einiger Tropfen Maggi's Würze.
Man verlange ausdrücklich Magqi's Würze.
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zialdirektor der irg und Äreisdirektor :irOt der Dimsterialrat ter $u Jamstadl er-
nützlichsten, sondern sogar zu den gefährlichsten Dingen dieser Welt gehören. Wer anders urteilen will, mag es tun. Rur sage ich dann, daß er ein Utopist ist und die Menschen in ihren
Dorteilbaftester Bezug in plombierten Oriainalflaschen zu Gm. 8.—.
werden, weil das Höchstgebot nicht an den Tagespreis 'heranreichte. Don 25 Fohlen wurden 14 verkauft. Doch wurden andererseits wieder manche befriedigende Geschäfte abgeschlossen. Ein besonders kräftiger Dulle erzielte über 900 Mk. Das am Nachmittag veranstaltete Reit- und Fahrturnier erzielte natürlich das allergrößte Interesse. Lausende und abertausende Zuschauer stauten sich da zu einer dicht geballten Menschramasse, welche die Rennen mit äußerster Spannung verfolgte.
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denselben Feststellungen, wie die erste Instanz. Zedoch wurde die Zuchthausstras« auf ei« Hahr heruntergeseht.
Jur Frage der Jugendfürsorge.
Dvn Amtsgerichtsrat Grvs-Gießen Vorsitzender des Zugendgerichts.
Der Bericht in Rr. 154 des „Gieß. Anz." über die vberhessische Tagung für e v- kirchliche Zugendarbeit gibt mir Veranlassung, den von mir dort vertretenen Standpunkt kurz zu erläutern und teilweise zu ergänzen. Die vortrefflichen Worte des Lmidesjugendpfar- rers Zentgraf, daß der Jugend vor allen Dingen Liebe entgegengebracht werden muffe, habe ich unterstützt. 3d) habe auch weiter den Standpunkt vertreten, daß im Falle einer notwendig gewordenen Fürsorgeerziehung unter allen Umständen zunächst der Familienpflege der Vorzug zu geben sei, well sie dem Kinde das allein bietet und bieten soll, was ihm durch die Machtmittel des Staates entzogen wird, was es leider gar oft durch das Verschulden eines Familienteiles niemals besessen hat, das tüchtige Elternhaus, und daß an die Anstaltserziehung erst gedacht werden sollte, wenn die Familienerziehung versagt, vielleicht in mehreren Familien versagt hat, oder wenn von vornherein anzunehmen ist, daß der bisherige Lebenswandel des Fürsorgezöglings und seiner Famllie mit Bestimmtheit darauf schließen lassen, daß sich der Zögling der Pflege raschestens durch die Flucht entziehen oder in der Pflegestelle und in ihrer Umgebung materiellen Schaden in Haus und Hof oder moralischen Schaden bei der Jugend, mit der er in Verkehr treten müßte, Hervorrufen wird. Was im Einzelfalle das Richtige ist, ist schwer zu sagen, die Grenzfälle sind zahlreich. Soviel aber steht fest, daß der Staat, der ein Kind, einen Jüngling oder ein junges Mädchen der Familie, der natürlichen Grundlage eines jeden Staates, entzieht, die unbedingte Verpflichtung besitzt, von nun an dem jugendlichen Gliede des Staates die b e st e Erziehung angrdsihen zu lassen, über die er verfügt und daß hierbei die Kosten der Erziehung, so wichtig sie sein mögen, die letzte Rolle spielen dürfen. Der Mensch ist das wertvollste Geschöpf auf Erden. Dieser Satz darf nur nicht schlagwortartig angewendet werden. Vichts wäre verkehrter als das, und ich weih, daß es Menschen gibt, die nicht nur zu den un=
Große Strafkammer Gießen.
