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Sin Vornan aus dem 21. Hahrhundert von Han» Dominik.
LS. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Die beiden Freunde hatten auf ihrer Wvndr- mna den höchsten Punkt der Straße erreicht. Hier blieben sie eine kurze Zeit stehen. Vom Dolde der sinkenden Sonne beleuchtet, dehnte sich weit vor ihren Blicken die Havel. Weit drüben am Horizont schimmerten die Türme und Bauten von Siemensstadt.
Gerade jetzt erhob sich dort eine Flottille mächtiger Flugschisfe. In schneller Folge stiegen sie auf, setzten sich in Kiellinie und nahmen den Kurs nach Osten. Anablässig gewannen sie dabei an Hohe, wurden klein und Immer kleiner und waren schon fast Punkte, als sie über den Köpfen der beiden Freunde dahinzogen.
Wellington Fox verrenkte sich beinahe das Genick, um sie über sich zu beobachten.
»WaS ist das, Georg?"
Es dauerte lange Sekunden, bevor Isen- brandt, wie aus Träumen erwachend, die Antwort gab: „Was das ist, Fox? Ver sacruml Ein neuer heiliger Frühling, den das alte Europa nach Asien schickt. Junge Siernensstädter sind es mit ihren Frauen und Dräuten, die dorthin gehen. Das sind keine Dauernsiedler, sondern Industrtesiedler."
Wellington Fox unterbrach den Freund: »Ich hörte davon. Aber ich wußte noch nicht, daß diese 93läne sich bis zur Ausführung verdichtet haben. Bisher wollte sich europäisches und amerikanisches Kapital nicht rocht an die Ausbeutung der asiatischen Bodenschätze heranwagen.
„So war es, Fox, solange die politischen Aiachtverhältntsse da drüben in Asien unsicher I
waren. Jetzt hat sich dc»S radikal geändert. Jetzt, wo unsere Her l-schaft festslM, find plötzlich Biesen- kapitalien vorhanden, um die reichen Bodenschätze dort zu heben. Was Europa in Afrika verloren hat, findet es in Asien dreifach wieder."
Die letzten Flugschlffe der Flottille waren jetzt am dunllen Osthimmcl verschwunden. Wellington Fox, dec ihnen bis zuletzt nachgespäht hatte, sprach wieder:
„Wenn aber Kapital und Bevölkerung In diesem großen Maße nach Osten verpflanzt werden, wird sich dann nicht der Schwerpunkt Europas, sein Schwerpunkt in jeder Beziehung nach Osten verschieben?"
„Dem, Fox. Man wird dort Eisen fchrnelzen und Halbfabrikate machen. Aber die Feinfabrikation bleibt in Europa. Die Schreibtische . . . die Organisation . . . das Hirn, das diesen ganzen Mechanismus steuert, bleibt hier, wo es wurzelt und ausschließlich gedeihen kann. Du brauchst keine Entvölkerung Europas zu befurchten. Es bleibt das Züchtungsland hochwertigen weißen Blutes."
Langsam weiterschreitend, hatten sie das Heim Isenbrandts erreicht. Durch das Gartentor schritten sie den Abhang zum Hause empor. Anter dem 'Schatten des schon leicht vergilbenden Laubes einer alten Kastanie sah Frau Maria int Kreise ihrer Gäste.
Theodor Witthusen . . . Francis Garvin . . . Helen Fox geb. Garvin. Ihr Geplauder schallte den Eintretenden entgegen. Hetzt hatte Helen die beiden erspäht.
Schnellfüßig eilte sie ihnen entgegen.
„Endlich kommt ihr. Wir hatten und so auf die gemeinsame Kafseestunde gefreut, und jetzt, wo sie vorüber ist, kommt ihr erst. Daran bist du sicher schuld."
Wellington Fox deutete mit der Miene eines unschuldig Verdächtigten auf Georg Isenbrandt.
„Ich wasche meine Hände in Anschuld. Da steht er, der Missetäter. Zwei Stunden rammte ich das Pflaster des Dlsmarckdammes. Aimm dir ein Beispiel an dem Gesicht Marias, Helen dsar. Aichls von Vorwürfen . . . nichts von Angeduld. Glücksellg der Mann, der ein sanftmütig Weib freite I"
„Wellington! . . . Du Angeheuer... Du Anhöflichster aller Menschen. . ."
„Diese Versicherung hörte ich feit dem ersten Tage unserer Bekanntschaft wohl täglich ein dutzendmal."
»Pfui, Wellington! Du bist. . ."
«... der unhöflichste Mensch auf Erden."
Ein leiser Klaps auf Wellingtons Wange quittierte seinen Einwurf. Lachend enteilte sie seinem Griff und hing sich in Marias Arm, die an Isenbrandts Seite zur Terrasse emporschritt.
Brummend ging Wellington Fox ihnen nach. Sein Aug ehaftete auf den beiden ebenmäßigen hohen Gestalten der Isenbrandts. Aeuherlich wie innerlich schienen diese beiden Menschen tote füreinander gemacht. Der Zufall, der sie einst zusammengeführt, hatte sie auf ewig aneinander- gebunden.
Kerne lange Werbung . . . keine Beteuerung der Liebe . . . kein langsames Auffpriehen einer Steigung . . . Das erste Zusammentreften entschied über ihr Schicksal . . . und das vollendete sich, als die Stunde gereift.
And dann glitt sein Blick zu Helen. Mit Entzücken verfolgte er die Bewegungen ihrer zierlichen Glieder und dachte bei sich:
Ich hätte mein Leben lang nicht geglaubt, daß es unter Milliardärstöchtern so ein famoses Mädel gibt. Weiß der Teufel, was die Dollarkönige einen anständigen Menschen abschrecken
Birnen. Aa! Schließlich hat sich doch auch meta teurer Schtoicgerpapa als ganz famoser old fellow entpuppt. Seine Hochachtung vor mir ist geradezu ' beängstigend. Ich fürchte, mein neuester Plan wird ihm den knock out geben.
Dann war Wellington Fox bei seiner Frau und legte feinen Arm unter den ihren.
»Die Abrechnung zwischen uns beiden wird fpäter geschahen. Ich habe mir meine Bache inzwischen gründlich überlegt. Teuerste Frau Maria, Sie täten unendlich viel Gutes an einem Anglücklichen, wenn Sie diesen Wirbelwind etwas in die Schule nähmen."
„Ich werde mich hüten, Mr. Fox!" antwortete Maria lachend. „Für Sie ist Helen so, wie sie ist, gerade die Richtige."
„Bravo, Maria!" rief Helen. „©16’8 ihm - - . gib's ihm tüchtig! Zu gut . . . viel zu gut bin ich für diesen. . ."
„ . . . unhöflichsten aller Menschen," vollendete gelassen Fox.
Er wollte sich, eines plötzlichen Angriffs gewärtig, zurückziehen» als Helen ihn umfing und mit schnellem Kusse. seine Wange streifte.
And dann saßen alle zusammne um den runden Tisch im Schatten des allen Baumes. Wellington Fox hatte neben seinem Schwiegervater Platz genommen.
Sein lebhafter Mund war eine aeraume Zeit fast auffällig verstummt. Mechanisch rührte er in seiner Tasse und vergaß das Trinken. Gttdlich ergriff er sie und trank sie mit einem Zuge leer.
»All right!" kam es aus seinem^Munde. Gr entzündete sich eine Zigarre und legte sich behaglich in seinen Stuhl zurück.
„A propos, teuerster Mr. Garvin, wäre Ihnen mit einer guten Position gedient?"
(Schluß folgt.)
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