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Der Spengler- und Installationsmeister H. Bellos dahier ist zur Ausführung von Anlagen im Anschluß an das Gas- und Wasserwerk auf Grund der Bestimmungen vom 29. Dezember 1902 zugelassen worden.

Gießen, den 1. Mai 1924. 37256

Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Frey.

SLnaerkran- G testen. Mittwoch, 14. Mai. in der Aula Konzert: Die Schöpfung. Oratorium für Soli, Chor und Orchester. Näheres im gestrigen Anzeigenteil.

Wettervoraussage

Bewölkt mit Niederschlägen, nach vorüber­gehender Milderung wieder kühler.

Landkreis Gießen.

* Lollar, 6. Mai. Am Sonntag fand hier im Ortsgewerbeverein die diesjährige öffentliche G es ellenprüfung statt, der sich 15 Prüflinge, 5 Schlosser, 4 Schreiner, drei Maurer, 1 Weihbinder, 1 Feilenhauer und ein Wcrgner aus Lollar und Timgegend unterzogen, wovon 12 mit der Botegut bestanden" und drei mit der Aotebestanden" ihre Gesellenbriefe er­hielten. Die Gesellenstücke, unter Aufsicht von hiesigen Handwerksmeistern aus geführt, kp unten teils als sehr gut, teils als gut bezeichnet werden. Don den von Rektor Daa b in der theoretischen Prüfung gestellten sechs Aufgaben aus dem Geschäfts» und Berufsleben wurden von vier Prüflingen alle, von der Mehrheit vier Auf­gaben gelöst. Der Vorsitzende des Gewerbever­eins, Spenglermeister Fuchs, hier, sprach dem Rektor Daab und den Handwerksmeistern für ihre Mühe herzlichen Dank aus und richtete an die Junggesellen die ernste Mahnung, rastlos weiter zu streben, um es zum tüchtigen Meister zu bringen.

Sturkenburg und Rheinhessen.

* Darmstadt, 7. Mai. (Eigener Be­richt.) Der 32jährige, verheiratete Arbeiter Georg Kohl aus Anterabtsteinach wurde von dem Jagdaufseher Arnold ans Trösel, als er beim Wildern aus Anruf flüchtete, er­schossen. K. war schon einmal von dem Jagdaufseher angeschossen und später auch gerichtlich bestraft worden.

Kreis Wetzlar.

* Wetzlar, 6. Mai. Aach einer vorläu­figen Berechnung wird die Zusammensetzung unseres am Sonntag neugewählten Stadtparlaments folgende sein: So­zialisten 9, Deutsche Bolkspartei 5, Anpoli­tische Liste 4, Demokraten 3, Zentrum 2, Volks­gemeinschaft 2, Kommunisten 2.

Hessen-Nassau.

Jl Marburg, 5. Mai. Bei den Stadt- vervrdnetenwahlen am Sonntag erhielten die Mieter, Kriegsbeschädigten und Wohnungs­suchenden 8, die Arbeitsgemeinschaft der wirt­schaftlichen Verbände 6, die Deutsch nationalen 5, der Dvamtenbund 4, die Deutsche Dolkspariei 2, Sozialdemokrat e, Kommunisten, Zentrum, Demo­kraten und Völkische je einen Sitz. Die Sozial­demokraten und Demokraten hatten erhebliche Mandatsverluste.

][ Aus dem Ebsdorfer Grund, 5.Mai. Sn Wittelsberg fand der Landwirt Lapp in seiner Sandgrube drei kirnen in der Form, wie sie in vorgeschichtlichen Grabstätten schon Mehr fest gestellt wurden. Die FlurbozrichnungBauers- garten", in der die Sandgrube liegt, weist darauf hin, dcrst hier früher eine Siedlung gewesen ist.

fpd. Frankfurt a. M., 6. Mai. Die Polizei hat jetzt der Erregung der gesamten Bevölkerung über die zunehmenden Autoun- sälle Rechnung getragen und sehr scharfe Be­stimmungen zurBekämpfungderAuto-

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Versteigerung

Freitag, den 9. Mai, von nachm. 1 Uhr ab, findet in Grohen-Buseck, Anger 34, eine freiwillige Versteigerung gegen bar statt. Versteigert werden: 0l9M1

2 Kühe (1 hochtr.), 1 Rind, 2 Schweine, eine saft neue Mähmaschine sowie Häck­selmaschine, sonstige land- wirtsch.Geräte und Stroh. Die Versteigerung findet bestimmt statt.

Zwecke empfohlen, die begonnene kaufmännische Lehrpvaris für ein Hahr zu unterbrechen. Mit der Höheren Handelsschule ist der erste Schritt zum Ausbau des hiesigen kaufmännischen Bil­dungswesens getan. Der volksschu (entlassenen Fugend soll ab nächste Ostern auch die Gelegen­heit zum Besuch einer öffentlichen Handelsvoll- schule gegeben werden. Die Bürgerschaft wird frühzeitig genug mit Zielen und Wegen dieser Schule bekannt gemacht werden.

