Nr. 88 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderhefsen) Samstag. 12. April 1924
Staatsgesinnung und Parteien.
Don Dr. Friedrich Lenz. ovd. Professor der SLaatswissenschoften an der UniDer)ität Vreden.
Ein Wort des ReichSkrnzlers Dr. Marx lalltet: „Kraft des Miturrechts, das jedem Volke zusteht, hat Deutschland sich nach dem freiesten Wahlrecht der Welt eine Verfassung gegeben, der jeder Staatsbürger seit 1919 gesetzlichen Gehorsam schuldet." Die tatsächlichen Inhaber der Reichsgewalt forderten dann auch, schon ehe die Weimarer Verfassung zustande gebracht war. Vehcrsam und haben ihn gefunden: eben in jene Frühzeit der jungen RvveinberrepubM fällt das Zusammentreten der drei „Mehrheitsparteien": gerade das Zentrum, die Partei des Dr. Marx, hat sich gleich im Rvvember 1918 auf den „Boden der Tatsachen" gestellt. — Freilich wird man ^oeifeln dürfen, ixdj das Zentrum oder gar die Gozialdenrokvatie befugt seien, ihrerseits nun jeglichen Widerstand gegen eine bestehende Staatsgewalt abzulehnen. Das katholisch-kirchliche Raturrecht kennt ein solches Widerstands recht gegen hie weltliche Obrigkeit sehr wohl, und Wilhelm Liebknecht wie August Bebel haben das Recht zur gewaltsamen Beseitigung bestehender Verfassung beansprucht, sobald nur die Mehrheit der Bevölkerung Gegner der bestehenden Reichsverfassung sei. Im Leipziger „Hochverratsprozeh" von 1873 haben Wllhelm Liebknecht und Bebel Das Recht zum Hochverrat ausdrücklich proklamiert: der Hochverrat regiere recht eigentlich die Welt: nur dann werde er bestraft, wenn er miß- ürnigen sei.
Eigentümlich genug zu sehen, wie Parteien, sobald sie selber erst zur Macht gelangt sind, Das Recht zur Revolution verleugnen und ihre eigene Verfassung mit dem LNantel unverbrüchlicher Legitimität bekleiden wollen. Diel eher sollte man meinen, daß Kreise, denen die Verwerfung jeglichen Widerstands rechts im Blut liegt, ihrem legitimistischen Denken treu blieben und jede Obrigkeit, als von Gott verordnet, grund- sätzllch gelten liehen. Jene Lehren Martin Luthers von der Obrigkeit, wie sie im preuhisch- protestantischen Staat fortlebten, kennen in der Lat nirgends und niemals ein Recht der Revolution. Der Philosoph von Königsberg, Kant, hat den Untertanen jegliche Spur einer Auflehnung nachdrücklich untersagt. Friedrich der Drohe. Schleiermacher, Bismarck — sie kennen nur den Dienst, Me Hingabe an den Staatsgedanken. An dieser Gesinnung sind die Schichten der Beamten, Geistlichen und Leh er auferwachsen, die im Bismarckischen Deich recht eigentlich als innerste Stützen und Vermittler nationaler Bildung gelten durften. Diese nationale Gesinnung gestattete das Frontkämpfergeschlecht von 1914. 3n bedingungsloser Hingabe an des Reiches Einheit und Freiheit ist es in den Tod gegangen.
Indessen zerbrach das Reich. Schweigend fügten sich jene Träger des Alten in das Reue. So wenig wie beaaffneten Widerstand kannte ihre Erziehung etr Streikrecht der Beamten oder Lehrer. Es bezeichnet das Zerbrechen der staat- lrchen Formen, wenn — in der Gestalt politischer Parteien — Kräfte sich erhoben, die gecoaltiam den neuen Staat und seine Verfassung sprengen wollen. Gb^n jenes Recht zum Widerstand, das Liebknecht der Vater, wie Liebknecht der D^hn behaupteten, behaupten die radikalen Fraktionen bis zu den Rational-Sozialisten hin. Hiller hat im Münchener Hrchverratsprozeß daS Recht zum Widerstand mit fast den gleichen Wirten pcokia- miert, die einst Wllhelm Liebknecht im Leipzig r Hrchoerratsprozeß gebrauchte. Die Rollen sind seit 1918 vertauscht worden. Den Rechtsraoi- kalen genügt die reine Rationalgesrnnung Oer früheren Staatsträger nicht mehr.
