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Donnerstag, fl. vezemder 1924

r. 292 Swettes Blatt

Sietzener Anzeiger (Seneral-Anzelger für ©berpeflen)

AIS ttrtr

e.

finden.

flotte Spielleitung den richtigen Schwung in das Heine Stück. Die recht passable Situationskomik, namentlich im mittleren Akt kam gut heraus, alle spielten frisch und fröhlich drauf los, so Daß es ein amüsanter Abend wurde, für den das gut besuchte Haus lebhaft dankte. Rita Andre war wirllich ollen Männern, die auch nur entfernt in ihrem Gesichtskreis auftauchtenuntere kleine Frau", mit jedem flirtete sie stets fesch und un­widerstehlich. Auch ein weniger reizbarer und bärbeißiger Gatte als Herr Norfolk wäre un­fehlbar der Eifersucht erlegen. Julius Baste war unsagbar komisch in den vertraktesten Situa­tionen. in die ihn die personifizierte Harmlosig­keit drei Frauen zugleich bringen. Die Herren Daum (als pathetischer Dichterling). Juhnke und Hoffmann umschwirrten die Deine Frau Dodo wie Mücken das Licht. Daß keiner ver­sengt, dafür sorgt Frau Dodos Unbeständig­keit. 'sie spiell eben nur mit den Männern, wie mit ihren Puppen. Eine niedliche Heine Draut war Erika Rohr, die für das erkrankte Fräulein Helfen eingesprungen war. Auch Gerda Dach seid wußte sich mit der etwas undank­baren Nolle der Frau Dr. Elliot gut abzu-

Diebraune Flut".

iDon unterem »Korrespondenten.) (Nachdruck verboten.) Genua, Anfang Dezember.

Gründen gegen das ganze Man spürt bolschewistische in Indien, nein auch in Arabien und Meso-

auch auS anderen Abendland führt. Einflüsse nicht nut Aegypten, in

avenischer . ....

lreen SchattenkreiS niedriger Torpedoborte um« eöen waren, uns dem toeißfdxtmmernden. die raungrünen Höhen hmanste.genden Genua imova La Luperba näherten, da lag eine tireffante und sehr nachdenkliche Mitielmeer- 3^tt hinter uns Diese Reise hatte uns vorbei- (htbn an den Schauplätzen der offenen und der

gestern, vorbei an einer Reihe grauer Panzerschiffe, die von e nem fdt-

Regers 100. Psalm.

Denn der Akademische Gesangverein in Der- Mnbung mit dem Konzertverein al« erstes Chor- bnAcrt zum Gedächtnis Anton Druckners em 15. Dezember erstmalig dessenTe Deum" und «kcnfalls als Erstaufführung für Gteßen M a x 5cgcr« 100. Psalm ankündigt, so bedeutet 'iss da beide Werke an die musikalischen Fähig­eren aller Mitwirkenden ganz ungeheure An- brberungen stellen, eine gewaltige Aufgabe, für kjen Vorbereitung der Verein und fein rühriger »igent. Professor Trautmann, de« Dankes der diesigen Musikfreunde von vornherein sicher fein dürfen.

Gehören doch Druckner und Neger, wie jeder TtufiHcnncr weiß - nach langem Leidenswege ärgster Enttäuschungen und Erbitterung, der tet- icin von beiden erspart blieb. zu den ganz Großen der Nach-Vrahmsschen-Zeit. Die Auf- Ehrung des 100. Psalms war wegen der musi- alifch^n Schwierigkeiten und des großen für die Aufführung erforderlichen Cbor» und Jnstrumen- 'ulapparates bisher nur Großstädten möglich. Reger hat die Chorliteratur, besonder« auf krrch- ichem Gebiete, mit einer Anzahl bedeutsamer D?rke bereichert. Dekannt sind in dieser Tx- iiehung die Chor-Kantaten, von denen zwei ltlter Professor Trautrnanns Leitung vor einigen Zähren in der Stadtkirche zu Gehör gebracht vurden. Don den anderen Chorwerken sei in erster Linie de« op. 110Die Nonnen" gedacht, jener Eischen, in Parzifal-Stimmung getauchten Komposition, die unter Negers Leitung, nach der Vorbereitung von Professor Trautmann. ge° coentlich der Meininger Musiktage hier auf- lefübrt wurde. Stellen alle Chorkomposllionen anb auch die herrlichen A-cappella-66öre. die auf lern diesjährigen Negerfest in Dresden erklangen. bic höchsten Anforderungen an alle Ausführen- ben so trifft dies für die anerkannt mächtigste Shorfomposition der neuen Zeit auf den 100. Malm, in besonderem Maße zu. Spricht aus den .Rönnen" der gläubige Katholik, so ist nach jAegers eigener mündlicher Aeußerung (vergliche bum die ausgezeichnete Monographie von Emst ZSler. Zürich 1917) der Psalm das p r o t c ft a n - tische Gegenstück dazu.

