ltt. 33 Swetter 51att
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gverheffen)
Zrettag, 8. Februar (924
Der rote gar.
9er15nll$t ®rtnaminflcn
Boa 3, tk Ungere-6ternbetg_
ter Fried* tum 'Breff-Cttotrtf war gef$to»to Vrtb Qenia Kau mi: leinen Gefolge wn StnlP banntfaren al* faft uruiml4>rjn!;cr £>etdd)ti in fern Kreml ctogeirgen 2n Stelle brr talfer.L^en ©uxnbartt weh'- du mit Öottnettobw über Dem jitlrnxbet Mosiau Den Jag über wurde in gepiünEkrt und m der Arche gingen di. 3gmlm der Auherordentlichen Äommt Ilion Oul Meafchenjagd au* 2m ^etro~>8h)parf tpurb n btt Leichen der erschollenen Turfb dj baa'vnDxik tn Gruden verlchartt unO ihre ^>avleiiflLüen ania Öen f>cnlern oertetU Zuerst war e* die rote lettische Garde, die de* (traftoten Mordens mu_'e wurde, bann kamen angewordene Spindel an die Reihe. um bu T7I enerschiehunoen AU vollziehen, ober auch fie streikten, und IdbUe'ihd) waren et mir FreiweU^, kotainfüch^^e Frauen und vertierte Öabtftrn. die die Hinttch ungen tn ber Kellern ber Tlchcka zu ihrem Vergnügen voll Mdtn. Da* art dielte Opfer wurde über die Schwelle gestvh<n. geblenbel ftotperte er tn Ihr übelriechende Dunkelheit des Gelasses, sofort, krollte sich ihm eines der TMx-r an die Kehte und drückte ihm den kalten Lauf einer Mäuler- Pistole an die Schläfe. Eine von ihnen hatte den Beinamen der Xlgc,. He rühmte Hch in einer Stunde mehr als 20 Hinrichtungen vollzogen zu haben.
Lenin watete unberührt durch das rote Blut- ■■er. das der von ihm geduldete Terror geschallen hotte. Niemand, auch feine Feinde nicht, konnten ihm Grausamkeit oder besondere Rachegelüste vor- toeden. Die Greuel kümmerten ihn nicht, ebenso» wenig wie den Arzt das Stöhnen des Operierten bewegt. Gr strebte nut seinem groben Lebensziele, der Ginprellung der Welt In die marrifti- schen Dogmen zu Und wenn der Körper in daS Srvkruste»brett nicht hineinpahte. so muhten eben c Glieder abgehackt werden Gr glaubte an seine Million, und dielet ehrliche Glaube wirkte bei ihm ansteckend und — wenn möglich — versöhnend.
Lenin verband mit grobem Missen ein gigantisches Mollen, dazu kam ein Können. das sich durch keinerlei Ballast des Herzeris ober des Gewissens behindern heb Gr verstand es. mit dem Bolle zu reden und seinen Instinkten ein Führer zu fein.
Für einen Fremden war es damals sehr schwe,. Zutritt zum Kreml zu erhalten Alle .Zugänge durch die Plätze und Höse waren von Mtlllärvosten gesperrt Ginlastkatten unterlagen einer Melfachen scharfen Kontrolle, und um gar Iljftsch i> b Senin selbst zu leben, dazu gehörte sehr viel. Centn lebte einfach, fast bescheiden im alten goldkuppeligen Zarenpalast, auch gab er sich dem Besucher freund'ich. ohne alle Zeremonien. Man bitte ihn für einen als Arbeite^ verkleideten Gelehrten ober Schriftsteller dal cm können. .Revolutionen werden nicht mit weihen Handschuhen gemacht." mll diesen wenigen Mor- ten wehrte er im voraus alle Sinwände ab. und nun beginnt er kurz und prägnant 11 •belehren und. wenn es ihn ber Mühe wert erscheint, za bekehren Da gilt kein Miderspruch und kein Zwellel, er fnril ihn selbst nicht und er duld.*? ihn nicht In feinen Augen liegt das Feuer eines Fanatikers ober eines . . Kranken. Lenin war krank, toern es damals auch noch niemand zugeben durste. Seine Frau spricht von der Nervosität und von ber Ueberarbeitung ihres Mannes Centn verabschiedet mich, er muh der Cilung ber Bollskommillare Präsidieren und prophezeit den bevorstehenden Ausbruch ber Meltrevolu- ft cm. unb wieder flackert das kranke Feuer in seinen Augen.
