Vereine
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Feiertag 11 Mr- - - Metid.
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m. (52 Zweites Blatt
Unsere Fortbildungsschule und ihr Ausbau.
Don Fr. O st.
II.
Man braucht sich nur einmal einen beliebigen Beruf darauf anzusehen, welche Gckenntnrsgebiete nach jeder dieser beiden. Dichtungen berührt und dem Schüler eröffnet werden können, um zu begreifen, wie fruchtbar bei rechter Behandlung für den angehenden Gewerbetreibenden eine zusammenhängende, wohl durchdachte, auf Sachkenntnis beruhende Belehrung über sein Gewerbe werden kann. Rehmen wir beispielsweise das Schlossergewerbe: Der Lehrling wird mit der Gewinnung des Erzes und der Kohle bekanntgemacht. er erhält ein Bild von dem Hochofenbetriebe und den Methoden, wie dem Eisen und dem Stahle ihre besonderen Eigenschaften gegeben werden. Die Instrumente, Werkzeuge und Maschinen, die ihm aus Werkstätte oder Fabrik bekannt sind, werden nach ihrer Beschaffenheit und Wirkungsweise untersucht und die physikalischen Gesetze, die dabei in Erscheinung treten, dargelegt. Die verschiedenen 2lrbeitserzeuanisse werden charakterisiert, die Begriffe: Rohstoff, Halbfabrikat, fertiges Arbeitsgut, kommen zur Erörterung. Die Herstellung dieses oder jenes Gegenstandes, z. B. eines Blitzableiters, wird in seinem ganzen Verlaufe verfolgt. Die Art seiner Anlage und die dabei zu vermeidenden Fehler führen von selbst- zur Besprechung des elektrischen Stromes. An der Hand dieses selben Beispiels wird gezeigt, wie eine Selbstkostenberechnung anzustellen ist und in welchem Verhältnis der Preis der Anlage zu den Selbstkosten steht.
Auch Angelegenheiten der Gesundheitspflege, die mit dem Geschäftsbetrieb im Zusammenhang stehen, werden behandelt: der Schuh der Lunge vor Staub, das Atmen, die Sicherung der Augen und Ohren, die Behandlung von Brandwunden, Verrenkungen, Quetschungen, die Vorsichtsmahregeln beim Heben uff. Den gleichen Gang bei verschiedenem Stoff schlägt die Gewerbekunde für andere Gewerbetreibende ein; auch beim Fabrikarbeiter gestaltet sie sich in analoger Weise.
Die Bcrufstunde führt auf der einen Seite in die verschiedensten Wissensgebiete hinüber, die sie dem Schüler eben durch diesen Zusammenhang interessant macht, selbst wenn altes Schulwissen ihm wieder begegnet. Andererseits bietet sie den Lehrfächern, die neben ihr eine selbständige Stellung in der Fortbildungsschule beanspruchen können, den Stoff, an dem der Schüler seine Fertigkeit ausbildet. Diese Fächer sind Deutsch und Rechnen, für viele Gewerbe auch Zeichnen. Am engsten schließt sich das letzte an den Beruf des Schülers an. Cs ist Fachzeichnen.
Don großer Bedeutung ist auch der Zweig der Berufskunde, der sich mit der Person des Gewerbetreibenden beschäftigt. Dieser Unterricht betrachtet zunächst den Schüler in seiner gegenwärtigen Stellung und macht ihm die rechtlichen und moralischen Verpflichtungen, die dadurch für ihn entstanden sind, deutlich. Er läßt dann ein Bild der Zukunft vor seinem Auge erstehen und schildert den Gesellen und schließlich den Handwerksmeister. Welche Beziehungen er zu den Berufsgenossen zu pflegen, welche Aufgaben er als Glied der Gemeinde, als Bürger des Staates, als Angehöriger einer Genossenschaft, als Wähler oder als Gewählter einer staatlichen, gemeindlichen, beruflichen Körperschaft erfüllen hat, das alles und anderes gehört in den Rahmen dieses Bildes. Hier führen die verknüpfenden Fäden in das Gebiet der Wirtschaft, des Rechts, der Verfassung hinüber und vermitteln dem Schüler Kenntnisse, die sich dem Mann einst als höchst nützlich, ja unentbehrlich erweisen werden.
