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her Bilanz. Die tn mlltonen JUarf aufgema^c ist und in der die durch die bekannten Unterschla­gungen entstandenen Verluste vollständig abge- schrieben sind, obwohl mindestens ein Teil davon rvieder eindringlich ist, werden u. a. ausgewiesen: Kassenbestand 1 741 053, Lombarddarlehen 957355, Gutbaben bei der Staatsbank 9 680 993, Lang­fristige Anleihen 4 060 750.

* Betriebseinichränkung Ha n- noverscher Kaliwerke. 3m Hannoverschen Kaliwerk in Oedesse bei Peine wird eine Be­triebseinschränkung im Lause des Monats durch- geführt werden. Die Gründe hierzu liegen in den Absatzstockungen, die sich in den letzten Wochen bemerkbar gemacht hatten. Das Kaliwerk wird die Produktion vollständig entstellen und sich ledig­lich auf die Instandhaltung der Detriebsanlaaen beschränken. Die Zahl der in den nächsten Wochen zu entlassenden Arbeiter beläuft sich auf mehrere Hundert. Für den Herbst hofft man jedoch aus eine Besserung der Lage und auf eine Wiederaufnahme des Betriebes.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 14. Mai. Tendenz: Behauptet, später befestige. Der Markt war heute anfänglich bedeutend stiller als gestern. Ob­wohl sich in der politischen und wirtschaftlichen Situation nichts geändert hat, konnte die Entwick­lung nach oben, die gestern eingesetzt hatte, heute keine Fortschritte machen. Wohl lagen vom AuS- lande einige Kaufanträge besonders für chemische Werte vor, aber bei dem völligen Ausbleiben von Inlandaufträgen kann sich das Kursniveau nicht weiter heben. Es fehlt eben die zweite Hand, an die sich, wenn auch mit kleinem Ruhen, weiter verkaufen labt. Wohl ist der Geldmarkt leicht und tägliches Geld jetzt wieder verhältnismäßig billig. Aber die Adressenfrage spielt eine große Rolle. Das Publikum in seiner groben Mehr­heit kauft im allgemeinen nicht mit aufgenomme­nem Geld und über Bargeld verfügt es zu wenig. Auch das beachtliche Steigen des französischen Franken mag nicht ohne Einfluß auf die Entwick­lung des Marktes geblieben sein. Gegen London ist Paris im Laufe der Börse von 76lA bis 74 y4 gestiegen. Auf .dem Kassamarkt konnten später die meisten Wette aber doch eine Kleinigkeit an- ziehen, mit besonderer Berücksichtigung der Mon­tan- und Elektrizitätspapiere. Vereinzelt wurden Kursgewinne bis zu 2 Billionen Prozent erzielt. Im freien Verkehr waren es heute besonders Becker-Wette, die im Vordergründe des Inter­esses standen, auch zogen die Kurse etwas an. Api 33/i, Becker-Stahl 5i/4l Decker-Kohle 7y4, Krügers hall 4l/2, Petroleum 12l/2 bis 13, Ufa 55/8, Growag 0,250.

Börsenkurse.

(Ohne Gewähr.)

') Vom Aückzahlungswerk,

3n Billionen Prozent

Frankfurt a- M.

Berlin

Schluh-

Schlutz.

5d)lu6-|

Schlich-

Äurs

Kur»

flur»

Kur,

Datum:

13. S.

14.5.

13. 5.

14. 5.

6% Dcutskve Rettpranltth« .

Deutsche ReichSauleih« . §'/,*/<! Deutsche Reich San seihe

0,080 0,430

0,081

0,076 0,435

0,077 0,430

6,215 0,876

0,210

!£ Deutsche ReichSrnleibe . Druüche Svar-rKmienanleth«

0,900

0,900

104,5 0,2(7

?/« Preußische Kousol» .. .

0,230

0,250

0^16

Ü:

1 1 1

1 1 1

1 1 i

Deuksche'Wertb. Dollar-Anl.

4,2

4^2

4,2

4,2

dto-Doll.-Schay-Anweisung.)

78,30

78

78,8

78

le Hontflrten. ..... .

le WDlbmerlrant»

4,63

Ml

4,75

4,87

47,5

-1

47

Merlin er Handrl«aesellschaN.

Uommerz- und Privat-Bank.

