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Nr. 39 Zweiter Blatt

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger skr Tberhessen)

Zreltag, 15. Zebruar (924

I"

Die Reform des höheren Schul­wesens in Hessen.

Bfrn Lehrer W V « chthoId üi 2auba4)

2LI* Lehrer, all Barer, all 'BaUtla.ibllrcunb tafxe mich beide 2hlfä6-. die bil Jetjl unter obiger Hederich! itt im .®lcfk 2btwger" er- 14 lenen hab. lebhaft tntereflierL 201 3ul der 8(lirtung mub uni der to;pe..tr. gnfng und fütM griunbe Mensch vor 21ugen sieben, fein XdUk< fei auf Äoficn del anderen bevorzugt

M ist aber leider so, ble körperliche ® r 1 i e b u n g unterer Schustugerrb. der Volks« schiller wie der höheren Schuler, ist dis beult <dl ein 3tief!inb bctanbeli horten die Bolksfchüler ist aber tiefer Mangel del halb n hr so schlimm, weil die grobe Mehrheit berft -en rill bem 14 Lebensjahr sich einem körperlichen 'Berufe zuwendet, der meistens in kurzer Zeit die Schäden der Schilzril aulment Das glU betonbec* für bas Land Für unsere höheren Schüler kann dieser Mangel aber geradezu ein BerbängnM werben, für den einzelnen leihst und für« Volksganze Dir brauchten schon Immer «nd brauchen für untere Zukunft erst recht aut) körperlich gesunde Menschen: diese werden bei gleichen geistign ^aenschatten viel eher in der Lage fein, Führer des Volkes zu fein und au werden In fchwerer Zeit. Die Xatfaär. dast die Schale dis dahin die körperlich? E.zlehung der Jugend flan vernachlässigt Hai. stehl unzwrtiei- 6afi fest und ebenso die andere la Hatte als Folge der edlen, bah diele Vemachiäfttgung sich in gesundheitlicher Hinsicht an unseren höheren Schülern gerächt hat

Das füll nun geschehen? ^ebenfalls etwas Grundlegendes Die tägliche Turn stunde ist in der .Deutschen Xum^ltung schon oft erfordert worden Die Bereitstellung von vier freien Nachmittagen zum Betrieb der technischen Fächer, unter denen bann die Leibesübungen den orrilesten Baum etmunebmen hätten Vor­schlag des Herrn Vrvl Dr Huntemüller halte ich selbst In aefandheltlicher Vellrhung für noch wertvoller 3t» könnte ml all. la |s denken, dast vier Lenti he Xuruflunbe i ü bk* Um?r- stuse der höheren Schu en geäugt..». rom 13. oder 14. Lebensjahr an, allo vom Deginn der eigent­lichen Ennvicklungsjahe müsste dann die.cher» pflege auf breiteste D. unblage gestellt werden. Aber auf das Mehr allein kommt es n(A ar\ sondern vor allem auch auf die 27 rt bei T-*. trieb*. Die Sache ist in unserem Falle wirklich nicht so einsach! 6oll doch womöglich jeder Schü­ler. gerade auch der Schwächliche, de- in seiner Desundh.it (£efäbibet- an den L lb*S- Übungen lellnebmenl Das Schul tun.en hat eine schwerere 2lusgabe all das Ve.einltumen. Zu letzteren wenden sich Im allpem-rtncn nur die körperlich 'Begabten. Dir sehen also schon hier, aus. dast es ohne ärztliche 'Beratung nicht ab­gebt. ja dast der Lehrer selbst anatornisch-physto» logische Kenntnisse besitzen mut Am Turn­lehrer (der Schulen! darf die Sache nicht scheitern 1 Deshalb die nächste Forderung unserer Zelt. Bildet tüchtige Lehrer der Leibesübungen aus, die alle Gebiete der Körperpflege soweit als möglich praktisch beherrschen! Dic'er Turn­lehrer kann gar nicht durchgedilbet genug fein, praktisch und theoretisch? Dir haben in u.ifcrer Hochschule für Leibesübungen in Ber­lin jedenfalls ein Institut, das gerade in dieser Sinficht vor eine besonders hohe Aufgabe ge-

iflt Ist

Deiches soll das Ziel der Körperer-iehang sein? Der starke, gewandte, schnelle Körper mit gesunden Inneren Organen, der diese L-igenchaftei, schon üusterlich zur Ausprägung bringt: also der harmvnllch durchleb! bete Körver. Vach zwei Aich- tungen kann dieses Ziel eileicht werden. Sin mal durch Hebungen, beim Umfang sich nach Zeit oder Baum messen lästt (Lau! Marsch. Sprung. Durs. Klettern. Schwimmen u'w) and zum an­deren durch Uebunqcn, die di etl auf oben ge­nanntes Ziel zustcuern, du.ch F.(Übungen. (Die

