Einzelbild herunterladen

Lach Memuna dieser Leute habe er fern Recht, sich In die hannoverschen Angelegenheiten zu mischen. SS müsse aber gesagt werden, daß er den Führern der Deutsch-Hannoveraner in einer Unterredung erklärt habe, sie möchten in der augenblicklichen Zeit von einer Abstimmung ab» sehen, da da- übrige Deutschland da­durch gefährdet werden könne. Die han­noverschen Vertreter hätten erwidert, die Ab- stirnmung müsse erfolgen, da weite Kreise sie wünschten. Der Minister betonte, daß er Vertrauen habe zum gesunden Ginn der Bevölke­rung. dah sie sich der Loslösung Hannovers von Preußen widersetzen würde. Die Rettung liege in einem groben Preuhen und in einem grohen Deutschland.

*

Doch eine Abstimmung in Hannover!

Berlin. 5. Febr (DTD.) Das Reichs- kabinett hat in seiner heutigen Sitzung be­schlossen, die Vorab st immung in Han­nover 14 Tage nach den Reichstags- wahlen stattfinden zu lassen.

Die Unfähigkeit der französischen Eisenbahnregie.

Düsseldorf. 5. Febr. (Molff.) Don unter­richteter Seite hören wir über den Zustand des Verkehrswesen- im besetzten Gebiete: Der Per- sonen^ugverkehr der französisch-belgischen Eisenbaynregte erreichte Anfang Januar nach zu­verlässigen Feststellungen

50 Prozent der Leistung vor bem Ruhr­einbruch.

Die Betriebs läge auf den von der Regie betrie­benen Strecken ist nach wie vor äußerst schwierig. Allgemein ist eine Lieberfüllung der grohen Güter­und Derschiebebahnhöfe festzustellen. Besonder- leiden die Bahnhöfe in Wanne. Gelsenkirchen. Ho­henbudberg und Osterfeld unter Verstopfung. Auf ihnen stehen schätzungsweise dreimal mehr Frach­ten, als befördert werden können, die bei der deut­schen Reichsbahn bestanden. Wieweit die Regte mit ihren Anstrengungen ernst macht, bleibt abzu- warten, nicht minder, wieweit fte sich technisch burchzusetzen vermag. Wie

unzuverlässig die Detrieb-fLhtung der Regis ist, geht auS folgendem hervor: Auf einer der wichtigsten Strecken erfolgt die Zugmeldung nicht telegraphisch mit Morseapparaten. DaS Ab- läuten muh al- Meldung für die Rach­barstationen dienen. Alle anderen Siche- rungSmahnahmen erfolgen auf dem Fernsprecher. Wenn ein Bahnhof wissen will, was abgeläutet Iworden ist. ob und welcher Persvnenzug. muh er bei der Rachbarstalton auf dem Fernsprecher an- fragen. Es kommt vor. dnh die Züge vor den Bahnhöfen so dicht aufeinander auffahren, dah der Lokomotivführer erst durch die Schsuhlalernen be­vor dem Bahnhof haltenden Zuges oder durch die Signale des SchluhbremserS darauf aufmerksam gemacht wird, dah die Weilerfahrt unmöglich tft. Von den Stellwerks- und SicherungSeinrich'ungen unb von den Dlockapparaten find die Sperren an vielen Stellen entfernt, so dah kein Hindernis be­steht, Fahrten auszuführen, die sich gegenseitig ge­fährden, so dah Zusammenstöhe usw. nur durch äuHerste Achtsamkeit des Personal- vermieden werden können. Wie

unwirtschaftlich

der Betrieb ist. -eigen die Zustände an einigen wichtigen Betriebsstationen. Die Betriebswerke sind mit etwa der doppelten Zahl von Lokomotiven und Personal besetzt gegenüber der Besetzung vor dem Ruhreinbruch, aber die Leistungen an Loko- 'motivkilometern betragen nur etwa zweidrittel biS dreiviertel der früheren Lokomotivkilometer.