28,5 4

25,75 4.2

7.(8

25,25 4,6

»armft und Narionalbank

7

7,25

7.4

8,75

Deutsche Baus.........

8,5

8,9

8,25

Deutsche BercinSban! ...

0,625

.0,650

Hte.-outo Lommandtt ....

8,5

8,75

8,25

8,87

Metallbank. ..........

15,75

13,1

Mitteldeutsche Trcdilbant. .

Destei-reichtsche Kreditanstalt.

1,8

1,75

1,7

1,87

0,425

0,4175

0,425

0,425

Weltbank............

0,350

0,360

0,425

0,326

»ochmner. @a| . . . ....

42,37

45

Bubenit....... . . . ,

11,25

11

10,37

11

Caro »...........

14,5

15,4

13,5

15

Deutsch-Luxemburg......

39

42

39

40,75

HelsenUrchener Bergwerke. .

45,5

46

44

46,13

HarpeiMv Bergbau......

Kaliwerke AscherSleben. . . .

33,5 9

58,5

10,37

54

9,25

65

9,13

Kaliwerk Westeregeln.....

13,75

15

14,26

14,87

Laurahutte...........

8,5

7,8

8,25

8,2

Oberbebarf...........

13,25

14,öi

13.25

14

Phönix Bergbau ......

23

25,25

23,75

25

ßiheinsiahl...........

24

25,75

24,75

26

ßitebecs Montan........

37

38

36,25

87,6

Celluk Bergbau...... .

1,6

1,85

Lamburg-Smerika Paket. .» Norddeutscher Llchd.....

21,75 5,1

22,87

6,37

21,75

5,2

2,9

5,2

Chcramische Werke Albin ..

39

40

Zementwerk He,delb«u .. Vdilipv Holzmanu ......

8,75

8,25

9

3,4

3.37

3,75

Anglo-Tont--t?uano . . . .

18

18,5

-

20,5

Badische Anilin........

14,13

14,87

18,5

14,76

Chemische Mayex Alapill. . .

1,2

1,5

Goldschmidt..........

10,37

11,5

10,5

11,37

Griesheimer Electron ....

11

11,25

10,87

1'^5

Höchster Farbwerke......

11,13

11,63

10,87

11^

Holzverkohlung........

7

7,3

Rütgerswerke.........

12

12

12,4

Scheideanstalt.........

12,75

13^5

vllg- Tlektri,«tSt-.«esellschatt Bergmann...........

8,4

8,6

8,37

8.4

10,25

10,5

8,87

11

kNoinkraftwcrke

5,2

Schulkert ............

29

29

29,4

31,5

Siemens L Halst« ......

38

42

87

28,25

Ldlerwerke Kleyer .... - ,

1,6

1,8

1,63

Daimler Motoren. ......

2,9

3,2

2,67

3,1

Meguin- .... .......

2.4

15,5

2,9

14,25

1C

15,5

Frankfurter Armaturen . -

0,650

0,650

Konservensaorik Braun . . .

-

Metallgesellschaft Frankfurt.

Per. Union .......

12

1,4

11

1,5

1,37

2,5

7,5

1,6

Schuhfabrik Herz.......

Zellstoff Waldhok.......

2,25

6,95

7,25

2.1

6,25

7.25

2,75

7,5

Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .

',5

3.4

3,1

4.5

2,65

2.8

*

Berliner Börse.

Berlin, 14. Mai. (Wolff.) Die Reinigung des Marktes von schwachen Elementen scheint ziemlich erheblich gewesen und die technische Po­sition dadurch wesentlich besser geworden zu fern. Da sich die Erleichterung am Geldmarkt fortgesetzt und da- Angebot in Geld für kurzfristige als auch längere Termine gröber geworden ist, blieb die ireundlichrre, hofsnungsvollere Veranlagung der Börse na-a> baldiger Lieberwindung des an­fänglichen leichten Rückschlages bestehen. Diele fano weniger in der Belebung des Geschäfts, wel.>)es sich wegen Les Ausbleibens des Publi­kums zumeist noch auf die Spekulation beschränkte, als in weiteren KursbessLrungen ihren Ausdruck. Eine wesentliche Rolle spielten zum Teil auch politische Erwägungen, da man hofft, dab die endgültige Regelung der ReparationSan-elegen- heit nach dem bevorstehenden Rücktritt Primäres nunmehr leichter und rascher vonstattrn gehen wird. Die Kursbesserungen erstreckten sich in dec Hauptsache auf Montanwerte. Sie betrugen 12 Billionen, bei Köln-R messen über 4 Billionen

Prozent. 2Brr Den übrigen Oztartten waren ne weitaus geringer. Am Devisenmarkt hielt das Rachlassen der Dedarfsnachfrage auch hmte an. Die Veränderung in den Kursen und die Zu­teilung hielten sich in engen Grenzen.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

(In Simonen Mark ouSgedrückt. BuenoS-AireS, London, Neu« hort. Japan. Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.)

