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Nr. 288 Dritter Biart

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Das staubige Prag.

Don unserem Prager st-Korrespondenten. (Nachdruck, auch nut Quellenairgab-, verboten.)

Prag, Ende Hobem&er 1924.

Leit Jahrhunderten zählen berühmte Männer Prag zu den prächtigsten Städten Europas Degen feiner malerischen Lage zu beiden Seiten der Moldau, auf reizenden Dergabhängen hiaan- 'tiebend, m.t feiner vielfach altertümlichen Bau­art, bau "Reichtum an Türmen und Palästen und dem Zauber an rerchen geschichtlichen Erinne­rungen. Humboldt seht Prag an die vierte stelle unter ben Städten Europas, und William Ritter, der Aesthetiker und Ärititer, verflieg ,j<h dem Ausspruch: .Auf der ganzen Welt- ibers^che war kein prächtigeres Buch der Ge­schichte und Architektur aufgefchlagen." Und in der Tat bietet Prag dem Beschauer, der durch die eintönigen flachen Hüg ststriche Mittolb^.hmens in das Moldautal hmeii s hrt. einen bezaubernden Anblick. Dem Freund historischer Drudenkmäler bietet sich kaum eine gleiche ©c egenheil zu künst­lerischen, ästhetischen und geschichtlichen Studien wie hier. Doch rmrb dieser Genuß nur zu sehr durch eine andere Eigenschaft Prags getrübt: Prag mag zu den schönsten Städten der Welt gehören: es ist aber auch zugleich eine der stau­bigsten Städte. Zumal jetzt im beginnenden Winter, wo oft tagelang ein undruchdringlicher Rebel über Prag liegt, der nur ab und zu von der Sonne durchbrochen w rd. Man macht sich i wirklich so leicht keine Vorstellungen der Masse des StoubcS. mit dem die Prager Luft ge­schwängert ist. Der Berliner atmet Ozon im Ver­gleich zu Prag Ringsherum das Land ist ein kahles, Hügel geS Gebiet, und von wo der Wind auch kommen mag, immer trägt er Staub in de Moldaumulde bei Prag herein. Dazu kommt, daß die Prager Straßen ein unvergleichlich schlechtes Pflaster aufwe.sen, dessen besonderer Reiz im Augenblick noch dadurch erhöht wird, daß wegen der erst kürzlich gelegten Wafer- Leitung und der erst jetzt im Bau befindlichen Kanalisation jede zweite Straße aufgerissen oder nur notdürftig zugeschüttet ist. Eine Rolle spielt auch in der kalten Jahreszeit der Hausbrand, zu dem nicht, wie im Reich, Steinkohle oder Draun- lohlen-BrikeNS verwandt werden, sondern zu dem man allgemein Rohbraunkohle nimmt. Das muh natürlich bei schlechterer Ausnutzung der Heiz- kraft zu einer höchst unerfreulichen Rauchwirkang führen. Wir haben in dieser Vorheizung von Rohbraunkohle n cht nur eine besondere © gegart der Prager Hausfrauen zu erblicken. sondern zugleich auch die Rückwirkungen der tschechischen Wirtschaftskrise

Die Tschechoslowakei ist an sich ein an Bodenschätzen reiches Land. Alke Voraussetzungen wären gegeben, um bei geordneten Staatsfin-anzsi einen ruhigen, aufwärtsstrebenden Wirtschafts- : gang zu gewähr leisten Daß dem nicht so ist. I Hegt allein an der Unfähigkeit deS tsche- , chischen Staatsvolkes, eine von natio­naler Arroganz freie, vernünftige Wirtschafts- ! Politik zu betreiben. Man braucht sich ja nur die augenblickliche tschechische Regierungskoalition an- l zusehen, um zu wissen, daß von derartigen Macht­habern die mirfTicb wichtigen staatlichen und mirt- 'chasllichen Probleme nul>t gelöst werden können. 3o ist es auf allen Gebieten, die der staat­lichen Einwirkung irgendwie unterliegen. Kein Problem findet eine Lösung Man wagt sich nicht einmal an die öffentliche Diskussion heran. Erst wenn es wirklich auf den Hageln brennt, wenn der staatliche Bestand der Tschechoslowakei ernst­haft gefährdet ist, erst bann wird eine Losung ver­sucht: barm werden Gesetze ab hoc gemacht, die naturgemäß auch nur eine Zwischenlösung be­deuten können, nur über den Tag h.nweghelsen, für die Zukunft aber lediglich neue noch kom­pliziertere Probleme aufwerfen.

