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9.8.1924
 
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recht traute. Anstatt des Schneefalls Hots Regen gegeben, schier endlos, und die weihe Linnen» decke hat sich in trostlosen Sumpf gewandelt. Im­merhin, allmählich sind doch die Blattknospen an Strauch und Daum reifer und dicker geworden, und Wald und Wiesen nahmen einen leiht grü­nen Schein an. Eines Tages hat der Gestrenge im Grunewalder Bruch an der Pleiske z'vei Schnepfen geschossen und triunchhierend nach Haus gebracht.Beate, der Frühling ist da!" la. er gerufen, als ob das Lenzen ihm neues Hoffen in die zage Seele gösse. And der jungen Frau war's nicht anders. Wahrend sie die Langschnäbel vor sich in der Pfanne hatte und M? speckum- wickelten Brüste begoß, sagte sie fröhlich vor sich hin:Die ist für Bater und die ist für meinen Ehrislel!" Die letzte war aber die feisteste und bekam noch einen besonderen Löffel Butter. Wie sie das mertte, lachte sie, und dann ertappte sie sich selber, baß sie, so mit halber Stimme, ein Liedchen sang:Der Frühling ist lummen, es blüht schon der Wald ."

Das hatte freilich noch seine Zeit, bis daß der Wald blühte.

Run tummelten sie sich auch in Friedrichs Hauptquartier. Denn die Friedenshoffnuagen, d.e der König gehegt, waren arg in die Brüche ge­gangen. Am Meisten zog er sein H::r zusammen, wartete, dah der Zauberer Dann ihm '"ine Sh lacht ermögliche. Einmal hörten die Pagen, wie er zu seinem getreuen Vorleser Cack irr ihm ins Winterquartier gefolgt, hmimerDo.i a to:Ich hab' heut den ganzen Tag gegrüb.lt und trenn mich nicht die Pflicht festhielte, ward - i h alles preisgeben. Ich bin am Rande des Abgrandes."

(Fortsetzung folgt.)

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Nr. 186 Zweiter vlatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyefsen) Samstag, 9. August |924

Das englisch-russische Abkommen.

London, 7. Aug. (WB.) Im Anterhaus erklärte heute Macdonald, es sei seine Ab­sicht, das Abkommen mit der Sowjetregierung s o- fvrt zu unterzeichnen. Einen Antrag Sir Robert Hornes, den dieser für die Kon­servativen eingebracht hatte, die Anterzeich- nung bis Anfang nächster Woche aufzuschie ° ben, lehnte er ab. Auch ihn stelle das Ab­kommen nicht ganz zufrieden, aber er glaube, dah es das B e st e darstelle, das erreicht werden konnte. C l y n e s wandte sich unter dem Beifall der Arbeiterpartei gegen die Kri­tik Hornes, der erklärt hatte, das Abkommen sei geeignet, Verdrehungen, Kniffe und Vorspiegelun­gen herbeizuführen. Die Regierung sei willens, <m der Entscheidung fe st zuhalten, die das Anterhaus oder das Land hinsichtlich des Ver­trages treffen werde. Das Anterhaus vertagte sich dann bis zum 30. September.

Im Oberhaus erklärte Lord Curzon, der englisch-russische Vertrag bestehe darin, alles zu geben und nichts zu nehmen.

*

! Die russische Politik hak ihren Londoner Er­folg in der Hauptsache Deutschland zu ver­danken, das als erste europäische Grohmacht die volle de jure Anerkennung aussprach und ein sestumrissenes Wirtschaftsabkommen mit der Sow­jet-Regierung abschloß. Ohne Rapallo hätte die Howjet-Regierung nicht die Möglichkeit gehabt, sich gegenüber den anderen europäischen Regie­rungen durchzusetzen, denn der deutsch-russische Vertrag von Rapallo war die erste wirkliche Legitimation für das russische Sowjet-System durch eine europäische Großmacht.

