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rir. 265 Zweites Statt
Frankreichs „Gottesstreiter" in der wetterau.
pilder aus der Zeit von 1635—1797.
von Prof. Ferdinand Dreher (Fnedberg).
.Wann j.-mals h bei w r u.rscr Gebiet zu vergröbern ge ireb ? Dann jemals hab.n wir daran ^,e. acht, die F ei- heit eines Volkes »anzu.asten oder ein Gebier gegen ie.i Willen seiner Bevol.e- xung zu beanspruch. n?°
(P incarö
am 24. Mai 1923 in der Deputierten- lanrmer.)
Die in unserem heutigen Sch.-lunterricht nur ^fiefmütterlich b-dachte Orragechchra ist ein un- , tb hrl ch s Hilfsmittel, um b.i em her nwach- ' tteen G-. schlechte an Hand ane fhar.w Ve spi"Ie «s der nächsten Umg bang dea K nd.s t.es re> «ckchchtlich:s Drrckt..n nis z.' erwecken Dem dealst) ri Dole muß- dc.s n derT'er rung nhe t^rl.tt ae tn Weg finden helfen, die Leiden der Gegendart zu lvagen. festzustehen und an innerer Kraft p erstarLen für die Zukunft.
Leit länger als einem Jahrtausend verfolgt Frankreich die Vernichtung Deutschlands als letztes Ziel.
Dachfolgende lose Blätter aus der Gesch'ch e ton Frieddevg und der Wetteraar sind alten Eh.o- «len entnommen, eine flammende Anklage gegen Frankreich, den ewigen kliK-enfried Europa-
Am 8. September 1870 erklärte die „Daily Actos": „Frankreich hat sich stets in Deutschland «mgemischt. Es roar nicht d.e eine oder andere Tefl.erung, sondern dis gan e frLxzösische D.lk iin Krieg für den Rhein war stets »olkstümlichundwirdesimmersei n."
Di cker F stt eltung t.n P cph eiung stimmte der große schottische Geschich-tsphiloso h Thomas larlhle in seinem leruhmtrn Briese an de .TimeS" vom 11. Rovember 1870 rückhaltlos zu: ,-teine Ration Hal jeeinen so schlim- eenRachbar gehabt,wieDeutschland an Frankreich; schlimm aus jegl che Art: frech, »cuberifch, unersättlich, unversöhnlich und an- Snffslustig."
Wegen seiner Lage an der g oßen Heerstraße ton Frankfurt a. M. nach der Weser war Friedberg bei fast aller Angrif sl ieg n K:xrnkretcchs gegm Deutschlano „der Tummelp. h ton Scharmi^. In und größeren Gefochten und in besten Falle unaufhörlichen Durchmärschen vrsge setzt."
3m 3 0jährigen Krieg (1618—1648) rucde die Freie Reichsstadt Friedberg viermal blagert und mußte 3 € türme und Plünderungen über sich erg^-hm lassen (1634, 1610, 1615, 1647). fle g ldene Wetterau, vordem ein lusti, Para- his, jetzo erfüllet mii Feuer, Rauch, Dampf, eine trostlose Einöde voller Hecken und Sträucher, Seinen und Disteln. 1635 schim es, als wollte itr Kr egsbrand erlöschen, aber das raubgie i e Frankreich entfachte die Feuer der Kriegsfurien pr neuer Glut, und „das weiland schöne und beliebte 'Friedborg ward wüst und wie eine Witwe"
für Nichtmit- 5 Mk. gegen •walterRitter.