Die weltanschaulich und wirtschaftspolitisch i alles andere als homogene Koalition wird eben 's mir durch einen bewundernswerten nat io- aalen Fanatismus zufaminmgehalten. Und ebenso bewundern must man die Disziplin, welche die tschechischen Parteien bei allen Dingen an den Tag legen, die irgendwie nationale Bedeutung haben. DaS gilt evrnso für die Christlichsozialen wie für die Sozialdemokraten und die nationalen Dmnokraten Als vor einigen Monaten einmal die Oppositionsabgevrdneten der nationalen Min- : tzerheiten bei einer wichtigeren innerpolrtischen Debatte sich vvlltommen zurückhielten, sprudelte t fchlieÄich ein tschechischer Abgeordneter mit Krr- i trken an der Koalitionspolitil heraus, und man hätte wohl das B.ld erleben können, daß die Koa- lltionsparteien ernsthafter aneinandergera.en wären, wenn nicht ein deutscher Abgeordneter schlieÄich laut losgelacht hätte. Sofort war das Bild verändert. Don den tschechischen Sitzen ging ein leises st . . st . . durch bas Haus, und die Einmütigkeit nach außen, insbesondere gegenüber den Deutschen, Ungarn und Slowaken war tmeberßcrgcftellt. Die Tscheche r setzen' sich über ihre Meinungsverschiedenheiten, die viel großer sind als auf deutscher Seite, hinter den Kulissen auseinander und lassen Wirt­schaft Wirtschaft fein, treiben mit offenen Augen die Wirtschaftskrise immer weiter, nur um die Fiktion von dem tschechischen Charakter der Tschechoslowakei aufrecht zuerhalten, und über lassen es den Deutschen, ihrem Erbübel, den Par­teiungen m öffentlichen Auseinandersetzun­gen zu srvhnen. Jetzt zum erstenmal der der Budgetdebatte ist wenigstens ein gemein­sames taktisches Vorgehen aller nichtschechischen Oppositionspar­teien erreicht worben. Es ist gewiß noch ken e grunbfäßl <ß: E n gang der Opposition. ab:r we­nigstens hat sich jetzt zum erfiemiat bic Möglich­keit gezeigt, zu einer derartigen Einigung in späterer Zeit zu kommen, wie sie unbedingt not­wendig ist, wenn die deutschen, ungarischen und slowak.schen Minderheiten sich in bem ts4>echischen ..Rativnalltaat" kulturell und wirtschaftlich be- . harrpten wollen und wmn die gesam'e Tschecho­slowakei nicht an dem wirtschastsp litischon Wirr­warr der Koalitionspolitik Schiffbruch erleiden soll.

älm sich die Differenzen, die zwi'chen den tschech scheu Koalitionsparteien bestehen, zu ver­deutlichen. stelle man sich nur vor, baß der immerhin doch über 75 Jahre alte Präsident M a s a r h k ftirbi ober daß die Seele der tschechi­schen Staatspolitik, Bene sch, einem Ung ück zum Opfer fällt Dor Tohuwabohu wäre be.fpiellos. Wohl ist bet augenblickliche Minrstervräsrbent Lchwchla eine der wen gen üb2rr:ge ibei Per- ^nlichkeiten, die das nötiae taktische Getchick haben,

Samstag, o. Vezcmdcr 1921

Gießener Anzeiger (Generot-Anzetger für Gverhessen)

um für den Augenblick die Parteigegensähe zu überbrücken. Ginge es aber um die Besetzung des höchsten Ltaatsamtes oder um die Festlegung der außenpolitischen Richtung des Staates, so wäre auch er nicht der Mann dazu, um die Staatsräson gegenüber dem Streber- und Schic- bertum zur Durchsetzung ji bringen.