* G i eßen, 8. Juli. Der Lokomotivführer W. A. von Friedberg war vom Schöffengericht wegen Abtreibung za 80 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Er hatte einer SchneiderlNj A. D. aus Gefälligkeit und Mitleid die Lerbes- frucht abgetrieben. Die Strafkammer setzte mit Rücksicht auf gewisse Strafmilderungsgründe die Strafe auf 45 Tage Gefängnis herab.
Der Obergefrette Fr. P., der Gefr. Sy M. und die Schützen Fr. Fra. u. M. Fri. vom hiesigen) hiesigen Regiment waren, während das Regiment in Thüringen lag, in einem Haus auf Wache, tp. und M. waren Wachhabend. Sämtliche An- geftagten hatten sich aus dem Haus Bücher, Broschüren, Brief- und Packpapier angeeignet. (Sie waren deshalb vom Schöffengericht wegen militärischen Diebstahls zu Gefängnis- bzw. Arreststrafen von 3—7 Wochen verurteilt worden. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft wurde das Urteil bezüglich der beiden Wachhabenden aufgehoben und diese wegen Wachvergehens „im Felde" (die Truppe war damals mobll) zu den gesetzlichen Mindeststrafen von je sechs Mo - na t en Gefängnis verurteilt. Die Strafe des Gefreiten H. M. wurde ferner um eine weitere Wo che Gefängnis erhöht, da er zugleich wegen einer Hehlerei verurteilt wurde. Bei den beiden anderen Angeklagten, die lediglich als Wachmannschaften auf der Wache lagen, behielt es bei Mittelarrest st rasen von je 3 Wochen fein Bewenden. Die sämtlichen Angeklagten sind inzwischen von der Truppe entlassen worden.
Der Magnetiseur Heinrich Scholz aus Gießen 'hatte gegen das schösfengerichtliche Urteil, das ihn 'wegen Lohnabtreibung zu 2 Zähren Zuchthaus und 5 Zähren Ehrverlust verurteilt hatte, Berufung eingelegt Auch in der Berufungsinstanz wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelt. Das Gericht kam im wesentlichen zu
Vogt’sche
Handelsschule,GießeD,Goelhestr.32
uli Beginn neuer Kurse.
Anmeldungen werden c h entgegengenommen.
Prospekte frei.
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Axfr, daß in dem Garantievermerk unter der Zahl 8,40 das Wort „Gedeckt" in „Gedett" verdruckt ist.
** D i e Vereinigung für gerichtliche Psychologie und Psychiatrie in Hessen hielt ihre diesjährige Hauptversammlung unter dem Vorsitz des Geh. Obermedizinalrats Dr. Dalserin Butzbach ab. Als Vertreter des Hess. Ministeriums der Zustiz war Generalstaatsanwalt Hofmann erschienen, der der Vereinigung namens des Justizministeriums guten Erfolg für ihre Beratungen wünschte und sie des warmen Znter- esses des Ministeriums versicherte. Geheimrat Professor Dr. QHittermater undStrafanstalts- direktor Stumpf berichteten über die 1923 auf- gestellten reichsrätlichen Grundsätze für den Vollzug von Freiheitsstrafen, und verstanden es vorzüglich, an Hand dieser Richtlinien die Entwicklung des modernen Strafvollzugs llarzulegen; neben rückhaltloser Anerkennung für die mannigfachen Verbesserungen, die die neuen Grundsätze dem Strafvollzug gebracht haben, wurden auch kritische Bedenken verlautbart und einmütig-der Wunsch geäußert, daß diese Prinzipien eine weitere Etappe zu einem einheitlichen Reichsstrafooll- zugsgeseh bedeuten möchten. Die fesselnden Ausführungen der Vortragenden brachten den Teilnehmern der Versammlung vieles Reue und mancherlei Anregung auf einem ebenso interessanten, wie schwierigen Gebiet. Eine Führung durch die Zellensttafanstalt schloß die wohlgelungene Veranstaltung.