®<rättüburgm nehmen eine Mittelsteilnng ein.) Heber Freiübu ngen must ein Hurrel Dort g«fagt Werder, soweit sie in der Schule gepflegt wurden Sie haben Ihren Zweck jedenfa.ll ver­fehlt. Sie waren fast aulnabmltoe nach logllch- tormalen Gesichtspunkten ^uammengestellt, bil­deten nur zu haung eLit s'-edäch:nr»ü.*er lastu ig. Hütten nur ihren Den als Maffenüdun>*n bei öffentlichen Tkraiihaltungen. wo s»e das 3nlerdle der Za schauer er werken konnten. 2kein, die Frri- udui.g must bas Planvollste werden, was es auf bem Gebiete der Körper pflege nur gibt; sie must etnig und allein nach auaromifch-physlvk'gi chen Gesichtspunkten zulammengestellt und fv einfach all nur möglich fein. Ui e.t »wrbllchen Stamm- vertranbien. bie Schweden unb Danen. Haden schon längst in diesem Cüme die g.-d Übung zu einem hochwertigen Faktor der körperlichen Sc* Ziehung gemacht 3n unteren Schulen Ist diese Xiflaffura noch nicht durchgedrungen. Kürz­lich las ich In einem guten modernen Buche den Cab: .D t e Erkennenden sind verant­wortlich^ Dohian denn! As sei ein Kenn- zeichen der Gebildeten, ble Schäden unserer Or- M<twng eiwufehen unb bereit zu fein, mitzahrisen an einer Bessernngs 2Lk sind ba«u be.u'e.t, die den guten Dillen haben besonders aber di*- jenigen. die ml.verantwortlich an der körper­lichen Ariuchtigung des deutschen Volkes Leh -er. Turn- und Spvrilehrer. Acrztc. Aogiaüfcr. Offiziere!

Aus Stabt unb Laub.

Diesten, den 15. Februar 1924.

Vorträge Über LHästrnngS-, Bilanz- nnb 2teuerfragrit.

Der Arbeitgeber-Verband für Lahaaau und ObedrHen veranstaltete am 8 und 9. d Äls. ge­meinschaftlich mit den Hand I »kammern Dieven und Bkhlar eine Beide von Vorträge« über dal Dährungsproblem, die Doldmark- bilanzierung und Fragen des Steuer­rechts.

Pros. Dr. Mombert von brr Universität Diesten führte über .Lage und 2 u s f i ch t em der deutschen Währung" etwa solgendes aus:

Bei der Verordnung über die Dolbbilanen fleht das Ananzintereffe des Reiches nach ge­sicherten steuerlichen Sin nahmen in erster Linie, denn solche steuerlichen <li inabmei in einer ge­wissen Mindesthöhe sind notwendig, wenn eine erneute Inflation und drmit eine neue Desahr für den Bestand unterer Währung her niesen werden soll. An sich liegen im Bug mbH f fetnerid Tat­sachen vor, die geeignet und imstande sind, unsere seit einigen Wochen stabi l i-rle Währung zu be­drohen. Die Rentenmark ist durch ble jederzeit gestattete Möglichkeit des UnrtauschS In Renten­briese. die ja wertbeständig sind und einen wen- beständigen ZinS bringen, gegen dne stärkere Wertver.ninderung un,weLel!;ast ae'lche t. wenn auch im Zusammenhang mit der späteren Kurs­entwicklung der Bcnienbriefe dabei vielleicht klei­nere Schwankungen Vorkommen können. Auch den Bestand der Papiermark bedrohen im Auaenstick keinerlei Defahren, da die Rotenprelfe still­gelegt ist und die Umlaufsgeschwindigkeit der Jkipternkirf erheblich angenommen hat. Wenn auch im Augenblick solche Defahren nicht vor­handen sind, so ist doch nicht au verkennen, da st sie Immer wieder für den Bestand un'erev augenblick­lich stabili fierten Währung dntrelen können. Dolche Defahren können elntreien: 1. wenn es nicht gelingt, Ausgabrn und Sinnahmen des Reiches baldigst ins D l eichgewicht zu bri-- gen. 2. wenn die Kreditgewährung an die Wirtschaft eine zu umsastende wl d; 3. wem es nicht gelingt, untere Handelsbilanz aktiv zu gestalten. Bei allen diesen Defahren, die kommen Ifnncn, handelt es sich um solche, deren Ein­treten in hohem Maste von uns selbst ab-

Jur Strafgerichtsreform.

