsmark an den Wellsinanzplähen zu schaffen. Bei der Dresdner Dank habe sich das Geschäft befriedi­gend entwickelt. Die Umsätze erreichten zwar noch nicht die der Vorkriegszeit, und die Unkosten seien immer noch hoch, da auch heute noch un­gefähr die doppelte Anzahl des Perionalbestanbes vorhanden sei. obwohl der Abbau bereits stark

rorgenommen wurde. Es mülle auf dem Wege des Abbaues weiter fvrtgeschritten werden, um die Kosten für Bankkr^ite noch weiter herab­setzen zu können. D»s Effektengeschäft habe sich in der letzten Zeit sehr belebt DaS Interesse für gute Aktienwerte scheine mit der fortschreiten­den Umstellung auf Goldmark zuzunehmen. Für das Jahr 1924 könne unter allem Vorbehalt eine Dividende in Aussicht genommen werden.

" Stahlwerke Becker AG.. Wil­li ch. Der Betrieb des Werkes ist jetzt mit 300 Mann wieder ausgenommen worden. Es ist beab- sichttgl in allernächster Zeit die Detriebsstärke aus 1500 Mann zu erhöhen.

Vuntes Allerlei.

Wie Käthe Kruse ihre Puppen schuf.

Die Käthe-Kruse-Puppen find heute eine Weltberühmtheit und erregen, wie stets, auch in diesem Jahre das Entzücken der Kinderwelt auf den weihnachtlichen Puppenausftellungen Diese kleinen Kunstwerke des Spielzeugs verdanken aber auch ihre Entstehung den günstigsten Bedingun­gen, indem ein großer Künstler zu ihrer Formung die Hand lieh und eine deutsche Künstlerfrau ihr ganze- Muttergefühl und chre warme Menschlich­keit in die Ausstattung dieser Puppenschönheiten legte. In einer gemütvollen Weihnachtsplauderei, die sie im neuesten Heft vonWestermanns Mo­natsheften" veröffentlicht, erzählt Käthe Krufe Aus den Kinderjahren meiner Puppenwerkstatt". Als chre Kleinen Puppen verlangten, da war der Vater, der berühmte Bildhauer Mar Kruse, mit dem üblichen Puppenzeug, wie man es laufen kann, durchaus nicht einverstanden.Ich kann mir nicht denken," sagte er,daß man mit einem har­ten, kalten und steifen Dinge mütterliche Instinkte befriedigen kann. Ich kaufe euch keine Puppen, ick find' sie scheußlich. Macht euch selber welche." Das war nun leichter gesagt alS getan.So viel nahm könnt man am 6nbe," schreibt Kälh' Kruse. Und wie sich solche Heine Farm ansühlt. solch eine Wade, ein Schenkelchen, ein lockeres Aerm- chen, das hatte man, lebendig, ja immer vor sich. Und wie rund, weich und voll sich solch ein Köpfchen anfaht, das tonnte man auch noch nachahmen. Aber die RasenI Ach Gott!Daß du die Olafe ins Gesicht behältst!" höhnte der Künstler-Vater, wenn er begutachtend solch eine neue Schöpfung in der Hand hielt. Aber endlich gelang es auch noch, dieses Problems Herr (ober Frau) zu werden. Da war das K.ndlein nun geboren. Roch nicht so schön und glatt wie heute, aber unseren Sprößlingen zur Seligkeit." Bei einer von Hermann Tietz in Berl.n veranstalteten Ausstellung vonSpielzeug aus eigener Hand" traten 1910 die Käthe-Kruse-Puppen zum ersten Male in die Oessentlichkeit. und sie waren ein großer Erfolg. Freilich daS waren nicht mehr die ersten Puppen, sondern unterdessen hatte auch der Vater einiges zu ihrer Ver­schönerung getan:Ach, immer noch wollten die Rasen nicht stehen. Verzweifelt schilderte ich meine Röte dem großen Protektor. Da rührte es ihn, und er stieg vom Thron seiner großen Kunst einmal herab zu mir und toarb Heiner, und gemeinsam haben wir dann auch dieses Problem noch gelöst: die Rasen, die Ohren und die weich-dummen Mäulchenftanben". Uno die Puppen standen auf der Ausstellung. Und es tourbe ein großer Erfolg, und ich über Rächt, im Schlaf eine berühmte Frau. Ach, war ich da Derblüfitl Ich sollte plötzlichdas Ei deS Ko­lumbus" gelegt haben und ähnliche Sachen". Selbst die Puppenfabrikanten muhten sich wohl oder übel mit dem neuen Typ beschäftigen, und nach langen Verhandlungen wurde schließlich die Herstellung im großen einer Fabrik übertragen, deren Werkführer und Arbeiterinnen zunächst bei Frau Kruse lernten. So kamen die Puppen allmählich aus ihren Kinderkrankheiten heraus und entwickelten sich zu jenen tadellosen Schön­heiten, die heute auf der ganzen Welt die Jugend entzücken.

