Mtag. io. VNover 1924
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheßen)
Zweites Blatt
Nr. 2 >9
am 14. Februar 1872
übevall auf (5mi können. Nachdem
' ^ngtbot, ^»nbtn «Watt
anderen Seite in diesen Fragen hervor. Präsident Wilson und Lloyd George hielten es für unmöglich, aktiv in die russischen Verhältnisse einzugreifen. Sie tvaren für Verhandlungen mit der Sowjctregicrung. Nachdem der Plan einer Zusammenkunft von Delegierten der Verbündeten nut russischen Vertretern aus der Prinzen- rnsel gescheitert tvar, traten Lloyd George und Wilson sogar ohne Wissen der französischen Regierung direkt mit der Sotvjetoegierung in Der- ’binbung. Don den englischen Staatsmännern trat nur Churchi ll wenigstens für den Fall, daß eine Verständigung mit den Bolschewisten nicht zu erreichen sei, für kriegerische Mahregeln ein. Er beantragte, daß ein Ausschuh eingesetzt werde, der für diesen Fall einen Kriegsplan ausarbeite. Clemenceau hat sich in der Debatte aufs äuherste f ü r ein aktives V o r° g e y e n eingesetzt. Am 25. F.bruar gab Marschall Foch eine Auseinandersetzung in der Frage im Osten, wobei er sich mit auf den Standpunkt! Clemenceaus stellte. 3n der Sitzung vom 17. März wies er darauf hin, das) Polen sich in schwer bedrohter Lage befinde. Hilfe sei dringend notwendig. Dor allen Dingen müsse zur Vorbereitung des Kampfes gegen die Dolschewikt möglichst schnell die Ost grenze Deutschlands definitiv fe st gestellt werden. Das könne schon in der nächsten Zusammenkunft mit Herrn Grzberger geschehen. Wenn der Friede mit Deutschland geschlossen sei, würde man alle Aklionsmittel im Osten Europas wieder gewinnen. Mit gewissen Armeen, wie etwa der polnischen, tschechoslowakischen, rumänischen, griechischen (also den Armeen der Randstaaten), verstärkt durch modernes Material, würde es leicht sein, eine unbestreitbare Aeberlegenheit über den Feind zu gewinnen. Das würde die Kosten der Entsendung einer Armee vom Westen her ersparen. Wie man im Westen den Rhein als Dasis habe, derbes gestatte, in Deutschland zu tun, was man wolle, so brauche man auch eine g atbese st igte Basis, um gegen den Bolschewismus vorzagehen. Vorher müsse aber Deutschland ein Präliminarfnede auf» erlegt werden. In der Sitzung am 17. Märzckam Foch erneut auf seinen Plan zurück, dem Lloyd George abermals widersprach, da Polen vor Hunger sterbe und unfähig sei, Lemberg gegen eine Kohorte von ukrainischen Rebellen zu verteidigen. Man mühte vielmehr versuchen, dis Polen und Ufrainer gütlich zu einigen. Der Oberste Rat versagte daraus dem General Foch die Genehmigung, seine Idee weiter zu verfolgen. Aus den Auszeichnungen geht klar hervor, dah Foch und Clemenceau zu einem V e r- nichtungsfeldzug gegen Rußland im Lause des Jahres 1919 bereit waren Sie betrachteten es als eine unbedingte Pflicht der einzelnen Staaten, im Osten sich für Frankreich ins Feuer jagen zu lassen. Die Kenntnis solcher Pläne sollte den Rumänen, Tschechoslowaken und Polen eigentlich zu»o Warnung dienen, wesen sie sich von Frankreich auch in Zukunft zu versehen haben weichen.
dem Kriege blieb die internationale Atmosphäre vorerst noch zu getrübt, als dah sogleich ein deutscher Plan eines Allgemeinen Postvereins itonimen hätte rechnen
schränlung wirkt das Bild sehr stark räumlich.