Zwischen selchen Freunden und solchen Feinden hat das Werk von Weimar in der Tat emen schweren Stand. Denn Wil ensträge. der Ration kraft allgemernen Stimmrechts smd seit 1919 eben jene Parteäm geworden, deren tttecnatunale Grundkräfte jeder getriebenen Derfa sun; nur allzu leicht verderblich werden. Kern Wunder dann, wenn die Worthalter der jungen Republik — z. D. Minister Haenisch — versuchen, die sogen. Intellektuellen als Träger d utfche.- Bildung für den Parteislaat innerltch zu gewinnen. Za, sie meinen, daß erst mit dem Sturz des sogenannten Obrigleitsslaats den Gebildeten der ZuMng zur Staatsleitung freigegeben worden fei: Gerhart Hauptmann steht neben Präsident Ebert. Als soziale Demokraten gehören beide „Söhne des Volks" freilich zueinander. Dah aber ihr Bund etivas Linerhörles sei, kann nur Fe.ndschast gegen den alten Staat behaupten. Wenn einst der Lichter mit dem Fürsten ging, wenn schließlich Raturwissenschaftler und Kaufleute kai,erlich r Gunst genossen, — die Gestalten der Fichte und Humboldt, der Hegel und Ranke, der Lreilschke und Schmoller lassen sich am allerletzten aus un- gMBMaUKrWBK ■ ■■ —II11111 WilliIIIW1II-P———B
Goethes Tat
für die deutsche Buhne.
Unter den so zahlreichen Segnungen, die die deutsche Kultur dem Lebenswerk Goethes verdankt, befindet sich auch die Schöpfung der deutschen Theaterkunst, eine Tatsache, die bisher noch nicht genügend hervorgehoben worden ist. Der bekannte Regisseur und Lheaterschriftsteller Friedrich Rosenthal betont in seinem soeben bei Gunthw Langes in München erschienenen, hier schon kurz besprochenen „Versuch einer Kultuvg^chrchite der deutschen Bühne", der er den Titel „ülnsterblich- teit des Theaters" gegeben Hot, dah die Geschichte unseres praktischen Theaterschaffens eigentlich erst mit Goethe beginnt. Wohl hatte die deutsche Bühne schon vorher einige grohe Schauspieler, begabte Regisseure, bedeutende Kritiker, aber keinen genialen Theaterleiter, der das gesamte Bühnentunstwerk mit der Fülle einer genialen Persönlichkeit durchdrang. Goethes Tätigkeit als Theaterdirektor ist eine neben vielen Arbeiten, die er als Leiter der geistigen Angelegenheiten des kleinen Weimarischen Staates übernahm. Aber diese Tat, die er nicht gern begann und von der er sich leichten Herzens trennte, wär doch ein Werk, das ihm allmählich ans Herz gewachsen war und von dem er wohl ahnte, dah es genug Fort- und Fernwirkung besah, um unsterblich zu sein. Er trat an dieses Werk heran, ohne eigene praktische Erfahrung, ja fast ohne Vorgänger. „Die bisherigen geringen Spuren eines deutschen Rationaltheaters wiesen Dach Wien, Hamburg, Mannheim und Gotha,"
feier Staatsgeschichte tilgen. Was ist es, das dem Liebes werben der neuen Machthaber den moralischen Erfolg zutiefst versagt?
Am wenigsten stumpfe „Roaktivns"-Ge- sinnung. Bei Männern, die das Alte völlig wiederherzustellen hoffen, pflegt eben darum die Achtung und das Verständnis für geistige Arbeit nicht allzu tief zu sitzen. Wir selber waren feineg» Wegs blind für die Schwächen des Ancien regime, obgleich wir unser Wissen darum nicht zu Markte trugen; es widerstrebt uns, aus der Opposition ein literarisches Gewerbe zu machen und mit dem Schlechten auch das Gute in den Staub zu ziehen, wir sind durch das Fronterleben weder verroht noch verhärtet worden. Vielleicht sind wir weder wirtschaftlich potent noch finanziell „seriös". Aber wir lehnen ab, Parteiführer als unsere und der Toten Worthaber zu dulden, die „kein Vaterland kennen, das Deutschland heißt". Wir lehnen ab, mit Parteien gleich der 11. S. P. D zu paktieren, deren Dasein zugestandenermaßen auf der Lüge von Deutschlands Kiregsschuld ruht. Wir lehnen ab, Verrat und Spionage mit. unserem Ramen zu decken, tote dies der alte Reichstag schon 1917, anläßlich der ersten Matrosen- Meuterei, vermochte. Unwahr war es, wenn Haase den Geist des August 1914 als Partei- Vorsitzender bejahte, er selber hatte in der Fraktion gegen die Kriegskredite gesprochen. Unwahr war es, wenn die Unterzeichner von Versailles den abgetretenen Gebieten zuriefen: Wir werden euch nicht vergessen; unter dem Schweigegebot des Versailler Friedens sind eine Million Deutsche in Posen und Westpreuhen ausgerottet worden. Wir fühlen uns tiefer verpflichtet.