* Er wurde als op. 106 1909 in der Leipziger 'cit komponiert, erlebte seine Uraufführung in VSt -Lucas-Kirche zu Chemnitz unter seines ^jers Leitung und wurde fast gleichzeitig in

Der Prozeß des Reichspräsidenten.

Magdeburg. 11. Dez. (TU.) Zu den ge­strigen Verhandlungen sind als Zeugen u. a. Die früheren Minister Scheidemann und Dauer erschienen. Der Zeuge Emil Darth wird über die Entstehung des Januarstreils befragt und er­klärt: Wenn es fi chdarum dreht, daß Ebert und Scheidemann Landesverrat begangen haben, muß erst festgestellt werden, ob die ganze revolutionäre faszistische Bewegung. deren Teil der Januarstreik war. überhaupt Landesverrat war.

Zeuge W u s ch i k, damals Funktionär der so­zialdemokratischen Partei, bekundet, die Vorberei­tungen des Januarstreiks wären den sozialdemo­kratischen Parteileitern von den Anhängern der radikalen Richtung verschwiegen worden. Ms es sich darum handelte. Vertreter der sozialdemo­kratischen Partei in die Streikleitung zu wählen, habe Ebert unwirsch gesagt, er denke gar nicht daran, etwas derartiges zu tun. Erst als der Zeuge in stundenlangen persönlichen Vor- ftcllungc nden Herren gesagt hätte, daß ihr Ein­tritt in die Streikleitung nicht nur im Interesse der Partei, sondern au chder Landesvei-

Dreslau unter Georg Dohrn zu Gehör gebracht. Im Jahre darauf fand das Werk gelegentlich des 40. Tonkünstlerfeste« in Zürich eine begeisterte Aufnahme. In den folgenden Jahren wurde e« vereinzelt in Freiburg. Heidelberg usw. auf­geführt. In aller Gedächtnis wird noch lene große Darbietung des Werkes unter Regers eigen« Leitung im Jahre 1911 -in Darmstadt sein die im dortigen Theater stattfand und nach einftun- diger Pause wiederholt wurde. Das wundervolle religiöse Werk. Regers geistiges Testament g> hört zu den glänzendsten und innerlichsten Kom­positionen der musikalischen Neuzeit. 381er sagt von ihm: .Die Größe seiner Anlage, die Linien, die Gewalt des Ausdruck«, kräftigste und edelste Gefühlsregung, die in ihrer reinen Naivität er­greifende Auslegung des Psalmtextes. die nur einer wahrhaft religiösen Seele entspringen kann, sie find es. die den Hörer in ihren Dann zwingen. Das Werk gliedert sich in drei Teile, die aber inhaltlich unmittelbar ineinander übergehen und schließt, wie mehrere der Negerfchen großen Derke (Hiller- und Mozartvariationen). mit einer grandiosen Doppelfuge ab. die in stufenweis« Steigerung zu machtvoll« Wirkung anschwellend, schließlich von einem Nebenorchester verstärkt wird da« mit Posaunen und Trompeten den Ehor'al: .Ein' feste Burg" erklingen läßt.

Die fast durchweg achtstimmigen Chöre, die Orgel und ein reichbesehtes. durch vielfache Tei­lung in den Streichinstrumenten potenziertes Or- chester erzeugen eine überw.lliigende Klangfarbe und verleihen Dem Riesenwerke jene Monumen­talität. die dieser, wie Hugo Holle sich ausdruckt, .symphonischen Kantate" geradezu eigen ist.

