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Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberhessen)

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geistigen Qafl ungen anderer Völker, als diese am die wringen. Allem kein deutscher Dichter und Künstler ist dem Auslande auch heute noch so wichtig, wie Richard Wagner. Man hat oft und gern über die ausländischen Besucher in Bayreuth gespöttelt, ©ofttc wirklich unter ihnen nicht der eine oder der andere sein, den es inner» lich nach Bayreuth zieht?

Jedenfalls muh festgestellt werden, dah Wagner im Ausland einen durch keinen andern Deutschen überbotenen Kulturerfolg davonge- tvagen hat. Wie der Deutsche heute Wagners Wotan, Drunhilde, Siegfried als die lebendigen Bilder seiner germanischen Götterwelt empfindet, so auch der Amerikaner, Engländer, Franzose, Russe, Pole. Menso geht es mit den Gestalten der mittelalteriichen Sage, die durch Wagner unvergängliche Form gewonnen haben. Das ehr­liche Ausland schätzt das Werk Richard Wagners als eine national-deutsche Kunst von weltum­spannender Bedeutung. Die Aufführungen setzten bald nach Kriegsende wieder ein. Ich entnehme dem Festspielführer darüber folgend^: In Paris waren es zuerst Konzertauffühiamgen, bald aber nahmen die Pariser Opernbühnen die Werke Wagners trrieSer in den Spielplan auf. Die Revue musicale brachte das Oktoberhest 1923 als geschlossenes Wagnerheft heraus.

In Rordamerika sind die beiden einzigen ständigen Opernbühnen in Reuyork und Chicago bei Wagneraufführungen auäoertauft

so mancher altbewährte Bekannte, aber und das sei besonders betont auch eine Anzahl neuer, jugendlicher Erscheinungen taucht aif, von denen indes einzelne in Bayreuth ihre erste Dühnenausbildung genossen haben.

Chor und Orchester unter Führung welt­bekannter Leiter bilden mit ihrer Masse ein wuch­tiges Fundament für die Einzelspieler.

Wir überschätzen zu oft die Bedeutung, die

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Einen kleinen Begriff von der Summe der Kräfte, die wirksam geworden ist, um nach einem Jahrzehnt vollkommenen Schweigens die gegen­wärtigen Festspiele zu ermöglichen, gibt der offi­zielle Festspielführer 1924, den der bekannte Ver­leger Georg Riehrenheim m Bayreuth durch Dr. Karl Grunsky aus Stuttgart hat heraus­geben lassen. Er bringt auf seinen 350 Text­seiten so ziemlich alles, was sich an alten und neuen Problemen im letzten Jahrzehnt um Bay­reuth gruppiert und angehäuft hat. Wie immer unterstützt ein reiches Dildermaterial das Wort.

Der toten Getreuen wird gedacht, alte und junge Mitarbeiter am Werke kommen zu Wort, die Gedankenwelt der diesjährigen Aufführungen wird abgehandelt.

Aus der Dilderveihe der Mtttoirienden grüßt

gegeben, er hat dem deutschen Volke die deutsche Kunst gerettet.

Wir schauen zu ihm auf als zu dem Vollender dessen was die griechischen Tragiker erstrebten, was Schillers und Goethes, wie Herders und Lessings Verlangen war, was Dach Gluck, Beet­hoven zu erbauen begonnen hatten, wir sehen m ihm den Schöpfer des Worttondvamas, dieses immer wieder gesuchten Vereinigung von Wort, Ton und Gebärde, die Richard Wagner als rein deutsches Kunstwerk geschaffen hat.

Unbestritten bleibt, daß von Bayreuth Ströme künstlerischen Segens ausgegangen sind, Last eine Fülle von Anregungen für alle Zweige der Kunst von dort gekommen ist.

Man mache den Versuch und streiche die Werie Wagners aus dem Dühnenspielplan fort Was bleibt dann übrig? Wer einmal auf dem Festspielhügel erlebt hat, wie alle Desucher sich zu jener großen Gemeinschaft zusammenfinden, in der auch der Einsame im Genuß vor dem großen Kunstwerk ungestört bleibt, den wird dies Erlebnis durch das ganze Leben begleiten.