1 An manchen Stellen sind die Lokomotiven nur j- einfach besetzt: auch in Krankheitsfällsi» des Lo- komotivperf onals wird die Lokomotive nicht mit anderem Personal besetzt, sondern bleibt stehen. Das Lokomotivtersonal jnub seine Lo­komotive selbst auSschlacken und tut das, too gerade Platz vorhanden ist. ES wird nicht verlangt, dah daS auf einer AuSschlackgrube geschieht.

Der Kohlen- und Oelverbrmrch sind doppelt und dreimal so hoch wie früher hn deutschen

Betriebe.

Die Dienstdauer deS Personals ist auherordrnt- sich lang, so dah daS Personal tn der W)che oft nur drei Schichten leistet. Der Hauptmangel für die glatte Durchführung deS Llebergabeverkehrs besteht darin, dah die Regie nur m ben seltensten Fällen Güterwagenzettel ausstellt. Im übrigen hat sich der Austausch der Güterwagen ein wenig gebessert. Der Zoll dien st wird vielfach noch willkürlich gehandhabt, so dah Güterzüge nicht nach dem Plan durchgeführt werden können, zum Teil hat dies seinen Gründ m der unregel- mähigen Dienstleistung der französischen Zoll­beamten. Alles in allem also bestehen noch immer durchaus unerfreuliche Zustände, die leben Versuch die vom Verkehrswesen so innig abhängigen deutschen Wtrtschaft deS Rhein- und Ruhrgebtete- au beleben, tm Keime ersticken.

Auf der Bochumer Zeche .Lothringen" wur­den heute früh keine Leerwage n eingestellt, obwohl gestern wegen WagenmangelS eine Feier­schicht eingelegt werden muhte. Feierschich'en muhten heute eingelegt werden auf den Zechen .Reu-Iserlohn", .Heinrich-Gustav" und .Erin", ferner gestern auf der Zeche .Friedrich-Ernestine" (Mittag-- und Nachtschicht).

Poincares Kamps um die Ermächtigung.

Pari-, 5. Febr. (WTB.) Die Kammer setzte heute nachmittag die Beratung deS Art. 1 deS Fi nanzgesetzeS. das die Regierung er­mächtigen soll, auf dem Wege deS Erlasse- Er­sparnisse nicht unter einer Millia>che durchzu- führen, fort.

RamenS der Radikalen Partei erklärte Herriot, eS sei durch die gestrige Debatte bewiesen, dah daS Ermächtigungsgesetz rechtlich unzulässig sei. Sr habe sich ge­fragt, wie der Ministerpräsident einen derartigen Gesetzentwurf habe vvrlegen können. Er denke, dah PoincarS, der seit zwei Jahren durch die auswärtige Politik fast absorbiert sei, sich ge­weigert habe, sich mit der inneren Politik zu befassen, und dah er deshalb dem Drängen seiner Mitarbeiter nachgebe und, überrascht durch die Frankenkrise, einen improvisierten Gesetzentwurf eingebracht habe, in dem schkiehlich finanzielle Mastnahmen enthalten seien. Die gefchgebcrtlcbe Gewalt könne nicht übertragen werden. Auf­richtige Republikaner hätten also nicht das Recht,

Artikel 1 des Gesetze- anzunehmen -3t geb: wohl zu, dah die Regierung sich verpflichte, die De­krete, die sie erlasse, in einem Zeitraum von sechs Monaten durch das Parlament ratifizieren zu lassen. Etwas Aehnliches habe unter dem ersten Kaiserreich nicht die Gefahr beseitigt, und diese Tatsache allein beweise schon, dah

