m. 62 Awetter Blatt
Tleßener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Donnerstag, 15. März (924
Freimaurerei und Schuldlüge.
Der Derkbund deutscher Freimaurer richtet folgenden offenen Brief an die Reichsregierung: Zwecke und Ziele der Freimaurerei sind der Reichsregierung bekannt. Sie liegen auf ethischem und humanem Gebiet. Die Freimaurerei, wenigstens die deutsche, lehnt es ab, sich in irgendwelcher Form politisch zu betätigen oder gebrauchen zu lassen. Den gleichen Grundsätzen huldigt der aus ihr hervorgegangene Werkbund deutscher Freimaurer, welcher der seelischen Wiederaufrichtung unseres niedergebrochenen Volkes seine Hauptarbeit widmet. 3n solchem Streben haben wir erkannt, daß durch das dem deutschen Volke abgezwungene Bekenntnis über die alleinige Schuld am Weltkriege erstens dem unseligen Versailler Friedensvertrag seine giftige Tendenz eingehaucht wurde, zweitens die entsetzliche seelische und soziale Rot entstanden ist, die unser Volk niedergebeugt hat und schließlich völlig zugrunde richten wird. Diese Dolksnoi zu wenden, richtet der Werkbund deutscher Freimaurer die dringende Bitte an die Reichsregierung, an Hand des umfangreichen Materials unverzüglich die Haltlosigkeit dieses uns vernichtenden Schuldbekenntnisses in aller Oeffent- lichkett vor dem eigenen Volke und dem Auslande zu beweisen und dadurch die sittlichen Kräfte unseres niedergebrochenen Volkes wieder aufzurichten, ohne welche ein deutsches Staatswesen nicht gedeihen kann.
An den Reichsminister des Aeuheren Dr. Stresemann richtete der Werkbund deutscher Freimaurer folgendes Schreiben: Sie prägten vor nicht langer Zeit das Wort: „Der Wiederaufbau Deutschlands muh auf seelischem und sittlichem Gebiete beginnen." Sie haben ja so recht. Wo aber soll das deutsche Volk beginnen, wenn es überall veckinnt und zurückgestohen wird? Muh nicht zunächst der furchtbare Makel eines Weltverbrechers von ihm genommen werden, ein Makel, der schon einen unschuldig verurteilten einzelnen Mann trotz überragender Leistungen, besten Willens und lauterster Gesinnung immer wieder ins Elend, vor allem ins seelische, hohen muh? Wir wissen, es ist eine schwere Aufgabe der heutigen Staatsmänner, hier den Anfang zu finden und eine Reinigungsoffensive der sittlichen Gröhe des deutschen Volkes zu eröffnen. Aber der Anfang nut der amtlichen Ausrottung der Schuldlüge muh doch endlich gemacht werden, und nach unserem Urteil kann der Erfolg kaum zweifelhaft fein. Die Unterstützung jedenfalls aller moralisch einwandfreien Teile des deutschen Volkes wäre Ihnen sicher, besonders aber dürften Sie als Bruder der grohen Friedrich-Loge die tatkräftige Mitarbeit der gesamten deutschen Maurerei, von der wir „Wcrkmaurer" einen ansehnlichen Teil bilden, finden. Sie würden sich um die von weiten nationalen Kreisen scharf mißtraute deutsche Freimaurerei ein großes Verdienst erwerben, unsterbliches aber um das deutsche Volk, wenn Sie das Damoklesschwert von seinem Haupte nehmen könnten
Wirtschaft.
Die Großhandelsindexziffer.
Die auf den Stichtag, 1 1. März, berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ergibt gegenüber dem Stande vom 4. März (118,7) eine geringe Steigerung um 0,9 v. H. auf 119,6. Von den Hauptgruppen fliegen zunächst Lebensmittel um 1,2 v. H. auf 105,4 (104,1). Die Gruppe Getreide und Kartoffeln blieb mit 83,6 nahezu unverändert, ebenso die Gruppe Kohle und Eisen mit 137,7. Industriestoffe stiegen um 0,7 v. H. auf 107,5 (106,8) und Einfuhrwaren um 1,9 v. H auf 181,6 (178,2).