** Wo stecken die Silbermünzen? Seit Anfang April sind große Mengen von Silbermünzen in den Verkehr gebracht worden. Erhebliche Beträge wurden durch die Reichsbank ausgegeben, dennoch sieht man im täglichen Geldverkehr zur Zeit selten eine Silber- münze. Das Silbergeld ist so gut wie aus dem Verkehr entschwunden. Es mag ja immerhin ein erfreuliches Gefühl sein, wieder einen harten Taler sein eigen zu nennen, aber der Zweck des Geldes ist nicht, in Sparbüchsen und Hamsterstrümpfen zu ruhen, sondern umzulaufen. ES gibt gewiß Leute, die Jagd nach jeder Silbermünze machen, und, wenn sie irgendwo eine ergattern, diese dann ihrem immer wachsenden Bestände zuführen. Vermutlich denken diese recht törichten Sammler, sie haben dann einen wertbeständigen Silberschatz zu Hause. Das ist aber ein großer Zrrtum, denn die Silbermünzen sind nicht mehr die der Vorkriegszeit. folge ihrer Legierung kann man sie als re.,._s Silbergeld überhaupt nicht ansprechen. Cs gehört wirklich eine große Einfalt dazu, heute Geld zu Hause hinzulegen, während man bei einer Anlage auf der Dank bis zu 20 Prozent Zinsen erhält. Die Silbermünze ist heute lediglich Scheidemünze und gehört in den Verkehr.
** Vorsicht AuSw anderer ! Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, daß das AuSwandern für alle die eine große Gefahr ist, die sich nicht vorher beim Reichswanderungsamt oder seinen Provinz- stellen eingehend über alle Verhältnisse im Lande ihres Auswanderungszieles erkundigt haben. 3n der letzten Zeit hat eine starke Abwanderung deutscher Arbeiter nach den Dal- kanländern, namentlich nach Bulgarien, eingesetzt. Angebote, die für den, der die allgemeinen Verhältnisse des Landes nicht kennt, sehr verlockend waren, haben häufig willige Ohren gefunden. Die Arbeiter haben ihren Hausstand aufgelöst und haben sich schon nach wenigen Wochen, aufs bitterste enttäuscht» tief in dem Elend des orientalischen Armseins wieder gefunden, das eben nur der anspruchslose Eingeborene ohne Verzweiflung ertragen kann. Das Bergwerk „Tscherne More" in DurgaS in Bulgarien kann wegen der Malariagefahr nicht genügend einheimische Arbeiter bekommen, aber viele Deutsche haben sich dorthin locken lassen. Die sanitären Einrichtungen sind miserabel. And selbst, wenn sie befriedigend wären, würden die Arbeiter der Malariagefahr, langer Krankheit, die ihren ganzen ersparten Lohn auf frißt, und schließlich größter Rot nicht entgehen können. Die deutschen Arbeiter sind enttäuscht in Scharen wieder abgewandert. Sie klagen über das für einen Deutschen ungenießbare Essen, über unpünktliche Lohnzahlung und unberechtigte Lohnabzüge. Die Unterkunft ist so primitiv, wie nirgends sonst in Deutschland. Ganz allgemein muß gesagt werden, daß Burgas für deutsche Wanderarbeiter ein gänzlich ungeeigneter Platz ist. Cs muß überhaupt vor Auswanderung nach Bulgarien gewarnt werden. Auch vor Rumänien sind die deutschen Wanderarbeiter nachdrücklich zu warnen.
Kreis Alsfeld.
* Alsfeld, 8. Zuli. Der diesjährige Prämienmarkt entsprach in feiner Beschickung und Aufmachung den kühnsten Ertoartun- gen. Eine ungeheure Menschenmenge hatte er in unser Städtchen gelockt; und wohl niemand wird unbefriedigt nach Hause zurückgekehrt sein. Ein reiches und zum großen Teil erstklassiges Tiermaterial war abgetrieben, das Auge und Herz von Züchtern ynb Laien wohl befriedigen konnte. Der Verkauf litt leider etwas unter der herrschen
tzochdnirkvetterlage iüden des über M- >dwcüeiles ein neues rten die Winde all« "cn und zunächst wird g eintreten.
