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6in Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik.
(Schluß.)
Der Milliardär sah ihn erstaunt an. Seine buschigen Augenbrauen hoben sich fast bis zu seinen Haarwurzeln. Seine Augen ruhten fragend auf den vollkommen ernsten Zügen seines Schwiegersohnes.
„Hm! ... hm! Wie meinen Sie, lieber Wellington ?“
„06 Ihnen mit einer guten Position gedient wäre?"
Jetzt verriet Garvin das leise Zucken um 'Wellingtons Lippen den Schalk, der hinter der Frage steckte, und er beeilte sich, darauf einzugehen.
„Das Ware. . . Mr. Fox? . . . Gs ist zwar schon lange her, dah ich eine Position . . . Sie meinen doch Wohl eine Anstellung bei irgend jemand. . . belleidet hab«. Rach einer dreihig- jährigen selbständigen Geschäftsführung würde mir das nicht so leicht fallen . . .
Ganz abgesehen von der Frage des Salärs . . würde die Person meines Chefs für die Frage von ausschlaggebender Bedeutung sein."
Mit unterdrücktem Lachen folgten die anderen dem Wortgefecht der beiden.
„Hm!" machte Wellington Fox und blies einen schon geformten Rauchring von sich „Sie treffen den Punkt nicht ganz, Mr. Garvin. Ihre Stellung würde weniger die eines Angestellten alö die eines Partners sein. Der Chef wäre ich!"
„Ahl"
Mr. Garvin beugte sich vor und machte Fox eine Verbeugung.
„Dürfte ich den Herrn Chef nach seinen Bedingungen fragen?"
„Bedingungen, Mr. Garvin, trifft wieder nicht ganz das Richtige. Ich sehe, meine Frage war nicht ganz präzis. Die Sache ist einfach die, ich
yave ein gute« und grobe« Geschäft vor und fache dazu einen kapitalkräftigen Partner."
„Sehr wohl!" sagte Francis Garvin. „Und Sie wollen mir die Ehre erweisen, mich zu Ihrem Partner zu nehmen?"
„Eventuell, Mr. Garvin."
„Eventuell?" echote es aus Garvins Munde.
„Ja! Das heißt nämlich, ich brauche ziemlich viel Kapital . . . und da ich über Ihre Ver- mögensverhältnisse nicht genau unterrichtet bin, so hängt es davon ab, ob Sie in der Lage sind' das nötige Kapital einzuschiehen."
„Interessant! Höchst interessant!" flüsterte Garvin. „Sie machen mich gespannt ... ein Geschäft ... bei dem das Kapital von Francis Garvin nicht ausreichen konnte. . . wundervoll . . . höchst interessant, Mr. Fox . . . Ich bin aufs äußerste gespannt.
Um was handelt es sich? Ditte, reden Sie!" Wellington Fox sah einen Augenblick einem ferner kunstvoll geblasenen Rauchringe nach
„Cs handelt sich. . . sagen totx mal. . . bantm, einen Erdteil zu kaufen!"
Garvin fuhr mit einem so komischen Ausdruck des Staunens in seinen Sessel zurück, dah alles hell auflachte.
„Richt möglich Mr. Fox! Ihre Idee, ist großartig! Und da ich Weitz, daß Sie sich mit Kleinigkeiten nicht abgeben, vermute ich datz es der gröhte sein wird. . . also Asien?"
„Richt doch Mr. Garvin! Sie verkennen meine Bescheidenheit. Ich meine den kleinsten."
„Australien? . . . Meines Wissens gehört Australien dem australischen Volk."
„Ihr Einwurf trifft wieder nicht ganz das Richtige, Mr. Garvin. Gewiß! Drr australische Erdteil gehört dem australischen Volk. Aber der gröhte Teil gehört ihm ebenso, wie ihm die Luft darüber gehört. Es hat ihn und hat ihn doch nicht. Insofern nämlich, als der größte Teil davon Wüste und für menschliche Siedlungen ungeeignet ist."
„Ah!" Garvin legte den Finger an seine Rase und sah Fox bewundernd an. Der kluge
Geschäftsmann witterte etwas von den Plänen seines Schwiegersohnes.
- r”.?11 *8£t- Fox! Soweit stimmt ihr Kalkül. Ich 6m gespannt auf das Rähere."
