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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

llr. 135 Zweiter Blatt

Samstag, r. Zuni 1924

cs

aue Zusammenlegung der Aufstellung der

Reparl.

5. |6.

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Fern»'. 6. Juni

Geld

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8

Frankfurt a M.

Berlin

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1 8,65 9,25 9,67

6,4 9,37 12,8

7,4 1U

4,75 285 37,5

1,35 2,05

1,7 12,5

0,575

12

1 2,1 4,6 s's

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19 ,'3.65

6,87 7,75

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0,325

43 8,25

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40 43,6 $0,5

6,5 11,65 3,75 9,65 21,25

18 32,37

1,25

19,9 4,35

7,75 2,25

7 .69 21,12 70,58

110,97 156, 9

6,8

4,21

16,11 18,20 18, C

4,1'' 12,1' 66,; 4

1,76 56.14

70,22 110/1 166,11

6,93 4,1)

18,01

18,10 18,20 4,1

12,09

66,1

1,74 65,86

behelf eingeführt hat, deren Aufhebung von Gast- wirtsfeite gefordert wird, dürfte die Stadtverwal­tung einstweilen wohl nicht Preisgeben wollen, denn ihr Ertrag ist auf rund 66 ZOO Mk. veran­schlagt, deren Ausfall schon ein Loch in der Rech­nung wäre. Aber nach einer anderen Richtung hin könnte man den nicht unberechtigten Wünschen der Gastwirte Rechnung tragen. Diese beklagen sich vor allem darüber, daß die Steuer schon fällig wird, wenn die Getränke von dem Lieferanten in den Keller des Gastwirts wandern, also eine D o c- auszahlungderSteuer von noch nicht ver- . kauften Waren. Man wünscht, daß die Steuer von dem Verbrauch, d. h. nach dem Absatz er­hoben wird. Das liehe sich wohl dadurch errei­chen, dah die Stadt allmonatlich an Hand der Lieferungsbelege und Lagerbücher den Eingang und zugleich auch den Bestand fest stellen liehe und die Differenzmenge als Absatz betrachtet, der dann umgehend zu versteuern wäre. Oder ein anderer Weg wäre vielleicht der, dah die Stadt zu dem früheren Oktroi-Verfahren zurücSehren, die Ge­tränke nach der Menge besteuern und die Steuer vom Großhandel cinziehen würde. Auf diese Weise dürfte sich wohl die Hauptbeschwerde der Gast­wirte gegen diese Steuer aus der Welt schaffen lassen. An der H u n d e st e u e r, die 23 003 Mk. Reinertrag gegen 8100 Mk. in 1914 erbringen soll, wird man zur Zeit eine Aufwärtsrevidierung der Sähe wohl nicht vornehmen können. Die jetzigen Sätze sind schon ziemlichgesalzen", so dah man hier zunächst mal noch abwarten kann: und übri­gens ist ja auch eine Steuerreserve für spätere Rot­wendigkeiten nicht zu entbehren. Als Stein des Anstohes betrachten wir die F r e m d e n st e u e r, von der die Stadt nur 10 000 Mk. erwartet. Hier dürften die Erhebungskosten den Ertrag gänzlich oder doch zum größten Teil verschlingen, und auherdem wirkt diese Steuer hemmend aus den Fremdenverkehr ein, den man jetzt gerade durch mancherlei Anstrengungen stärker für unsere Stadt interessieren will. Wir möchten empfehlen, diese Verärgerungs- und Bagatellsteuer ganz zu strei­chen. Weiter mochten wir Vorschlägen, an ihre Stelle eine Besteuerung von Motor­rädern zu setzen. Motorräder bis zu 3/4 p s. werden vom Reich und vom Land bis jetzt nicht besteuert, ihre steuerliche Erfassung steht also der Stadt offen; Automobile und gröhere Motorräder werden bereits von reichswegen besteuert, hier hat die Stadt also nichts mehr zu sagen. Wenn man täglich beobachtet, wie viele dieser Fahrzeuge durch die Strahen sausen oft in geradezu sträflichem, für die Fuhgänger lebensgefährlichem Tempo so wird man zu dem Schluß kommen, dah mit dieser Besteuerung nicht nur die Fremdensteuer wenig­stens zu einem ansehnlichen Teil erseht, sondern dah auch vom Standpunkt der Passanten aus ein Ausgleich der jetzigen Verkehrsg-.'fah.en erz-elt werden könnte, ülnd auherdem würde eine solche Steuer u. E. auch gar nicht ungerecht sein, denn sie würde nur leistungskräftige Schultern belasten.