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kurz bemessenen Zeit über alle wichtigen Fragen der Bienenzucht in ausgiebiger Weise Aufschluß zu geben. Die lautlose Stille in dem dichtgefüllten Stadtsaal waren Zeugnis ferner interessanten Ausführungen und die vielen Anfragen bei der Aussprache zeigten die hohe Bedeutung seiner Darbietungen. Mit einem gemeinsamen Festessen mit Konzert schloß die Hauptversammlung, ihn 8 llhr fand in der Rordschule die Preisverteilung und anschließend die Verlosung statt.

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Wirtschaft.

Fiskus, Reichsbank und Krcditnot.

Don Dr. Rudolf Schneider, M. d. R.

Die Grundursache der Kreditnot, die Ver­nichtung oder Immobilisierung aller flüssigen Mit­tel während der Geldentwertung ist schon oft er­örtert worden. Aber nach der Stabilisierung der Mark und besonders nach den ersten Monaten mit umfangreicher Schaffung neuer Zahlungsmit­tel, also etwa vom 'April 1924 an, haben auch Maßnahmen der Finanz- und Wirtschaftspolittk erheblich zur dauernden Vermindeiung der flüs­sigen Mittel in der deutschem Volkswirischaf! bei- getragen. Um das zu belegen, seien die folgenden drei Tatsachen kurz aufgezählt:

1. Vom Rovernber 1923 bis Juli 1921 hat das Reich aus den eingchnrden Steuern nicht toe- niger als 563 Millionen Rlark Geldanleihe zurückgekauft. Im Rkonai Mai wurden über 20 Prozent der Einnahmen dafür verwendet, in einzelnen Dekaden noch erheblich mehr.

2. Darüber hinaus war es dem Reiche und den Ländern möglich, sich bei der Reich chanl sehr hohe Guthaben anzusammeln. Diele Guthaben betrugen Ende Juni 493 Mill tonen Marl, Mi'.ie Juli bereits 598 Millionen Mark und am 23. Juli waren sie auf 677 Millionen 'Mar! angewachsen. Dazu kommen noch tonte re, erhebliche Guthaben, welche die Länder bei ihren Staatsbanken ange= sammelt haben, deren Höhe leider nicht öffentlich ausgewiesen wird. Ina gleichen loinne sind die großen aufgespeicherten ileberschüsse der Eisen­bahnverwaltung und zahlreicher Gemeindeverwal­tungen zu nennen.

3. In den letzten Monaten konnte die Reichs­bank bei verminderter Rachfrage nach Devisen aus den pflichtmähigen Devisenablicsrrungeu unv durch freien Ankauf von Devisen sich einen De­visenfonds von etwa 500 Millionen Gold- mtrrf ansammeln. Wenn im März durch Die Ver­handlungen des Reichsbankpräsidenten Schacht in London mit der Begründung der Golddistt irttaick der deutschen Wirtschaft" ein Devisenkredit von 200 Millionen G-vldmark zugesühr« wurde, so ist im Ergebnis wohl die Reichsbank, aber nicht die deutsche Privatwirtschaft mit diesem Devisenbe- trage reichlicher ausgestattet worden, fonbctu letz­tere hat in Wirklichkeit jetzt um 300 Millionen Goldmark Devisen weniger zur Verfügung.

Die hier aufgezählten 3 Tatsachen bedeuten in ihrer Summe, daß der deutschen Wirtschaft, d. h. der P r i v a t w i r t s cha ft, im Laufe der leisten Monate insgesamt etwa eine Milliarde Goldmark und 300 Millionen Mark Devisen an Betriebskapital entzogen worden sind. Erne Fortsetzung biefer Politik ist ganz unmöglich Wie wir erfahren, hat die Reichsbank Endlich darauf verzichtet, ihren Devisenvorrat weite zu erhöhen. Aber im Sinne der Wirtschaft muh auch die an­dere Forderung nunmehr erfüllt werden, dah der Fiskus angesichts seiner großen flüssigen Mittel Rücksicht auf die Steuerzahler nimmt, die infobgc ihres Mangels an flüssigen Mitteln zu erliegen drohen. *

DerGoldpreis. Laut Bekanntmachung imReichsanzeiger" beträgt der Londoner Gold­preis für die llnze Feingold 90/8 Schilling, für das Gramm Feingold demnach 34,98 Pence.