Mögen alle „Herren Kollegen" im Reichstag eine s-oziologische Gruppe gegenüber der Auhenwclt bilden, mag der Parlamentarierberus persönlicher, selbst geschäftlicher Chancen die Fülle bieten; wie einst der Markenzwang, hat ja die Abbauverordnung vor dem Parlamentshaus halt- gemacht. Wir wissen, daß Verantwortung vor dem Wähler oder vor der Geschichte mangels verantwortlicher Gesinnung eine Phrxrse bleibt; daß Fraklionen nur dann Bruchstücke einer Ration darstellen, wenn und soweit sie sich zum Geiste der Ration bekennen — zum Geiste, der aus ihr r Geschichte und aus ihren großen Tradi.ionen aus- steigt. Wir sehen solchen Geist im England Macdonalds wie selbst im Frankreich Poincares am Werke. Er lebt im Italien des Faslio und im Rußland Lenins. Lebt er bei uns? Des ist keine Frage, die mit geschriebenen Derfassung.m, mit bloßen Staatsformen, mit Tallik oder Propaganda sich erledigen ließe. Glauben wir, daß Wirtschaft unser Schicksal sei. so erttären wir dadurch alles Staatliche für käuflich. Rehmen wir Demokratie zum Schiboleth, so müssen wir in Frankreich und in England unsere geistige Heimat ehren. 3n wenigen Wochen ruft das Reich d:e Wähler an die Arne. Die F.-agen werden ihnen von den Parteien vorgelegt. Werden die Parteien selber eine Antwort wissen?
Der koloniale Gedanke und die deutsche Jugend.
Don Bardo totek.
Wie dieser Tage durch die Presse bekannt wurde, ist einige Zeit vor Reichstagsschluß eine Ansrage der Deutschen DolkSpartei ergangen, ob und wie die Reichsregierung den 24. Aprtl zu einem kolonialen Gedenktage aller Deutschen, insbesondere der schulpflichtigen Jugend aaszuge» stalten gedenke — eine Anfrage, die inzwischen zustimmend beantwortet worden ist.
Was bedeutet der 24. April für uns? An diesem Tage sind 40 Zahre vergangen, seitdem Reichskanzler Fürst Bismarck an den deutschen Konsul in Kapstadt folgendes Telegramm schickte:
„W. A. Lippert. Deutscher Konsul, Kapstadt. Rach Mitteilung des Herrn Luderitz zwei ein die Kolonialbchörden. ob seine (Svtoerbunie.i nördlich des Oranjeslusses auf deutschen Schatz Anspruch haben. Sie wollen amtlich erklären, daß ec und seine Riederlassungen unter dem Schutz des Reiches stehen, von Bismarck."
Damit war Deutschland in die Reihe der Krlonialvötker eingetreten. Wie es dann der Welt den Beweis seiner kolonialen Befähigung erbrachte, wissen wir. And kein Versail'ei' „Friedlmsoertrag" wird uns dieses Wissen nehmen! Ebensowenig den Willen, dermaleinst den Platz an der Sonne wieder einzunehmen, der Deullchland gebührt — zumal ja im Laase der Zeit trotz aller Koloniallügen Zeugnisse auf Zeugnisse sich angehäuft haben, was Deutschland kolonisatorisch geleistet hat — und was seine Sukccssär-Staaten nicht fertig bringen!
