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Samstag, 6. Dezember 19241
fit. 288 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für vderheffen)
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gesehen werbe, al- nicht zugleich die dazu nötigen Mittel den Säubern und Gemeinden nachgewiesen würden. DiS zu diesem Zeitpunkte sollte man sich mit einer au-reichenden Zulage für die unteren Gruppen begnügen. Dieser Gedanke fand inde- in Berlin keinen Anklang, auch nicht dir weiteren Anträge, bah der Prozentsatz der Gehaltserhöhung für die unteren Gruppen mindesten- die doppelte Höhe des für die oberen Gruppen vorgesehenen Satzes betragen müsse und die Sozialzulagen stärker zu erhöhen seien.
der eine günstige Auf wärt sbrtvegung *ei der Geschäftsbericht und die P
liche Lage des^Il n t e rne hme n s 1923/24, igte, und
Hessen und die Deamlen- besoldung.
(:) Darmstadt, 5. Dez. (Pr.-Tel.) Analog dem Dorgehen der anderen Länder hat auch dw hessische Regierung, wie wir hören, die vom Reiche beschlossene Desoldungserhöhung übernommen hie für die Beamten der Gruppen 1—6 mit Wirkung vorn 16. Qlooember 12,5 Prozent und« für die übrigen Beamten vorn 1. Dezember ab 10 Proz des 'Grundgehaltes beträgt Dazu kommt «och eine Erhöhung der Sozialzulagen von 2 Wk. monatlich. — Die hessische Regierung hat diese Desoldungserhöhung, soweit die unteren und mittleren Beamten in Betracht kommen, von allem Anfänge an für ungenügend erklärt und verlangt, bah von einer allgemeinen Erhöhung solange ab-
Klingfpor V/222, Frau Ö b er ft Rott, Oberstleutnant Ak ü l l e r- H c m pf i n g . dem Vater des am 4 Dezember 1914 gefallenen Regimentsadjutanten. Auch Grütze des Armeeführers Generalfeldmarschall v. Mackensen konnten üb-rmittelt werden, dem am 6. Dezember zum 75. Geburtstag ein Drahtgrutz übermittelt werden soll-
3m Mittelpunkt der Veranstaltung standen zwei Lichtbilder Vorträge. Lehrer Jakob aus Ober-Bessingen, dessen Sohn als 222er in den Karpathen den Heldentod gestorben war, hatte im Oktober 1915 die Grabstätte aus- gesucht. Er hat dabei eine Reihe wundervoller Lichtbilder ausgenommen, gerade von den Stellen, wo das Regiment so schwer gerungen bat. und diese führte er nun den versammelten Kameraden vor. In schlichter und dadurch in so wirkungsvoller und tiefergieifender Meise schilderte er dabei die Taten des Regiments. Anschlietzend daran ze-gte Kamerad Ingenieur Ocl6erm .mil eine grotze Zahl wohlgcl. ngener Bilder, die ec als Führer 111/222 in den Jahren 1915—17 in den Karpathen und Galizien ausgenommen hat. Wie mancher von den Kameraden, die hier gezeigt wurden, deckt der grüne Rasen/ und w e mancher Ausruf der F eude und des Wiedererkennens wurde laut, als de Bilder am Auge vorüberzogen. Oft von fröhlichem Humor gewürzt, erläuterte der Redner die Bilder aus Ruhe and Marsch, aus Graben und Kampf. Langer wohl- verd.enter Beifall lohnte beide Redner.
Musik uni) fröhlicher Sang, Rede und Scherzwort reihten sich dann an. Es steht nicht genau fest, wann die letzten die gastliche Stätte yer- l.ehcm: das eine aber steht fest, an den 30. 11. 24 werden alle denken, solange sie leben.
Lodz-8eier der ehern. 222er.
Die Feier zum 10jährigen Gedächtnis der Kämpfe um Lodz^, die von d n Angehörigen de- ehern. R.-I.-R. 2 22 am 29. und 30. Rovember hier im ©ailbau Sauer begangen wurde, darf wohl als eine der harmonischsten und in ihrer ernsten Einfachheit schönsten Feiern dieser Art bez.ichnet werden.