Aktienversteigerung. Am Freitag, den 15. Aug. er., werden im Sitzungszimmer des Börsenvorstandes in Frankfurt a. M. 50 Millionen Aktien der Deutscher Kupfer A. G 4,10 Millionen Aktien der Chemischen Fabrik Flörsheim Dr. H. Rördlin- ger A. G., 8,844 Millionen Aktien der Che - mischen Fabrik R. Jakobi 21.®., 200 000 Vorzugsaktien der Falcvnwerke AG. so­wie 552000 Aktien der Frankfurter Han» delsbank A. G. meistbietend für Rechnung uno im Auftrag der (Beteiligten versteigert werden.

fpd. DieLageder SiegerländerJn- d u st r i e. Die Lage des Bergbaues und der In­dustrie im Dillbezirk und tm Siegener Lande hat sich in den letzten Tagen geradezu katastrophal gestaltet. Die Gesamtzahl der 2h> beitslosen ist im lleinen Dillenburger Revier von

1300 auf 3000 hinaufgeschnellt. Um der dringen­den Rot zu steuern, ist die Kreisbehörde an die Regierung herangetreten und hat diese um Be­reitstellung von Mitteln und die Vornahme von Rotstandsarbeiten ersuche. Entsprechende Vorschläge wurden dabei den zuständige I den unterbreitet. Es sollen vor allem Vi

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Jin musikalisch etwas kühler veranlagten Eng­land hat man Wagner während der ganzen Krieg^eit gegeben.

In der Schweiz, -wenigstens der deutsche sprechenden, hat besonders Tannhäuser und Lohengrin dauernd volle Häuser gemacht.

In Italien hat Mascagni in Rom irn Früh­jahr dieses Jahres das Meistersingervorspiel ge­boten. Auch in den andern großen musttalt- schen Mittelpunkten, wie der Scala in Mailand, erscheinen Wagners Werke von neuem oder zum erstenmal.

Das sind Tatsachen und 'Erfolge, die auch dann unvergessen bleiben werden, wenn die Heranwachsende Generation etnxi glaubt, von sich aus den Meister als erledigt ansehen zu müssen.

Bayreuth 1924.

Don Dr. Richard Schröder.

Das Festspielhaus Richard Wagners auf dem grünen-Hügel bei Bayreuth hat nach lOjähriger. erschütterungsvoller Pause seine Pforten wieder eröffnet und einer andachtsvoll lauschenden Ge­meinde den reinen, ungestörten Genuß ewiger Kunstwerke vermittelt. Das ist und bleibt eine bedeutungsvolle Tat. Der Dayreuthgedanke hat alle Hindernisse, alle Hemmungen der Gegen­wart siegreich übewunben. Es gibt eben doch eine Gemeinschaft, die diesen Gedanken unter Opfern mit Leben erfüllt: Loslösung aus dem Gewöhnlichen, Befreiung aus dem Alltäglichen, Heraushebung über alle Schablone, mit einem Worte: Festtaglichkeit.

Unsere öffentliche Kunst hat die Festtäg- lichkeit und damit das Beste längst verloren. Hofer ganzer Thea ter betrieb und die ganze Art dcS Theatergcnusses ist geschäftsmäßiger Werkel­tag. Bayreuth dagegen bringt für die Leitung, für die Besucher, für die Künstler die Loslösung vom Alltag.

2Iber das ist nicht das allein Entscheidende für den Erfolg der Festspiele. iXnfere heutige Zeit ist durchzittert von der Sehnsucht nach na­tionaler Gebundenheit: Sie hat unser geeinigtes Reich geschaffen und es durch fünfzig Jahre zu ungeahnter Höhe geführt. Die vaterländische Ge­fühls- und Ideenwelt verlangt heute nach schwe­rem Riederbruch erneute Stärkung und Ver­tiefung. Mehr denn je sind wir heute darauf angewiesen, in der Beschäftigung mit deutscher Vergangenheit, deutscher Geschichte und Sage, der Einengung, die wir von fremder Bedrückung zu erfahren haben, entgegenzuwirken, deutsche Art zu pflegen und deutschen Geistern 2iaum und Gehör zu verschaffen.

