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Samstag, 5.3uli

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Kr. (56 Zweites Blatt

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Interesselosigkeit und Kulturfremdheit 1922 die Schließung des Theaters durchgeseht, zog in das Haus, das fast zwei Jahrzehnte höchster Kunst gedient hatte, die Operette ein. Man sah gar bald, was man angerichtet Chatte, und sehnte sich, nach' demftatud guo ante" zurück. Sine Ge­sellschaft der Freunde des Schau­spielhauses schloß sich zusammen und sam­melte dir Mittel zu einer Wiedereröffnung. Wie man hört, ist als Eröffnungsvorstellung Ibsens Kaiser und Galiläer" geplant, womtt man denn gleich mit einem großen Wurf wohl seine lSLlllenzberechttgung wieder beweisen möchte.

Die geistige Organisation des ge­samten Kun st kor pers zeigt ein für das deutsche Theaterleben völlig neues Gesicht. Um das Theater vor der Isolation zu bewahren, und in dauernder Berührung mit der lebendigen geistigen Produktion Deutschlands zu erhalten, ist ein geistiger Beirat geschaffen worden, der aus Albrecht Schaeffer, Martin Huber und Wilhelm Wo r ringer besteht. Außer fr n Generalintendanten Louise Dumont und Gustav Lindemann ist F ttix E m m e l (der De fass- r des BuchesEkstatisches Theater") a 8 Spielleiter und Dramaturg in das Dircktorium des Schau­spielhauses eingetreten. Die Wiedererstehen e TheaterzeitschriftDie Masken" wird Kurt Hey nick e leiten. Künstlerisch: Beiräte sind C. T. P i l a r h und Werner Schramm. Die mit dem Theater verbunden:Hochschule für Bühne n tun st" der Lausen e au, Deutschlands Diihnen die Quelle ihres Könnens danren. wird

'Keine Auf wertungderHypot He­len in Deulfch-Oe st erreich. AuS Wien wird gemeldet: Der oberste Gerichtshof hat die

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Frcrgebasten.

Frage 32: Meine Lorbeerbäume sehen kränl-- auS, sie lassen eine Menge gelber Blätter

Laubenboden geboten. Man versäume ferner nicht, Lieven stets Gelegenheit zu einem erfrischen- Dad zu geben. Sch.

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fallen, und die Zweige sind, wie an derbeiliegen­den Probe, mit einer rauhen, braunen Schicht überzogen, die beim Reiben fettig aussieht. Müs­sen sie verpflanzt werden und wann?

frühere Tätigkeit an dem gleichen Unternehmen in Darmstadt als Rachfolger Professor Sch-ar° voge^ gewährleistet einerseits ein Wieder- auflebM der guten Tradition der ehemaligen Großb^zoglichm Manufaktur, andererseits zeigt m Atelier des Künstlers in Großen- Linden ihn als einen Mann von starkem eigen­artigen Können, der in der Form das Heraus- ardeiten des Typischen in großen Linien er­folgreich ansttebt und auch in der Technik der Glasur farbige Wirkungen von großem^2r° ?iclt Dor allem seine figürlichen Plastiken zeigen diese Dorzüge durchgebildetes Künstlertum, neben einer souKranen Beherrschung des in MenW wendungsmöglichkeiten naturgemäß beschrankten Materials Der von der kauimannrschen Leitung berettgestellte technische Apparat der alle in den letzten Jähren aus keramischem Gebiet gemachten Erfahrungen berücksichtigt, setzt den Künstler und seine technischen Mitarbeiter in den Stand, ihr Bestes zu geben, so daß die Erzeugnisse der Hessischen keramischen Manufaktur gewiß bald aus dem Kunstmarkt Beachtung finden werden.

*

Wiedereröffnung

des Schauspielhauses Düsseldorf.

Aus Düsseldorf wird uns geschrieben: Runmehr steht es unwiderruflich fest, daß das Schauspielhaus Düsseldorf unter ter Cenmattnten- frinf von Frau Luise Dumont und ihrem Gatten Gustav Lindemann im September 1924 wieder seine Pforten öffnet. Kaum hatte

Eine Theateranssührung auf dem Konstanzer Münsterplatz.