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(lt40). „Dlut, Mord, Schänd und Drand, Leid v.b Geschrei, daß eS in und durch die Wolken erscholl." Ein von weh an Hunger toller Wolf -v'.^te fch im Januar 1630 bis in die Ufavorst adt. 'Andere zerr fren im Khruar 1643 am Mainzer Aw ein Wildschwein. Dvast und Stummer aller- vegen. ilnö so klagte der Frie b.rger Diakonus hritmwnn Streid 1647: „O Cffie te au. Wet er au. ho ist deine alte Fruchtbarkeit? Zerstöret und Vrteeret, verherget und verderb:t ist alles, was biß hiebevor gezieret und erhal en hat. Man siebt allenthalben nichts als Mord und Dlut- Dtnjtcßen.“
Der Raubkrieg Ludwigs XIV., des „(onnonkönigs". gegen Holland (1672 bns 7 ward zu einer harten Probe für die blutleere Wetterau und brachte unaussprechlichen „6 Schrecken und Jammer". Der Dor- itorsch Montecuccolis. Friedrich Wilhelms, des ärrßcn Kurfürsten, und Herzogs Karl 111. von Lothringen 25. September bis 2. Oktober 1672 uri) deren Rückmarsch anfangs Dezember 1672 Sieten „das Land in das Derderben", das Dor- fiel zu einer fürchterlichen Musik, denn im Juli 1673 trafen Frankreichs „G ot tes st r ei - ttr" unter 2u renne ein und wüteten vie- h'h. „Die Leute sind alle aus den Oertern entarten." Die Dauern, „welche ernten oder Heu wichen wollten, sind ausgezogen worden, die 2-cibsleut geschändet worden". Am 2. August 1673 begann Turenne endlich den Vormarsch. Literei, Fußvolk. Artillerie, B.ückentvains. Mu- liüonskolonnen ziehen „mit Heerpauken, Trom- Dttcn und fliegenden roten Standarten" an Fried- xrg vorüber. Tag für Tag, unter „großem Mut- »Il«n, mit Schießen, Stechen, Fluchen, Schelten «0 Schlägen" Am 19. August 1673 stürmte
Seltsame Flitterwochen.
Roman von Arnold Fredericks.
12 Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Ms er sich gegen sie umwa:röte. sah Grace, tob er eine auffallende Aeh -lichieit mit dem «stierten Manne hntte. de.' ihr Die erste Ruch' DQt für Stapleton in dem Zi nmer des Hou es x ter Der ailler Straße geg den hatte. Durand »stete ein kleines Kästchen auf der entggenge- -sten Seite des Zimmers und entnahn ihm ätc lichtgrüne Flasche „Absinth?' fragte Der stiere.
.Jawohl. Eines schadet nichts. Ab.w nimm litt mehr." Er goß das Getränk in ein Glas, auf dem TUch stand. „Denn dir Francois Zeichen gißt,“ sagte er, „gib t du es urüd, gewöhnlich, Damit er weiß. Daß du es ge ehe.a M. Er wird nicht sehr lange in seinem Zimmer arbeiten wollen — aus Furcht, gesucht zu ^rden."
.Sie verdächtig 7N ihn na ürlich."
,3a Er wird schon lange genug beobachtet 7 sobald et aus dem Haus geht. Sie haben lei Zimmer durchsucht und trotz allem nichts BninDen," schmunz.lte er und be am das Ge- teitfe zu schlürfen „Richcs zu finden!"
Der andere setzte sich an den Tisch unb Die ■tfcten plauderte:! lange über ih.e Auchtpläre. •S-mce tonnte nicht alles Höven, ux>3 sie fag.cn; •■kr, soviel sie verstehen tonnte, beabsichtigten 'ne sobald der jüngere Mann Den älteren erreicht l&otie, im Auto Brüssel - ujujagen. Rahe der
Eiehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen)Montag, (0. Novemver 192|
„General Monsieur Pierfiette" Friedberg, schlachtete das Dich ab, erpreßte unter Schlägen Wein, Dter und Geld, schändete Frauen und Mädchen, ruinierte und plünderte Häuser und Scheunen und äscherte etliche Däu ein. Drei Tage später mußte auch die Burg Friedberg kapitulieren. jedoch den 6. Oktober 1673 erschien „eine starke Partey kaiserlicher Stürafficre ohn- versehens", unter Markgraf Friedrich VI. von Baden, und jagte die Franzosen zum Teufel.