Wagner ist und bleibt einer der berufensten dazu. Man mag gegen ihn sagen, was man will. &£ hat der deutschen Bühne ihre Ma<A zurück-

Polnische Brutalität.

, In den letzten Tagen haben die Polen in Polnftch-Oberschlesien sechs Dergwerksbeamte mit der Begründung verhaftet, sie ge­hörten einem deutschen Kriegerver- ex« an.

Bet den Verhafteten handelt es sich um De <nnte der staatlichen preußischen Dergwerksdirek- 3fcjn Hindenburg, die in den Delbrück schachten be- -schäfttgt sind, aber in den auf nunmehr polnischem ©ebbet stehenden fiskalischen Beamten Häusern in Makoschau wohnen. Wohnrecht auf neu polnischem lebtet haben diese Beamten auf Grund des deutsch-polnischen 2lbkommens über das berg- und hüttenfiskalische Eigentum in dem neupolnischen £ Oberschlesiens. Von pvlnis cher Seite wird behauptet, die Beamten Steiger, Kostermann, Ko- und Spendet, der Materialienabnehmer Göwmb, der Obertohlenmesser Kröner und der Förster Klein gehörten einer Vereinigung an, die sich zum Ziel gesetzt habe, Oberschlesien von Polen Mi trennen und wieder an das deutsche Mutter­land zu bringen.

Im Gegensatz zu den Behauptungen der pol­nischen Telegraphenagentur muß festgestellt wer­den, daß bei den gleichzeitig mit der Verhaftung vorgenommen en Haussuchungen keinerlei be­lastendes Material gefunden worden ist. Bei Gokuttb soll angeblich eine Liste beschlag- jnabmt worden sein, die Einladungen zu einer iFestlichkeit auf den Delbrückschächten betraf. Dem «Forster wurden die Jagdgewehre beschlagnahmt, Ivbwvbl der Jäger befugt war, jederzeit bewaffnet bie Grcnze zu überschreiten und obwohl er dres alltäglich vor den Augen der polnischen Grenze trennten ungehindert getan hat.

Dah die gegen die Verhafteten borgebrachten Dchchuldigungen tatsächlich nichts weiter als ein Borwand sind, geht am besten daraus hervor, daß selbst der Staatsanwalt in Kattowih dem deutschen Generalkonsul auf dessen Vorstellungen ausweichend geantwortet und über den tatsächlichen Grund der Verhaftung gar Leine Angaben gemacht hat. Der Staats­anwall erklärte nur ausweichend, er könne noch nicht wissen, ob die Llnterfuchung Tage oder Wochen dauern werde. Alle älmstände sprechen dafür, daß irgendein stichhaltiger Grund für die Verhaftung der sechs deutschen Beamten nicht vorlag. Offenbar hat man es lediglich mit einem plantschen Versuch zu tun, Austau fchaefan­gen e in die Hand zu bekovnnen, um auf die Frei­lassung der in Obeftchlesien wegen Zugehörigkeit «um polnischen Bund der Insurgenten verhafteten deutschen Reichsangehörigen polnischer Rationali­tät bbrgutoirfen. Rachdem der Versuch, in Ober­schlesien selbst deutsche Verhaftungen aufrecht zu erhalten, daran gefdjettert ist, daß sogar der Poi­nts che Untersuchungsrichter gezwungen war, zuzu­geben, dah gegen die Verhafteten nichts vorliege, versucht man auf diese Weise neue Vergeltungs- maßnahmen. Ein grelles Schlaglicht auf die bru­tale polnische Repressalienpolitik wirkt die Aeuhe- ttmg eines polnischen Polizeibeamten, der bei der Verhaftung der sechs deutschen Beamten mit» wirkte. Der Pole erklärte, die Verhaftung erfolge, weil 140 Polen im Gleiwitzer Gefängnis sähen.

