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Landwirtschaft.

Der Ernteftand in Preußen.

In den Mitteilungen der pveuhischen 6ta- Afikfchen Korrespondenz über den Erntest and tn Preuhen hetht eS; Sämtliche in Betracht kommenden Fruchtarten werden mit 2,6 bis 2,9 Messer als mittel) im Saatdurchschnitt bewertet. Der Ertrag an Kartoffeln wird an Menge im ganzen als recht befriedigend angesehen, besser als im Dorfahr, wenn auch nicht so gut oxe 1922, da die Knollen vidfach Flecke und Fäule zeigen, tn besonders feuchten Gegenden bis 25 Prozent. Don Rüben und Kohlarten steht eine reich­liche Ernte zu erwarten. 3n S u 11 e fg e a>ä cf> fen gestaltete sich das Einbringen des letzten Schnittes infolge der feuchten Witterung ziemlich schwierig. Diel Heu ist verdorben oder mufote in beschädigtem Zustande geborgen toerben. Wenn auch vor allem in den südwestlichen Provinzen Preuhens mtt einer starken Einbuh« besonders an Brot­getreide gegenüber den recht zuversichtlichen Äugust-Schätzingen gerechnet werden must, so muh doch gewarnt werden, diese Tatsache zu verall- aemeinern und etwa gar von einer Katastrophe der gesamten Ernte zu sprechen. Die hier gekenn- AeichnetLi Gebiete ungünstiger Erntewit erung si.rd nur AU einem verhättnismähig g ringe'. Teil an dem Gesamtaufbringen der Gäreideernte beteiligt. Der Hauptnachdruck, zumal für den äusterst wich­tigen Roggen, liegt auf den östlichen und mitt­leren Provinzen, und hier vollzog sich nach dem Ausweis der Meldungen der Berichterstatter die Ernte fast durchweg ohne wesentliche Rässe- schüden und in dem erwarteten Ausmaste. Rach vorsichtiger Abschätzung der hier bekannt gewor- denen Schädigungen darf man Wohl höchstens mit dem Ausfall von einem Fünftel gegen­über der diesjährigen Augusd-Schätzung rschnen, d. h. die Getreideernte würde diesmal im ganzen nntb 70 v. H. der vorjährigen sehr reichlichen Ernte auS machen.

Turnen, Sport und Spiel. Einigung zwischen dem Deutschen und dem Oester- reichischeu Schwimmderband.

Seit mehreren Jahren bestand eine Spannung zwischen dem Deutschen und dem Oesterreichischen Schwimm verband, die jetzt nach längeren Ver­handlungen beseitigt worden ist. Der Deutsche Schwimmverband, hat sich bereit erklärt, ohne Ein­vernehmen mit dem anderen Verband keine öster­reichischen Vereine mehr aufzunehmen. Die Oester­reicher haben ihrerseits ernärt, bei ihren Gegen­mahregeln keine Schmälerung des DSD. beab­sichtigt zu haben.

Ein Flug mit 220 Kilometer Stundengeschwindig­keit.

Paris, 8. Oft. (WD.) Der holländische Stieger Dehsendörfer hat, wie das3our» real des Debüts" meldet, unter Ausnutzung gün­stigen Windes mit zwei Passagieven und 250 Kg. Ftocht an Bord die Strecke ParisR o 11 e r = bam in 1 Stunde 4 4 Min., also mit einer

'LE. JUSlS.

vtundengesch windig kett von 220 Km. zurückgelegt

Buntes 2Merlei.

Die neue Herrenmode.