Hier ist auch die St^le, wo die Geschichte in den Unterricht hereinbezogen und für die Bildung des Schülers nutzbar gemacht werden kann. Sie ist speziell eine Geschichte des Gewerbes, das er selber betreibt, oder doch der Derufsgattung, zu der er gehört, des Handwerks (des Handels, der Landwirtschaft, des Fabrikbetriebs), und erweitert sich, aber möglichst von dem gegebenen Standpunkt aus, zu einer Darstellung des Entwicklungsganges der Erwerbs- tätigkeit und der erwerbstätigen Klassen. Gerade in dieser Begrenzung wird sie das Interesse des angehenden Mannes noch in ganz anderer Weise in Anspruch nehmen, als die großen Ereignisse der Volksgeschichte das Schulkind zu fesseln vermochte.
Mit Recht fordert man neuerdings, daß der Geschichtsunterricht in der Volksschule und in den höheren Schulen nicht einseitig die Politische Geschichte behandeln, sondern daneben auch die kulturellen Verhältnisse gebührend berücksichtigen solle. Die Fortbildungsschule bietet dazu ganz besonders Gelegenheit. Hier steht e(ne Fülle von Material zur Verfügung, das dem Schüler noch vollständig unbetannt ist, aber in voller Unmittelbarkeit sich an ihn wendet. Er hört von der mittelalterlichen Zunftverfassung, von der Stellung der Zünfte in den Städten, ihren Streitigkeiten mit den Geschlechtern, von den Handwerksgebräuchen alter Zeit, besonders bei Gesellen- und Meister- beförderungett, den Lohnkämpfen vergangener Jahrhunderte. Er erhält ein Bild von dem kleber- gang der Raturalwirtschaft zur Geldwirtschaft, von der Wirkung dieses wirtschaftlichen Vorgangs auf die gesamten sozialen Verhältnisse, insbesondere auf die Lage der Handwerker und der Bauern. Vor sein Auge tritt der denkwürdige Augenblick, wo in die Gewerbewelt die erste Maschine eintrat, die das Spinnrad in die Ecke schob und zugleich der ganzen mittelalterlichen Betriebsweise das Grablied surren lieh. Der Haß, mit dem die Manufakturisten die Reuerer verfolgten, die blinde Wut, in der die um ihve Rahrung bangenden Arbeiter die Fabriken stürmten und die Maschinen zertrümmerten, bieten Anschauungsbilder von großer Lebendigkeit. Das 19. Jahrhundert bringt Ereignisse, deren Folgen noch in die Gegenwart reichen. Die „englische Invasion" und ihre unheilvollen Wirkungen auf das deutsche Gewerbe, der Zollverein als Gegenstück der Kontinentalsperre, die industrielle Entwicklung unseres Vaterlandes, die Entstehung eines vierten Standes, die moderne Arbeiterbewegung, die Arbeiterschutzgesetzgebung, die kommunistischen Ideen — man braucht nur die durch diese Stichworte gezeichnete Linie zu überblicken, um sich der Wirkungen eines solchen Stoffes auf den Schüler bewußt zu werden. Je sachgemäßer, vorurteilsloser, untendenziöser er
i
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Zreitag, h. Mi 1924
behandelt wird, um so mehr wird er seine Kraft als Dilüungsmittel beweisen.