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* Zur Ablieferung deutseher Ver- mögensgegenstände. Die Devisenbefchaff- ungsstelle gibt bekannt: 1. Durch die fünften Durchführungsbestimmungen zur Verordnung über die Ablieferung ausländischer Vermögensgegen- stände (Goldwertabgabe) ist der Schlußtermin für die Ablieferung aus den 25. März 1924 festgesetzt worden. Wer noch nicht abgeliefert» hat, muß bis zu diesem Termin seiner Ablieferungspflicht genügen. 2. Goldmarkq utttungen werden vom 7. März 1924 ab nicht mehr ausgestellt. Ausnahmsweise kann die Devisenbeschaffungsstelle für Ablieferungen vor dem 25. November 1923 noch Goldmarkquittungen erteilen. Lieber die Voraussetzungen hierfür können die Ablieferungsstellen Auskunft geben. 3. Die Entrichtung des Gegenwerts erfolgt weiter in der bisherigen Weise. Del Ablieferungen, für die jetzt keine Goldmark-
Oberhessischer Kunstverein.
" Hessisch« Künstler.
Wenn man einige Jahre lang die Giehenev Kunstausstellungen betrachtend begleitet, wächst von Fall zu Fall die Schwierigkeit, die Aussagen positiv und freudig zu machen. Die jetzige Darbietung ist keine Ausnahme. Auch über ihr liegt das Linbewegte und Unbewegliche, das die letzten Jahre fast ausnahmslos die Luft im Turmhaus am Brand kennzeichnete. Ein enger pnd beengender Kreis von Möglichkeiten und Gewolltem, und immer wieder — viel zu oft — die Reihe dev gleichen Ramen, die ihre Unzulänglichkeit und Oberflächlichkeit von Schritt zu Schritt weniger verhehlen. Es mag Wohl sein, daß derartiges leichter anspricht und sich besser verkauft, daß es der unklaren und phrasenverdunkelten Ansicht weiter Kreise über „Kunst" entgegenkommt. Aber im Interesse der Kunst darf jetzt einmal Grundsätzliches deutlich gesagt inerten, um so mehr, als einige Jahre ter gute Wille gezeigt wurde, abzuwarten und den Ereignissen i nmer ihre positive Seite abzugewinnen. Das länger tun, hieße sich mit werantwortlich machen. Die Ausstellungen sind ksfentlich. Sie sollen der Kunst dienen. Verkauf kann also so wenig ihr Zweck allein sein, wie die zweifelsohne nicht bestreitbare einseitige Bevorzugung einer Kunstbetätigung, die in ihrer Art weit entfernt von wesentlichem des Lebens und schon ganz allein damit auch ter Kunst ist. Diese Ausstellungen sind ferner für viele Menschen die einzige Gelegenheit, mit Dingen der Kunst unmittelbar sich auseinanderzusehen. Daraus müßte schon ganR allein das Streben erwachsen nach möglichster 'Mannigfaltigkeit des Gebotenen.
Quittungen mehr ausgestellt werden, wird der Gegenwert ohne Einreichung einer Goldmark- quittung in 6prozentigen Schatzanweisungen ent» J-icptet. „ 4. Alle Goldmarkqutttungen, die sich in ten Händen der Ablieferer befinden, sind zur Entrichtung des Gegenwerts bis zum 25 März 1924 einzureichen. Verspätet eingereichte Gvld- marfquittungen werten nicht eingelöst.
