Einzelbild herunterladen

Montag, 15. Vezemver 1924

Er. 295 Zweites Blatt

Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

Bücher für den Weihnachtstisch

Aus dem Reiche der Kunst

in

...........................

1459

PH. Reclams in Leipzig).

15

90

15

90

tümliche Qlara,wo sich Landschaft, vnh Architektur zu einem idyllischen eint", und Osaka, die betriebsame

Vegetation Bilde t>er- Industrie-

seltene, leichten wirklich .. Fuhrt gerade gezeigt,

rippen 'eroben

e

5 ehe

D.

neuen der willig

hie hrlinte kränke hränhe sehe

u. Eken l

-,el

*Aus deutscher Dorzei t". Bd.Vlll: Alemanr.cnsturm. (Verlag Emil Roth, Diesten. 2 QHL) Dies Buch eine Erzählung vom Bodensee aus dem 3ahrc 378 n. Ehr. trägt nicht mütder. wie die früher crsch'enenen Bändchen dieser Sammlung, dazu bei, den Sinn und das Der» ständnis für die grostc not- und kampfvolle Ge­schichte unseres Dolles neu zu wecken und au bei cben.Derade heute, wo wieder c nmal fremde Eroberer auf ungermanischem Boden stehen, sollte

Plauderton b.lehrend zu w rken und unschätzbare Kenntnisse zu vermitteln, die Jugend zur Ratur zurücki" heistt heute die Parole. Hier wird ein Weg diesem Wahlspruch folgen zu können.

1535

Schöne Literatur.

* Alfred Bock ,,W irren und Wun­der", Roeellen iDerlazsbuchhandlung 3. 3. We­ber. Leipzig» 1420. Es ist noch nicht lange her. bo hat A sred Bock uns erst einen Roman ge­schenkt. und nun liegt wiederum ein Rovellen- band aus dem Weihnachtst sch. Ans hochgelege­nem. zum Sinnieren und Fe h.i gerad zu drän­gendem Stübchen gehen Bocks Werke wie Freunde in das nähere und weitere Dtterland. 3mmcr reifer, tiefer und iger werden die Schicksale der Menschen dargestellt. So wie die Höhe seines Arbe tsraums b;c Blicke über die Strah n hin» wcgschauen laht, so steht auch immer offenbarer sein Herz über allem, was eng und bitter durch Menschenwirren und Wunder hindurch wirkt. Aber nicht verl ert er in schwächlichem Füchten in die kindischen A tersphaatalien den großen An­schluß an die ..heilige Wirklichkeit", wie andere früher so grohe Dichter. Mit einer stets voller klingenden Sprache, mit einer immer schätze- schwereren Fülle entrollt Alfred Dock vom Be­ginn seiner schriftstellerischen Tätigkeit bis zu feinem letzten Roman : ..Das fünfte Element" den trag scheu Dafe nslamps steter Dauernkultur und echten Dürgersinnes gegen das herein- brechende Zivilisationsgrauen. Wie er im Bauern­stand die gesunden Säfte unter allen modernen Giften sterben siecht und wie ein Arzt in aller Sachlichkeit darstellt, so geht er in seinen Ro- nctlcn an die einzelnen Menschen heran, nimmt ihnen die Hüllen ihrer Eitelkeiten weg, ohne ihre eigenste schamhafte Znnerlichkeit preiszu­geben. ohne ihre Teuflischkeiten zu moralisieren oder sie au psycho'og scheu Sensa tonen zu machen. . Wirren und Wunder", bis jetzt nur der Titel i? jüngsten RoveUcnbändchrns. das zwei hoch­wertige Feinarbeiten persönlicher Uebersegenheit birat. ..Wirren und Wunder" ist vielleicht zu­gleich für das Gesamtwerk Alfred Bocks das treffendste Kennwort. Robert Schäfer.

