'Rraftton als eine brauchbare grundsätzlrcye für KoalitkonsverhanDlungen an. Sie billigt einmütig »das Verhalten ihrer Anterhändler und ersucht sie, auf beschleunigte Lösung der Frage der Regierungserweiterung hinzuwirLn.
Bemühungen zur Beibehaltung der bisherigen Koalition.
(Eigener Informationsdienst.)
Berlin, 9. Oft. (Droh Meldung) Wie wir aus maßgebenden parlamentarischen Kreisen erfahren. sind gegenwärtig Bsmühun en im Gange, um den 'Fortbestand der bisherigen Minder he itsrcgierung Marx-Stre- semann bis Anfang nach st en Jahres zu sichern für den Fall, Daß die Bemühungen zur Ambildung des Reichskabinetts zu keinem Erfolg führen. Es ist nicht unwahrscheinlich. tafl dieser letzte Ausweg zur Vermeidung einer sofortigen Reichstagsauflösung beschritten wird, da das Auswärtige Amt der Mei- nu:ig ist, das) jetzt unbedingt die Frage des Eintritts Deutschlands in den Völk.räund geklärt werden muh. Die sozialdemokratische Partei hat die Fraktionen der Rege u gspar- teien wissen lassen, dah sie bereit sein werde, die Regierung Marx Str semann für .ine be i nmte Zeitdauer zu unterstützen. Wenn die Deutsche Volkspartei mit einer solchen Lösung einverstanden wäre, so würde man Prag amm- mäßig auf Reichstagsneuwahl n zu Beginn des nächsten Jahres binar eite t Es ist aber s e h r z we i f e I ha f t, ob sich d e Volks- partciliche Reichstagsfr-'tt o i mit einer derart.gen Lösung einverstanden erklären wird.
Die Parteiführer beim Kanzler.
Berlin 9. Oft. (T. El.) Dem Reichskanzler wurden heute die Entschließungen aller Parteien offiziell überreicht, jedoch lieh sich bis gestern abend eine Besprechung mit den Führern der Koalitionsparteien mit dem Kanzler nicht mehr ermöglichen. Sie wird voraussichtlich heute vormittag um 10 Ahr stattfinden. Ebenso tritt um 10 Ahr das Zentrum noch einmal zusammen, desgleichen um 2 Elhr die D em o kr a ten Die V o lks pa r t ei tritt um 4 Ahr zu einer Fraktionssihung zusammen.
Der Kampf um das Neichsroahlgesetz.
Der Widerstand der weiblichen Abgeordneten.
(Eigener Informationsdienst.)
Berlin, 9. Oft. (Drahtmeldung ) Angesichts der drohenden Auflösung d.s Rechet 5 bat sich das Kabinett bereits mit der F age be? äs- tigt, ob das ReichsWahlgesetz auch dann no , rom Reichstage verabschiedet werden soll, wenn der eigentliche Beginn ie: politischen A ssp.ache in diesem Reichstage nicht mehr in Aussicht genommen wäre. Die Meinungen darüber sind vorläufig noch geteilt. Heftiger Wider st and gegen den Entwurf wird vor allem von den Frauen aller Parteien g leistet. Der Entwurf siebt nämlich das Einmännersyste.n für jeden Wahlkreis vor, und die Frauen befürchten nicht mit Anrecht, dah sie, wenn dann jeder Wahlkreis nur einen Abgeordneten zu wählen hätte, in den Fraktionen noch mehr in das 5yntertreffen geraten würden, als es im Laufe der Entwicklung der letzten Jahre schon jetzt der Fall ist.