* Der Abschluß der Berliner Handelsgesellschaft für 192 3. In ter Sitzung des Derwaltungsvates ter Berliner Handelsgesellschaft am 11. März wurde der Abschluß für te£ Geschäftsjahr 1923 vorgelegt. Dieser weist einen Rohgewinn von 3 396 579 Dill. Mk. auf. Aach Abzug ter Derwaltungskosten (einschließlich Tantiemen, Penfionsleistungen und Steuern) verbleibt ein Reingewinn von 1 218 860 Bill. Mk. Es soll eine Dividende von 10 Rentenmabk auf !E-"ominal 1000 Mk. Aktien ausgezahlt werten. In ter Bilanz erscheinen u. a. Schuldner 22 869 948 Bill. Mk. und Gläubiger 24 561 503 Dill. Mk. Die Kasse enthält 1 134 957 Bill. Mk. und das Portefuille ter Wechsel, Devisen und Sc rten 1589 923 Dill. Mk. Die Generalversammlung findet am 12. April statt. Wie ter „Deutsche Handelsdienst" an zuständiger Stelle erfährt, wird die Handelsgesellschaft die Aufstellung einer Goldmarkbilanz erst dann vornehmen, wenn hierfür ein gesetzlicher Zwang vorliegt. Es sei vorläufig praktisch unmöglich, Dermögensgegenstänte mit einiger Sicherheit zu bewerten. Die Bank habe, wie jede andere, seit Beginn des Krieges fortgesetzt schwere Substanzverluste erlitten. Es lasse sich deshalb auch heute noch nicht sagen, in welchem Verhältnis das Grundkapital ter Handelsgesellschaft zu* sammengelegt werten wird. Obwohl das Institut heute noch mit Frietenskapital arbeitet, müsse eine starke Hevabsetzung des Kapitals erfolgen. Die konservative Geschäftsgebahrung, insbesondere ter Verzicht auf ein Retz von Depositenkafsen, habe den günstigen Erfolg gehabt, daß die Handelsgesellschaft früher als alle anderen Banken zu einer Valorisierung ihrer Konten schreiten konnte, lieber die Aussichten des neuen Jahres läßt sich sehr wenig sagen, da es von Anfang an krasse Widersprüche auf allen Gebieten ter
Frankfurter Dorfe.
Frankfurt a. M, 12. März. Tendenz: Beruhigter. — Die Situation hat sich im großen unö gangen zwar nicht geändert, aber stimmungs- ffemäß ist gegenüber ten vorhergehenden Tagen vhne Zweifel eine leichte Besserung zu verzeichnen. Es standen dem Angebot, das sich noch verschiedentlich in Kassaindustrieaktien ein stellte, auch Deckungskaufe gegenüber, welche sich aber mehr auf dem Schwankungsmarkte einstellten. Groß war das Geschäft auch da nicht und die Tendenz uneinheitlich. Sv auf dem Montanaktienmarkt: man eröffnete für die führenden Papiere vorwiegend bei unveränderten Kursen. Oberschlesische Werte lagen etwas besser, zirka iy2 Billionen höher. Dankonwerte befestigt. Der Abschluß ter Berliner Handelsgesellschaft wurde viel beachtet: die Dividende von 10 Rentenmark machte auf die Tendenz einen guten Eindruck, doch fehlte die Unternehmungslust. Don ten Ebektrizitätswerten fanden 21E. G, Licht und Kraft bessere Auf- nahme. Die Werte des 2lnilinkonzerns lagen durchweg gut behauptet. Scheiteanstalt schwächten sich etwas ab. Maschinen- und Metallaktien verzeichneten nur geringe Veränderungen. Daimler, Klehec. Eßlinger und Moenus anziehend. Zellstoff Waldhof, auch Zuckeraktien sind leicht erholt. Die 5prvz. Reichsanleihe trat mit 0,071 in ten Verkehr. Zolltürken, Bagdad fanden etwas Beachtung. Sonst kamen später noch in Frage Dyckerhoff, 3uL Sichel, Hedternheimer Kupfer, welche gesuchter tixuen. Stoeckicht Gummi schwächer. Im Frciverkehr hantelte man Becker Stahl mit 9000, Decker Kohle 9125, etwas fester lagen Gummi Reckar 250 Geld, Denz 4500, 2Ün 6100, Growag 350, Holstein 1700, Brown D,veri 2600, Krügershall 9250, Hansa Lloyd 1700, Ludwi Osburger Porzellan 3500, Mez Söhne 5000, Tiag 3000, Ufa 8125, Chemische Remy 700.
Berliner Dors«.
