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Ms Beisetzung Hugo SLinnss'.

Berlin, 14. April. (Wolff.) Die Cm- Äscherung der sterblichen Aeberreste Hugo Siinncs' i'-rnv ixute nachmittag im Wilmersdorsec Kre- .latoriunt statt. 3hc voran ging eine im engsten 'ximilicnireife abgdjaltenc Trcmerfeier in ter

Danlop in ter Douglasstraße, in ter der Ceheime Obrrkonsistorialrat Dr. Conrad dir Gs- tüchtnisrede hielt und ferner noch der Oberbürger­meister der Stadt Mülheim a. Ruhr, der Pcäsi- dent des Aeichsverbandes der deutschen Industrie Geherrnrat Sorge, Generaldnektor Dcters von den Stinnes - Reedereien, Generaldirektor Bögler, der vertrauteste Mitarbeiter des Ver- stvrben-en, und Generaldirektor Hold von den SrinneZzechen sprachen. Zn der Feier im Krema- torcum, zu der aus allen Stadtteilen große Mcn- schenmassen Kusanrmengestrvmt waren, find alö Vertreter der Reichsregierung der Reichskanz­ler Dr. Marx mit den Reichsministern Dc. Stresemann, Oeser, Dr. Luther und Dr. H a r r e s erschienen. Als Vertreter des preußischen Ministerpräsidenten ist Handelsmi- nister S i e r i n g mit Staatssekretär Dönhoff erschienen. Vom Reichswirtschaftsrat erscheint der Präsident Karl Friedrich von Siemens, der ..lusschuhvorsitzen.de Direktor Hans Krämer, Herr v. Dvrsig und viele Träger bekannter V-iimnen. Den Reichs verband der deutschen 3ndu- strie vertritt Geheimrat Dr. Sorge, den zahl- v?id)e andere Industrielle begleiten. Auch Groß« .' -mrrAl v. T i r p i tz fehlt nicht, und das Reichs- w e h r m i n i st e r i u m ist vertreten. Eine Reihe VON Mitgliedern der letzten Reichstagsfrariion der Deutschen Vvlkspartei, unter Füh­rung des Rcichsministers o. D. Dr. Scholz, haben bei Len Delegierten der Reichs- und Staats» 2Horden Platz genommen. Auch der Komman- - our der Berliner Polizei, Oberst K a u p i f ch, t st anwesend.

Zu beiden Seiten des von der Flagge der Stinnes-Reederei bedeckten Garges halten vier Kapitäne der Stirrnes-Reederei und vier Steiger or Stinnes-Zechen in Uniform die Ehrenwacht. 'Eine Kapelle der Ruhrbergleute in Knappen- r.' farm unb ein Chor der Bergleute, nehmen zur u: x hinter den Säulen Ausstellung. Dem Wunsche des Verstorbenen entsprechend war die Trau erhalle mit Blumen lichter Farben geschmückt. 'Oie Trauernde hielt wiederum Geheimer Ober» ' nsistorialrat Dr. Conrad. Rachdem der Mül- heimcr 5vnappenchvr das Riederländische Dank- . -bet gelungen hatte, sank der Sarg unter den tstärgen Les SiebcSStrömt herbei ihr Doller- ~r.?n und des Westfalenliedes langsam in die Tiefe.

Veränderungen im Reichskabinett?

Berlin, 18. April. (Priv.--Tel.) Aus dem ergebnislosen Verlauf der Einigungsverhanblun- een zwischen dem Reichs zentrum und der BayrischenDvlkspartei glauben mehrere Blatter schließen zu dürfen, bah man nunmehr mit dem Ausscheiden des Reichsjustizministers Dr. C m m ingcr, der der Bayrischen Dolkspartei an- r.. aus dem ReichsDrbinett wird rechnen Flüssen DerVorwärts" will bereits wissM, Last Reichskanzler Marx die ßeihmg des R: il? ä; t,flizmmisteriums mit übernehmen werde.

Die griechische Republik.