Der polnische Liebergrift ist um so unver- schänrter angesichts der Tatsache, dah die in Deutschland ansässigen pollrischen Staatsangehöri­gen sich einer ritterlichen Behandlung fettens der deutschen Behörden erfreuen, die sich trotz der schmählichen Behandlung der deutschen Reichs­angehörigen in Polen nicht geändert hat. Bisher hat Polen allerdings nicht gezeigt, daß es ver­steht, das zu würdigen, um) man könnte fast ver­sucht sein, anzunehmen, dah es den deutschen Staatsangehörigen in Polen vielleicht besser ginge, wenn sich die deutschen Behörden nicht gar zu tolerant zeigten.

Propaganda kostet Geld!

Ein tschechisches Blatt, dieLidove Rovinh" nämlich, hat schon wiederholt die neugierige Frage aufgeworfen, was denn die bekanntlich im größten Rahmen betriebene tschechische Auslandsprvpa- ganda an Kosten verursache natürlich nicht, ohne jedesmal auch ihrerseits ein hübsches Bei­spiel dazu beizubringen, wofür diearme Tscheche! immer noch Geld hat. So berichtete das Blatt kürzlich, daß in London eine Dame lebe, Vie monatlich nicht weniger als 100 Pfund ober 15 000 Kronen, macht also im Jahre 180000 Kronen, dafür bezieht, daß sie jährlich einEng- Lsch-Tschechoslvwa'isches Diner" veranstaltet .... än Fall übrigens, der durchaus nicht so selten

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Die Krittk hat natürlich ihr lautes Wort ge> sprachen. Einer gewissen Gruppe bleibt Bayreuth nach wie vor unbequem. Früher waren es gewisse Musiker, heute sind es gewisse QtegiHeure. An dem Marmorblock Wagnerscher Werke läßt sich eben schwer herummeiheln.

Ohne Zweifel sind in diesen Festspielen Uneben beiten vorgekommen," schreibt mir einet der Mitwirkenden,aber auch die Zeitverhält­nisse und Geldmangel haben Bayreuth mitge­nommen. Bayreuth kennt aber seine diesjähri­gen Mängel und kann und wird sie bcheben. Im übrigen ist das Bild das alle! Feststimmung aller Orten, es ist ein müßiges Beginnen, dies zu leugnen.

Das ist der richtige Ton, auf den Bayreuth gestimmt werden muh. Wir aber wollen uns an die Schlußworte eines imbefanrrten Gerichts von Gustav Mahler, dem großen Occh^lerdiri- genten und Komponisten hallen, die da lauten: Dein Geist wirkt fort! Deutschland vergiht dich nicht Unb wird sich ewig stolz an dir erheben. Solange deutsch die Sprache beincS Volks, Wirft, großer Meister, du im Volke leben!

ist, so versichert jedenfalls derEzeskh Ich, der I meint, daß sich der traurigen Parclllelen eine ganze Reche anführen ließe.

3a, ja: die Tschechoslowakei läßt sich chre Auslandsprvpaganda halt etwas kosten. Wan hats ja dazu. Dringt doch die drangsalierte deutsche Mrnderhett in der Tschechei für sich allein die Hälfte aller Steuergelder auf, die bann wesentlich dazu dienen, dem tschechischen Mitt- tarismus und der tschechischen Auslandsprvpa­ganda aufzuhelfen auf deutsche Kosten, wie gesagt!!

Wie Frankreich die Lothringer beglückt.

