Dienstag, 12. Februar (924
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)
Jur Strafgerichtsreform
Für die Frau
her örncnitunfl eines Direktors abgelegen m. wenn der Prüf ident bei Vorsitz In den
von
werden, tneim der
tonn, 3n diesen Fällen
Äonunem allein fül
für feit
des die
Basis sind mit einem
2Xiuer eines Geschäftsjahres beftimml wird.
3. Die Schwu rgerichte sind »uftänbig die Derbrechen, die nicht zur Zu lünbig-
lichen Mitgk eder d?s Schwu rzriichr». auherbalb der Tagung dir 5uotfa.-n.ner des Landgerichts
Nr. 5b Zweiter Blatt
Cleuncnvetem können auch d.r im B zi r ke des Lcha urgerich 1 s ang fi l«r Amtsrichter befuLi rre.ben.
Cine Ablehnung ter © schvorrnrn In der ssttherig^n De f; sinder nichi n. c b r statt. Ile tonn uklmebr nu. unter DeWeCbem Vv aus- letzunMM und in bcm’dxn Berfahcen wie bd dem Schäften erfolget Xil bkk flnb? i '? c Dar- l<t) t ten übe. ti Aujschl -hunz un> X .-'jnu.Tg der Gerichts e i nen Xi-- ntung. Dl? b e_>b ag- lichrn Lrtlch k-ungc» w rden bei dn ©.- ,'j_ e- nen durch die richterlichen Mitglieder des Sch. urg richts gc rot -n.
4 Die Oberland, sgerlchlc e.n cheidrn über dir Jt t p 11 i o n
i) geg.*n die Uri de der Keinen viril komme-, wenn alt» In der ersten Instanz der XitArt^cr allein g.-utieili f>al.
b) gegen die Urt.Ue der großen Skrastommrr.
die mehr als schmückendes Verwerf gedach war. bot Hnlaf) zu intimeren Schilderungen d?s alltäglichen Lebens, zu ebne reicheren Ortoblenr Lun ft und zu einer besonderen ©efchlostenbei! der C5c- Italtui g Diese So.rd. r lellun z be'.4 Derd, Hoben- tD a l b t. der in Quiekei noch a.roergef etc trutcr' Ordinarius der Archäologie an unkrer ßanteA- univerfttät, jetzt ord Pros, an ber Unipcrldät "Berlin, in k*nem schönen Derk .Da -Heiles bei den Griechen" hervor, das Mr turirm bei Schoen Ä Parrhysius In QSrrl i erschirne^r Ist Der beroorraaenbe Archäologe bittet in sein-m Ueberbltck über bk Entwicklung deS Helles- d e
vom 2In ang bl4 zum ®n>e in au?g-zcichn-i wiedergegebenen Originalen genießen können, zugleich eine Geschichte der griechischen Äun't und berücktick<igt auch bk neuesten Fund?, die bircher bei uns noch kaum beimit, jebenfalls noch nicht gertü^enb gewürdigt worden flnb. Zwei köstliche altgrnecks'ch? HeliefS flnb vor kurzem bi Athen zum" Dörscheln g-kommen. Sie haben noch hie besondere Ded.-utung dadurch daß fie un den
des HetchS^.richtS bzw. Obertande^gerichis unb .ber Amtsgerichte gehören j^erun er fallen
Antiker Sport itn Bilde.
Die altgriechisch- HcIi^nQ gehört $n ben reizvollsten Gaben ber Schönheit, die uns das Xtertum hin!erlassen bat Zwar haben die Griechen al- di- höchsten Leistungen ihrer bildenden ftinfi die Hnrf> 4afn! und di- Tafelmalerei betrachtet, aber die freiere Form des Heliefs.