Die bildenden Momente einer Gewerbe- und Wirtschaftsgeschichte, selbst in der elementaren Form, wie das Schülermaterial in der Fortbildungsschule sie vorschreibt, sind zweifacher Art. Einmal lernt der Schüler die Verhältnisse, in denen er selbst steht und in Zukunft zu stehen kommt, als das Ergebnis einer jahrhundertelangen Entwicklung begreifen. Das erfüllt ihn auf der einen Seite mit Achtung vor dem Gewordenen, gibt ihm aber andererseits Lust und Eifer, an dessen Verbesserung zu arbeiten. Alles Bestehende ist ja „vernünftig" und doch auch „teert, daß es zugrunde geht." Diese Erkenntnis als Lehre der Geschichte gewonnen, führt zu einem praktischen Verhalten, das die rechte Mitte zwischen utopischen Träumereien und unverständigem Kleben am Alten bildet. Roch wichtiger ist ein anderes. Die Wirtschaftsgeschichte erzählt dem Schüler von den starken Einflüssen, die von den gewerblichen Verhältnissen auf den Verlauf der politischen Ereignisse ausgegangen sind, und lehrt ihn umgekehrt, daß in der Regel der allgemeine Zustand des Staates es war, der die Blüte oder das DarniederliLgen der Gewerbe bedingt hat. So erwächst ihm ein Verständnis von der Bedeutung des Staatsganz>en für das eigene, individuelle Wohlergehen, und der Unterricht erzielt das, was man die „staatsbürgerliche Erziehung" nennt. Man begegnet oft der sonderbaren Auffassung, die Fortbildungsschule müsse die jungen Leute in alle Einzelheiten unserer Dec- waltungs-, Gerichts^, Polizei- und Schulorganisation, in das Finanz-, Post-, Eisenbahnwesen usw. einführen. Das wäre eine ungeheure Ueber- bürdung; auch würde die karg bemessene Zeit dazu nicht ausreichen. Der staatsbürgerliche Unterricht muß Begeisterung, Liebe zu Volk und Staat Wecken; nicht das Wissen ist die Hauptsache, sondern das Können und Wollen: die Bereitwilligkeit und Fähigkeit auf politische Verhältnisse zu achten und das wesentliche darin aufzufassen. Das soll bedeuten, daß überall mit Bewußtsein Gegenwart und Vergangenheit in Verbindung gebracht wird; daß wir versuchen, die Gegenwart arS der Vergangenheit zu verstehen. Vor allem aber müssen wir den Mut haben, für d i e wichtigsten Fragen unserer Zeit aus der Vergangenheit zu lernen, Folgerungen und Forderungen zu ziehen. Dabei müssen wir versuchen, auf den Willen der jungen Leute einzuwirken, die sittlichen Kräfte in ihnen zu wecken, sie zur wahren Freiheit zu erziehen und zugleich zu dem Bewußtsein, daß wir alle nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten haben und daß ein Wiederaufstieg nur im engen Zusammenarbeiten aller Deut sche n möglich ist.
Eine Gefahr, vor der gewarnt werden muh, ist die Verwechslung vaterländischer Denkweise und politischer Anschauungen miteinander. Die Bekämpfung politischer Richtungen durch die Schule wird stets mit Mißerfolgen enden, und nichts würde einer staatsbürgerlichen Erziehung sich schädlicher erweisen, als eine pseudopatriotische Ges innungszüchterei.
Aber die Erweckung einer reinen Gesinnung bleibt trohalledern das höchste und schönste Ziel des Unterrichts. Sie muß auch in der Fortbildungsschule der schließliche Endzweck der Arbeit fein, wenn sie auf den Ehrennamen einer Bildungsanstalt Anspruch machen will. Bildung im wahren Sinne 'des Wortes ist Schaffung eines sittlichen Charakters, einör Persönlichkeit. Und Persönlichkeiten braucht unser Vaterland in Zukunft mehr denn je.
Eine Zeit schwerster' Erschütterungen liegt hinter uns. Die Welt ist durch den grausamsten Krieg gegangen, der je auf Erden getobt. Wir stehen vor den Trümmern einstiger Herrlichkeit. Alles ist im Fluh, Reues ist im Begriff, sich zu bilden; alte überlebte Formen werden abgestohen. Dieses Suchen nach neuen Wegen, neuen Formen, das bisher das Arbeitsgebiet nur weniger Menschen war, das ist heute, nachdem! das deutsche Volk fein Schicksal selbst in die Hand genommen hat, zur Lebensnotwendigkeit für das ganze deutsche Volkstum geworden, dem niemand sich entziehen kann, der ehrlich das Beste des Volkes will.
Wer sich diese Gedanken klar macht, der fühlt die Größe der Verantwortung, die auf jeden einzelnen von uns gelegt ist, der irgendwie — sei es als Vater ober Mutter, als Lehrmeister oder Werkleiter, als Arbeitgeber und nicht zuletzt als Hausfrau — berufen ist, an dem schweren Werk der Crziebung der im „T r o h a l t e r“ stehenden, fortbiloungsschulpflichtigen männlichen und weiblichen Jugend mitzuarbeiten.
Wirtschaft.
Weiterer Rückgang der Grofthandelsindexziffer.