< Tod auf dem Bahnhof. Gin 19jäh- riger junger Mann aus Laubach, der vorgestern in einem Steinbruch verunglückt war und rasch in die hiesige Klinik verbracht werden sollte, ver­starb beim Ausladen aus dem Zuge im hiesigen Bahnhof. Der junge Mann, namens Kühn, war in dem Steinbruch abgeftürat und hatte dabei schwere Verletzungen am Kops davongetragen.

** Arbeits-Zu bi la re. Nachdem der Armatu rschlosser Frz. Wein Hardt aus (Ziehen am 1. Mai bei der Firma H. Schaff staedt G. m. b. H. sein 25jähriges Arbeitsjubiläum ge­feiert, konnte der Dreher Georg Keller aus Wie-- seck heute, am ebenfalls auf eine gleiche Ar- beitstatigkeit bei derselben Firma zurückblicken. Beide Oubilare erfreuen sich grober Beliebtheit; sie fanden an ihrem Ehrentage die Arbeitsplätze mit Blumen geschmückt vor und wurden auch sei­tens ihrer Arbeitgeberin, der Direktion, den An­gestellten der Firma und von den Arbeitskollegen mit schönen Geschenken bedacht.

** Zu einem Löns»Gedächtnisabend hatten Eva Lobers, Mitglied feer Berliner Schaugemeinde, und Harry R o tfre vom Deut­sche Theater in Berlin für Frettag abend in dir Aniversitäts-Aula eingeladen. Hermann Löns gefrort zu den Opfern, die unser Vaterland in dem Weltkriege zu beklagen 'hatte. Mit heller B^eiste- rung war et als 48jä!frriger Kriegsfreiwilliger in diesen Kampf gezogen, den er einreinigendes Ge­witter" genannt und vorausgeähnt Halle Denn feinWehrwolf, aus dem Harry Rothe als kraft­vollen Abschluß, des Abends ein Kapitel vorlas, ist nichts anderes als Hermann Löns' Kriegslied': der Kampf der Heidebauern gegen eine feindliche Wett eine Episode aus dem 30jäfrrigen Krieg das Schicksalsbild seines deutschen Volkes, das ein* gekreist und umringt durch Rot und Bedrängnis hin durchgehen must, um wieder stark und grotz za werden. Das zusprechend angelegte Vortrags- Programm gab aber auch Gelegenheit, den Dichter als Mensch kennenzulernen, der die inneren Schwingungen des menschlichen Seelenlebens f in und tief empfindet. Sn diesem Sinne sei aus.dem Programm besonders hervorgehoben fern .Ieduch" aus fernem BalladenbuchCHlein blaues Buch". Seiner scharfen Beobachtungsgabe für das Leben der Tiere und Blumen verdanken wir seine schö­nen Raturschilderungen, aus denen wir erfreu­licherweise auch einige Proben hören konnten, wie z. B.Hausfriedensbruch", »Brümmelchen".' Als Jägersmann erzählt er und von der ge­heimnisvollen Andacht brausten im Walde zur Dämmerstunde: ,ÜIm die Maastricht". Zn seinem HumorcskenbandeDer zweckmäßige Mey r , aus dem die Vortragenden eine Reihe von Aphoris­men brachten, zeigt uns der Dichter seinen un­erschütterlichen Humor. Die beiden Künstler gaben uns ihr Bestes, um der Persönlichkeit des Dichters und seinem empfindungstiefen Schaffen nahe zu kommen. Der reiche Beifall des Publikums dankte ihnen hierfür. -o°