Diese durch nationale Leidenschaften cinft- toelen zusammengektttele Koalitionsp ltt.k ist der Boden, auf dem der Politik che Staub auf- gett>itb'll wird, der dem natürlich.n Staub Prags iA nichts nachsteht. Wir brauch.m nur an den Bruder deS Außenministers De ne sch zu denken, der während des Krieges noch begeisterte Ge­dichte veröffentlichte, In denen er als simplec Lehrer Oesterreich, die Habsburger Monarchie, das österreichische Heer usw. verherrlichte: der jetzt aber als Bruder seches Bruders in Amt und Würden eine führende Rolle im tschechischen Rationalismus spielt. Da ist der Sohn des sozialdemokratischen Staatspräsidenten M a s a - r y t, der in die hohe Diplomatie g gingen ist, fach aber lediglich auf Staatskosten, d h aus Kosten der deutschen Bevöllerung. d e den überwiegenden Anteil der Steuern auf Dringen darf, auf seinen Auslandsposten amüsierte, sich und seinen Staat lächerlich machte, ohne doch bisher geschaht zu sein. Da ist die Frau des verstorbnen Berliner Ge­sandten T u s a r, eine lebenslustige Oesterreiche- rin, die in Wiener Studentenkreisen vor dem Kriege bekannt und beliebt war. die dann als Lehrerin Tusar heiratete, nach seinem Tode sich alsbald von einem rumänischen Baron den Ramen geben ließ, um jetzt wieder in Freundschaft an ihre Wiener Studenten von damals zu deckten Da ist der verstorbene Finanzminister Raschln, dessen außerordentliche F chigkeiien als Auto­didakt gewiß nicht unterschätzt werden sollen, der aber während seiner Ministortätig!>ett die Rechts- Vertretung des Hauses Rothschild nach wie vor behielt und den Rothschildschen Interessen der beste Anwalt gewesen ist. Da ist die fort­laufende Kette von Skandalen im Zu­sammenhänge m t Branntwein-, Zucker-. Boden­reform- und anderen Affären.

Uni> diese Ration erhebt Anspruch darauf, daß Bismarck nicht nur zu Deutschland, son­dern auch zur Tschechoslowakei gehöre. Im Ernst wurde es mir von einem Prager Wür­denträger erzählt, daß Dismarckein halber Tscheche sei. Hier der ,Beweis": 3n einer Schr ft, welche der Herr als Legionär in Sibirien während des Krieges in einer Bibliothek ge­lesen hat, hätte gestanden, daß Bismarck während deS Krieges 1870/71 auf seinem Rachitisch stets ein Reues Testament der mährischen Brüder bei sich gehabt hätte. Das wäre doch nicht anders zu erilären, als so, daß eben B smarckS Groß­mutter eine Tschechin gewesen wäre. Wer's nicht glaubt, bezahlt einen Taler oder vielmehr 24 Tschechenkronen.

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

Der Verlauf der vergangenen Woche hat an dem allgemeinen Dörsenbilo, trotz des Rück­schlages einiger Tage, nichts geändert, zumal, wenn man berücksichtigt, daß die bevorstehenden Wahlen einige Zurückhaltung auf erlegen, öa ihr Endergebnis, das Zustandekommen einer neuen Regierung, keineswegs sicher voraus gesagt wer­den kann Ein erfreuliches Moment haben die letzten Tage gebracht, das ist das A b s ch w e l - len derSpekulationswut amRenten- markt. Das Hin und Her auf diesem Markte mußte schließlich zu einem Leerlauf führen, wobei allerdings nicht gesagt werden soll, daß nach den Reichswahlen nicht die Möglichkeit besteht, daß mit dem Wiederzusammentreten eines neuen Auswertungs-2lusfchusses neuer G.iüchtbildung Tür und Tvr geöffnet wird und das Spiel von neuem beginnt. Mit der wesentlichen Vermehrung derjenigen Gesellschaften, die ihre Umstellung durchgeführt haben, erhält man am Aktien­markt wieder festeren Boden unter die Füße, und man ist in der Lage, den allgemein-wirt­schaftlichen Momenten bei der Betrachtung und Beurteilung der Kurse wieder mehr Aufmerk­samkeit zu schenken.