Derlin, 12. .Mär^. (Wolff.) Die Börse eröffnete heute in freundliche^r Veranlagung. Angebot lag wenig vor, während die Spekulation mit Deckungen fortfuhr. Hierdurch waren namentliche die ersten Kurse am Montanmarkt gesteigert. Essener Steinkohlen und Rheinstahl stellten sich über 3 Dili. Prvz. höher. Andere llmsahgebiete zeigten zunächst keine einheitliche Kursbewegung, und erst im Verlaufe machte sich eine feste Grund- stimmung auch hier geltend, und die Kurse zogen nahezu allenthalben etwas an. Das Geschäft gestaltete sich namentlich in Elektrizitätspapieren und auch in chemischen Werten etwas lebhafter, Gesellschaft für Elektrische llnternehmungen zeigten zeitweilig einen Gewinn um mehr als 3 Dill. Prozent, gaben dann aber wieder etwas auf Ge- Don scharfer grundsätzlicher Durchdringung des Komplexes „Kunst" ist auszugehen und von dem Bemühen, allen, die etwas aus Ehrlichkeit heraus zu sagen haben, das Wort ztu geben, auch wenn man sie nicht unbedingt Heben kann. Hundert anderen bedeutet sie wesentlichstes. Denn Kunst lieben, heißt, vor ter Mannigfaltigkeit des blutvollen Lebens andachtsvoll freßen und sich durch hingebentes Versenken Einfühlung und Urteil zu verdienen. Von außen her fordert man vergebens dieses Geschenk Angenehmes, „Schönes" oder „Ratur" hat ebenfalls nichts mit Kunst zu tun. Eine noch so gut gemalte Landschaft muß an sich noch kein Kunstwerk sein. Aber wir neigen dazu, von äußerlich Formalem des Motivs her zu urteilen. Wie könnten sonst Leute, die einmal eine Landschaft etwa von Hans Thoma gesehen haben, noch ernsthaft vor Dingen irgendeines „Malers" stehen bleiben, wie wir sie hier immer wieder zu sehen genötigt werten? Zugegeben, daß wir hier schon Gutes und Bestes, auch Rrues und Fragliches hatten (Franz Marc, Sturm. Steinhaufen, Ubbe» lohte, um einiges zu nennen), aber das zu selten und unsystematisch. Wie vieles fehlte bisher ganz I Die Schwierigkeiten, wesentliche Kunstwerke zu bekommen oder Träger erster Ramen zu gewinnen, seien nicht verkannt, die gänzliche Unmöglichkeit aber bezweifelt, ^lußertem dürften sich andere Wege finden lassen. Sollte ter Privat- besih hier in Gießen wirklich nicht wie anderswo auch die Verpflichtung fühlen, an Ausstellungen, die nach irgendwelchen Gesichtspunkten zusammengestellt werten, ab und zu: sich zu beteiligen? Man kann da selbstverständlich auch an alte und ältere Kunst denken. Roch ein Weg: Wir haben
winnsicherungen nach. 2luf die Bankaktien blieb ter Abschluß ter Berliner Hantelsgesellschaft ohne merkbaren Einfluß, ter Kurs dieser Dank war sogar etwas abgeschwächt, dagegen waren Darmstädter und Rationalbank, sowie Essener Kreditanstalt gebessert.. Lebhaftes Interesse bestand von vornherein für Petroleumwerte, Deutsche Srdöl gewannen ziemlich 12 Dill.' Proz., wovon allerdings ein Teil bei späteren Realisierungen verloren ging. Deutsche Petroleum stellten sich um 2 Dill. Proz. höher. Im Verlaufe blieb die feste Grundstimmung allgemein gut behauptet, wenn auch vereinzelt kleine 2lbbrödelttngen i..felge Gewinnrealif «erungcn nicßi audbheben. Don ausländischen Renten waren türkische Anleihen etwas gebessert. Deutsche Anleihen zogen etwas an. Am Devisenmarkt stellten sich die Rotierungen bei unvermindert großen Rachfragen zum Teil um Kleinigkeiten höher. Erheblich gebessert waren im Einklang mit den Auslands- nvtierungen Paris und Drüssel.
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Buder I toro Demich Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke • ©arpeiier Bergbau.....
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Hamburg.Amerika Pake«. . Norddeutscher Llovb .... C verarm sche Werke Alb tu . .