Rach unserer Ueberzeugung dürfte es nicht allzu schwer fein, den Haushalt auch bei herab­gesetzten Grund- und Gewerbesteuersähen auszu­gleichen. Sollten die verantwortlichen Stellen dec Dürgerschaftsvertretung aber der schärferen Be­steuerung von vornherein beitreten, dann mögen sie wenigstens das Sicherheitsventil schaf­fen, das man in Dad-Rauheim dem Haushalts­plan beigefügt hat. (Dergl. den Bericht in unserem gestrigen Blatte.)

Alles in allem möchten auch wir, trotz der Anmerkungen im einzelnen, am Schlüsse unserer, natürlich nur in großen Zügen gehaltenen Betrach­tung des Haushalts-Voranschlags zum Aus­druck bringen, daß der Stadtverwaltung für diese außerordentlich sorgfältige Ausarbeitung eines fef>r sparsamen Haushaltsplanes und für seine gründliche Erläuterung die vollste Anerkennung gebührt

ÄÄ

Vieh. Radf, Verein 1885 E. B.

Am 2. Feiertag

*

* Abschlüfs e i m L a h m e h e r - K o n- zern Frankfurt a. M. Die Elektrizitäts- A.-G. vorm. W. Lahmeyer &®o. in Frankfurt a. Main weist per 1923 einen Lieberschuh von 45 749 Dill. Mk auf, der vorgetragen werden wird. Der Generalversammlung am 23. Juni wird auch die Verlegung des Geschäftsjahres auf die Zeit vom 1. Juli bis zum 30 Juni vorgeschlagen werden.

* Gewerkschaft S'einkohlenberg- werk Bismarck in Gelsenkirchen-Bis­marck. Rach dem Geschäftsbericht beträgt die Ge­samteinnahme 77 117,5 Billionen Demgegenüber steht ein Zuschuß des Gruben- und Kokereibetrie­bes mit 533 086,1 Billionen Mark, so dah nach Anrechnung der 77 117,5 Billionen Gewinn ein Verlust von 455 968,6 Billionen Mark verbleibt.

* Vulkanwerke Hamburg-Stettin A.-G. Die Tagesordnung der zum 24 Juni ein- berufenen ordentlichen Generalversammlung ent­hält u. a. einen Antrag auf Aückerwerbung der in der ordentlichen Generalversammlung vom 11. Mai 1920 g schoffeneu Vorzugsaktien im Renn- werte von 5 Millionen Mk.

* Vertragsabschlüsse Fords in Deutschland. Die Ford Motor Comp. in Detroit hat, nach Blättermeldung, wie mit an­deren Werken, so auch M't der der Deutschen Handelsgesellschaft angegliederten FrankfurterGe- brauchskraftwagen-Betri eb ö-G. m. b. H einen Ver­trag geschlossen, wonach diese Gesellschaft den Vertrieb der Fordmotorwagen, Fvrdstrakt,ren und Ford-Lincolnwagen übernommen hat. Ferner wird in Frankfurt a. M. der Fertigbau von Liefe­rungswagen ausgenommen werden.

Börsenkurse.

) Dom AuckzahlunLsw?vi.

Berliner Dorfe.