Die auf den Stichtag vom 3. Juni berechnete Grohha ndelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 27. Mai (120) weiter um 1,5 Pvoz. auf 118,4 zurückgegangen. Von bcir Hauptgruppen sanken im gleichen Zeitraum Lebensmittel von 103,4 auf 100,9 oder um 2,4 Proz., davon die Gruppe Getreide und Kartoffeln von 89,5 auf 87,8 oder um 1,9 Pvoz., Industriestoffe von 151,6 auf 151,1 oder um 0,3 Proz., davon die Gruppe Kohle und Eisen mit 144,7 nahezu unverändert. Inlandwaren haben von 109,3 auf 108,7 oder um 1 Proz., Einfuhrwaren von 172 auf 166,8 oder um 3 Proz. nachgegeben. Für den Durchschnitt des Monats M a i ergibt sich ein Rückgang der Grvßhandelsindexziffer von 124,1 auf 122,5 ober um 1,3 Prozent. Don den Hauptgruppen sanken in der gleichen Zeit Lebensmittel von 109,7 auf 106,6 ober um 2,8 Pvoz., während Industriestofse vpn 150,9 auf 152,2 oder um 0,9 Prozent anzogen. Inlandwaren finb gestiegen von 111,7 auf 112,2 oder um 0,4 Prozent; Einfuhrwaren JinZ> gesunken von 185,6 auf 173,8 ober um 6,4 Prozent.
* Duderussche Eisenwerke A.-G., Wetzlar. In ber Sitzung bes Aufsichtsrates wurde der Rechnungsabschluß für 1923 nebst ®c- totnn» und Verlustrechnung besprochen und beschlossen, der am 8. Juli in Wetzlar abzuhaltenden ordentlichen Hauptversammlung dorzuschla- gen, den rechnungsmäßigen Liederschatz des Jahres 1923 von 29 990 519 425 047 809,04 P.-M. auf neue Rechnung vorzutragen. Eine Dividende kommt demnach nicht zur Verteilung.
* Rordstern Allgemeine Vers iche- r u n g s - A.-G., Berlin. Die dem Stinnes- kvnzern nahestehende Gesellschaft sieht von der Verteilung einer Dividende für das abgeiaufene Geschäftsjahr ab und trägt einen Teil des erzielten Reingewinns, ohne eine genaue Summe anzugeben, zur Stärkung der Prämien- und Schadenreserven auf neue Rechnung vor. Die Eröffnungsbilanz soll erst in einem späteren Zeitpunkt vorgelegt werden.
* 3 u r Linderung derWirtschafts- t r i f e in Polnisch-Obe rsch testen. D^m „Oberschlesischen Kurier" zufolge hat die polnische Regie.ung, um die angekündigte Schließung ber Königshütte, wodurch über 5000 Arbeiter brotlos würden, zu verhüten, größe.e Aufträge erteilt, so daß ber Betrieb über den 16. hinaus fortgeführt werde, zumal, da ber Hütte Kredllvergünstigungen zugebilligt wurden. Die Wojewodschaft Kattowih forderte zur Eindämmung ber Arbeitslosigkeit im ostodecschlesr.chen Industriegebiet eine Million Zloty telegvaphich brr der Warschauer Regierung an.
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6,2
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Devisenmarkt Berlin—Frankfurt
a. M.
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Frankfurter Börse.
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Banknoten.
(Ohne Gewähr.)
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9 10,75 42,5 46,1
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6,6
10,40
12,8
Frankfurt a. M, 5. Juni.
Matt. — Die heutige Stimmung an der Börse war gekennzeichnet burch eine ausgesprochene Re-
Berliner Handclsaesellschaft - Commerz- und Prival°Bank. Tcirmst. und Naiionalbank . Deutiche Bant.........
Deutsche Vereinsbank .... Tiseonlo Commandit .... Mctallbank...........
Mitteldeutsche Treditbank. . Oeste, reichliche Kreditanstalt. Westbank............
Bochumer Guß........
Buder s............
Caro .............
Deutsch.Luxemburg......
Gelsenkirchener Bergwerke. .
Harvcucr Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahütte...........
tberbedarf...........
Phönix Bergbau ...... Rycimlabl...........
vueberf Montan........
TelluS Bergbau
Samburg-Amertka Paket. . . Norddeutscher Llovd ..... Sleramische Werke Albin .. Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......
Anglo-Tont.-Guano Badische Anilin........
Chemische Mayer Alaptn. . .
Goldschmidt..........
GricShcimcr Electron ....
Höchster Farbwerke......
Holzverkohlung........
MütgerSwerke
Cchcidcanstalt.........
Allg. ElektrijitatL-Gesellschaft Bergmann...........
Mamkraflwerke........
Schuckcrt............
Siemens * Halske ...... Adlcrwerke Kleher ..... Daimler Motoren. ...... Heyligcnstaedt.........