Die Frauen haben sich daher zusammen- gefchl offen, um in diesem Punkte eine Aen- derung des Entwurfs herbeizuführen, und s» werden in den nächsten Tagen die Besprechungen üb?r einen demokratischen Kom - prvmißvor schlag fortschen, der, ohne den Grundgedanken des Entwurfs anzutasten, den Forderungen der Frauen mehr entgegenfommt. Jedoch wird in den politischen Kreisen die Aussicht für eine Verabschiedung des Gesetzes nicht sehr günstig beurteilt, da die Reichsregierung in ihrer überwiegenden Mehrheit der Ansicht ist. dah jede Einberufung des Reichstages tunlichst vermieden werden müsse, wenn die Verhandlungen über die Regierungsumbildung scheitern sollten.
Die Vorbildung der preußischen Vo!ksschullehrer.
D e r 1 i n. 8. Oft. (WTB.) Wie der amtliche Preuhische Pressedienst mitteilt, hat das Staatsministerium in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, dah künftig Volksschullehrer und -Lehrerinnen ihre allgemeine wissenschaftliche Ausbildung auf den höheren Lehranstalten erhalten sollen. Der Eintritt in die pädagogische Ausbildung seht künftig die Ablegung der Reifeprüfung an einer neunstufi- g en höheren Lehranstalt voraus. Heber ,bic Gestaltung der pädagogischen Ausbildung, die jedenfalls nicht auf der Aniversität erfolgen soll, wird das Staatsminislerium noch wei- teve Beschlüsse fassen.
Die dänische Abrüstung.
Kopenhagen, 8.Oft. (Wolff.) 3m Folke- fping brachte der Finanzminister den H a u s - Haltplan für 1925 26 ein, der mit 369 Millionen Kronen bilanziert, einen Aeberfchuß von flirfa 8 Millionen aufweist. Der Verteidigungs- mini'Ier legt, ein Gesetz über die Ent- toaffnung der Armee und Marine vor. Das Kriegsminisierium und das Marineministerium f Dilen danach aufgehoben werden, ebenso die obligatorische Militärdienst p f l i ch I Ql.U Befestigungen sollen n i e- •Dcrgelegt teeren. Die Fabriken und anderen Einrichtungen des Heeres und der Marine sollen als zivile Unternehmungen des Staates Verwandur.g finden. Als Ersatz für die Armee wird ein P o l i z e i k o r p s errichtet werden, daS die G n geriD.rrmerie, die Zollverwaltung und die Polizei in der Bewachung der S'.cn3 < i Gewässer sowie in der Ruch. i i :. Ruhe uni) Ordnung unter» fiü“ - s-.' 113 für de Marine wird eine
sl 2 a i L c. - 5 >1 sienwache z- m Schuhe der - ' ! ' i r"' 1 - uO zu • Lll rocht er Haltung 1 i i -.t 3iit2r4ien in diesen Gewässern
Der Sturz des Kabinetts Maedonaid.
L o n d o n , 9. Oft. (Teluniou.) Bei der in der gestrigen AnterhauSsihung um 11.30 Ahr nachts stattgefundenen Abstimmung wurde der k o n s e r - vative Mihtrauensantrag gegen die Stimmen der Arbeiterpartei abgelehnt. Die Konservativen und die Liberalen stimmten geschlossen dagegen, da infolge der verwchrrenen Geschäftsordnung eine Stimmabgabe der Konservativen für ihren eigenen Antrag die Regierung gerettet hätte. Der liberale Abänderungsantrag wurde mit 364 gegen 198 Stimmen angenommen. Der P r e - mierminister wird heute vom König empfangen, und wie man annimmt, sich die Vollmacht zur Ausschreibung von Neuwahlen geben lassen. Heute um 3 Ahr tritt das Anterhaus wieder zusammen, wo der Premierminister eine Erklärung über die Absicht der Regierung abgeben wird.