Bei der Festwoche, die die Stadt Konstanz zu Ehren des 50. Geburtstages von Wilhelm von Scholz veranstaltet, wird an dem Geburts- tg, dem 15. Juli, auf dem alten Münsterplatz das mittelaterliche DramaDer Jude von Kon­st a n z" von Scholz aufgeführt werden. Der Platz gehört zu den wenigen deutschen Stadtplähen, die noch ihren mittelalterlichen Charakter be­wahrt haben. Bei den großen Massenszenen wir­ken Mitglieder der Konstanzer Innungen mit, und die ganze Inszenierung ist darauf gerichtet, nicht etwa nur eine übliche moderne Freilicht­aufführung zu bieten, sondern die Aufführung durchaus im Charakter jener Spiele zu halten, wie sie im Mittelalter so oft auf dem gotischen Münsterplahe der Bürgerschaft der alten Reichs­stadt geboten wurden. Die künstlerische Ober^ leitung liegt in den Händen des Regisseurs des Karlsruher Landestheaters Felix Baumbach.

Tschechoslowakei und die österreichischen Staatsfabriken: französischer Ein­fluß und französisches Geld lenken beide. Die Skodawerke seien unter fran­zösischer Leitung vollkommenneu or­ganisiert worden. Sie stellten riesige Men­gen Kriegsmaterial her und führten sie aas. Wer Skcda sage, sage Creuzot-Schneider. Diese mächtige französische Firma besitzt 75 Proz. der Anteile und mache riesige Gewinns. Frankreich kontrolliere jetzt so gut wie den

erheblich über dem Friedenspreise liegt Auch ist die Höhe des Kohlenpreises nicht allein maß­gebend für die gegenüber dem Frieden gesteigerten Gütertarife. Das Daniederliegen der deutschen Wirtschaft zeigt sich in einem Rückaange beS Ver­kehrs, und dieser hat natürlich wieder eine schlech­tere Ausnutzung des gesamten DerkehrSapparateS, Menschen und Material, zur Folge. Gewisse Min­dest kosten bleiben stets aufzuwenden und sind ziem­lich konstant, unabhängig von der Größe beS

\ 7 " 7' hohen Aufwendungen für

GehaltS- und Lohnerhöhungen, die rund 300 Mil­lionen für das Jahr betragen, sind durck ent­sprechende Einnahmesteigerung seither nicht ge­deckt. (Die durchschnittliche Drutto-WerktaaSein- nahme der Reichsbahn beträgt 10 biS 11 Millionen Goldmark). Im übrigen muß immer wieder her- vorgehoben werden, daß die heutigen Tarife zwar höher als die Friedenstarife sind (Weltteuerung 60 Proz.), daß sie aber mit Friedenstarifen nicht vergleichbar sind, denn der verlorene Krieg und der Ruhreinbruch, der zur Schaffung der Regie' bahnen führte, hat die Derhältnisse grundlegend

Antwort: Lorbeerbäume wollen im Win­ter frostfrei und nicht zu warm stehen, andernfalls werden sie leicht von der Kommaschildlaus be­fallen einem Schmarotzer, der an den Probezwei­gen massenhaft angesiedelt war. Man bekämpft dieses Ungeziefer durch Abwaschen mit Schmier­seife und nachfolgendem Abspülen mit Wasser^ Hierauf pinselt man alle stärkeren Aeste, Zweige und vornehmlich auch. den Stamm mit einem dicken Lehmbrei ein, unter welchem das Unge­ziefer erstickt. Die Arbeit tft aber vergebens, wenn nicht gleichzeitig das Wachstum durch fleißiges Düngen angeregt wird, sofern die Wurzeln noch gesund sind, was man am sichersten daran er­kennt, daß die Pflanzen aus den Wurzeln junge Schosse treiben. Zum Düngen benutzt man am besten in Wasser aufgelösten Geslüaeldünger und reicht davon allwöchentlich zweimal. Die Brühe muß wie Helles Bier ausseh-en. Außerdem belegt man die Oberfläche der Kübel mit strohfreiÄN Pserdedung eine Behandlung, für welche alle Lorbeerbäume in der Zeit von Juni bis Ende Juli außerordentlich dankbar sind. Erscheinen die erwähnten Wurzelschößlinge an Ihren Bäumen nicht dann ist schleunigtes Verpflanzen anzu­raten eine Arbeit, für die es sonst schon zu spät ist.