Meguin......
frankfurter Armaturen ...
Konservenfabrik Braun . . . Mktollgcscllsck>ast Frankfurt.
Cchubfabrik Herz Sichel..............
Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal ..
Zuckerfabrik Waghäusel ...
(In Billionen Mark auSgedrückt. BuenoS-LkreS, London, Neu« bork, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest fär 100000 Em heilen, alles übrige für 100 Einheiten.)
Telegraphische Auszahlung.
(Ohne Gewähr.)
13,25 i
2.1
4,8
6
3,2
2,45 ।
alisativnsneigung vor ben Pstngst^iertagen. Die Regierungserklärung würbe bei oiefer allgemeinen Flucht auS ben Effektenengagements kaum beobachtet oder irgenbtoie besprochen. Während des ganzen Geschäftsverkehrs hörte man nur
Schweizer Noten........ .
Französische Noten Dänische Noten..........
Schwedische Noten........
Holländische Noten........
Deutsch-Oesterreich, ä 100 Kronen Amerikanische Noten.......
Englische Noten..........
Italienische Noten.........
Belgische Noten..........
Ungarische Noten.........
Tschechoslowakische Noten Norwegische Noten........
Rumänische Noten.........
Spanische Noten..........
Briek
73,68 21,00
70,58
111,03
156,64 6,87
4,21
18,10 18,18
18,25 ’ 4,11
12,26 56,39
Nepark. °/o
voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll
5n Billionen Prozent
Frankfurt a M
Berlin
Sd)lu(j» fiure
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Schluß- <bf*
Datum:
4. 6.
1 "
4. 6.
5°/,, Deutsche Reichsan leihe
0.0675
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37»% Hessen..........
—
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Deutsche Wert''. Dollar-Anl.
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dto.Toll.<Schalz»Anwelsung. *)
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4. Juni
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Repart.
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Geld
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11.97
12,03
11,97
12,03
voll
voll
Briefkurse, und da sich nur ganz vereinzelt Käufer einstellten, ft> muhten die Kurse auf fast allen Gebieten nach und nach immer weiter nachgeden. 3m weiteren Verlauf steigerte sich das Angebot namentlich aus industriellen Kreisen immer meyr, woraus man schließen kann, daß die Geldknappheit im Wirtschaftsleben nachgerade einen Höhepunkt erreicht hat, der unmittelbar zum Verhängnis führen muß, wenn nicht unverzüglich seitens der Regierung energische Schritte erg iffen werden, um in Gemeinschaft mit ben Al.iiei.ten ben Dawesplan feiner Te.wirklichung cntg genzufüh- rren. Die Kurseinbuhen waren sch.ie>stich ganz enorm unb betrugen, obwohl schon bie ganze Woche Tag für Tag Verluste h ngenommen w.r- ben mußten, bis zu 6 Bill o.ien Prozent bei ben schweren Papieren, sonst aber durchschnittlich 10 Prozent des tatsächlich:.' Wer.es Eine Ausnahme macht mir Lubw g Ganz A.-G., bie etwas au।b-len konnte, nachdem bie finaivizller Schwierigkeiten b. heben sind. Das gleiche Bild bot bei freie Verkehr. Api 23/i, Beck.r-Stahl 23A. Becker-Kohle 43/1, Drown Bowwy 1, Krügershall 27/b. Petroleum 10 (Brief). Auf dem Devisenmarkt bleibt jetzt das Angebot ftäniii größer. Auch heute waren insgesamt 2000 engli che Pfund mehr angeboten. Dabei ist aber der Umsatz ganz gewaltig gefallen unb beträgt heute nur noch 38 000 englische Pfunb. Paris ist erneut schwach gegen London: 89.