3n erster Linie nehmen die derzeitigen Handelsvertragsverhandlungen üaä größte Interesse für sich in Anspruch, und in Verbindung hiermit die Bestrebungen der ein» zelnen WirtschaftSkreife, sich international zu ver­ständigen. Wider Erwarten schnell ist der erste wichtige Handelsvertrag, derjenige mit England, unter Dach und Fach gebracht worden, ohne allerdings leider die Frage der 26pro- zentigen ReparationsabKibe zu einer für Deutsch­land günstigen Losung zu bringen. Es ist zu hoffen, dar) die Verhandlungen über diesen Punkt, die weitergeführt werden sollen, schließlich doch noch den Gegner zu der Einsicht führen, daß die Aufrechterhaltung dieser Abgabe, in welcher Form es auch sei, ein Hindernis für eine gün­stige Entwickelung der Geschäftstätigkeit der bei­den Länder miteinander bleiben muß. Das­selbe gilt naturgemäß für Frankreich. Hier treten allerdings noch ganz andere Schwierigkeiten hin­zu, die noch dadurch erhöht werden, daß Frank­reich plötzlich während der Verhandlungen die Zollsätze für 300 Positronen heraufgefeßt hat. War dieser Schritt auch in erster Linie gegen ein anderes Land gerichtet, so muß doch Deutsch­land auch mit der dadurch veränderten Situa­tion rechnen. Deutschland hat hier die Oluf* gäbe, einem Dertragsgegner klarzumachen, daß nur die Berücksichtigung der gement amen Inter­essen zu einem Wiederaufbau des europäischen Wirtschaftssystems führen kann, und daß die gegenseitig: Aufrichtung von Schutzma:ern kein geeignetes Mittel ist, die Maschinerie des inter­nationalen Verkehrs wieder in Gang zu bringen. Auf der anderen Seite wäre es axr erst recht verkehrt, wollte Deut'ch'and unter den bestehen­den Verhältnissen mit der R ederveißung des rest­lichen Schutzes, der uns g-blieben ist. den aus­ländischen Produkten Tür und Tor öffnen. In ganz besonders schwieriger Cay ist durch die Beschlüsse des Versailler Vertrages die deutsche Schwerindustrie, und man darf annehmen, daß die deut chen Sachvorständigen, d e sich zur Zeit in Paris befinden, die GcleFTnheit wahrnehmen, um auf diesem besonders heill-m Geb ete eine Ver­ständigung anzubahnen. Die Hau le am Montan- aftienmarft darf wohl dahin ausgologt werden, Latz die Börse diese Verhandlungen mit Vertrauen und hoffnungsvoll kurt eilt.

Die Entwickelung am Geldmarkt zeigt ferne wesentlichen Veränderungen. An dem-

stand, daß einerseits kurzfristige Gelder tm Heber- fluß vorhanden sind, während auf der anderen Seite langfristige Milt:l fehlen, hat sich noch nich.s geändert. Es hat den Anichern. als wenn die Reichs dank in ihren Maßnahmen die Interessen der Großbanken all zu sehr in den Vordergrund schiebt und Heineren Insti Uten, die leilwei e auch große Industrickrnzeme hinter sich haben, bei ver Wechseldiskontierung eher Schwierigkeiten macht. Es ist zu wün^chm, daß alle beteiligten Kreise ihr Möglichst s dazu beitragen, um das lange vermißte Institut der Peivatwech'eldisk n- tienmg wieder in Gang zu bringen. Am Inter­nationalen Devisenmarkt hat die Be serung der Edelvaluten weitere Fort chritte gemach.. Auch der holländische Gulden hat den Parikurs unge­fähr erreicht und das Pfund ist nicht mehr toeU von ihm entfernt. In erster Linie ist diee Be­wegung zurückzuführen auf die ertragreichere Ver­zinsung in Europa, die auch weniger langfriftigc flüssige ameritanische Mittel nach Europa zieht.

D i e Dahnbedarf A-G, Darm­stadt hält am 23. Dezember eine außerordent­liche Generalversammlung ab, zur ilmflellung des Aktienkapitals aus Goldmark.

Günstigere Umflcllung bei der As chaff en b urger Zellstoff A-G. Der Auflichts rnt der Gesellschaft ist nachträglich zu dein Entschluß gekommen, der G.-V. die H.rao- setzung der Attien nicht auf 250 Gm., wie zunächst b xibfidbtigt war, sondern auf 300 Gm. vorzu- schlagen.