nicht nur ein Direktor, sondern auch ein Mitglied Landgericht- führen, da- vom Prüfidiuin für
wie eS fönst nur noch auf Hafen der Fall ist. Di- Helles- bienten zum Schmuck zweier Bafcn von Staruen. und j-d? ist auf drei Seiten mit Hefen Darstellungen geschmückt bk ‘irt so 1 i'ch find, wie sie aus der De kstat: des Mttsters hervorgingen. Die Vorderseite der einen Da'i» führt uns in bte Palästra' In brr Mille steh: ein Äämpferp<Mr. das zu einer Art Hingtompf angelreten ist: |mkS Ichickt Nch ein Züngling »um Lauf an, während rech!- einer mit b-m Äu ffplest beschäftigt ist. Die ft raffen Dewegu ar ber geübten ©lieber ©erben burch einer », I coufjUn Dillen zu geschlossenem Hhy hmu; geformt
Die Hebenfellen bHer BaftS find dem Vrir! unb Scherz der leben-frohen Duzend gewid^e'. Dir gern.ben mit diesen 3üiglinjen b.rei Äör- per fich leuchtend von dem fall roten ©runde cS- heben, die Domen, in httterem Ballspiel alle ©lieber des beweglichen Körpert zu üoen. Aus
tonn von vorn beginnen.
Auf ber Bord Triefte ber zweiten drei ^aarc von nackten Jünglingen
Da Hf viel brickä'tigt bi» unterem Hockeh- Spiel ähnlich ist ■ 2 i^füchruig Wefcr Figürchen ist tornitjer straff, aber dl- Äompofttion Ist in ihrer strengen .leg . idhigMl und doch reichen Abwechlluna mrif:. r all Man bars iniebmen, t bi- nackte Statue ein->- Iü-gling- stand Für bas fchmückends Deiweri lon : man keinen I böneren Stoss finden als die Schild tun? des früh ichen Spor:lebens, lern ftch di- ritterliche Jugend Me'e^ hochgemute» Zeit g gen Gnde des 6 vorchrist ichrn Zahrhun- kertS bmgab. 3in? Glgentü nli t.'eit dicker neu» aefunbmen He i k ist bte ist ft? gleichzeitigen Dasengemälden f; sehr gltitf/n. als ob fie von bemlelöcn M'if'er enllvorien wären. Detvachtrien bod) bk Dafemma'e bk'e Schilde- nmg de- 6po.1i fü- uc b fond-re- ©cblel und haben immer wied, ' rt lcrr und heiteren Zünglrmge jcn ? A ',en q: ? >et d e bann als reik Män in d - grost i i n 'chriburg?tomvs um die gri . i'ch. 5<ul a- g< :i d Perier kömps- ictl Da'^rich i ich htt b ochövfer b.ritr SvortM reliefS fich ^ie Dorla -n fj- fei w R-'.iess vc» ein .rr. ’reurbr1 n aus bim Stcra#»
me-lv-. b-m Tön»-r»ierid Athens, geholt unb bann' mit vvllcmd ton ©efchmack dirie Zeich» nu -?-m ber Daten in 5teir hertie*l unb zn vtostilchem Leben erweckt
Äinb unb Furcht.
Gin gefündes. richtig erzogenes Älnb kennt feine Furcht. 3fl c8 vo i o-rnberrin daran gewöhnt, im Du k l t zu schlafen, so verbindet es damit vom ersten -Ta । ab das ang n hme Gefühl der Huh-. Llsti man bageg-m ein noch f> ll-ines Lich' i t Sckl'.fz mm?r bt nr c i. so wird da- Kind sich sürcht-n. a>?i't >'ri grnttllch dieses Licht fehlt.
Man h t - sich af . ttne natüri ch rwris- allen 5t nbcrii l I 11 '• Zurch! i< ’ c !- i-lrzupflanzen. Das g-fchi-ht l aber oft. indem man Äinbei er schreckt, oder ih ei sch ckhafte © f ,1 hten erzählt, ihnen mit bösen ®e st-rn droht unb wa- berat tige Unrtuügf?uri m hr sind. Kindermädchen balle man In kn ser D zkhung unter Aufsicht, ober noch belfer, man klär- sie auf Drrkehrt und be- auerlich ist eS auch, wenn man m l dem Schornsteinfeger droht oder gar ben Arzt als Schreck- gdt»enfl hinstellt, ber d-m Kinde m t seiner groben
besteht das Piäsldium au6 dem Präsidenten unb ben beiden ältesten Mitgliedern.