Märkte.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 5. Juni. (Wolff.) Sehr unbefriedigender Mehlabsah ließ es auch heute am Produktenmarkte zu keiner Besserung ber Geschäftslage kommen. Gegen weiteren Rückgang hat aber die unertoartele Abwärtsbewegung ber amerikanischen Getreideerminmärkte einigermaßen eine Stühe. Für Auslandsgetreide zeigte sich einiges Interesse, bas auch für Mais durch Rückkäufe von argentinischer Seite eine Anregung erfuhr. Gerste blieb still. Der Preisstand des Hafers änderte sich nicht, andere Artikel waren lustlos. Cs notierten je 1000 Kg.: Weizen, mark., 149 bis 152 (stetig). Roggen, mark., 123 bis 134 (stetig), Sommergerste, Braugerste, 152 bis 156 (ruhig),Wintergerste, Futtergerste, 145 bis 150 (ruhig), Hafer, märf., 126 bis 133 (stetig), Raps 250 (stetig), Leinsaat 380 (stetig); für je 100 Kg.: Weizenmehl 21.50 bis 24 (stetig), Roggenmehl 19 bis 21.25 (stetig). Weizenkleie 9.00 bis 9.20, Roggenkleie 8.40 bis 8.50, Viktoriaerbsen 10 bis 20, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 10.50 bis 11, Ackerbohnen 13 bis 14, Wicken 10.50 bis 12, Lupinen, blau, 9.50 bis 10, Seradella, alt, 13 bis 13.50, Seradella, neu, 11 bis 13, Rapskuchen 9 bis 9.20, Leinkuchen 17, Trockenschnitzel 6.60.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M, 5. Juni. Getreide ohne Sack, Weizenmehl, Roggenmehl unb Kleie mit Sack. Es notierten je 100 Kilo: Weizen, Wetterauer 16,25 bis 16.50, Roggen, inlänb. 14,75 bis 15 Sommergerste für Drauswecke 16 50 bis 16,75, Hafer, inlänb. 14 75 bis 15,25, Weizenmehl, südd. Spezial 26,25 bis 28, Roggenmehl 22.5 bis 3. Weizen- unb Roggenkleie 88,80 bis 9,50 Mart. Tendenz: ruhig.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.) Aus dem Reichstag.
Berlin, 5. Juni. (Priv.-Tel.) Im Reichstag hat der Abg. K o r e l l bie Reichsregierung um Auskunft ersucht, ob sie eine raschere und gerechtere Entschädigung ber Bevölkerung des besetzten Gebietes für in Verlust geratene oder requirierte Güter herbeiführen unb bie Doppelbesteuerung z. B. für Lastkraftwagen uni Tabakwaren beseitigen will. Den Gemeinden soll Ersah für die Gemeindesteuern geleistet werden, welche ihnen infolge der Stillegung von Reichsbetrieben entgehen. Den Städten soll Ersatz für bie beschlagnahmten Schulgebäube, ebenso wie dem Lande für requirierte öffentliche Gebäude geleistet werden. Ein weiterer Antrag verlangt, daß die ausgewiesenen und abgebauten Beamten, welche infolge ber Teföroeru 'gssperre und bes Fehlens der Personalakten nicht befördert werben konnten, nach ber Maßgabe des Etats für 1923 nachträglich befördert werden sollen.
Der Mainzer Komrmmistcnprozeß.
Mainz, 5. Juni. (WB.) Im Kommunist en-Prozeß vor dem französischen Kriegsgericht in Mainz konnte am Vormittag wesentlich Reues nicht vorgebracht werben, ba bie Angeklagten, wie am Tage vorher, jegliche Aussage verweigerten. Außer 3 Offizieren wurden noch bie Mainzer Rechtsanwälte ßullmann und Reumann zu Offizialverteidigern bestimmt. Es wurde festgestellt, daß mehrere ber Angeklagten aus dem Ruhrgebiet in den dortigen Städten antisemitische Flugblätter verbreitet, sowie sich in Kasernen eingeschmuggelt hatten. Andere hatten sich desselben Vergehens in den mit Militär belegten Orten des Rheingaues schuldig gemacht. Um lOVs Uhr war die Vernehmung der Angeklagten beendet, unb es würbe zum Verhör der Zeugen geschritten. Aus diesem ergab sich, bah burch bie beutsche Polizei bie Spur auf die kommunistischen Umtriebe gelenkt wurde. Bei einer Haussuchung in Bochum wurde außer Schußwaffen und Munition eine Masse Flugblätter in deutscher, französischer unb arabischer Sprache gefunden. Mehrere Soldaten und f ranzösi che Krimi- nalkommissare aus Mainz und Wiesbaden machten Aussagen über bie kommunistische Agitation in Hessen und Hessen-Rassau. Um 6 Uhr abenbs wurde bie Verhandlung vertagt.
Keine amerikanische Lebensmittelanleihe.
Washington, 5. Juni. (Wolff.) Der amerikanische Senat hat den Vorschlag auf Bewilligung einer Anleihe an Deutschland in Höhe von 25 Millionen Dollar zum Anlauf von Lebensrnitteln abgelehnt.