Dfe'Debatte im Unterhaus
Die Sitzung des Anterhauses begann bei sehr starkem Besuch schon in ziemlich erregter Stimmung. Sir Robert Horne (Konservativ) ergriff sofort das Wort und stellte fest, das) die Aufgabe des Verfahrens gegen den' Kommunisten Campb ell durchaus ungesetzlich sei und in krassem Widerspruch zu de. bisherigen völlig u n P o l i t i s ch e n Gerichtsbarkeit in England stehe. Die englische Justiz habe nie geduldet, dah sich irgendwelche politischen Einflüsse in einem gerichtlichen Verfahren geltend machten. Er tadelte die Regierung aufs Schärfste, weil sie aus P a r t ei r ück s i ch t e n mit diesen althergebrachten Aeberlieferungen gebrochen habe. Ferner sei ihr der Vorwurf zu machen, dah sie die Verhandlungen des Kabinetts und des Gene- ralstaatsanwal'.es mit den zuständigen Behörden über diesen Fall nur unvollständig dem Parlament zur Kenntnis gebracht hätte. Das Verfahren, das die Regierung im Falle Campbells eingeschlagen hat, sei nicht nur ungesetzlich, sondern bedrohe auch die öffentliche Ordnung.
Hierauf verteidigte der Generalstaats- anwalt, Sir--»Patrie Hastings, die Maß- nähmen der Regierung und die von ihm getroffenen Anordnungen, indem er darauf h.nwies, dah jeder andere Staatsanwalt im Lande genau s o gehandelt hätte, wann ec in derselben Lage gewesen wäre. Hastings erklärte sich bereit, sämtliche Unterlagen dem Anter- hause vorzulegen. Er hätte wohl jelem anderen Kommunisten, der einen aufreizende i Ar- Ul l veröff.n. licht hat, den Pr-zest machen können, jedoch nicht einem Man n e wie Campbell, der im Kriege beide Beine verloren hat, schon allein das Menschlichkeitsgefühl verbiete dies. Ferner wies der Geieial» siaatsanwalt zu seiner Rechts r igang aif eine Abhandlung d.s Kconanwal.Lg hl,et hin, worin dieser bezweifelt, dah Campbeils Artt.el überhaupt als Aufreizung der Soldaten zurM.u- । tecei aufzufassen sei. Die DurchführungZeines der- artigen ungewissen Prozesses hätte nur den Kommunisten Vorteile gebracht. Er legte dem Anterhause einen Präzedenzfall vor, in welchem ein ähnlich liegender Fall nicht weiter verfolgt ist. Er schlug desyalb vor, den vorliegenden Fall ebenso zu behandeln.
Der Bürgerkrieg in China.
Paris, 9. Oft. (T. A.) Eine Havasmeldung aus Schanghai besagt, dah die Truppen T s ch a n g TsoLinscunI. Oktober inSchanghaiein- gebrungen sind. Es kam zu heftigen Strahen kämpfen. Auf beiden Seiten hat es schwere Verluste gegeben.
Auf die letzte Rote der auswärtigen Delegationen hat Tschang Tso Lin erklärt, dah seine Armee Peking angreifen wird, weil sich das Hauptquartier des Gegners in der Stadt niedergelassen habe. Von einem Angriff würde abgesehen werden, wenn eine Aebersiedlung des Hauptq uartiers nach einem andern Ort veranlasst werde. Sun V a t Sen, dessen Versuche, eine Armee zur Verstärkung der Tschekiang-Truppen aufzubringvn, fehlgeschlagen sind, wird nach einer Havasmeldung wahrscheinlich China an Bord eines Kriegsschiffes der Sowjetregierung verlassen.
Neue spanische Niederlage in Marokko.
Madrid, 9. Oft. (TA.) Wie aus Tanger gemeldet wird, hoben die Riffleute im Tal zwischen aLraiche und Scheschauen einespanische Kolonne umzingelt und vollständig a u f g e r i e b e n. Scheschauen soll von den Ka- bilen wieder vollkommen eingenommen sein. Der spanische General Sezano befindet sich mit 14 Soldaten in schwer bedräng ter Lage.
Aus aller Welt.
Die Auslieferung des Grzberger- mörders Schulz verweigert.
Budapest, 9. Oft. (Tel.-An.) Wie der „Deal. Lok-Anz." aus Budapest meldet, hat der Iust izminister die Auslieferung Schulz's verweigert.