IV.
Alle übrigen Vorschriften ber 75er- •tbnung vom 4 Januar 1924 treten erst am 1. Hptil 1924 In Straft
Darnach sind in Zukunft erstinstanzliche Strafgerichic in der chauptfache Nc Amtsgerichte (Amtsrichter und Schössengerich'e) unb die Schwurgerichte, sowie vereinzelt lHoch- unb Landesverrat unb Derrat militärischer ö.lximnlfle) auch bk Obersandesgerichte unb das Heichsgerichi Die Lmdg-richk scheiden als erfHnftcn lich- Gericht- völlig a iS u.ch werden nur noch als Terufimg.$gciid)lc tätig sein. Demnächst sind im ©egn ir, zi jetzt mit Ausnahme der Urteile ber Schwa geeichte unb der unter V. 4 erwähnten Fälle alle Urteile mit ber Berufung anfechtbar. AIS HeDlficnSge- richte entscheiden wie seiiher die Ob?r!an7esge- richle und da- Helchegerichl, die Zuständigkeit ist jedoch ander- geregelt.
1. Die Amtsgerichte sind zuständig für alle Hebertreturgen unb Dergeh.n sowie für alle Derbreä/en. die jetzt noch zur Zustänbigck-it der Stcaftommcr gehören, unb austerdem für eine Oanjc Anzahl vm Tkrbredym. für die zur Zeit noch Schwurgericht zuständig ist.
©s Jlnb demnach in Zukunft folgende Verbrechen durch die Amtsgerichte ab- zuurteilen'
□ ) alle Verbrechen, die mit Gefängnis oder Festungshaft oder mit Zuchthaus von höchstens zehn 0a b ren allein oder in Verbindung mit anderen Strafen oder mit Hel>-nfolgen bebr. h' sind, foweit für fie nicht das Heichsg-rchl zuslünd g ist Ausgenomm'N sind die 7krbeerben deS Meineid- tn tzen Fällen ber tztz 153 bis 155 St G.D. für die auch weiterhin das Schwurgericht zuständig bleibt.
b) die 75erbre4)cn des Tviderstanbs nach 5 119. ber Falschmünzerei nach §§ 146. 147. 149. derVvtzucht nach § 177. d-s Hücksalls- b i e b st a h l S nach § 244. deS Haube- nach §§ 249. 250. des räuberischen DiebstahIs unb der räuberischen Erpressung nach §§ 252 unb 255. wenn die ©träfe au- den §§249. 250 zu entnehmen ist,derHückfallshehlerel nach § 261 Ads 1 und der-s chweren Äörper- Verletzung Im Amt nach § 340 Ads 2 St © D.
c) Die Verbrechen des militärischen Diebstahls nach § 138 Abs 2 M St.G D. deS betrügerischen Bankerott - nach §§239. 244 der Rrnturtorbnung und der Hntersch la - gung fremder Wertpapiere.
Der Amtsrichter entscheidet allein i) bet allen Uebertret ungen.
b) bei Vergehen, wenn fie Im Wege der Prtvatklagc verfolgt werden, oder wenn die $ai mit keiner höheren Strafe alS Gefängnis
gericht- und bre 6icL».Tire.c.- ne.bei für :ebc Xaju-Tg vor 7kjInn brt ©e chäft-ja^r-s ernannt. 3um Dor thcnben kann auch cta im B zlM Oberlandesgerichts a g fiel.lei Amts -
Kultur der Frauenbekleiduny.
7km Liesbel Dill.