Frage Rr. 33: Meine jungen Gänse erhalten, wenn sie 14 Tage bis drei Wochen alt sind, einen Kropf und geben nach und nach ein. Als Futter' gebe ich geschnittene Breiinesseln, etwas Drvt- krümchen, geriebene Möhren und eine PriseHafer- flocken. Welches sind Gegenmaßnahmen?

Antwort: Wenn Sie Gänse aufziehen wollen, müssen Sie den Tierchen Weideflächen bieten können. Brennesseln gibt man wohl zu An­fang ganz fein gehackt an junge Truthühner, Gänse können Sie damit nicht aufziehen. Lassen Sie die Resseln fort und treiben Sie Ihre Gänse auf eine Weide. Falls das nicht möglich ist, müssen Sie die Gänsezucht eben aufgeben.

Eine keramische Manufaktur in Oberhessen.

Die künstlerisch nach allen nur möglichen Seiten !hin stark interessierte und befrachtende Persönlichkeit des Großherzogs Ernst Lud­wig hatte in Darmstadt neben manch an­deren Unternehmungen auch eine Großherzogliche Manufaktur entstehen lassen, die analog den fürst­liche Manufakturen von Karlsruhe, Meißen, Gharlcttenburg, Rhmphenburg, Ludwigsburg und anderen auf keramischem Gebiet Werte von blei­bender Bedeutung schuf. Erinnert sei hier n ir an die keramische Ausschmückung der Rauheimer Dadeanlagen. Leider 'hatte nach dem Kriege die veränderte wirtschaftliche Lage vielfachen Wech­sel der Eigentümer für die Darmstädter Manu» faftui zur F)lge, ein Wechsel, der schließlich auch die Art der Fabrckati>n vom künstlrrifchsir Gesichtspunkte aus ungünstig beeinflußte. Um so erfreulicher ist es, daß es nun den Bemühungen Dr. Werner Docks gelang, die künstlerische Av- teilung der ehemaligen Großherzoglichen Manu­faktur auf oberhessischen Boden zu verpflanzen und ihrer eigentlichen Bestimmung totzbev zuzu° führen. Als Hessische keramische Manu­faktur A.-G. ist in Großen-Linden in wirtschaftlich und produktionstechnischer Hinsicht denkbar günstiger Lage ein .^^rnehmen en - standen, das unter der äunstlerischen Ltttung Wttl Habichts für das Kunstleben und den Kunst- marit unserer oberhesslschen

ütUc Bereicherung zu werden verspricht. HabichlS

gesamten K rie g s m e ch a n i s m u s der Tschechoslowakei. den österreichi­schen Daimlerfabriken und in «anderen öster­reichischen Privatwerken werde augenblicklich Kriegsmaterial in riesigen Mengen hergestellt.

' ' ' _ ' seine Erklärungen mit zahl­reichen Einzelheiten und bemerkte, die Waffensabrikation bei den österreichischen Staats­fabriken hätte nicht erfolgen und ntxfji weniger ausgesühct werden können ohne Kenntnis der Dotschafterkonfereüz.