Reue Pritzel-Puppen zu Weihnachten.

Don all den vielen Ausstellungen, die das Kunstgewerbe in den Wochen vor Weihnachten veranstaltet, bleibt ganz besonders tief im Ge­dächtnis hasten eine neue Sammlung ton Wachs- plastiken, die die mit Recht berühmte Künstlerin Lotte Pritzel bei Friedmann & Weber in Berlin zeigt. In die Se tenwände eines langen, schmalen Raumes sind Glaskasten eingelassen, unter denen sich wahre Wunderwerke der eigenartigen Technik der Künstlerin befinden. Sie wählt ihre Ge­stalten aus den verschiedenen Gebieten Sänge­rinnen. Heilige, Engel, biblische Personen. Er­schüttert steht man vor einemHamlet", dessen Eharakterzüge in Haltung, dem Spiel der Glieder, den übernervösen Händen und Fingern fast un­wahrscheinlich beredten Ausdruck gewinnen. Ge­rade für diese Gestalt ist Lotte Prihels Auf- faffung wie geschaffen. Ihre übrigen Figuren ift auch der Eindruck ein unerhört starker laffen mitunter doch das Gefühl wach werden, daß ein allzu ästhetischer, angekränkelter Geist ihnen innewohnt, dem ein Hauch frischen Lebens nottäte. In dem. was diese Plastiken darstellen wollen, ist allerhöchste Meisterschaft erreicht, wenn dieser Kunst ein Rachwuchs erstünde, der in seinen Werken das Leben frischer, weniger hoffnungslos spiegelt, so wäre daS außerordent­lich zu begrüßen.

Der Planet Baade ei» merkwürdiger Himmelskörper.

Die Entdeckung eines merkwürdigen Him­melskörper ist Dr. W. Baade an der Ham­burger Sternwarte in Dergedorf gelungen, wie in derAstronomischen Zeitschrift" mitgeteilt wird. Mit Hilfe des großen Spiegelteleskops fand der Gelehrte einen planetarischen Körper, der sich in einer durchaus kometenähnlichen Dahn bewegt. Früher hielt man für einen der Haupt-

unterschiede zwischen Planeten unb MW

Gestalt ihrer Dahn, indem man annah«, dmI sich die Planeten in einer der KreiS form nah« kommenden, die Kometen in einer der Parabel sich nähernden Ellipsi um die Sonne bewege». In neuester Zeit aber hatte man eine Reihe öoa Kometen mit planetenähnlichen Dahnen und ton Planeten mit kometenähnlichen Bahnen kennen­gelernt. Das neuentdeckte Gestirn, da» tm west­lichen Teile des Pegasus stand und eine sehr schnelle nach Südosten gerichtete Bewegung geigte, bat nun eine 'Bahn ganz wie ein Komet. Die Beobachtungen und Berechnungen, die auch an anderen Sternwarten auSgeführt wurden, er­gaben aber, daß eS sich um einen Planeten mit ungewöhnlich ianggeftredter elliptischer Bahn handelt. Durch den neuen Planeten .Baade*' wird also der bisher angenommene Unterschied zwischen den beiden Arten von H>mmelSkörp«n vollständig ausgehoben.

Wie die Pflanze mit denBlättern trinkt.