Franz Gros, Hesse wind, (Derlag Dr. Wolfgang Meyer in Gießen). 3ch ver­bürge mich dafür, wer sich diesen Hessenwind

milllillimHg

tadttheater ienstas,lK,Tk> 1MMS-A-M- ogestt-W möbleiniaHh» von Hebbel

10;

60.

um die Aase wehen läßt, der kann keiner trüben Stimmung verfallen, er wird sich lachlustig die Hände reiben. Wir brauchen in unserer drangvollen Zeit mehr denn je das befreiende Lachen. Die oberhessischrn Anekdoten hier wieder­zugeben, hieste die Wihpunkte vorweguehmen. Gros offenbart einen gesunden, lebensfrischen Humor, es gelingt seiner heiteren Art, auch Kleinigkeiten als wichtige Di'ge zu behandeln. Dabei spürt man den W eher.Ung seines eigenen Empfindens, vernunftsame Lelensanschauung tritt hervor. So verbünden sich Witz und ilrtcdähaft in diesen oberh sfischen Blüten, denen wir die

f**r rweg

°°rnehl

'7°

1ÄM jen monatliche litriiiu von 45 Pi- I Mk. L80, ie nach bensuter, ohne >e Wartezeit.

MWIIIW WNlM fflfdjtWalt >r. Heuser iliOöfle 11, täft1

Sltifl'1 ' W Duell Sim Mk, ein-

W W*

Für unsere Jugend.

* E i n neues Bilderbuch von Ernst Kreidolf ..Sin Wintermärchen". Ein Hymnus aus den Bergwinter. Dom frühen Mor­gen bis in die monderhellte Aacht alle Stim­mungen. ilnh in diesem Winterzauber entfallet sich ein anmutiges Märchen: Drei Zwerge machen sich auf, ihre Dettern. die sieben Zwerge zu be­suchen. Don Winterabenteuer zu WuNeraben- teuer führt ihr Weg. Das Wiedersehen wird in fröhlichen Winterfesten gefeiert: Schlitt­schuhlauf. Schlitteln. Schneeballenschlacht bi- zum wehmütigen Auseinandergehen Ein reixen- des Buch, das Erwachsenen und Kindern gleich große Freude bereiten wird, sowohl durch die anmutig und auch echtem Gefühl heraus erdachte Erzählung, wie besonders durch die entzückend duftigen Bilder. (Rotapfel-Derlag, München 8.25 gebd.) 1518

3 m Forst hau- Falken hör st". (Derlag Emil Roth, G esten. 4,50 Mk.) Die Dor- güge, die man schon den früheren Bänden dieser Sammlung unterhaltender und belehrender 3ugendschristen nachrüh uen könnt -, gelten ebenso­sehr von dem jetzt ersch enenen 10. Band Sin köstlich fr sch r. unversälscht r Humor, eine ebenso anziehende wie fesselnde Schilderung der Ratur des Waldes und der B.'rge mit ihren tausend-

Die besten Weihnachtsbücher für unsere Jugend In über 150 OOO Familien verbreitet In jeder Buchhandlung vorrätig Verlag Emil Roth, Gießen

weiteste Verbreitung wünschen.

* Rudolf Herzog geht in seinem vaterländischen Roman ..Wieland Schmied" Wege, die nicht jeder Leser

?,Jr Sthaftt JSÄ'

Aus deutscher Vorzeit"

von Albert Kleinschmidt

Zeder Band gebunden.........Mkr 2.-

2llle 8 Bände In töeschenkkasserte. . . Mlr. 15.-

Unter den Zugendschriften nehmen biete gemütstiefen Schilderungen einen hervorragenden Platz ein Sie erfüllen alle Bedingungen, die das Elternhaus und der erfahrene Pädagoge an ein Buch stellen darf." Der Tag.

Bisher erschienene

Band I. Brinno der Ehattenfürst (Zeit der Varusschlacht) II. Wehe den Besiegten Zeit des Germamkus) , 111. Lindmuth (3eii des Bonifacius) 10049D

. IV. Gundakar (Zeit Karls des Großen)

V. Gottfried vom Rabenhofe (Zeit der Hunnenkriege)

VI. Jutta von Gleiberg (3dt der heiligen Elisabeth)

, VII. Sunno und Gerhttdis (Zeit der Bataoerkriege) VIII. Ille mannen sturm (Aus dem Jahre 378 n. Ehr.)