(Cchlust.)

V.e)

Zum Schluß feien nvch aus den trmen B>r- schritten übet dal Strafverfahren folgende Be* fttnuuungm erwähnt:

1. D»e Mehrheit von zwei Tritt- teilen der Stimmen ist nicht rui: für jede dem Angeklagten nuchtetli )< D.n'che düng hi der Schuld trage, wie feithrr, sondern auch n der Straf frage ersorke l.ch Bildest sich in der Straf frage zwei M.i-.ungen, ohne ba j eine die erforderliche Mehrheit für sich hat. b gilt die mildere Meinung. Grg.bt Hb 11 d.m mit zwei Richtern und zwei Schossen de eyten Schöf­fengericht. von der Schul> unb Stro'»rage ab­gesehen. Ltimmengl ichhe t, so gibt die S.lmme de» Vorsitzenden den Ausschlag. Bei einer Belebung mit fünf Richtern unb Schossen müll n ol o stets mindestens vier von ihnen für die Verurteilung und die zu <rkn.^e.nde Strafe sein, die beiden Schöffen können m.thin stets die mitwirkenden Richter überstimmen.

2. Den abgeänderten 3uflänM jf i:m e ttspre- chend sind auch dir Vorschriften über bh not­wendige Vert.l) gung geändert word<n Die BerteiM jung ist immer notwendig w.-ni der An- geschuldigte taub oder stumm ist. dnerlei. um welche Tal unb um welches Dench eS ttch handelt.

3n den vor dem Schössen geeicht zu ver­handel iden Sachen ist di: Verteidigung notwen­dig. wenn die Tat den Gegenstand der Unter­suchung bildet, die nicht nur wes n Rückfalls ein Verbrechen ist. und der Ve'chulSigte oder sein gcsedlichtr Vertreter die Bestellung eines Verteidigers innerhalb einer geirrt len Frist be - antragen.

3m übrigen gelten die se thengenVorschristen.

3. In den zur Zuständt tkd: her Amteg richten gehörenden Sirasfachen findet mit Ausnahme von

) Dergk. in den Br. 33 und 36.

Uederterrungen die Voruntersuchung kn bemldbc-i Umfange seither bei ben zur Zu­ständig! tt der L1?. i'.b.'CT d)te t »-iigen Sachen statt. Ucber bie (Jr?Hnuni ' .* chiu?: .-rfahrens eni- sch.idet H f Ichen Fülle« da» Landgericht.

4 Bd Ueberttetur. gen unb b.rt ^Jri- vatklagcn. ausge romme den Vergeben n<>ch dem Deen g<gen bei u liut.ren Weitlx-Uerb und gegen das Urhed.-rorcht. ist Me Berufung ausgeschlossen de Iai free»

gesprochen od: nu''a-i ' ich auf Deld- strafe erjannt Worten ist. Dies g lt jedoch nicht, wenn die PrivatNa ie n» xi e ner durch die Presse ts'gang.nei Bel i igung erhoben wx- ben ifl

S.weir ii Betmung au-geschlossen ist. findet gegen das Urteil bi K e v I s i o n an das O be i- landesgerlcht statt

ö. Ist gegen ein Uncll die Berufung zuläML so kann es statt mit der Berufung auch mit der Revision angefoch'en werden. Ui der die'e entscheidet das Der cht. das zur Dni- ich.idung beruhet wir-, wenn die Retrtslvn nach !ur! g.süheter Berufung dngd.*gt wer^i wäre Wirb gegen das Uri.il von einem Beteiligten Bert t n. von c cm and ren Bete lljtcn dagegen B.iu.ung dngd.gl. so ttrtrb. I »lange die le bi eie nicht zutückgenrnimen ober al» urzuläfsig vev- werfen ist auch di- Revifion als Be­rufung behänd et. Deien das BcrufunglurkU findet dann Jtet i nn nach bei aUgcmdn gelten­den Vvrschdften statt

6 3n xlufuiM b-it bet Vlivatklageu nich' nur wegen B.l.ib fl-nj. fonbern auch wen« ^iies riedensdruchs. leichter vvr'ühlkcher om sah lässiger perverleiung, B d.vhung Sach- b.1d>Jblauna und Verl mung des B ieigehein» nisses ein Sühne versuch stittzuf indei Woh­nen dte Part i i n cht In hem'cl e i ®cmeinbebt­et rf. so kann nach näherer Aierdnung der La-ides- ju li'vrrwal'ung von cL*m SühNLoersuch abge­sehen werden.

hängt, und b c sich b i entschlossenem energischen Voig.hen wool nermdben lailen.