Gießener Stadttheater.

Hopwood: Unsere kleine Fran.

Es ist nicht gerade Edelvaluta, was Amerika da mit Avery Hopwoods Schwankopus expor­tiert hat. Das Frauenz immerchen das zu

jedem männlichen Wesen nur eine Ernstelllmg. den Flirt findet, gehört auch in der alten WA rock nicht zu den Seltenheiten, heute vielleicht weniger denn je und die technische - künstlerisch Hänge hier paradox - .Behandlung Hefe« Falles" ist auch nicht so einzigartig, daß man nicht verschmerzt hätte, wenn Am«tka du> fern Deisteskind ein Ausfuhrverbot erteilt und ^err D Poclson die Mühe einer Übersetzung gescheut hättet Immerhin brachte Rudolf Golls

p o t a m i e n.

Zum Schluß eine französische Aeußerung. die die ganze für England so schwierige Lage grell beleuchtet, und die mir ein englischer Reise­gefährte gab In einer Nummer desExportateur francai«44, in der das Projekt der Dahn durch die Sahara erörtert wird, und in der die Rede ist von der Zukunft de« großen französischen Kolonialreichs, währenddas eng­lische Kolonialreich nur noch ein Traum ist. Da Kanada und Australien fast schon selbständig find, Südafrika danach strebt. Indien in De­wegung ist, Aegypten in Aufruhr, kurz das ganze Reich auseinanderfällt".

Die französischen Pläne mögen klug sein, aber auch Die Senussi find weitsichtig. Sich« werden sie nur soweit mit Frankreich gehen, wie sie es brauchen, und dann dann wird auch Frank­reich mit zu Den Feinden der Senussi und aller Moslims gehören.

beit der islamitischen Volk« mit bet europäischen Technik, wie sie im spanischen Marokko so be­merkenswerte Tatsache geworden ist. Und sie warten ab. bis Die rastlose Arbeit der islami­tischen Missionäre in Dem schwarzen Afrika ihnen die Hund«ttaufenDe von beDenfenlofen Kriegern liefert, mit deren Hilfe ganz Mrika von der weißen Usurpation befreit und unter die Herr­schaft Des Propheten gebracht werden soll. Man bemerke wohl, wie auffällig Die au« dem Gegen­satz zu England geborene Hille Frankreichs für Die islamitischen Völker ist. und wie parallel die beiden Faktoren schließlich arbeiten.

Einige Beispiele: In einer Flugschrift in Kairo ßicß e«: .Die Tore Asiens werden sich vor Den Europäern schließen, und in der Zu­kunft ahnen wir eine Revolution, wie ftc in der Weltgeschichte noch nicht dagewesen ist." Man findet in Kairo Flugblätter und Droschüren aus Bagdad. aus Teh«an. Kalkutta und Kon- ftantinDpel Schon vor einigen Jahren gab die Central Asien Society zu. Daß jede« mo dimme - dänische Land heute in Verbindung mit jedem anderen steht, durch besondere Gesandte, durch Pllg«. Reisende oder Kaufleute. ES sei auch Daran erinnert, daß der japanische Sieg über Rußland, der erste farbige Sieg über ein weißes Land, mit geradezu unheimlich« Schnelligkeit durch die ganze farbige Menschheit biS inS Dunldftc Afrika hinein bekannt wurde.

Ein ganz besond«eS Kapitel ist rwch die Arbeit des Bolschewismus in Asien und Afrika. Der Bolschewismus hat dort eine An- häng«schaft gewonnen, die nur verständlich wird aus Dem Kampf, den Der Bolschewismus, wenn

und während man Den Ernst der Sage vor der übrigen Well zu verhüllen bemüht ist. werden alle Kräfte gesammelt für Den großen unver­meidlichen Kampf Dieser Kamps wird, das hat Die Entwicklung in Aegypten bestätigt, zuerst wohl nicht in Indien, sondern u m Indien in dem näßeren Orient vor sich gehen und wird, mit ob« ohne europäische Kompllkatiinen, d a i Mittel­meer zur Dasis haben.