* Die Crschl etzung der Lrndschrft durch die photographisch.- Kamera ist bül .ng kaum j? f? gut gelungen wie in dem monum nt len Samm lwerk Orbis terrarum" des auf d:m G.b.ete der Kunstliteratur se t langem führe de i D rlinci Berlages Ernst W S.nuty. E ne Re se um d e Erde, eine Betrachtung von Biu'unst und Land­schaft an Hand teils als typisch empfundener Aufnahmen, te ls als höchste Kunftschäh1 al er Arch t*l u , moder er ^.t dt b u.un l he au - gestellt n B ld rn ermöglicht d eses Wer., dessen erster BandDas unbelannte Span en ' grd zu sensat onelles Aufsehen erregte. Der gleiche Ku t H ielscher. dessen Buch über Sp-N en zum erstenmal zeigte, was die Kamera in der Hand eines Künstlers aus der Landsch ift heraus u» holen vermag, hat dann auch ein äh iliches Well überDeutschland" heran g ge en. ton dem bereits die dritte Auslage erich.inen konnte. Es ist nicht mit Worten zu sagen, was H elscher gesehen" hat, m.t w lch warmer Eiafählung in das Wesen der Landschaft er an jedes 05j.lt von einer anderen Einstellung aus herantritt, m.t welch feinem Gefühl für das Wesen.liche. welch fabelhaftem Dl.ck für das D lahast: er j de einzelne Aufnahme zusammenkompon ert hat. Man muh s löst schauen, mit dem Kün'tl r wan­dern von den Schneeg.P ein der deut.chen Alpen mit den reizvollen Talbl.cken auf die Perl n ob r- bayrischen Landes, auf Garm sch und Mi t:n- wald, Derchtesg den und Ob rgdorf, h nun er in das verschne.te Allgäu an die Ufer des Bodensees mit der sagenumwobenen Meers­burg, dem heut gen Hoh ntw ei, in d e malerischen kleinen Rester an Lech und Dan tu, zu bei rag n» den Domen an Rhe.n, Ma n und Lahn, durch bie traulichen Städtchen im Franken- uni Schw b Ir­land, nach Thüringen mit jetnen geweihten Stätten, nach Westfalen und an das Me r mit se.nen stolzen Zeugen Hanseat scher Oröje. H e.scher ver­mag auch aus dem B ID unserer Grah äd:e. wie München und Dresden, Hamburg, Berlin u.ad Köln unvergleichliche Schö h ten zu e itbech.n und das W sen d r d-utschen Landschaft, n iment- lich auch an der Ostsee üste und in den wa,ser- reichen Masuren, in tufer Des elunz bl hast zu erfassen. Hans Tho.na, d m M.istec der d utschen Landschaft, ist das präch.ige Werl gew d.nll. dem Gerhart Hauptmann ein w rmh rz ges Be­kenntnis zur deutschen H nut vorang schickt hat.

13.8

Auf den Gabentisch unter'm Tannenbaum gehören seit jeher auch Kalender, tremit doch nur eine Woche von Festtagen den Heiligen Abend vom Silvester, dem letzten Abend im alten 3ahr. So mag es angezeigt erscheinen, schon heute auf einige Kalender hinzuweisen, die zumeist schon lange gute alte Bekannte im deutschen Heim sind. Mit Fug und Recht wird man Pro­fessor Christian Rauchs Hessenkunst 192 5 (Derlag R. G. Elwert in Marburg) an die Spitze stellen. Er bringt im Kalendarium Weiche duf­tende Zeichnungen Werner W.llgerodts aus kleinen hessischen Städtchen. Büdingen und Wetz­lar, Ortenberg. Hersfeld und Selbitz sind darunter,

fachen verborgenen Schönhellen, und dazu eine meisterhafte 21 t. ganz unbewußt Im

man es nicht unterlassen, di.se E zählung vom vcrzweislungsvclllen und doch endlich s erreichen Heldenkampi des kleinen Stammes d r Ale­mannen gegen rem sehe R ubj er un > Heb rmacht die Hände unserer 3ug:nD zu legen. 1534

Der ferne Osten.