Aus (Saarburg in Lothringen wird uns ge­schrieben: Mtt Unwillen und Entrüstung hat die Saarburger Bevölkerung durch Zerttrngsnachnch- ten erfahren, daß in Saarburg die Eröffnung eines öffentlichen Hauses geplant ist. Die Erre­gung spiegelt sich in einem Auftatz derLoth­ringer Volkszeitung" vom 29. Juli wieder. In­teressant ist es, zu erfahren, dah dieses öffent­liche Haus eröffnet wird um den lieber- griffen gegen bte Sittlichkeit von Seiten der marokkanischen Soldaten zu steuern! Ranu, wir meinten immer, es gäbe keineSchwarze Schmach" I! ? Man redet bei uns im Städtchen viel davon, dah einst zu deutscher Zeit diese Brutstätte des Lasters von der deutsches Regierung ge­schlossen wurde, weil bte Saarburger Bevölkerung es verlangte. Damals lagen bei uns fast zehnmal soviel Soldaten in Garnison wie heute. Allen ehr­lichen Leuten drängen sich diese Vergleiche zwi­schen einst und jetzt auf, und man will die Tat­sache nicht begreifen, daß die Einführung eines so schlimmen Giftes hier nottoenbig ist.

Wir guten Lothringer haben's halt immer noch nicht begriffen, dah wir nichts zu sagen haben, und dah Frankreich unfehlbar ist in seinen Methoden der Beglückung.

Kommunistische Manöver

Von Otto Adams, M. d. R.

Seit einigen Monaten macht sich in unserem Vaterlande die internationale Arbeiterhilfe (J.A.H.) bemerkbar. Besonders stark trat sie wäh­rend des letzten Ruhrbergarbeiterstreiks in Er­scheinung. lleberall wurden von dieserArbeiter­hilfe" Veranstaltungen abgehalten, besonders Eoirnte man an Sonntagen deobachien, wie an den Ausflugsorten und Sportplätzen diese Gesellschaft musikalische Darbietungen gab, denen eine Rede einesGenossen" folgte und daran anschließend wurdendannSammlungenveran stal­let, die angeblich für die streiken de Ruhrbergarbeiterschaft Verwen­dung finden sollten. Schon damals habe ich alle wahrhaft vaterländischen und nationalen Kreise vor der llnterstützung dieser internationalen Arbeiterhilfe (J.A.H.) gewarnt, da sie gar nichts anderes als eine kommunistische Einrichtung ist, zur Vorbereitung der sogenanntenWelt- revolution". Ganz abgesehen davon weih kein Mensch, wozu die gesammelten Beträge Verwen­dung ftnben. Sehr vielen deutschen Dollsgenosfe.r, welchen dieInternationale Arbetterhilfe" ihr Tun und Treiben unbekannt war, haben aus Mit­gefühl für die streikenden Ruhrbergarbeiter diese unterstützt. Es steht jedoch heute einwandfrei fest, dah, wenn schon Dergarvetter aus diesen zusam­mengekommenen Geldern unterstützt worden sind, solche llnterstützngen nur die kommunisti­schen Mitglieder erhalten haben. Die Samm­lungen dieser sogenanntenArbeiterhilfe" werden aber weiter fortgefeijt. Heberall da, wo sich ihnen Gelegenheit bietet, wird geschnorrt. Dor wenigen Tagen veranstaltete die sog. Arbeiterhilfe in Ber­lin im Saalbau Friedrichshain einen Abend zu Ehren des französischen Schriftstellers Henry Barbusse. Auf diesem Abend haben die an­wesenden internattonalen kommunistischen Brüder etwas aus der Schule geplaudert.

Wie aus Pressemeldungen zu ersehen ist, hat der Kommunist Barbusse dort eine große Rede gehalten, welche (man höre und staune) von deut­schen Volksgenossen von ungeheurem Beifall be­gleitet worden sein soll. Darbufte Predigte den Kampf gegen das Kapital und gegen die Arbeit­geber. (Gemeint sind natürlich die deuftchen Ar­beitgeber.) Der Kanrpf gegen das Kapital werde mit erhöhter Wucht" in allen europäischen Län­dern losbrechen. Die internationale Arbeiterhllfe (I. A. H.) sei die Proviantkolonire des intematto- I nalen Proletariats.

Hoffentlich werden diese Reden überall ihre Deachtung finden und den deuftchen Volksgenossen über den wahren Charakter der internationalen Arbeiterhilfe (I. A H.) die Augen offnen. Cs muß daher die Parole herausgegeben werden: Taschen z u!