So erklärte „Anited Empire" 1912: „Eine so alte Kcllonialnation wir auch sind, wir können sehr viel lernen aus dem, was Deutschland ruhig und unauffällig in China Ltt Das spricht in beredter Weise zu dem erwachenden China von einem Lande, das ihm wie eine aus dem Dunkel sagt der Verfasser. „Als Lessing in Hamburg weilte, sah Goethe in Leipzig. Mit Wien verband ihn nichts. Iffland hatte er zufällig einmal in Mannheim gesehen und betounbern gelernt, und Echos war bereits 13 Jahre tot, als Goethe seine Weimarer Unternehmung anfing. Es lag für ihn also alles außerhalb jeder Erfahrung, jedes Vergleichs und jeder Tradition."
Goethe unternahm die Arbeit lediglich um der Sache willen. „Wir haben für unsere Bemühungen weder von oben noch von unten eine Spur Dank zu srnxtrten“, sagte er einmal zu seinem Helfer, dem Hofrat Kirms, „und im Grunde sehe ich täglich mehr ein, daß das Verhältnis, besonders für mich ganz unanständig ist." Trotz der vielen Hemmnisse und Aergernisse hat er aber doch unermüdlich an der Durchbildung der Weimarer Bühne gearbeitet, die zu dem Musterinstitut in Deutschland wurde und die späteren Höchstleistungen der Bühnenkunst richtunggebend bestimmte. 3m Reperboir verband er klug das Ideelle mit dem Praktischen. Reben der Betonung der deutschen Oper, also Mozarts und des deutschen Singspiels, finden wir Huldigungen an Shakespeare, an Schiller und seine Welt, an Calderon und die .Romantiker. Daneben läuft manches andere, so die Wiederbelebung Molieres, manch literarischer Versuch und — als das „tägliche Brot" — die Aufführung der Tagesschreiber Kotzebue und Ifsland. Am meisten litt Goelhr darunter, daß er fast gar keine bedeutenden Schauspieler besaß, denn die lleine Weimarer Bühne konnte materiell nicht viel bieten. Dadurch fehlte es ihm selbst an dichterischer Anregung. Hier
ausgesticgene Reue Welt vorkommt: China empfindet nicht mehr Kiautschou wie einen Dorn in seinem Fleische, sondern wie eine Stelle, aus der das gesunde Beispiel westlicher Zivilisation über das Himmlische Reich strahlt." Oder „Guide to South Afrika" 1914; „3n ökonomischer Hinsicht ist die deutsche Kolonialregierung un'.ernehmrngs« lustiger als unsere eigene gewesen." Rach der „Times" vom 24. Mai 1916 wurden in Deutsch- Ostafrika „niemals halbe Maßregeln ergriffen; die Möglichkeiten des Landes wurden nach kaufmännischen Gesichtspunkten ausgebeulet". Schließe lich Nehme man die chauvinistische „Depeche Coloniale" vom 19. Oktober 1916, die sagt: „ Untere Leser erinnern sich, daß wir von einem Tage zum andern die Fortschritte der deutschen Kolonien und die beständige Anstrengung, sie zur Blüte zu bringen, verzeichnet haben, denn es wäre kindisch gewesen, das zu leugnen oder zu verschweigen. Durch das Aufblühen Togos, Kameruns, Ostafrikas, ja, sogar der kleinen Schutzgebiete im Stillen Ozean, schließlich auch Kiaut- schous waren die Deutschen nahe daran, den höchsten Rang unter den Kolonialmächten ein» zunehmen."
Die vierzigjährige Wiederkehr des Tages des Eintritts Deutschlands in eine aktive Kolonialpolitik ist der gegebene Anlaß, um unserem Volke ein Bild über unsere Kolonialarbeit während der verflossenen Zahrzehnte vor Augen zu führen! Vornehmlich werden die Kolonial-Vereine und -Verbände im Deutschen Reich zum Gedenken an den Beginn der kolonialen Betätigung Deutschlands vor vierzig Zähren am 24. April große Kundgebungen veranstalten. Dankbar begrüßen wir es, daß die Koloniale Reichsarbeitsgemeinschaft eine Festschrift herausgeben wird. Für diesen Tag hat man besonders an die Heranwachsende Zugend gedacht. 3n den Schulen aller Art muß auf die Bedeutung des 24. April als kolonialen Gedenktag hingewie en werden. Möge sich das, was an diesem Tage auf Herzen und Sinne unserer Zagend einstürmt, in ihren festsehen und für die Zukunft mit lebendigem Willen nach Betätigung drängen: denn die Zugend von heute ist das Staatsvolk von morgen!
