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Erster Blatt H4- Zahrgang Montag, T. Juli 192(
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Herriot und Macdonald.
Bellegung der Unstimmigkeiten durch Aufklärungsnoten. — Herriot als Sonntagsredner. Havas macht für Brüssel als Konserenzort und Verschiebung des Beginns Propaganda.
Trotz der lebhaften Anstrengungen der Anhänger PoincarsS, dem Ministerpräsidenten Her- riot aus den Macdonaldschen Vorschlägen für Qrndon einen Strick zu drehen, dürfte man nach den heute vorliegenden Berichten von der Beilegung der Llnstimmigkeiten sprechen können. Der neue Vorschlag Macdonalds, die eingeladenen Mächte über den den rein privaten, rein britischen Lhavakter deS mit den Einladungen versandten Memorandums durch eine besondere Note auf- zullären, ist sichtbar zur Stärkung der sehr wackelig gewordenen Stellung Herriots dem englischen Premierminister abgerungen worden. Denn bis- ber war die von London verbreitete Auffassung die. daß alles für London notwendige, einschlieh- lich der von Macdonald vvrgeschlagenen Grundlagen der Konferenzverhandlungen in Chequers besprochen und abgemacht worden sei, während es seht heißt, daß Herriot in keiner Richtung gebunden sei. Um seine Gegner völlig zu be. uh'gen, läßt Herriot außerdem eine besondere Note an die eingeladenen Mächte ergehen, in denen der französische Standpunkt im Gegensatz zu dem malischen dargestellt werden soll. Diese Tatschen in Verbindung mit der Haltung Belgiens, die in einer untenstehenden Drahtnachricht ausführlich beleuchtet wird, geben Grund
sehr schwerwiegenden Befürchtungen bezüglich des Erfolges der Londoner Konferenz. Und daß dkse berechtigten Befürchtungen nicht aus der
Dell geschafft werden durch die Versuche gewisser französischer Kreise, den Termin des Beginns der Verhandlungen um 14 Tage und den Da- aungsort nach Brüssel zu verschieben, braucht nicht «sonders betont zu werden. Die imperialistrschen Greife Frankreichs und Belgiens haben gar kcin Interesse an einer Befriedung und Derständi- zung — fte werden mit allen Mitteln eine Aende- mna der zeitigen, für ihre „Eroberungsziele" zünftigen Verhältnisse im besetzten Westen zu verhindern suchen.
Die Auffassung Macdonalds.
Eine Pariser Erklärung.
Paris, 7.Juli. (WTB.) Ministerpräsident herriot empfing gestern abend nach seiner Lückkehr aus Trohes den englischen Dot- ichafter. Die Verhandlungen, die um 7.30 Uhr begannen, waren erst um 9.15 Uhr beendet. Es vwde folgendes Kommunique ausgegeben:
Der Ministerpräsident hat heute abend den englischen Botschafter Lord Crewe empfangen, der beauftragt war, ihm die Auffassung Macdonalds betreffend die falschen Nachrichten, die verbrertet werden, mitzuteilen. Macdonald habe erklären tassen, daß er in keinem Augenblick den Versuch gemacht habe, seinen französischen Kollegen durch Hand- lungen oder Worte zu binden, die ganz offenkundig nur unter Verantwortung der britischen Regierung mit- LeteiÜ wurden und nur Vorschläge derselben gewesen sind. Der englische Premierminister lieh auch den Vorschlag unterbreiten, dies den Regierungen mttzuteilen, die die Einladungen zur Londoner Konferenz erhallen haben. Ministerpräsident Herriot hat den Dot- sthafter gebeten, in seinem Namen Macdonald für diesen Vorschlag, den er annehme, seinen Dank auszusprechen.
Eine französische Note.
Paris. 6. Juli. (WTB.) Der gestern nach- timg im Quri d'Orsay unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten abgehaltenen Konferenz »t- auch der erste französische Delegierte im vachverständigenausschuh bei. Nach Beendigung ter Konferenz wurde folgendes Communi- suß ausgegeben-
Dre Mitglieder der heute stattgesunden en «mferenz haben sich über die allgemeinen Grund- jüfl» geernigt, die in der Note zum Ausdruck Ämmen sollen, die den französischen Standpunkt M der Frage der Londoner Konferenz aus- rtnandersetzt und die den alliierten Mä ch- ten vor der Londoner Konferenz mit» geteilt wird. Der Text dieser Mitterlung wird Mcntag ferttggestellt werden.