Berlin, 6. Juni. Bei bereits

ist eigentlich an Altersschwäche eingegangen. Man konnte sich hier an die neuzeitliche Geschäftsfüh­rung nicht anpassen. Die beiden Fälle, die mar­kantesten der letzten Woche, sind insofern charakte­ristisch, als man deutlich sieht, dah nur solche Institute betroffen werden, bei denen tatsächlich irgend etwas faul ist.

Am Devisenmarkt wurden im Laufe der Woche zum ersten Male sämtliche Devisen voll zugeteilt. Roch im April betrugen die Anfor­derungen 400 Millionen Goldman. Heute ist es der hundertste Teil nämlich die Summe, die die Reichsbank bisher ständig zugeteilt hat der den Anforderungen genügt. Ze klarer der Markkurs im Auslande stabil blieb, desto leichter wurde es den inländischen Devisenbelihern durch Geldmangel gezwungen sich von ihren Dorratsbestäsiden zu trennen. Eine Ausfuhr von Effekten hat bei dieser Erleichterung am Devisen- markt in der letzten Woche kaum eine Rolle ge­spielt, mehr schon die Kredite dec Golddiskont­bant. Ob dieser Zustand von Dauer sein wird, bleibt abzuwarten, da z. B. unsere Handelsbilanz durchaus passiv ist und in der letzten Woche drr Handel häutig seine Auslandsreserven an Devifm benutzt zu halben scheint. Wenn di:se verraucht fern werden, muh sich der Devisenb darf zMngs- läufig am Berliner Platz häufig bemerkbar machen. Die einzig mögliche Lösung, die hier auf die Dauer Sicherheit schaffen kann, bleibt die Gvld- diskontbank.

rolllocll no« voll volljvoll vollzog

iESm ISS? ' 1 4 Uhr <5n-naetnu .

Abend 8 Uh,

^gstunde.

Banknoten nicht notiert werden, findet Die nächste Börsenversamnrlung am Dienstag, dem 10. Juni, statt.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

(In Billionen Mark auSuedrstckt. BuenoS-AireS, London. Neu» York, Japan, Rio de Ja.ictro für eine Einheit, Wien u Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Etudeitrn.)

Teleoi nrytsche Auszahlung.

Schwet-er Noten......«...

Französische Noten........

Dänische Noten..........

Schwedische Noten........

Holländische Noten........

Deutsch-Oesterreich, L 100 Kronen Amerikanische Noten Englische Noten..........

Jt. licnische Noten.........

Belgische Noten..........

Ungarische Noten.........

Tschechoslowakische Noten.....

Norwegische Noten........

Rumänische Noten.........

Spanische Noten........ .

Verbandst«; in Offenbach

Stadttheg

Hierbei wirkte auch die Verstimmung über dir bei den Werken des Rhein-Elbe-ülniontonzerns bestehende Rotwendigkeit ;

der Aktienkapitalien bei L__ ,, o ... Goldmarkbilanzen mit. Bei belanglosen ülrnsähen veränderte sich der Kursstand weiterhin nicht er­heblich. Arn Geldmarkt ist die Versteifung der letzten Tage so gut wie verschwunden. Am De­visenmarkt fand geringfügige Rachfrage bei zu­gleich unveränderten Kursen wieder volle Befrie» digung. Da die Börse morgen für jeglichen Ver­kehr geschlossen ist und mithin auch Devisen und