Der Düsseldorfer Bilderdiebftahl.
Düsseldorf, 9. Oft. (TA.) Die verhafteten Gemäldediebe sind als der aus Wien gebürtige 31jährige Dr. I. M. Huppert, wohnhaft in Reuyork, und der aus Reusalz stammende 31jähr. Kaufmann M. Bergewski identifiziert worden. Die Festnahme erfolgte unter den abenteuerlichsten Amständen. Die beiden Diebe haben ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Angelegenheit nimmt insofern eine sensationale Wendung, als die Diebe namhafte Persönlichkeiten des Düsseldorfer Kun st lebens' als Mittäter bezichtigen. Aeber die Richtigkeit dieser Angaben wird der Staatsanwalt zu entscheiden haben, der mit der Aufklärung beauftragt ist. !
Entgleisung eines Expreßzuges.
Rom, 9. Oft. (TA.) Der von Paris kommende Exprehzug ist gestern bei SantaMargherüa di Liguria entgleist. 6 Reisende wurden getötet und 15 verwundet.
Plratenunwesen in China.
Rach einer Havasmeldung aus Schanghai haben 30 Piraten sich auf den Dampfer Ring- Schi, der den Personenverkehr zwischen Schang-
Der Premierminister stellte darauf fest, dah er in jeder Hinsicht völlig richtig gehandelt habe. Diese Feststellung müßte dem An.er hause genügen.
Sir John Simon (liberal) stellte darauf den Antrag, einen Anterausschuh zur eingehenden Antersuchung des Falles emzusehen. Er soll besonders aufkläven, inwieweit der Generalstaatsanwalt durch parteipolitische Beweggründe beein- fluht worden sei. Für einen Premierminister sei es verhängnisvoll, sich in die Angelegenheiten eines Generalstaatsanwaltes einzumischcn. Er persönlich sei Der Ansicht, dah das Verfahren gegen Campbell auf Betreiben der Anhängerschaft des Premierministers eingestellt worden sei. Macdvnald wies demgegenüber darauf hin, dah die Annahme des einen sowohl als auch des anderen Antrages das Ende der Regierung bedeute. Sobald das Land imstande sein werde, ein eigenes Arteil in gerechter Weise über die Regierung zu fällen, werde auch die, Regierung wieder zur Macht gelangen.
Nach der entscheidenden Abstimmung.
London, 9. Oft. (Sil.) Rach dem Schluß der gestrigen Anterh M itzung kam es in ien Waiuvlgängen d.s .Anterhauses zu Kundgebun- n Dori hatte sich eine große Anzahl von Anhängern Macdonalds eingefunden, die ih.i demonstrativ begrüßten und die „R o t e Flagge' sangen. Konserv ckive P-arlarne ch i - gli.der stimrn.en darauf das „God save the King" an. Der Premierminister war e von einer groben Menschenmenge nach fti.iem Hause begleitet. Er erklärte zum Abschied an Der Sa)welle seines Hauses: Jltaa habe eine schwere Zeit in den 8 Monaten gehabt und e3 sei ein Fehler gewesen, der R.gierung heute ab: d eine Riederlag: bezubrin^en, aber es sei nicht das Letzte, was man von ihm und "der Arbeiterpartei '5ßre.
Rach der allgemeinen Meinung wird Mac- Donald auf Reuwahlen bestehen. Das Datum steht noch nicht fest. Die Mehrzahl der Blätter rechnet mit dem 8. Rovember. An diesem Tage finden aber Gemeindewahlen in Schottland fta.t, so dah mit der Verschiebung der Wahlen bis zum 15. 11. gerechnet wird.
3m Spiegel her Pariser Presse.