In einem bei Säle bes Kreml beginnt die Versammlung der Volkskommissare. Aufsallerd ist die Urtorbnung unb eine gewllle Unlaubcrfett ringsherum. Gin riesiger mit grünem Tuch bezogener Tisch nimmt fast den ganze, Ttaum ein. an bellen Cntnc sich Centn tot. Gleich fettwätt», ein wenig hinter feinem Hü den. steht ein Pult, an dem | r-iumMcf Gkwa
16 Bokkskommiffarc find anwes-rnd. bie meisten unter ihnen sind gut gekleidet unb gehören an- scheinend den gebildeten Ständen an. nur zwei ober drei ausgesprochene Arbeitertpven fallen unter ihnen auf. Nachlässig rekelt sich Trotzkd auf seinem Stuhl. Tschitscherin lehnt auf bem Fensterbrett unb schein' träumenb und unaufmerksam über die fchlifenbe Sladt hinauS'u- schauen Nichts, gar nichts erinnert an die S^kt- llchkeit. bie einer Bersammlung der höchsten Staatsorgane entsprechen würde
Irgendein Vorschlag wirb zur Abstimmung gebracht Centn hört geduldig zu. Mftiert aber bann feinem Sekretär eine Gnllche düng, bie durch
aus nicht bem Resultat der Abstimmung zu em- sprechen braucht Gr ist al* Borsitzenoer nicht höflich Gefällt ihm etite 2Ube nicht, so entziehe er bem Kommtlsar unter der Bemerkung .Genosse, Sie sprechen ilajinx", einfach bas Mott. Beschämt schweigt dec Betroffene Menn jemanb auf dem linken Flügel allzu radikale Forde- i ungen stellt. Io belehrt ihn Lenin, bah nvin nicht ohne rurchzudenken handelli bürf< und bah ber Menfch nicht umsonst einen Kopf auf den Schullern hab«.
Besonders wichtige Beschlüsse wurde" allerdings fast niemal* in der Bollverfammlu ng btr Kommissare g.-faht, fie untedaacn ber Beratung im en uten Äreife, wo bie Gen nwar. UnL-c- nifener unmöglich war. aber aaO) dort herrfchie Centn au diktatorischer Gewalt. Am Tage pflegte Centn ball» vor dieser, bald vor jener Fabrik unerwartet tn feinem 2uto vorzufahren und Ansprachen zu hallen, bi* ihn auf einer Meter Fahrten btr Äuyl der Sozialrevolutionärin Dora Kaplan schwer Dertxmnbete. Don dieser Der- leyunz ist er nie gänzlich genefen. In den lepten Monaten war er nur ein lebender Leichnam, aber lein Name war ein Symbol, bellen Macht die rote Kremlherrschast gitoanifieric unb ihr noch über seinen Tod hinaus Kraft verleihen
wird. Der rote Zar Lento bleibt unerlehllch leiner feiner Mitarbeiter verfügt auch nur an- näbemb über beleihe 2utoruüi unb Mach:. Me er befah. Mas tncccr ge chhe.1 uneb. ae^chteht unter dem Deckmanlel fernes Namens unb gleichsam als Auswllkung seines Bormächintlles, aber Symbole verblassen unb giuu< Theorie hat noch nie des Geben! grünen Baum zu tötet» permod; Mii LenrnS Tod but te auch ber Bolschewismus. Meles Schrerkensgcfpenlt der Mell, aufs 5t .mnfrnlagrr geworfen ktn
Kaum je hnb einem Zaren dre Ehren bei feinem Bearäbr.is zuteil geworden, T*' Centn. Tronkem die gesamte herrsch nde *{Virtei der Kommunisten nur 330 003 Miiglteder zähl». muhte jeder Verkehr im Reiche stocken, als leine Leiche mit kailerlichem Gepri na? nach Me ' tu über- führt wurde Alle Glocken muhten LLitro unb niu Fad« tf* 1 2 3 Irenen beulen. Die rote Armee bildete S»lier. Kanon n leuenen Irauedalben und Ne Kirche muhte sich vor ihm. der sich stets gerühmt hatte 2lh ist zu sein, beugen unb tn ihm den besten Ehristen feiern fleh Tod war ein Me'.t- errignU. unb bih lerne Persönlichkeit durch nie- manb erlebt werden kann, bleibt von aller- grdhtcr Bedeutung Der rote Zar ha: keinen Thronfolger hinterlassen
Jur Strafgerichtsreform.