Cm S iebenjährigen Krieg (1.55 bis 63) bauten d:e Franzosen Friedberg zu einem festen Platz mit gewaltigen Magazinen aus Seit dem 28. Juli 1757 lesen wir beinahe tagtägl.ch von Truppendurchmärschen aller Art. Einrichtung von Lazaretten und Feldbäckereien, Ankunft von Kriegsgefangenen, Paraden, Exekutionen. Unb wie der französische Kriegsminister Louvois 1689 den grausamen Befehl zur vollständigen Dernichtung der blühenden Pfalz gab. so traf am 21. Juli 1759 bei Marschall Eon lades die strikte Weisung aus Paris ein. aus dem wetten Gebiet zwischen Weser und Main „buchstäblich eine Wüste zu machen", „faire un veritable dösert", allein der Sieg Herzog Ferdinands von Braunschweig bei Minden, 1. August 1759, gebot dem drohenden Unheil Einhalt. Die als „Aktion bei) Friedberg" bekannte Schlacht am Johannisberg, wo Svub.se, d'Eströes und Condä den waghalsigen Sturm des Erbprinzen Ferdinand von Draunschweig abschlugen, setzte Friedberg und die ganze Wetterau in Schrecken. Cs haben „in unserem Gesichtskreis wenigstens 300 000 Dölker gelegen und campiert", alle Lebensmittel wurden aufgezehrt und unübersehbarer Schaden angerichtet. „Wollte der gnädige und barmherzige Gott unsere Rachkommcn keine solche beschwerliche und gefährliche Kriegszeit erleben laßen", he.ßl es 1762 in Dem Tagebuch der Familie Leopard zu Melbach.
Jedoch am 26. Oktober 1792 Hub das Fran- zosenelend von neuem an. Oberst Houchard von der Custineschen Armee erschien, stürmte den von dem Hessen-Casseler Hauptmann Mondors, dem Befehlshaber der Salinenwache, tapfer verteidigten Johannisberg und fchlevpte als Herold franzöfifcher „Menschenrechte" für 50 000 Taler Salz von Rauheim weg.
Ein schwarzer Tag für Friedberg brach mit dem 10. Juli 1796 an, als Der französische General Jourdan den ka.serlichen Generalfeldzeugmeister Wartenslcben schraz, der auf Dem Wartberg, unmittelbar südl.ch Der Stadt, in Stellung gegangen war. D.es bitterernste Gefecht bei Friedberg ist auf dem Triumphbogen Rapoleons I. in Paris verewigt. General Kleber setzte die Division Lefebvre bei Ossenheim und Bauernheim an, wähiend d.e Divisionen Eollaud und Donard Friedberg erstürmten. Die Franzosen begingen im Sieg s a.isch schwere Aus- schra langen. Ja, sogar d.e Lieöfra^en.i.che wurde geplündert. „Man macht sich keinen Begriff von allen Greueln der Derwüstung. die man vor den Toren und auf den W.gea sieht", schreibt eia Augenzeuge am 26. Juli 1796. UnD am 29. Juli: „Welch ein Anblick und Geruch von der Menge begrabener und noch unbegrabener Leichen, die ich 2 Stunden lang, von Friedberg bis Okarben, antraf.“
Mit blu'igen Lettern leuchten aus läigft vergilbten vberhessischen Chroniken die teuflischen Der brechen der französischen ©a Liften beim Rückzüge Jourdans vom 7.—9. September 1796, obwohl auf den Fahnen der ..glor.e chen" Republik Die gkeisne rischen Worte ., Frei hei:! Gleichheit! Brüderlichkeit l" prangte t Die Bimtert ä- gcr sranzösi chrr Kultur zerstör en unsinnig Haus und Hof, schändeten unbesehen Fra-nen. Mäde.en, Kinder und meyel.en wie Raubäcve das D.eh nieder. „Unfere Rachkemmenschaf: wird sich n cht überzeugen können, Daß in Der Gestalt von Me i- schen Ge chöpf: aus tem Erdboden vorhanden gewesen, bi? alles Ollewchengef .hl ausgez g n u tD Taten verübt haben, dergleichen in den ältesten und rcheften Zeiten nicht verübt worden und wahrscheinlich, fr lange die Welt steht, nicht erlebt werden." So tautet die gleichze.t ge Riederschrift des Amtmannes Hofmawt von Ridda.
Lind unter dem 31. Mai 1797 hren wir von dem Tieib n des sra zösische t Gene al9 Hoche im Schloßgar en Der Da g Friedberg Di.- Ta el „war so prächtig als die Tadeln der Land s e» wohncr armselig sind . . . Du.gunder und Chtm- pagner belagerten den Ti^ch . . . Es wird f d el Wein r>erfd)üttet, als getrunken, und all dies muß von dem unglücklichen Lande bezahlt werden."