Der Anzug des Herrn bedeutet tm Gegensatz zu der ewig beweglichen, ewig wechselnden Frauen- mode das beständige Element in der Erscheinungen Flucht. Selten greifen hier tiefgehende Aenderun- gen Platz und die ganze Abwechslung besteht in einer Verlängerung oder einer Verkürzung, in einem hinzugefügten Knops, in einer abweichen­den Art des Aufschlags oder in einem oders zwei Schlitzen. Dieser kleine Kreis, in dem sich die Herrenmode bewegt, zwingt sie zur ewigen Wiederkehr deS Gleichen. Augenblicklich nähert sie sich, wie die auf diesem Gebiet tonangebenden englischen Schneider verkünden, mit ihren breiten Aufschlägen auf bem ein- oder doppelreihigen Jackett- und Dbendanzug wieder deutlich der viktorianischen Epoche, und dieser Stil über­trägt sich nun auch allmählich auf die Heber» kleidung. Stil ist zweifellos das doppelreihig« 3acfctt, baä nur wenig von dem des Frühjahrs abweicht. ES ist etwas länger geworden, um so eine Art Gleichgewicht zu den breiter werdenden Aufschlägen hemustellen; die Schalterlinie ist breit und viereckig; die Taille wird nicht allzu sehr betont, aber durch das Schmälerwerden des SchoheS gegen den Saum wird, wie schon früher, ein tonnenföimigei Eindruck heiworgerufen Bei glattem Material werden die Aufschläge besonders breit und lang gehalten, während sie bei der Verwendung von gestreiften oder gemusterten Stoffen zwar auch sehr breit sind, aber etwas höher enden. Für die einreihigen Röcke haben die Männer, deren Beispiel der Mode die Rich­tung vorschreibt, das Gebot von drei Knöpfen ausgegeben, die aber weiter auseinanderslehen als früher, so dast die Linie länger wird. Der doppelreihige Rock mit breiten Klappen wird aus dem besten Material hergestellt, während für den einreihigen auch Tweed und andere gerin­gere Stoffe verarbeitet werden, die aus diese Weise wieder zu Beliebtheit gelangen.

Äiichertisch.

* Amtliche ilrtunben zur Vor­geschichte des Waffenstillstandes des Auswärtigen Amtes und des Reichsarchivs 1918. Auf Grund der Akten der Reichskanzlei, hevausgegeben vom Auswärtigen Amt und vom Reichsministerium des Innern. Zweite, ver­mehrte Auflage. Preis in Pappe geb. 18 Gm. Deutsche Derlagsgesellschaft für Politik und Ge­schichte, Berlin W8. - Die erste Ausgabe des Amtlichen Weibbuches zur Vorgeschichte des Wasfenstillstandes von 1918 erschien ziemlich bald nach der Revolution, erregte in den Wochen ihres Erscheinens das größte Aufsehen, verschwand aber bann, als die erste Auflage vergriffen war, vom Büchermarkt. Es tag für die Regierung nahe, dieses Buch über den Charakter einer impro­visierten und vorläufigen Denkschrift hinaus ri einem Quellenwerk von dauernder Bedeutung zu

erheben. Rach längerer 'Vorarbeit liegt nunmeyr das Ergebnis vor, durch daS dem deutschen Dolle und der Geschichtsschreibung der künftigen Zeiten der dauernde Besitz dieses Buches gesichert bleibt, dem mit Recht die Bezeichnung destragischsten Buches der Weltliteratur" gegeben werden darf. Besondere Sorgfalt wurde bei der Reu Heraus­gabe darauf verwendet, di« sachliche Vollständig- feit der ersten Auflage nachzuprüfen. Hierbei sind insbesondere die Ausführungen und Bean­standungen des Generals Ludendorff be­rücksichtigt worden. Die von Ludendorff vermißten Urkunden sind, soweit sie vorhanden waren, aus­genommen worden. Don neuen Dokumenten sind eine Reihe von Aktenstücken, die den Archiven des Auswärtigen Amtes und der Reichskanzlei sowie dem Reichsarchiv entstammen, eingefügt. Die neuen Dokumente vervollständigen die Samm­lung derart, dah gesagt werden tonn, dah weitere Aufschlüsse aus den in den genannten amtlichen Archiven vorhandenen Aktenbeständen nicht mehr möglich wären. Rcktürlich handelt es sich bei dem Werte nicht um eine Sammlung überhaupt aller Urfunben politisch-militärischen ober tatsächlichen Inhalts aus der fraglichen Zeitspanne, sondern um die möglichst vollständige Erfassung der­jenigen amtlichen Ürfunben, die sich auf die amtlichen Beziehungen der Obersten Heeresleitung zu der Reichsregierung in jenen Wochen, auf die Beschlüsse der Reichsregierung und das ihr amt­lich als Grundlage zur Dersügung stehende Ma­terial beziehen. Rur tn diesem Rahmen konnte Vollständigkeit erstrebt werden, und diese Doll- ftänbigfeit ist restlos erreicht. Eine Zeittafel, ein LlrkundenverzeichniS und ein Ramenrigister er­höhen die Benutzbarkeit der Sammlung. So tritt die endgültige Form der amtlichen Urkunden zur Dorgeschichte des Waffenstillstandes nunmehr in die Reihe der dokumentarischen Deröffent- lichungen ein, mit denen die Deutsche Reichs- regierung seit Kriegsende das Quellemnatertal für die Geschichtsschreibung der neuesten Zeit m beispiellosem Umfange bereichert hat. 3n erster Linie wird es Sache des deutschen Dolkes sein, aus diesen Quellen, die in auch nur entfernt ähnlicher Weise kein anderes Volk besitzt, zu schöpfen und aus ihnen für seine politische Zu­kunft, sowie für die Erfüllung feiner historischen Ausgabe in der Welt Ruhen zu ziehen.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Fahrplanbeschwerden gegen die Duhbach-Licher