Die Verordnung vom 4. Januar 1924 über Derichtsversassung und Strafrecht»- p I l e g e hat eine Reihe von Dorschrifllrt gebracht, Me tief emg reifende 2cn>.rung-m der Organ Hatton unb tes Verfahrens ertthallen und für bie gesamte St rasgerichrsbarkeit von der größten Bereu tun g sind.
I.
Zunächst sind, um dem drohenden Stillstände der Nechrspflege vorzubeugen, für Me Frist vom 15. 3am»ar bis zum 31. März 1924 folgende Notmah nahmen getrrfjen Worten:
1. Schöffen werden in Strafsachen nicht 'ug zogen Schwurgerichte treten nicht zusummen n den vor den Schöflengerchtcn zu ve.hun^toden Sachen entsche.det der Amtsri ch t e r a 11 e i n, in Sich n der Wuchergerichte entscheiden Me richterlichen Mi.glicd.r, Me Schwurgerichtssachen werden t-cn Straf- kammern überwiesen Nur bei den Zugendg:- richten, für die besondere Iugen.'schoj,en be- ftimmt worden sind, w.e z. B. hier in Gicden, werden auch in der oben angegebenen Zeit bie Schöffen betang^Dgtn
2. In Privatklagefachen ruht bas Verfahren bis zum 31. Mirz L 3- Die Zeit vom 15 Januar bis »um 31. Blärz 1924 wird In den Laus l<r Verjährung»- oder c.n.T Anliags- frist nicht eing?rechn.l
3. Bei Ilebcrtret ungen und Vergehen ist. we'-n auf Freisprechang oder aus- fdvUehlith auf Geldstrafe erkannt worden ist, die Berufung ausgefchloffen. In solchen Fällen tarn gegen das Urteil lediglich Revl - f i o n eing legt werden, über die da* Oberlande S g e r i ch t entscheidet. Weiter enthüll Me Verordnung vom 4. Januar eine Neihe v)n Bestimmungen, Me zum Teil schon am 15. Januar L 3- In Kraft getreten sind bzw am 15. Februar bzw. am 1. 2pUl 1924 in Kraft treten werden, also abweicheno von den oben erwähnten N)tmal>- nahmcn über den 31. März 1924 hinaus in Geltung bleiben.
N.
Von den bereits am 15. Januar tn Kraft getretenen Anordnungen sind die folgenden v)N allgemeinem Interelle:
1. In den Strafsachm wegen Landesverrats und wegen Zuwiderhandlungen gegen das Vesey g?gcn l<n Verrat milltarifcherGe- heimnisfe vrm 3. 3 mt 1914. Me zur Zuständigkeit l<5 Neich.-^erichts gehören, kann ber Oi. erreichsanwall die Strafverfolg ing an die Landes staatsanwallschast obgcMn Die* soll n ir bei Dtrasfachen von minderer Bedeutung geschehen. In d:es^n Fällen wird da» Obe r lan- desgericht z ustänMg
Auch kann taS NeichSgericht bei ber Gröfs- rang le» Hauptveilahr.n« die Verhandlung unb Giitscheidung bem Ol.r.andesgericht überweisen. Dxnn ter Oberrcichsanwull es bei der Smvelchung ber Anklageschrift beantragt
2. Oefsentliche Zustellungen muhten seither viel ach durch Bekanntmachungen in den Blättern erfolgen 3n Zukunft genügt es zur öf- fenllichen Zustellung m allen Fällen, dah das qu- zustellende Schriftstück zwei Wochen an ber De- rid»t«tafel Les Gerichtes erster Instanz angeheftet gewesen ist
3 Seither muhte bk Staatsanwaltschaft bei allen strafbaren Handlungen, bie zu ihrer