Gehe es am 24. April hinaus in alle Welt: Weder unwürdig noch unfähig ind wir Deutschen, Kolonien zu b s h n D nen d e ie g riubt laben, rufen wir zu: der Wahrheit itie Ga,se! Heraus mit unseren geraubten Kolonien!
Die deutsche GoLddiskontbank.
Einer amtlichen Mitteilung über die Errichtung der Deutschen Golddiskontbank entnehmen wir folgende Angaben:
Tie Deutsche Golddiskontbank ist am 7. April errichtet worden. Vorsitzender keS Au sihtsra'es ist der Präsident des Reichsbank-Direktoriums Dr. Hjalmar Schacht, stellvertretender Vorsitzender der Vizepräsident des Reichsbank-Dirck- toriums Dr. v. G l a s e n a P P. Den Vorstand bilden: Gcheimer Oberfinanzrat Kaufs mann. Geheimer Finanzrat Dr. Bernhard, Geheimer Finanziat Dr. Friedrich und Reichsbank^irek- tor Fuchs, sämtlich in Berlin. Die Geschäftsräume befinden sich im Gebäude der Reichs- hauptbank in Berlin.
Der Geschäftsbetrieb wird am Mittwoch,, 16. April eröffnet werden.
Sie „Deutsche Golddiskontbanf' hat den Zweck, aus Grund in- und ausländischer Kapitalbeteiligung und Kreditgewährung, sowie unter Rutzbar- machung verfügbarer deutscher Goldreserven mit Hilfe des ihr verliehenen Rotenausgaberechtes berechtigte Kredilbedürfniife der heimischen Wirtschaft zu befriedigen.
Die Deutsche Golddiskontbank ist als reine Privatbank einer in- oder ausländischen Kontrolle nicht unterworfen. Sie darf in keiner Form dem Reiche, den Ländern oder Kommunen Kredite gewähren, ober Garantien für sie Übernehmen.
Gegenstand des Anternehmens ist der Betrieb von Dankiergeschäften und die Ausgabe von Banknoten.
Die auszugebenden Banknoten dürfen nur aus Beträge von 5 Pfund Sterling, oder von einem Vielfachen die'es Betrages lauten. Die Ausgabe von Roten in höherem Betrage als 5 Pfund Sterling bedarf der Zustimmung des Aufsichtsrates.
Das Grundkapital der Deutschen Golddistont- bank beträgt 10 Millionen Pfund Sterling. Es ist eingeteilt in Aktien über je 10 Pfund Sterling und zerfällt in zwei Gruppen, Gruppe A und Gruppe B. Die Gruppe A in Höhe von 5 Millionen Pfund Sterling wird von der Reichsbank übernommen und von ihr voll eingezahlt. Die Aklien der Gruppe B von insgesamt 5 Millionen Pfund Sterling lauten auf den Inhaber. Sie werden von den Gründern übernommen und in Höhe von 25 Prozent jeder Allie sofort eingezahlt. Die Einzahlung der Aktienbeträge tfl
in Weimar hat man mir wohl die Ehre erzeigt", sagte er 1825 zu Eckermann, „meine „Iphigenie" und meinen „Tassv" zu geben, allein wie oft? Kaurn alle 3—4 Zahre einmal. Die Schauspieler sind nicht geübt, die Stücke zu spielen, und das Publikum jst nicht geübt, sie zu hören. Hätte ich Wirkung gemacht und Beifall gefunden, so würde ich ein ganzes Dutzelld Stücke wie die „Iphigenie" und den „Daßo" geschrieben haben. Allein, wie gesagt, es fehlten die Schauspieler, um dergleichen mit Geist und Leben darzustellen."