Man kennt einige tropische Pflanzen, die mit­tels besonderer Saug haare das Wasser durch die Dlattobersläche aufzunehmen vermögen und sich aus diese Weise in bezug auf die Wallerveffvr- gung vom Wurzelsystem ganz unabhängig machen. Aber auch unsere einheimischen höheren Pflanzen nehmen Wasser durch bic Blattoberfläche aus, unb wie dies geschieht, darüber hat K Wetzel um­fangreiche Untersuchungen ausgeführt, ülor die tu denRaturwissenschasten" berichtet wird. Er hat sestgestellt. daß tatsächlich sehr viele Pflanzen mit ihrer Oberfläche Wasser aufnebmen, aber die anf- genommenen Wassermengen sind gering, und das Wasser wird nur über äußerst kleine Strecken im Innern weitergeleitet. Diese oberirdische Waller­aufnahme reicht bei unseren Psianzen ketneSveol aus, um den Verdunstungsverlust auch nur tm entferntesten zu decken. Deshalb sind die Wasser-' mengen, die unsere Pflanzen mit den Blätter« aufnehmen, für das Leben dieser Organismen nicht von der großen Dedeutung. wie eS bei einzelnen tropischen Pflanzen der Fall ist.

Bttchcrtisch.

Deutsch kundlicheDücherei. (Bbit Sammlung von Hilfsbüchem zur Deriiefuna in die deutsche Sprache, Literatur, Kunst, Kult»-. (Die germanisch-deutsche Sprachgeschichte von Studienrat Dr. G Wenz [59 Seiten, Preis .60 Mk.): Deutsche Wortkunde. Von Ober» ftubienrat Prof. Dr K. Bergmann [48 Seit«, Preis.60 Mk I: Deutsche Ramenkunbe. Don Geheimrat Pros. Fried- Kluge [45 Seit«, Preis.60 Mk.): Geschichte der epischen unb idyllischen Dichtung. Von Oberstudiendirektor Dr, Emst Weber |6O Seiten. Preis -.60 Mk.) Verlag von Quelle u Meyer in Leipzig 1924.) Eine Bücherreihe, die den Leser tn hohem Maße bereichert. Die beste Empfehlung darf man die­sen Schriften mit auf den Weg geben. 1175/78.

Die Anarchistin. Von MR. 3üne- m ann. Preis geb. 2 Mk. (Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig.) Spannend vorn Anfang bis zum Ende läßt dieser kleine Roman den Leser nicht wieder los. Dabei eine ausgezeich­nete literarische Qualität. Unsere Zeit mit ihrem Gären und Brodeln gibt den Rahmen. DaS Buch stimmt ernst und hinterläßt einen tiefen Eindruck. 1190

Die Reue Musik-Zei 1 ung (Stutt­gart, Verlag Kari Brüning er Rachs. Emst Älett) fügt ihrer Reihe bedeutungsvoller, inhaltsreicher Sonderhefte ein neues zum Gedächtnis von Peter Cornelius hinzu. Jos. M H Loffengibt ein fein gesehenes Bild vom Künstler und Mensch« Cornelius. Die Opern bebanbcll Dr. Erwin Kroll. Das heitere Wffen des Dichterkomponisten be­leuchtet sein Sohn Pros. Carl Maria Corne­lius. Bruno Weigl (Brünn) sucht nachzuweisen, welche Werke Cornelius' die Zeit überdauern werden. 1547

Dr. M. Hirsch, Friedrich Rietzsche, der Philosoph der abendländischen jtullur. (Strecker & Schröder in Stuttgart. Halbleinen 320 Mk.) Diese neue Darstellung Friedrich Rietzsches und seiner Philosophie beruht auf der Ueberzeugung des Verfassers, daß drsher über der reichen Teilnahme, die der Person des Den­kers und einzelnen seiner Lehren galt, der sach­liche Gehalt feiner Arbeit als e':neS Ganzen zN kurz gekommen ist. D esen sachlichen Gehalt be­müht sie sich herauszuarbeiten, vor allem tn seiner Beziehung auf die Idee, die RietzscheS Denken leitete Diese Idee ist heuteIn der Verfinsterung begriffen; ihre Einheit unb Lebensmöglichkeil b gegnen dem Zwe fei In dieses Dunkel leuchten R etziches Erkenntnisse und Forderungen gleich Blitzen in der Rächt. Daß au« der Rächt ein Morgen werde, dazu bedarf es einer Verjüngung des Willens, die Rietzsche ver­langt. An alle, die auf diesen Morgen harr«, wendet sich dies Buch und trotz des Leinen Um­fanges wird es ihnen weit mehr als nur eine Biographie und eine Einführung in die CBett Rietzsches geben. 1403

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