amtlichen ÄemitnU kamen, von Amts wegen einschreiten, tokrn zureichende tatfächlich: An- haltsittnlle v.rlagen, § 152 StPO Nach diesem sog Legalitätsprfnzip stand es der Staatsan^ «llschaft nicht zu. strafbare Hindlun- gen. bei tenen die Vorausf-Hungen der Bestrafung podicgcn. aus Zweckmahigdntsgründen unver- fvlgt xu lassen. Nur In ei.ier Reihe von gekhlich fefigvi gkn iu* nähme fällen batte bl: Staats- ancali.d'att zu prüfen, ob bas össentltche Int c i esse M: D r olgung erford.r:. und sie durfte im Falle der B.-riwinung beer Foaae die Versolgu.ig unterla'sm. Zu Meten Ausnahmen gehören u. a. B s.idigun^en. Körpervrr- lchungen, Bedrohiing. Sachbeschädigung. HauS- hicbcn»biu4). Qkrgjbcn gegen das Ge ctz über den unlauteren Wctib.werb, Derlehungen des tlrhedeirechts ulw. welche Handlungen im Wege der Privat klage verfolgt werden können, weiter ber Tiegel nach dir im Auslandr begangenen. im 3nLnM verfolgbaren Delllle. usw
3m Segenfatz zu diesem Legalltätspiinzip Hot die Verordnung vom 4 1 1924 nun das sog Opportunitätsprinzip eingetührt, nach bem die Siaatsanwaltschast befugt ist. in einzelnen Fällen auch beim Vorhandensein ter Doraus- Icbungen der Destrasung von der Verfolgung Abstand zu nehmen, unb zwar insbesondere dann, wenn aegen ter GerlngsügigkettderTat das Interesse der ö,sentllchen Ordnung hie Verfolgung nicht gebietet.
Dem entsprechend werden nach § 23 der VO. vom 4. 1 24 ilcbertretungen. d. h Handlungen, die mit Haft ober mit Geldstrafe bis zu 150 voldmark bedroht find, nicht verfolgt, wenn die Schuld Les Täters gering Ist und die Folgen bet Tat unbedeutend find, es fei denn, bah ein öffentliche» Interesse an der Herbeiführung einer gerichtlichen Entscheidung besteht.
Ist bei einem Vergehen, b. h bei einer Handlung, bie mit FesNina»hast bl» zu 5 Iaören. mit Gefängnis ober mit Gelbstrafe von mehr al» 150 Golbmark ober mit Geldstrafe schlechthin bedroht ist. Me Schuld des Täter» aering und sind die Folg'n ber Tat unbedeutend, so tann die Staatsanwaltschaft mit Zustimmung de» Amtsrichters von ber Erhebung ber öffentlichen Klage ableben.
Ist bie Klag: bereit» erhoben, so kann ba» Gericht mit Zustimmung ber Staat»- anwal11cha 11 da-) Versahren durch uvanlecht- baren Belchluh cinftcllcn.
Die Vorschrift n ber bHben vorstehmden Absätze gelten nicht für militärische Vergeben.
4 Fällt Me Strafe, zu ber Me Verfolgung führen rann, neben einer Strafe, zu ber ber Beschuldigte wegen einer anderen Trt rechtskräftig pcrurtcili ist, ober Me er wegen ei.ier andern Tat zu erwarten Hut, nichr ins Gewich.. so kann Me StaatSanwallschast von ber Erhebung ber öffentlichen Klage a b f e h e n. Dies gilt allo auch bei V rbrechen. Fall» Me öffentlich' Klage bereit» erhoben ist. so kann ba» Gericht auf Antrag ber Staatsanwaltschaft bas Verfahren vorläufig cinftcllcn.