3m Anschlust hieran sprach Pros. Dr. Kal- veram von d.r Unirvr'i ät Fr in f irr am ersten Tage üder .Hrndels'ech sich: Bilan'.en für 1923 24", am zweiten T igr über 5lnnn,lem ter Untern eh mung unb Umstellung de» Kapitale auf Oolbmarr. Redner legte bk Grundsätze für die Reck-nungSführung in ge!dwer'schw.inken^er Zeit dar und betonte band, dast zur Aasrech:- erhalrung unseres Produttioneapparates aus Volks- unb privatwirtschaltllchen Gründen bd der Kalkulation b Dlnzelwaren und bei der 3abre8dbld,4uhr.x6nung mir dem Wied deschaf- fungspreis gerechnet werden müsse, dast diele aber auch unverändert für Zeiten der De.lation und d.-r fallenden Prelle Geltung habe. Dann legte er an Hand praktischer Beispiele die verschiedenen Möglichkeiten dar, trtkh der wert- schwankenden Buchhaliung durch fystematifche RichtiglteHungen ein einwandfreie* Bi b über die Entwicklung und die Wirtschaftlichkeit des Unter­nehmens zu gewinnen. Gr stellte besonders bie Technik der Gold narkrcchnung bar unb kritisierte ihre Hauptschwäche, die dann wurzelt, dast sie sich auf Werte der Vergangenheit stützt, die in der Gegenwart wegen dec Produktion tänterungen unb Bcdürsnisverfchicdungen feine Geltung mehr haben Der Bortragenbe gab eine Reibe von Vorschlägen für den Abschlust der Buchhaltung des Zahres 1923 unb für bie Durchführuig der Goldmarferössnungsbilanz. 3n s inem zweiten Vortrag besprach Prof. Dr. Kalveram die

jx-nbigfdl, Zweckmästigfeit und Technik der Kapitalumstellung bi Einzrl innen und Per on m-Gcscllsck>aften sowie bei Äj. halgef y- schiften. Den weitesten Raum nahmen feine Aus­führungen über die notwendigen Sanierungen dn, da die meisten Betriebe bd der Goldmarkrechnung

c-fmncn werden, dast ihr Rominalkavital auf In i II inen Bruchteil a ammengefchrurnpft ist.

*2il5 wich igste Fragbrzeichneie er die nach der Feststellunt jener Kapi algröste. welche dem Untemehmen In Zukunft eine auorriche.ibe Renta» 11 hät ennöglicht Gr ga'' in'crefl ir.<e Ausschlüsfe üler die Cöluni dieser schwierigen Frage Schilest- 114) wurde auch die AuswertungJfrage und ihre Wi.kung auf die Bilanz- und Xapiialumftcllunfl eingehend besprochen

3n dem Schlust/orirag b'tnnte Dr Rufer- mann, Dozen' an der Universität Frankiurt, die Rotwendigk i: der Aufsteklu ig einer Steuer­bilanz neben den handelsrechllichen Bilanzen. Aus den abschltestei.dcn BuS1ü >rungen bei Red­ners über die neuen ö euerer .ragi- und Steuec- vermögcns-Bllanzen sprach ein gewisser Opti­mismus. wenn auch die Manac! der zweite» Steuernotvercrdnung, wie sich btefe im beson­deren vom Gcstchtspunkte der Betrlebswirtschasts- lehre ergeben, scparf hervorgehoben Warden.

Bei dem lebhaften Bnllanr den die Beo träge fanden. bcaWi Arbritgeber-Veo

band. In einiger Zelt wiederum eine Bort rag* folge über aktuelle Fragen zu veranstalten.

M Der Wert der Sachbezüge auf Grund der Reichsverslcherungsvrdnung und des Angestclltenver icherungegeleres Ist mit Wirkung com l F bruar ab für bie Landgemeinden des Kreites Diesten orte folgt festgesetzt worben- Ta- gcSkost für männliche und weibliche Personen 0.90 Doldmark. OastaeSkost mit Wohnung Brand und Licht 360 Doldmark Vom Gesamtwert der Sachbezüge entfallen: auf volle Verpflegung 90 Prozent, auf Wohnung. Brand unb Licht 10 Pro­zent. Vom Ddnmtweit der Verpflegung treffen auf das erste F ühstück 10 Prvz. zwdte Frühstück 10 Prvz., Mittagessen 40 Prvz, Vesperbrot

Persönliches von Hermann Stehr.