Paris, 7. Juli. (WB.) Heute vormittag £M> der französische Botschafter in London am Quai d'Orsay Eintreffen. 3m Laufe des gestrigen ^ageS ist im Ministerium für auswärtige Ange- «genheiten an der Ausarbeitung der französijchen Avte, in der der französische Standpunkt den Teilnehmern an der Londoner Konferenz mitge- ^ilt werden soll, gearbeitet worden. Der @nt» ^urf ist gestern abend Herriot zugestellt worden. Dach dem „Matin" ist cs sehr unwahrschein- ?ich, dah das französische Memorandum ver- Effentlicht wird, da es nicht für notwendig «funden würde, öffentlich die Meinungsverschi - «nheiten zu unterstreichen, die zwischen dem fran- Arsischen und britischen Standpunkt bestehen, um P mehr, als man in Paris die feste Hoffnung vrbe, dah man zu einem Ausgleich gelangen werde.
Der belgische Standpunkt.
e Paris, 7. Juli. (WTB.) Der Brüsseler ^rrespondont des „Temps" glaubt in der Lage sein den Standpunkt der belgr- lhen Regierungskreise zu den durch das «glische Memorandum aufgeworfenen Fragen
Präzisieren zu können. Er schreibt, die Regierungen 'hätten den Sachverständigenplan ohne Reserve angenommen, aber was die Unterzeichnung eines neuen Abkommens mit Deutschland anbelange, zeige man in Brüssel ausdrücklich Reserve über den Charakter des diplomatischen Instruments, das die Engländer Vorschlägen. Man sei in Brüssel keineswegs geneigt, die englische Tbese anzunehmen, und ein Protokoll zu unterzeichnen, das, wie man glaube, eine Ncvation des Fciedensvertrages von Versailles sei, und durch das man infolgedessen dessen Oeko- nomie zerstören würde. Man will ein Protokoll anne'hmen, das unter den Alliierten besprochen würde, und das dann die Deutschen annehmen mühten, damit sie ihr Einverständnis kundgeben und in der Zukunft nicht in der Lage feien, die Gesehlrchkeit deu Ausführungsmahnahmen des Planrs Dawes an- zuz Weiseln.
Die Belgier wünschten, dah dieses Protokoll im Rahmen des Versailler Vertrages unterzeichnet werde, dah es also die Durchführungsmodalitäten festlege und nicht ein neues diplomatisches Instrument werde, das die Parlamente zu ratifizieren hätten und das infolgedessen, was die politischen Klauseln anbe treffe, an Stelle des Vertrages von Verfailles trete. Was die Beschränkung der Befugnisse der Reparationskom- Mission anbetreffe, suche man in Brüssel unter der Bedingung, dah aus anderen Gebieten e r n st e Gegenleistungen für die dadurch den Engländern gemachten Konzessionen erzielt würden, nach einer Lösung. Die Belgier lehnten die Finanzkommission des Völkerbundes ab, weil sie fein ständiger Organismus sei. Sie wollen den Vorschlag machen, dah etwaige Verfehlungen durch einen Sachverstän- digenausschuh fest gestellt werden, in dem die fünf Mächte Frankreich, Eä^and, Italien, Amerika und Belgien vertreten sein sollen, wie in dem Sachverst ändigenkomitee. Was die Frage der Sicherheit für die rheinis chen Eisenbahnen crirbelangt, seien die Belgier int Einverständnis mit den Franzosen nicht geneigt, nachzugeben.
Verschiebung um 14 Tage nach Brüssel?