][ Der zweite Abend Professor Muckermanns brachte einen Vortrag über

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Vererbung und Menschenlos". Die Grundlage für die heutige Vererbungslehre wurde gelegt von Johann Gregor Mendel aus Brünn. Er fand das nach ihm genannte Mendelsche Gesetz. Sn der Vererbung gibt es keine Mischung der Erb­anlagen, sondern dieselben bleiben vollkommen autonom. Kommen zwei verschiedene Anlagen zu­sammen, so wird die eine dominierend, dis andere rezessiv. Aber schon in der zweiten Ge­neration, Selbstbefruchtung vorausgesetzt, dringen die rezessiven Merkmale wieder vor. Ein Viertel der zweiten Generation zeigt diese rezessiven . Von den übrigen 75 Prozent bewahrt ein Drittel stets die dominierenden Anlagen; die restlichen zwei Drittel, die in dieser Gene­ration noch hie dominierenden Merkmale tragen, spalten sich in der folgenden Generation genau fo wie vorher das Ganze in der zweiten Gene­ration. Dieses Gesetz gilt in gleicher Weise für alle Lebewesen, auch für den Menschen. Die Gefahr von Verwandtenehen leuchtet daraus ein, Aumal wenn man bedenkt, dah die autonom sich fortpflanzenden Anlagen vielleicht erst nach außen, im Phänotyp des einzelnem unsichtbar, aber vollkommen erhalten im Snnern, im Genotyp der Rasse, von den Heiratenden nicht bemerkt und erkannt werden. Mit den körperlichen Eigenschaften vererben sich auch die körperlichen Grundlagen des Seelischen. So kommt es, daß Schwachsinn oft ganze Generatio­nen beherrscht. Auch phänotypisch Empfangenes kann genotypisch werden; frier ist vor allem der Allofrolismus zu nennen. Richt gehören hierher die Geschlechtskran Herten und die Tuberkulose. Diese Krankheiten gehen nicht auf Tuberkulose, sondern auf Ansteckung, oft schon im Mutterleibe, zurück. Aber gerade sie richten den allergrößten Schaden an. Will das deutsche Volk sich empor» arbritem so muh es diese Schäden durch ein ge­sundes Gheleben und kluge Gattenwahl im Einzel­falle ausrotten. Die Dauer- und Einehe ist der Sdealtyp. Der theoretisch schon längst gefallene Satz der doppelten Moral must auch Wirklichkeit werden. Vor der Ehe sind Gesundheitszeugnis,e zu verlangen, um den grosten Schaden kranker Rachkoinmen zu vermeiten. Absolute eheliche Treue und Darwinistische Auslese sind bte beicen Grundpfeiler, ohne die kein Volk gedeiht. Fern must man sich halten von falschen Dererbungs- ansichten, wie sie der Dolksaberglaube prägte oder wie sie in wissenschaftlicher Form in dem durch Sachkenntnis ungetrübten Buche Dinthers .Die Sünde wider das Blut" uns entgegentritt. Die klaren, vornehmen Worte des Redners ver­fehlten auch freute nicht einen tiefen Eindruck auf die zahlreiche Zuhörerschaft.

Borntitizen.

Tageskalend er für Mittwoch, nteae Aula: 8 üfrr dritter Vortrag von Prof. MuckermannWerdendes Leben". D. H V.: 8V2 ilfrr im Kau sm. Vereins Haus Monatsver­sammlung. (Siebener Schwimmverein: 8 ilfrr tm Pvstkeller Monatsversammlung. Rundsunt- haus Löberstraste: Si/2 älhr Flötenkonzert. Lichtspielhaus Dahnhvfstraste:Syr Fehlttitt."

Die AbwehrschlachtamRarocz- fee soll in einem öffentlichen Vortrag mit Licht­bildern am Samstag abend in der Aula von Oberstleutnant von Hagen behandelt werden. Postsekretär Hen st wird von den Kämpfen des Leibgarde-Regiments Rr. 115 tm Westen berich­ten. Der Ertrag des Abends soll zu wohl­tätigen Zwecken verwendet werden. Räheres im gestrigen Anzeigenteil.

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ruieret erlassen. Die Strastenpvlizeibeam- ten wurden angewiesen, mit rücksichtsloser Härte jedes schnelle Fahren zur Anzeige zu bringen. Die Verkehrsbeamten werden mit Stoppuhren ausgerüstet, um das Fahren der Führer zu kontrollieren. Schließlich sollen die Prüfungen für Kraftwagenführer in auster­ordentlicher Weise verschärft werden. Jede Person, die nicht irgendwie zur Führung eines Wagens geeignet ist, erhält keinen Führer-, schein. Den Personen, die gegen die Fehlord­nung verstosten, wird eine erhebliche Strafe auferlegt, bei Wiederholung der Führerschein entzogen. Der Vorstand des Frankfurter Auto­mobilklubs hat seinen Mitgliedern zur streng­sten Pflicht gemacht, in jeder Weise die Vor­schriften der Automobilfahrordnung zu be­achten, und wird gegen unbotmästige Mitglie­der mit aller gebotenen Schärfe vorgehen.

Landwirtschaft.

Die erste Zuchtviefrauktion deS Can dw trtfcfraftßtammer - Ausschus - s es für Ober fr essen findet am 14. QIUl In Lauterbach statt. Gemeldet smd 50 Bullen und eine Äüfr des fress. Fleckviehschlags (Simmen­taler), sowie 1 Eber des veredelten Landschweins. Sämtliche zur Versteigerung kommenden Tiere sind in das Zuchtregister des Landwirtschaftskammer- Ausschusses eingetragen und stammen aus den besten Zuchten der Kreise Lauterbach und Alsfeld. So ist z.B. Angersbach mit 9, Maar mit 10, Wallenrod mfijt 4 und Sickendorf nM 2 Dullen ver- treten. Die Auktion bietet für Gemeinden unb Zucht Vereinigungen, die wertvolle Faseltiere an­zuschaffen beabsichtigen, günstige Aussichten. (Siche heutige Anzeige.)

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