Ein Gegenstück zu Großhaus bilden in gewissem Sinne die Sachen von H. Lenz, Erd- Hausen Ging Grohhaus darauf aus, möglichst das Zufällige des Milieus zu ignorieren, so bemüht sich Lenz gerade um möglichst genaue Illustration des Milieus. Seine Dulder sind voll- lommen stofflich bestimmt, und müssen danach bewertet werden. Sie schildern das Hinterländer Baueinleben in lebendiger Weise. Die -Gefahr de'- Kleinmalerei, die bei einem solchen ctofte immer' naheliegt, ist meist glücklich vermiedet. C Fries hat guten Sinn für das Landl chattiiche des Niddertales. Am stimmungsvollsten ist lern „Sommerabend". R. Pfaff liebt es Waldland- schasten in blauen Tönen wiederzugeben, ohne die Manier dabei immer zu umgehen stimm ings- mäfjig am besten ist die Vorfrühlingsttimmung der „Gartenterrasse an der Hcwel . 3 Kod- ding ist mit einem Kinderkopf vertreten. Von C Barn ah ist am besten sein Stilleben in Rot. Außerdem haben noch ausgestellt W Arnold, L Martin W. S ch ä f c r und W. Vieh- mann Unter den Ausstellern vermissen wir leider einig: Künstler, die bei eine: Ueb«r|i*t i,<- das Schasten der oberhejsifchen Male' W- Plastikcr nicht fehlen dürften. Wir hosset bä nädjur Gelegenheit die Möglichkeit zu haben, Werte von ihnen zu sehen. H. O. D.
Vom Hessischen Landesthcgter.
(Eig. Bericht unserer Darmstädter Redaktion.)
Das Drama „Die echten Sede munds" des als Graphiker und Plastiker bekannten Ernst Barlach erlebte, toi? schon kurz gemeldet, am Dienstag bei seiner Erstaufführung im Hessischen, Landes!Heater eine unzweideutige Ablehnung. Das Wesen dieser vollständig wirren Dichtung läßt sich am ehesten noch als eine Wiedergabe von phantastischen Dramen charakterisieren oder als eine Folg: wechselnder Bilder, die unter srch [aum einen Zusammenhang haben und den bunten Jahrmarkt des Lebens darstrllen sollen. Der Ge- samterndrucl ist ähnlich dem, wir man ihn von expressionistischen Gemälden empfängt, die in einem Rahmen eine Reihe von Vi ionen in sich vereint. Auf die Dauer konnten Allegorie and Symbrlil, die Träger besonders tiefer Gedanken sein sollten, das Unvermögen zur dichterischen Gestaltung nicht verbergen. Als in de,n Stücke die Worte fielen: „Wer hat denn diesen Zustand de: Hanswursterei h:.beig.'führt?", macht: sich der Unmut des Publikums Luft, und minuten- lang? Kundgebungen drohten zu einem förmlichen Skandal auszuarten. Am Schluß der Aufführung tourte vereinzelt Beifall geTjaeibet, gezischt oder gepfiffen; die überwiegende Mehrheit des Pw» blilams jedoch verlie" teilnahmlo- und licytttch gelangweilt das Theater. An Inszenierung und Darstellung war viel Eifer und Arbeit cvahrza- nehmen; es ist bedauerlich, dah sie an bwleS Drama verschwendet wurden. O. B.
hWuttB lul QUSge: .„„02$ Lllee^ Nt et sten,d. 'menheis
Fünfzig Jahre Weltpostverein. Don Prof. Dr. R. Hennig.
Am 9. Oktober wurde der Weltpostverein, Heinrich von Stephans glänz r.dste, unsterbliche Schöpfung, fünfzig Iahe alt. Di? internationalen Pvstverwaltungen haie.i die es Siebiläum schon aas dem Wellpostlongreh in Stockholm im Sommer ds. Zs. gefeiert und dabei Stephans mit befonceid herzlicher- Dankbarkeit gedacht. Gewiß war Stephan nicht bec Einzige, der sich um die Verwirklichung des Gedankens einer die gairzr Welt umspa inenden Pvstgemeinschaft Verdienste erworben hat, oberer hat die Organis ation erdacht, nachdem er als unermüdlicher Vorkämpfer der Idee seit Zähren gewirkt hatte, und was der Weltpostverein heute ist, darf ma i im rollen älmfa ig als das Vermächtnis Stephcmschrn Geistes bezeichnen.