Paris, 7. Juli. (WTB.) Havas veröffentlicht folgende Depesche aus Loudon, die offenbar nur als Versuchsballon angesehen werden muß:
Der Gedanke, die alliierte Kvnfereuz in Brüssel, und nicht in London zusam- mentreten zu lassen und sie um 14Tagezu verschieben, findet, wie man sagt, in gewissen politischen Kreisen Anhänger. Man glaubt, dah eine Vertagung die Entspaunung der Geister herbeiführen würde und daß man die Konferenz in politischer Beziehung besser vorbereiten konnte. Man habe tatsächlich die Aeberzeugung, daß in der Zwischenzeit ein Ausgleich zwischen dem englischen und französischen Standpunkt gefunden werden kann. Im übrigen werde die Wahl Brüssels eine .günstigere Atmosphäre f'nden, weil man so von der Beeinflussung, die die jüngsten Ereignisse auf der Londoner Konferenz ausüben würden, losgelöst werde. Dieser Vorschlag sei jedoch nicht die allgemeine Meinung, noch die, wie hervorgehobcn werden müsse, der offiziellen Kreise.
Zwei Herriot-Reden.
„Ich werde nicht nachgeben".
Paris, 6. Juli. (WTB.) Herriot hielt in Troyes eine Rebe, in der er u. a. sagte:
„Wie man mir auch zur Vorsicht raten möge, ich lege Wert darauf, derselbe zu bleiben, der ich in der Opposition 6m. Es ist feine leichte Aufgabe, sich, so za verhalten, ja, es ist fast ein gewagtes -Ün'ernennen. Ich w'erde trotzdem nicht nachgeben, denn ich bin überzeugt, dah ich wenn ich meinem System treu bleibe, die Republik und Fmnkvich zugleich verteidige, die von rnander zu trennen über vier Jahre versucht wurde. Ich, werde nicht vergessen, dah die Republikaner nicht nötig 'haben, sich von irgend jemandem eine Lektion in Patriotismus erteilen za lassen.
Es ist meine Pflicht, an der Sicherung des Friedens zu arbeiten,
den die Völker verlangen, und keinen Augenblick die Rechte des Landes beeinträchtigen zu lassen. Wir müssen unser Ziel durch Schwierigkeiten
und Zwischenfälle hindurch, verfolgen, selbst wenn unsere Arbett in gewissen Augenblicken tns Stocken geraten oder gefährdtt werden sollte.
Das Neparationsproblem.
Paris, 6. Juli. (WTB.) Ministerpräsident Herriot, zu dessen Ehrung die Radikale Partei des Departements Aube heute in Troyes ein Bankett veranstaltete, an dem 1200 Personen teilnahmen, hat bei dieser Gelegenheit eine zweite Rede gehalten, die zum Teil der Reparationsfrage gewidmet war. Er sagte, die erste Pflicht der Regierung fei, den Kredit Frankreichs sicherzustellen, die zweite Pflicht fei, den Frieden zu organisieren, den die Völker forderten.
Den Frieden organisieren heiße, das Reparationsproblem zu lösen,
das schon so viele Illusionen hervorgerufen, über das schon so viele Theorien aufgestellt und über das schon so viele wirkungslose Erklär un gen abgegeben wurden. Das französische Volk wolle nicht nur rednerische Genugtuung, sondern auch Realitäten. Die jetzige Regierung wird nicht getadelt werden, wenn es ihr nicht gelingt, in einigen Wochen, nach so fielen Enttäuschungen diejenige Lösung zu finden, die bis jetzt noch niemand gefunden hat. Setzen wir jetzt, so erklärte Herriot, die Tatsachen auseinander, so wie sie sich uns darstellen.
Ein Bericht, den manSachverständigen- bericht nennt, bringt uns für die Verpflichtungen Deutschlands ein Pro- gram m, das die letzte Regierung angenommen hat, und das sie gar nicht hätte ablehnen können, weil es heute die beste Zahlungschance bietet. Dieser Plan bietet eine gewisse Zahl von Schwierigkeiten dadurch, dah er Kontrollorganismen vorsieht, die man jetzt zum Funktionieren bringen muh. Lieber gewisse Fragen, die die Transferierung und die Sachlieferungen betreffen, müssen unsere Rechte präzisiert werden. Aber dieser Plan überläßt auch den alliierten Regierungen die Derpsllchtung, eine gewisse Anzahl von Fragen zu regeln. DÄhalb ist ein Einverständnis der Alliierten notwendig.
Die Lösung ist dringlich wegen des prekären Charakters der Micumverträge.