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

Dor vier Wochen glaubte man, daß das Kursniveau der Effekten auf jeden Fall sei­nen niedrigsten Stand erreicht haben müßte. Ver­gleicht man die heutigen Kurse mit denen vom Anfang Mai, so stellt sich heraus, daß die da­malige Vermutung eigentlich nur für die Mvn- tantoerte zutrifft. Diese haben sich sogar erholen können. Z. D. hat sich Gelsen Berg von 40,12 am 7. Mai auf 47,37 am 4. Juni verbessert. Set Streik hat den MontanchapFeten kaum etwas anhaben können. Das Ausland hat sich in den letzten Wochen, wenn auch in geringem Ausmaße, lediglich für diese erstklassigen Papiere intereffiert. ilnb für den, der warten kann, sind sie auch gewiß ein gutes Geschäft. Die Börse weih sehr. wohl, dah sämtliche Kurse unterbewertet sind. Trotzdem haben alle übrigen Papiere in dielen letzten vier Wochen 10 und 20 Pvoz., ja sogar darüber, einbühen müssen. Schuld hieran war mittelbar oder unmittelbar die Geldlage. Die Industrie war.häufig zu Zwangsverkäufen ge­zwungen; sind doch die großen wie die kleinen Betriebe stark verschuldet. Rach den Mitteilungen des preußischen Handelsministers hat die In­dustrie seit Zustandekommen der M i- cumverträge eine Viertelmilliarde Goldmarkaufgenommen und lebt von derSub stanz! Es wird allerhöchste Zeit, daß darin durch die Regelung der Reparationsfrage Wandel geschaffen wird. Von Kreditverhandlun­gen mit dem Auslande ist in letzter Woche viel die Rede gewesen. Don positiven Abschlüssen hat man aber noch nichts gehört. Das Ausland sieht sich seine Kreditnehmer sehr genau an. Die Be­dingungen sind 'schwer. Solange die Wirtschaft vor gewaltsamen Eingriffen nicht geschützt ist, ist ja das Risiko eines jeden Kredites groß. Die neuerlichen Bankpleiten wirken dabei nicht er­munternd. Die Börse kommt hierüber noch gar uicht zur Rühe. Die Klärung bei der Hamburger Handelsbank zieht sich noch immer in die Länge. Ser schwerste Fall, die Wiener Lombard- und Escomptebank, scheint auch den Metallhandel wie­der zu treffen. In Fachkreisen hat dieser Zu­sammenbruch kaum überrascht. Das im Irchce 1873 unter holländischer Beteiligung mit einem fta£ttal von 10 Millionen Gulden gegründete Institut wurde bis zum Kriege sehr solide und konservativ geführt. Rach dem Kriege und vor Etem nach der Stabilisierung in Oesterreich konnte sich die Direktion nicht entschließen, von ihren Inflationsgewohnheiten abzugehen. Das geringe Vertrauen drückte sich auch im Kurse aus, der von 85 000 im Jahre 1923 auf 14 900 Kronen zu ruckgegangen wat. Das Bankhaus de Reufville in Frankfurt, das 300 Jahre besteht,

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 6. Juni. (Wolff.) Ser Verkehr am Produktenmarkt hielt sich wieder in sehr engen Grenzen. Weizen war von Mitteldeutsch an? an- geboten und vergleichsweise billig zu taufen, och hielt die unveränderte schwierige Lage des Me l- geschäftes die Mühlen vom Kaufe des Rohnate- rials zurück. Don Roggen bestand einige Rach- fLage aus Sachsen, indessen für den Handel zu unrentablen Preisen. In den übrigen Artikeln Janben bei wenig veränderten Preisen kaum Um­sätze statt. Da morgen, Sonnabend, die Börse für jeglichen Verkehr geschlossen ist, findet die nächste Produktenbörse Dienstag, den 10. Juni, statt. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen niärf 148 bis 151 (ruhig), Roggen märk. 128 bis 134 (still), Braugerste 152 bis 156 (still) Futtergerste 140 bis 148 (still), Hafer mark 126 bis 133 (ruhig), Raps 250 (ruhig), Leinsaat 3^0 (luhig); für je 100 Kilo: Weizenmehl 2150 bis 24 (still), Rvggenmehl 19 bis 21,25 (ruhig,, Wei» Senkleie 9 bis 9,20 (stetig), Roggenkleie 8,50 brs 8,60 (stetig), Diktoriaerbsen 18 bis 20, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13 Pe­luschken 10,50 bis 11, Ackerbohnen 13 bis 14 Wicken 10,50 bis 12, Lupinen blau 9,50 bis 10 Seradella 13 bis 13,50, neu 11 bis 13 Raps^ buchen 9 bis 9,20, Leinkuchen 17, Trvckenschnitzel 6,60; für je 50 Kill): Weizen- und Roggenstrch SSPB?- a°o?° 1, Haferstroh, drahtgepreßt

0,75 brs 0,85, Stroh, strvhseilgebündelt 0,80 bis 0,90 Häcksel 1,20 bis 1,30, Wiesenheu gut ge­sund und trocken 2,10 bis 2,40, handelsübliches Heu 1,40 bis 1,65.