Der Samstagcllend war m hr der käme ad- schaftlichen Anspraä;e gewidmet. Kompagnie- weise sah man zusammen, um Zwiesprache zu halten über die Zeit vor 10 Iah. en. Kamerad Ingenieur Oelbermann, nahezu 3 Jahre Führer der 3 222, leitete die fröhliche Ta eirunde. Oberstleutnant Frhr. von Rotsmann, der beliebte Führer des 1/222, wurde mit stürmischem Iuoel begrübt. Mit Begeisterung wurden die allen trauten Soldatenlieder ge ungen, die das Zusammenleben aus dem March, in den Quartieren und im Graben aus der Eriwierung hervorzauberten.
Am 30. Rovember ger ammelten sich die Teilnehmer. um auf dem neuen Friel hos die Gräber der gefallenen Kameraden mit Blumen z u schmücken. Auch eine Anzahl Hinterbliebener nahm an dieser Feier teil Pfarrer (Son r ab (Kassel), der frühere Divis ionspsa^er, hielt eine tiefempfundene Gedächtnisrede. Wohl selten ist das Lied ..Ich halt' einen Kameraden" mit gröberer Innigkeit g'snn en worden. Mit kurzen markanten Worten legte Ge eral der Inf. von Hahn. Führer der 48. R.-D. einen Kranz nieder, ferner Ban Direktor Grieb bauer einen solchen im Auftrag von Frau Oberst Rott, der Gemahlin des am 4. 2. 1915 in den Ka Pa hen gefallenen Rcg mmtskommande rs Oberst Rc tt. Ingenieur Oelbermann einen solchen im Romen der schlesischen Kameraden, den Oberftleutnant Graf von Pfeil und Klei: ° Cllg u t h, der mehrjährige F.ihr:r des II 222, ge'chickt harte. Hierauf wurden de drei Gräber der hier ruhenden 222er erufge uchl und mit Kränzen geschmückt und ihrer in lurzm, ehrenden Worten gedacht.
Rach dem gemeinschaftlichen Mittoge'fen, für daS Kamerad Sauer in bekcmnler Güt: gesorgt batte, fand von 4 älhr ab die eigentliche <5eicr statt. Es waren vertreten S. Magnifizenz, der Rektor der Uniberfitat (Sieben, Geh. Rat Prof. D. Dr. Krüger. Oberst Fett vom I.-R. 15 und zahlreiche Vertreter der hiesigen Regiments- Vereinigungen. Mit herzlichen Worten begrüßte der Vorsitzende der freien Vereinigung cbemal. 222er. BanDirektor Grietz bauer, die Anwesenden. namentlich auch die Führer im Felde, Exzellenz von Hahn und Oberstlt. von RotS- rn a n n. Er wies darauf hin, wie eng die ‘Beziehungen . namentlich des ersten hier aufgestellten Bataillon- durch die zahlreichen Stud.n en. die in seinen Reihen standen, zur hiesigen Universität waren und wie lange noch die Abschied-Worte des verstorbenen Geh. Kirchenrats Prof. Dr. Eck in den Herzen der Kameraden nachgeklungen hätten: er versicherte dem anwesenden Oberst Fett und den Führern im Felde, datz der alte Geist von 1914 bei den alten 222em noch nicht ertötet sei und dankte den anwesenden Vertretern der anderen Regimenter mit der Versicherung, datz das Regt. 222 sich eins mit ihnen fühle in dem Bestreben, mitzuarbeiten an dem Wiederaufbau des Vaterlandes. Den Hinterbli.b.nen aber möge der heutige Tag betoeUcn, datz man der Gefallenen in Treue gedenke und sie nie vergeben werde. In knappen älmrissen gab er ein Bild von der kurzen, aber ehrenvollen Laufbahn des Regiments, erinnerte an das vorbildlit)e und gerade bei den 222em fo herrliche kameradsthastl chc Verhältnis zwischen Offizieren und Mannschaften, das auch wieder bei dieser Feier einen fo beredten Ausdruck finde Richt weniger als 46 Offiziere aller Grade, 214 Unteroffiziere und 2280 Mann seien den Heldentod gestorben, in diesen Frei- willigen-Regimentern habe Deutschlands beste ud begeistertste Jugend ihren Untergang gefunden. Diese furtchbaren Opfer seien gebracht Worten, um den F^ind von den Grenzen unseres Vaterlandes femzu bUten und unsere engere Heimat vor den Schrecken des Krieges zu bewahren. Rach einem begeisternden Appell an die Kameraden, auch in Zukunst alles zu tun für Deutschlands Wiederaufbau, beschlotz ein mit Jubel ausgenvmmenes Hoch auf das Vaterland und das Lied ,.Deutschland, Deutschland über alles" die Ansprache.