Es mag kein Zufall sein, dah der grohe Plan von Deutschland ausging. Hatte man doch sein 1830 bereits in deurscheu Landen praktisch erprobt, welch: ©egt unge.i ein rach einheitlichen Gesich spunkten verir-alteter Pvstverkehr mehrerer Hohritsg biete mit sich bracht.', nach.'em vorher jedes Ländchen seine eignen möglichst komplizierten Posttarife ausgestellt hatte, denen sich dann womöglich noch die Thurn- und T a x i s s ch e P v st als Konlurrenzuntrrnehmen gigenübrrstellte. Die vortrefflichen Erfahrungen, die man mit dem sechzehn deutsche Länder umfassenden. am 6. April 1850 in Berlin gegründeten Deutsch-Oe st erreichischen Post- verein gemacht hatte, muhten ja geradezu zu der Zdee anregen, etwas Aehnliches für die Beziehungen aller Kullurnationen untereina.der anzustreben. Freilich vom fruchtbaren Gedanken zur praktischen Tat toar ein weiter, weiter Schritt, und diesen hat im wesentlichen Stephan allein getan: Schon 1868 veröffentlicht? er im Amtsblatt des Norddeutschen Bundes eine Denkschrift über den Plan eines alle Kulturländer umfassenden Postvereins, und diese Denkschrift diente dann bei den entscheidenden Verhandlungen des Zahres 1874 in der Tat gls Grundlage des Staatsvertrages vom 9. Oktober.
Was Stephan bereits ai brauchbaren Ge- .danken und Vorarbeiten vorfand, woraus er sein Werk stützen konnte, war ziemlich dürftig. Zn voller Schär-fe ausgesprochen— nach manchen älteren, unbestimmten Zdeen — würbe der Gedanke einer We11postorganisation zuerst im Jahre 1311 durch den Staatsrat K l ü b e r in einer zu Erlangen erschienenen Schrift: „Das Pvstwesen in Deutschland, wie cs war, ist und seyn könnte/' Darin hieß es u. a.: ,,B?i der Post sollte.-wie bei den Künsten und 'Wissenschaf.en. ein kosmopolitischer Sinn in seinem ganzen Umfange gelten, allgemeiner Weltgeist walten. Olten muh die Post alsWeltpostanstolt betrachten, tonn man ihren ganzen hohen Werth richtig fassen, will." Hier tritt also sogar der Name „Welt- post" schon dreiundsechzig Zahre vor der Tat von Bern auf, wozu zu beachten bleibt, dah auch am 9. Oktober 1874 zunächst nur ein „Allgemeiner Pvstverein" begründet wurde. Anfänglich waren ja nur zweiundzwanzig Staaten an der Gründung beteiligt. Erst auf dem z we i - ten internationalen Postkongreh. der im Mai 1878 in Paris tagte und der bereits von zwei- unddreihig Staaten beschickt toar, wurde der Name „W e l t p o st ve rein" angenommen.
Die Klübersche Schrift, so ho Hintere fant sie uns hrute anmutet, blieb natürlich Praktisch ohne jede noch so lei'e 'Bedeutung Die einzige internationale praktische Vorarbeit, d.? vor Stephan überhaupt geleistet worden war. hatte das Jahr 1863 gebracht. Aus Anregung der Vereinigten Staaten war damals in Paris ein Znternativnaler Kongreh zusammen!e treten, an b:m fünfzehn Länder teilnahincn. Q?un plante maln damals noch durchaus nicht etwa bie Gründung eines allgemeinen Postvereins, fon- Oerii wollte sich nur über die Grundsätze beim Abschluß ton ztoische.istaatlichen Postverträgen verständigen Zum Schluhprvtekoll vom 8. Juni 1863 gelangte man euch zu gewissen Veveinba- rungen, aber in der Folge fümmerte.t sich einige ber beteilig e i Staaten gar nicht um die getroffenen Verabredungen, und die gemachten Erfahrungen touren daher wenig ermutigend, auf dem betretenen Weg: fortzus.ihren.