Telegraphische Auszahlung.

Banknote».

13. Mat

14 Mai

Revart.

iinitliche

Jiolieruna Briei

-lmtlichr Nokieru i i

«eld

Briii

13

14.

!Trnn..'HotL

157,21

157,99

157,21

157,99

1

1

Brss-Aulw.

19,9.

J0,05

21,05

21,15

voll

voll

Chrisliania

58,60

58,95

68,45

68,75

12

12

Kovenhagen

71,82

71,98

71,62

71,98

2

2

Liockbolm.

111,72

112,28

111,97

112,53

5

6

Heisingforj.

10,62

10,58

10,62

10,68

voll

voll

si lallen. . .

18.85

18,95

18,85

18,95

4

4

London.. .

18,355

18,445

18,405 4,1)

18,495

1

1

Neuvork . -

4,19

4,21

4,21

1

1

Part« , . - .

23,65

23,75

25,01

25,16

26

50

ssckweit ..

14,41

24,73

74,61

74,99

2

2

Spanien .

58,10

18.40

68,35

68,65

10

10

Wien in D-- Oest. nbgi'"f.

6,08

6,12

5,93

6,0?

voll

voll

Prag....

12.45

12,54

12,43

12,54

1U

10

Äudapest. .

4,48

4,52

4,48

452

voll

voll

Buen.-Ätre1

1,385

2,0)

1,285

Ä

1,385 3,03

1,l93

8,11

voll

voll

Bulgarien.

voll

voll

Japan .. . öiio d4 Jan

l,63i

1,685

1,695 0,485

voll

voll

1,475

0,485

0,475

voll

voll

Belgrad .

5,255

12,63

5,295

5,255

6,295

voll

voll

siiskävoa

12.74

12,63

12,74

voll

voll

FrrHr. Mai

Mieter Wort» .......

UranMche Note» ........

Lüntiche Noten.....

ichwedische Noten .....

olländilche Noten . . ... cutsch-Oesterrcich, I 100 «rontv merikanische Noten ngltsche Noten talienrsche Noten ...... elgiscke Noten..........

Ungarische Noten ....

Tschechoslowakische Note». .... Norwegische Noten Rumänische Note» «pantsche Noten.....

Geld

74.81

25,41

71,62

111,97

157,21

6,89

4,19

18,40

19,95

20,85

4,24

10,62

58,45

2,24

67,93

Märkte.

Brick

'Jicvarr. °/.