Ss war bei einem Dee in Beil n im Lyce.rm- fiub. vier westliche Sch rittsteile rrnien hatten iid) h er zulammeng-tund.n L Schll-.e-Vr ick. !1 L'.rialfe. Hermine o. Pv-ulck.« i un ich Wir iv Cen von westllcher un > östUchrr kuUur und ich stellte bte Behauptung auf. da') je weiter man nach Weste i kommt, je mjl«er m ■ »armer da- Älima. desto dunlle. unb e.n acher man > ch a.it u.*r Stia' e kleidet, je weiter man nach n kommt, ie ro bunt?r
3m CUef:en g.bt es für die ©trabe nur eine Hnlsorm. laS ^xidenCctb oder ben Mantel, nur d-r h.ih- Sommer macht ei e kurze 2lusi ahrn- ixi» von. Titon ist Lori vorsichtig in ber W.hl bet Farben, man sieh: fast nur schwarze, dankelchlaue ober sog. englische Kostüme
3m Hör aen bi gegen beherrscht di) Dirndl- ll-id. da- t£ig;ntklD bl- S;.a < Sin
erzählt mir. aus Antwerpen kommen), er sei von dem Geschmack der dortigen Dame., enttäuscht gewesen, sie Hillen alle nur dunkle Zack.nlostume g trugen, von dems-ld-n Schnitt, er sah das als ein Zeichen von Mang-I an eigenem Geschmack an Er kam auS dem Tlorl-en. ber Heimat d-S Ei^en- llci.eS. deS Heformg-wandeS. deS buntg-stickt-n Mieder-, des 7Dollb'.umenbufe:t6. De i Tiroler mit Edeiweif? haben wir ja glücklich abgelegt, an dem man unsere Ttolicitililal im Ausland feft- Auftcllen pflegte. Die Ausländer erkannten un- bereits auf zehn Meter an ten h ll-.-n Mänteln.
3ch sah kürzlich in einem philharmrn schon Konzert vier junge Tllädchen <m der Wanb st-hen. fie trugen buntgestreifte Hocke aus d-m jetzt fo g liebten Künstlerleinen, darüber to'.aftblau ■. i ?tc. grüne unb gelbe Leibchen mit Franse t und Schlitzen unb weihen 21ermein. Sie tomen mir vor wir
maSkieit. sie pahten auf eine Wiele, «in*n Huhne rch^f. in- Gebirge, aber n cht in ein Duchkon e.t.
Dö bat wenig mit der Teuerung zu tun d:tf) Tan sich un.5nxctrnäf>ig lleldet. mm muh Gefühl für Gelegenheiten haixn . . . Man braucht nicht unbedingt zum Gummimantel, einen Trauerh-n mit langen Schleie n zu tragen, eine bunte Wolljacke zu Besuchien. einen Fed-rhut auf lern Markt. DaS Dirndllleid g-hört aufs Land. In ber Landschaft wirkt eS jreüenb. frisch, lebhas!. dagegen wi cken dort seid-ne Kleider, schmelzgestickte .Doi- !> t:cn wi- Cb eigen
3ch besuchte an einem Winke rodend mit Frau von Preuschen in Berlin ein Kino, ler .Dunitel" von Kclleimtann wurde gegeben: als wir an der ©ar'erob.- standen, wurden Trauerh ll- mit mc- tcrlargei schwarzcn Kr ppschle ern hrrau^grreicht. sie wallten an un) vorbei in Schir-n ... Ob man wahrend der 5rauer e n Kino besucht. Ist Gefühlssache 3ch gehöre nicht zu beun die oie Z auer mit der Kleidung vermengm aber wenn man schon in5 Kino geht, dann mag man auch den schwarzen Krepp für Hefe Stund- zu Haufe las! n
Sobald es kahl und grau wird im Herbst, kein Sebetfoa mehr, kein- w ist n Kl ib«?.. t i.r Tlufe i auf P.rS ri’jc, fi- erweke i dräG-lühl deä F.ierenS. der Pelzmantel <.n warmen Fruhling^- I tagen Lic ©rim.rung an 2llpllenpulver
Die Mode ber bunten Wollblümchen hm sich wie eine K ankhell au-gebreitet, eine ansteckende vptbcmie. an jeder well-en Blufe prangt ein bun- tce IVol.l .u - e . ukell. auf lebet Ktnderwagen- d.cke. an lea Hat-n d-n Tltoickllaschrba4 Hund- c-n trägt sogar ein- am Halst-.n> Unb doch sind fie qk. :r zweckmü^g n.^ch sch>n WoUrefte verwendet man besser zu nützlicheren Dingen, nicht als Schmuck.