(Zu feinem 62. Geburtstag. 16. Februar.f

Hermann Stehr, dessen dichte-tsche Dröste nach fang'T Bcrfennuni jetzt mehr und mehr auch dem Publikum offenbar wird, empsängt bd fernem 80 Geburtstag Huldigungen und Dhrungen von allen S-iten. Am nachdrücklichsten dürsten für das Verständnis seines Wel.ns und Werkes b:e Ihm gctriOm-tcn Festsch-isbrn a^r'er. Da steht an ber Spitz' das von Waltrn Muidies teiul- gegebene Buch .Hermann Stehr", In dem ftzch von reifliche B itrfl^ e mit feve künstl'ri'chcn B*- kutung unb der (Figenart l-lvrt Weltbildes be- f<55fttacn. Unter den rerfkn ichen Srirtnerungcn sind besonders bk Srzähltrt'en frreS alten Freundes Artur Fundner wrtv [', di" uns vis In die Znt seincS ersten Rinim? aurücksühren. 1897 kam Fundner zuerst nach Pohldorf in der Graffchatt Gl atz: .Tort hauste schon mehr als dn 2achr» dnt Hermann 6?chr. ber sich durch sein von dem ubl chrn T"Nlchu m l 'cib Ix.* stark ab'Vb'n- des Tun und Reden bd d n hederen Geba^lern den B.l na mm des nerridei Sch^lneisters mit den tiihxn CoKyi erwarben bat e 3r rannte In fdner fr?len Ze t bei j'dem Wrtter und zu id>er Oahr>-svrit. mit V>rl ede auch nachts, stundenlang allein In den Wäldern umb-T. badete auch einmal bn berrtt# zugefrnren n T< ch. nachdem er frte hünnc Disdecke et t'e'ch'a v ba t", und b e t pkn- kofephilch Reden, b t f< et d Kirch» nicht allzu ffut to-gfam. Zw i ät ;enf?zitten <>jcn Fundier vcsonders zu dem neun Freund, sein ungestümer Fveih-itsdrang und sein: unverbrück^tche Treue.

.Treu ist er fdnen hoben Steilen, de fernem Weg von (Xucrmb an v^rangel uch et habet Treu f Irrem Vatetlande. das er jetzt, wo f.in stalzer Glanz verblichen tst, jetzt, wo eS in Rot uerd S. wach am Boden liegt, erst recht rmt hri^ar S d l'ebL Treu auch feiner engeren Heimat, f.trer II den Grafschaft. Wie oft bat er nur er- zähl, dast er immer erst wt-eder sich in ter Heimat l . wenn er ble Luft ber Graf.chrft ahne Hier nur sinb ihm bic Berge Berge, ber Wald em Wald, her tst »hm ber Gelang ber Vögel, fdbft ber Zug ber Wolken dn ganz anderer als irg-ndw) f >nft auf ber Wdt. vertrauter und a if- ftfZu'.T icher Tiefe Treue b u> h

M.n'ch.m, denen er seine Freundschaft geschenkt ML

Tke innige Hermalll -be © ebrt betont auch Moritz Heimann, ber DnUecker des D ch'ers. b*r s ine ersten Rorell»n zur DeröUentlichairg brack-'e. als sie ber einsame Dorfschul'e>r"r dem Fi'c' rschen Verlag dird»b,e 3n einem shonen 6rtnn.Tunglbfa:t erzchkt er txm bem birb e n^chen Drang, d r in dem Knaben schon gäh'te Sein Vater warnte ihn bam 4S: ,DaS Verfch amachen vertreibt b'r blüh a Kopp". O:cbr be Itzt eine ans Hak uzinatori'che strelfenbe Grd", die Ge­stalten f.-trer Dichtung it ferner Umwe'-t zu er- fdt u m, und er z igte H-ei naim be Wandernn",en M Scheuplätz' und Fi;uren, be er dann in seinem D rk umyftalxt 215c: trotz ber engen Gemein- schäft mit d r h imatl chen Ratur t*t fdn H-nich H Prwitr'i l en in ibm. und all er sein qröstteS W rk, ben Roman .Der Helligenhof schuf, konnte er ihn ruhig nach Westtale' verletzen. Heimann betnchlei. dast et 'tch von seinem Sohn eine 6x?.t-l artc Westfa e is m Zllol au schlagen