74,99

25,56

71,93

112,63

167,99

6,91

4,21

18,50

19,05

20,95

4,25

10,66

68,75

2,26

68,26

20 voll

5 10 10

voll i 10

voll voll voll

10 40 voll voll

Berliner Produktenbörse

Berlin, 14. Mai. Der Produktenmarkt zeigte täglich das gleiche Bild hochgradiaer Ge­schäftsstille und ausgesprochener Zurückhaltung. In Weizen mangelt es nicht an Angebot. Dein Verkauf ist aber auberordentlich schwiettg, weil die Mühlen kein neues Mehlgeschäft haben und deshalb nur beschränkt arbeiten. Roggen ist nach auswärts eher abzusehen, als nach Berlin. In Gerste, Hafer, Kleie und den übrigen Futter­stoffen, sowie Hülsenfrüchten sind die älmsätze auberordentlich gering, zumal auch die sommerlich warme Witterung täglich mehr Grünfutter bringt. Es notierten: Weizen, märk. 159 bis 162 (matt), Roggen, märk. 128 bis 132 (behauptet), Som­mergerste, Braugerste 168 bis 182 (matt), Winter­gerste, Futtergerste 152 bis 158 (matt), Hafer, märk. 126 bis 133 (behauptet^ Weizenmehl (100 Kg.) 22 bis 24,50 (ruhig), Roggenmehl 19 bis 21,25 (stetig), Weizenkleie 9,80 (matter), Roggenkleie 9,60 (fest), Raps 300 (still), Lein­saat 400 (still), Viktoriaerbsen 23 bis 25, kleine Erbsen 13 bis 15, Futteverbsen 12 bis 13, Pe­luschken 11 bis 12, Wicken 12, Lupinen, blau 11 bis 11,50, Seradella, alt 15 bis 15,50 neu 11,75 bis 13, Rapskuchen 10 bis 10,20, Leinkuchen 18 bis 19, Trvckenschnitzel 9,30 bis 9,40.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M. 14. Mai Es notierten für je 100 Kilo: Weizen, Wetterau 17,23 bis 17,50 Matt Roggen 15,00 bis 15,25 Mk., ©Dir*iergerfle für 'Ärauzwecke 17,75 bis 18,50 Mk.. Hafer, in­ländischer 14,25 bis 14 75 Mk., Weizenmehl, südd. Spezial 0 26,50 bis 28.25 Mk Roggenmehl 22,50 bis 23 25 Mk., Weizen- und Roggenkleie 9,25 bis 9 Mk

Vermischtes.

| Zur deutschen Eroberung deS Segelflug- Weltrekords.

Rosilten, 14. Mai. (WTD.) Der Reichs- Präsident hat an den Segel-Fliegen Lehrer Ferdinand Schulz, anläßlich der Erobe­rung des Weltrekords im Segelflug folgendes Glückwunschtelegramm gesandt:Herz­lich erfreut über Ihren groben Erfolg und neuen Fottschritt des Segelfluges spreche ich Ihnen die herzlichsten Glückwünsche aus." Dem erfolgreichen Flieger sind auch von anderer Seile zahlreiche Glückwunschtelegramme zugegangen.

Sin politischer Mord im Walde bei Berlin.

Berlin, 14. Mai. Vor einigen Tagen wurde im Tegeler Forst eine männlicheLeiche unter Reisi g versteckt aufgefunden. Das Berliner Polizeipräsidium teilt nunmehr mit, daß nach den Ermittlungen der Abteilung 1 a der Mann von deutschvölkischer Seite ermordet worden fei, weil er im Verdacht stand, Beziehungen zu den Kommunisten zu ha­ben. Der Haupttäter ist flüchtig, zwei an der Mordtat Beteiligte sind von der polittschen Po­lizei feftgenommen worden. Ergänzend meldet hierzu der Amtliche Preußische Pressedienst noch folgendes: Anfang Dezember berichteten Ber­liner Pressenotizen über einen Mord int Tegeler Forst, dem ein angeblicher Oberleutnant Mül­ler zum Opfer gefallen sein sollte. Als Mörder kam em gewisser Robert Grütte-Lehder in Betracht, der damals verhastet, aber nach einiger Zeit aus der Haft entlassen worden ist. Runmehr ist im Tegeler Forst wirklich die Leiche Müllers (Dammers) gefunden und festgestellt wor­den, daß er von Grütte-Lehders am 15. oder 16. November erschossen worden ist. Schon am Tage vor dem Morde hatte Grütte-Lehder in Be­gleitung eines den deutschvölkischen Turnerkreisen argchörenden Freundes und Müllers (Dammers) einen abendlichen Spattergang im Tegeler Forst unternommen, in der Absicht, Müller von hin­ten zu erschieben, doch versagte damals die Pistole. Am anderen Tage toubte Grütte den Müller abermals zu einem Spaziergang zu über­reden. Dieses Mal glückte der Anschlag. Der Täter hat danach Muller sämtlicher Wettgegen­stände beraubt und auch die von Müller in etrem Berliner Hotel untergestellten Gepäckstücke abgrholt. Der dritte Teilnehmer bei dem ersten Spaziergang im Tegeler Forst, ein gewisser Steltenkamp, s owie ein gewisser Böttcher, der ebenfalls in die Angelegenheit verwickelt ist, sind beide zur Zeit in Haft, -lieber Grütte ist noch fcftgeftellt worden, datz er in Vorpommern im Dienste des deutschvölkischen Gedankens or- gonisatorisch gearbeitet hat. Müller hat wieder­holt längere Gefängnisstrafen wegen HrEunben-

sülfchung, Brrrug und Betteumvung abgebüßt, Der achtzehnjährige Grütte zeigt eben­falls grob hochstaplettsche Züge.