Auf Heilen keine gri>’ n Hüte, mit denen man überall anfio’.i, keine bun.c t H^rlsketten, |e ein- * rcher und dezenter, d ;o belfer Der felben« He- g mantel ist cm Lurusstuck, .aS man nur In sehr idienen Fällen gebrauchen kann. 3fl es Heid, so trägt man keinen Mantel, uird rcgnel«. Io ist's g-weh^ilich kühl, man Inert bann, und elegant wirft er loch nie. es i t immer ein Regenmantel, wo man auch damit auftritt.
Die Lunte 2?:lljadc. Ne im Gebirge, an ber See auf em Land? zum M-rg-nanzug bet Dame unentbehrlick ist. .me fr-*unb:i ckrganzung des weiLe, »uh ielc.1 Äleit :8. fällt unvig; tebm aul In den flaut g n me ischenvollen Gefchastsstrahen der Stadt, sie palst nicht ber l> n.
Don dem Handsck lh Hit man sich saft ganz emanzipiert. Man tiagt tl n kaum noch Im Sommer. bod) sobald eS kalt wird, erweckt ber Anblick unkellelbelei w iblicher Hände-um Sttasteiranzug ein K. l eg s ihl. m in friert. Der leiden- Hand- fchuh gl-icht dem sei -men Heg n.nantcl 8r ist ein Zw.ller und erfül.t leinen Zweck Immer nur halb, er wirkt toll auf der Struste u.ib Im Tboater nur als Auehilfe. Den feib nen Strumpf auf der ©träte sicht man an der Ikime nut noch selten, man bat ihn der Halbwelt übcrtoHen, die sich den Lutus leisten kann jeden Tag neue Strümpfe anzuziehcm Die Zeiten sind vorboi. da e- hiest. am Handschuh und Schuhwerk erkennt man bir
Die Dame erkenni. man an Dingen, die sich nicht laufen (affeif. <iii ber Haltung, dem ©ang. dem Wuch5, de. Dea"qung. fu die gute 7kalle vertaten - und h.iupt!ächlich an etwa-, da- man sich auch nicht kaufen tomt: ber guten Kinderstube.
der Gegenseite der erste: Dt'l? be ustigen fich zwei Jünglinge damit, ihr- Licdlma stiere, einen Hund und eine Katze, vor i chtig auieina der loSzutossen. Mist komischem Ernst b odachten bte Best.^er und AtoCT zuschauende Freunde, wüe bte Tiere sich tompfoerett gegenü -critct-cn. ber Hund mU elastisch vorge'tclsten Vorder-üsten und vorgerecktem Kopf, die Kane fauchend und mit gekrümmtem Hücken. Wenn bi- Tiere im näch'ten Augenblick aufeinanb r foAftür n, werden ihre Herren di« Lernen wieder straff an ziehen, und das Spiel
(Fortsetzung statt Schluh ) UL
Am 15 Februar 1 924 treten folgende Vorschriften in Kraft:
1 Die Senat« bet Obertont-esgeitchts en scheiden z Zt in der Befer unz von f u n f Jllitgl^fcem einschließlich des Dorii.endrn 3n Zukunft sind nur die SI raf fenate inderHauptverhand- (ung er ft er Instanz derart zu brie. e i 3n allen übrigen Fälftm also au^rhalo d-r Haupt- ve. Handlung und bei der Hevll a.i bi Siraslach-n und bei der Berufung in Zloiltochen. sowohl in wie au herhalb ber Haupt- bzw mündlichen Der- cnllchriden die Se>ate bi der Besetzung von nur drei Mitglied-m einschließlich des Vorsitzen den
2. Die Heichsgerichlss-natv sind jetzt noch mit sieben Mitgliedern einfchlie' !ich b-8 Vorsitzen- ben besetzt In Zukunft wird diese Zahl auf fünf Mitglieder herabgesetzt Bei dem S:rassenat, dem die erstinstanzlichen Sache" zugewi -sen sind, wir- ton bei Sntschcidungen außerhalb der Hauptper- handiung nur drei Mitglieder mit.