Se. Magnifizenz Geh. Rat Krüger betonte in seinen Dankeswvrten nochmals die engen Beziehungen, von Universität und Regiment 222 und gab der begründeten Hoffnung Ausdruck, datz in absehbarer Zeit auch die Universität ihren gefallenen Kommilitonen ein würdiges Denkmal setzen werde. RactHem noch Pfarrer Conrad in tiefschürfenden Worten die bleibenden Werte des grotzen Ringens den Zuhörern nahegebracht hatte, fang die Versammlung mit tiefem Emst nochmals das Lied „Ich halt' einen Kameraden". Herzliche Worte des Dankes widmete Oberstleutnant v. Rolsmann den Veranstaltern der Zusammenkunft. Auch Erz. v. Hahn gab seiner groben Freude Ausdruck, datz gerade das Regiment 222 als das einzige der 48. Reservedivision sich in so schöner Reihe zusammengeschlossen habe. Was vielen noch nicht genügend bekannt war. bestätigte er voll Stolz als Führer der Division, datz nach den Erllärungen der Obersten Heeresleitung gerade sie in den Kämpfen um Lodz durch ihr stürmisches Vorgehen den Ausschlag gegeben haben, eine Mitteilung, die mit Begeisterung ausgenommen wurde. Mänzinalrat Braun (Wetzlar) betonte als 223er die herrliche Waffenbrüderschaft der beiden Regimenter und verlatz aus feinem Tagebuch ein ergreifendes Bild des Ostermontags 1915 am groben Chrak in den Karpathen. Später sprach noch Oberst Fett in markigen Worten im Hamen des I.-R. 15 und betonte, datz in der jungen Reichswehr der gleiche Geist der Vaterlandsliebe, Pflichttreue und Kameradschaft gepflegt werde, wie in der alten Qlrmec. Die von echt soldatischem Geist getragenen Worte fanden jubelnden Beifall- Ebenso sprach im Rctmen der Regnnents-Derejniaunaen
Aus der Provinz.
Landkreis Gießen.
£ Wieseck, 6. Dez. In der gestrigen autzerordentlichen Gemeinderats- s i tz un g stimmte der Gemeinderal dem Meliorationskredit seitens des Staates in Höhe von 30 000 Mk. zu. Damit soll das geplante Wiesenprojekt durchgeführt werden. Rach einem Antrag der Gemeindeverwaltung ist aber eine durchgreifende Besserung des unhaltbaren Zustandes des Wiesengeländes im Wieseck- tal erst bann gewährleistet, wenn das Wasser- recht dem derzeitigen Besitzer der Gänsmühle abgefauft wird In dieser Richtung wurde bereits .Fühlung genommen und der Kaufpreis durch einen Sachverständigen abgefchäht. Der (Se- meinberat erkennt die Porzüge dieses Verfahrens an. beschliefst jedoch, eenen endgültigen Beschluß nicht zu fassen, sondern m einer späteren Sitzung, zu der ein leitender Beamter der Feldbereinigung und der Kulturrnspektion zugezogen werden soll, erneut zu beraten. Terlweise ging die Meinung sogar da hm, im Anschlutz an diese zweite Beratung im Gemeindeparlament die ganze Ange- legenAit einer Dürgerversammlung vorzulegen. — Die Gemein de-Hunde st euer für 1925 erfuhr eine ganz wesentliche Herabsetzung Die Voraussetzungen, die damals zur Beschlußfassung führten, sind inzwischen in Fortfall gekommen, so datz feine Veranlassung vorlag, die Sähe in dieser Höhe zu belassen Für den einzelnen Hund soll für 1925 eine Gemeindesteuer von 4 Mk.. für den zweiten eine solche von 10 Mk. entrichtet werden. — Die (Senieinbebcbienfteten ersuchten um G e wä hrung einer Wirt- schäft sbeihilfe für diejenigen von der (Sern einbe beschäftigten, die nach den Besoldungsgruppen 1—6 entlohnt werden Der Gemeinderat erkennt an, datz die den Betreffenden nach der Reichsbesoldun^ordnung Anstehenden Gehälter. an den gegenwärtigen Teuerungsverhältnissen gerne,- fen. unzureichend sind und beschlietzt, den