Athen, 14. April. (Havas.) Fast im gan­zen. Lande ist der Belagerungszustand in Kraft gesetzt worden. Dec Ministerpräsident i at gestern nachmittag die Leiter sämtlicher Zei« lungSn zu sich gebeten und ihnen Mäßigung an-

ten und sie um ihre Unterstützung bei der nltigen Wiederherstellung von Ruhr und

Förden gebeten. Zu dem gleichen Zweck hatte er eiif? Alnterrebung mit dem Führer der Royalisten, Ceru/raf Metaxas. Um die nationale Ein- trrrcht roiederherzustellen und die Beruhigung der Gemüter zu beschleunigen, erläßt die Regierung 'heute eine Verordnung, in der der Presse für $ünf Zahre jeder Angriff gegen d ie Re- pub lik und jede Erörterung von Derfassungs- ftckgen verboten wird. Durch eine weitere Verordnung wirb

Ädmirai SorrdrrrrotiS zum vorläufigen Prafi- denten der Republik ernamlt;

«r soll "im Amte bleiben, bis die Rationalver- sammlung einen endgültigen Präsidenten gewählt hat. Die Republikaner feierten ihren Sieg bei der Volksabstimmung durch eine reiche 3 llu - jnination der Stadt. Ministerpräsident Pa- panastasiu sagte in einer Ansprache, es handele ich hier nicht um den Sieg einer Partei, sondern mn einen Sieg des Landes selbst. Er forderte das Boll auf, die politischen Meinungsverschiebenhei- Ln zu vergessen und dem politischen Gegner von gestern b".? Bruderhand entgegen^ustrecken, damit die Ration vereinigt wie eine große Familie wie­der an die Arbeit gehen und entschlossen auf dem SieSMöesvWO-chW.

Ein Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik.

72. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Die Heine »Gestalt des Regenten verschwand M i den großen Sessel, in dem sie zusammen» yef-rnten tag. Ec schien zu schlafen. Die Augen g: schlossen, die Llppen fest zusammenge« /tieTjt. Die ganze Rächt hatte er allein in dem '.raume zugcbracht. Ruhelos war er von einer !,<ar1e zur anderen geschritten, immer wieder die atclstv Z irr kleinen Radelfähnchen prüfend und ^ergtoichivrb, immer wieder Zahlenkolonnen zu- .famni^nftenvrtb und gegenomandersetzend.

Bis endlich die Worte sich von seinen Lippen .ölten;

. . . So muß es gehen! ... So wird es Hehen ... so geht es!"

C j.7.m hatte er sich in den Sessel geworfen c-nb versucht, in kurzem Schlaf Erholung zu fin« e.: . . . Um sieben Ähr waren seine Generäle zu ihm befohlen.

Doch vergeblich suchte er den Schlaf. Die Flut Ler rastlos arbeitenden Gedanken lieh ihn richt ?,nr Ruhe kommen. Der Druck der über- z.c j i;?.i Oserantwortung peitschte seine Rerven 5. ;i von neuem auf. Zn ihm war das Leben, <ju, die Zukunft des größten Volkes der Erde verkörpert.

j'i i" ll>gLsch<loss<men> Lidern blickte er vor sich ; in. Der Schlaf wollte hie Herrschaft über j uuuum. Rur noch undeiatlich sah er die P i... a.if den Tischen. . . weihe Flächen . . .

weihe FlächL-r. . ,

Wege ocS Fortschritts unb des wahren Friedens voranschrciten könne.

Frankreich und der Kiewer Prozeß.