Große HeringSschwärme in der Ostfee.

Berlin, 14. Mai. Dem Berliner «Lokal­anzeiger" zufolge sind in der O st s e e an der hol­steinischen und an der mecklenburgischen Küste grobe HeringSschwärme aufgetreten. In der Fischländer Ducht, östlich von Warnemünde, zogen einige Fischer nachts 200 Zentner Heringe an den Strand. Der Absatz der groben Fisch- mengen stößt auf Schwierigkeiten. Die He- ttnge werden grobenteils als Schweinefutter verwendet, da es zur Konservierung an Vorkeh­rungen und Hilfskräften fehlt.

Schwere Explosion in einem Munitionsdepot.

Sondershausen, 14. Mai. (WTB.) Heute nachmittag gegen 4 11 ßr ereignete sich tn dem in der Rahe der hiesigen Kaserne befindlichen Mu­nitionsdepot eine schwere Explo­sion. Zur Zeit des Unglücks befanden sich ein Unteroffizier und ein Soldat im Depot. Der Unteroffizier wird bernlibt: der Soldat konnte sich retten, erlitt aber schwere Brandwunden, ebenso eine Frau, die in der Rähe des Depots be­schäftigt war. Die Detonationen dauerten um 6 Uhr abends noch an.

Familiendrama infolge Spielschulden.

Dresden, 14. Mai. (WTB.) Gin öljäh­riger Gaszähler erschlug seineEhefrauim Bette mit dem Beil und erhängte sich darauf. Der Grund der Tat ist angeblich in Spielschulden und Unterschlagungen zu suchen.

Explosion beim Feuerwerk.

Wien, 15. Mai. (WTB.) Bei einem gestern auf dem Sportplatz International veranstal­teten Feuerwerk wurden durch eine Explo­sion eines Mörsers eine Frau getötet, drei Personen schwer und drei leicht verletzt.

Dom britischen Weltflug.

Allahabad, 14. Mai. (WTB.) Der bri­tische Weltflieger Maclaren ist hier eingetroffen. Er fliegt morgen nach Kalkutta weiter.

Die Luftreife der Seepferdchen.

Die Seepferdchen, diese abenteuerlichsten Ge­stalten unter den Meeresbetocfy.iern, bilden eine besondere Sehenswürdigkeit der Aguarien, und auch der neue LondonerWasser-Zoo" hat jetzt eine Auswahl dieser exotischen Fischchen erhalten. Sie wurden ihrer Würde entsprechend im Flug­zeug eingeholt, und zwar entschlob sich der Leiter des Aquarium Chalmers Mitchell zu dieser Be­förderung, weil die lange Eisenbahnfahtt von Arcachon bei Bordeaux bis nach Paris die Tiere sehr mitgenommen hatte. Er flog nach Paris, um fcie Weiterbeförderung selbst zu leiten und nahm einen Apparat mit, mit dessen Hilfe er ihnen den zum Leben notwendigen Sauerstoff zupurnpte. Er brachte sie so glücklich an Ort und Stelle und quartierte sie in den ihnen dorbe­haltenen Tanks ein, die Meerwasser vom Golf von Discaja haben, so baß sie sich nunmehr in ihrem Element befinden.

Driefmarken-Prelfe.

Die Abteilung der btttischen Marken aas der größten Driesmarksammlung der Wett, der von Ferrari della Renotiere, die dieser Tage tn Pans versteigert wurde, hat im ganzen die Summe von mehr als 493 000 Frcs. ergeben. Ein Exemplar der 10°Schilling°Marke von 1901/02 brachte es auf 26 500 Frcs., die Matte der Riger-Küste von 1894, 20 Schilling auf 1 Schilling grün, ast 20 000 Frcs. Ein Exemplar der 1 £ grün von 1901/02 erzielte 15 500 Frcs., eine 1-Schilling-Marke in Grün und Karmin 15 000 Frcs.

Turnen, Sport und Spiet

Dom IX. Turnkreis (Mittelrhein) D. T.