Ledigen 20 Mk.. den Verheirateten 40 Mk. zu gewähren. Auf Antrag auf der Sitzung heraus wird dies anerkennenswerte Hilfswerk auch auf diejenigen ausgedehnt, die von der Wirtschaftskrise besonders hart betroffen werden. Ebenso einstimmig be- schlietzt der Gemeinderat. dieselben Sätze bei der gleichen Staffelung für die Erwerbslosen zu gewähren. Diese jedenfalls gerade jetzt hochwillkommene Sonde.auszahlung islalsW e i h- nachtsgabe gedacht. In seiner (Sebefreubigteit ging der Gemeinderat noch weiter: das Gehalt des Faselwärters wurde von 55 auf 75 Mk. monatlich erhöht, dasjenige des Rachtwächters von 18 auf 25 Mk. das des Totengräbers von 14 auf 20 Mk. monatlich. Dadurch sollen iln-
markbilanz vom 31. März entgegengenommen und genehmigt worden waren, wurde dein Vorstand und dem Aufsichtsrat Entlastung erteilt Zur Eröffnung der Goldmarkbilanz zum 1. April 1924 wurde ausdrücklich bemerkt, datz den Rechten der (Staubiger, deren Obligationen gemätz der dritten Steuernowerordnung mit 15 Prozent des Renn wertes verzeichnet sind, keineswegs zu nahe getreten werden soll, sondern datz diese lediglich durch die Gesetzgebung feftgelegt werden können. Das Grundkapital der Gesellschaft wurde — in gleicher Höhe wie in der Vorkriegszeit — mit 1 756 000 Mk. fest gestellt Der in der (Scneraloerfc mmlung vom 18. 'Dezember 1923 gefasste Beschluß wurde, nachdem die interessierten Gemeinden schon vorher von seiner Möglichkeit, ihre Obligationen in Aktion umzu- wandeln, keinen Gebrauch gemacht hatten, nebst der damit in Zusammenhang stehenden Satzung-- änbenmg zurückgenommen. In den Aussicht-- rat wurden die ausscheidenden Mitglieder Dr. I a s f 6 - Berlin, Direktor SloephasiuS- Derlin und Oefonomieral Hoffmann- Hof- Güll wiedergewählt. Zu gleicher. Zeit wurde beschlossen, für die demnächstige Generalversammlung auf die Tagesordnung zu sehen, datz die Satzung dahin geändert wird, datz in Zukunft der Auffichtsrat aus 12. statt ans 11 Mitgliedern bestehen soll, um die begrüßenswerte Zuwahl eines neu vorgeschlagenen Herrn, der sich um die Dahn schon gro*,e Verdienste erworben hat. zu ermöglichen. Da die Dahn einer durchgreifenden bau l ichen und betriebstechnischen Erneuerung bebarf, wurden der Vorstand und der Aufsichtsrat ermächtigt, bei der Regierung Schritte zur Erhaltung eines staatlichen Darlehens zu tun Rachdem man noch Kenntnis genommen hatte davon, datz die Dahnkeitung einen an zwei Wochentagen verkehrenden Abendzug auf der St'ecke Lich—Butzbach bzw. Bad-Rauheim unter Aufrechterhaltung des Sonn tags Verkehrs für die W'.ntermvnvte ausfallen lassen will, da z. B. eine Fahrt nur 6 Mk. Einnahmen brachte, datz aber dafür der Aben d- zug ab Lich 7.30 bis Grünberg durchgeführt wird, von wo er als Arbeiterfrühzug am folgenden Morgen 5 Ahr zurückfährt und datz diese Aenderung sofort in Kraft treten soll, wurde die Versammlung geschlossen. Sie brachte besonders den (Sememben
Außenpolitische Umschau.
Don Professor Dr. Otto Hoetzsch.
Am 2 Dezember ist das englische Unke r haus zur ersten Tagung nach der Reuwahl wieder zusammen getreten. DaS gleiche gilt für den gleichen Tag auch für den amerikanischen Kong reh. In den ersten Dezembe - tagen trgnrnt sodann die neue Sitzung des Rates de- Völkerbundes in Rom. Aler am wichtigsten ist die Zusammenkunft, die Chamberlain und He rriot in Paris gehabt haben, die erste zwischen dem radtkalen französischen Ministcrpräsideiiten und dem konservativen englischen Autzenminister.