Frankfurter Getreidebörse.

^Sranff urt a. Olt., 6. Juni. Getreide o'hne Sack, Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack. Es notierten je 100 Kilo: Weizen (Wet­terauer) 16,25 bis 16,50, Roggen (inlärrd.) 14 75 bis 15, Sommergerste für Drauzwecke 16 50 bis 16,75 Hafer (inländ.) 14 75 bis 15,25, Weizen­mehl, südd. Spezial 0 26,25 bis 28, Roggenmehl 22,25 brs 23, Weizen- und Roggeirkleie 8 80 bis 9,50. Tendenz: ruhig.

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Das Urteil im Mainzer Komrmrnistenprozeß.

/^ininz, 6. Juni. (WB.) Im Kommuni- stenprvzeh vor dem französischen Kriegsgericht Prach das Gericht nach dreitägiger Verhandlung für die Angellagten Strafen von 6 Monaten bis ju .10 Jahren Gefängnis aus. Einem großen Teil der Angeklagten wurde Strafaufschub gewahrt. Sämtliche Angeklagten wollen Beru­fung einlegen.*

Verschärfung der japanisch-amerikanischen Spamn-nz.

London, 6. Juni. (WB.) Rach Blätter- metoungen aus Tokio ist der amer-ikaaischr Bot- schafter in Tokio, Wood, der bekanntlich ferne Demission gegeben hat, gestern nachWashina- ton abgeroist. DieDaily Marl" meldet aus Kobe, daß zwer weitere Japaner als Protest gegen das amerikanische Einwanderungsgesctz Selbstmord Begangen haben. Sic Erregung "ganz Japan nehme zweifellos zu. In ver­schiedenen Orten seien Vereinigungen zum Boy -

\CC amerikanischen Waren gcbck- det worden. Zahlreiche Kaufläden in Tvlio trüc.en Aufschriften, die besagten, daß keine amerikanische Waren verkauft werden. Einige Aerzte in Tokio teilen mit, dah sie es ablehnen, ame- rrkanische Patienten zu behandeln. Be­unruhigende Briese seien an amerikanische Mis- Jl0 « a r e gesandt worden. Die Behörden erwägen Maßnahmen, um dec Lage zu begegnen. 19 Lei­tungen in Osaka und Tokio haben eine Erklärung veröffentlicht, daß die vorn Kongreß in Wa hing- ü>n angenommene, gegen Japan gerichtete Ge­setzgebung nicht nur in Widerspruch mit der Ge­rechtigkeit und Menschlichkeit stehe, sondern auch die traditionelle Freundschaft zwilchcn den beiden Ländern unberücksichtigt lasse. Die Blätter er­suchen die amerikanische Regrerung und das ame­rikanische Volk die gesamte Fraae neu w ertopou»

Der neue Gießener Haushalts-Voranschlag.

III.*)