Der nahe Orient bedeutet ab« vor allem Den Islam und Die Teilnahme dieser islamitischen Völk« an Der Emanzipattonsbewegun z g'gcn öle weiße Vorherrschaft ist vorerst nun im MiUel- meerbeden aktuell geworden. Don Mekka und Mc-ssul bis Melilla wird gegen Den Stachel Des Abendlandes gclötL Ich fpnxß einen Spanier, Der Das R i f f - G e b i e t und die Kämpfe dort aus eigen« Anschauung kennt. Er war erschüttert üb« die nach sein« Meinung vollkommene Aussichtslosigkeit dieses Krieges für sein spanisches Heimattand. und « befürchtete einen verhängnisvollen Prestigeve lüft te- w is>oaRasse. Der sich schon in der nächsten Zukunft in seinen ganzen Auswirkung zeigen wird. Immer Wied« betonte «, Daß diese Kabylen, ganz nach japani­schem Vorbild, sich bewußt Dct europäischen Tech­nik bedienen, um sich die Unabhängigkeit zu er­kämpfen. Ich hörte Beispiele Dafür. Daß Frank­reich aus mißverstandenen und allzu engen politischen Gründen den Kabylen bei dieser euro­päischen Kriegsausrüstung hilft.

Der Kampf geht weder in Nordafrika noch auch in Asien gegen diese oder jene Macht. er geht gegen Die weiße Rasse, und auch Der mo­derne europäisch gebildete Orientale wirD mit seinem kulturellen Fortschritt in diesem Haß nur noch fanatischer. Man muß diese Ta^ache im Auge behalten, wenn man die MelDa-igen üb« die Dorgänge in Aegypten und Arabien. Die Forderungen Des nationalistische Aegypten und die intransigente Haltung Der Türkei in Der Mos- fiHftage lieft.

Die Wahablten, die jetzt in Der heiligen Stadt Mekka sitzen, find ein Mittelding zwischen Stamm, primitivem Staat und Sekte, vielleicht Dem ursprünglichen Purttanertum vergleichbar aber ab« auch Dem ganz frühen kriegetischen Islam, Der aus Arabien zur Eroberung ein« Welt vorstoßen konnte. Die Engländer müssen Die waha- bitische Avion Deshalb so ernst ansehen, well sie gleichzeitig mit den antienglischen Bewegungen in Aegypten und Vorderasiea erfolgt und weil nachgewiesenermaßchr auch D« große. 72 Mill, englischeUntertanen" vertretende indische Mos- limsverband mit Ibn Seid in Verbindung steht. Zum «ftenmal in Der neuen arabischen Geschichte scheint sich eine gewisse Einigung D« ver­schiedenen bish« In ewiger Fehde lebenden Stämme anzukündigen und gute Kenn« Des Orients versichern, baß jetzt erst Die geduldige jahrzehntelange Prvpagandaarbeit Der Senussi zu reifen beginne, lieber Den Umfang und Die Wirksamkeit dieses geheimnisvollen Ordens hat man sich täuschen lassen, well der 1914 erklärte heilige Krieg" so offenbar versagt hat. Ab« Die Oberleitung der Senussi Hit von dies« Erklärung Des heiligen Krieges eben niemals «was wissen wollen und einflußreiche mohamme­danische Kreise außerhalb Der türkischen Regie­rung sollen diesen Aufruf ebenfalls als verfrüht und deshalb schädlich verdammt haben. Das Pro­gramm Der Senussi braucht Zell und wenn Der Orden auch den Geist DeS Hasse« und der inneren Empörung überall in der mohammedanischen Be­völkerung mit allen Mitteln schürt und zweifellos stets auf dem Laufenden üb« alle Zwischenfälle und auch Morde ist. so sind gerade die Senussi immer sorgsam darauf bedacht gewesen, es zu keinem ganz schweren Zusammenstoß mit ein« europäischen Macht kommen zu lassen, bevores so toert ist".