3 cktzn Hlchier tarn zugleich Amtsrichter xmb Mitglied ober Direftor bei dem übergexb- nrten Landgericht sein Die LandeSjustizverwal- tung tairn tae allgemeine Dienstaullicht über ein Amtsgericht, die z. l. dem bicnstaullichtsüh-enden Hichter zusteht, auch dem Präsidenten drt über- flrorbnelen Landgerichts übertragen.
4 Bei kleinen Lanbgerichten tonn
Hessisches Landestheater.
Hartungs Heutnfgenlerung des »König Lear".
Die seit langem mit Spannung erwarkete Heu- inszenierung deS .König üea r‘ durch Gustav Hartung ist nunmehr zur Tatsache geworden, unb kit a>iilung alS Hcgifleur einen saft beispiellosen tzriolg gebracht Deifpi-Uos ins-sern. als, wie un- ded-.ng: anerkannt werden mufr, Gultao Hartung tn dieser neuen Inszenierung nicht au-schliet-lich den Hcgifleur in den VvrXrarund stellte, sondern mit bestem Griolge bemüh: wrr. bet Dichtung gerecht zu werden und daS Jtt: reHe k>-r X boot er- befuier auf die Trag d.e zum mindesten im gleichen Mähe zu konzentrieren, wie auf bte von ihm geschaffenen Bühnenbilder. Dellen unbeachtet wa- ren es diese Bühnenbilder, die den starken @;folg kes AbendZ begründet n In feinem Streben nach höchst mögliche - ©in'achbeit und Klarheit der Formen in der B. I:n?narchi:ekiar ist Hartung hier einen Schrill weite- gelingen; im Grunde beherrscht tos geom-trifche 'pitzwinktliae Dreieck di- gesamten OjenenbiDer Haus unb Palast, Hütte, Berg unb Felf-n werd-n durch HMenbrtl- ecke in verfchred-nen Variation-n plaiti'ch darg-- srellt unb b.erburdb eine Dridwtrckina erreicht. Die. wenn fie auch stark an die erpre komftikben Aniäng- :ei Buln-.'.kuast erinnert schlechterdings kaum üb-nroll-n werden kann. Sehr wertgehend {ft allerdings die far?ige Fläche unb die Teleuch- tungSkunst zur Erzielung tiefer Wirkung heran- gezogen worben Im ilebrigen treten nur n>ch Vorhangr unb g N' wenige Model. SePcl Stühle, Hocker in Erschrin^mg Wie im Xofcngarten lädt Hartung den AuSstat . ngswechlel fast auS'chlie')- lich bei offenem Vorhang vor fich geben und erreicht dat-urch ganz merkwürdirer De.fe das Gegenteil von dem, was man an nehmen sollte: eine Geschlossenheit unb enge Verbindung ber verich.c- beren S-cne" Hartungs Hauvlln c cr"< halle ich auf iic Herausardeitung der Sturmnachl ton- jentrieri, d-.e in ihrer eigenartigen Ausgestaltung
allerdings biS an die ©renw des ©rfaubten ging, aber von grandioser Wirkung war Hartung ging hierin so weit, tast er den Vorhang und Zwischen- vorhang vom Sturm bewegen lie’k auch wenn S cnen vor diesem Vorhrnz llch abrpieli2n_ Der Zulä-auer stand hierdurch auch während der Sze- r en. die nicht in dieser Sturm nacht tm Frei- n spielen im Dann tes Bildes, das ihm den Äontg in ter furchtbaren Aacht umberirrenb zeigte. Das AnsangSl.