DieGeneralinfpektion".

z Der elsässische General Walch, der als Rach- svlger R o l l e t s die Leitung der Interalliierten Kontrollkommission übernommen hat, wird wie wir gestern berichteten am 20. Juli mit der »Generalinspektion" beginnen. Richt nur die Füh­rung der I. K. K. ist in französischen Händen, sondern in der gesamten Kommission überwiegen die französischen Militärs. Don den 295 Offizieren der Gesamtorganisation sind 169 Franzosen und Belgier. In der aus 167 Offizieren bestehenden Berliner Hauptstelle sitzen allein 82 französische Offiziere, also fast die Hälfte, während sich die übrigen vier Ententemächte auf die anderen 85 Stellen verteilen. Don den Chefs der über das ganze Reich verstreuten 13 Unterkommissionen find neun höhere französische Offiziere. Diese Unterkommissionen, die in letzter Zeit etwas ein» geschlafen waren, leben nun unter GeneralWalchs betriebsamer Führung wieder auf. Wir nennen nur die wichtigsten. Da ist dieStärken-- f o n t r d 11 e, ein Unterausschuß, der sich mit der Stärke der einzelnen deutschen Reichswehrkontin­gente beschäftigt. Er ist vollständig überflüssig. Denn die Stärke des deutschen Reichsheeres ist durch Gesetz genau festgelegt und anerkannter­maßen die genehmigte Hochstzahl aktiver Soldaten sogar nicht einmal voll erreicht. Ebenso überflüssig ist der Ausschuß für Befestigungen. Denn jeder weiß, daß unsere Land- und Seesestungen teils geschleift, teils den widerrechtlich verlangten Einschränkungen unterworfen sind. DieKommission für Befestigungen hielt sich bisher nur dadurch, daß sie die Schleifung deutscher Festungen immer weiterinterpretierte , das heißt dem Friedens­vertrag eine immer fadenscheinigere Auslegung rab. Richt nur mußten starkwandige Kasernen­bauten, die zu Wohnungszwecken geeignet ge­wesen wären, niedergerissen werden, sondern es wurde auch die Ebnung alter, gänzlich unmoderner Festungswälle, ja auch solcher Werke verlangt, die schon vor dem Kriege von Deutschland selbst als unmodern aufgegeben waren. Aehnliches geschah im Ausschuß für M u n i t i o n. Da hielt man sich von vornherein nicht an den Versailler Vertrag. So wurden z. B. dem Reichsheer die Gasschutz- mittel verboten, wovon in den Friedensbestim­mungen kein Wort steht. Während alle Rachbar­staaten Deutschlands an der Dervollkommnung ihrer Gaskampfmittel fieberhaft arbeiten, ist die klitsche Reichswehr bei jedem Versuch, die Grenzen gegen einen Einfall zu schützen, den fürchterlichen Leiden durch Giftgase schutzlos preis- gegeben. Endlich die Mar ine-Kontrollkom­mission. Sie hat nicht die mindeste Berechtigung mehr, da alle befristeten Bestimmungen über die See- und Luftmacht ausgeführt sind. Sie wie die anderen Unterkommissionen haben ihre Tätigkeit neuerdings auf das Gebiet der industriellen Schnüffelei verlegt. Die Diesel-Motoren-Frage, die Angelegenheit der Deutschen Werke, die An­griffe auf die chemische Industrie, die Eingriffe in die innere Organisation von Fabriken, das war alles zuletzt nur Vorwand der fremden Äon-

' trolleure, um sich als Vorkämpfer der Polittk and Wirtschaft ihres Landes zu betätigen. Gene­ral Rollet unterstand zwar dauernd der Aufsicht her Dotschafterkonferenz, wo man schon aus Eifer- .uchtgerecht" bleiben wollte. Aber er tat doch, was ihm paßte, und die Botschafterkonferens «uußte aus politischen Gründen nachher alles nach außen hin billigen. Wird es unter General Walch, dem Untergebenen seines Vorgängers Rollet, des jetzigen französischen Kriegsministers, anders sein?

Morel über die Abrüstung

Die Gefahr liegt bei Frankreich.

