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Kr.M Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhefien)

Mittwoch, r. Mai 192$

Wirtschaft.

Preisbildung. und Frachtenanteil.

Trotz der Fvachtenhevabsetzung vom 1. März liegen die Frachten noch weit über dem Durch­schnitt der Warenpreise. Während der Groh- handelsinder von 139 im November auf 118,7 int März zurückgegangen ist, (1913100), sind die Frachten immer noch weit über 50 Prozent teuerer als die Warenpreise. Dabei ist zu bedenken, daß nicht nur durch Tarifsteigerungen an sich eine höhere Belastung eingetreten ist, sondern vor allem auch durch die Versetzung vieler Waren in höhere Tarifklassen, durch den Fortfall von Ausnahmetarifen, durch die Berechnung von Rebengsbühcen usw.

Wie sich im Inlandverkehc das Verhältnis dec Frachten zu den einzelnen Warenpreisen ge­staltet hat, läßt die Berechnung der Frachten in Hundertteilen des Warenpreises erkennen. Wesentlich ist dabei, dah die Preise einer Anzahl wichtiger Waren seit Dezember 1923 stärker ge­sunken sind als die Frachten, so dah sich damit die Frachtenbelastung je Wareneinheit erhöht hat. Nur bei Kohle hat die stärkere Herabsetzung des Ausnahmetarif 6 den Rückgang ter Preise wirk­lich überholt. Ferner ist bei Holz, Häuten, Butter, Zucker. Heu und Vieh eine geringe Abschwächung, bei den übrigen Waren dagegen eine Verschär­fung der Belastung eingetreten. 3m Vergleich mit 1913 ist mit Ausnahme von Kohle und Kali der Frachtenanteil bei einer Entfernung von 150 Kilometer (die mittlere Drförderungsweise aller Waren betrug 1921 159 Kckome ec) wesentlich ge­stiegen: so bei Eisen um 50 Prozent, bei Ma­schinen. Roggen, Holz und Häuten um 100 Prozent und bei Heu infolge des gedrückten Preises um fast 500 Prozent. 3m einzelnen ist z. B. bei Gießerei-Roheisen nachWirtschaft und Stattstit", das Verhältnis von Fracht zum Preis gestiegen von 6 Prozent im Jähre 1913 auf 8.9 Prozent am 1. März 1924; bei Stabeisen liegt eine Sterge- rung von 6 zu 9,8 Prozent vor, bei Häuten eine solche von 0,7 auf 1,5 Prozent, bei Holz von 9,6 auf 17,3 Prozent usw. Auch bei Lebensmitteln ist diese Verschiebung zu beobachten. Bei Roggen betrug z. B. vor dem Kriege der Frachtcnanteil am Preis 4,9 Prozent, jetzt beläuft er sich auf 9,7 Prozent. Bei Weizenmehl ist eine Steigerung zu beobachten von 3 auf 5,1 Prozent, bei Zucker von 2,7 auf 3,9 Prozent: bei Margarine von 0,8 auf 1,4 Prozent: bei Erbsen von 2,9 auf 4*7 Prozent usw.

Ein Vergleich der Waren untereinander zeigt, dah die in groben Mengen zum Versand ge­langenden Rohstoffe weniger Frachterhöhung zu tragen haben als die Halb- und Fertigwaren. Die gegenwärtige Gestalt der horizontalen und der vertikalen Staffelung belasten in Verbindung mit den Aenderungen in dec Güterklassifitation den Absatz der verarbeitenden 3ndustrien und damit die typischen Ausfuhrgüter gegenüber der Vorkriegszeit verhältnismäßig mehr, als den Be­zug der Rohstoffe. Ebenso werden die hochwer­tigen Güter durch den Zuschlag für bedeckte Wagen mehr als dre Rohstoffe belastet, denn etwa 80 Prozent der beförderten Güter werden nach einer Stichtagszählung in den Klassen AC, die im wesentlichen Halb- und Fertigwaren umfassen, gefahren. Don Bedeutung ist diese Verschiebung der Frachtenderteilung auf die verschiedenen Güterkategorien für den Standort der Industrien zu ihrem Absatzgebiet, denn die dem Absatzgebiet nahegelegenen Industrien sind dadurch gegenüber den entfernt gelegenen begünstigt. Rur für die derkehcsgeographisch ungünstig gelegenen Indu- striegebicte (Aorddeutschland, Schlesien) gewährt die vertikale Staffelung in dem billigeren Roh­stoffbezug einen gewissen Ausgleich der jedoch für den gesamten auf Entfernungen unter 300 Kilometer sich vollziehenden Verkehr nicht ins Gewicht fällt Ebenso ist der Bezug von Fertig­waren für entfernt gelegene Bedarfsgebiete (Öst- preuhen) erheblich belastet.