Wie der schwarze Erdteil, so haben auch die Reiche der gelben Ralle immer eine besonders Anziehungskraft auf die Europäer ausgeübt. Richt nur die politische oder wirtschaftliche Ein­flußnahme war es, die Europa an dem fernen Osten 3nteresse nehmen lieh, sondern auch die wissenschaftliche Forschung lenkte unsere Blicke oft in jene ferne Welt. Die Ausbeute, die aus derartigen Fv schungsreisen für unsere Kenntnis der weiten Welt gesammelt wurde, hatte stets viel Fesselndes, besonders für diejenigen von uns, denen cg nicht vergönnt ist, selbst da draußen herumzustreifen, mit eigenen Augen zu sehen und mit eigenem Sinn zu empfinden. 3e viel­seitiger und lebendiger derartige Reiseberichte sind, desto breiter ist ihr Weg, den sie in das Dolk hinein nehmen.

Gin derart hochinteressantes Werk liegt uns in den ..Reiseerinnerungen aus O st - asien" vor, die der frühere Kronprinz Rupprecht von Bayern im Anschluß an seine China- und 3apanreise im 3ahre 1911 ge­schrieben hat und die in neuer, erweiterter Aus­lage im Berlage von 3oses K ö s e l und Friedrich Pustet. K.-G. Derlagsabteilung Kempten, erschienen sind (Halbleinen 20 Mk.). Das Buch gehört zu den seltenen Werken, die Gründlichkeit und Dielseitigkeit. ernstes Wissen mit goldenem Humor verbinden. 3ava wird durchquert von Batavia, dertypisch altholländischen Stadt", bis zu den ,,Fürstenlanden" der eingeborenen Sultane. Don dem Untcrgrunbe sachverständiger Darlegungen über holländisches Kolonialwesen in polit.scher, wirtschaftlicher, milftäll cher und agrarischer Beziehung heben sich die auherordent- lich eindrucksvollen, lebensvollsten Einzelbilder ab. Ganz andere Bilder gibt die Reise in China, dem Lande der alten Kultur und der Gelehrsamkeit. Da folgt Stadt auf Stadt, wie sie an der Küste berührt werden, und eine jede hat ihr besonderes Gesicht' Kanton, Shanghai. Nanking und endlich Tsingtau, zur Zeit der Re.se ein hoffnungsvoller deutscher Besitz. Ritte ins Innere führen zu den vielbesuchten Tempeln von Wu-tai-schan und lamaist.schen Klöstern, zu be­rühmten Kaisergräbern und bis an die grohe Mauer. Der Ausgangspunkt dieser Ritte ist Pe­king. Die dem Europäer sonstverbotene Staat" nimmt den deutschen Prinzen als Gast auf und wird mit ihren Toren und Palästen, ihren Tempeln und Gärten farbenreich geschildert. Die Frühlingsmonate in 3 a p a n hat Kron­prinz Rupprecht zu eingehendem Sludium be­nutzt. dessen Früchte in inhaltlich wie literarisch fein abgewogenen Kapiteln niebergelegt sind. Das interessante Problem der Entwicklung 3a- pans, wo die neue Zeit der europäischen Kultur so unvermittelt dem einheimischen Mittelalter aufgepfropft ist. wird in seinen Vorzügen, aber auch Gefahren auf allen Gebieten erörtert, nie in trockener Theorie, sondern belebt von zahl­reichen Einzelzügen aus der eigenen Erfahrung. Don unvergleichlichem Reiz find auch die Schil­derungen der Städte: Tokio mit seinen alten Palästen und parkgekrönten Hügeln. Äiyo'o,die jap n schste aller j:pan scheu Städte", das alter-

mitmachen wird. Er beleuchtet grell und eigent­lich doch recht einseitig die Dorgänge jener un­seligen Rooembertage in München, die in der Parteien Haß und Gunst doch noch zu verzerrt' sind, als daß man sie in einem Roman dar- gestellt finden möchte. Immerhin ist die Hand­lung, die der Dichter um diese politischen Hinter­gründe - wesentlich besser gelang die Derveebung des Separatistenausstandes am Rhein in den dich­terischen Stoff gruppierte, vackend und voll inneren Schwungs. F mosr Gestalten hat er auch in diesem Werk geschaffen, und das große, echt deutsche Wollen, was dem Dichter die Feder führte, läßt über manches hinwegseben, was man als Derkennung bezeichnen möchte. (Derlag Cotta, Stuttgart. Geb. 6 Mk.) 1250