Trotzdem hat er in seinem heißen Bemühen nad> Erziehung und Bildung der Schauspieler nie nachgelassen. In Pius Alexander Wolf fand er den einzigen wirklich hervorragenden Vertreter seiner Ideale; aber auch noch dem jungen Karl La Pocke gab das Studium unter Goethe die Weihe für sein ganzes reiches Schaffen. Sein Vermächtnis für die Schauspieler aber hat Goethe in den so viel verkannten und doch so gcoifc artigen „Regeln für die Schauspieler" niedergelegt. „Was sie wollen und bezwecken", sagt Rosenthal, „ist etwas unendlich Hohes, Festliches, etwas das movalisch für unsere heutige Sehnsucht dem Theater gegenüber geradezu beispielgebend sein kann “ <Äine tiefe Erkenntnis vom Wesen des Theaters sprach Goethe gegen Ende seiner Geltung 1815 in den Dag- und Zahresheften aus: Das Theater hat, wie alles, was uns umgibt, eine doppelte Seite, eine ideelle und eine empi» rische; eine ideelle, insofern es seiner inneren Natur gemäß gesetzlich fortwirkt; eine empirische, welche uns in der mannigfaltigsten Abwechslung als ungeregelt erscheint, älnd so müssen axr
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in vom Vorstande der Deutschen Golddiskont- bank zugelassenen Devisen oder Gold zu leisten.
Die Organe der Bank sind: a) der Vorstand, b) der Aufiichtsrat und dessen Arbeitsausschuß, c) die Generalversammlung. Die ordentlichen Mitglieder des Vorstandes und die Mttglieder des Aufsichtsrats werden von der Generalversammlung gewählt. Die Generalversammlung bezeichnet ferner diejenigen Mitglieder des Aufsichtsrats, die dessen Arbeitsausschah bilden. Tre Mitglieder des Arbeitsausschusses müssen in Berlin oder dessen näherer Umgebung wohnen. Dis zur Wahl durch die Generalversammlung werden die Mitglieder des Vorstandes und des Arbeitsausschusses durchs das Reichsbankdirektorium bestimmt.
Das Geschäftsjahr der Bank ist das Kalenderjahr; das erste Geschäftsjahr endet am 31. Dezember 1924.
Der Reingewinn ist, soweit er nicht zur Ergänzung von Dividenden vorausgegangener Zahre verwendet werden muß, in folgender Weise zu verteilen: Zunächst wird eine Dividende in Höhe bis zu 8 Prozent für die Aktie an die Aktionäre ausgeworfen. Soweit das Geschäftsjahr kürzer ist als 12 Monate verringert sich dieser Divi- dendensatz entsprechend der Verkürzung des Ge- schästsjahres. Soweit die Attien noch nicht doll bezahlt sind, berechnet sich die Dividende für die einzelne Aktie verhältnismäßig nach Zeit und Betrag der geleisteten Einzahlungen. Don dem nach Ausschüttung der Dividende verbleibenden Eewinnbetrage sind 50 Prozent an das Reich ab- zusühren, über die restlichen 50 Prozent beschließt die Generalversammlung.
Im Falle der Liquidation toirb das gesamte Vermögen einschl. der angesammelten Reserven der Eolddiskontbank unter die Aktionäre nach dem Verhältnis der eingezahlten Allienbeträge verteilt. _________________________
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dasselbe von beiden Seiten betrachten, wenn wir davon richtige Begriffe fassen wollen. Von der ideellen <^eite steht das Theater sehr hoch, so daß ihm fast nichts, was der Mensch durch Genie, Geist, Talent, Technik und Hebung hervor» bringt, gleichgestellt werden 6imt
.*
Das neue Forschungsinstitut in Davos.
Zu Anfang dieses Zahres wurde in Davos das „Institut für H o ch g e b i r g s - P h h - siologie und Tuberkalvseforschung" eingcwriht. Die Hochgebirgs - Physrolvgie, die schm über reiches Forschungsmaterial verfügt, wird in dem neuen Institut hauptsächlich dadurch vervollständigt werden daß man die Anpassung des Körpers an das Höhenklima, die bisher nur in großen Höhen untersucht wurde, auch in niedrt- geren Höhen beobachtet, um festzustellen, ob die gleichen Anpassungserscheiirungen auch hier j.t finden sind. Auch die Strahlungserscheinungen müssen in ihrer hohen Bedeutung für die Gesundheit noch weiter erforscht werden. Ein viel weniger bebautes Gebiet ist die Tuberkulose- fr rschung im Hochgebirge; hier gilt es, dre Beziehung zu ermitteln, d'e zwischen den Im kranken Körper ablaufenden Vorgängen und dem Verlauf der Krankheit im Hochgebirge besteht. Auch den Krankheitserregern und ihren ^Beziehungen zu den verschiedenen Faktoren des Höhenklimas wird in der balleriologischen Abteilung ein genaueres Studium gewidmet.