ülebrl zerzaust, verschuldet, nur 356 Häuser groß, mit 2017 Köpfen, fiel die Reichsstadt Friedberg 1802 (Reichsdeputationshauotschl. ß) an Hessen-Darmstadt. 1806 ging oui) Li: Re.chsbu g in den Be itz des Großherzeg ums He'sen (Rhein bundaktc). Wäh-.^end der se erlichen Heber ,abe, am 12. September 1803, stand eite Äom-?agtie des 16. kaiserlich fvanzösischen leichten J-nfanter.e- Regünents in Parade.
Den Donner der Schlacht bei Hanau (Rapcleon I. gegen Wrede». 30. 31. Ok:vber 1313, horte man bis über Friedberg hinaus Schlag für Schlag, aber erst mit Dem zwei et 'Pariser Frieden vom 20. Rovern ter 1815 kam unser geplagtes Vaterland zur Ruhe.
Die schiUernde franzöftsche Seifenblase war zerplatzt. Das verlocken.e Ph.afengeliingel von Recy:, Fre heit, Menschenwürde, Fr.eden und Dölke beglückung. mit dem Die „grande Nation" noch heute krebsen geht, hatte sich als übelfter Lug und Trug entpuppt.
Auch R a p o l c o n III. entsann sich der altbewährten Rattenfangermelodie, als er 1870 an Preußen den Krieg erklärte: „Wir führen nicht Krieg gegen Deutschland, dessen ilnabßänglgtcit wir achten."
Ebenso zog man 1914—18 angeblich .nicht gegen das deutsche Dolk in den K ieg. sondern einzig und ahein g gen den preußischen MilUacts- mrts", um durch e ne allg meine Abrüstung das gcloenc Zeitalter des ew.gen Fr v)ens herauf a- führen.
..Frankreich, einst Der Gottesstreiter, heute Dortainp,e. der Mi.nfchlchke t tu. ti hin V n, e • träger der 3b.ale — so b ülit. „de T ger" Cle- menceau am 11. Rov.mber lyl r> n oer französischen K.immeitribane auS in die Welt. —
Deutsches Dolk. toirft da durch tausendjährigen Sch.rden n.chl klug ?
Jede deutsche Dorfchronik bestätigt D o l - taires Urteil: „Sie wis en nicht, daß es im Grunde keine grausamere Ration als die Franzosen gibt! M n chenfresserische Hanswürste! Halb Tiger, halb 2Iff.nl“
Dir Deutsche wer.en nur dann jeder Gefahr und Hinterlist gewachsen fein, wenn wir uns stets die bitteren Lehren der Geschichte vor Augen halten und Ernst 2Horiß Arndts imftc.bl che M hnung b:l:er igen. „daß ein Dolk. das frei sein will, nicht unterjocht werden tonn, wenn es Gerechtigkeit. Mäßigkeit, Bescheidenheit, Frömmigkeit, Tapferkeit als Die schönsten Zie den lehrt und b. wahrt."
Vie gesundheitlichen Verhältnisse in den Gietzener Volksschulen.
Auf die schweren gesundheitlichen Echiidi- gungen der Dollsschu jug-end währen) des D er- jähr gen Döllerkri g^ hier noch einmil einzu- gehen, erübrigt sich: in zahlreichen ärzt ichen Berichten sind die verheerenden Wirk ;nge i, welche die langjährige Hung rblockade unter De i deutschen Schulkindern anrichtete, bereits eingehend b schrieben und erörtert worden Die ärztlichen Feststellungen zeigen, daß der Plan unserer eben o zielbewußten als graufamei Feinde, das deutsche Dolt in seinem Rach wachs bis ins Mark zu treffen, nur allzu gut gelungen ist.
Die haben sich wm die gesundheitlichen 2kr- hältnisse unserer Dolksschullinder nach dem Kriege gestaltet?
Die von mancher Sette gehegte optimistische Auffassung, die kindliche Elastizität werde mit der Besserung der Ernährungsverhältnisse die traurigen Kriegs!olgen bald überwinden, hat s.ch keineswegs erfüllt. 2Dährend die Erwachsenen sich verhältnismäßig rasch erholten und d e während des Krieges eingetretenen Gewichts.:bnahinen im allgemeinen wieder ausglichen, hat die Zahl der Llnterernährungen in den städtischen Volksschulen mit dem Kriegsende keineswegs abgenommen: sie weist sogar eine nicht unbeträchtliche Zunahme auf.