»Dut, Mr Garvin! Ich werde Ihnen meinen Plan in aller Kurze auseinandersehen. Sie wissen daß von den hundertvierzigtausend Quadratmeilen Australiens siinfzigtausend ganz Wüste und sechzigtausend nur knappes Werdelcmd — in dürren Jahren auch ganz unfruchtbar sind.
Der Ozean bringt von allen Seiten Regen heran. Aber die Randgebirge, die den Erdteil fast wie ein geschlossener Kranz umgeben, lassen die wasserhalttgen Winde nicht in das Innere des Landes Vordringen An den Auhenhängen ein Uebersluh von Regen, in der Riesenwanne zwischen den Gebirgen ewige Trockenheit.
Die Frage der Besiedlung hängt davon ab, ob sich die Riederschläge im Landrsinnern in ge»’ nagender Weise steigern lassen. Diese Frage dürste durch die Anwesenheit unseres verehrten Hausherrn ihre Antwort ftnden. Er würde in unserem Geschäft als stiller Teilhaber tätig sein. Er würde den Geist einschietzen. Seines Beitrittes habe ich mich bereits versichert. Wie denken Sie nun über Ihre Partnerschaft, ver» ehriester Mr. Garvin?"
Garvin sah starr. Die Grötze des Planes von Wellington Fox schien ihn zu überwältigen. Dann kam es endlich von seinen Lippen.
„Mr. Fox, Helen ist mein Zeuge, datz ich Sie stets für einen der klügsten und tüchtigsten Köpfe der Staaten gehalten habe Was Sie mir jetzt Vorschlägen, bringt meine Hochachtung an die äußerste Grenze."
„Sag' ruhig, zur Anbetung," warf Helen lachend ein. „Pa, wie hast du dich verändert."
„Da Mr. Isenbrandt hier sitzt und gegen Ihre im ersten Augenblick so phantastisch klingenden Pläne keinen Widerspruch erhebt, sage ich: Topp, Wellington!
Es wird ein Geschäft werden. Ein grobes ... ein smartes Geschäft. Wallstreet wird sich neidisch um die Reste raufen. Was sagen Sie zu meinem
Schwiegersohn, Mr. Isenbrandt? War es nstM der glücklichste Griff, den ich je in meinem Leben getan habe?"
„Was sagst du, Pa? Das sagst du, Pa?" Helen warf sich laut lachend in ihren Stuhl zurück. „Du? . . . Der du mich enterben . . verstohen wolltest, wenn ich diesem Journalisten meine Haich geben würde? Sott ich hier die Worte erzählen, mit denen du seine Werbung auf nahmst?^
„Ich würde mich an deiner Stelle hüten, hier zu verraten, datz du am Schlüsselloch gehorcht hast," erwiderte Garvin lachend. „Also noch- mal«: Topp, Mr. Fox! Das Geld ist da! Der Kredit von .Francis Garvin genügt zu dem Geschäft."
„Aber, Mr. Garvin" — Wellington Fox hob den Finger, — „eine Bedingung ist dabei. Die Siedler müssen rein weißer Rasse sein!"
Ein leichter Zug von Verlegenheit huschte über Garvins Gesicht.
„Selbstverständlich!" beellte er sich dann zu sagen. Aber wird auch genügend Material da sein? Es gehören viele Millionen von Siedlern dazu, um das Reuland zu besehen. Die E. S. C. zieht alles nach Asien. Jetzt, nachdem die gelbe Gefahr beschworen, wird der Drang noch Osten ungeheuer werden."
Georg Isenbrandt nahm das Wort:
„Ihre Besorgnis ist unbegründet, Mr. Garvin. Die wirtschaftliche Entwicklung wird auf Grund der neuen Entdeckungen einen derartigen Lauf nehmen, dah Europa einen bedeutenden Bevölkerungsüberschuß abgeben kann. Wir müssen in Turkestan viel Reuland für die Rachkommen unserer Siedler in Reserve halten. Australien als weiteres Siedlungsland ist uns erwünscht, muh uns willkommen fein. Die Patenstelle, die Freund Fox dort übernimmt, gibt ihm eine Auf- gäbe von größter Bedeutung. Ich weih, daß seine Worte über das große australische Geschäft Scherze ä la Wellington waren. Hier gilt es mehr. Australien soll ein 3ung6ruimen der weihen Rasse werden."
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