die Dekretr gegen die Derfasfung verstoßen. Auch dem Staatsrat könne die Kammer keine ge­setzgeberischen Befugni'se zuer'eanen. Herriot be­schwerte sich darüber, dih die Verwaltungreform, die man schon 1923 durch ein Gesetz angenommen habe, nicht durchgeführl ist. Er habe das größte Vertrauen zu dem Ministerpräsidenten, aber er glaube, dah seine BureauS absolut unfähig feien, einen derartigen Wechsel durchzuführen. In sechs Monaten werde man vielleicht die Kammer vor eine Verwnl ungsrckrm stellen. Man könne aber nicht sechs oder acht Monate unter einem suspen­siven Regime leben. Zum Schluß feinet Rede warnte Herriot Poincarö, dieses Gesetz ohne die Mitard.it der gesamten öffentlichen Meinung durchzusehen. Es sei unklug, ein derartiges Re­gime kurz nach dem Kriege durchdrücken zu wol­len. Aber den zweiten Paragravhen. der daS Recht zuerkenne, aus dem Weg? der Erlasse gesetz­widrige Mahnahmen zu tr.-^fen, aoerioc er nie­mals annehmen, bmm eine derartige Zustimmung werde die Grenzen der revublikanifchen Barter be­schränken. Selbst ein mähiger Republikaner könne der offenkundigen Verletzung Mr Verfassung und deS republikanischen RechleS nicht zustimmen.

Poiriear6

ergreift darauf das Wort, um sich für den AuS- schluh auS der republikanischen Mehrheit bei Hcrrtvt zu bedanken. Der Artikel 1 nehme dem Parlament keine- seiner Rechte. Die Mmister gehörten nicht zu denen, hi? daS Regime mit Ungeduld ertrügen. Sie seien ihm tm Gegenteil ergeben. Sie dächten nicht an die Diktatur. Die Auffassung und der Wille Frankreichs verlangen Ersparnisse. Gr wolle nicht untersuchen, ob am Anfang das Wort oder die Tat wor. Aber bei dem Regime Frankreichs gehe das Wort der Tat voraus. Das Gesetz, daS die Regierung verlcmge, erwarte sie nur von dem Vertrauen deS Parla­ments. DaS Ministerium habe tn der letzten Woche bewiesen, dah es dir parlamentarisch» Mitarbeit nicht fürchte, rm Gegenteil, dah es sie suche. Der Abg Paul B o n c o u r t habe gestern b*c Regierung vorgeworfen, dah sre daS Geld nicht bei den Kri?gsg?w nnlrm suche. Aber gerade um bei diesen neuen Reichen das neue Geld einzu­kassieren, verlange die Rez'erung daS Ermäch­tigungsgesetz. In den befreiten Gebieten könne niemand die Höhe der mihbräuchlich ausbezahlten Summen beziffern, bevor nicht ein kompetenter AuSschuh gesprochen habe. Ter vorliegende Paragraph fordere von der Re­gierung Gripa misse. Der Abg. Herriot habe aufgefvrdert, ihn anzunehm^m aber im übrigen das Ermächtigungsgesetz abzulehren. Folge man ihm, dann könne die Regierung eine gaiue Reihe von Ersparnissen durchführen. Das müsse rasch geschehen, wenn es einen Zweck haben solle. Die Regierung verlange nur das Recht und die Mittel, provisorisch eine Initiative zu ergreifen. Jedes- mal. wenn die erlassene« Dekrete den bestehenden Gesetzen widersprächen, werde man ihre Ratifizierung verlangen. Die Regierung wolle unter der Autorität und unter der äleberwachung deS Parlaments Vor­gehen. Sie sei also in diesem Falle der Voll­strecker des WillenS des Parlaments und des Landes. Sie konzentriere den Willen, ihn nicht zersliehen zu lassen. Während des Kriege- und nach dem Kriege habe weder bn# Parlament noch irgendein Republikaner irgendeine Gesahr in diesem Doraehen erblickt. Die öffentliche Mei- nung werde sehr enttäuscht sein, wenn das Parla­ment jetzt nicht rasch zu einer Lösung gelange. Gr erklärt, dah diejenigen lhn beleidigten, die ihm inkonstitutionelle Hintergedanken unterstellten ober die darauf ihre Hoffnung setzten.