5. Falls die Hauptverhanb'.u ig fich voraussichtlich auf längere Zell erstreckt, so kann im Gegensatz zu den seitherigen Dorfchnsien ber Vorsitzende bestimmen, buh sämtliche oder einzelne Zeugen unb Sachverstäobige zu einem späteren Zeilpunktals bem Beginn ber Hauptoerhand- Lung geloben werden
ft. Aach den seitherigen Bestimmung«' kann ber Angellugie auf ’.tvt Xuraj wegei grober Sntfeniuag ferne# 2Lin-n!bnt.* r es von ber Dec- pfli4,luna zum Gr rtz N » i bet HaupN-erhand» Iw g e upur.b n w r> n. u> wi nuch bem Ormdlw bes Gericht» rvrui i^t: c.n« andere Stiose aU Freihrit»">r'lc ds - . 5 n oNi Geld- strasc ober Einzi hring. allein ober in Ite.biabung miteinander, zu ermatten tlcM '§ 232 StPO l
3n Zukunft fallen diese einschränkenden Besen zur gro* vv. Teil "avg D.nn nach
ber Berordnung vom « Januar 1924 kann ber X.gcfljgte im Berfahr.n vor hem ArnisZchl« unb dem Schölleng, ich l: allen Sachen, tn brnen es 'ich um 111 uertretungen unb 3 ergeb c n banbelt, |d 'nga: auD fr i t'erbrechen, bu nur wegen Rückfalls Verbrechen lind, aus feinen Antrag von ber Verpflichtung um Ge tcheincn in her Hauiptt- rhanMan, entbunben werben Die Höhe ber zu er.Mrtmbe.i Slrafe oder hu gtohe ®nifrrming seine» Aufenlhallsortes ist al r» nicht mehr Vnrausfechu i t für die Bewilligung des 2 irags Der Xngcf.a ito hart feit bem 15 Januar L 3 nur bann nicht txxn Glicheti^n btttxit verden, w nn es lich um em Derb rachen handelt, bas nicht nur wegen Ruckfalls Verbrechen ist
1. Ta* Verfahren bet amtsrichterlichen Strafbefehlen hat ein« weitere wesentliche Rusbehnung ersahron Mäh- renb seither durch einen Strasbetehl nur eine Geldstrafe ober ein. Freiheitsstrafe von böchltens 6 Wochen, fowie eine etaxi nerto rfle Gui^i.hang sestg<f.tzt werden konnte, tann nunmehr auch eine Frctheiksstrafe von nicht mehr als dre» Minuten und Me Bekaimtmachüng der Gmfcheidung au- geordnet n-erben. «Schtotz |>lgt)
Aus Stadt und Land.
G i e b e n. den ft. Februar 1024.
Tie Zahlungsmittel an den ^inanzkasfen.
Bei den Steuerzahlern herricht über Mt 2rt der Zahlungsmittel, die im Barver- kebr zur Begteiä ung von 2bgaben an Me Kaffen der Reichsfinanzverwaltu n g htn- gegeben werden können, vielfach llnkiarhelt. Gs fei deshalb aus folgendes hingewiesen:
Rcichswährung Ist nach wie vor bie Papiermark Diese hübet bas gesetzliche ZabtongSmlttel Daneben n<rten von den Ka'fen die Rentenbank, scheine, sowie Me Rentenpfermig-Münzen In Zahlung genommen Ebenso können die Gvidanleihe- stücke (aber nur die Stücke bis zu 5 Dollars und die Zivis etenscheine über solche Stücke, sowie das tiertbefiünMge und nicht wertbeständige Notgeld bc; Gifenbohnverwallang an Zahlungsstall hin- gegtben werden. W^rtbeslLndlges und nichiwert' beslandiges Notgeld der Länder, Kreise, Ge« mtinben, Indust neu nternehmungen alw. aürd, lo- tt-clt es nicht zur Einlösung ausgerufen ist, von den Kaffen ebenfalls to Zahln.ig genommen, trenn zur Ausgabe des Notgelles bk Genehmigung deS Neich*finan.zminiiieiiums erteiü ist Lokales Notgeld (z. D solck^* von ®.mwlnb<a, Äteilen usw. > kann nur iulowell angenommen werden, als es am Ort ber Kasse selbst ober gar in deren Bezirk au*<N*~*— Ist: für die Inzahlungnahme von Notgeld mit gröberem Urlauss- gebiet lz. B. der Länder) ist Bebingang, bah die Kasse innerhalb Meses Umlaussgebiet» liegt.