fi h. fi bei rach ele unb dann wast e was ihm zu w'ss.m:it war .3- gehört nicht zu ben Dich- dem. bie erst am Schrcibtisch erhöbe, w-rd-en." sagt Heimann. .Sire Ratur, bie man frei n->ch Doetse derb unb tüchtig nennvn dürfte, den Genüffen des Lebens keineswegs abholtz. nicht za^e vrr ber Schüssel unb vor ber Flasche, bas praktische re-.'e Leden ohne Hochmut e*jrenb unb an^adenb, ist er boch »u l ich seiner g»ifh£en Welt immer unb üb r ([ sörmlich dnv rlr b!: und e'eifo wie mit kinc" Tli f in Ne W l e auch mit btt < Npsf bung Me Hjfr. für das ÄI i-y Zu einen S a'i rgana Hbt er mich mit den Wort-n e;n: .Är nm -i Ei ', i h werde Zhnen dis Lachen des Sau r l es im Walde z^i'en." Dmn er ist einer von b/rvt. bie das GraS wach en hören. Er er­zählte mir einmal, dast er den Roman eines ^unb.-l schreiben wolle, unb ich zwdse'te nicht, dast e- e* w'.rkli ch unb n'cht von aasten, latirllch txambisti ch unb stzmbol sch, tandern aas wahrer Dur/ckchauung v rmöcht:." Aus dem Dunkel rang fein Schafen ins Licht, aus der öme bei Pohl- tt f r Schulhnu'es zu weltweiter Wirkung: _3n b m Hau e ivurden Kinder gebo^i. unb Kinder starb m W Iltz trivp.l'e seine fti'etbe S chreT-- mut über die Stufen. Zn dem Haute walte c die 5bau<rrau. die schöne, tapfere die ben dichtenden D4st mehr als dn Ohr. die oft lein Auee war Und um bas Haus brum: F"indlchatt: in wef- t.rem Ring bas dnck'ch' Schwkgen. jähre», jahre­lang. Schwer, langsam wnnkten die Mauern bc-S trlq-n Schreigens Run endlich ist es fre: u.ib fi gleich um ihn. ken Sech'^ährigen A:e daech bas ch.rz bie'es S.ch igjähr gen schlägt eines 3ün(.Cingl Blut noch immer feurt stolze Delle"

Dr. Karl geih t-

3n München Ist ber 3n t e n ba * t ber bayerischen Stabttbeater Dr. Karl Zdb In der vergangenen Rächt an den Folgen ci^e* Schlaganfalles geworben.

Geh S^ofrat Dr Karl Zrist ist am 13. Set* trmber 181 als Sohn einer mdningischen Be- amtenfamin? in der alten Tb-merftabt Mei­ningen geboren. Er ftub'e'te von 1893 bis 1f93 In Leipzig Germanistik und vor allem Tdatergelchlchte. Er war bann zunächst Rv- altfiir und Dramaturg an ber chosbühne ie Dresden, tt>*frbr 193t Ge^eral>i'ektvr mb 1912 'ü"stk ri'ch r Ve ter b s b&ri'-en Schauspielhauses. Sck«on in Dr s>en ch'fe er ®rIei'nSdt. feine sozial «prichtete Tbeat.nnwll ik bu-d) billige Veranstal­tung von llnllifchn, Vnlksoorstellungen zu er» trHlen. Er axir ehrlich bestrebt, bas Iheater «tff Mturffttbcmb? Bildungsstätte iu Geltung z» bringen unb pst^gte nich' nur die klastische, svn- b~m auch die neaest r dramatische Literatur. Mit nröstercr könnt- c in diesem Sinne in

Frankfurt a M wirken, wohin er 1916 all ® n rali"tenbant ber städti chen Bühnen be-ufew aurtk1. Ihm unt-~r'!anb dort neben bem Schau- Trl l auch die Oper. Rach knavp drdjähriger Tätiakrtt atng er von ba aus im Februar 1920 nach b m Abgang Ti'tor Schwannekes als Inten­dant bT ba eri'chen R^t o- rttuener nach Mün­chen, wr Idne Tärlakri' für bas deutsche Theatem l.ben bie größte Bedeutung gewann.

WEL TB EKA NN TE

QUAUTÄTSMAR.KEN