@t habe nicht daran gedacht, ein Regime der Dekrete einzusehen.

Gr habe nicht medergeschrieben, dah der Präsi­dent der Republik das Recht habe, so lange im Ministerrat Dekrete zu erlassen, die gesetzliche Kraft erlangen sollten. DaS fei der Mann ge­wesen, der den Rubikon habe überschreiten wol­len (Caillau f). Der Abg. Her r io t verlangt das Wort, aber Pvincars fährt fort und erklärt, er wundere sich«, dah man darüber er­staunt sei, dah er einen Politiker in die Debatte ziehe, der an der Schwelle gewisser Kongresse zu erscheinen pflege. Der Abg. Sperrte-1 ruft da­zwischen:®ine Partei, wie die meinige, muh nach ihren politischen Akten beurteilt werden."

Gin Abgeordneter erklärt, Herriot habe sich jüngst mit Eaillau x besprochen, der seine poli­tischer. Umtriebe fortsetzte. Der Abg Herriot er- widerst:Mit allen meinen Kräften widersetze ich mich einem derartigen Spionieren, das sich mit meinen persönlichen Schritten beschäftigt. (D'.e Linke applaudiert, auS den Reihen des Ratio­nalen Blocks ertönen ironische Zwischenrufe.)

GS erfolgt ein heftiger Zusammen­stoß zwischen dem Kriegsminister Mag »not und den kommunistischen Abgeordneten L a f o n t und Vailant-Cou tarier. Der erstere fragt, welche Tätigkeit der Krieg8minifter abend» uuS- übe Der Krieg-Minister fragt: .WaS wollen Sie damit sagen?" Lasoni antwortet: .In gewissen politischen Kreisen schreibt man Ihnen btc Ab­sicht zu. Sie wollten noch viel weiter gehen." Krieg-Minister Maginot antwortet: .Das sind dumme Redensarten." Der kommunistische Ab­geordnete Daiilant-Touturier unterstützt den Ab­geordneten Lafont, worauf Minister Magrnot ruft: .Sie sind em Elender Ich werde daS be­weisen und erflären, welch schmutziges Handwerk Sie vollbringen."

P v i n c a r 4 versucht den Krieg-minister zu beruhigen. Kammerpräsident Peret fordert den Abg Lafont auf. stillzuschweigen, und den Kriegs­minister, diesen persönlichen Zwischenfall nicht zu verlängern. Der Ministerpräsident woNe in seiner Rede fortfahren.

Poincarö erklärt angesick's diese- Zwischen­falls. die Regierung den'e nicht daran, weder zu Fuß noch hoch zu Roh irgendeinen symbolischen Fluh zu überf«treten. DaS Ge'etz. das die Kam­mer jetzt bet duftige, habe auch Brianb bereit- ein- gebracht Pokcare beruft sich zugunsten des Er- mächttaimasgesetze- auf einen Präzedenzfall von 1897, bei Dein da- Parlament die Regierung zur Durchführung der Meiallzö'.lo ermächttgte. 1913 seien ähnliche Maßnahmen gc:i offen worden. Der Ginwanb. dah man damals im Kriege gestanden habe, lasse sich damit beantworten, dah diese