Moskau, 13. April. (Rufs. Telegr.-Agent.) Die im Kiewer Prozeh Verurteilten veröffentlichen in den Kiewer Blättern folgende Erklärung:Rach Kenntnisnahme des Telegramms Po in - carös erklären wir, dah wir, obwohl bedrückt von einem harten Arteil, dennoch jede Ein­mischung einer Auslandsmacht in die inneren Angelegenheiten der Republik für unzu­lässig halten. Wir betrachten unfern Prozeh als eine ausschließlich innere Angelegenheit un­seres Staates und wir erwarten die endgültige Lösung unseres Schicksals von den höheren Instan­zen der Republik". Einer der Havptangeklagtea. Onitschtschenko fügte hinzu:Die Strafe, die uns betroffen hat, haben diejenigen auf dem Gewissen, die uns in das schwere Verbrechen der Gegen- revotutionäre hineinlockten und uns zu schweren Verbrechen nicht nur vor dem werktätigen Volke, sondern auch vor unserem eigenen Gew ssen mach­ten.' Die Ausführung des Kiewer Urteils ist auf* geschoben worden. Der Oberste Gerichtshof for­derte die Akten an.

Kleine politische Nachrichten.

Der Rcichsminister des 3mvrn tat die Rote Fahn e" für zwei Woche i verböte n Zn dec letzten Sonntagsnummer war eine vom Parteitag der K. P. D. gefaxte Resolution abgc» druckt worden, in der zum Sturz der gelten­den Verfassung auf revolutionärem Wege, insbesondere yurch betraf n ten Ausstand und vorbereitende bewaffnete Teillämpfe, ausge- fvrdert wird. Durch eine besondere Verord­nung hat der Minister gleichzeitig jebe weitere Veröffentlichung und Verbreitung dieser Reso­lution verboten.

Der Staatsminister Heergaard hat die-Demission des dänischen Kabi­netts eingereicht, die vom König angenom­men wurde. Der König beauftragte die Mi­nister, die Geschäfte einstweilen weiterzufüh- ren. Stauning, der Führer der Sozial­demokraten, wurde zum König berufen und mit der Bildung des neuen Ministeriums be­traut.

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Prinz Roland Napoleon Bona­parte, Mitglied des Institut de France und Präsident der Geographischen Vereinigung von Paris, ist g e st o r b e n. Er nahm durch seine .zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten eine hervorragende Stellung in der gelehrten Welt ein.

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Die Londoner hochkonservative Zeitung M o r n i n g P o st" ist durch Verkauf aus dem Besitz der Lady Bathurst in die Hände einer Gruppe einfluhreicher Konservativer, mit denen der Herzog von Rorthumberland, wie die Daily Rews" ihn nennt, derKönig der Sic» Hards", assoziiert ist, übergegangen.

Aus Stabt und Land.

Gießen. den 15. April 1924.

Großzügige Landarbeitersiedlung.

W. T. B. Reben den Bemühungen des Reichsarbeitsministeriums, dem Mangel an einheimischen Arbeitern durch Vermittlung städtischer Erwerbsloser auf das Land abzu­helfen, gehen die Bestrebungen desselben Ministeriums dahin, landwirtschaftliche Ar­beiter durch den Dau von Landarbeiterwoh­nungen sehhaft zu machen. Durch die Hingabe von zinslosen Darlehen für die Dauer bis zu 20 Jahren wird dem bedürftigen einheimischen Landarbeiter die Möglichkeit gegeben, sich ein Eigenheim zu errichten. Von dieser Gelegen­heit ist, wie uns mitgeteilt wird, in den letzten Jahren vielfach Gebrauch gemacht worden. Bis jetzt sind zirka 14000 Landarbeiterwoh­nungen auf diese Weise entstanden. Durch dieses große staatliche Siedlungswerk angeregt, ist außerdem von privater Seite noch die statt­liche Anzahl von mindestens 7000 Landarbei­terwohnungen in den letzten Jahren geschaffen worden.

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** Verlegung vDn Amtsräumen des Polizeiamts. Mit Wirkung von Mittwoch, dem 16.dS.MtS. ab werden die Amtsräume des Einwohnermeldeamts und des I. Polizeireviers von dem Haufe Weiden- gafse 5 nach dem Hause Senckenbergstraße 7 (frühere Bezirkstage) verlegt. Aus diesem

Da . . . feine Hände umkrampften die Leh­nen, fern Oberkörper beugte sich vor.

Schnee! . . . Schnee? . . .

Er fiel in den Sessel zurück und preßte dir Hände auf die Augen.