Alles in allem ist zu sagen, dah der Frachten­anteil am Warenpreis so ungesund hoch ist, dah weitgehende Verschiebungen der industriellen Wirtschaft die Folge sein müssen.

Der deutsche A u henhandel im März. Da sich die Verhältnisse im besetzten Gebiet nicht geändert 'haben, enthalten die handelsstatislischen Ergebnisse die gleichen Fehler- guellen. Sie Einfuhr betrug (in 1000 Gold­mark) 695 145 (Februar 718 587), die Ausfuhr betrug im März 465 559 (Februar 463 198). Dem­nach ist. im März ein geringer Rückgang fest- Aufleilen, der bet der Einführ gröher ist. Die Cinführverminterung rührt Haupt ächlich von dem Rückgang der Rohstoffe her, während dir Einfuhr von Lebensmitteln und Getränken, sowie von Fertigerzeugnissen gestiegen ist.

" Schließung wegen Unrentabili­tät. Die Westfälischen Schamotte- und Dinas- werke, norm. Zinkhütten, Dortmund, deren Haupt­verwaltung in Aachen ist, schließen wegen Unten a- btlität den Betrieb zum 1. Juni. Die Lonne fcuer- fester Steine muhte schon zum Preise von 33 Mk. abgesetzt werden, während sich der Selbstkosten­preis auf 56 Mk. stellte. Unter diesen Umständen ist eine Fortführung des Betriebes ausgeschlossen. Zur Zeit bemühen sich verschiedene industrielle Werke, den Betrieb zu übernehmen, so Hoesch und die Dortmunder Union.

-K

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M. 6. Mai. Tendenz: Be­hauptet. Stack beeinflußt von der Erkenntnis der Schwierigkeiten, die sich der Bildung einer neuen Regierung aus dem sich nach den Wahlen ergebenden Stärkeverhältnis dec Parteien ent­gegenstellen, war die Stimmung an der Börse heute lange nicht so zuversichtlich, wie am gestrigen Tage. Richt nur die Spekulation, sondern auch dos Publikum übte außerordentliche Zurückhal­tung. Wenn die Kurse sich aber trotzdem gut behaupteten, vereinzelt sogar ihren Kurs noch zu heben versuchten, so lag das an der Tatsache, Laß heute zum ersten Male seit langer Zeit eine bedeutsame Erleichterung auf dem Geldmärkte ein- getceten ist. Ein großer Teil ter Spekulation wurde dadurch in die Lage versetzt, Deckung vor- Kunehmen und Meinungsverkäufe abzuschließen. Ganz b^onters begehrt waren heute Deutsches Petroleum auf die Fusion mit der Deutschen Erd- Ll-Eesellschast. Man handelte lebhaft auf der Basis von 15V2. Rütgerswecke waren stark ge­sucht. Ferner Metall F. Grühner. Damit ist aber die Zahl dec höher bewerteten Papiere er­schöpft. Sonst waren die Schwankungen nach oben

11,63

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1,79

8,2

7.2

4,13

) Dom Rückzahlungswert.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

(9n Billionen Mark auSgedrückl. BuenoS-SireS, London, Neu- York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Ein ketten, alles übrige für 100 Etuheitea.) Telegraphische Auszahlung.

oter unten ganz unbedeutend. Sprozentige deutsche Reichsanleihe 0,092 */2. Rachtem man auf dem freien Markte bei durchweg erhöhten Kursen er­öffnet hatte, konnten sich doch im weiteren Ver­lauf 'die Papiere nicht halten und mußten alle erheblich nachgeten. Api V/441/2, Decker-Stahl 66/2, Decker-Kohle V/d-V-/2.