* Die endgültige Goldbilanz des Stahlwerks Becker. Die neu zur Vorlage gelangende Goldbilanz des Stahlwerks Becker weist eilte Bilanzsumme von etwa 31,8 Milt. Gm. auf, der eine Llnterbilanz von 15,28 Mill. Gm. gegenübersteht, die durch Schulderlaß der G.äu- Diger getilgt ist. Unter den Aktiven sind zu nen­nen: Anlagen mit 9,8 Mill. Gm.. Vorräte, Hrlb- imb Fertigerzeugnisse mit 3.5 Mill. Gm., Außen­stände mit 3,07 Mill. Gm. Unter den Passiven sind erwähnenswert. Anleihet nut 2 Mick Gm. Gläubiger mit 5,5 Mill., Akzepte mit 12,8 M-ll und Rückstellungen für Au w.rtungs- und andere Verpflichtungen mit 10 Mill. Gm.

Frankfurter Abendborse.

Frankfurt a. M, 5. Dez Unverändert groß ist das Interefse für Div d.ndenpapicre d e im heutigen Abcndverkehr erneu de gr.ßt? Aus- mertfamteit auf sich lenkten. Bei äußerst le^hailcm schäft setzte kich die Höh. rbewegung auf nahezu allen Märkten fort. Starkes Int:vrsse bekunde e sich besonders für Montan-, Anllin- und Da:.k- aktien, für die wieder namhafte Kausausträge Vorlagen. Bei einzelnen Werten, so Gei enkirchen und Deutsch-Luxemburg sind erneut bis 3 Proz. Gewinne zu verzeichnen. Lebhaft gefragt nxnen ferner Chemiewerte, die zu höheren Kursen um­gingen. Auch der Bankenmartt strebe weiter nach oben unter Bevorzugung von D skontokom- mandit. die an der Spitze ftrntben. Von Elektro- werten erzielten Bergmann einen neuen an ehn- lichen Gewinn. Gute Beachtung fanden ferner deutsche Anleihen, für die die Grundstimmung feftblicb. Die Börse schloß lebhaft und fest. Deutsche Anleih.n: Zprozentige Kr egsortleihe 850, 4prozentige Preußische Kon ols 1150, 3* prvzen- tige do. 1325, 3prozentige do. 1290, 4Prozentige Baden (8 14) 1475. Bankaktien: Berliner Han- delsgefellfchaft 130, Kommerzbank 6,25, Darm­städter Bank 12,12. Disconiogesellchaft 16,70, Dresdner Bank 8,45 Metalllxrnk 16, Deutsche Dank 11,90, Mitteldeutsche Kred tbanl 1,90, esterrrichllche Kred tak.ien 1050 Reichsbank 63,25 Montanwerte: Buderus 16.1, Deut ch-Luxem'ourg 78,25. Gelsenkirchen 81,50, Clfc Berg bau 23 95, Oberbdxuf 13, Caro 11,6. Phönix 505) bis 5015, Rheinftahl 44, St'.nnes-Rieveck 42, Tellus 3, Kali Aschersleben 14,50, Westeregeln 18,70 Chemi cho Werte: Badische Anilin 26 6. An Irrt Der i i 26 60 26,50. Griesheim Elektron 24,40. Scheideanstalt 20. Elberfelder Farben 24,65, Th. Goldschrn.dt 23, Höchster Farbwerke 24,75. Holzverkohlung 7.9, Chemische Rhenania 5,75. Rütgerswerke 17,53. Ekektrowerte: AEG. 1020, Bergmann 18,25 brs 18,50. Ltcht und Kraft 7.8, Selten 31.50, Schuckert 56' Transport werte: Hapag 25 5. Rordd Lloyd 3 65, Schont ungbahn 2.75 b.s 2.30, Baltimore 55. Sonstige Industriewerte: Kleyer 2,75. A.chafsen- burger Zellstoff 27. Zement Heidelberg 24,25, Dyckerhosf 4,15. Holzmann 5.2, Bingwerke 3 8. Spinnerei Hammers en 20 Heddemhe.mer K ipfer 8, Gebr. Iunghans 12, Lechwerke 19. Rhernmet^ll 8 9. Chemische Rlaiinz 9,6, Badisch.r Zucker 3,1, COffsteinzucker 3,3, Stuttgartzucker 3,4.

Devisenmarkt DerlmFrankfurt a. M.

(In Simonen Mart au8jebrfl<ft Bueno<«Äfree. London. Wett» hort, Japan, Rio be ya.ievo für eine tfnbelt ®Jvn aub Vodapesl für 100000 cLibetien. ade« übrtne für 100 LcSettra-l

Telegraphische Auszahlung.