Mit besonders kritischem Blick wird man bei der Prüfung des neuen Haushalts-Voranschlags ine Steuertitel betrachten. Ein buntes Bün­del von Steuerplänen tritt da zutage und offen­bart, wie verfahren und zerflattert unsere heutige Steuerpolitik gegenüber der früheren Einfachheit und Klarheit doch ist. Lebhaft bedauern muh man dabei daß die hessische Regierung die ohne­hin schon knappe Rationierung der Steueranteile dec Gemeinden an den Reichssteuern noch einmal von sich aus beschnitten und damit das finanzielle Fundament der Gemeinden weiter eingeengt hat, und schließlich muh man noch den überaus harten Zugriff des Staates auf die Grund- und Gewerbe­steuer beflogen die den Gemeinden bisher noch der festeste Rückhalt war. Man kann es verstehen, wenn der Oberbürgermeister in seiner Voranschlagsrede diese Zustände als wenig erfreulich und den Grundsätzen idealer Steuerpolitik widersprechend bezeichnet, und man muh ihm vollkommen bei­pflichten, toenn er fordert, dah in Zukunft wenig­stens eine Annäherung an den Grundsatz,dah die Steuergebiete säuberlich abgegrenzt seien und aus einer Steuerquelle möglichst nur e i n Steuergläubiger schöpfe", erstrebt und namentlich erreicht werden müsse,dah die Gewerbesteuer, wie früher, und auch heute noch in dem größtem Staate Preußen, der alleinigen Besteuerung durch die Gemeinden unterliegt. Man wird vom Land­tag verlangen müssen, dah er den Finanzausgleich möglichst bald wieder gründlich revidiert und dafür sorgt, dah durch eine durchgreifende staatliche Ver­waltungsreform noch' mehr wie bisher gespart wird, jedoch nicht nur bei den unteren und mitt­leren Beamten, sondern auch einmal in den re­gierenden Kreisen, z. B beim Landesbildungs- amt, wo man noch in den letzten Wochen auf- gebaut. anstatt kräftig abgebaut hat.

Rach dem Haushalts-Voranschlag ist zum Ausgleich dec Rechnung ein Betrag von 647 529 Mack aufzubringen. Sie Stadtverwaltung schlägt vor, hierzu die Grund- und Gewerbe­steuer in Anspruch zunehmen. Es wird sich na­türlich nicht umgehen lassen, dah diese beiden Steuerarten auch ihren Teil zur Deckung des Be­darfs mit beitragen müssen, wir möchten aber da­vor warnen, den ganzen Fehlbetrag ausschliehlich vom Grundbesitz und Gewerbe zu erheben. Wie die wirtschaftlichen Verhältnisse jetzt und auch noch auf Monate hinaus liegen, muh hier mit größter Vorsicht und Schonung vorgegangen werben. Man darf nicht übersehen, dah jetzt vier Steuergläu­biger (Staat, Gemeinde, Kreis und Provinz) aus dieser Quelle schöpfen, anstatt des einen bisher (die Gemeinde). Weiter muh beachtet werden, dah auch das Gewerbe und der Grundbesitz stark unter den großen Kreditschwierigkeiten zu leiden haben, die unser ganzes Wirtschaftsleben in außerordent­lich hemmender und schädigender Weise belasten, und dah zur selben Zeit mancher Gewerbetreibende Arbeiten auf längeren Kredit oder ratenweise Abzahlung liefern muh, wenn er überhaupt nur Aufträge haben will. Würde' die Steuerbelastung nun auch noch in starker Form zu den vprhandenen reichlichen Schwierigkeiten hinzutrelen, so märe um die Existenz vieler Gewerbetreibender und Grund­besitzer sehr zu fürchten. Wir meinen, die zahl­reichen Steuerstundungsanträge, die jetzt schon bei der Stadt vorliegen. müßten hier doch zur Vorsicht mahnen. Alle vier Steuergläubiger dürfen auch nicht übersehen, daß immer mehr und immer stär­kere Steuerbelastungen naturnotwendig auch den Verkaufspreis der Waren hinauftreiben müssen und damit die Lebenshaltung der breitesten Volks­schichten noch mehr wie bisher erschweren. Diese Verschlechterung wird dann coieder auf eine Her­aufsetzung des Lohnniveaus hindrängen, das Pro­dukt wird wieder teurer, und so treibt ein Keil den anderen in stetig hetzendem Kreislauf. Diese Fol­gen werden vor der Festsetzung dec neuen Steuern ernsthaft zu überlegen sein.