Mahnahmen vtS in oaS Iayr 1922 nmetn bet- behalten worden seien. Selbst heute noch habe die Regierung das Recht, gewisse Zölle durch eine Verordnung abzuändern un er dem Vorbehalt, dah sie kiesen Entschluh alsdann in einem Gesetz­entwurf einbringe. Bei dem vorliegenden Fall handele eS sich lediglich darum. Der Regierung unter gewissen Bedingungen eine Ermächti­gung zu erteilen. Die -Regierung loeabsichnge mit den gcplmten Ersparnisse« nur ein von der Finanzkrmmiflion begonnenes Werk fvrtzu'eyen. Sie wolle auch in teiner Weife bte wirtschaft­liche Erholung deS Lande- beeinträchti­gen. Es handele sich nicht darum, den Beamten ihre wohlerworbenen Rechte zu entziehen, 'ondern vielmehr darum, den natio­nalen Aufschwung nicht durch eine rückständige Verwaltung die mit zu viel Beamten arbei:e, zu hemmen. Poincare spricht im weiteren Verlauf von den Ersparnissen, die noch gemacht werden könnten, und erklärt, als er die Regier ung über­nommen habe, feien bereit- ein Ministerium und mehrere plnterstaatssekretariute aufgehoben ge­wesen. Er iperbe die Frage prüfen, was sich in dieser Hinsicht noch weiter tun liehe. Es wunder« ihn, fährt Poincare fort, datz Herriot und Don-- court die Republik für gefährdet hielten, und erklärt, kein Republikaner könne der Regierung die Gefolgschaft verweigern. Wenn Herriot getagt hätte, keiner von meinen Parteifreunden kann, sofern er meine Auffassung teilt, für die Re­gierung stimmen, so hätte er das begriffen. Er sei überzeugt, dah Herrtot und Boncourt sicher ausgezeichnete Republikaner seien, aber es käme ihnen nicht das Monopol de- RepublikaniS- mu8 zu.

Der Abgeordnete Isaac unterstützt die For­derung der Regierung und erklärt, die Kammer handele i.n Geiste der französischen Revolution, wenn sie der Regierung die Waffen in die Hand gebe, um den Wicken deS Lande- durchzuführen.

Hierauf wird Schluß der Debatte über Art. 1 mit 335 gegen 18 Stimmen angenommen und schlich sich auf Verlangen PoincarSS mit 325 gegen 218 Stimmen btc Vertagung auf morgen vormittag beschlossen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 6. Februar 1924.

Die Beisitzer beim Lchlichtungs- ansschuft.

Vom SchlichtungsauSschuh der Provinz Oberhessen in Giehen wird un- mfigeieilt:

Durch die Verordnung über bat Schlichtung-» wesen vom 30. Oktober 1923, die seit dem 1. Ja­nuar 1924 gilt, treten an die Stelle der bisherigen Schlichtungsausschüsse neue Schlichtung-- a u s s ch ü s s e. Das Hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hat durch Bekanntmach­ung vom 22. Januar 1924 die Errichtung de- Schlichtungsausschufse« Gießen für die Provinz Oberhessen mit dem Sitz tn Giehen bestimmt. In den Angelegenheiten, die die eigenlliche Aufgabe de- Dchlichtuag-ausschusfe- bilben, nämlich in den Schlichtungsfachen (De» samtstreitigkeiten), teilt sich da- Verfahren in ein Vorverfahren vor dem unparteiischen Vor­sitzenden, und in die Verhandlung vor der Schlich» rungsausschuhkammer, wenn in dem Vorverfahren der Abschluh einer Gesamtvereinbarung nicht her- keigeführi worden ist. Die Schlichtung-auSschutz- Fammer besteht aus dem unparteiischen Vorsit­zenden und je zwei Beisitzern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer.

In den Angelegenheiten, die dem Schllch- tungsauSschuh als Ersatzstelle de- Arbe'cksgerichie- in bestimmten Fallen des Detrieb-rätegrsetzes, der Landarbcitsordnunz und des ReichSvcrsorgungS- gesetzes überwiesen sind, und in denen zum Tell ein Llrteilsversahren, zum Teil ein Deschluhver- fuhren eingeführt ist, wird da, wo der Vor- Rtzende nicht allein tätig toitb, je ein Beisitzer :r Arbeitgeber und Arbeitnehmer zugrzogcn.

Die Beisitzer werden durch die oberste 2an- beSbehörde, in Hessen bas Ministerium für Ar­beit und Wirtschaft, aus drei Jahre berusen. Bei­sitzer fonnen nur deutsche Reich-angehörige sein, die das 24. Lebensjahr vollendet haben und im Bezirk deS SchlichtungsauSschusses ihren Betrieb-- sitz, ober mangels eine- solchen ihren Wohrisitz Huben ober beschäftigt sind.