* Catherina Godwin hat sich schnell als eine der eigenwilligsten und stärksten weib- l-chen Er'ählertalente einen Rainen gemacht. Mit sicherer, routinierter Hand weih sie eine span­nende Handlung zu gestalten und. was mehr ist, ihr einen seelisch wertvollen, über das rein unter­haltende weit hinausgehenden 3nbalt zu geben. Ein stiller, besinnlicher Humor Hilst ihr bei ihren Schilderungen kie nstädtischer Derhältnisse, die in ihrem neuesten Roman .Die Treppe" inter­essant und fesselnd behandelt werden (Derlag

alles uns vertraut, und doch wieder neu. wenn wir es mit den Augen deS Künstlers schauen. Ein ausschlußreicher Aussatz des Marburger Ar­chitekten Rumpf behandelt an Hand zahlreicher schöner Abbildungen .Marburger Gllchiin". eine lebendig geschilderte Geschichte des Marburger Töpferyandwerks. die nicht nur vom rein künst­lerischen Standpunkt Interesse erwecken wird. Heber ..Kratzputz in Hessen" spricht Amtsgerichts- rat von Baumbach und bringt sehr schöne Bei­spiele auch aus unserer Gegeird im Bilde. Ein weiterer illustrierter Beitrag behandelt .Das Paradies der Stiftskirche in Fritzlar". Der Der- faffer Dr. K. W. Kästner gibt an Hand ausge­zeichneter Aufnahmen, die auch einzelne schone Plastiken herausheben, eine interessante künstle­rische Analyse des Bauwerks und weist nach, dah wie in Marburg und Wetzlar auch hier west­fälische Architellen am Werk waren. Eine schät­zenswerte Bereicherung ist der angefügte Der- lagskatalog, der eine gute Uebersich'. über die vorhandene Literatur für Hessen und seine Kunst bietet. (1352) Unter den künstlerisch wertvollen Abreihkakendern hat sich .Kunst und Lebe n" (Derlag Fritz Hehder, Berlin, 3 Mk.) einen siche- ren Platz auf dem Weihnachtst.fch erobert. All­wöchentlich am Samstag beschert der Kalender uns das Blatt eines modernen Graphikers. Ra- men wie Daluschek, Bauer. Ciifarz, Ehmke. 3ank. Klemm, Liebermann, Kubin. Schiestl, Steiner- Prag u. a. zeigen, daß sich auch In diesem 3ahr unsere bekanntesten Meister zusammengefunden haben, uns ein Sammelwerk von überraschender Dielseitigkeit zu schaffen. (1297) - Photogra­phische 3lluftrationen von großem Reiz aus allen deutschen Gauen enthält auch diesmal wieder der Deutsche Kalender (Derlag C. Gerber, München. 2.50 Mk.), ein nationales Bilderbuch im schönsten Smne des Wortes, ein Führer durch die Schönheiten der deutschen Heimat, ein­dringlicher als jede Dllchrcibung. (1238) - Ähn­lichen Charakter trägt auch der Gedenllakender ..Deutsches Land" (Derlag H. Eichblatt in Leipzig. 2 Ml.), der in schönen Federzeichnungen für jede Woche die Schönheiten der besetzten Ge­biete an Rhein und Ruhr sehr wirkungsvoll mihergibt Kurze Sprüche und Gedichte von Do-

law v. Selchow. Herzog. Walter v. Molo mah- an die Le den unserer Brüder an der be­drohten Westmark. (1207)