Irgendwo muß der Bedarf dec Stadt natür­lich Deckung finden. Es hat sich nun schon heraus­gestellt, daß aus gar manchen Titeln des Etats doch noch höhere Einnahmen zu erzielen sein wer­den, als vorgesehen sind. So wurde in der Ge­neraldebatte am Mittwoch z. D. hervorgehoben, daß die städtischen Gebäude im Laufe des Haushaltsjahres mehr Miete, als veranschlagt, bringen werden, denn der Prozentsatz der Miete ist heute schon gegenüber der Haushalts-Rech­nungsgrundlage wesentlich höher, und er wird künftig noch weiter steigen. Ebenso durfte eine ansehnliche Einnahme-Erhöhung bei den Wal­dungen nicht ausgeschlossen sein; wenn man den heutigen Durchschnittsholzpreis zugrunde legt, so kann man gegenüber dem Voranschlag mit einem Mehrerlös von 60 bis 70 000 Mk. rechnen. In man­chen anderen Kapiteln des Etats kann man den gleichen Entwicklungsgang der Einnahmen nach oben erwarten. Die jetzige geringe Einnahme- Veranschlagung kann natürlich niemand der Stadt­verwaltung zum Vorwurf machen, denn damals, als der Voranschlag aufgestellt wurde, waren die zur Grundlage der Berechnungen gemachten Preise eben maßgebend und ihre Erhöhung war nicht vorauszusehen. Auf der andern (Seite scheinen in manchen Titeln die Ausgaben in vorsorglicher und sehr anerkennenswerter Weise etwas reichlich hoch bemessen zu sein, so daß man hier wohl auf angenehme Enttäuschungen rechnen kann. Aus bei­den Ermittelungen ergibt sich, daß durch Mehc- eimiahmen und Minderausgaben auf eine ansehn­liche Senkung der Fehlbetragsziffer zu rechnen ist, so daß man die Steuerschraube etliche älmdrehun- gen weniger machen lassen kann.

Betrachtet man die Steuern zweiter Ordnung, die unser städtisches Steuerbukett zieren, so drän­gen sich mancherlei Gedanken auf. Die Vergnü­gungssteuer soll nach dem Voranschlag 40 000 Mark bringen. Wir hätten nichts dagegen einzu­wenden wenn man aus dieser Steuer etwas mehr herausholen würde. Dabei möchten wir jedoch die gehaltvollen Darbietungen (Theater, Kunst, Kon­zerte, auf höherer Stufe stehende Vereinsveranstal­tungen, Sportbetätigung usw.) geschont wissen, aber Tanzbelustigungen,Gemütlichkeitsabende" namentlich jugendlicher Veranstalter und ähnliche Dinge, die herzlich wenig in unsere Rotzeit passen, sollte man zum Vorteil der Allgemeinheit etwas schärfer mit der Steuerfaust packen, und man kann doch gewiß fein, daß deswegen nicht weniger kon­sumiert und die Fröhlichkeit nicht geringer fein wird. Die Getränkesteuer, die man als Rot-

) Teil I in Rr. 124, Teil II in Rr. 126.

5% Deutsche RetchSanleihe

<% Deutsche Reichsanlethe 3Deutsche Reich anleihe 3% Deutsche Reichs mleibe Deutsche Sparpräintenanleibc 4°/0 Preußische KonsolS . . . 4° o Hessen...........

3'/»*/>> Hessen..........

3% Helsen...........

Deutsche Werth. Dollar-Anl. dto.Toll.-Schay.Änwersung.e)

4% Zolltürken .....

5% Goldmcxikaner -

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. Darmft. und Narionalbank . Deutsche Bank.........

Deuische BereinSbank .... Diöconto Commandit .... TOctafibant...........

Mitteldeutsche Creditbank. . Oesterrcichische Creditanstalt Westbank............

Bochumer Guß........

Buder.,S............

Caro .............

Deutsch-Luxemburg......

Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvener Bergbau......

.tzallwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln Laurobttte...........

L berbedarf...........

Phönix Bergbau.......