Arbeitgeberbeisiher bürfen nur Arbeitgeber sein.. Den Arbeitgebern stehen gleich VvrstanbS- mitglieber und gesetzliche Vertreter von juristi­schen Personen und von Personengesamtbeiten de- öfscntlichen und deS privaten Rechte-, AussichtS- ratsmitglieder mit Ausnahme der vom Betnebs- rat entsandten, öffentliche Beamte nach näheer Anordnung der zuständigen obersten Reichs- oder Landesbehörde, Geschäftsführer und Betriebs­leiter, soweit sie selbständig zur Einstellung von Arbeitnehmern in den Betrieb ober bte Betriebs­abteilung berechtigt sink», ober soweit ihnen Pro­kura, Handlungsvollmachr ober Generalvollmacht erteilt ist, und satzungSmähige Vertreter ober be­vollmächtigte Angestellte wirtschaftlicher Dereind- gungen von Arbeitgebern.

Arbeitnehmerbeisitzer dürfen nur Arbeitneh­mer sein. Den Arbeitnehmern stehen sahungSmä- tzige Vertreter oder bevollmächtigte Angestellte wirtschaftlicher Vereinigungen von Arbeitnehmern gleich.

Die Berufung der Beisitzer geschieht auf Vorschlag der wirtschaftlichen Ver- eintgungen der Arbeitgeber und Ar­beitnehmer des Bezirke-. Bei bet Be­rufung sollen bte verschiedenen Teile und die hauptsächlichen DewerbSzwetae, Berus-arten und DetriebsaNen des Bezirkes oerücksichckgt werben. Die Vorschlagslisten ber wirtschaftlichen Vereinigungen ber Arbeitgeber und ber Arbeit­nehmer fallen Metern Erfordernis Rechnung tra­gen. Es sind bei den Arbeitnehmern getrennte Vorschlagslisten für Arbeiter und für QtagcftdUe aufzu stellen.

Die Hcbemabme deS Bris tzeramteS kann ab­lehnen: 1. wer daS 65 Lebensjahr vollendet hat: 2. wer durch Krankheit oder Gebrechen verhindert ist, daS Amt ordnung-mähjg zu führen; 3. wer durch andere ehrenamckichs Tätigkeit für btt All­gemeinheit fo in Anspruch genommen tft. dass ihm die llebemabme deS Amtes nicht zugrmutri werden kann; 4. wer in ben letzten brei Jabern vor der Berufung alS Beisitzer eine- Schlich- tungsausschutfe- tätig getre'cn ist; 5. ösfentl'chr Beamte auf Verlangen ihrer vorgesetzten Dienst­behörde.

Die Beisitzer erhalten für bte Teilnahme an Sitzungen eine Entschädigung, außerdem bei Reisen Tagegelder und Fahrkofterr.

Die Sckürchtung-au-schüsse haben fei: etwa 5 Jahren bk wichtige Au»gäbe ber Erhaltung de- Wirtschaftsfricbcurs er.ültt unb auch auf der neuen ®ru.if(age, auf die sie nun gesellt sind, dienen sie in der Huuvtsache dazu, ben u '.eestbnrn Fortgang deS Win chaftsfrirke'S zu fördern, in­dem sie zum Abschluh von Gesamtvereir.bartmgen lTarifveNrägen und Betck.b-vervinbarungen) Hckfe leisten. Hierbei kommt den Beilihern ber Sa lichtung-ruSschüsse ei e beteuttingsvolle Stel­lung in der ilnterirühun3 bei Vor i-enden zu, und c- ist für alle beteiligten Kreise nötig, als Bei­sitzer geeignete Personen vorzufchlagen, bte ge­nügend Kc.ntnisse und Erfahrung in vslk-Din- schoftlichen Angelegenpeiten haben und auch bereit sind, in verontworlungsvoller Sdlung tätig mit­zuarbeiten. Die w.rtschaf lichen Deret-tigurigen der Arbeitgeber und ber Arb.it nehmet haben Ge­legen Hit, durch Vorschlagslisten ihre Wünsche zum Ausdruck zu bringen. Es sei in btefem Zu­sammenhang auf die QJela-uttmabuJwg MS Schlich» tungsau:schu!ses der Provinz 0berufen tn un­serer Ausgabe vom Samstag verwiesen.