Eisenbahn.

Der neue Fahrplan der Duhbach-Licher Eisenbahn liegt jetzt vor. Wie man erwartete, so ist er ausgefallen. Die Strecke Lich Buh - bach hat wieder an Werk- wie Sonntagen hin­reichend Züge. Das Stiefkind Lich Grün­berg hat seine armseligen Werktagszüge bei­behalten und an Sonntagen ruht der Betrieb weiter. Diese Strecke ist eben wegen ihre- Gü­terverkehrs nur die milchgebende Kuh der Ge-

sewchaN, daS Publikum kann nebenher laufen. Die Orte von Lich bis ® tibi berg find Landorte, und da könnte man doch Don der Verwaltung vovauSsctzen, dah sie sich klar sein mühte dar­über, dah für Landleule eigentlich nur der Sonntag Der einzige Tag ist, an dem man sich einmal einen Ausflug erlauben kann, und es daher ein Bedürfnis wäre, dah gerade an diesem Tag einige Züge liefen. Der Ver­trauensmann, auf den man so grafte Hoffnunaen setzte, versagt da leider auch. Unser ländlicher Landtagsvertreter liegt mit seinem Wohnort an dem glücklichen Teil der Duhbach-Licher Eisen­bahn, und da dort auch Sonntagszüge verkehren, fühlt er die Benachteiligung am oberen Teil der Strecke nicht. Die Stadt G r ü n b e i g hat bei früheren Pvotestversammlungen stets durch Ab­wesenheit geglänzt, bezeigt somit 'kein Interesse an der Bihn, Lich hat sich dagegen immer rührig erwiesen und sich der benachteiligten Oe- mcinden angenommen. Zieht die Drriretung der Stadt Grünberg nicht, nun, dann mühten sich die Geschäftsleute einmal kräftig in? Zeug legen damit Züge eingelegt werden. Geschieht von die­ser Seite aus in Kürze auch nichts, oann nehmet' wir an, dah diese es gar nicht wünschen, dah wir bei ihnen eintaufen. Sie Sonntage vor Weih­nachten würden sicherlich viele Käufer nach Grün­berg bringen, sofern eine gute Zugverbindung vorhanden wäre. SKirum mühte die Grünberger Geschäftswelt einmal aus ihrer Reserve hcrauS- tr-eten.

Die neue Verwaltung der Rebenbahn macht sich wohltuend auf der ganzen Strecke be­merkbar, gioftcre Pünktlichkeit ist zu erkennen, die Reinlichkeit in den Bahnhöfen und Zügen ist besser geworden usw., nun mühte sie aber auch in bezug auf Sonntagsverkehr grohzügiger wer­den. Seit Kriegsende verspricht man Besserung, wir können aber nichts davon bemerken. In Kürze wird eine scharfe Agitation gegen diese stief­mütterliche Behandlung der Strecke Lich Grünberg eintreten. Vielleicht gibt man vor­her aus freien Stücken, was wir wünschen. Unsere Parole lautet: 1 SonntagSzug morgens von Lich nach Grünberg und zurück, desgleichen abends. Verbesserung Der Rachmiltagsverkehrs an den Werktagen. Abendzug an Wochentagen bis Queckborn mindestens.

Das von dem Einsender gerügte 03 e r f a a e n des Vertrauensmannes und des LandtagSaoge- ordneten scheint uns doch sehr zweifelhaft zu fein. Uns ist jedenfalls bekannt, dah beide Herren bei dem Kampfe für die berechtigten Fahr- planforderungen der Strecke LichGrünberg immer in vorderster Linie gestanden haben. Dafür zeugen allein schon die vielfachen Artikel von die- ser Seite in unseren Spalten. D. Red.

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