$abeo.
@efamteDgt6raS: Soz. 142 783 (2 Mandate), Z. 325 886 (5 Mmibate, barcunter Fehrenbach W'rrth). DVP. 74 725 (1 Mandat Dr. Äurtiuä), Deutschntt. 75 000 (1 Ollonbat ( ), Dem. 73 965
|(1 Mandat Munster aD. Dietr ich), Kornnr. 95 327 1(1 Mandat), älSP. 6218, Deutzen 698, Hautzer- &mb 799, Wtrtschaftl. Vereinig. 71 416 (1 Maud.). Republik. 1431, Dölk.-soz. 46 903, Wirtschistspart. 21 444.
«
Karlsruhe. Soz. 13 077 (17 360), Zentr. 14 247 (12 971), Dem. 5715 (12 751), Komm. 6099 (628), LlSP. 427 (13 828), D. Vp. 13 935 (6458). Dntl. 8476 (11665), Völk. 4664(—), W irisch. Vg. 3647 (—), Geusen 597 (—).
Heidelberg-Stadt: Deutsche Dp. 4267, -Dem. 4428, Zentr. 5235, Soz. 5420, Komm. 3624, Deutschnatl. 3380, Volk. 3817, Bad. Landbd. 1116.
Heidelberg-Land. Dtsch. Dolksp. 1795, (Sem. 2536, Zentr. 5388, Soz. 5648, Komm. 2808. Deutschnatl. 2002, Völk. 1394, Bad. Landbd. 1783.
Mannheim-Stadt: Soz. 23193, Zentr. 14 566, Dem. 7796, 5ti>mm. 19 587, L1.S.P. 1033, D. Vp. 13 291, Deutschnatl. 43k9 Völk 4683.
Mannheim-Land:,D. Vp. 2054, Deutsch' matt 1578, Völl. 1725, Zentr. 7442, Deni. 1645, *€05. 5904, Komm. 5910, Dad. Landbd. 1787.
Freiburg - Stadt: Deu.schnall. 4475, Deutsche Vp. 4772. Zentr. 15 008, Dem. 3678, Soz. 6233, Komm. 4250.
Konstanz: Soz. 1714, Dem. 1792, Komm. 1341, Deutschnatl. 1026, D. Dp. 934.
Württemberg.
Stuttgart. Soz. 31 952, Ztr. 4018, D. <Dp. 15 207, Dn. 32 879, Dem. 25 303, Dayr. Dp. —. Komm. 34 347, Geusen 6011, Freier Wirtschbb. •390, Häußerbd. 517, Republ. 455, Völk. 11860, Arbeitslose 84, Mittelstandspartei 418, Landesund Volksbund 45.
Rheinprovinz.
Köln (Stadt): Soz. 33 184, Z 84 804, DVP. 27 456, Dn. 16 957, Dem. 8141, Komm. 44 524, US$. 2917, D.°sozial 2844, Häuherbd. 172, Mieterpart. 15 849, Pepubl. 520, Völk. 852.
Krefeld: Dnatl. 1716, DDP. 1214, Ztr. 10417, Dem. 376, Soz. 823, Komm. 3619, Döltefoz. 199, Wirstsch-Dd. 231.
Hannover.
Vach dem vorläufigen Wahlergebnis aus dem Wahlkreis 16 (Südhannover und Braunschweig) entfallen auf Dn. 142902, 'D. Vp. 133 691, Dvölk. 69 387, Deutschsoz. Partei '12 536, Zentr. 47 205, Dem. 42 159, Soz. 29283, Konrm. 76 539, D.-Hann. 137 179, Arbeitnehmer- Partei 3791, Ehr.-Soz. Dolksgemeinsch. 4993, USP. 9153, Poln. Dp. 979, Häutzerbund 709.
Braunschweig (Stadt). Endgültiges Er- genbis: Dn. 17 424, DVP. 13 317, D.°sozial P. 407, Z. 1338, Demokr. 3934, Soz. 22 432, Komm. 9537, D. Hauer. 1847, VvL-soz. Block 10 846, Häußerbd. 93, USP. 2895, Christl. Dolksgem. 250.
Hamburg.
Ha mbürg: Deutschnatl. 22 000, D. Dp. ,74 000, Voll. 36 000, Dem. 80 000, Soz. 170 000, Komm. 112 000.
Bremen.
Vorläufiges Gesamtergebnis aus dem Wahlkreis 14 (Weser-Ems): Komm. 26 813, Dem. 36 596, Soz. 83 600. Völl.-Soz. 33203, Christi.-Soz. Vollstem. 17 516, Freier wirtsch. Dd. 3632, Zentr. '120 762, Poln. Dpt. 888. älSP. 1901, Dtsch.-Soz. 3625, Dtsch.-Hann. 16 898, Republikaner 962, DVP. 55 258. Dtschnat. 77 879.