* Einen eigenartigen Der such, das We'en und die Persönlichkeit unserer großen Musiker aus ihren eigenen Schriften zu erschließen, macht Dr. Scherwahky in einem bei Moritz Diesterweg in Frankfurt am Main soeben erschienenen Buch .Deut sche Musiker". Aus den literarischen Werken berühmter Musller werden Urteile über die ältere Periode gegeben, jeweilig stellt der- Derfasser eine kurze b »graphisch? Rotiz und e>ne prägna -t gesah e.digunz des Kompon sten dcr Schriftenauswahl voran. Gute Bilder erhöhen den Wert des Werkes, das jedem Freund cher Musik, der über den rein ästhetischen Genuß der Musik hinaus bemüht ist, in ihr Wesen einzu­dringen, willkommen sein wird. 1274

Im Forsthause Falkenhorst Erzählungen und Schilderungen aus dem Leben im Dergforsthause und Bergwalde

von Albert Kleinschmidt

Jeder Band, textlich in sich abgeschlosien (und einzeln käuflich), Mb. 4.50

Band I-V in eleganter Geschenkkasiette. . . . Mk. 20.-

V|-X .... Mk. 20. -

Der Derfasier versteht es immer aufs neue, dem Leben in feinem lieben Forsthause und Bergwalde neue Seiten abzulauschen. Da ist nichts von spannenden Abenteuern, und doch lieft man es mit hohem Interesse und innigem Behagen. (Ein geweckter Junge zumal wird sich dann fest- lefen. Und wenn er bis zur letzten Seite gekommen ist, so wird auch der Gewinn nicht ausgcblieben fein: die Liebe zum deutschen^Walde mit allem, was darin leibt und lebt, wird fein Herz umfangen."

Schulblatt der Provinz Sachsen.

iessel fertigt ,n Preise"

ßffer

l M

We---

litt ® welche En,, lujj mi! Ron- "oitauio Mm ' Jj billig^. eechnung neland.ffl

iO Hirt en gute Möbel -rbeli neblig.

' nionail M lunfl. Tchr.Sns. >2)113 an den 'N. :lnt. erbeten.

Sammel: orlefungen über bie

HshchG n Hörlaal 51 beute 8 Uhr. oi. Goilchlich f ^edeuniny de'- foboli?mii6fürbie stsqeiundbeii. drei für feder- um. I011N' D. V. I. i. 41t.

Biographisches.

Mary öabiä verdanken wir den ent- zückenden Zrühlinaskranz. den fie auS den Briefen ^Clemens und Bettina Brentanos neu wand. Das Werkchen zeigte schon chre besondere Gabe der ganz intimen Einfühlung in das ver­traute Dcrhältnis zweier Menschen und die liebe­voll sorgsame Behandlung der Briefe, die unS als literarischer Riederschlag dieses einzigen Freundschastsbandes der Geschwister geblieben sind. Die gleiche Einstellung tritt uns in der Aus­wahl entgegen, die sie auf Veranlassung de< Leipziger Wolkenwanderer - DerlagS ausGoethes Briefwechsel mit Zek- t e r" getroffen Hai. Für die letzte LebenSepoch« des Titanen gibt uns gerade DoetheS DerhällniS zu Zelter, dem Musiker, bedeutsame Aufschlüsse, das empfand Goethe selbst schon, als er dem Freunde einmal schrieb: .,3ch arbeite fleißig an den Annalen meines Lebens und finde, daß unser Derhältuis sich durch alles schlingt. Darum möchte ich all unsere Dr efe zu ewigem Zeugnis erschei­nen lassen. Es ist ein wundervolles Dokument, das an wahrem Gehalt wohl kaum seinesgleichen finden dürfte." Diel zu lange schon moderte dieses Dokument" im Antiquarienschrein zünftiger Lite­rarhistoriker: nun endlich führt uns Mary Sabiä in dieser vom Derlag erlesen ausgestatteten Hand« lichen Ausgabe wieder in die immer wieder riesenhast anmutenöe Gedankenwelt Goethes, mitten hinein in das literarische Schaffen feiner letzten dreißig 3ahrc. schließlich aber und das ist das wertvollste in die herzliche Freund­schaft zweier reifer Männer, die im engsten Ge­dankenaustausch ihre große Seele offenbaren. 1528