Paris, 9. Oft. (TA.) Die Rach richt °von dem Sturz Ramsey Macdonalds wurde gegen Mitternacht in Paris bekannt und hat in den politischen Kreisen, obwohl sie keineswegs überraschend kam, gewaltige Sensation erregt. Den einzelnen Phasen der Anterhaus- dcbalte war man mit ungeheurer Spannung gefolgt. Die gröberen Pariser Blätter standen in ständiger telephonischer Verbindung nrit ihren Londoner Vertretern. Der AuLgang der Debatte konnte bis zum letzten Augenblick nicht vorausgesehen werden. Als jedoch bekannt wurde, dah der Kolonialminister Thomas die Absicht der Arbeiterregierung bestätigte, sowohl gegen den Antrag der Konservativen wie auch gegen das liberale Amendement zu stimmen, da gab man das Kabinett Macdonald für verloren.
Hai und Fou-Tschu vermittelt, eingeschlichen uü> die Besatzung nach heftigem Kampfe überwältigt. Sie plünderten 300 Reisende, Darunter 1 Ausländer, aus und haben bei Hongkong, mit einer ungeheuren Beate beladen, Land betreten.
Aus Stadt und Land.
Gieben. den 9. Olt. 1924.
Wirtinnen.
^an viuh sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben, wenn man nicht ein Gefühl der Dankbarkeit gegen seine Wirtinnen im Herzen behalten hat, denn sie mögen noch so unvollkommen gewesen sein hinterher verklärt sich ihr Bild doch und nimmt •3üge an, die es liebwert machen, so daß man gern daran zurückdenkt und davon spricht.
Auch heute gibt es noch Wirtinnen von echtem Schrot und Korn. Viele von ihnen haben zwar auch unter dem Druck der Zeitverhältnisse ihr gutes Herz mit einer Art Stahlpanzer umgeben, aber zwischen den einzelnen Stahlfchuppen quillt dann doch immer wieder das herzliche mütterliche Gefühl hervor, das eine solche brave Frau nun einmal für einen jungen alleinstehenden Menschen hat. Er ist von seiner Mutter fort, muh sich in der Fremde selbst umtun, für feine Wünsche sorgen, das Geld einteilen, daß für die Abendmahlzeit auch noch etwas übrig bleibt — o, es gibt so viele Ausgaben, an die die Jugend nicht denkt, und da muß er doch jemand haben, der ihm zur rechten Zeit sagt: So geht das nicht weiter!
Wenn er es ganz besonders gut trifft, dann ftndet er eine Wirtin, die entweder selber keine Kinder gehabt hat und einen nun bemuttern will, ober eine andere, deren Kinder ihren Flügeln entwachsen sind und sie nicht mehr brauchen Diese Frauen sind viel zu sehr daran gewöhn^ für einen zu sorgen, als dah sie dieses Gefühl entbehren konnten. And nun nimmt sie einfach Mutterstelle an diesem etwas verlassenen Jüngling wahr, für den sie dann mit Liebe und Eifer sorgt, wobei sie gar manchmal auch des Guten etwas zu viel tut.
Eine Erfahrung habe ich aber mit Wirtinnen gemacht, Die mir zu denken gab; es ist Tatsache, dah sie lieber Herren als Damen nehmen, auch wenn alle Vorsichtsmahregeln im anberen Falle getroffen sind. Junge Leute mit einem Bari scheinen sich vermutlich lieber bemuttern zu lassen als junge Leute ohne Bart. Einen plausiblen Grund dafür hat mir noch feine meiner lieben Wirtinnen zu sagen vermocht. Die eine meinte nur ganz naiv: „Ach Höven Sie mit den Mädchen aus, ein junger Mann ist doch was ganz anderes."
Wer will da mit ihnen Darüber rechten! Sie mögen ihre Sympatie schenken, wem sie wollen, wenn sie nur brav und treu sind und das Herz auf dem rechten Fleck haben. And so sind wohl auch heute noch die meisten von ihnen. H. H.
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** Eine Personenstandsaufnahme nach dem Stand vom 10. Oftober wird im Bc- kanntmachungsteil unseres heutigen Blattes an- gekündigt. Man beachte die Bekanntmachung.