-ild biefer grandiosen ©wn« umwog cn vom Sturm g pcitschte bizarre Wolk-ngebllde. b.t Hartung durch lange graue Schleiei fetz m auf die der PrvjeftirnSapparat ziehende Wollen warf, ständig auf und nieder unb seitwärts bewegte, wodurch Hachtbilder von fast spukhafter Wirkuna erzeug: wurden Der Inszem e.mmg entspr-ch^nd war Ltc Aufführung ganz realistisch -mgestellt. Auch iie Darsteller gingen, bri n\rt in den W<rd sinn-fzenen (ßear. Harr, öbenunb) und in ten Sjciun d.e die Leartöchter zu 5une;i werte.i liehen, bis an die Grenzen deS Srlläglich.-n. tae jedoch in keinem Fall uderichrutz-n wurden Don überragende, kanftlerischer Gröste war die Dar- flcLung des .Lear- durch F.iy Valk. der alle anderen um mehr als Haupt-slänZ- überrag'-. V-;eich7rend ist die vtcl'ach b-obachttte Dallrche. last trotz der ungläubigei Mucht der Darst-ll n > lic lyilsch weich gebrachten S enen «Lear e k n u Cordelia und die Schlustszen«' von ollenftchkich llefer«m Eindruck auf d.e Mehrheit ber Theaterbesucher waren Ehrlicher, wiberipruchslo'er D-r- fall rief die Künstler und den Onienbanicn Hartung vielfach vor die Hampc. War Streefe
wenn üi erst-r Instanz da- Schbfi-ngerecht in b« B- -tzung mu einem Richter und zwei vchbft fen geurk-tli bat.
c) gegen tz - Urteile der grosten Straftomme, üb-rh:u. i unb ber S <i: v .ch:.. wenn bie He- r. ivnausschI estIich aui di Verletzung ehv« In d n Landes ge <tz n x n.bal:ea< i Xt^iiAore gestützt wird
t Jn allen anderen fällen, 'vweit nicht bie Zustä dig .1 Nr 0:<rl r. e g.nch e beg.toibct ist, ent jpdbet das Aeichsgericht über blc Hit : i n k>'}en bk- Urte.L der Schwurgericht, und der großen Strafkammern.
Ti? Staatsanwaltschaft hat es also, je «ochdttN fie bei der Zzn.e.ch dei Anllage- sch l- ,'-u\ xbang ..'S z wetten Amts- r iL er- b.antragi o e. nicht, »w »imbcrelo in ber Aanf. di- Sack a Ikt Hevi'ion-Instanz i x das Reich gcricht aber das Ob. itondesgerich» zu bringen.
D e H .flnn g gen bie Ur alt des Schwav- gerick t." und d-r S-rafka nmen i idet hi bemlribee Umfang all. tn dem 'ie b -xr gegenüber Ur- , l -n c C.r • kamm.r 11 erst-r I>i tanz zulässig na D - .1 • ä Je b <i B st nmuirg« do §§ 379. A.40 StPO ind allo gefallen.
iSchluss folgt)
In der Hauptsache gewisle Verbrechen deS H o ch - und Landesverrats, Meineid nach §§ 153 diS 155, Verbrechen wider d i e Sittlichkeit nach § 178. Zweikarnps nach §206. Mord. Totschlag. Kindestötung. Abtreibung nach §220. Aussetzung nach §221 Ads 3 Halbsay2. Körperverletzung mit tödlichem ©rsolg. Beibringung von Gift nach § 229 Abs 2. Menschenraub. Freiheitsberaubung nach §239 Ads 3. Haub nach § 251 bzw In gewissen Fällen nach tz§ 252. 255. D r a n d st i s t u n g n ich §§ 306. 307. Herbeiführung einer Ueberschwem- mung nach §§ 312. 313. eine Hei he wei erer g e - meingesährli che r Verbrechen nach §§ 321 Abs. 2 . 323. 324 die Verbrechen Im 21ml nach §§ 334. 344. 345 StGB usw.