Dieser Unterschied in der Toleranz gegen Er- nähiungsstöiungen zw scheu Erwachs nen unoKin- deim hat nichts äleberraschendes. Es leuchtet ein, daß der noch im Ausbau begriffene kindliche Körper durch eine langanhaltende Unter-ernäö- rung viel nachhaltiger getroffen wird, als dies bei bereits ausgewachsenen Individuen de. Fall ist. Dir wissen weiterhin, daß sich Ernährurgs- schädig ungen um so intensiver auÄtDirRm, in einem je jngendl che en 2Itter das davon betraßere Individuum sich befindet, und daß eine schwere Unterernährung in frühester Jugend ihre unverwischbaren Spuren bis ins spätere 2llter hinterläßt.
Aber nicht nur durch den — gegenüber der Vorkriegszeit — wesentlich verschlech'.er e.i Ernährungszustand machen sich die Kriegsfolgen noch heute in der Dolksschule bemerkbar, sie treten auch durch die gehäuften Fälle von Schul- a n ä m i en und rachitischen Veränderungen sowie durch die beb nkiiche Zunahme der Skrofulose und insbesondere der T u - b e r k u 1 o 1 e deutlich zutage. Richt zum wenigsten sind die in einen viel größeren Umfang als früher fcstzust lienten Wnbels. ul Derbiegungen auf DaS Kriegsfolgenlonto zu s-tzen: sie mahnen an eine baldige befriedigende Lösung der Sub- fellienfrage in den Volksschulen, an die in Den
Grenze würden sie es zurückla'sen, andere Der- HeiDungen anlagen und die Grenze zu Fuß üb.r- schreiten. Einmal in Belgien wurden sie sich ganz sicher fühlen.
Es mochte Mittag sein, als der ältere Mmn seine Verkleidung anlegle und das Haas red eß.
Grace be bachtete Den andern, wie e seinen 2ll»sinth fer.igtrant und eine Z ga ette an leck e. 2hm ging er zum Liegesofa hinüber, warf sich Darauf und schnarch:e bald laut
Der lange, h.iße Rachmitlag schlich dahin. Giace lehrte sich an die Wa id des K ei ersch an- kes -uriick, von Der spannenden Erregung ihrer Lage wach geholten. Das 2kr ted war eig und schwül. Sie war matt vor Luftmangel und vor junger. Zeitweise nickle sie ein, dann fuhr sie mit jähem Ruck auf und stand zitternd vor 21-g t, ein Geräusch verursacht zu haben, daZ die Ausmerk am leit des Schläfers erregen konnte.
Rach einiger Zeit begann das leise Jammern Des Kindes wieder, erst schvach und we aus Der Ferne, Dann stärk, r bis Die w.n e i.chen Ruse „Lassen Sie mich heraus — so l -ffe.i Sie mich doch heraus!" von etiem Or e ga iz nahe rechts von ihr zu kommen lchienen.
Endlich weckte das Jammern bei Sandes Den schlafenden Mann. Er brumm-e einen Fluch und erheb sich, gtig durch das Zimmer und tarn and Lickt. Grace horte ein leies kratzen eö Geräusch wie von einer Wandtür, die zurückgezogen wurde und plötzlich erschien Der Marn wiever mit dem Kind, Das um Brot urd Milch bat
Rachdem es gegessen hatte, gab ihm Der Mann ein Buch mit grellfarbigen Bildern, um
es zu zerstreuen, und lag rauchend auf Dem Bett. Ter Knabe faß auf Dem BoDen und sah die Bilder an.
Ein- oder zweimal wollte er sprechen, aber der Mann wies ihn scharf zur Ruhe. Rach Sonnenuntergang hörte man Tritte auf Der Treppe und plötzlich wurde der Knabe rasch nach seinem Bcrsteck gebracht und ihm mit Strafe gedroht, falls er schreien sollte.
Es war ein Modell auf der Suche nach Arbeit. Der Marm sprach barsch mit ihm und sagte, er habe alle Modelle, die er brauche. Rach- tem 'es gegangen, ließ er das Kiird nicht mehr heraus: er saß lange Da und las
Endlich stand er auf und nahm das kurze schwarze Rohr vorn Tisch. Me Grace sah, war es eine elek.rische Taschenlampe. Er ging zu dem breiten Drpp.lfemster hinüber, das nach RorDen ging, und setzte sich auf die Brüstung Das Fenster stand auf und das Zimmer war unb.leuchtet.