Darüber hinaus steht es ganz auster Zweifel, dah der deutsch-russische Konflikt bei den Verhandlungen zwischen England und Ruhland eine austerordentlich grohe Rolle gespielt hat. Für die russische Politik war Deutschland dabei das willkommene Objekt einer raffinierten Geschäfts­taktik, die von russischer Seite geradezu bewun­dernswert geschickt angewandt wurde. Als die englisch-russische Konferenz zum ersten Male in ein schwieriges Stadium geriet, kam den Russen der Zwischenfall in der sowjet-russischen Handels­vertretung in Berlin äuherst willkommen. Sie sprachen den Wirtschaftsboykott gegen Deutsch­land aus und animierten somit die englische Ge­schäftswelt, nunmehr die Situation auszunutzen, um schleunigst eine Reihe von wirtschaftlichen Ab­machungen unter Dach und Fach zu bringen, noch ehe es Deutschland gelingen Eönne, seinen alten Einfbih in Ruhland zurückzuervbern. Die Lon­doner City war allerdings schlau genug, den russi­schen Trick zu durchschauen. Es war ihr aber nicht möglich, den Russen auf die Dauer das Zuge­ständnis größerer Wirtschaftskredite zu verwei­gern. Run hakte aber die englische Regierung ein und versuchte, von der Sowjet-Regierung eine Reihe von Zugeständnissen hinsichtlich der Anerken­nung der alten Zarenschulden zu erreichen. Den Russen gingen diese Forderungen zu weit, und sie schlossen daher im geeigneten Augenblick einen Dm-gleich mit Deutschland, so dah die Engländer stark beunruhigt wurden und ihre Forderungen er­heblich ermäßigen muhten.

Als der englische Regierungsverttetsr im Llnterhaus das Ergebnis der englisch-russischen Verhandlungen mitteilte, erhob sich in den Bän­ken der Opposition lautes, wi<cherndes Gelächter, in das schliestlich auch die Regierungsparteien ein« stimmen muhten. England weist sehr genau, dast es von der schlauen Sowjetdiplomatie gründlich hineingelegt worden ist, aber man ist nun einmal entschlossen, die bittere Pille zu schlucken und die Russen nun endlich einmal mit den alten An­sprüchen in Ruhe zu lassen. Macdonald hat zwar keine erheblichen englischen Interessen opfern müssen, aber er hat sich gezwungen gesehen, den Bolschewisten eine gclbene Drücke zu bauen. Rach Den vielen Monaten schwieriger Verhandlungen kann die russische Delegation die Rückreise nach Moskau mit dem Bewußtsein antreten, den hart­gesottenen Engländer durch eine noch gröbere »Hartgesvttenheit" übertroffen zu haben.

Dieantimilitariftischen" Kommunisten.

Ser1 Kommunismus hat in den letzten Tagen arge Schlappen erlitten, und besonders seine deut­schen Propheten, die die 10. Wiederkehr des 'Tages des Kriegsbeginns zu Gastspielen inr vormals feindlichen Belg ien und Frank­reich benutzten, mußten am eigenen Leibe er­fahren, dast sich mit schönen Redensarten auch auf dem Boden des Kommunismus die Rationen

nicht finden können. Die deutschen kommumsti- schen Reichstagsabgeordneten H ö l l e i n , Schwarz und Da rtels haben besonders gute Erfahrungen" in Frankreich sammeln können. Höllein wurde des Landes verwiesen. Schwarz in St. Quentin nieder­geschrien und Bartels muhte durch fran­zösisches Militär vor der erbosten Menge x n S i che rheit gebracht werden. Schlimmer noch erging es einem Kölner Kommunisten Kessel, der heute noch von den Belgiern in Derviers in Haft gehalten wird. Man darf nun nicht erwarten, dast die deutschen Kommunisten durch derartige Enttäuschungen zur Vernunft ge­bracht werden könnten, auch wenn sie das von ihnen so oft und laut gepriesenedemokratische Frankreich" eigentlich eines besseren belehrt haben mühte.

Die deutschen Kommunisten wollen sich auch gar nicht belehren lassen. Bessere Erkenntnis der tatsächlichen Dinge wäre ja ein nie wieder gut» zumachex^er Rachteil für ihr Agitattonspro- gramm.