Was war das damals am Tage des Ein­zuges des Kaisers? Schwerer Schnee aus lichtem Frühlingstag . . . Hatte er nicht selbst die Flocken auf seiner Hand zergehen sehen? Dis auf die eine, die am Ringe des Dschingis-Khan solange haften blieb . . . und seinen Glanz trübte.

War ein Zeichen des Himmels? War alles Menschenwerl? . . . Werk dieses einen da drüben? Dann. . .

Mit jähem Ruck riß er sich empor, die Augen weit geöffnet. Das Weihe vor ihm ge­wann feste Gestalt, es waren die weißen Papiere, die dort auf den Tischen lagen. Rervös fuhr er sich über die Augen.

Hinweg mit der Furcht! . . . Menschenwerk? . . . Rein! Kein Mensch würde jemals so tief in die Geheimirisse der Ratur cinbrtngen . . . Kein Mensch jemals die Folge der Zeiten ver­ändern können.

Zuviel habe ich gearbeitet in den letzten Wochen. . . zuviel war es, was meine Nerven spannte. Ruhe brauche ich. . . die Ruhe wird kommen. (Denn der Würfel gefallen ist.". Seme Faust schlug auf das Papier.Weg damit! . . . Zur Tat!"

Gr drückte auf den Bronzeknopf. Ein 2ld- jutant trat ein.

Die Generale!"

Sie traten in den Raum. Die in so vielen Kämpfen erprobten Führer. Die Feldhrrvea des großen Kubelai-Khan. Seine Kampfgenossen.

Ankiiß bkeiben die Amtsr^u-nc ve'dcr Dienst- ste lrst am Mittwoch für den Publikumverkchr geschlossen. Die Amtöräume der Hauptgc- schifrsstelle des Polizeiamts und der Krimi- nalrblellung i er11 iben zunächst weiterhin in dem alten PolizeiamtSgeväuoe Wei.engasfe 5.

** Bankenschluß am Oster- Samstag. 3m Anzeigenteil unseres heu­tigen Blattes geben die Geldinstitute unserer Stadt bekannt, daß sie am ©amsStai, 19. April, ihre Kassen und sämtliche Geschäftsräume ge­schlossen halten.

'* Die vorläusige Unterbrin­gung der Ausgewiesenen. Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten über di? vorläufige Unterbringung der AuSgewie- senen vorn 14. Juni 1923 hat das Hess. Mini­sterium für Arbeit und Wirtschaft (Zentral­stelle für Ausgewiesenenfürsorge) bestimmt, daß die Onanspruchnahme von Räumen und gegebenenfalls von Verpflegung weiter bis zum 31. Dezember 192 4 zu erfolgen hat. Eine etwaige Verlängerung der Frist erfolgt durch die oberste Landesbehörde.

** Der Rhein-Main--Gastwirte- verband hält vom 22. bis 24. April feinen 41. Verbandstag in unserer Stadt ab. 3n Ver­bindung damit begeht dec Der.nn ber Gastw rie von Giehen und Umgeg^nb am 23. Apr.l abends seine 40jährige Jubiläumsfeier.

Dom Lesehalle-Verein wird uns geschrieben: Aus der Dücherhalle sind im Jahre 1923 insgesamt 19 610 Bände ausge­liehen worden. 3m Jahre 1922 waren es 20 221. Es ist aber zu bedenken, daß 1923 die Anstalt während des Monats September ge­schlossen war. Der Monatsdurchschnitt hat sich also nicht unbeträchtlich erhöht (von 1685 auf 1782). Die Benutzung der Bücherhalle ist eine beständige Größe in allem Anbestand der Zeit. Aus den Leihgebühren konnte der Verein lau­fende Bedürfnisse bestreiten, die Stadt hat die mögliche Beihilfe nicht derfagt, einzelne Be­nutzer bezeugten ihre Anhänglichkeit durch freiwillige Gaben, aber der Verein zehrt von der Substanz. Der Bücherbestand ist nicht mehr unversehrt, weil der regelmäßige Abgang den regelmäßigen Zugang übersteigt. Wer immer es vermag, der stehe dem Verein bei, der spende Geld oder Bücher. 3m Laufe des Som­mers wird der Verein die alten Mitglieder um Beiträge angehen und neue hinzuwerben. Die Bücherhalle bedeutet für unsere Stadt ein Stück Tradition und einen verzinslichen Wert. Am Ausleihtisch vernimmt man die leise Sprache eines geistigen Verlangens; aus der Enge und dem Geräusch des grauen Tages heraus sehnt sich das Voll nach Stille, Weite und Schönheit.