Grace drückte die Tür des Schrankes ein wenig auf, um besser zu sehen Das Fenster lag ihm genau gegenüber auf der anderen Seite des Zimmers. Sie t mnte Die unbeweglich? Gestalt t-cd Beobachters sehen, die schwarz gegen den abendlichen Himm l abstach. ®egei Rorden zu brannten viele Lichter — die Lichter in den Häusern gegen die CHamps tAhs^es und den Triumphbogen zu
Einige Minuten blickte fe über die Schulter des Mannes weg und warte e auf das Zeichen, das ihnen beiden, ihr und Stapletons Knaben, die Erlökung aus ihrer langen Gefangenschaft bringen würde.
letzten 10 Jahren auS Geldmangel n.cht heraa- getreten nxrDen konnte
Daß diesen traurigen gesundheitlichen Verhältnissen unserer Dottsschulkini.'er mit aller Energie entgegengearbeuel tverben mufk liegt auf der Hand .S g -hört d eZ zu l cn vornehmsten Aufgabe.« deS Staat.s und de Stadt v Ebenso llar .st es aber auch. Da*’ alle damit verknüpften Ausgaben c ne erstklas ige Kap'lalanlag Dir- stellen, welche sich, an richtiger ct le ange ranol auf das beste rcnt.crca we den
DielcS ist in Den letzten Jahren schon zur Ertüchtigung Der Dollss.. atju; nd ; flc e t. es genügt aber noch nicht. D Der Nisse zwing *n immer uiti>er zu neuen For. r. an i n -tei der Bekämpfung Der irr i.:erbr?it.ie:i Unterernährung unter den Dolkalchuck a.el i hat Die Quäkerlpeifung zw ifeilos seh. ir.rtvelleD.e ist« geleistet. In Gie* en nimmt über ein Dii tel sämtlicher DollschallinDer an Duier ..usay- speäung teil. Aller Te.ürftigt i. i t aber dadurch noch nicht Rech.u ig getragen. Es i t Daß r schulärztl cher rits zu forcc.n. Da* i d m t i i J c unterernährt, n Kinder Di. e Spei ung erhalten, und Das’, sie n unc t ich n -ch auf lm . ie Ze.t durchgeführi wird: nur unter D et:' Um- ständen l nn f ch.en Zweck ra rk.iH erfu-len.
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ihr unvcrgleichiich s L.eb.swen u Dank.» ver» uns ihre bereitwillige Hilfe i i ich ver ten . e ien war. so dürfen wir uns Doch keiner Ueaer- schätzung der Erfolge Der Qu iteesp. :funa bet Kindern wen-.g i ns in ihre, s ittzerageir Form — ßingeb.n Si: geb tene Rahrang enthielt Wohl geniäg.nd Krlar.ei sie war aber zu arm an Vitaminen. Za beanstanden ilt nach. Daß d e bei der Schullpe. ang v r b eichten ftl i- stosshalt igen Rährmiti el (U>i M.lch, F eisch) schm jahrelang ausschließlich in Kons r.eiform gegeb’n iverden. GC lag Des an Den et erig'.i w ilschastlichen VerDültnisstn. He ile ließe sich schon besser 2lbh lf? schaifen
Durch Die allgemein rerschckechterten sozialen Verhältnisse iß Der Reinliatle tszustand in Den hiesigen Volksschulen — entsprechende Beobachtungen wurden auch anderwärts —
gegenüber der Vorkriegszeit me lbar^zu ü igegangen. Unter diesen Umständen läßt'es sich nicht umgehen. Daß die Schulbäder wieiXr mindestens in dem gleichen Umfange wie vor dem K.icge Durchzesührt werden. Hi >r-.n zwing', schon Die starke Uebersullung der Schalckasten mit der Damit verbundenen htzgienifchen Mißständ-en. Es ist Doch zu berücksichtigen, daß die reinlichen Kinder ein Anrecht Haden, nicht dvrch unfaubera ONilschüler- in ihrem Wohlbefinden gestört ,zu werden. Gegenwärtig baden nur Di’ d.ei bis vier obersten Kla'sen von zw i Volksschulen im Volksbad Alle übrigen Klassen beteiligen sich überhaupt nicht an den Schulbädern. Die Folge Davon ist, daß in den nicht badenden Klassen neben der Unreinlichkeit manche ansteckenden Hautausschläge (wie Impetigo contagiosa usw.f gegenüber der Vorkriegszeit wesentlich ^genommen haben.