Wie wenig ernst es den deutschen Vertre­tern des Kommunisnrus mit ihrem angeblichen Kampf gegen den Imperialismus und Militaris­mus ist, zeigt am deutlichsten das Verhalten der Konirnunisten und ihrer Brüder zur Linken, der Syndikalisten und Aniomsten i m besetz­ten Rhein- und Ruhrgebiet. Auch ge­

legentliche Fuhtritte durch die fremden Militärs hindern sie nicht, wenn auch nicht in allen Dingen, so doch oft genug, die denkbap besten Beziehungen zu der Besatzung zu unterhalten, wenn es gilt, deutschen Behörden und den anderen deutschen Parteien eins auszu­wischen.

Es ist noch unvergessen, dah zur Zeit der gröhtcn Wirtschaftskrise im Ruhrgebiet dielinks­radikalen Elemente in ihrem Kampf gegen die Anternehmer die Desatzungsbehörden um Hilfe angingen. Bekannt ist auch, dah die Son­derbündler große Hoffnungen aif Kommu­nisten und Syndikalisten setzen, wozu sie wohl auch genügend Grund haben.

Die Ausweisung führender saarländischer Kommunisten durch die Regierungskommiision und ihrer Pariser Hinterleute konnte im übrigen be­setzten Gebiet dieses herzliche Einvernehmen nicht im geringsten trüben.

Es ist tief bedauerlich, dast sich deutsche Arbeiter immer noch von gewissenlosen kommu­nistischen Agitatoren zu verstecktem oder offenen Kampf gegen die deutsche Republik aufputschen lassen, ohne zu erkennen, dah sie damit n ir die, Geschäfte unserer Gegner besorgen, die alles tun, um die Aneinigkeit im deutschen Volke z r schüren, innerhalb ihrer eigenen Grenzen aber sich den Buckel fein sauber halten.

Landwirtschaft und Gartenbau.

Pflege der Pferdehuse.

Ein guter gesunder Pferdchuf ist für jede Pferderasse von grostern Vorteil. Kranke Hufe haben gewöhnlich eine kürzere Gebrauchsfähigkeit der Acker- und Wagenpferde im Gefolge. Acker- Pferde, die stets gewohnt sind, im bebauten Acker oder auf weichen Landwegen zu gehen, find an den Hufen sehr empfindlich, wenn sie längere Zeit auf hartem Pflaster arbeiten resp. gehen müssen. Hat ein Fohlen gesunde Hufe zur Welt gebracht, so soll man durch sachgemäßes Beschneiden und passende Auswahl der Hufeisen dafür sorgen, dast die Hufe gesuird bleiben. Ein grober Teil der an den Hufen leidenden Pferde bekommt^ die Lei­den schon in den ersten Fohlenjahren. Läht man in dem Fohlenstall die Jauche stehen, so dast das junge Fohlen lange Zeit in dieser Hauchebrühe stehen muß, so tritt schon in der Jugend die Strahlkrankhrit ein. Diese verbreitet sich dann schnell, so dah das junge Fohlen schon in_ der Jugend empfindlich im Auftreten wird. Müssen Fohlen und auch junge ausgewachsene Pferde im Sommer längere Zeit auf feuchtem Boden stehen, so laufen die Hufe bei Wiederholungen Gefahr, zu faulen. Welcher Schaden hierdurch entsteht, muh der Besitzer selbst wahrnehmen, weil das Pferd empfindlich an den Hufen ist, und dieFäul- nis auch hindert, das Pferd verkaufen zu können. Erfahrungen haben auch gelehrt, dast der Kuh- bung zum Einschlagen und Weichmachen der Hufe nicht so geeignet ist, als ein guter Lehm. Letzterer bindet besser, während das in dem Kuhdung auf» gespeicherte Ammoniak dem Huf sehr schädlich ist. Man nehme dehsalb für diesen Zweck geschmei­digen klebrigen Lehm, der gesuirde Hufe wachsen läßt. Ist das Hom am Huf dicht verwachsen, so kann es sich aber leicht spalten, wenn hohlge­richtete Eisen untergeschlagen, welche mit dem Tvagrand nach innen gekehrt sind. He schräger die Tragwand ist, desto mehr pressen sich die Trachtennägel von dem Tragrand am Hinterteil zusammen. Dies hat im Gefolge, daß die Krone des Hufes sich mehr ausdehnt, so daß die Horn» wände diesem Druck nicht widerstehen können und spalten mehr oder weniger stark. Soll derPferde- huf durch Bequem sitzende Hufe normal und ge­sund bleiben, so müssen die Eisen an der Innen­seite mit der Huflvcrnd paralysieren. Beim Schnei­den der Hufsohle ist zu beachten, daß der Schnitt horizontal ist. Sie muß nach der natürlichen Ent- rvicklunq der Fesselpariie geformt fein. Ist die Hufsvhle nach dem Beschlagen anders geschnitten, so wird das Hufeisen unbequem im Tragen sein, was veranlassen sollte, den Beschlagschmied da­rauf aufmerksam zu machen. Die Hufwände sind bei den einzelnen Pferdeschlägen sehr verschieden stark. Demzufolge faint bei den dünnwandigen Homwänden Wohl leicht ein Vernageln der Hufe stattfinden. Der Beschlagschmied be chägt deshalb auch lieber Hufe mit dicken Wänden als mit dünnen Wänden. Ost können im Hof sihenge- bliebene Ragelstumpfen das Vernageln in die Wege leiten, wie denn auch sehr vertretene Hufe schlecht einwandfrei zu beschlagen sind. Beschneidet man die Hufe, so sollen diese in keinem Fall zu stark 'ausgeschnitten werden, um den Einzelhuf in seiner ganzen Form nicht zu verklernem. Man hüte sich auch, dem Pferde, besonders dem jungen, erstmals Hufe tragendem Hungtter, zu enge oder