Der Vtestener Wocyenman: begrünt vom nächsten Samstag ab erst um 8 Ahr morgens. Der wagenweise Verkauf von Kraut, Kartoffeln und Obst findet nur auf dem Oswalds' garten statt.
** Der nächste Rindviehmarft in Gießen findet am Donnerstag, 16. Oktober, statt.
** Gegen die Radio-Zaungäste. Wie die Berliner Blätter melden, ist in jüngster Zeit an dielen Orten beobachtet worden, baj iie Zahl Der Radioschwarzhörer in ständig m Steigen te- griffen ist. Am Dem ungesetzlichem Treiben ein Ende zu bereiten, will die Postbehörde nu :me,r einen regulären Felvzug gegen die Schwarzhö er emleiten. Sie will sich nicht mehr alki t auf Die Anzeigen aus Dem Publikum stützen, w d.rn man gedenkt auf Grund eines bestimmten Planes sogar Haussuchungen vorzunehmen.
♦* Der Schutz- und Polizeihund- Sportverein Gießen 19 2 2 kündigt in unserem heutigen Blatte eine Landes-Verbands- Prüfung für Polizei- und Schuhhunde auf den 11. und 12. d. Mts. an. Man lese die Anzeige
Wettervoraussage.
Etwas ruhiger, wechselnde Bewölkung, Sem* Pera tu reu ein wenig steigend, ohne Riederschläge von Bedeutung.
Vornotizen.
— Tag eskalender für Dvnn ers tag. Gießener Radfahrer-Verein 1885: Ordentliche Jahres-Hauptversammlung 8V2 Ahr im „Hessi- sHen Hof". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Olur auf den Bergen wohnt das Glück" — Astoria-Lichtspiele: „The Fox".
Landkreis Giessen.
t Grünberg, 8. Oft. Aus oer heutigen Gemeinderatssihung ist zu berich en: Die Mlttetlung d:s Kreisamts, daß Der Stadtrat die Gebäude st euer auf 4 Pf., die Steuer für landwirtschaftlichen Grundbesitz auf 14 Pf., die S ondersteuer auf 60 Pf. pro 100 Mk. für das Rechnungsjahr 1925 genehmigen solle, wurde angenommen, ebenso eine Aenäerung Des Orisstaiutes b tr. das Wiegegeld. Der Antrag des Friedr. Kaus betr. ileberWfung eines Bauplatzes in Der Ga-rtenstrahe wurde genehmigt unD bestimmt, daß Der OuaDratmetec 1,20 Mk. kosten sdll. Stadtvat Keller regte an, zwei Bauplätze für Minderbemittelte in Aussicht zu nehmen. Aeber diesen Antrag soll während des Winters verhandelt: wrrden. Dir Frankfurter Allgemeine Ha f tp f 1 icht versi che ru ng ha' beim Kveis- amt borg:schlagen, Den Gemeinden beta/.n zugeben, daß, wenn die Bersich^ruirgspräm e 1 aus zehn 3al>re im vo aus bezahlt würden, Den zahlen, en Gemeinden 21 Freijrhoe gewährt werden würden. Die Kreiskasse hat sich crbvien, De 1 Betrag ebtl. zu zahlen und später in Anrechnung zu bringen. Der Antrag der Versicherungsgesellschaft wurde zurückgestellt. Der Beigeordne.e gab hierauf den Vertrag mit dem am 6. 9. neu eingetretenen Schäfer bekannt, worin sich Der Schäfer verpflichtet. Die Scha.e nrorgens 10 Ah.