Eines Ausbaus bedürfen die zur Entlausung getroffenen Einrichtungen. Es sind fernerhin bei der beträchtlichen Zunahme der Skrofulose und Rachitis in den hiesigen Volksschulen DU Schulsolbäder in einem möglichst großen Umfang durchzuführen.
Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen. Daß in Gießen zwei ebenso billige als wirksame Heilfaktoren, Die ganz besonDers geeignet sind. Den kindlichen Organismus durch Hebung Der Widerstandskräfte im Kampfe gegen die Tuberkulose, Skrofulose. Rachitis und anämische Beschwerden zu unterstützen und zu stärken, noch nicht in Dem Umfange, wie es iß ter Wich'.igke t entspricht, zur Anwendung kommen. Es sind dies die L u f t - und Sonnenbäder, mit deren Einrichtung andere Städte hervorragende Erfolge erzielten, und die neben einer guten Ernährung und einer entsprechenden Lösung Der Wohnungsfrage die wichtigsten Bundesgenossen im Kämpfe gegen die Tuberkulose Darstellen. Vorschläge nach dieser Richtung hin wurden von dem 'Berichterstatter schon an anderer Stelle gemacht.
Einen wesentlichen Rückschritt in der Hygiene Der Volksschulkinder bedeutet die in den letzten Jahren vorgenommene Einschränkung Der freien zahnärztl i chen Behandlung. Es ist zweifellos richtig. Daß es heute einer Kommune nicht zugemutet wetDen kann, auch Den Volksschulkindern besser situierter Eltern freie schulzahnärztliche Behandlung zu gewähren. Aber der Tatsache, Daß ca. 90 Proz. sämtlicher VolkSschul- kindcr eine behandlungsbedürftiges Gebiß haben, muß doch in einem viel weiteren Umfange als dies seicher möglich war, Rechnung getraam werden.
Daß Der Blutarmut, der Skrofulose, der 21»- chitis und nicht zuletzt der Tuberlulose Durch Die allgemeine Wohnungsnot in weitgehendster Weisc Vorschub geleistet wird, ist eine bekannte Tatsache
Run hörte sie den Mann fluchen und sah, wie er sich aus dem Fenster vo.b ug e sein Gesicht war gespannt jxnD u rcheweglih. Er Helt einen Feldstecker vor die 2Iu;en E was spä er hatte er ihn auch schon Weggele,-t. sei re elektrische Taschenlampe crgr.ffen und gab ein Zrichrn in die Dunkelh.it hinaus.
Dies nahm nur einen Augenblick in Anspruch. Im nächsten war er sch n an der Türe und Grace hörte, wir er de r <och'.ü sei im Schloß umdrohte und die Treppen hinabeilte.
Sie schlich rasch zum Fenste und blickte hinaus. Zuerst Lunte sie nichts sehe., als e^ne Unmenge von Lichtern Mit ei. en Gr ff bitte sie Den Feldstecher vor den Tingei und achte erregt den Horizont ab Plötzlich hielt sie :i ei 21 ige/i- blick still. Dann wankte sie mit ei.e n Schr i der Enttäuschung zurück. Weit gegen DU Avenue Kleber zu eii/än^e aus dem Dach stock eines Hauses ein Lra^schein. Ec schien ein ge Sekunden beständig, uickeirnlich und unheilverkünde.d, dann war et verschwunden.
Sie ließ den Feldstecher :u Boden sinken und wankte zuar Tick Das Lich war rü. Si? war eingeschcke s>n_ Dir beiden Man er mürben zweifellos in fütrfz.ha bis zwanz'i Mi u.rn u« rück sein. Und dann — sie schaud:r e bei dem Gedanken, waS dann dem c crauü e.i K nde ge- schehen würde . . .
Da fiel ihr etwas ein. Dichnrds Ge icht e-« schien ihr. und sie fiel bitterlich weinend übev die Fensterbrüstung.
l"F'--rtsctzung folgt.)