* Ernannt tourben: bte Rotare Geh Justiz rat Otto Hallwachs tn Dannstabt, Iu- stizrat Dr Heinrich Rehm Alsfeld und Iusü;- rat Dr. Otto Bing in Mainz zu Mttgliedera, deS Tiszi 'l narhofes für Rotare; bte Rotare Iustizrat Dr Artur Osann in Darmstabt, Iu- stizrat It. Ernst Rose nberg in Gehen und St. Franz Kirstcin in Mainz zu stt-llvertreten­den Mitgliedern Ms DtsziplinarhofeS für Rotare., die Rotare Dr. Siegsr.ed Guagenheim in' Offenbach und Eduard S t ä d 11 in Darmstadt zu Mitgliedern ber Difzrplinarkammer für bte Olotare der Provinz Starkenburg; bk Rotare Theodor Kleinschmidt in Darmstadt unb Her­mann Schollmaher m Groh-Gerau zu stell­vertretenden Mitgliedern ber Diszipliuarkammer für Rotare ber Provinz Starkenburg; die Tlotane Iustizrat Hermann Katz in Giehen unb Theodor Bcilstein in Grimberg zu Witglirbern ber Disziplinarkammer rür Rotare ber Provinz Ober» Hessen, die Rotare Artur Stahl in Lab-Ruu- tzeim unb Otto Iöckel tn Friedberg zu stellver­tretenden Mttgli bern ber Äszipltnrirkammer für Rotare ber Provinz Ober Hessen; bk Rotare Iu­stizrat Dr. Johann Reinharbt in Mainz unb Karl Jost in Alzey zu Mitgliedern der Diszi- plinarkammer für Rotare bet Provinz Rheinhessen und bte Rotare Iustizrat August Scheuer­mann in Worms imb Dr. Karl Braden tn Vinnen zu stellvertretenden Mitgliedern der Dis-iplinarkammcr für Rotare ber Provinz Rhein­hessen, alle für die Jahre 1924, 1925 unb 1926.

** Au - dem (Siebener Stande-- amtStegister. SS verstarben in unscrerStadt: 15. Januar Margarete Ranft, g b Stillen dach, Witwe, 60 Ittzrc alt, Lanbnann krähe 16. Marie Kum, ohn? B:tuf, 71 Jahre alt. Lichrt ©trabe 74. 16. Luise Wabenofuhl. geb. Hofmann, 76 Jahre alt, Dleichstvabe 3 t. 17. Wilhrim Bergen, Dreher 50 Jahre alt, Löberstrahc 7. Frieda Habicht, 7 Monate all, Teufel-lustgärtchen 5 18 Auguste Müller, geb. Kohl ermann, 65 Iahte alt. Wil- belmftrabc 8. 19. Helmut Wteler 2 Monate alt, Licher ©trabe 65. 20. Philipp ©chomber. Dach- becket, 24 Iahte alt, Löweagasse 19. 21. Gerhard Leib, Krankenwärter, 19 Jahre all. Ksinck- strabe 32. Emma Kohlhcher, ohne Beruf, 63Jahre alt, Lubwigstrahe 12. August Hofmann, ohne Beruf, 67 Jahre alt, Lichcr ©trabe 74. 22. Mar- $ trete Schmidt, geb. Gerhard. 69 Jahre alt, rofbotfer ©trabe 13. 23. Berta Br obreich, ohne Beruf, 76 Jahre alt, Licher ©trabe 74. 24 Amie- marie Thibaut. 2 Monate alt, Bahnhofslrabe 73. ©ufanne Weller, geb. Hahn, 74 Jahre alt. Reu­stabt 4. 25. Henriette Kitz, geb. Murr. 65 Jahre alt, Marburger ©trabe 77. Marie Fischer, geb. Fohl, Witwe, 70 Jahre alt, Wolfstrabe 20. Marie Lenz, geb. Roll, Räherin, 80 Jahre alt. Branbgasse 6. Apollonia Zinner, geb.Meiethöfer, Witwe, 66 Jahre alt. Dleichstrahe 6. 26, Adolf Dechert, ohne Beruf, 67 Jahre alt. Licher Str. 74. 27. Gustav Pfuhl, 2 Jahre alt, Selter«weg 36. Paula Müller, Dienstmädchen, 26 Jahn ult, Licker Strabo 103. 29 August Rausch. Arbeiter, 30 Iahte alt, ßtcbtgftrabe 17. Wilhelm Wievrecht, Schäfternacher, 57 Jahre alt. Sonnenstrube 11. 30. Ludwig Walther, Kaufmann, 72 Jahre alt, Walltorstrube 2. Anna Köhler, geb. Polllka, 51 Iahte alt, Plvckstrabe 5.