(Ohne Gewähr.)______________

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9.C | lu 2C

Zur Rotiz: Die Berliner Wertpaptev» börse notiert nach folgenden Grundsätzen:

1. für Attien und Antelle, a) dce noch nicht auf Goldmark umgestellt find, in .Reichsmark für 100 Papiermark", b) die beretts ans Gold­mark umgestellt sind, in »Reichsmark für 100 Goldmark";

2. für festverzinsliche Werte, a) soweit sie nach der bisherigen Rot:erungSart über 15 Mil­liarden Prozent notierten, in _ReiHSm.irk für 100 Papiermark", b) soweit fie bl« 15 Milliarden Prozent nach der bish.-rigen Rot«rungSarl notiert sind, in ,ReichSmari für eine Million Papier­mark", c) 815 Prozent Reichsschatzanweil ungen ft" von 1924 inReichsmark für eine Milliarde Papiermark';

3. für die festverzinslichen wertbeständigen Anleihen, die bisher InMark für eine Gold- mark" notiert wurden, in .Reichsmark für ICO Godmark" ;

4. für die Anleihen, die auf Dollar lauten, in Prozenten;

5. für die nach Sachwert vTrzinsl chen P'and- briefe und S-chuIdverichreibungen. bie bisher In Billionen notiert wurden, inReichsma.k'.

Frankfurter Getreidebörse.

(Eigener Drahtbericht d?S Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 5. Dez. ES wurden notiert: Wei^n 20,50 bis 22,50 Roggen, iickänd. 20,50 bis 21,50. Sommergerste für Drauzwecke 24 bis 26, Hafer, inländ. 17,50 biS 21,50, Mais, gelb 21, Wrizemnehl, inländ., Spezial 0. 35 bis 38,15, Roggenmehl 31 bis 34, Weizenlleie 13. Roggenlleie 12. Tendenz: Ruhig.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 5. Dez. Der Prvduktenmartt blieb auch zum Wochenende ruhig und die Preise neig­ten zur Schwäche. Es not er lei pro 1030 Kilo: Weizen, märt. 212 bis 218, Roggen, märt 2)3 biS 207, Gerste, märt 223 biS 246. neue 188 bis 200, Haier märt. 163 bi8 164 pomm 163 bis 165, Mais (1000 Bln.» 200 bis 203. R.ps 395. Len- saat 400 bis 410; pro 103 Kilo: Weizenmehl 28,75 bis 32. Roggenmehl 27.75 bis 31, Weizen­lleie 13,80 bis 14. Roggenk.eie 12 bis 12.20, Diktorinerblen 30 bis 32, kleine E b en 22 bis 23. F tttererb'en 19 bis 23. Peluschken 16 bis 16.50. Ackerbohnen 20 20 50, Wicken 17 bis 18,

Lupinen, blau 12 bis 13. gelb 15 biS 167 Serra­della. alt 10 bis 11, neu 14 bis 16. Rapskuchen 16^0 bis 16,50, Leinkuchm 25,50.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.! Heber die Räumung Kölns noch nichts entschieden.

L vnb o n , 5. Dez. (TU.) Zu der vor einiger Zeit in englischen Zeitungen verbreiteten Rach- richt, Köln würde, wie auch der Bericht der Kon­trollkommission ausfiele, nicht am 10. Januar 1925 geräumt werden, wird fetzt von amt­licher englischer Seite bemertt: Die Mel­dungen der englischen Blätter ßjtte die deut­schen Zeitungen zu dem HinwriS veoanlaßt, man sehe ja jetzt, wie nutzlos es sei, die Verträge genau zu erfüllen. Die Frage der Räumung Köln liegt aber so, daß sie eine interalli­ierte Angelegenheit ist, über die biS jetzt noch keine Entscheidung getrof­fen wurde. Die in Betracht kommenden Mächte warten immer noch auf den Bericht der inter­alliierten Kontrollkommission, der klarstellen wird, biS zu welchem Grade Deutschland seine Abrüstungsverpfllchtungen erfüllt habe. Dieser Bericht wird in allernächster Zeit abgegeben tuerben, und gleich danach wird die Frage der Räumung Kölns von den alliierten Mächten aufgeworfen und entschieden werden.