Es ergeht ben Helden der Histor e wie den Werken der D.chter. Unsere armen Dersuche wir­ken stets nur auf einen Teil der Menschen, ent­weder auf die 3ug:nd oder auf d e Frauen oder auf von der Arbeit ermüd te Männer oder auf Liebhaber des Raffinements oder auf leben«- tluge Greise. Aber in der großen Dichtung findet ein j der dis Seine, sie ist ein Baum, dessen Schatten alle Sellen unter sich versammelt. Richt anders die größt n Toten. An Fr edrichs Furcht­losigkeit. seine Härte gegen sich selbst, seinem unbeugsamen S nn mag en: 3 irgend er ft arten, sein Dcrmög.n unermeßliche 2lrb:tt und kultu­relles Bedürfnis zu verbinden, predigt den reifen 3abren, mit feiner ph.afenlvfen Wahrhaftigkeit, feinem schauerlich, n Klar^l ck. fe ner gro zanigeii Refignat on ergreift er die wissenden Alten: als eine Einheit von Human töt, Geist und Stärke hat ihn j:des Doll zum Dorbild nötig, und sein eigenes heute am meisten." ES sind die Lätze, die Bruno Frank seinem schönen Buch Sage des n i gs" (bei Emst Rowohlt, Berlin) voranseht, und sie stehen auch hier zu Recht, denn diese Worte kennzeichnen am besten, in welchem Geist der Dichter an feinen Helden herantrat. Ein Held ist es, dieser von Gicht ge»

ftabt. Der Wert des ungewöhnlich vielseitigen und fesselnden Buches wird erhöht durch die Fülle vorzüglicher Aufnahmen, die den anschau­lichen Schlldcrungen zu Hilfe kommen. 322

Don gleich hoher wissenschaftlicher Bedeu­tung und reizvoll erzählender Art ist ein anderes Ostafien-Duch. das unter dem TitelDie We11 des fernen Ostens" voa Dr. Moritz Pfeif­fer geschrieben und von Dr. Rudolf Glaser bearbeitet und herausgegeben wurde In dem Derlag Deutsche Buchwert st ätten in Dresden. Es berichtet uns die Erlebnisse eines Deutschen in den asiatischen Ländern des Stillen Ozeans und wird durch B Idtafeln. Holckchnitte und Landkarten trefflich illustriert. Unter der Führung des Derfaffrrs durch tr iien d e L ser zu. ächst die frühere deutsche Kolon e Ki tutschou. wir lernen viel 3nteres a lles aus dem chinesischen Leben und Treiben kennen, treten vor Chinas heilige Stätten und brauchen auch 3apan und Korea nicht unbeachtet zu lassen. Eine Reise nach der Mongolei und ein Besuch Rußlands im fernen Osten schließen sich an. dann lernen wir die engt schen und portugiesischen Wirlungs- stätten am Stillen Ozean kennen, ebenso spanische und omerifan sche Ko onien. Zum Schluß er­blicken wir das heldenhaft verteid gte K au schou im Weltkr eg und vernehmen dann die Erzählun­gen des Derfassers über seine Kriegsgefangen- schast in Japan. Es ist ein ungemein abwechsc- lungsreiches Wert, das wir dem Derfaffer zu danken haben. Mit gutem Recht darf es einen Ehrenplatz in jeder guten Bücherei beanspruchen. Ramentlich möchten wir es in die Hände unterer 3ugend wünschen, damit sie sich begeistern kann an den gewaltigen Kolonisationstaten Deutsch­lands da brausten und damit ihr Blick geweitet wird zur Erkenntnis des Wertes dessen, was wir verloren und wieder zu erringen haben, wenn wir unser Daterland mal wieder auf der stolzen Höhe sehen wollen, die es vor dem Kriege in der Welt einnahm. 586

Itfd

<3

I«