*o.- Frankfurt a. M., 12. Mai. Am gest­rigen Sonntag gegen 11 Uhr traten über 200 Ab­geordnete der 25 Gaue des Mittelrheinkreises hier im Hause des Turnvereins von 1860 zu ihrem 82. Kreisturntag zusammen, feierlich be­grüßt von dem Sängerchor des Gastgebers. Der 1. Kreisvertreter, Schulrat Schmuck (Darmstadt), begrüßte mit besonders herzlichen Worten die Turnbrüder aus dem Rhein- und Saargebiet. Wohl hat der Kreis unter dem Druck verschieden­artiger Behältnisse diesseits und jenseits der Desahungsgrenze Verluste in seinem Mitglieder­bestände erlitten, aber zu Befürchtungen ist durch­aus kein Anlaß. Die Verheerungen der Infla­tionszeit und das Sterben der Kreiszeitung haben die geordnete Verwaltung des ausgedehnten Krei­ses zeitweilig fast unmöglich gemacht, ein Zustand, aus dem nur das selbständige Zugreifen der Gauverwaltungen und das langsame Erstarken der neuen Kreiszeitung unter eigener Regie all­mählich wieder herausführte. Der Kreisleitung im weitesten Sinne wurde für ihre tatkräftige, weit über die Grenzen eines Ehrenamtes hinaus- gehende selbstlose Tätigkeit der lebhafte Dank der Versammlung zum Ausdruck gebracht, und Unter dem Eindruck dieser erhebenden Kund­gebung erledigten sich die fällig gewordenen Reu- Wahlen in einmütiger Weise durch begeisterten Zuruf als eine Wiederwahl derAlten". Soweit Reuwahlen in Betracht kamen, wurde Dauner (Offenbach) als Schttftwatt bestätigt, Dender (Frankfurt) als Kreiswart für Geistesturnen dem Kreisvorstand eingegliedert; die Stelle des zurück­getretenen Schwimmwatts Braun übernimmt Bitsch (Frankfurt), diejenige des Kreiswattes für das Dolksturnen Ära mb (Kreuznach) für Becker (Wiesbaden), das Frauenturnen wird durch Frl. Karsten (Frankfurt) vertreten und als 2. Kassenwart wird Reul (Frankfurt) bestätigt. Das schon reichlich aufgelaufene Aktenmaterial des Kreises soll in einem Kreisarchiv zusammen­gefaßt und zu dessen Verwaltung Rob. Braun (Frankfurt) als Archivar besteltt werden. Der Monatsbeitrag soll 15 Pf. pro Mitglied betragen. Der Antrag des Gaues Hessen, auf äußerste Sparsamkeit in der Verwaltung der D. T. zu bringen, wird dahin erledigt, daß Gauvertreter Pfeiffer (Wetzlar) demnächst auf dem Deut­schen Turntag zu Würzburg zu den einzelnen Positionen des Voranschlags geeignete Vorschläge machen soll. Der Kreis-Ehrenbrief kann in Zukunft auch solchen verdienstvollen Mitglie­dern verliehen werden, deren Tätigkeit sich nicht über den Verein hinaus erstreckt hat, und außer­dem soll in besonderen Fällen nicht unbedingt an der Altersgrenze von 50 Jahren festgehalten werden. Schließlich wurde noch die neue Kreis- schwimmvrdnung angenommen. Das zweite

Jugendtreffen der D. T. soll diesen Som­mer in Marburg stattfinden und das 3 2. K r e i s t u r n f e st für 1925 wurde, wie Montag schon kurz berichtet, einstimmig der Turnerschaft (Tv. von 1846 und Mtv.) zu Gießen über­trugen. Universitätsvberinspektor Erle (Gießen) rief in beredten Worten die Gaue zu recht zahl­reichem Besuch auf und stellte in Aussicht, daß für alles unb Jür alle Raum geschaffen werde. Damit ziehen die Mittelrheiner zum fünften Male in Me Mauern Gießens ein, das letzte Mal vor 30 Jahren.

Leichtathletik.