auch zu weite Hufe zu geben, weil diese die Veranlassung zur Vernagelung des Hufes sind. Dor allen Dingen nehme man auch Lin? zu tief gelochten Eisen für Hungtiere, weil d.e e eben­falls nicht dazu geeignet sind, dem jungen PserLe das Tragen der Hufe bequem zu machen. Sehr- gefährlich ist die Strahlseule, die auch schon b im Fohlen durch Rissigwerden des Strahles inf l;e von feuchter Streu austritt. Ist der Strah' rissig, so bringen die Stallgerüche und die Bakterien in diese Risse ein, wodurch das Faulen des Strahls forciert wird. Hat das junge Pferd mit der Strahlkrairkheit zu kämpfen gehabt, so er­scheint sie bald wieder um n> schneller, trenn nicht für einen trockenen Stall und reiche Bewegung des Pferdes gesorgt wird. Kranke Pferde soll man, um die Strahlfäule zu ter hüten, öfters be­wegen Sind Risse im Strahlgrund, so sind diese sorgfältig zu reinigen und mit Eisig befeuchteter Wolle auszufüllen. Tritt die Sttahlfäule sehr stark auf, so ist ein Tierarzt notwendig. Vor allen Dingen muß der Strahlkrankheit entsprechend der Beschlag vorsichtig getätigt sein.

H. Barfuß- Erfurih.

Un&rautfrete Gartenwege.

Eine wenig schöne Arbeit ist es, Gartenwege von dem lästigen Ankraut zu befreien. Kaum ist die Arbeit getan, da erfdjeint am Anfang des bearbeiteten Weges erneut das Ankraut. Am dieser Plage Herr zu werden, ist es ratsam, den Gartenweg neu herzurichten, und zwar so, daß das Wachsen des Ankrautes ein für allemal verhindert wird. Am einfachsten ist eis, den Weg mit alter Dachpappe zu belegen und darauf eine dicke Kiesschicht zu legen. Die Pappe tritt sich fest an ten unteren Weg an und das Durch­dringen des Ankrautes hat ein Ende. Ratürlich kann dieses Verfahren nur angewandt werden, wenn man reichlich alte Dachpappe zur Hand hat. Eine Reuanschaffung würde reichlich teuer werden. Ein zweites Mittel wäre folgendes: Man begießt die Gartenwege, wenn sie recht trocken sind, mit starker Salzwasserlauge und wiederholt den Guß in Zwischenräumen. Ankraut kann Salz- wasser nicht vertragen unb geht zugrunde. Auch eine 35 Zentimeter dicke Schicht Gerberlohe un­ter der Kiesauflage verhindert das Wachsen des Ankrautes.