Gerade wegen dieser Dringlichkeit ist eine Konferenz unter den Alliierten erforderlich. Sie setzt die Wiederherstellung des interalliierten Einverständnisses und speziell ein enges Zusammenarbeiten zwischen Frankreich und Großbritannien voraus.
Wir haben in Chequers die bester? Elemente dieses Abkommens durch eine Demarche gesucht, die man uns zum Vorwurf gemacht hat, die aber wirklich im Interesse unseres Landes, dah man nun den Charakter dieser Zusammenkunft verschieben oder ihre Tragweite abschwächen will? Hat es einen Zweck, einen Ministerpräsidenten zu verkennen, der so wie ich ein Demokrat ist, und der den guten Willen hat, durch ein Einverständnis zwischen Grohbritannien und Frankreich den wesentlichen Grundlagen des Friedens zu nützen? Gewih sind noch viäe Schwierigkeiten zu überwinden. Wir haben es immer gesagt, und wir sagen es wiederum, unsere Methode nach so vielen Enttäuschungen ist, zuerst zu versuchen, die Alliierten untereinander näherzubringen und nicht das heraufzubeschwören, was sie trennt. Von diesem Gedankengange beseelt, werden wir alles das tun, was von uns verlangt wird. Wenn wir so handeln, haben wir auf alle Fälle unsere Pflicht erfüllt.
Die Blockpresse prophezeit den Sturz Herriots.
Paris, 6. Iull. In feinem gestrigen Leitartikel stellt der „Intransigeant" die Frage, ob eine Ministerkrise in Frankreich zu erwarten sei. In den Wandelgängen der Kammer raune man von einem baldigen Sturz des Kabinetts Herriots, dem man höchstens noch acht Tage Zeit gebe. Entweder werde es im Senat, der diese Woche noch über die Politik von Chequers verhandle, ober wahrscheinlicher in der Kammer gestürzt werden, wo die Regierung vielleicht schon vor der Eröffnung der Londoner Kaufe.enz in der Minderheit sein werde. Das Blatt selbst wünsche, dah sich diese Voraussage nicht erfüllen möge, da Herriot bis jetzt iwch nicht die Gelegenheit gehabt habe, sich zu erproben. Wenn er bis jetzt nur Enttäuschungen gebracht habe, würden im Falle des Sturzes seine Freunde behaupten, er habe nichts erzielen formen, weil man ihn nicht die Zeit gelassen habe, sich durchzuiseten. Außerdem würde die Krise anstelle des jetzigen Kabinetts ein Konzentrationsminister'um d ingen.
Zur Beurteilung dieser Ausfüh.ungm muh daran erinnert werden, daß der „Intransigeant" bis jetzt zu den erbittertsten Feinden des Kabinetts Herriot gezählt hat-
Erklärungen Macdonalds
London, 6. Juli. (Wolff.) Macdonald ev- flarte in Wales, wenn es ihm nicht gelingen sollte. Frieden zu schaffen, so würde dies bedeuten, daß er mit seiner Aufgabe gescheitert sei. Unter Bezugnahme auf die kürzlich erlittene sieben te Niederlage der Regierung im Unterhaus sagte der Premierminister, bis die Regierung in einer wirklich wichtigen Frage ehre Niederlage erleide, werde sie im Amte bleiben. Gr gehöre nicht zu denen, die erklärten, daß Neuwahlen bald kommen würden. Das Land wünsche keine Neuwahlen. Soweit er selbst in Betracht komme, werde er nicht künstlich eine Lage schaffen, die ihn inftanb fefcen werde, unter irgendeinem Vorwand Neuwahlen vorzunehmen. Sein Ziel sei. wahrend der nächsten Jahre Frieden in Europa zu schaffen.
Kritik in der englischen Presse.
L o n d o n, 6. Juli. (WB.) Die Blätter äußerr sich weiter zu dem britischen Memorandaum über die bevorstehende Londoner Konferenz. »Sundatz Times", bereu diplomatischer Berichterstatter das Memorandum taktlos nennt, schreibt, Mao donald habe die Stellung Herriots geschvächt, und bezüglich der Linie, die England auf der kommenden Konferenz der Alliierten zu verfolgen gedenk, einen völlig falschen Eindruck erweckt. — .Observer" sagt, wenn Macdonald zu viel erwarte, werde er die Stellung Herriots unmöglich machen. Es sei zwecklos, die Re- v-ision des Versailler Vertrages mtt dem Dawesbericht zu verquicken.