Zu ber von den Stcuerpslichtigen vielfach vertretenen Auffassung, bah die Kassen auch Anleiheslücke usw bc* Reiches zur Begleichung vor Steuern in Zahlung nehmen, fei darauf hbiq^ wiesen, dah dies nicht der Fall ist da anbernfalK der eigentliche Zweck der Anleihen, dem Reich slässige Geldmittel süi längere 3e0 zur Verfügung zu stellen, nicht ern-eicht wer'en mürbe Insbefondere tt-e den a(1o n i ch t tn Zahlung genommen bie mit Zins scheinen iiuftgeftaltetm Stuck» der Doldanleihe -dH solche bn Ginzelweri von 42 Golbmark » 10 Dollar und mehr -- die Dvllarschatzanweifungen. die au»!o Aaron Schayanweifungen bc? D-iitschtn Reichs ’Xwt 1923 tK -Schätze« sowie dir 6pi03 aus Gold lautenden Schayanweisungen, rück.» '.bar am 1 Dezember 1932. Sine Ausnahme ist. wie cra^bot. ledigllch süi die nicht mit Zin»schetnen versehenen Stücke der am 2 Septembei 1932 fafliyi Doldanleihe (b. h. solche dis zu 5 Dollar- zugetallen worden
•• Oteilefparfarten für eine Mark Hm den Minderb-mit eilen, insbesondere der Jugend, bie Anlchgll'mg von Rei>lparkarten ber Reichsbahn lwei tbeständlge Wertzeichen) möglichst iu erleichtern, werden neben den bivherigen Rcise- sparkarten über zwei und fünf Mark auch solche über eine Mark auSgegeben, die aus brauner Pappe hergeftelll weiden.
MWrökSWiW.K!M.
Gin Roman aus bem 21 Jahrhundert von Hans Dominik
16. Fortsetzung. (Nachdruck Pcrb'tcn.i
Einen kurzen Morn« rubtin bk Augen be» •togetrctciN'n au» dem tobgereiäten Herrn.
Langsam lieh er sich aut b t Jtnfc nieder Auf ben Knien legte er Me toten Schrille bis »um Lager de» Kaisers zurück und beugte bk ©ihm. dis sic den Boden berührte.
Ginc kalte, teuchle Hand tüblte er au* ,et.:-*m Haupte Schwach, wie aus weiter Ferme kommend, schlug eine ötinxmc an sein Ohr
.Ich banke dir. Toghtn. bah bu meinem Ruf schnell gefolgt bist fcht^l gefügt meine Zell ist kurz, die 2lhnen rufen mich
Regung^l>S verharrte Toghon-Kan. btc Stirn am Boden Ödk und flüsternd kam feine Qfntnvrt
.Himmlische Weis bett, bu wirst bas Reich noch Lange lento . .
.Rein. Tvghrn die Ahnen rufen mtch^ Ich gehe . gebe bald Aber fcbdxr »st mein Herz Dn Sorge um mein Land unb mein Haus . . ."
Srschöptt schwieg der Kaii-r. Mtouten ver- ftollen, bis er neue Kraft fand. T>gh>n-Kdan sprach: .Die Blüte ber Lotes ist ven ber allerhöchsten Weisheit gefegnet . "
.Nein, Tsghon Mein S)hn ist ein Knabe mrd spielt mit ben Frauen im Palast. Jetzt wollte ich ihn zu mrr nehmen etnen Mann
ihm machen Tie Vorsehung Hal es
nicht gewolll. Ich liege aut bem Lager, von dem ich mchl tr-icbcr auf stehen werbe . .
.Du wirst genesen .
Toghon-Khan südlle, wie Me matte Hand auf feinem Haupte zitterte.
.Nein. Tvghon Ich sterbe in S)rge um daS Reich. Welken Neben am Hrnmel. Von Westen droben sie. Der werd das Re ch führst?
Ich habe fie alle gehört . Die Statthalter dos Nordens und des Sübeers den H)hen Rat unb bie Ratskannner . . . Kleine Köpfe Heine Mittel alle alte ^Dubist der letzte! . . Wirst du mich auch enttäuschen? Was haft bu zu lagen
Xie W.llen. bte dein Herz beschwer-n. bte ba« Land bedrohen, werden v)r ber S-nne trvt- chm Ab:r cem fie der ödtck nicht w: d>~n. tr*b ein Bi tzstrad« fie zechen. Gm Bützstrohl bes Himmiis wirb ben Himmel wieder Har-
machen "
.Sin Blltz strahl bes Himmel» bes Himmel»?" _ K f .
Der Kaiser wechselte die Sprache und sprach
Mong?<ifch weiter: . „
.Nur denen hilft ber Hlmmell bte sich selber helfen." ,
Lang'am erheb Ttzgh ^n-Kdan bte Stirn vom Boben. Seine Hänbe ergriffen bte falte Hanb dcS Kaisers, sei-nc Lippe- prehten stch darauf. Langsam hob sich sein Haupt, b.s es d» Kiften erreichte, vis kin< Cipper da» Ohr des Eifers berührten. Zlüsternd. < ach bier kaum hörbar, brangen die mongolischen Worte to das Ohr des Kaisers.