BoSumer flal « . , , , , , Buberul

Caro . . . ,

DrutiL-Luxemburg Srlsrnklrchcner Bergwerk» . ©arbeitet Bergbau......

Äallroerfe Aschersleben. . . . ÄoHioert Westeregeln Laurahütt« . . Cberbebarf.....

Phö>'is Bergbau ...... Noeinstabl . .. gUeberf Montan ...... leUuB Bergbau ...... vamburg.«merika Pak«. . Norddeutscher Lloyd ....

Cteramische Werke Albin .. Semen,werk »elbefixra . .

hilipp Holjmanu.....

Anglo-Cont.-Kuano Badische Anilin Chemische Mayer Alapin. . . Goldschmidt..........

GricSheimcr Electron .... Höchster Farbwerke Potzveriohlung Rutgcrswerke Scheideanstalt kMa Elektrizttatl^esellschatt Bergmann Malnkrastwerke Schustert..........

Siemens HalSW .....

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Daimler Motoren. ..... Hcyllaenstaedt . ..... .

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Pranffurter Armaturen ... Konservenfabrik Braun . . . Mctallgesellschaft Frankfurt. Bet. Union Schuhfabrik Herz Sichel..............

Zellstoff Waldhof Zosterfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel .. .

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Frankfurt a M

Berlin

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Datum:

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Berliner Börse.

Berlin, 6. Mai. (Wolfs.) Der Wahlaus­fall beherrschte auch den heutigen Börsenverkehr. 3m Gegensatz zu gestern neigte man einer skep­tischeren Auffassung »zu, intern man daraus hin­wies, dah für eine sichere Mehrheitsbildung im Reichstage keine klare Gaundlag' bestand. Die Spekulation hielt daher Gewinnsicherungen für geraten nach den gestrigen ansehrlichen Steige­rungen. Dagegen zogen sich die Käufer zurück, zumal die Stimmung auch durch den Konflikt mit ter russischen diplomatischen Vertretung un­günstig beeinflußt wurde. Infolgedessen erfuhren die Kurse meist Abschläge, die für einzelne Mon­tanpapiere und Maschinenfabrikaktien bis zwei Billionen Prozent betragen, so für Essener Stein­kohlen, Hoesch und Ludwig Loewe. Dagegen wie­sen Stinnes, Riebeck und Berlin-Karlsruher In­dustrie Besserungen um P/4 bzw. 3 Bill. Proz. auf. Die Lustlosigkeit machte sich weiterhin schärfer geltend, und bei recht schleppendem Verkehr setzte die Abwärtsbewegung mit einem langsamen Ab­bröckeln ter Kurse ein. Bankaktien konnten sich ziemlich gut halten. Von ten Schiffahrtspapieren verloren Hamburger Paketfnh t und Hamburg- Südamerikaner etwa 1 3 Billionen Prozent. Von deutschen Anleih:n schwächte sich Kriegsanleihe ab. Elektrische Hochbahnakt.en, für welcte gestern lebhafte Kauflust bestand, litten ziemlich beträcht­lich unter Realisierungen und stellten sich im Verlaufe um 4 Billionen Prozent niedriger. Auch

Petroleumaktien büßten die gestrigen Gewinne ein. Am Devisenmarkt wurden entsprechend der Markbewertung im Auslande einige Rebendevisen etwas höher notiert.

Märkte.

Berliner Produktenbörse.