den Geldknapphell: so konnte u. a. bei der Fohlen
auktion in einigen Fällen kein Zuschlag ertelltz | letzten Verirrungen nicht kennt. Ganz anders aber
Hessen-Nassau.
spd. Frankfurt a. M., 9. Zuli. Die Ar - beitsmarktlage hat sich in der Berichtswoche weiter verschlechtert. Hervorgerusen durch mehrere Betriebsstillegungen und -einschrän- kungen hat sich die Zahl der Arbeitsuchenden vergrößert. Die Zahl der offenen und besetzten Stellen ist dieselbe geblieben, wie in der Vorwoche. In den Berufen für Frauen hat die Zahl der Arbeitsuchenden ebenfalls merklich zugenommen. Es waren 9518 (9188) Stellensuchende am Montag gemeldet, offene Stellen waren 1425 (1418) vorhanden, beseht wurden 1156 (1145) Stellen, einschließlich 643 Aushilfen. Zn Erwerbslosenunterstützung befanden sich 4523 Hauptaitterstüt- zungsempfänger, davon 4211 (3970) männliche, 312 (230) weibliche. Auf 1000 Einwohner entfallen 10 Hauptunterstützungsempfänger. — Der Polizeiwachtmeister Franz Willun, der am Montag seinen Schwiegervater, den Schlosser Kölsch erschoß und dann sich selbst zu entleiben versuchte, ist heute im Elisabethenkranken- hause verstorben.
][ Wetter (Kreis Marburg), 8. Zuli. Zn Wetter, dem uralten Städtchen im Wettschaftstal, das urkundlich schon im Zahre 566 erwähnt wird, ging gestern das historische Grenz- begangfeft nach ötägiger Dauer zu Ende. Der Grenzbegang von Wetter führt weit in die Vorzeit zurück. Ob es sich bei diesem Feste, das sogar kurz nach dem 7jährigen Kriege, in dem die Stadt so viel zu leiden hatte, begangen wurde, und das in 250 Zähren nur einmal, im Zahre 1917 ausfiel, um sogenannte Markbegänge oder um eine nach der Reformation zur Geltung gekommene Fortsetzung früherer religiöser Prozesstonen handelt, ist eine umstrittene Frage. War doch Wetter eine der ersten Ansiedelungen an der Wänstrahe, die jetzt noch stückweise, z. D. von Riederweimar bis zum Dorfe Goßfelden, als Feld und Waldung erhalten ist. älnd in Wetter selbst befand sich doch auch eine uralte Erzpriesterkiiche und eme blühende Lateinschule. Kurz und gut, das Städtchen, das jetzt etwa 1500 Einwohner zählt, hatte sich zum Grenzbegang wie eine junge Braut geschmückt, bis ins kleinste Gäßchen hinein standen die Tannenbäume, die die umfangreichen städtischen Waldungen geliefert hatten, und Girlanden wanden sich von Haus zu Haus, von Gasse zu Gasse. Am Donnerstag wurde der Grenzbegang mit Döller- schießen und sonsttgen Feierlichkeiten eröffnet, auch eine neue Stadtfahne wurde überreicht und dann folgten jeden Tag morgens nach verschiedenen Richtungen die Grenzbegänge, während nachmittags sich jedesmal ein Festzug mit nachfolgendem Volksfest anschloß. Daß es an Besuchern, besonders am Sonntag, nicht fehlte, und es bei der nicht zu knappen Vertretung der Marburger Musensöhne fast ausschaute, als ob sich eine Filiale der Universität aufgetan hätte, läßt sich denken. Gestern, am letzten Tage, kam bei den Umzügen besonders der Humor zur Geltung. Wenn auch ab und zu der Himmel trübe ausschaute, so konnte doch das diesjährige Grenzbegangfest einen ungestörten Verlauf nehmen