Die kltberigcn Vorschriften über da» Verfahren vor den Schwu rg erichten sind vom 1. Avril 1924 ab aufgehoben, eS gelten tn Zukunst hieriür ble'clben Bestimmungen, bie jetzt noch für das Verfahren vor ber öiraftornmer in ber ersten Instanz gellen Das Schwurgericht bestehl demnächst auS b re l HichIern einschliehl ch deS Dorsih-ndrn unb sechs G e - s ch a> o r e n e n. Die Hichter unb Geschworenen entscheiden nicht mehr, we leitber. über die Schuld- unb bie ©iraffragc getrennt, sondern gemeinschaftlich Während der Haupt- oerbanblung Ösen die Geschvoren-?n da- Hichleraml im gleichen Umfang wi? die Schössen auS. Sie werden Im Wesentl chen in derselben Weise gewählt unb für die einzelnen Tagungen auSgclost wie die Schöffen der Schöfteng-rchk und ber Strafkammern unb find In Wirklichkeit Schöffen wie kiek-, mit dem «rzizea UIllerich ed. bat) fie ben Hamen Ge fch vo re ne" führen. Auberhalb der Hauptv«rhandlung enNcheiden wäbrvnb der Tagung bie richter-
von höchstens sechs Monaten, allein pber in 'Berttnbtina mit anderen Strofen oder mit Hebenfolgen bedroh: UL ober wenn es die Staatsanwalt schäft bei Sinreichuag der Anklageschrift od?r. falls es er-er solchen nicht bedarf, bei ber mrndttchen Srhebu rg der Anktog- beantragt Dre Staatsanschäft soll Inden Antrag nur stellen, wenn zu c.aixiticn ist. dah aus fei re fd> o-'vrre S.'vafr all ©e äng-'is von h chstens - n-m ^ah e. allein oder in Äer- drndung mti :n ren Sirasen oder mit Hebenfolgen ctta.n werke-.i wird
cl bet en Verbrechen des schweren Diebstahls und ter Hehlerei sowie bei solchen strafbaren Han-lungen. die nur wegen Huck'alls Der', rechen sind «Drebstahl. Hehlerei, Betrug,, trenn Ite Staaisanwaltschalt es bei Oinreid. jng der An lägetchnst oder falls es einer ftU<i n chl bedarf, bei mündlichen 3r- b.'Lrung ter Anft:g< beantragt Der Be'chal- ng:c tonn n.eihilb einer getpiUcn Frist diesem Antrag tritzersprechen .n ist über dieses Hecht -um Wid-rlpruch zu lellch en.
Soweit .er Amtsrichter nicht allein enttd; i jet. wcrder. »ur Haupt Verhandlung vor dem Amlsgericht.- zwei Schössen zu^e- zogen Zu tiescm Sck.'ftengerichl ist noch ein zweiter Am 1 Srichler -uzuzlch-n. falls es l”*6 StaalSanwaltschast bei Einreichung der Arkligrichrist beantragt Die StaatSan- wallschast soll Mden Antrag njr stellen, wenn t4e Zaziehung eines zweiten AmtSricht.r» nach Umfang rnd Bedeutung ber Sa<ch- notwendig erscheint.
2. Die Strafkammern der Landgerichte entscheiden über 14e B.raiuna g?gen d.e Urteil.' les Amt-richler- und deö Schi ffengerichts. Sie sind in t<r Hauptverhandlung besetzt:
a) mit lern Vorsitzenden und zwei Schössen, ne n sich die B .u,a rz ge e i en Urteil d.-s Amtsrichters richtet, sog kleine Strafkammern.
bl mit drei Hichtern etnschlief>sich deS Vorsitzenden und zwei Schössen, wenn sich die Berufung gegen ein Urteil tv3 Dchössenge- richts richtet, einerlei ob tu bei e i n ober zwei Hichter miLgeöirft haben, sog. grobe ötral- hmmtrn.
Den Vorsitz In der kleinen Strafkammer tonn
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