Die Besprechung konnte nur die gewaltige Fülle von Ausgab.-n und Schwierig'eiten zeigen, die zwischen den beiden stehen und von denen feine gelöst werden konnte Wa- für eine TageSordnungl Genfer Protokoll, auf bai Herriot fo stolz ist und das England kaum annehmen wird, und dahinter aflo wieder die Srchecherts- frage, — die Räumung der Kölner Zone — die FinanzauSeinandersetzung, für deren Konferenz immer noch kein Datum feststeht — die russische Fruge und dann d e Stellen, wo Englands Sorgen liegen und Frankreich auch hinblickt. Dor allem allo Aegypten und Marokko in einem Zusammenhang, der wieder an die Situation von 1904 erinnert. Spanien hat sich ja entschlossen, das einzig Dernünstige endlich zu tun, nämlich btc - hoffnungslosen Kämpfe in Marokko zu liquidieren und grotze Strecken zu räumen. Das verschiebt natürlich die Machtverteilung dort in der Tangerfrage, und wirkt auch auf die Gesamtlage im westlichen Mittelmeer zurück. Das gibt Arbeit für die englische Diplomatie in Madrid, und Englands Streb n ist, datz Frankreich sich in Aegypten nicht einmische, wofür dieses freilich genau wie 1904 im Rordwesten von Afrika Freiheit Huben mutzte Da kommt aber wieder das englische Interesse an Gibraltar und Tanger herein.
Sofort ist das alle Bild wieder da. Es ist gar nicht so schwer für England, eine F age seines Reiches fest anzupacken. Und wie das ägyptische Beispiel zeigt, will das englische Kabinett von heute daS auch tun, tut eS das, rücks chtsloS inb brutal, rein machtpolitisch Der Völkerbund ist ihm dabei ganz gewitz nicht im Wege Aber Frankreich sieht und fühlt, datz die'e englischen Sorgen England auch ihm gegenüber die Hände binden. Es wird England darauf Hinweisen, Frankreich nicht zu oeiärgern oder zu reizen. Dafür dürste Herriot, der auherdem jetzt ganz gern einen autzeiipolitischen Erfolg wieder hätte, ebenso ein Gefühl haben, wie 2 r l a n ö ober Poincar
Die Botschaft des wiedergewählten amerikanischen Präsidenten ist vor ollem inneren Fragen zugewandt. Für Europa ich wichtiger, intoletrclt Amerika nun die gegebene Ergänzung zu dem Londoner Protokoll durchführt. In den Völkerbund geht es ja nicht. Wohl ober will es sich dem Weltgerichtshos im Haag anschkie- hen. DaS spricht die Botschaft des Präsidenten bestimmt auS, und von den Senatoren sind heute schon 60 dafür. Es fehlen nur noch vier an der notwendigen Zweidrittelmehrheit, das ist doch auch eine erhebliche Entwicklung weiter in der Rückwendung der Vereinigten Staaten zu Guropal
Reben diesen Vorgängen und neben dem deutschen Wahlkampf liefen die Handelsvertrag-Verhandlungen weiter: mit England. Frankreich, Italien, der Schweiz, Polen, Rußland, Rordomerika. Zustandegekommen ist bisher nur das Abkommen mit der Schweiz, auch dieses nur vorläufig. Es baut die Einfuhrbeschränkungen ab und legt beiderseitig die Verpflichtung auf. keine neuen Einfuhrverbote zu erlassen. Es eröffnet so wieder normale Beziehungen, und soll durch einen eigentlichen Handelsvertrag ergänzt werden.
Mit Frankreich und England ist noch nichts zustande gekommen. Das bedauern wir gar nicht I Wir sehen überall das Streben der anderen, die Meistbegünstigung von Deutschland gegen möglichst geringe Gegenleistungen zu erhalten. Was daraus aus dem vorläufigen englisch-deutschen Abschlutz bekannt geworden ist, kann nur sehr ernst und ablehnend stimmen. Was England gewährt, ist einfach selbst- verstänblich, wenn an Stelle des Kriegszustandes der Friede getreten ist. Und dafür gewährt Deutschland die Meistbegünstigung, ohne datz der Streit um die Abgabe der 26 Proz. auch nur einigermatzen im deutschen Sinne erledigt ist.