I müssen wir an die Lösung der Frage herantreten: I Wie verhüten wir die letzten menschlichen Taten —' ich möchte nur den Dater- landsverrat und den MoiL nennen —. Rur durch Er ziehu ng und deshalb wird die Erziehung als der Endzweck jeglicher Zu- gendfürsvrge bezeichnet. Hast du, lieber Leser, schon einmal einem verwahrlostem Kinde in das Auge gesehen, hast du das schon hundertmal und noch mehr getan? Hast du es schon einmal befragt, wie es ihm gehe, was ihm fehle, wer es zum Betteln oder zum Stehlen oder gar zu noch Schlimmerem in die Häuser und auf die Gasse geschickt habe? Hast du erfahren, unter welchen^ Bedingungen das arme Kind, der Bub, das Mädchen, das vor dir steht, leben muß? llnb hast du, lieber Leser, es nicht getan, so tue es doch einmal in Zukunft — nicht, um mit dem Kinde zu schwätzen, sondern um ihm zu helfen! Dem Einzelmenschen ist nach der Art seiner Bedürftigkeit zu helfen, so gut es geht, sei es seelisch, sei es materiell. Lind darum kann und darf die Erziehung eines Zugendlichen nur individuell nur auf ihn abgestellt sein, letzten Endes auch in unseren sonst so vortrefflichen Schulen, deren Endzweck die „Bildung" ist.
Wie oft aber verwechselt man „Bildung" mit „Wissen". Höchste Bildung kann nur die Herzensbildung fein, das Fachwissen, so unbedingt erforderlich ist, es bleibt Stückwerk und stecht im Range nach der wahren, tiefen Herzensbildung, die sich in der richtigen Liebe zum Rächsten äußert. So ist es auch in der Zugenderziehung. Hatten wir den Lehrer am liebsten, gab der uns das schönste mit für das Leben, der über die besten grammatikalischen Kenntniffe verfügte? Rein, lieber Leser, wir hatten die am liebsten, die wir als ganze Männer erkannten, die sich nicht beugten, weder nach oben noch nach unten, die uns mit Verständnis und mit Liebe entgegenkamen. Aber auch in der Liebe gibt es eine Grenze, sie darf nicht zur Affenliebe werden, älnd darum ist ess eine altsalomonische Weisheit: Wer seine Ruthe schonet, der hasset feinen Sohn, wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn. Zucht und Erziehung, beide Worte entspringen demselben Stamm I Zucht- unb Erziehungsmittel sind hundertfältig, nur schematisiere und schablonisiere man nicht. Denn der Einzel- mensch ist das Ergebnis unendlich vieler Generationen, die Vor ihm waren, unb so wenig er vielfach etwas an seiner äußeren Gestaltung zu ändern vermag, ebensowenig ist es häufig einem anderen möglich, etwas an seiner geistigen Verfassung zu ändern, wenn die Möglichkeit einer solchen Veränderung seinem Seelenleben, seinem Verstand und seinem Willen, versagt ist. Wer in einem Zigeuner wagen als Zigeuner geboren ist, jahrelang das Zigeunerleben mitmachte, dem hastet das Zigeunertum sein Leben lang an. Unb es vererbt sich in Generationen. Solches lehrt jahihundertelange Erfahrung. Unb wer als Kind eines Trinkers, von einem alkohrivergifteten Zn- dividuum erzeugt, zur Welt kam, ist im Leben körperlich und seelisch aufs höchste gefährdet. Das bezeugen Wissenschaft und Statistik, Lind ganz ähnlich steht es in vielen Fällen, die sich erweitern lassen, nach der guten und der schlechten Seite hin. CJebe ilrrtugenb muß frühzeitig auf geeignete Weise beseitigt werden, der „Kampf" ist oft so unendlich schwer. Das Talent soll auf jede Weise gefördert werden, und immer wieder ist es letzten Endes die Rächst enliebe, die zum Ziele führt. Darum bekämpfen wir nicht den Menschen, sondern das Verbrechen in ihm, nicht den Wein, der ein Labsal und ein Heilmittel sein kann, sondern die Trunksucht, man bekämpfe beide — und beginne mit den geeigneten Mitteln bei den Zugendlichen, im Aufbau der neuen Generationen, mit geeigneten Mitteln, von denen ich das vornehmste schon so oft erwähnt habe. Aber immer noch gilt als der menschlichen Weisheit letzter Schluß bei der Bekämpfung strafwürdiger Verfehlungen: Der Richter, der nicht zu strafen versteht, gesellt sich zum Verbrecher. Die Strafe soll niemals Selb st-, sondern Erziehungszweck fein, nirgends aber mehr als bei unserer Zagend, dem Edelgut unseres Volkes.