Zementwerk Heidelberg . . vdilipp Holimanu ....
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Griesheimer Electron .... Höchster Farbwerke......
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Rütacrswerke Scheideanstalt «Na ElektrtMSts-GetzllfchaK Bergmann ......... Mainkraftwerke ........
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Zellstoff Waldhof. Zuckenabrik Frankenthal . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
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Frankfurt a M
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11.3.
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Devisenmarkt Berlin—Frankfurt <l M.
(In Billionen Mark arrSaedriitkt. BuenoS-AtreS, London Neu- Dorf. Japan. Rio d<- eiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.) Banknoten.
(Ohne Gewähr.) »
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Brief
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Märkte.
Berliner Produttenmartt.
Berlin, 12. März. Bei kleinem Inlands» angebot und teilweise erhöhten Forderungen war ter Produktenmarkt heute eher etwas fester veranlagt. Für Roggen konnten bei einiger Deckungsnachfrage auch kleine Ausschläge durchgeseht werten: die Unternehmungßtuft war aber gering wegen Geldmangnels, und die niedrigen Aus- landsfvrderungen wurden wegen der Devisenknappheit nicht beachtet. Weizen war kaum verändert, von Gerste war gutes Braumaterial verlangt. Hafer hatte ziemlich feste Tendenz infolge des vermehrten Begehrs für die Küste und für den Konsum. Für Kleie wurden höhere Preise bewilligt. Andere Futterartikel waren ruhig. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt 161 bis 167 (fester), Roggen, märt 129 bis 136 (stetig), Braugerste 170 bis 185 (stetig), Futter- gerfre 150 bis 155 (stetig), Hafer, märt 113 bis 121 (stetig), fromm. 111 bis 120 (stetig), Raps 300 (fester), Leinsaat 410 bis 415 (stetig): für je 100 Kilo: Weizenmehl 24,50 bis 26,75 (fester), Roggenmehl 20,50 bis 22,75 (stetig), Weizenkleie 10,20 bis 10,30 (fest), Roggenkleie 8 (fest),Diktoria- erbsen 27,50 bis 29, kleine Erbsen 17 bis 19, Suttererbfen 13 bis 14,50, Peluschken 12 bis 13, Ackerbohnen 14 bis 15, Wicken 15 bis 16, Lupinen 14 bis 14,50, Seradella 16 bis 16,50, neue 14 bis 15, Rapskuchen 11,30 bis 11,50, Leinkuchen 22 bis 23, Trockenschnitzel 8,40 bis 8,50.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M, 12. März. Es notierten für je 100 Kilo. Wetterauer Weizen 18,75 bis 19, Roggen 16,50 bis 16,75, Sommergerste für Drauzwecke 21,25 bis 22, Hafer, inländ. 15,50 bis 16, Weizenmehl, südd. Spezial 0 27,50 bis 28,25, Roggenmehl 24,25 bis 25, Welzow und Roggen- kleie 9,50 bis 10,25, Mais, La Plata 19,50 bis 20. Tendenz: Ruhig.
Kirchlich? Nachrichten.
3fr. Religionsgemeinde. Gottesd. i. Gemetndch. Lonhstr. 4. Samstag, den 15. März. Borabd. 6.15 mvrg. 9.00, abds. 6.30 u. 7.10. — 3fr. Religion»-' gefellschaft. Sabbatfeier den 15. März. Freitag abd. 6.00. Samstag vorm. 8.30, nachm. 3.30, Sabbatausg. 7.15. — Donnerstag, den 20. März 1924. Purim Dorabd, 6.30, morg. 6.15. — Wochengottesdienst: Worg. 7.00, abds. 6.00.
(In c* "N y*tr her OI'-Haae wiederholt) Amerikanische Steuerreform.