Wir sehen in diesen Verband langen weiter überall, datz Deutschland baffir nicht genügend «rüstet ist. Darum bedauern wir es gar nicht, im Gegenteil, wenn jetzt höchstens vorläufige Mkommen zustande kommen. Es geht hier um Wichtigstes, sehr Weittragendes in den letzten Entscheidungen. 3m Wahlkampf ober und gleich danach, ehe die neue Regierung «bildet ist und handeln kann, fehlt alle nötige Sammlung der dafür verantwortlichen Männer in Deutschland, damit für die neue Lage das Aeuherste zu unseren Gunsten heran s g e h o 11 werde. Das abA ist. wie jede andere Frage und Aufgabe der deutschen Autzen- politik, davon abhängig, ob der 7. Dezember dem Deutschen Volke endlich die nationale, geschlossene und bürgerliche Regierung bringt, ober ob an ihm die Parteien der Mitte und der Linken wieder in den Sattel gesetzt sind und damit die Voraussetzungen für eine grotze Koalition wieder gegeben sind. 3m letzteren Falle sehen wir nicht, datz auch in ben Handelsvertragsverhandlungen die too^r- Ekjften Interessen einer nationalen deutschen Volkswirtschaft gesichert sind und durchgesetzt werden können.
blctungen bildete da- Melodram.Das Hefenlied . Fräulein Dr The'sa Mulch, der die künstlerisch« Leitung der Fichte-Gesellschaft zu Frankfurt a. M. übertragen wurde, trug in Ifltcncr Meisterschaft die erschütternde Tragödie au- der Zeit der He?enverbrennungen vor. Frl. Lullu Engesser, Lehrerin an Dr. Hochs Konservatorium zu Frankfurt a. M.. war am Flügel eine ebenbürtige Begleiterin.' Man sieht der Veranstaltung hier mit grotzem Interesse entgegen. — Am Montag, dem 15. Dezember, findet in Lich der log. Weih- nachtsmarkt (Ferkel- und Krämermarkt) statt. Da die hiesigen Märkte in den letzten Jahren sich eines zunehmenden Besuchs erfreuten, ist auch jetzt wieder mit einem starken Auftrieb zu rechnen. Auf die Bekanntmachung der Bürgermeisterei Lich im heutigen Anzeigenteil fei besonder- hingewiesen.
ri. Lich. 5. Dez. Unter der Leitung von Fürstin Reinhard zu Solm--Hohen- folmS-Lich und der Gräfin Elisabeth Görtz zu Schlitz versammelten sich im hiesigen sürstlichen Schlvtz die Tertreteriimcn de- internationalen Vereins der .Freundinnen". der besonder- in der Babnhofsmistion tätig ist. Es waren Vertreterinnen au- der näheren und weiteren Umgebung erschienen. Besonderen Eindruck machten die Ausführungen über die Tätigkeit der Bahnhofsmission Dietzen, die säst täglich Gelegenheit hat, alleinreisenden Mädchen Rat und Hilfe zu geben und sie vor Gefahren und Ausnutzung zu bewahren. Die Versammlung beriet angelegentlich über Mittel und Wege, um der im Dienst selbstloser Rächstenliebe stehenden Arbeit der .Freundinnen" die ihr so sehr nötige weitere Unterstützung zu verschaffen, besonders durch Werbung neuer Mitglieder unter allen Ständen und Konfessionen.