London, 3. Juli.Daily Herold" veröffent­licht eine Unterredung seines politischen Dericht- vrstatters mit dem englischen Parlamentsmitglied Mvrel über die in Europa gegenwärtig im Gang befindlichen Rüstungen. Morel erklärte, man müsse, bevor es zu spät wird, eine Internationale Konferenz zur Behand­lung des Rüstungsproblems, der politischen und wirtschaftlichen Fragen einberufen. Es sei wesent­lich, daß an dieser Konferenz alle Staaten gleichberechtigt teilnehmen und nicht, wie es im Augenblick der Fall sei, inzweiLagern geteilt seien, wovon das eine diktiert, wäh> rend dem anderen diktiert wird. Morel zweifelt, daß Deutschland in der Lage sei, gegenwärtig große neue Lieferungen von Kriegs­material zu erwerben, vielmehr glaube er, die wirkliche Gefahr liege anderswo, nämlich bei den mächtigen industriel­len Interessen in Frankreich, die Eu­ropa in ein großes Arsenal verwandeln. Augen- bllcklich sei eine ausgedehntere Erzeugung von Kriegsmaterial im Gange als zu irgend- liner Zeit feit dem Frieden.

Die Hauptmittelpunkte dieser Er­zeugung seien zwei: die S k o d a w e r £ e in der

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

Da die Regierung und die Reichsbank beiV Kurstreibereien am Markte der Kriegsanleihe zunächst nur mit unzureichen­den Mitteln zu Leibe gingen, braucht man sich nicht weiter zu wundern, daß dieses Spiel mehrere Wochen andauern konnte, obwohl doch jedes Kind weih, daß der augenblickliche Zustand der Reichs­finanzen eine Aufwertung der Anleihen beim besten Willen nicht zuläßt. Die Vorgänge am Kriegsanleihemarkt sind in mehrfacher Hinsicht interessant. Vor allem zeigt es sich verschiedent­lich, welche erschreckende Verwilderung der oe- schäftlichen Sitten in gewissen Kreisen etngertffent ist: ä, la Hausse, ä la baisse wurde in diesem Papier vorwiegend von Leuten spekuliert, die durchaus nicht nur über hinreichende Mittel ver­fügten, um einen Fehlschlag aufhalten zu können. Es handelte sich in der Hauptsache um Heine Firmen und um Bankangestellte. Ein besonder- krasser Fall, der darin bestand, daß eine Firma, die bereits erklärt hatte, zur Abnahme der ge­kauften Posten nicht imstande zu sein, plötzlich Lieferung verlangte, weil inzwischen eine Wen­dung eingetreten war, die das Geschäft zu einem sehr lukrativen machte, wird wohl die Börsen- organe beschäftigen. Andererseits sind aber auch Fälle bekannt geworden, wo Reinere Firmen ihren Verpflichtungen aus Kriegsanleihegeschäften Über­haupt nicht nachkommen konnten. Diese Vorgänge, zeigen, wie ungesund die Verhältnisse an dey Börse geworden sinh und welche Gefahren auch dem soliden Bankgeschäft fortgesetzt drohen. Die seriöse Bankwelt übt zur Zeit auf allen Märkten weitgehende Zurückhaltung. Die Undurchsichttg- keit der politischen Lage und die verzweifelte Si­tuation, in der sich unsere gesamte Wirtschaft befindet, sind ja auch nicht dazu angetan, bte Unternehmungslust der Börse zu fördern. Die Geldmarktlage hat sich zwar noch weiter etwa» gebessert, bleibt aber im allgemeinen doch so an­gespannt, daß selbst die Börse und erst recht Han­del, Industrie und Landwirtschaft darauf ver­zichten müssen, mit Krediten zu arbeiten. Unter solchen Verhältnissen kann man auch dem Effekten­geschäft für die nächste Zukunft kein günstige- Horoskop stellen. *

Keine Ermäßigung der Eisenbahntarife.