Vornoti.zen.

Tage-kalender für Mittwoch: ©tabttbeatei: 7 Uhr .Menschikow und Katharina". Kath Dorein-Hau- 8 Uhr Licht bi lder-Bortrag . Sin Weg zum eigenen Heim". D H B : 8 Mbt im Kaufrn Derei »shuu- Vortrag Über .Weg und Wille de- D. H D in Politik unb Wirtschaft". R.-S. Germania: 8 llhr Hauptversammlung. Lichtfvielhau-, Buhnhofstrabe: .Die Xragöbte der Liebe" unb .EHawlinS erster Shezwist". Palast-Lichtspiele: .Der D^fferkönig von Reuyork^ unb .Der Herr ber Berge".

Eine Kundgebung für die be­setzten Gebiete veranstaltet da- Rheinlund- amt der (Siebener Studentenschaft am nächsten Sonntag nachmittag in der Reuen Aula il a. wird der B,"ichsminister des Innern Dr Jarre- sprechen. Starke- Interesse dürfte dieser Kund­gebung überall gewib sein.

Bereinigung der Gießener Kunstfreunde Am nächsten Sam-tag. 9. Februar, 8'/, übt abends, wird der Kunst­historiker Profekfot Dr. Habicht von der Tech­nischen Hochschule in Hannover tm großen Höf saal der Univer'i ät einen Lichtbildorvorirag über .Srprefsive Plastik de- Mittelalter»" hallen. Da- Th-ma entspricht in besonderer Weise dem Zeit­gefühl, da- fich zutückwenMt zu den Gestalten einer verschollenen Welt, um aus der gewaltigen Ausdruckskunst der Vergangenheit Trost zu emp­fangen für eine zerrissene Gegenwart. (Siehe Anzeigenteil.)

Die Deutsche Vvlk-partet t»<f anstaltek am Freitcrg abend tm Gewerbebau- ein? Mitalicderversammluna. m der Verrchte über Landes» und Gemeindepolitik erstattet werden (Stehe Anz-tge.)

118er. Morgen abend HauptverfaTnm' lung. (Siehe Anzeige )

- Tafö Ernst Lud w t g. Morgen oben? großes Konzert. (Siebe Anzeige)

Stenogr-Gesellschaft Gabels» berg er. ©am« tag abend (Sa bc( «ber ger-Gebu riS- tagffeier.

Landkreis Giesten.

Sautet, 4. Febr. Gestern tmirde b'er am Boche, zwischen unserem Dorse unb Wetter» selb, ein stattlicher Fischreiher beobach­tet, der eifrig das Wasser absuchte. Al« man dem Bogel näher kam, strich er In der Rtchttmg nach