I. Hungen, 5 Dez. Au- der jüngsten G c • ineinderatssihung ist zu berichten: Die höchstbietenden Firmen erhielten bei der Holz» s u b m i s s i o n auf Grund ihrer Angebote den Zuschlag. Ein Gesuch um UebertocUung eine« Bauplatzes findet die Genehmigung de- Gemeinderats Der Preis wird auf 1,80 Mk. füa ein Quadratmeter festgesetzt. Dem OrtSausschub für Jugendpflege in Rhein (Masuren) wird ein Zuschlag zu den Kosten eine- Turnhal- lenneubaus bewilligt. Die von der Gemeinde zu erhebende H u n d e st e u e r für 1925 wird für den ersten Hund aus 4 Mk. sestgeseht: für jeden weiteren Hund wird ein progressiver Zuschlaa erhoben. Verschiedene notwendige Verbesserungsarbeiten an den Feldwegen sollen zur Ausführung gebracht werden. Die Anregung der Dezirksfparkasse Laubach betr. Beitritt der hiesigen Gemeinde wird a b gelob n t. Die neuerbauten Gemeindehäuser Bellersheimer Strafte 15 und 19 werden den betr. Reflektanten überlassen. Ein Gesuch um Wirt- schasiskonzession wird befürwortet. Verschieden« die Wohnungsfürsorge betreffenden Fragen werden besprochen. Soweit Einwendungen gegen die Beschlagnahme und lleberweisuna von Wohnungen vorliegen, sollen jene dem Mieteinigungsamt zur Entscheidung vorgelegt werden. — Bei der am 1. Dezember 1924 vorgenommenen Viehzählung sind hier gezählt worden: 115 Pferde, 395 Stück Rindvieh, 332 Schafe, 550 Schweine, 121 Ziegen und 3255 Stück Federvieh. Bei der zu« letzt vorgenommenen Zählung am 1. Dezember 1922 bzw. 1. Dezember 1923 wurden gezählt: 100 Pferde, 390 Stück Rindvieh, 428 Schafe, 128 Ziegen, 754 Schweine und 2569 Stück Federvieh.
Kreis Friedberg.
i. Butzbach 5. Dez- Heute fand hier Im «Hessischen Hof" die diesjährige Generalversammlung der Duhbc»ch—Licher Eisen- bahngesellschaft statt, an der nutzer den Vertretern der Betriebsleiterin und des Eise«» bahnvorstandes als Vertreter der StaatSregi» rung Oberregierungsrat Dr. Merck von (Sieben und Kreisdirektor Gebhardt von Friedberg teilnahmen. Unter Leitung des Vorsitzendetz deS AufsichtsratS, der in Gegenwart der genannten Regierungsvertreter vorher beraten hatte, wurde eine grotze Tagesordnung erledigt. Es kamen folgende Hauptpunkte zur Verhandlung: Rachdem der Bericht des Vorstandes über die geschäft-
gerechtigleiten, die in der Reichsbesoldungsordnung liegen, wenigstens einigermaßen ausgeglichen werden. — Lebhafte Klage wird darüber geführt, datz ortsüblich angebrachte Ankündigungen der Vereine usw. meiftend schon kurz nach ihrer Anbringung abgerissen werden Es wird gewünscht, diesen Zeitgenossen zu (Semüte zu führen, evtl, durch Bekanntmachung, datz dieses verwerfliche Tun Sachbeschädigung ift Auch hiermit wird sich die nächste Sitzung eingehender befassen.
* W i e s e ck, 6. Dez. Die Deutschedemo- kratifche Partei tritt heute abend in der Wirtschaft Braun mit einer Wählerversammlung noch einmal vor die Oeffcntlichkeit. Lehrer Zieg- l e r aus Darmstadt, ein geborener Wiesecker, wird
Redner des Abends auftreten.
V Geilshausen, 4. Dez. Der Butler- und Geflügelhändlerin Dietz von hier wurde auf dem Gießener Wochenmarkte die Brieftasche mit ca. 3 00 Mk. Inhalt entwendet. Die Frau hatte die Tasche in ihren Korb gelegt, aus dem sie in einem unbewachten Augenblick gestohlen wurde. Trotz alsbaldiger Rachforfchungen der Polizei konnte der Dieb nicht ermittelt werden.
• Lich, 5. Dez. Der Deutsche Melo- öramenabenö, veranstaltet vom Verein für Volksbildung in Lich svgl. die Anzeige im gestrigen (Siebener Anzeiger), verspricht einen hohen künstlerischen Genuß. Aus einer Frankfurter Kritik der gleichen Veranstaltung wird uns mit geteilt: .Den Höhepunkt der Dar-
Kamerad Stang Worte de- Danke- und der Hoffnung au-, datz das bisherige schöne Zu- fammenarbeiten der einzelnen Vereine weiter Früchte tragen möge. Zahlreiche Schreiben und Depeschen von Kameraden, die verhindert waren, kamen zur Verlesung, so vom General v. Gerok vom 24. R. K., Oberst Graf v Pfeil II 222, der in begeisterten Worten an die gemeinschaftlichen Taten erinnerte und dem Regiment sein ncuc£ Buch „Mein Kaiser" stiftete, von den Hauptleuten Rahn I 222. 3 aping XI 222, Leutnant Dar t mann IV 222. E i ch VI 222.