Das Reichsverkehrsministerium teilt folgende- mit:Die Ermäßigung der Ruhrkohlenpreise um 20 Prvz. wird mehrfach von der Forderung an die Reichsbahn begleitet, nunmehr ihre Ta­rife schleunigst herabzusetzen, zumal jetzt die Begründung der hohen Tarife mit den hohen Kohlenpreisen gegenstandslos aeworden fei. Hierzu ist zunächst Ku bemerken, daß der Preis der Ruhrkohle nach der Ermäßigung immer noch

lüft nimmt jetzt auch bei den leichteren Dassen zu. Zur Zucht lasse man aber nicht mehr brüten, für Schlachtzwecke dagegen ist es noch angängig. Die Eier sind mehrmals des Tages den Restern zu entnehmen, damit sie nicht durch brütlustige Hennen angebrütet werden, wodurch sie an Halt­barkeit sehr verlieren würden. Unter Frühbrut- tüten find jetzt schon die tünfttgen Zuchttiere aus­zuwählen. Alle ungeeigneten sind auszusondern, wenn möglich, etwas anzumästen und zu ver­kaufen bzw. im eigenen Haushalt zu verwenden. Ebenso sind die älteren Hennen, die nicht weiter zur Zucht gebraucht werden sollen, in diesem Monat abzustoßen: wenigstens hat das kurz vor der Mauser zu geschehen, die aber vielfach schon im August ihren Anfang nimmt, darum ist jetzt die geeignetste Zeit.

Gänse sind täglich auf die Weide au treiben. Wo schon Stoppelfelder zu erreichen sind, bieten diese eine vorzügliche Mastweide. Auch auf der Weide muh den Tieren Gelegenheit gegeben wer­den, Trinkwasser aufnehmen zu können. Gänse bedürfen recht viel Wasser, und Iunggänse ent­wickeln sich viel besser, wenn ihnen solches reichlich zur Verfügung steht. Kurz vor der Mauser können Gänse gerupft werden. Zuchtenten sind aufs Wasser zu lassen. Zu Schlachtzwecken können Enten noch immer erbrütet werden. Perlhühner- und Truthühnerküken sind vor sengenden Sonnen­strahlen zu schützen, ebenso vor Rässe. Rament- lich während der Entwicklung der Fleischwarzen sind die Tiere recht empfindlich. Viel animalisches Futter und viel Grünes ist zu ihrer Entwicklung notwendig. Tauben werden ans Feldern gewohnt, damit sie die Stoppelfelder nachher gut aus- nutzen. Zur Zucht lasse man nicht mehr brüten: zu Schlachtzwecken kann solches aber immer noch ge­schehen. Peinlichste Reinlichkett ist auch auf dem

Schrebergärtners Arbeiten im Juli.

Der Juli ist der erste rechte Erntemonat. Für Kirschen und allerlei Deerenobst.ist die Pflückzett gekommen. Auch die ersten Pfirsiche und Apri­kosen reifen gegen Ende des Monats heran. Beim Abnehmen achte man darauf, daß möglichst keine Zweige beschädigt werden. Sollte doch einmal solches vorkommen, schneide man ihn glatt fort Die beste Pflückzeit ist der frühe Morgen, bevor noch die Sonne die Früchte durchwärmt hat Unter abgeernteten Büschen und Bäumen ist der Boden zu graben und zu düngen. Fruchtbeladene Obstbäume sind ausgiebig zu bewässern. Durch reichliche Wasserzufuhr erhält man nicht nur dem Baume manche Frucht, sondern die Früchte werden auch ansehnlicher und schmackhafter. Bei zu reich­lichem Fruchtansatz sind die kleineren Früchte auszubrechen, wodurch die anderen mehr Platz und Saft zur besseren Entwicklung erhalten. Frucht­beladene, herabhängende Zweige sind durch Stützen vor dem Abbrechen zu schützen. Abge­fallene Früchte sind sorgsam aufzulesen und, falls sie noch nicht zu Gelee oder ähnlichem zu ver­wenden sind, zu vernichten bzw. als Schweinefutter zu gebrauchen, weil solches Fallobst in der Regel durch Insekten beschädigt ist und deren Larven enthält. Am Spalierobst sind die jungen Triebe anzubinden bzw. zu entspihen, herabhängende Reben werden aufgebunden oder entfernt. Die Ranken von Erdbeeren werden, soweit sie nicht zur Vermehrung verwertet werden sollen, abgeschnit- ten. Gegen Ende des Monats beginne man mit dem Okulieren auf das schlafende Auge: man ver­wende dazu aber nur gut ausgebildete Augen. Zur Bekämpfung der Schädlingsplage lege man Klebegürtel an und hänge zwischen die reifenden Früchte Wespengläser.