Fragekasten.

Frage 39: Mein 26 Jahre alter Kirschbaum leidet an Harzfluß. Alle bisher angewandten Mittel sind erfolglos geblieben. Einige Aeste sind bereits abgestorben. Der Baum steht in fettem CBoben. Was ist zu tun, um den Ausfluß zu stillen?

Antwort: Gummifkuß, wie der technische Ausdruck heißt, denn Kirschbaumharz ist in Was­ser löslich, ist eine häufige Erkrankung der Kirsch­bäume, an welcher besonders Süßkirschen leiden, bedingt durch eine chemische Amwandlung des Zellgewebes. Die Arsache dürfte in diesem Falle in zu feuchtem, nährstoffreichem Boden zu suchen fein. Süßkirschbäume lieben etwas sandigen Boden und freie Lage. ®nttixrfferung, Lockern des Bodens mit gleichzeitiger Kalkdüngung im Herbst, Wegschneiden der kranken Aeste und Aus­

schneiden der anderen erkrankten Stellen mit nach olgendem Verstreichen mit erwärm en -Seer füh­ren meist, aber nicht immer, zur Gesundung eines vlchen Baumes.

Frage 40: Meine Hühner sind mit einer merk­würdigen Krankheit behaftet. Die Zungenspitze hat den bei Hühnern häufig oortommeibca Be­lag. In Verbindung mit di.-sem Erschein -n zeigt die Kopfseite eine C^schwulst, die die Größe <incc Walnuß erreicht. Die Tiere find zeitweise trotz dieser Erscheinung gan', munter, geben aber doch zum Teil ein. Wie kann man die e Kranlh.it bekämpfen?

Antwort: Vermutlich hondeft e si i um Diphtherie. Der Hals muß mit einem Walte- bäuschchen, welches man an einem Stibche be­festigt und mit einer bünnen, 1 proy.mtig n ck.eo- linlösung befeuchtet, ausgettipst w.rdm. i Ab­szesse öffnet man und wäscht sie mit der gleichen Kreolin-Lösung aus.

Frage 41: Was ist zu tun, wenn mein Him­beersaft nach folgendem Rezept hcrgestellt lat und er nicht klar geworden ist? 3 Pfund Him­beeren, 1 Liter Wasser 35 Gr. Zi.ranenstu e, ein halbes Päcken Saliyl 2 Sage stehen f vf.cn und öfter vorsichtig umr ihren. Dann über Ra t den Saft durch ein Tuch lausen lallen 'n cht drücken) und auf einen halben Li er Sack 1 Pfd. Zucker. Dieses so lange ruh. n. cs klar ist. Dann abermals durch ein Tuch laufen lassen und in geschwefelte Flaschen füllen.

Antwort: Wenn der fertige Saft mit dein Eiweiß evtl, unter Zusatz von Salcum. 2,55 Gr. auf einen Liter gemischt, einmal günbli.h auf ge­kocht, abgeschäumt unb dann durckg s iht wird, dürfte er klar werden. Wenn er nicht au gemocht werden soll, so kann er nur bei ruhigem St hen- und Absehenlassen sich nach und nach en. * in n klaren, haltbaren Himbeersaft erhält in in le' f ' = genber Herstellungsweile: Man stelle den aus e preßten Saft an einen luftigen, kühl n Ort un) bedecke das Gefäß mit einem leichten iiubereu Tuch. Die bald einfeßenbe Gährung ifPb.-enbet, wenn der Saft klar erscheint, was je n«h der Witterung in 58 Sagen der Fall fein wird. Alsdann wird die sich gebildete Haut abgenom­men, der klare Saft vom Bodensatz behutsam abgegossen und mit anderthalb Pfund Zucker auf den Schoppen Saft durchg.kocht. In saubere Fla­schen gefüllt, hält sich der Saft, gut verkorkt, jahrelang.