Die Konferenz von Thequers.
Varis, 4. Mai. (Wolff.) Kleber die Besprechungen Macdonalds mit Theun is und Hymans geben die Pariser Blätter ziemlich vage Berichte, woraus erkennbar wird, dah, wie angttündigt, von beteiligter Seite keine Angaben übet den Gegenstand und das Ergebnis der Be- rotuagen gemacht wurden. Der Pariser Ver- tretR der Agence Beige erklärt, die belgischen Mirxister nähmen, ohne die noch zu überwindenden Schwierigkeiten zu verheimlichen, dir Hoffnung mit nach Brüssel, datz in naher Zukunst ein Einverständnis möglich sein werde. Andererseits will der Londoner Korresporchent der Agentur Havas festgestellt haben, man halte in gewöhnlich gut unterrichteten . Kreisen für wenig wahrscheinlich, dah die belgisch-englischen Besprechungen die Zusammenkunst Poincarös mit Meredonalb beschleunigen werden.
Trotzdem also alle interessierten Persönlichkeiten nichts mitteilten, glaubt der Vertreter des »Mattn" doch sagen zu können, es sei hauptsächlich diskutiert worden, die Frage der Eisenbahnregie, dir Wiederherstellung der deutschen Verwaltung im Ruhrgebiet einerseits, Sanktionen andererseits.
3n der elfteren Angelegenheit werden die britische I •Regierung ihren bekannten Standpunkt wohl auf- I rechterhalten. Was die Sanktionen anlange, so I habe Macdonald die Notwendigkeit von solchen I für den Fall, daß DQitschland nicht erfüllen sollle, den belgischen Plan der wirtschaftlichen Blockade, I wobei auch Polen und Südslawien Mitwirken sollten, für nicht unpraktisch beurteilt, da er Frankreich Garantien geben würde, bei deren Gewährung es sich zur vollkommenen Beseitigung der wirtschaftlichen Kontrolle im Ruhrgebiet und zur Genehmigung der Rückkehr aller ausgewiefenen deutschen Beamten verstehen würde.
Auch der Londoner Berichterstatter des, „Petit Parisien" erklärt, der britische Premierminister sei nichta bgeneigt, dem belgischen Blockadeplan zuzustimmen, wünsche aber, datz der Völkerbund ihn durchführe.
Die Reichstagswahl in Gießen.
Tie Wahlbeteiligung nahm in unserer Stadt zunächst einen sehr schleppenden Verlauf. Dis um die Mittagsstunde hatten durchschniitllch, erst 35 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauchs gemacht. Lebhafter wurde der Andrang zu den Abstimmungslokalen in den frühen Nachmittagsstunden und seinen Höhepunkt I ei reichte er in der Zeit von 1/24 bis 5 Uhr. 3n i dieser Zeit war der Zustrom in einigen Wahl- | loteten geradezu beängstigend. Don 21 479 Stimmberechtigten ^haben 15 409 gültig abgestimmt. 64 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung stellt sich auf 72 Prozent.
Für bu einzelnen Wahlvorschläge wurden abgegeben: \ l |
Stimmen
Sozialbemokvaten 3522,
Deutsche Dollspartei 3792,
Kommunisten 1271,
Demokraten 1585,
Haeutzer-Dund 11,
Deutjchnationale Volks Partei und völkisch»-
vaterländischer Block 2909, j
Hessischer Bauernbund 36,
Völkisch-Sozialer Block 1016,
Zentrum 772,
älSPD. 81,
Deutsche Wirtschaftspartei 227,
Bund der Geusen 177,
Hessischer Wirtschaftsbund 10
Vergleicht man diese Ziffern mit den Ergebnissen der Wahl von 1920, so fällt als hervorstechendes Merkmal der autzerordent- liche Stimmenverlust der Sozialdemokraten auf. Man mutz bei dieser Bewertung nicht nur von den Ziffern der Spalte 1 ausgehen sondern mutz, da zwischen 1920 und jetzt die Ve.schmelzung der | LlSPD. mit den Mehrheitssozialisten zustande kam, die Ziffern der LlSPD. von 1920 zu den Ziffern der Mehcheitssozialisten hinzuzählen. Den 5865 Stimmen von damals stehen heute nur noch 3603 gegenüber. Von diesem Verlust haben natürlich die Kommunisten profitiert, die ihre Zister von .34 auf 1271 verbessern konnten: immerhin wirb man wohl sagen können, batz dieser Gewinn nicht dem entsprechen dürfte, was die Kommunisten selbst und ebenso andere Bürger veranschlagt hatten. Man kann wohl annehmen, datz viele Arbeiter-Wähler zu den bürgerlichen Parteien übergegangen, oder der Wahl überhaupt fern geblieben sind Auch die Deutsche Dollspartei hat 1158 Stimmen (1920 4950, jetzt 3792) verloren, ebenso haben die Demokraten 678 Stimmen (1920 2263, jetzt 1585) eingebützt. 