Dor einem neuen Separatistenputsch?
München, 6. Juli. (Wvlft.) Unter starker Beteiligung der Bevöllerung München-, der bayrischen vaterländischen Kreisvereine, insbesondere der Pfälzer landsmannschaftlichen Verbände, bet pfälzischen Ausgewiesenen und der Regiments Vereinigungen ehemaliger pfälzischer Formationen wurde heute vormittag an der Residenz in München ein Gedenkstein für die 30000 im ^Weltkrieg gefallenen Pfälzer feier» sich enthüllt, irrer ben Ehrengästen sah man den früheren Kronprinzen Rupprecht, den bayrischen Ministerpräsiderrten Held mit der Mehrzahl der Mirrister, den auSgewiesenen Regierungspräsidenten v. Chlingensberg, ®ene- ral Kreß von Kreffenstein, General Dothmer, den Preußischen Bevollmächtigten bei der bah- rischen Regierung Ministerialrat Denk, sowie zahlreiche andere Vertreter vom Reich, Staat und Gemeinden. Die Reichswehr hatte eine E hre nkom pagnie gestellt. In seiner TDeihe» rede betonte ©eneraffaitnant a. 'S). Miller, dah die Stimmen der 30000 gefallenen Pfälzer zu Einigkeit uni> Opfermut mahnten. Nach der Weiherede nahm der zweite Bürgermeister Münchens Dr. Küsner das Denkmal in den Sämtz der bayrischen Landeshauptstadt.
Nach sdem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes dankte der Ministerpräsident allen, die sich um die Errichtung des Gedenksteins verdient gemacht haben, und erklärte, nachdem et dem heißen Dank Bayerns an die Pfalz Ausdruck verliehen hatte:
„Wir haben Anlaß zu der Befürchtung, daß unseren Brüdern in der Pfalz neue, harte Prüfungen durch verbrecherischeMiet- li ng e auferfegt werden sollen, die das Land von Deutschland lösen und den Franzosen in die Hände spielen wollen. Pfälzer Krast und deutsche Treue werden auch diese Schandpläne zunichte machen."
Mit dem Vorbeimarsch der Verbände endete die eindrucksvolle Feier, die von dem treuen Gedanken Bayerns an die Opfer der Pfalz und von der unlöslichen Verbundenheit Bayerns mit der Pfalz und dem Reich ein neues Zeugnis abgelegt hat.
Verschiedenartige Fahnenweihen
Die Republikaner in der Ostmark.
Wie der Montag-Morgen meldet, fand in Riesenburg (Westpreuhen) der erste Republikanische Tag in der Ostmark statt, zu dem Tausende aus Ost- und Westprcußen erschienen waren. Nach einer Vorfeier am Sonnabend abend begann das Fest am Sonntag morgen mit einem Frühlonzert. Einem Festgvttesdienst in der k a t h o l i f ch en Kirche folg e ein älmzug der Festteilnehmer durch die Stadt zum Held-rn- denkmal. Nachmittags traten etwa 3—4C03 Republikaner zur Fahnenweihe an. Frhr. von Brandenstein betonte in seiner Weiherede die Notwendigkeit, die schwarz-rot goldene Fahne ter Republik stolz zu erheben, gerade in b’:e'er Provinz, deren Tevölkeru ig bei der Tol's.lbst!mmung vor vier Jahren ihre Treue zum Deutschem so tapfer bekundet habe. Vom Reichspräsidenten Ebert, vom Oberpräsidenten Siehr und vom Schöpfer der Weimarer Verfassung A.g Dr. Preuß waren Degrüßungstelegramme eingegangen.
Mit Messern und Eifenstangen gegen Stahl-- helmleute in Gera.
Nach einer Meldung aus Gera wurden dort Teilnehmer an einer Fahnenweihe der Ortsgruppe des Stahlhelms von Kommunisten überfallen, die Polizei, die ihr Möglichstes tat, um die Ordnung aufrechtzucrhalten, lonnte nicht verhindern, daß eine große Reihe Stahihelmleu ie mit E i = fenftangen und Messern mißhandelt wurde, so daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten.