Rhein stahl...........

Rtebeck Montan

TelluS Bergbau........

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llossd .... Cberamische Werke Albin .. Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann.....

Anglo-Cont.-lNuano Badische Anilin........

Chemische Mayer Alapin. . . Goldschmidt..........

Griesheimer Electron .... Hrchster Farbwerke , Holzverkohlung Rütgerswerke Scheideanstalt .

Mg. Elektrizitäts-Gesellschaft Deramann...........

Momkrastwerke........

Schlickert.........

Siemen- <fc Halske Adlerwerk« Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaedt Neguin.............

frankfurter Armaturen ... Konservenfabrik Brann . . . Metallgesellschaft Frankfurt. Pet. Union A^>G.......

Schuhfabrik Her,

Sichel.............

Zellstoff Maldhof

Zuckerfabrik Frankenthal . .

Zuckerfabrik Waghäusel ... >

llblabrt 7 Uhr Hess Hof. 474i>

[Rentnerbnnd

Die Sommer- forgung durch unSisl Medoben-DieM- gliebtr find von der

Porlnisbefiellune entbunden. Es ivird jedoch gewünscht den Koblendedari. bei AorlbeitedendeS ge- wabrienRabatiesb derArmazu decken. berroirineriterV'.m( den bill Ausnahme« preis zu verdat haben. V-M

Ter Vorstand

Hl

MW 1. Feiertag

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2. Feiertag yerünüM s7chivvkavak) Der Vorstand.

. - ------erheblich ge­

ringerem Besuch stand die Börse bereits unter dem Feiertagszeichen. Auf allen Gebieten hielten sich die Ülmsätze in sehr engen Grenzen, wobei die Politionslösungen für die wegen der bekannten unerfreulichen Wirtschaftsverhältnisse in Zah­lungsverlegenheiten geratenen Firmen fort­gesetzt wurden. Unter diesen Umftänben trat fast überall eine erneute mäßige Senkung des Kurs­standes ein, die mit 2 bis 3 Billionen Prozent am erheblichsten aber nur bei einigen wenigen führenden Montan- und Industriewerten war.

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156,61

157,29

156,61

15 , 9

Brss.-?lntw-

1J.35

16,4,

13,45

18,55

(Sbriftinnin

56,2.6

56.64

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56,6«

Kovonbaaen

70,57

70,93

70,57

70,93

Stockholm

110,72

111,28

110, 2

11i,28

Helsi'.igforl

10,47

10,53

10,4

10,53

Italien

18,175

18,275

18,175

18,275

London

16,035

16,145

16,015

16,14.

Reuvork .

4,1 i

4,21

4,19

4,21

Pari« . . .

20,90

21,00

21,05

21,15

Schweiz .

73,52

73,68

73,52

73,68

Svanten .

t6,11

66, j9

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Wien in 9.«

£ fit. adge!.

5,89

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Prag. .

12,22

12,28

12,12

12.2C

Budavell.

4,59

461

4,59

4,61

Buen^Airei

1,345

1,355

1,345

1,65

Bulgarien .

2,99

3,01

2,95

2,97

Javan .. .

1,665

1,67'>

1,665

1,675

Rio De Jau

1,425

1,435

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0,4 5

Brlgrao

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5,06

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Linauon .

11,97

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0,600

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0,90

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0,196

4,2

4,2

4,2

73,5

73,8

73,5

3,63

3,25

3,5

39,25

39,25

19

19

__

3,75

3,75

3,5

6

V

6

6,8

6,75

7

0,4.0

__

7.7

7,25

7,8

11,6

1.25

1,25

1,25

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0,300

0,5

- -

47

43,25

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8,3

10

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10

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40

39,6

43,2t

44

43,13

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50,5

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6,75

7

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11

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4.75

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10

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_

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2

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- -

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8,75

8,5

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8,5

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9,25

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f,3

9,2 S

9

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w

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36

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2

2,1

2

*

12

12

10

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__

_

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1

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0,9

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-

-

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