Die Senussi warten auf die einmal kom­mende europäische Selbstzerflel- s ch u n g, deren ersten Akt sie im Welt­kriege mit ingrimmig« Freude schon «lebt haben, und deren Fortsetzung fi? von der eng­lisch - f r a n z ö s i s ch e n Rivalität «hoffen. Sie warten fern« auf eine größere Dertraut-

Gymnastiksysteme und »schulen noch n ch: b fiben. Ansätze dazu sind gewiß überall vorhanden und zu begrüßen, und es g bt auch b re ts Gymnastik- schulen, die Entspannung nicht wie die Schule Schmnann-Grundmrnn m t Schlaf h it verwcchs In und die auch d e 2ltemfunLtonen richtig verstan­den haben. Die gezeigten Atemübungen trafen nicht das Wesentliche dies« Finkt on. und zwi­schen Atmung und Dewegung n bestand auch bei den übrigen Hebungen nicht der natürliche Zu- sammenhana bis auf einzelne Kinder, die ihn sich unoewußt und von Natur aas bewahrt hatten.

Zu den allzu häufig gezeigten Entspannungs­übungen wäre zu sagen, daß ihre Schlasssellc aus jeden von falschen Ueberlegungen unbeein­flußten Menschen einen überaus unsympathischen Eindruck macht, der auch körperlich-psychisch deut­lich im Sinne einer Erschlaffung der AlmungS- organe fühlbar wird. Derartige Schlaffheits- Übungen können sogar bestimmte Krankheit« großzüchten. Kein Tier in Der Natur WirD je­mals laufen oder sich bewegen lassen wie ein schlaffer Leichnam, wie es in Den Hebungen gezeigt wurde, und unnatürliche Beweguna«- mittcl. die im Leben und in der Kunst nicht vorkommen, soll man niemals üben. Don einem als Einheit zu faßenden gesundheitlichen, erziehe­rischen und künstlerischen Standpunkt aus gibt es bei weitem wertvollere Hebungen und Aus­führungsmöglichkeiten der gezeigten Hebungen, als sie unter .gesundheitlicher und rhythmisch« Gymnastik" vorgeführt wurden.

Hingegen waren bei den Kindern und jungen Mädchen viele richtige Bewegungen im II. und III. Teil (.künstlerische Gymnastik4. .künstlerischer Tanz"), zumal sie von Natur auS oft vielBe­gabung mitbrachten. Am meisten erfreuten die

2 Tanze von Schubert: Dalz« und Moment

musical, auch der Hexensprung und das indische

Geb« sind zu erwähnen. Die Tänze ließen aller­dings auch deutlich die Gefahr erlernten, daß echte natürliche und beseelte Bewegungen durch falsche Schulung in schön und graziös aussehen wollende. veräußerlichte Bewegungen umgebogrn werden tonnen. Da im einleitenden Dort rag an die Hnterstützung Der Aerzte und Erzieh« appelliert wurde, so ist zu sagen, daß Die De- strebungen Der Gymnastikschule durchaus zu be­grüßen sind, und daß ernstlich dort gearbeitet wird. Aber bei Der Wichtigkeit der Dildungs- aufgabc mußte auch ebenso auf grundlegende Irrtümer aufmerksam gemacht toerDca eL

t e i b t g u n g läge, well dann bet Streik ra­scher beendet werden könnte, hätten sich die Mitglieder des PartetovrstanDeS Damit einner» standen erklärt Zeuge Wulchik sagt weiter au«, unter Den Arbeitern habe damals Stimmung da­mals Stimmung Dafür geherrscht. Den Gestellungs­befehlen nicht zu folgen. Der Abgeordnete öoert habe aber gesagt, solchen R a t könnte er keinem geben.

Der nächste Zeuge. Der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Richter, sagt auS, Ebert habe damals ausdrücklich erklärt, her Parteivor­st and würde unter keinen Umständen in die Streikleitung eintreten, wenn mit diesem Streik politischcForderungen durchgesetzt werden sollten.

Hierauf wird die Sitzung abgebrochen, weil das Gericht sich nach Derlin in die Wohnung des Reichspräsidenten begibt, um dort den Zeugen Syrig mit dem Reichspräsidenten zv konfrontieren. Diele Gegenüberstellung hat gestern um 5 Uhr nachmittags in der Wohnung des Reichspräsidenten in Anwesenheit de« Ge­richts. der Verteidiger und des Abg. Ditt­man n ftattgefunDcn. Die Vernehmung zog sich bis 1 2 * «9 Uhr hin. DaS Protokoll wird in dev Gerichtssitzung in Magdeburg heute. Donnerstag verlesen werden.