'Berlin, 6. Mai. (Wolfs.) Am Produkten- mard? hat das Wahlergebnis keine Aendecang herbeigesührt. Die Haltung blieb unsicher und lustlos. Weizen war wenig angeboten, aber die Mühlen raufen $ur Zeit nicht, da viel fremdes W.izenm/Hl sich rm Lande b faxtet. Don Roggen ist Material aus zweiter Hand me'yr zu haben als g fragt wird. Roggenm.hl wird von te/i Provinz- nxuC'kn ungewöhnlich billig angeboten. Hafer fin­det beim Kon,um zu ermäßig ei Preisen Absatz. Sonst aber ist das Geschäft still. Gerste und Futterstoffe wurden nur tcenig gehandelt. Es polieden für je 1000 Kik): Bte.zen (märe.) 170 bis 173 still. Roggen (märk) 128 bis 134 behauptet. Sommergerste (Drang ) 170 bis 187 still. Winter­gerste . Fatte.g ) 155 bis 163 still. Hafer (mark.) 125 b s 132 still Raps 310 still. Leinsaat 410 still. Für je IOO Kilo: Weizenmehl 24 bis 26 ruhig. Roggenm.hl 19,50 bis 21,75 etwas mehr Rach­frage. Weizen'leie 10,20 still. Rogg enkleie 9,10 fest Für 50 Kilo: D ktiriaeBsen 25 bis. Äbtne Erb len 14 bis 15. Futtererbsea 12 bis 13. Pe- luschien 11 bis 12 Ackerteh iea 14 bis 16 Wicken 12 bis 13, Lupinen (blau) 11,50 bis 12. Sera- tella (alt) 15 bis 15,50. Seradella (neu) 12 bis 13,50. Rapskuchen 11. Leinkuchen 23 bis 20 53. Trockenschnitzel 10,50 bis 10,60. Kart)f e n (rote und gelbe) 3,50. Weizen- und Roggenstroh (drah g b., 1,25 bis 1 45. Haferstroh (drahtgepr.) 1,10 bis 1 25. Gerstenstrvh 1,05 bis 1,25. Häcksel 1,55 b.s 1.15. Wi s üh u (gut, gesund und trocken) 2 25 bis 2 50. Hand lsuteiches Heu 1,70 bis 2. Mielitzheu 1,20 bis 1,30.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M, 6 Mai. Es notierten je 100 Kilo: Weiten (Wetterau) 17,75 bis 18. Roggen 15,50 bis 15,75. Sommergerste (für Draa- zw ae) 19 bis 19 25. Hafer (inländisch) 14,93 bis 15,20. Weizenmehl (füte>. Spe,ial 0) 26,75 bis 27,25. Roggenmehl 22,75 bis 23,25. Weizen- and Roggentleie 9 bis 10.

Kunst und Wissenschaft.

Zur 700-Zahrfeier der Unib-erfitLt Aeapel.

700 Jahre sind am 7. Mai vergangen, seit die ilnibetfitcr Reapel i'fy.e Stiftungsurkunde aus den Händen des Petrus von Vinea empfing, des Kanzlers Kaiser Friedrichs II. Es war also ein deutscher Kaiser, ter die Hochschule grün­dete, deren Jubiläum jetjt mit so internationaler Feierlichkeit begangen wird. D:r Glanz der älte­ren italienischen Hochschulen, vor allem der Bo­lognas hatte zu Anfang des 13. Jahrhunderts tn anderen ehrgeizigen Städten des Landes den Wunsch erregt, ebenfalls duvch eine solche hohe Schule Ansehen und Zuzug von gelehrten Persön­lichkeiten zu ethallen. Derschietentlich wanderten Celner und Studenten aus den alten älniversi- täten nach Städten aus, die ihnen verlockende An­erbietungen machten. So entstand 1222 die Hoch­schule von Padua, 1224 die von Reapel. Reapel, die Königin des italienischen Südens, nut ihrer unvergleichlich herrlichen Lage, zog durch Iaht- Hunderte hin Lernbegierige aus allen Teilen Eu- ivpas an. Heute ist es hauptsächlich eine Italic- niscche Universität, die aber über bedeutende Dil- duvgsanstalten verfügt, so u. a. über die reiche Rational- und Univer-sitätsbiblrothek, über das große Reichsarchiv, das mit seinen Huntert- laufcnten von Urkunden vom frühsten Mittel- alter bis zur Gegenwart reicht. Einen Weltruf besitzt die Zoologische Station, eine deutsche Gründung, das Werk des Bio­logen Anton Dohrn, bis zum Kriege das Eigen­tum Dohrns, hauptsächlich vom Deutschen Reich unterstützt, wenn auch freilich auf internationaler Grundlage errichtet. Dieses wundervolle Institut, das mit den Fresken von Marers geschmückt ift ist nicht nur die älteste, sondern auch noch heute eine der am besten ausgestatteten Forschungs­stätten für Meereskunde und hat ter Reapeler Universität ten wertvollsten wissenschaftlichen Zu­wachs gebracht. Daneben erhält die Hochschule ihre Bedeutung durch die großartigen antiken Sammlungen, die aus ten Ausgrabungen dec Umgegend stammen, und sie verfügt über das ^herrlichste antike Freilichtmuseum, wenn man so Pompeji nennen darf, das ein Bococt Reapels ist. Bedeutende Gekehrte haben hier ge- uoirtt. von Thomas von Aquin angefangen, dessen 650. Geburtstag zugleich mit dem 200. Geburts­tag Kants in Reapel begangen wird, bis zu den großen Denkern ter Renaissance-Zeit, wie Telesio, Giordano Bruno und Campanella. Hier hat auch ter geniale Rechtslehrer und Geschichtsphilosoph Giovanni Dioo gewirkt, teffen bahnbrechende Be­deutung erst in unseren Tagen wieder ter größte Philos oph des modernen Italien, Denedetto Croce, der mit ter Reapeler Universität so eng verbunden ist, erkannt hat.