Vor einigen Wochen versuchte die internatio­nale Arbeiterhilfe 3CK) kommunistische Arbeiter- ttnder aus dem besetzten Gebiet bei französischen Kommunisten unteren bringen. Die Regierung hat die Genehmigung dazu versagt. Die Kommu­nisten brachten deshalb eine Interpel­lation im Reichstage ein, um mit Zu­stimmung des Reichstages die Genehmigung zur Versendung der Kinder zu erhalten. Die Inter- pellatton der Kommunisten wurde jedoch von der Mehrheit des Reichstages abgelehnt. Wie sich nachträglich herausgestellt hat, ist der inter­nationalen Friedensgesellschaft, hin­ter welche sich die Arbetterhilfe versteckt, später die Genehmigung zur Versendung von Kindern erteilt worden. Auch aus diesem Manöver kann man klar und deutlich erkennen, wohin die Reise gehen soll. Cs ist daher auf der ganzen Linie äußerste Vorsicht geboten, und es muß alles getan werden, um der überhandnehmenden kommunistischen Propaganda wirksam entgegenzu- treten. Die kommunistische Gefahr ist noch nicht vorüber. In Zeiten wirtschaftlichen Riederganges ftt für dem Kommunismus ein guter Rährboden vorhanden. Cs muh daher an alle Kreise die bringenbe Mahnung gerichtet werden, überall da, wo sich,die Möglichkeit bietet, dafür Sorge zu tragen, daß den Kommunisten der Wind aus den Segeln genommen wird. Aufllärung über ihre Bestrebungen, insbesondere über die der sog. inter­nationalen Arbetterhilfe in die breitesten Kreise der deuftchen Volksschichten zu tragen, muh die Pflicht und Aufgabe eines jeden Deutschen sein.

Hessische Imkertagung.

In den ersten Augusttagen fand in M a r - bürg die Dienenausstellung und gemeinsame Ta- gtmg des Kurhessischen und Oberhessi- schen Dienenzüchtervereins statt. Die gut beschickte Ausstellung boten dem Desucher viel Interessantes auf dem Gebiete der Dienenzucht, llnzähsige Bauten der verschiedensten Systeme waren aufgestapelt und praktische Erläuterungen seitens der Aussteller führten dem Desucher Reue' timgen auf dem Gebiete der Dienenzucht vor Augen. Reben den reichhaltigen Ausstellungen von Honig und Wachs bemerkte man eine reich­haltige Sammlung wissenschaftlicher Präparate eines Herrn Krenz aus Schweinherm, die Bau, Leben, Entwicklung, greunbe und Feinde der Diene zeigten.

Sonntag, den 3. August, um 10y2 ^Ihr, er­öffnete der Vorsitzende des Kurhesfftchen Dienen­züchtervereins, Schulrat K i m p e l, Kassel, die Ausstellung in der Rordschule. Er betonte ine hohe Bedeutung der Bienei^ucht für das Wirt­schaftsleben unseres Dolles und schloß mit einem dreifachen Hoch auf unser Vateftland, das in das Deutschlandlied aus klang.

Der' Vorsitzende des Oberhessischen Dienen- züchtervereins, Lehrer Duh. Leihgestern, wies auf die gemeinsame Ackert der kurhessftchen unb oberhessischen Imker hin. Sie gehörten zusammen und seien torrtschaftlich ein Ganzes. Als Dor- siherDer der deutschen Jmkerverbände sprach Rek­tor Dreihvlz, Reumünster, und zeichnete die Ausstellung als einen Markstein in der Geschichte der Jmkerausstellungen. Besonders die reichliche Beschickung der Ausstellung mit Imkergerät- schaften sei als ein Erfolg der hessischen Imker zu buchen.

Am Morttag um 10 Uhr eröffnete der Vor­sitzende des Verbandes Hessischer Imker, Schulrat Kimpel, die Hauptversammlung. Rach Erledi­gung der reichhalttgen Tagesordnung fanden die Vorträge statt. Amtsanwaltschastsrat W e n k e - bach, Kassel, führte in fernem interessanten Vor­tragBiene und Bauer" die engen Beziehungen der Bienenzucht zur Landwirftchaft aus. Der SchriftleiterDer Diene", Herr Hensel,

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