Auch Stephan hatte keineswegs eine ganz glatte Arbeit, seine Gedanken von 1868 in die Tat umzusehen. Zwar war er am 1. Öltet 1870 erst neununddreihigjährig Generalpo st meist e r des Norddeutschen Bundes geworden und nunmthr in die Lage rersetzt. seinen hochfliegenden Gedanken zum Leben zu verhelfen. Aber wenig? Wochen später brach der französische Krieg aus und nahm sein Organs- sationsgenie zunächst für ganz andere Ausgaben in Anspruch: die Einrichtung der Feldpost, die er in mustergültiger Weise schuf, ülnd nach
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Was ist bei der Ernte und -er Aufbewahrung der Kartoffeln in diefem.Zahr zu beachten?
Dor Dr Lefhr, Hess. LtendtoirtschaftSamt 2td>.
Gin recht beträchtlicher Schaden, dessen Gesamtwert schwer festzustellen sein dürfte, wird alljährlich durch falsches Einwintem der Kartoffeln verursacht. Auch in diesem Jahre, in welchem große Verluste schon auf dem Felde infolge der anhaltend nassen Witterung auftreten, werdet wegen falscher Lagerung tausende 'inb abertausende von Tonnen Kartoffeln der restlosen^ Vernichtung ausgesetzt und der Volksernährung als Nahiungsmittel entzogen werden, nur weil grundlegende Vorsichtsmaßnahmen bei der Lagerung außer acht gelassen werden.
Die pflegliche B?handlung der Kartoffeln, die eingewintert werden sollen, hat schon au dem Felde bei der Ernte einzusehen, indem alle kranken und irgendwie beschädigten Kartoffeln auf keinen Fall zu den Einwinter ingskartoffeln getoorfen werden dürfen. denn diese sind die Träger, bzw. bilden die Angriffsstellen, von denen das Faulen ausgeht. Unter allen ilmftänöen ist an dem Grundsatz fcstzuhalten, nur reife und völlig trockene Kartoffeln in den Keller zu bringen. Kann man die Kartoffeln vom Felde aus nicht vollständig trocken in den Keller bringen, wie es in diesem Jahre wohl häufig der Fall sein wird, so sorge man durch vorheriges Lagern in luftigen, trockenen Räumen für ein vollständiges Abtrocknen, zumal bei stark mit Erde behafteten Kartoffeln. Weiter muß berücksichtigt werden, ob die Ernte an kalten oder warmen Tagen vorgenommen wird, denn an kalten Tagen geerntete Kartoffeln können, da deren Lebensprozeß (Atmung) durch die niedrigere Temperatur wesentlich hei unter gedrückt ist, im Keller höher aufgeschichtet
Fähigkeit, geistige Werte in malerische umzufetzen. Die übrigen Sachen von Will, die ausgestellt sind, fallen dagegen etwas ab. Es fehlt ihnen die unmittelbare Lebendigkeit des „Selbstporträts". In der Radierung „Der Schäfer" ist die oberhesfische Landschaft gut erfaßt in der Betonung der Grundelemente der Linien und Flächen, aus denen die Individualität des Baumes im Vordergrund stark hervorbricht. Der Schäfer selbst ist im Gegensatz dazu zu sehr malerisch komponiert, zu sehr Staffage. Will's Radierung „Der alte Magister" zeigt, daß ihm die Karikatur weniger liegt.
Mit seiner „Ruth" stellt H. Mueller- Leut er t einen sehr sein empfundenen Mädchen- lopf aus. Am wirkungsvollsten ist die Profil- ansicht. Sehr gut ist das Kindliche, noch ilnent« wickelte, das aber bereits potentiell Vorhandene, herausgehoben, das erst durch das bewußte, selbständige Geben herauslommt Don ähnlich geistigem Leben ist auch f.in Kinderlopf erfüllt, eben'o wie feine „Mast?".