Vermischtes.

Selbstmord des Scharfrichters.

Berlin, 6. Mai. Wie terLokalanzeiger" aus Breslau meldet, e r s cho h s i ch der Schars­richter S ch w i e h in seiner Breslauer Wohnung. Das Motiv ter Tat ist in Rahrungssorgen des 74jährigen Mannes zu suchen.

Beraubung einrü Kafsenboten.

Berlin, 6. Mai. (WB.) Heute vormittag wurde dem 70jährigen Kaffenboten einer Firma in Halensee auf dem Charlottenburger Bahnhof die Tasche mit 5 000 Goldmark entrissen. Der Täter ist entkommen.

Drei Frauen von einem Auto überfahren.

Berlin, 6. Mai. In der Skatiherstraß« überfuhr ein Automobil beim Uebcr- holen einer Drosch7e drei Frauen, die die Straße passieren wollen .Eine Frau wurde ge­tötet, eine F au schwer, die untere leicht verletzt. Der Chauffeur wurde festgenommen.

Beizeiten unschädlich gemacht.

Berlin, 6. Mai. (Wolff.) Die Polizei verhaftete zwei aus Rußland eingewan­derte Kaufleute namens Friedmann und Ie- lin 0 witsch und ten von ihnen gewonnenen Techniker A l t v a t e r, die im Begriff waren, mit der Herstellung falscherRentenmark- scheine zu 100 Mark zu beginnen. Platten uitb Material zur Herstellung wurden beschlagnahmt.

Büchcrtisch.

Als Kunst gäbe 2 bringt der Verlag der Schönheit, Dresden -A.24 ein statt­liches Heft überLudwig Fahrenkrog, feine Schöpfungen und ihre Vedeu- tung für unser Volkstum" heraus. Die 2 Vogen Text, 6 bunte Verlagen und 47 Bilder umfassende Kunstgabe der Schönheit lostet 5 Gold­mark: sie wird auch durch diese Preiswücdigkeit das geistige und künstlerische Ringen von Dor- kämpfern ter Schönheitsbewegung in immer brei­tere Volksschichten tragen. Wie Kunst und Volks­tum eng zusammen gehören, so steht Fahcenkcogs Schaffen in innerster Beziehung zum deutschen Volk und seinem Seelentum. Hier wird uns ein urteutscher Künstler durch die ausgezeichnete Ein­führung von ^utt Engelbrecht nahegebracht, so­weit wir nicht bereits in einem Verhältnis zu Fahrenkrog stehen durch Kenntnis und Vtert- schätzung seiner zum Teil sehr verbreiteten Diltec. Die technische Ausstattung des Bandes ist muster­haft, öu Bilder sind sehr wirkungsvoll auf Kunst­druckpapier wiedergegeben.