Wirtschaft.

Vorläuftg keine allgemeine Aufwertung von Stadtanleihen.

Gewisse Interessentenkreise verbreiten in der Oeffentlichieit Rachrichten, wonach mit einer all­gemeinen Aufwertung deutscher Städteanleihen zu rechnen sei. derartige Hinweise kehren neuer­dings besondrrs häufig in den Wochenberichten von Dankfirmen bei: Provinz wieder. Auf An­frage bet den zuständigen kommunalen Spitzen- verbänden erfährt derDeutsche Handeftdienst", daß die maßgebenden Organisationen beschlossen haben, auf ihre Anterverbände in der Richtung einzuwirken, daß die Aufwertung seitens einzelner Gemeinden vorläuftg nicht vorgenommen werden soll. Man beabsichtigt, zumindest abz uwarien, ob die Dritte Steuernotverordnung und da.nit die bisherige Regelung der Aufwertungsftage eine Abänderung erfährt. Gleichzeitig wird darauf hingewieson, daß die ganze Frage gerade für die Städte eine besonders komplizierte ist. Es muß nicht nur die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinden, sondern auch der besondere Charatter der einzelnen Anleihen (ob für werbende Zwecke usw.) berücksichtigt werden. Daß einzelne Heinere Gemeinden schon eine Aufwertung angefünbint haben, ändert nichts an der grundsätzlichen Esiel« lungnahme der kommunalen Spitzenverbände.

*

Börse und Geldmarkt.

Der Börsianer verfolgt den Verlauf der Lon­doner Konferenz mit wesentlich anderen Empfin­gen als der am Börsenspiel nicht interessierte, Staatsbürger. Während der letztere sich-hinsicht­lich der wirtschaftlichen Wirkungen und der prak­tischen Durchführbarkeit des Sachverständigen» Programms keiner optimistischen Selbsttäuschung hingibt, betrachtet der Börsenspekulant diese An­gelegenheit lediglich unter dem Gesichtspunkte, ob ein positives Ergebnis der Londoner Konferenz eine Belebung des Börsengeschäfts nach sich ziehen kann. Für ihn ist die Bewegung der Kurse das Entscheidende. Wenn große Posten deutscher Aktien vom Auslande aufgekauft werden, so bedeutet das für die Börse gesteigerte Amsätze und Kurse, also ein Geschäft. Die Börse ist eben ein Markt wie jeder andere. Vorläufig hat die Spekulation noch eine gewisse Zurückhaltung bewahrt, da sie den Termin desEinsteigens" soweit als möglich hin-

Der Alle aus Topper.

Rvman von Hanns von Zvbeltih.

38. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Run hatten sie dem Stabskapitän doch das mit dem Löckchen beibringen müssen. Langsam unb bedachtsam. Es ging nicht anders, er ver­langte um Rachricht, warum seine Herzallerliebste denn nicht käme, nicht schreibe. Er forderte, er schrie förinlich vor Anruhe unb Sehnsucht. Frau Beate hatte auch das übernommen mit ihrem zitternden Herzen, in tausend Aengsten und wie sie auch wehrte mit einem ganz leisen, geheimen ' Frohlocken.

Langsam und vorsichtig tat sie's. In hun° dertlei Ausflüchten und Amschrcsibungen, heut ein Tröpflein und morgen einen Tropfen. Ja, das Lottchen mußt eben gleich toieber zur Königin. Du weißt doch, Christel, in Magdeburg, da kommt einer nicht so leicht zum Episteln. Mußt Geduld haben, du armer Lieber. Der Leich­holzer hat sich ein wenig Querelle mit dem Herrn Vater. Mein Golt, Christel, wie das so geht. Es zieht sich wohl wieder zusammen. Du kennst doch das Lottchen. Rimmt immer alles auf die leichte Achsel. Wer kann's wissen, du Lieber, was sie vor hat in ihrem hastigen Herzen?