Der Postanweisungsverkehr nach dem Ausland ist vorübergehend ein­geschränkt worden, und zwar ist der Meistbetrag einer Postanweisung auf den Gegenwert von 100 Rent^nmark herabgesetzt; ferner darf von einem Absender täglich nut eine Postanweisung nach dem Ausland aufgeliefert werden.

" ©teuer Dort rag unb Steuerprv- test des Kaufmännischen Vereins. Am Samstag ließ der Kaufmännische Verein in sei­nem Veceinshaus durch ben beeidigten Bücher­revisor Th. Da übel seinen zweiten Steuer­vortrag halten. Vor einer zahlreichen Zuhörer­schaft erläuterte der Vortragende in klarer, ver­ständlicher Weise die Ausfüllung der Fragebogen zür Vermögensfleuererllärung, der diesmal ver­nünftigerweise nur wenige Antworten fordere, im Ggensatz zu dem Labyrinth von Fragen, die in den früheren Steuererklärungen, gestellt wor­den waren. Rach' den allgemein gegebenen Auf­klärungen wurden aus dec. Versammlung viele Spezialfragen, besonders über die Bewertung der Grundstücke, Gebäude des Ir.dintvas d.s Waren­lagers, der Schulden unb Hypotheken gestellt, die sämtlich von dem Referenten beantwortet unb erklärt wurden. Einen breiteren Rahmen nahm auch die Diskussion über die Höhe der Abschrei­bungen dec Anlagewerte ein. Die Auseinander­setzung über die Höhe der 'Bewertung der An­teile bei mehreren Teilhabern eines Unterneh­mens wurde ebenfalls besprochen. Sodann wurde aus der Versammlung lebhaft Klage darüber geführt, daß Handel und Gewebe immer stärker durch alle möglichen Steuern bedrückt würden, so daß die Lasten nun unerträglich wären. Be­sonders die am 27. März beschlossene vorläu­fige Gewerbesteuer, die jetzt erst bekannt gemacht worden sei und schon am 10. April fällig wäre, stelle eine rohe und. ungerechte Belastung der Wirtschaft dar. Eine grotze Angerechtigkeit liege in der Bemessung des Satzes von 160 Proz. auf die fällige Einkommensteuer für diejenigen Steuerpflichtigen, welche ihre Steuer monatlich

Sie verneigten sich tief . . . vor dem Ringe des LfchingiS-Khan, der auf der Hand des Re­genten gleißte. Toghvw-Khcm setzte,sich. Schwei­gend 'nahmen die anderen ihre Plätze ein.

Hufer großer Herr, der allmächtige Kaiser . . . die Kinder seines Reiches werden die Kunde vernehmen, daß er zu seinen Ahnen gegangen ist. Alle Herzen der Guten werden trauern unb wei­nen . . . und klagen."

Lautlos neigten die General«! die Häupter. Der Regent fuhr fort:

Tie wenigen Bösen, sie dürfen die Trauer der Guten nicht stören. 3hre Zunge muß ver­stummen. 3hre Hände müssen banied-ergehalten werden . . . Habt ihr dafür gesorgt?"

Sein Blick glitt prüfend über die Versam­melten.

Es ist geschehen!" Tarn die Antwort.

So find unsere Hande frei, um das grobe Werk, das der Kubelai-Khan begann, zu voll­enden?"

Sie sind eS!"