Paris, 12. März. (WTD.) Rach einet Meldung des „Petit Parifien" aus Washington hat Präsident Coolidge gestern dem Kongreß eine Sonderbotschaft übermittelt, in ter eine Herabsetzung der Einkommensteuer um 27 Prozent vor dem 15. März verlangt wird. Der Präsident unterstreicht die Bedeutung dieser Maßnahme und erklärt, daß alle unteren, augenblicklich von dem Kongreß beratenen Gesetzentwürfe zurückgestellt werten müßten, um das von ihm übermittelte Steuerherabsetzungsprojekt sofort in Beratung zu nehmen.
heute in großer Zahl ausgezeichnete Rachbildungen alter und neuer Kunstwerke, die nach Auswahl und Technik hohen Ansprüchen durchaus genügen. Unter Kunstkennern und -freunden besteht kein Zweifel mehr, daß ter Besitz und die Kenntnis einer solchen erstklassigen Rach» bilbung viel mehr bedeutet als ter Besitz eines Originals dritten, vierten oder noch geringeren Ranges. Sie halten sich auch neben Originalen und sind geeignet, ein Verhältnis zur Kunst im besten Sinne herzustellen. Jeter, der die nicht nur in dieser Hinsicht verheißungsvolle Dürer-Ausstellung des Kunstwissenschaftlichen Instituts gesehen hat, wird auch gerate von den vorbildlichen Reprodukttonen einen starken Eindruck mitgenommen haben. In unserem Zusammenhang sei vorläufig nur an die „Piper-Drucke", die Drucke der MarZes-Gesellschaft oder die Sammlung „Sieg der Farbe" ter Reuen photographischen Gesellschaft gedacht. Mit ihrer Darbietung wäre der Kunst mehr gedient, als mit Erzeugnissen, an deren Herstellung manche Menschen aus irgendwelchen Gründen die Arbeit eines Lebens glauben wenden zu müssen. Das mögen geschmackvolle und schmückende Dinge sein. Sie aber ständig als Kunst dargeboten und angesprochen zu sehen, verdunkelt wesentliche Zusammenhänge und macht das Gesamtbild des Lebens, um das es geht, unscharf.
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Don den Bildern viel zu sprechen, erübrigt sich Die meisten Künstler sind zud«n genügsam bekannt. Erfreulich ist nur ganz Weniges: Don P. T h e s i n g - Darmstadt ein delikates „Blumen- Stilleben", die kleine Landschaft von G. Pfaff- Darmstadt, einiges von K. Fries- Ortenberg,
etwa noch die duftige Landschaft, die H. G ie- oel- Marburg geschickt hat, und einiges von W. S ch e 1 d - Darmstadt. Hier kann auch „Hinterm Dorf von W. Stephan- Gießen genannt werten, das den Vergleich mit der Landschaft von A. Beyer-Darmstadt, die daneben hängt, trotz einiger Befangenheit wohl für sich entscheidet. Was nun folgt, ist Kunstgewerbe: A. Söder- Darmstadt, M. Velten- Friedberg vertreten einen äußerlichen, dekorativen Impressionismus, A. Posch und W. H o f f e rb e r t - Darmstadt den entsprechenden „Expressionismus". (Als Anmerkung die Einschränkung, daß die einen mit dem Wesen des Impressionismus so wenig zu tun haben wie die anderen mit dem des Expressionismus.) E. Eimers- Darmstadt schöne Technik tröstet nun doch bald auch nicht mehr über die allzu fabrikmäßige Art seiner niedlichen Gnomenbildchen. A. Beyer-Darmstadt, von dem, als sollten sie es beweisen, zwei Blumensträuße neckischerweise nebeneinander hangen, muß sich die gleiche Bemerkung gefallen lassen. Der Rest sei Schweigen. Der Protest gegen die Darbietung von starken Unzulänglichkeiten, wie sie um einiges zu nennen, dieses Qllal W. Will- gerodbDillenburg, L. Clemm-Werner-Winnerod F. Barth-Darmstadt Herbsttag"), G. Klingel- höser-Großen-Linden, H. Gellfus-Bad-Rauheim (gemeint sind die Gemälde, z. B. „Dorfschenke" — den Zeichnungen sollen, obwohl sie Massen-' artilel sind, einige Reize zugegeben werden.), M. Felchner-Gießen, W. Beintmann-Frankfurt zeigeii, trifft mehr eine Jury, die derartiges auf- hängt, als die Künstler, denen trotz allem die bona fides zugestanden sein sott. W.