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Opfer des Autos.
K ö l n, 9. Zuli. Rach einer polizeilichen Mitteilung sind seit Zanuar 1924 in Köln durch Kraftfahrzeuge 22 Personen zu Tode gekommen. Zn 258 Fällen entstanden Verletzungen, in 260 Fällen Sachschäden.
Berlin—Konstantinopel—Angora im Wasserflugzeug.
Berlin, 8. Zuli. (Wolff.) Das am Samstag zu einem einmaligen Postflug von Berlin nach Konstantinopel und Angora gestartete Zunkers-Flugzeug 4403 ist mit einer Zwischenlandung in Budapest nach einem ISflünbigen Flug am Sonntag früh in Konstantinopel glatt gelandet. Es trat am gleichen Tage den Weiterflug nach Angora an. Die Strecke Berlin—Angora dürfte somit in 27 Stunden zurückgelegt worden fein. Die Besatzung des Flugzeuges besteht aus dem Flugzeugführer Zimmermann, der bereits 1922 einen großen Alpenflug von Dessau nach Reapel durchführte, und dem Monteur Wendt. Es bedeutet eine Sensation, daß bei dem heutigen Stand des Motorenbaus ein Flug quer durch den Kontinent mit einem Wasserflugzeug unternommen werden konnte. Der Motor der Maschine ist der erste Serien-Flugzeug-Motor Type L 2 der Zunkers-Motorenbau-Gesellschaft.
Acht Personen als Opfer von Liebesaffären.
Berlin, 9. Zuli. Zn Pommern ereigneten sich in den letzten beiden Tagen 4 Liebestragödien, bei denen 7 Personen den Tod fanden. Zn Bern stein erschoß ein Schuhmacher feine Geliebte, mit Der er längere Zeit zusammengelebt hatte, und dann sich selbst. Zm Eckersberger Walde bei Stettin wurde eine Stettiner Hausangestellte erschossen aufgefunden. Reben ihr lag mit Schußver lehmigen ein Monteur aus Massow, der erst feine Geliebte erschossen und dann mehrere Schüsse auf sich selbst abgegeben hatte. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Zn Z e s s e r bei Greifswalde tötete ein auf dem dortigen Pacht- Hofe bediensteter Russe das aus Berlin stammende Dienstmädchen, mit dem er allein im Hause war, mit fünf Beilhieben und schlitzte sich dann mit einem Rasiermesser den Bauch auf. Bei Malchow erschoß ein Polizeikommifsar eine Hand- werkersftau und dann sich selbst. Beide waren verheiratet und hatten Familie.
Goch, 9. Zuli. (Wolff.) Einem gräßlichen Mord ist die 23jährige Fabrikarbeiterin Petronella Wemmer in Afden zum Opfer gefallen. Die Leiche des Mädchens, das feit einiger Zeit mißt wurde, wurde, ihrer ganzen Kleidung beraubt, im Walde aufgefunden. Ein der Tat verdächtiger junger Mann, der mit dem Mädchen ein Liebesverhältnis hatte, wurde verhaftet. Die älillersuchung ist im Gange.
Vier Kinder in einem Koffer erstickt.