Das Schiedsgericht über das Zlidreieck hat gegen uns entschieden! . . . Heute nacht kam die Rachricht zu meinen Händen. Daß es so kommen würde, wußtet ihr alle. Ein teures Glied des Reiches, ein Land unserer ©tammeSgcnoffen, um­stritten in tausend Kämpfen, soll von uns? ge­rissen werden. Wir werden das nicht dulden!"

Er machte eine Pause und blickte in die Runde. Rur bas Funteln der Augen verriet rhm die Bewegung, die in allen lebte.

Der Regent fuhr fort:

Tie Antwort an Europa, in der wir dem Schiedsgericht die Anerkennung verweigern, liegt bereit. Wir könnten es darauf ankommen lassen,

vezahlen, tm Gegensatz solchm. wercye !ie vierteljährlich catviä?.c*i und dah:r r.ur 8) Proz. von der fälligen ErnkomrneiPeuca zu bezahlen brauchen. Da iie Amsatze im ;;anuar unj Fed- 1 i uar nachweislich überall rertzäft-nsmäßig viel kleiner gewesen seickn,. a's im M^irz unb corauß» sichtlich auch im April und Mai. so werden alle Kaufteute und Gewerbetreibende, welche dem Staat alynonalllh <>.e (Siniommeniieuer bezahlen» für ihre Pünktlichkeit durch eine Diel höhere Ge­werbesteuer bestraft. Die Versammlung faßte da­her einstimmig folgende Resolution:Die heute Dom Kaufmännischen Verein zu (Rieften ernbe- rufene ' Versammlung von Kausleuten unb Ge» wecbetrribenden bittet die Hessische Handelskam­mer, beim Landesfinanzamt und dem Ministe­rium der Finanzen mit alter Entschiedenheit vor­stellig zu werden, daß die neue hessische Gewerbe­steuer <iiiber5 auf gebaut und gemildert werde. Die Versammelten erhoben garr^ energisch Proteil gegen diese neue und ungehcu.xje Belastung von 3Industrie, Handel unb Gewerbe."

** Wohltätigkeitskonzert deS Bauerschen Gesangvereins. Ein Wohltätiglritskonzert zum Besten der beiden hiesigen Schwesternhäuser veranstaltete der Dauersche Gesangverein am SamStcrg abend in der Reuen Aula der Aniversftät... Wenn man bedenkt, welche Fülle von Wohltaten un­serer Bürgerschaft aus diesen beiden Kranken­häusern durch hingebende Pflege fortgesetzt zuteil wird, so ist cS doppelt anzuerkennen, dah der Bauersche Gesangverein sich in den Dienst dieser edlen 3nstitute stellt. Die vielseitigen künstlerischen Darbietungen des Vereins fan­den den lebhaftesten Beifall der Zuhörer. Er­öffnet wurde das Konzert mit der Ouvertüre zur OperRosamunde" von Fr. Schubert von der Kapelle Weller. Diese begleitete auch die beiden großen MännerchöreDie Himmel rüh­men deS Ewigen Ehre" und den PsalmGott ist mein 5)irt. Sämtliche Chöre unter der 2ci=> tung des EhormeisterS Otto Görlach zeig­ten den Verein auf einer ausgezeichneten künstlerischen Höhe. Die Lieder für Tenor, die pon Kurt Richter gesungen wurden, nahmen Die Zuhörer mit lebhaftem Beifall auf. Der Pianist Fritz C u j e - Frankfurt a. M. spielte die Z-Moll-Ballade von Chopin und zwei Soli von Liszt und Paganini-Liszt. Seine Dar­bietungen gefielen dem Publikum so sehr, dah er wiederholt hervorgerufen wurde. Eine sehr werwolle Bereicherung des Konzertes brachte der Kammermusiker H. Kruse aus Altona. Man hatte bei seiner Wahl einen besonders glücklichen Griff getan. Herr Kruse ist in Gie­ßen kein Anbekannter; hat er doch in Friedberg und Gießen einen Teil seiner Jugend verlebt. Das, was er auf seinem vorzüglichen Cello spielte, und die Art, wie er es vortrug, gewann dem Künstler im Sturme die Herzen der Zu­hörer, die ihm mit stürmischem Beifall für den Genuß dankten. Der Bauersche Gesangverein kann mit dem künstlerischen Erfolg des Kon­zertes sehr zuftieden sein.