Steuerreform und Finanz­ausgleich.

Derlin, 5. Dez. (Prtv.-Tell) Don gut» unterrichteter Seite schreibt man uns: Di: N u- rcgclung Des St.verwesens und Des 5btJi3<M3» gleich- muß alsbald in Angriff genommen werden Dazu zwingt schon die Netwenöigke.t. Di? in der II. Steuernotverordnung vorgesehenen Voiauszah- hingen auf Die Einkommen- und Körpers chasts- steuer für 1924 irgendwie in eine cndjültigc Re gelang überzuführen und Die Form die er S cjc n für 1925 zu best mmen; ferner der Umstand. Daß der zur Zeit bestehende Finanzausgleich mit dem 31. März 1925 aßläuft. ES liegt im Dringend en Interesse nicht nur De« Reiches, sondern auch der Länder und ©emernden, fotxild wie möglich Klarheit über die Neugestaltung zu bekommen. Es ist nicht au verkennen. daß die Frage Der künftigen Gestaltung der N?ichsstenein vor allem der Reich«einkommen- und Ki rpcr- sch^stssteu« Schwierigkeiten bietet, weil die Wirtschaft sich noch in einem Ucbergang«- stadium befindet und ihre Lage und künftige Entwickelung schwer zu beurteilen ist. Trotzdem erscheint es nunmehr. iwhdcm die Währung stabi­lisiert ist und die Reparati mslciMn en fe tstehen, durchaus möglich, Die Grundlagen zu e.ncr syste­matischen Neuregelung des Steuer­wesens und DeS Finanzausgleichs zu getoi tnen wenn auch Die finanziellen, zah ermäßigen Aus­wirkungen unter Umständen spät« zu Korrektu­ren in einzelnen Punkten führen fomien. Auch der Umstand Der Reichstagsauslbsung taur Den gegenwärtigen Reichsminister Der Finanzen nicht von Der unaufschiebbaren Aufgabe befreien, ge metnfam mit den Landesregierungen ein Re­form Programm Derart vorzubereiten, Daß Die etwa neuzubildende Reichsreg.erung eine Grund­lage vorfindet, welche sie in Die Lage versetzt. Dem Reichstag noch im Januar 1925 eine Gesetzes­vorlage zu machen.

Die berufsständische Iusammensetzung des hessischen Landtags.

(Don unserer Darmstädtcr Redaktion.)

1. Sozialdemokratische Fraktion (26 M'tglicder): 7 Partei- oder Gewerkschafls- angestellte. 3 Bürgermeister. 3 Beigeordnete. 2 Handwerksmeister. 2 M n st r idivon 1 Staats­präsident). 1 M nisterialrat. 1 R d rkt ur. 1 Di­rektor eines Arbeitsamtes. 1 Pros ff r. 1 Rechts­anwalt. 1 Lehrer, 1 Arbeiter, 1 Gastwirt, eine Hausfrau.

Wohltätiqkeitsanfführnng der (^ymnastikschnle

Echnmann-Grundmann.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht und die Aufführungen wurden ml r ichem Betsill belohnt Es forsch daraus durchaus d «Jntere'se und die große F cude, die man hat wenn man die jugendfr.schen Kind« von D kennten, freunden und die eigenen sich bei Gymnastik und schönen Tänzen bewegen ficht. Es ist eine Erlösung für unsere Zeit, wenn allmählich immer mehr die Erkenntnis aufgebt, daß der W-r: Drf Menschen nicht in dem im Kopfe auf gebauten W ssen liegt, sondern in seinem wl:ll.chm lebendigen W ien, wie es sich in der Körperhaltung, in allen Be­wegungen in der Stimm? in jedem Augenblick äußert Wo Goethe von D Idung spricht, m int « den in diesem Sinne wohlg-b IDetm Menschen.