- ans Dem Pferch zu lassen, andernfalls er eine Strafe von 1 Mk. zahlen muß: ferner, daß Die Schafe feinen Schaden anrichten und daß bei jedem Schafe, das zur Herde kommt, eine tierärztliche Beschönigung vc-rliegen muh, to.Dri e i = falls er mit 10 Mk. bestraft wird. Fnmer ha. er den Anordnungen des Bürgermeisters und des Obmanns Der Schafkommission Folge zu leisten und Die nötigen Aufklärungen zu geben. Die Kü- d gung kann nur am 1. Oktober jeden Ia'r s erdigen, andernfalls läuft Der Vertrag wei er. Das Gehalt beträgt, außer Kleini cküten, 66 Mk. Pro Mlonat. Konrad Bock ersucht, ihm Den Steinbruch an Der Licher Eisenbahn zu überlassen unter Der Bedingung, daß Die Stadt wäh^ rend Der Inbetriebnahme dieses S einbruches Drei Monate keine Stein? aus ihren Brüchen verkauft und auch während diöser Zeit von anderen Per- soiren aus städtischem Eigentum keine Steine gebrochen werden Dürfen, ferner Darf die Stadt keine Steine unter 3 Mk. pro Meter abgeben. In dem ersten Jahre kann von beiden Seiten keine Kündigung erfolgen, später von V» M V2 3äbr. Der Pachtpreis wird später festgesetzt, auch ist Die Stadt befugt, den Bruch späterhin zu verkaufen, wobei Bock das Verkaufsrecht erhält. Der Meldeapparat des Wasserstan- des im Wasserbassin ist nicht in Ordnung. Cs wurde beschlossen, Die Leitung ordnungsmäßig herzustellen. Liach Mitteilung des Vorsitzenden sollen Gerüchte in Umlauf sein, nach Denen bei Dem Rückmarsch der Truppen die Stadt 4000 Mark Quartiergelder erholien haben soll. Es sind nicht 4000, sondern nur 2600 Mk. ge- wesen. Der Stadtrat habe damals bestimmt (es war im Oktober 1920, wo Die Inflation schon im Gange war und das Geld nur noch Den Wert von 130 Goldmark hatte), daß das Geld in die Gemeindekasse fließen solle. Die Sache fand mit Dieser Erklärung ihre Erledigung. Runmehr beschäftigte man sich wieder mit der Bürger- meifter frage, wobei S adlrat Schmidt II. Den Vorsitz führte. Er berichtete über eine Anter- redung, die er mit dem Bürgermeister über dessen Pensionierung gehabt hatte und wobei der Bürgermeister geäußert habe, daß er mit Dem Vorschläge Des Stadtrates nicht einverstanden sei. Dagegen erflärte Stadtrat Schweihguth, der Bürgermeister habe ihm mitgeteilt, er sei mit der ihm gestellten Frist nicht zufrieden, sein Rücktrittsgesuch und das Gesuch um Pensionierung mit ärzlichem Attest habe er aber eingereicht Die Angelegenheit wurde bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt.
I) L i ch, 8. Ott. Ein interessanten Streitfall, der in unserer Stadt schon feit mehreren Zähren lebhaft erörtert wird, kam in der jüngsten Gemein deratssitzung zum Abschluß. Es handelt sich um Die Verteilung des Ortsbürgernuhens. Der Orts- bürgernuhen wurde b's zum Jahre 1867 in Holz gewährt, und zwar c t jeder Orts bürg er jährlich 1,6 Rm. Duchenscheiter, 1,6 Rm. Buchenknüppel und 78 Buchen-Wellen gegen Ersah dec Erntekosten. Damals beschloß Der Gemeinderat den Aebergang zur Geldabfindung wegen der großen Verschiedenheit in der Qualität des Holzes und Der alljährlich vorgekommenen häufigen Beschwerden. In Den 80er Jahren ist man verschiedentlich zur R a t u r a l D c r t e i l 1 n g zurückgekehrt. Eine solche ist aber seit Dem Jahre 1891 vollständig unterblieben. Die unliebsamen Degleiterscheinungen Dec Papiergeldwirtschaft Der letzten Jahre ließen in der Bevölkerung immer dringender den Wunsch nach einer Rückkehr zur Holzverteilung laut werden. Der Ge-