Im Gemüsegarten werden die ersten Beete mit Frühgemüse leer. Solche Beete find sofort wieder zu graben und zu bestellen. Gar manches ist jetzt noch auszusäen und zu Pflanzen. Auszusäen sind noch Erbsen, frühe Buschbohnen, Salat, frühe Kohlrabi, Karotten, Winterrettich, Radies, Spi­nat, Herbstrüben, auch Winterkohl und Endivien. An auszusehenden Pflanzen nennen wir: Grün­kohl, Rosenkohl, Kopfsalat, Sellerie, Porree Kohl­rabi. Beim Blumenkohl bricht man die Blätter nach innen und legt sie über den Käse, um den­selben weiß und zart zu hallen. Schalotten und Zwiebeln, sowie Knoblauch reifen jetzt. Man läßt sie, nachdem man sie aus der Erde genommen hat, gut abtrvcknen, bevor man sie einbringt Ge­würz- und Küchenkräuter sind vor der Blüte zu schneiden und schattig, aber luftig zu trocknen. Kürbis- und Gurkenranken sind gut über die Beete zu verteilen. Tomaten sind anzuheften; die Seitentriebe entfernt man bald nach dem Hervor­brechen. Das Unkraut ist unausgesetzt za be­kämpfen, ebenso die tierischen Schädlinge des Ge­müsegartens. Im übrigen erfordert der Juli sehr fleißiges Gießen und Hacken, wodurch die voll­kommene Entwicklung jeglichen Gemüses außer­gewöhnlich gefördert wird. Eine alte Gärtnerregel heißt: Hacke dein Gemüse aus dem Boden heraus!

Der Geslügelhof im Juli.

In diesem Monat der größten Hitze läßt die Legetätigkeit in der Regel merklich nach. Um die Einbuße an Eiern nicht gar zu fühlbar werden zu lassen, suche man durch möglichste Abwechslung im Futter und viel Grünes die Frehlust rege za erhalten, wodurch die Legetätigkeit weiter an­geregt wird. Auch wird man beobachten, daß die Tiere jetzt beträchtlich mehr Wasser aufn^men. als zu anderen Zeiten. Deshalb Torge man dafür, daß stets reines und kühles Trinkwasser zur Ver­fügung steht. Da reichliche Wasseraufnahme aber leicht zu Durchfall führen kann, setze man dem Trinkwasser etwas Eisenvitriol zu. Alle fett­bildenden Futtermittel frnbjet)t S" meiden. Danz besonders gilt das für Tiere, die eingesperrh gehalten werden. Mit zunehmend^ Wärn^ ver­mehrt sich auch das Ungeziefer rieseiihaft. Daruni ist streng auf peinlichste Reinlichkeit SU achtem Auf diesem Gebiete kann des Guten niemals zuviel getan werden. Die Stallungen smd^nicht nur tagsüber, sondern auch des Rachts zu lüften, doch achte man darauf, daß die Tiere wahrend der llllche nicht der Zugluft ausgesetzt sind. Die Brut-

zugleich mit dem Schauspielhaus wieder itt» Leben gerufen. Weit über die Grenzen des Riederrheins a>irb man die Wiedererstehung die­ser Kulturstätte begrüßen, nicht nur, well damit ein bitteres Unrecht an Louise Dumont wieder gutgemacht wird, sondern vor ia#tlem auch, des­halb, weil eine solche Stätte in den Zeiten, die der deutsche Westen augenblicklich, durchlebt, ein Kulturvorposten tft, dessen Preisgabe dem vatec- ländischen Interesse diametral zuwiderlie^e. ha.