Plauen, 9. Zuli. (WTD.) Am Dienstagnachmittag wurden in einem Hanse im Stadtteil Haselbrunn vier Kinder xn einem Holzkoffer tot aufgefunden. Es handelt sich um die 3- und 4jährigen Töchter deS Dahnarbeiters K a r i n g und um ein 5jähriges und ein 9jähriges Mädchen, die in der Karing» scheu Wohnung zu Besuch waren. Beim Spielen in der Bodenkammer hatten sich die vier Kinder in den Hvlzkoffer gesetzt, dessen Deckel zu schlug, so daß sie ihn nicht mehr offnen konnten und erstickten.
Eine zwanzigfache Mörderin.
Rußlands furchtbarste Mörderin, die mehr als zwanzig Finnen und Kinder mit kaltem Blute getötet hat, wurde dieser Tage vorn Moskauer Obergericht zum Tode verurteilt. Zu gleicher Zeit wurden ihr Mann und sechs männliche und weibliche Helfershelfer abgeurteilt. Die Frau, die aus reiner Mordlust die Verbrechen begangen hat, heißt Anastasia Perrniakowa und ist 33 Zahre alt. Sie war vor dem Kriege wegen Mordes zu acht Zähren Zuchthaus verurteilt worden, enttarn jedoch während der Revolution aus dem Gefängnis. Sie gründete in der Stadt Perm eine Räuberbande, die unter ihrer Fahrung eine große Anzahl von Räubereien ausführte, bei denen viele Gewalttaten verübt wurden. Oesters plünderte die Bande ganze Dörfer aus und hielt Passagierzuge auf. Da aber die Lust am Töten, die triefe, Frau beherrschte, noch nicht gesttllt war, so ließ sie sich in Perm nieder unb itourba dort bald eine beliebte Wahrsagerin, zu der sehr viele Frauen kamen, um ihre Zukunft zu erfahren. Reben den Voraussagen über baldige Heirat. Reichtum und Glück, prophezeite sie auch manchen ihrer Kundinnen einen raschen Tod, und gerade diese Vorhersagen gingen immer in Erfüllung. Diele ihrer Besucherinnen verschwanden auf geheimnisvolle Weise, aber erst in diesem Februar schöpfte man Verdacht. Sie war nach dem Haus eines angesehenen Anwalts bestellt worden, weil die schöne 17jährige Tochter, die kurz vor der Verheiratung stand, ihre Zukunft wissen wollte. Die Wahrsagerin gab dem Mädchen eine lebendige Schilderung von dem Glück, das ihrer harre, und bat sie dann, sich umzu- drehen und ihr Haar über dem Racken hoch- zunehm<n, damit sie sehen könne, ob sie em gewisses Glückszeichen Hinten am Halse l>esähie. Als das Mädchen gehorchte, zog die Mörderin ein kleines Beil unter ihrer Taille hervor und tötete sie mit einem einzigen Schlag. Dann verließ sie unbemerkt das Haus. Der Tod der jungen Dame erregte aber großes Aufsehen, und die Polizei drang in die Behausung der Wahrsagerin, die in einer Vorstadt verborgen lebte. Man fand dort zehn klellie Aexte, die alle Flecken von Menschenblut trugen, zwei Revolver und eine Anzähl blutbefleckter Messer. Zm Verlauf der Untersuchung wurden über 20 Mordtaten einwandfrei festgestellt, die sie an ihren Besucherinnen begangen.
Ougen&frerbetge !i>pf. Sie tüg/i& Herbn-Swerk ist min= war ml dnem rollen : sMdewi 2155.46 M. Häuschens sichergeslelll, Zöchen betrieben wer- :bft das gastliche Heim offen stehen io bon Niesten nach M des Sänge« '-ii, in 2og=0 cmi 2.-4 Klasse zwischen mit Aufenthalt in Er' m., Grohen-Lmden ab
i M- ndeiung auf oer —Hießen. Dom zwischen Wetz-
a mV Muten stM pichen an 9.24 Dm. fcimähig schnelle n lAüstenum 3^* .. ftäniu zunehmende - r'.VW Krafta-v J '..v Abwicklung des riD Tran« tom*
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