And bann mußte, mußte es doch gesagt wer­den:Sei ruh.g. Christel, erreg' dich nicht. Sie jft deiner nicht wert!"

Wie sie bas sagte, war in ihr wieder das geheime Frohlocken. Aber zugleich die tiefe, tiefe Echam. So daß sich die starke Frau vor dem

Lehnstuhl niederwarf, beide Hände ihres Kranken umfaßte und jammerte.Mein lieber, lieber Christel!" Da war er zuerst wie geschlagen, sprach kein Wort, ließ den Kopf tief auf die Brust herabsinken. Er wollte wohl rufen: ,Wie kannst du das sagen! Schweig still! Du verleumdest sie!' Aber er bracht' es nicht über die Lippen. Denn er wußte in aller Verzweiflung nur zu gewiß: aus dem herben Munde dort kam nimmer ein unwahres Wort! Er ächzte nur dumpf. And bann, nach einer langen Weile, sagt er müd: Ich möchf allein sein."

Darauf hat sie sich langsam aufgerichtet unb ist hinausgegangen, um sich in ihrer Kammer auszuweinen.---

Es sind ber Tränen viele geflossen in dieser Winterszeit. Anten unb oben im alten Hrrren- hause. Frauentränen, Männer tränen, verstohlen geweint, denn keiner wollt' des anderen Leid schwerer machen, als es schon^war. Kcmr mir einmal eine, die hatte auch Tränen, aber sie weinte in Glückseligkeit. Ruth war's mit einem Briefe von Kaspar, den früh die krumme Boten­frau, die Mujanten, aus Sternberg von ber Post mitgebradjt.

Er hat geschrieben!" Das war ein seltener Jubel in den drei Worten.

So zeig' doch," sagte Frau Beate, und auch ihre Augen leuchteten. Denn ber Junker machte sich rar mit seinen Episteln. Schwer wurde es der Ruth. Dis unter die Haarwurzeln schoß ihr bas Blut. Aber dann nestelte sie den Latz und reichte ber jungen Gnädigen den Brief. Wenn s ein Brief war? Frau Beate mußte in allem Leid lächeln. Der Junge hielt sein Liebchen kurz.

Du lieber Rotkopf. Din gesund, daß Du's weißt und hoffe desgleychen von Dir. Wir ha­bens enitzv emrußant und hoffen aufs Frühjahr, baß es wieder losgehe mit den Bataillen. Manch­mal denk' ich an Dich. Der Pirch ist eyn toller Hecht, hat auch ein Liebchen daheim, da parlieren wir fein davon. Des Königs seine Diche seyn krank und Er auch, haben beyde bas Reißen unb seyn schlecht bet) Humore. Da heißt's aufpassen."

And dann kam darunter in großen, fein säu­berlich gemalten Buchstaben:Behalte lieb und bleybe treu Deinem

Kaspar von Zabeltitz,

Page Sehner Majestät des Königs von Preußen.'

Das Mädchen stand dabei unb könnt's kaum erwarten, baß es den kostbaren Schatz wieder­kriegte.Siehst ja: er ist gesund," sagte Beate. Hat's besser denn der König unb fein Wind­spiel. Was wollen wir mehr? Run komm, drau­ßen scheint die Sonne."

So gingen sie vor die Tür. Da hatte der alte Egid sich einen Schneemann gebaut, so mäch­tig groß, wie er selber war. Ober es sollte wohl eine Schneefrau sein? Denn plötzlich stemmte er seinen Riesenkvrpus gegen das Ungetüm, baß das pardauz hinstürzte, und er schrie:So fall um, Maria Theresia! Die Preußen kommen!"

Er konnte immer lachen, der Egid. Ihn küm­merte keine Rot ber «Seelen und der Leiber.

Endlich ist doch der Frühling ins Land ge­kommen. Aber nicht als stürmischer Jüngling mit dem Blütenkranz im Lockenhaar, vielmehr tapsig unb langsam, wie wenn er sich's nicht