Bei Großhaus „Schnitterin" fällt di? starke formale Gebundenheit auf, die sich schon in der Betonung der Frontalansicht ytg . Gin starker Ausdruckswille lebt in den Linien des Gesichtes, eine Abstraktion, die sich nicht um Ha monie kümmert. Sein' „Landschaft' ist rein als malerisches Problem gesehen. Es interessierte den Künstler die diffuse Wirkung des Lichtes alj
zwischen dem siegreichen Deutschland und >em besiegten Frankreich ein Po st vertrag zustande gekommen toar, glaubte Stephan die Zeit gekommen, einen entscheidenden Dorstoß zu wagen. Taktvoll, wie er toar. beschloß er, einem „neutralen" Staa. den Ruhm yu lassen, die Geburtsstätte der neuen Organisation zu werden, und streckte einen Fühler nach der evchtoeiz aus. um zu hören, ob man dort bereit sei. die wichtigsten Kulturstaaten zu einem Kongreß e.nzu- laden. Er fand Zustimmung: die Schweizeri che Regierung erließ Einladungen zu einem Post- ko ng re Ö in Bern, der am 1. September 1873 zusammentreten sollte. Frankreich lehnte zeichnendei-weise als einziger unter den eingeladenen Staaten ab. die anderen nahmen an; nur erbat Rußland aus triftigen Gründen eine D e r s ch ie b u n g um ein Jahr. Diesem Wunsch wurde Rechnung getragen. Inzwischen warb Stephan kräftig weiter, und mit Erfolg, denn als endlich am 15. September 1874 der Post- kongreß im ehrwürdigen Ständehaus zu '33ern zusammentrat, waren aste zweiundzwanzig eingeladenen Staaten erschienen, auch die gekränkte Leberwurst Frankreich fehlte nicht.
Der Kongreß wurde von dem Schweizerischen Bundesrat Borel geleitet. Der von Stephan vorgelegte Entwurf eines allgemeinen Postvertrages wurde von einer Kommissjon durchbrraten, die E t e p h a n zu ihrem Präsidenten wählte. Auch jetzt noch waren ernste Schwierigkeiten zu überwinden. England und — natürlich! Frankreich weigerten sich, den Vorschlägen zuzustimmen. Der englische Widerstand wurde aber noch während der Verhandlungen ausgeschaltet. Die Größe der Ideen nahm drch sch! eß lich die britischen Delegierten für sich ein Als am 9. Oktober die Gründung des „Allg mci en Postvereins" unterzeichnet wurde, schloß sich Frankreich allein aus. Stephan hatte erhebliches diplomatisches Geschick aufgetoanbt, die eitlen Franzosen zu gewinnen: Seiner Fürsprache gemäß wurde das Französische, nicht das Englische zur amtlichen Verkehrssprache bestimmt, dessen Zentralstelle in Bern errichtet wurde und bis heute verblieben ist. Dazu wurde als Ort des nächsten allgemeinen Postkongresses Paris gewählt: eine liebenswürdig-höfliche Bosheit, die den französischen Theaterd-onner gewissermaßen nicht recht ernst nahm und mit d e- ser Psychologie auch vollauf recht behielt, denn die in Bern verweigerte sranzösischeälnter- s ch r i f t wurde einige Zeit später nachge holt. Als man nämlich in Paris erkannte, daß die geräuschvolle Weigerung, sich zu beteiligen, wenig Eindruck machte, daß der neue Allgemeine Post- verein am 1. Juni 1875 wahrhaftig auchohne Frankreich ins Leben trat, gab man die Politik der gekränkten Leberwurst auf und trat zu Neujahr 1876 der deutschen Gründung bei. Allmählich folgten immer mehr der ursprünglich ferngebliebenen Länder. 1877, auf dem Pariser Weltpostkongreß, waren zweiunddreißig Staaten vertreten. 1914, vor dem Kriegsausbruch, gehörten ihrer dreiundsiebzig dem Verein an. der nun in der Tat eine die ganze Welt umspannende Organisation geworden toar.
Der Weltpostverein und sein Gegenstück, der nur drei viertel Jahre jüngere, am 22. Juli 1875 in Petersburg 6 gründete Welttelegraphenverein. haben in Wahrleit de „Gemeinsamkeit der Nationen" verwircklicht, viel mehr als es dem Genfer Dölkrrbund je beschieden sein kann, der sich von dornh rein als ein Machtinstrument der Entente-Politik kompromi'ert Hit. Doll Stolz konnte Stephan am Schteß d?s Ver- ncr Kongresses festste.len: „Man kann kühn sagen, daß eine solche Einstimmigkeit der Regierungen der großen Mehrheit der zivilisierten Volker des Erdballs ein? Tatsache ist. welche bis jeßt in der Ges chichte ohnegleichen war." unb das Wort, das der schweizerische Präsident des Kongresses. Staatsrat Borel, zum Abschied sprach, gilt auch heute, nach fünfzig Jabren. noch uneingeschränkt: „Der Postkongreß in Bern wird als Markstein dastehen, nicht nur in den Annalen des Verkehrs, sondern in der Kulturgeschichte überhaupt."