Leichte Röte trat tn ba* Antlitz bes Kranto. Glanz kehrte in teine erloichmen Augen *urüd.
Straft wurden fei re von langem Leiden matten Züge, während Tvghon-Khan flüsternd weiter- sprach
Stärker gint ber Atem b^s Kaiser». Noch höher kam baS Haupi Tozhon-Khans. Neben bem Haupt.- bc* Kai ter» lag eJ jetzt auf bem Kislew
Stärker Würbe ber Glanz tn ben Augen bes Kaiser*. Gr reckte ben rechten Arm unb ballte bte Hanb zur Faust N>ch einmal fch enen Me Ichwinbeabc Kraft u-b ba» jli^nidr Geben zurück- »uk.hren. Scin O^rfärpcr b»5 stch vom Lager. Seine Arme Lgten sich um ben Hal» be* Sprechenden. Neben bem Kaller fast Toghon-Khan aufrecht auf bem Lager, und weiter drang flüsternd feine Rrbe tn deS Kallers Ohr.
' Jetzt fchwteg er Cer Kaiser Leh bie Hand linken. Gr öftnete bte Faust unb legte d c Rechte über bk Augen. Die Röchle, an deren viertem Finger ber kaiserliche Ring mit den Zeichen de» T'lchingiS-Kbar glänzte und gleihte Mtnulen btodurch latz Schitsu. ber sterbende Kai^rr deS Riefen reich .-s, fo in ben Armen des Togh>n-Kban. Dann kamen Motte von feinen Lippen
.Toghn, bu Treuester aller Treuen Auch im Tode verläht du mich nicht Du Freund meiner Jugend, meiner Kämpfe meiner Herrschaft."
Bon ber abgezehrten Rechten streift.' der Kaiser den Ring M.! immer kalter unb schwächer tperbenben Hä-Mn grift er die Lecke deS To- ghon-Khan u»-d schnb ihm ben Ring au» ben werten Finger.
.Du bist . . ba wirft bas Reich verwesen. Ms mein Sohn . . .**
Betäubt unb gebl-nbet sarrte Tvnh'e'-Khaa auf der. Ring an feiner Linsen. Nur eto Gedanke
erfüllte feto Her» . Ich bin*? Ich Mn's
Noch einmal lamen dem fterbenben Kaller Kratt unb Sprache zurück.
.Geh' Geh! Toghon' Du hast ben Ring - - Ich bin müde Nein müde war sch immer unb formte nie schlafen Jetzt werkte ich schlafen . . . gib
Ter Körper be* Kaller» sank auf bas Lager zurück Nur noch stostweise unb röchelnd tarnen abgerissene Motte Pon s inrn Lippen. Tann a-urdc er ganz ruhig Langsam erhob sl ch Togh>n»> Khan Ten Körper gm-igt, das Glicht gegen das Lager bc# Kaller» ;rwanbt, schrill er rückwärts Lin-Varn dem Ausga ngc iu. Don unfiitobarei Händen crgiiften, öffn te'i sih d e faltigen Seiden» oprbijTia-. al» er sie erreichte Noch eine tiefe Verneigung zum Lager des stillen Kaisers, to- flbm-Stbar rembte lich um unb trat tn ben Vorsaal.
Lange war ct allein bei bem Kaller geweto. Lange bitten bi? tm Palast PedammeUen Mür- denträger be* Reiche» geharrt, bah er vom Lager Schill a * zu rückte hron möchte. Sa xtll tme vorher die Statthalter von Sachau, Vcnckand ober 2xilt So still unb ntedrrgesch'igen wir bte Vize- G>ntge von Kanton und Mukdm. Anbei* kam Tozhon-Khao zurück Starr unk unbeweglich waren leine Mi ru-n. a!3 er h na.i»trat In wach- 'ender llngebuC* hatten bk Würdenträger tm Bonaal gcüxirtet Hatten durch bte leichten Vorhänge bm 2 fing bei chln l'ch gebäh-ten Unter- red uni erhalchl. Hatten mongilllh- W)tt« auS des Kallers Mund vtrnommen. W?nlge nur unb unbnUü-f. unb bann nur noch ein leises und immer (eifere* Flüstern.
(Fvtt'eyung felgt)