Am Sonntag hatte der D. f. R. Butzbach die Vereine des Bezirks Gießen-Wehlar zu einem Mannschaftskampf eingeladen. Die teil­nehmenden Vereine hatten zu den einzelnen Wettbewerben, die aus 100 - Meter-, 200- Meter-, 800-Meter-, 3000-Meter-Lauf, Hoch- und Weitsprung, Speer- und Diskuswurf, Kugel­stoßen, 4xl00-Meter° und 3xl000-Meter-S taffe! bestanden, zwei Mann zu stellen. Die Punkt­wertung, nach der jedem 1. Platz 3 Punkte, jedem 2. Platz 2 Punkte und dem Drittbesten 1 Punkt zufielen, sah den G. S. E. v. 1900 als Scherens Sieger mit 32 vor Turngemeinde Leun mit 18 und V. f. R. Butzbach mit 16 Punkten aus dem Kampf hervorgehen. Die besten Gießener waren R. Fischer, der seine 100 Meter in 11,4 unds 200 Meter in 24,3, ohne sich jedoch besonders auszugeben, überlegen gewann. Ihm folgte freutet mit 5,90 Meter weit und 41 Meter Speer. In der letzteren Konkurrenz Igndete L a n g 1 o tz mit der ebenfalls ansprechenden Lei­stung von 39,20 Meter nur wenige Zentimeter hinter dem Zweiten. In der 4xl00-Meter- Ctaffel liefen die Gießener in der auch für die nächsten schwereren Wettkämpfe vorgesehene Auf­stellung Lang lotz, Wallenfels, Kreuter, Frscher hie gute Zeit von 46,4 und ließen dabei den V. f. R. Butzbach etwa 12 Meter hinter sich Das einigermaßen gute Wetter, die rasche Ab­wicklung und die in wunderbarer Verfassung befindliche Aschenbahn der Butzbacher trugen ihren Teil zu dem würdigen Verlauf der Devanstal- tung bet

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.^

Linkskurs und Frankenfturz.

Paris, 14. Mai. (WB.) DasOeuvre" hat die Führer der drei siegreichen linksstehenden Parteien Painleve, Herriot und Leon Blum über die Währungsfrage interviewt. Painleve erklärte, es sei lügenhaft und unvernünftig, zu behaupten, daiß ein linksstehendes Ministerium eine Politik des Defizits, also den wirtschaftlichen Ruin für Frankreich mit sich bringen werde. Die auswärtige Politik der linksstehenden Patteien verlange einen ständigen Frieden. Ozlan trete ein für eine Frie­denspolitik, um die Lasten des Budgets, besonders die militärischen Lasten, zu verringern. Don Deutschland will man substantielle Zahl u ngen erhalten, die nicht im voraus durch Ausführungsausgaben überstiegen werden (ge­meint sind offenbar die Desatzungskosten). Die internationale Stabilität müsse endlich sicherge­stellt werden durch eine innere Stabilität, die dem französischen Franken einen an­nähernd unveränderlichen Wert geben würde Herriot hat aus Lyon telegraphiert, die Defürch- tungen, die man zu wecken versuche, seien vollends Ungerechtfertigt. Die Parteien der Linken würden keine lebhaftere Sorge haben, als die Stabilität der Finanzen auf Grund internationaler Verstän­digung und eines allgemeinen Friedens zu sichern. Leon Blum ettlärte, die finanzielle Kampagne in Frankreich, die im Frühjahr dieses Jahres betrieben worden sei, habe nur einigen Großbanken R u tz e n gebracht, deren Huld Poincars sich habe erwerben wollen, und die von ihren eigenen Spekulationen ä la baiffe des Franken bedroht gewesen seien. Warum sollte im Ausland das Vertrauen auf den Franken sinken, wenn Frankreich auf eklatante Weise die nationalistische Politik P oincarss verleugnet habe 2 Zu behaupten, daß es so fein müsse, sei Unfinn. Die vorübergehende Baisse des Franken ergebe sich aus der Instabilität, die einesteils durch die überhasteten nervösen Maßnahmen im Ja- tuiar dieses Jahres, andererseits durch das Ein­greifen einiger Großbanken auf Veranlassung Poincares hervorgerufen werden sei. Aus den angegebenen Gründen behaupte er, daß die Baisse noch an halten und sich verschärfen könne.

Wie derMatin" berichtet, soll P v i n c a r 6 die Absicht haben, sich für eine gewisse Zeit von dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. Poin- oare erhält bereits von allen Seiten, besonders aber von Amerika, Angebote zur Mitarbeit an Zeitungen. Man ersucht ihn, er solle seine Ansichten über die zukünftigen Probleme über die europäische Politik kundgeben und das niederschreiben, was sich in den 2 Jahren seiner Ministerpräsidentschaft in Frankreich ereignet hat.

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