Fachs Krieg gegen den Bolschewismus.
Ans den Versailler (^ehermaktett.
Der „Hannoversche Kurier" fährt mit der Veröfsentstchung aus den Geheimalten von 03 e rfa 111 e s fort, und zwar diesmal mit Mit- teilungen über Fochs Krieg gegen den Bolschewismus im Jahre 1919. Wir entnehmen ihnen folgendes: Von Anfang an trat ein starker Gegensatz zwischen Amerika und England auf der einen, Frankreich auf der
Ausstellung „oberhesfischer Künstler" im Kunstverein.
ilnfere Zeit scheint unrettbar der Quantität verfallen zu sein. Qualität ist nur selten vorhanden, und selbst wenn sie da ist, steht sie in größter Gefahr, von der Masse des Äderen verschlungen zu werden, oder sie wagt sich nicht hervor. So bietet auch diese Ausstellung wieder mehr eine quantitative als qualitative älebersicht über das jetzige Schaffen der Malerei und Plastik in Oberhessen.
Die Aufgabe der Kunst ist doch schließlich nicht mit der her Photographie identisch. Kunst ist immer Abstraktion. Heraushebung des We.ent- lichen Die Verschiedenheit der Kunstrichtungen entsteht durch die verschiedene Auffassung dieses Begriffes des Wesentlichen. Diese Subjektivie- rung des Objektiven, des durch die Sinne gegebenen Materiales, ist das Hauptkriterium der Kunst Wenn wir künstlerische Qualität werten wollen können wir allein die Stärke der subiek- tiven Abstraktion als Maßstab benutzen.
Von allen ausgestellten Werken fallen drei besonders ins Ange: Das „Selbstportraf von H Will, die Plastik „Ruth" von H. Mueller- Le u t e r t und die „Schnitterin" von H. ©roß- haus.
Das Selbstporträt von H. Will zeigt eine
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weichen, als zu warm cingcfabrcnc Kartoffeln, deren Lcbenstätigkeit noch zu stark ist, und bet denen dann im Keller das sogenannte „Schwitzen" eintritt. ,
Die Haltbarkeit der Kartoffel ist weiterhin in höchstem Grade abhängig von der Art! der Aufbewahrung. Zn Frage kommen im allgemeinen Mieten und Keller. Die Keller müf en luftig, frost frei und trocken fein, and zum Zwecke der besseren Durchlüftung bedeckt man den Kellergrund vorteilhaft mit einem dichten Lattenrost. Herrscht während der Einkellerung in den Kellern eine höhere Temperatur als braußen im Freien, so muß rechtzeitig durch Oesfnen deq Fenster und Türen bei kühler Witterung eine Herunterdrückung der -Teinperatar erfolgen, und während der ganzen Lagerungszeit über Winter hat man ständig dafür zu sorgen, daß die Temperatur im Keller nicht unter 1 biS 2" C. sinkt und nicht über 6 bis 8° C. steigt.
Bei der Ansbetoahrung der Kartoffeln in Mieten ist es selbstverständlich, daß Mietenplähe weder an zugige kalte Orte noch in tiefe, feuchte Lagen gebracht werden. Zm allgemeinen empfiehlt es sich nicht, die Miete mit ihrer Sohle,Unter die Erdoberfläche zu legen.