Der ci-l? t nde Vortrag von graulen Nelly Knapp? stellt: ähnlich: schr hohe und erstrebens- werte D'ldungsziele auf. die aber nur erreicht werden können von einem wirtlich tiefet ein­gedrungenen Wissen in die Leb nsvorgänge ba Wenschennatur aus, wie es die heute »«breiteten

< imllchen Kriege, vorbei am R l f f. cm Aegyp - n und an der Küste der shris chen LanDer.

3itcrdfant war diese Fahrt nicht nur durch die jjpen Landungsstunden in Den verschiedenen afri- imschen und asiattschen Häsim. sondern auch durch te internattonale Reisegesellschaft, die im mittcll- iucn Beieinander dies« Tage Die in die Zukunft eisenden politischen Probleme des gart^on Mittel- icerbeckenS so recht vor Augen fldltc und zu chendigem Dewußttein brachte

Warum schauen Die Italiener stolz, ab« tch mit einem gewissen melancholischen Ingrimm uf ihre grauen und schwarzen Schlachtschiffe? Dell ihnen gerade in letzter Zeit wieder llar- ^Dorden ist. Daß DaS Mittelmeer, daS ihnen «ch allen Gesetzen Der Geographie und Der Ge­wichte a« Häupter Den zugehören müßte, feft« »an je unt« Der Kontrolle Der beiden alliierten end Doch rivalisierenden Mächte England und gcanf reld> steht. Für DaS neue Italien DussoliniS ein sehr bitteres Bewußtsein, ab« i«s neue Italien resigniert ja nicht. Es bereitet sch emsig unter Der Führung feine« Diktators, Der frer die inneren Schwierigkeiten Doch langsam Herr au werden beginnt, auf Den Tag vor, an cm Die latente Krise im Mittelmeer zu neuen Kitsche idungen reif wird. Träume, Die eilte hinter so manch« italienischen ©tim wohnen, teilen immer mehr auf Das Mi ttelmeer il« mare Italien o hin

Doch es soll hl« wenig« von Dem geheimen vlitischen Ringen Der europäischen Großmächte m Die Beherrschung Des QHittelmeer« gesprochen terDen, Da« immer mehr zu einem scharfen Gegen- ih zwischen Frankreich und England führen maß. itit anderes Problem. DaS freilich mit Diesem degensatz in eng« und folgenschwer« Verknüp- tjrrg steht, ist es. da« wir Diesmal in sein« ganzen Mxutung und Tragwelle erkennen konnten. Die .Leitungen meldeten ht jedem Hasen von Den bchwierigkeiten In Aegypten unD Die Reise- ^«llschaft aus all« Herren Land« formte Diese Nachrichten in Den rechten Rahmen stellen und eqönzen. Jmm« wieder wurden wir In Ge­stochen aus Die Wahrheit eines kürzllch er- liiicnenen Buches au« amerikanisch« Fed« bin- «rwiesen: .The Rising Tide os Calor", Die sicigende Flut Der farbigen Mensch­heit SS Ist verständlich daß dies« Amerikaner ort seinem Standpunkt auS crlS Kräftezentrum ler farbigen Menschheit heute Japan und khina ansieht, und daß « Dtm Diesem Zentrum lu« vor allem Den Einflußbereich Des weißen gelsächsischen NkarmeS m Amerika und Xu prallen bedroht sieht. Ab« es scheint ja icht nur das .gelbe Asien erwacht zu sein, .ti, sich aus Den Kampf gegen Die weißen Usuo- \itoren des Erdballs vorzubereiten, auch Die 'Be(t De« braunen Mannes ist feit (dn- xlxt Zeit in ein« tiefen Gärung begriffen, fic nun heute nach Den Ereignissen im HeDjas mb vor allem nach Den Schüssen auf Den Sirdar richt mehr geheim Heiden kann und will. Heber- c!l find Die ersten Funken Des schwelenden Bran- keS aufgeflammt.

Die Welt des braunen Mannes, um Dieses pesamlbczeichnung zu gebrauchen, umfaßt vorn razifischen bis zum atlantischen Ozean im nahen irt> mittleren Orient and in einem breiten Gürtel ttvch Asien and Vorderafrika reichend etwa 450 Millionen Menschen, davon 300 Millionen allein bi Indien. In England hat man allmählich be= «rÜfen, daß eine »indische Frage" besteht