Reue Fc a uenkleidung und F r a u e n k u l t u r", Zeitschrift für persönliche künstlerische Kleidung, Körperkultur und Kunst- Handwerk. Mit Schnittmuster- und Handacbeits- bogen. Herausgege^en von der Wertestelle für deutsche Fcauentuttur Karlsruhe. 20. Jahrgang 1924. Heft 2 (April). Verlag G. Braun, G. m. b. H- in Karlsruhe. Preis 1. Halbjahr 1924 (drei Hefte) 3 Ml., Einzelheft 1,20 Mk. Hest 2 von 1924 der künstlerisch ausgestatte e.x Zeitschrift ein­fach-vornehmer Art, bringt sach^verständige Bei­träge in sorgfältigster Auswahl und reiches Bild­material. Kleidmotelle aus ersten deutschen Werk­stätten: Schnittmustcrbogen Legen bei. Aus dem reichen Itthalt sei erwähnt: Die moderne Linie. Don Else Leitzmann. Das Gminderfche Dast» faser-Derfahren. Don Prof. Laura Eberhardt. Die Musielinstickexei auf ten Schwarzwald. Von Hexmann Eris Duste. Das Brief schreiben. Mutterliebe. Bon Trude Rothe. Sonett. Dvn Alerander v. Gleichen-Rußwurm. Echtfarbig- keit, Wirtschaft und Kultur. Don Dc. E. (Samten lieber die innere Einstellung zum Aeußecn Don Margarethe Reumann-Weimar. Zur De- rufslage ter Frauen. Bon Dr. Käthe Gaebel. Ein Wort über das Taschentuch. Don Este Hoff­mann. Empfehlenswerte Dächer. - Bezugs­quelle und Preise für fertige Arbeit«?

(3n einem Teil dec Auflage wiederholt.) Weitere brilische Presfestimmen zum Wahl^ ergrbuis.

London, 6. Wai. (WB.) DieWestmin­ster Gazette" bezeichnet die Deutsch natio­nalen als ten entscheidenden Faktor in dec künftigen Poliiil Deutschlands. Für Eng­land und Europa sei die Haupterwäoung, was wohl die wahrscheinliche Wi.lung des Ergebnisses ter Wahlen auf die Haltung Deutschlands gegen­über dem Sachverständigenbericht sein werte. Cs sei für unvermeidlich angesehen wor­den, daß die Politik P 0 i n c a r e s im Ruhr­gebiet eine Reaktion in Deutschland Her­vorrufen werte, die den Parteien zugute komme, die gegen jedes Kompromiß sind. Diese Be­wegung sei nicht soweit gegangen, wie erwartet wurde. Die Mehrzahl ter Mitglieder des neuen Reichstages sei für die Annahme ter Sachverständigen-Derichte. Don ter Haltung ter Deutschnationalen hänge die gesamte Lage ter Verhandlungen ab. DieDaily Chronikle" schreibt: Die Antwort auf die wichtigsten Fragen, ob Deutschland für die Annahme des Dawes- berichies eintreten werte, bleibe für ten Augen­blick zweifelhaft. Es sei keineswegs sicher, daß die Konservativen ihn ablehnen würden. Aber wenn .nicht bald von ihrer Seite ein Anzeichen in dieser' Richtung komme, so würde wahrschein­lich eine ausgesprochen ungünstige Rückwir­kung auf die am nächsten Sonntag stattfintenden französischen Wahlen ausgeübt werten. DieTimes" schreibt: Das Ergebnis ter deut­schen Wahlen sei keineswegs ermutigend für die Leute, die auf eine baldige Regelung des Repa- rationsproblems gehofft hätten. So gut wie die Hälfte ter deutschen Ration habe für die Ver­werfung Les Sachverständigenberichts gestimmt. Einige der deutschen Blätter erklärten eben, daß die Stärke ter nationalistischen und kommuni­stischen Stimmabgabe ang:f hen to.rten müße als ein Schlag ins Gesicht des Dawesausschusses". Diese Auslegung sei vielleicht nicht notwendiger W^tse durch die Tastache begrüntet, aber was auch immer die Ansicht der HHähler gewesen sei, die diese Parteien zu Millionen unterstützt hätten, ihre Aktion verurteile jede 'Bewegung, die Kom­bination von Parteien im neuen Reichstag zu bilden, welche notwendig Jet, um die wesent­lichen Bedingungen des Berichts durchzuführen, zu einem Fehlschllige.

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