Bornotizen.

Tages kalcnder für Dienstag. Rundfunkhaus, Löberstr.: 81Z2 Ah-c heiterer Ab-rnö Dom Brettl zum Aeberbcettl". Lichtspiel­haus DatznhvfstraßL:Dec Haluntengeiger". Palast-Lichtspiele:Menschen unb Masten".

Landkreis Gieren.

D Lich, 14. April. Anläßlich' der Ruhs- siandsversetzung des Rektors dec hiesigen Volks­schule Christ ian Roth fand auch im Sitzungs­saals des Rathauses eine schlichte Abschieds» feier zu Ehren des verdienten' Schulmannes in Gegenwart des Kceisschulrates Fischer als Ver­treter des Kreisschulamtes Gießen, des Gemeinde- rates, des Schulvorstandes unb des Lehrer­kollegiums statt. Kceisschulrat Fischer zollte dem Scheidenden herzliche Worte der Anerken­nung und des Dankes seitens des Kreisschul­amtes. Bürgermeister Völker, dec sodana dem Zubilar den Dank der Stadtverwaltung unb des Schulvorstandes für sein segensreiches Wirken am hiesigen Platze übermittelte, überreichte ihm als äufjereS Zeichen der Anerkennung ein Diu- menongebinbe in Gestalt eines schönen Dlumen» korbes. Rektor Roth dankte in tief bewegten Worten für alle Anerkennuna, die ihm zuteil wurde. Bei ben Landwirts cha fts - kammerwahlen wurden hier von 232 Wahl­berechtigten nur 52 Stimmen abgegeben. Als Dertcauensmann für Lich mit Albacher Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen wurde der Land­wirt Christian K e 11 e r II. dahier mit 49 Stimmen gewählt. Der Wahlvorschlag 1, Kennwort Hess. Bauernbund Adolf Hensel. Landwirt aus Dortelweil, jetzt Dohelrod, erhielt 41 Stimmen der Wahlvorschlag 4, Kennwort Kleine unb nrttt-

cb sie es wagen, sich ihre Beute mit Gewalt zu holen. 3d) bezweifle es sehr. Die Kompagnte- truppen wären zu schwach. Die Russen allein den­ken nicht daran . . . unb das vereinigte Europa?"

Ein dünnes Lächeln umspielte fein» Lippen

Der große Kaiser tat diese Frage stets mit einer Handbewegung ab. Ec, der bas Ziel seines Lebens darin sah, alle verstreuten Kinder der ge­meinsamen mcmgolifchen Mutter zu vereinen.

Seine Pläne waren zur Entscheidung reif, als ihn die Kugel traf. Als er auf seinem Sterbebett lag und um die Zukunft des Himmlischen Reichrs bangte, da suchte er nach einem, brr stark genug wäre, sein Werk zu vollbringen. And er sprach mit mir . . . unb er gab mir den Ring . . . und ich schwur ihm, das Werk zu tun.

Die Zeit ist gekommen! Morgen fällt die Entscheidung in Amerika. Sie rvrcd bas Signal fein für ben Kampf aller Rassen gegen die Weißen. Wir stehen nicht allein.

Die Europäer haben es gewagt, uns eine Drchrote zu schicken, well Drüber von uns ben um ihre letzten Lebensmöglichkeiten ' kämpfenden Kirgisen zu Hilfe geeilt find. 3ch habe ihnen geantwortet, daß das Anrecht auf ihrer Sette liegt, und meinerseits gedroht, auf die ©eite ber Anterdrückten zu treten, wenn die grausamen Verfolgungen nicht sofort aufhören. Als Antwort hat man gestern über zweihundert dieser Freß heitslampser an der Grenze des Kuldschagebirges erschossen. Reuer Hohn zu altem Hohn!

Ansere Geduld ist erschöpft! Wir werden! marschieren!"

(Fortsetzung folgt.)