Wie schon erwähnt, ist für die Aufbewahrung die Höhe der Aufschüttung von größter Bedei- tung. Ze höher die Kartoffeln lagern, desto stärker erwärmen sie sich. Da nun eine kühle Lagerung, die, wenn möglich, nicht über 6° C. steigen soll, für die Haltbarkeit und Vermeidung von Fä den von größter Bedeutung ist, so ergibt sich von selbst, daß zu hohe (über 1>, Meter) Lagerungen vermieden werden müssen. Die Sohlenbreite sollte auch 1,50 Meter nicht übersteigen, und zum Zwecke der besseren Durchlüftung kann man in der Mitte der Sohle winklig zueinander stehende enge Lattengitter unter die Kartoffeln legen. Die dachförmig aufgestapelten Kartoffeln werden sofort 10 bis 15 Zentimeter dick mit einer dicht liegenden Strohschicht belegt und mit einer dünnen Erdschicht (10 Zentimeter) gleichmäßig bedeckt. Falsch ist es, die Mieten zuerst nur mit Stroh ohne Grddecke >za belegen, da sonst der Regen in die Mieten em- bringt und die Gefahr des OZerfaulens hierdurch sehr groß wird. Um weiter noch eine gute, trockene Lagerung zu erreichen, empfiehlt es sich, die Herstellung eines Firstrohres derart anzubringen, daß man über die erste Strohdecke, den First der Miete entlang, einen Erntebaum legt und über diesen nochmals Stroh bringt. Zieht man, nachdem die Strohenden durch aufgeworfene Erde befestigt sind, den Erntebaum heraus, so entsteht das Firstrohr, das bis zum völligen Eindecken der Miete offen bleibt und fortwährend Feuchtigkeit aus dem Innern der Miete ab- ziehen läßt. '
Weiter wird beim Einmieten noch der Fehler gemacht, daß die eigentliche Winterdecke zu früh gegeben wird. Erst wenn falte Witterung eintritt, der Mieteninhalt sich auf 6 bis 8° C. cb- gelühlt hat und der Frost droht, dauernd za,werden, dann darf die Winterdecke in Form einer 50 bis 60 Zentimeter dicken Erdschicht aufgeworfen werden. Ein ebenso großer Fehler wird häufig dadurch gemacht, daß die Mieten za früh aufgedeckt werden. Man öffnet die Mieten zweckmäßig erst dann, wenn man die Kartoffeln benötigt oder erst dann, wenn die Erde von der Frühjahrssonne durchwärmt ist und der Mieten- Inhalt die Durchschnittstemperatur der Luft erreicht hat.
Aus alledem ergibt sich, daß die beste Kontrolle bei der Aufbewahrung der Kartoffeln die Beobachtung der Temperatur in den Aufbewahrungsorten ist. Zeigt uns das Thermometer immer eine Temperatur zwischen 2 bis 61 C„ so verlaufen die Leb7nsprozesse der Kartoffeln normal, und der Gefundheitszustand der Knollen während der Lagerung bleibt ein guter.
Um die Haltbarkeit ber Kartoffeln zu erhöhen. streut man vielfach zwischen die Kartoffeln Kalk ein. Der Kalk unterstützt einmal ein Aus- trocknen ber Kartoffeln, wirkt aber besonders daburch, daß bei eintretenber Fäulnis sich um bie angcfaulten Knollen eine Kruste bildet, bie die benachbarten Kartoffeln mehr oder weniger vor Ansteckung schützt. Es empfiehlt sich, pro ICO Kilogramm Kartoffeln 250 bis 500 Gramm Kalk zu verwenden
Gerichtssaat.
* 5> a r m fl a b t, 9. Ott Das Bczirksschöffen* gericht verurteilte den Schlosser Gerhard Walte r in Darmstadt wegen Spionage, und den Stephan Dony aus Darmstadt wegen O^eihilfe zu 9 bzw. 2 Monaten Gefängnis. Sie hatten sich von Franzosen bestechen (affen, die Verhältnisse bei der Schutzpolizei auszukund- schaften — Der Lehrer Georg Schmitt und ber Lehrer Peter Heldmann in Schaafheim wurden wegen versuchter Propaganda für bie Nationalsozialistische Arbeiterpartei zu 3 Monaten Gefängnis b-w 100 Mk. Geldstrafe verurteilt; es kam hierbei das Gesetz zum Schutze der Republik zur Anwendung.
Moibel ^aiinmer: punkt.
i'nöjQ^ier öfr. An- .Znsfuh fanden 11 '•Unfreiem onus n(8 vo'bek fle: r-Angeb. u.
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