3n diesem Verlust kann man wohl den alten Erfahrungsgrundsatz, datz d i e Parteien, die mit in der Regierung sitzen und die Verantwortung tragen, bei den Dtehlern immer wenig gut abschneiden, bestätigt finden. Das Zentrum hat seine Position um 5 Stimmen von 767 auf 772 verstärken können. Die rechts von der Deutschen Dollspartei stehenden Parteien haben, dem politischen Zuge der Zeit entsprechend, den größten Gewinn zu re.-zeichnen, wenn man sie als Gesamtheit betrachtet. Sie sind von 1840 Stimmen auf 3961 angewachsen: immerhin wird die politische Stoßkraft dieser Zister dadurch' gemindert, datz der Wahlkampf zwischen den Völkisch-Sozialen und den Deutsch,nationalen einen erheblichen Spall offenbarte, was aus den Reden und Flugschriften ja zur Genüge hervorging. Die Zwergparteien haben auch bei der DWertung durch die Wähler die bedeutungslose Rolle gespielt, die man im allgemeinen schon vor der Wahl vorausgesagt hatte; schade um die Stimmen, die durch die Abgabe auf diese Listen wirkungslos verpuffen.
DaS Wahlergebnis wurde gestern obenb mit außerordentlich großem Interesse erwartet. Dor unserem Geschäftshause hatte sich eine riesige Menschenmenge eingefunden, die stuirdenlanges Warten geduldig auf sich nohm, um nur ja nicht zu verfehlen, bei der Verkündigung des Resultats aus unserer Stadt und aus dem Kreise und den
übrigen Orten zuerst mit zur Stelle zu sein. Der Wahltag verlief erfreulicherweise vorn Morgen bis zum späten Abend ohne irgend eine Störung der öffentlichen Ordnmrg.
Der Kreis Gießen
2mKr «iSGi« ßenerhielten Stimm«»: Sozialdemokraten 13 734, Deutsch« Dolkspartei 5591, Kommunisten 3020, Demokraten 3092, Haeutzerbund 29, Deutschnationale 6085, Zentrum 920, L1.S.P. 326, Dt. Wirtschaftspakt«! 399, D Llkisch-s oz.Dlock 1077, Bund der Geusen 309, Hessischer Wirtschaftsbund 194, Hessischer Bauernbund 10028.
Bei der Reichstagswahl 1920 erhielten: Mehrheitssozialisten 12 876, Deutsche Bolls--1 Partei 7158, Kommunisten 42, Demokraten 4385, Hessische Volkspartei und Hessischer Bauernbund 13 435, Zentrum 868, A. S. P. 7219.
Die Provinz Oberhessen.
KreiS Friedberg.
Es erhielten Stimmen: Sozialdem. 12 748, Dtsch. Volkspar. 3278, Kommunisten 4024, Disch. Demokr. Partei 2567, Häutzerbund 75, Dtschntl. Volksp. und vll. Vaterland. Block 3354, Zentrum 4963, LlSP. 301, Deutsche Wirtschaftsp. 1040, Völkisch-sozialer Block 1511, Bund der Geusen 521, Hess. Wirtschaftsbund 404, Hess. Bauernbund und Aheinhess. Bauernschaft 9065.
> Kreis Büdingen.
Es erhielten Stimmen: Sozialdem. 4447, Dtsch. Volksp. 1278, Kommunisten 1350, Deutsche Demokr. Part. 1056, Häutzerbund 15, Deutschnatl. Volksp. und volk.-vaterl. Block 1550, Zentrüm 262, älSP. 95, Deutsche Wirtschaftsp. 51, Döllisch-sozialer Dloa 686, Bund der Geusen 26, Hess. Wirtschaftsbund 837, Hess. Bauernbund und Rheinhess. Bauernschaft 6646.
KreiS Schotte».
Es erhielten Stimmen: Sozialdem. 2466., Dtsch. Dollsp. 703, Kommunisten 229, Demokraten 738, Häutzerbund 8, Dtschnatl. Volksp. '69, Zentrum 63, älnabh. 47, Dtsch. Wirtschaftsp. 37, Vvlk.-svz. Block 219, Geusen 55, Hess. Wirtschaftebund 180, Hess. Bauernbund 6373.
Kreis Alsfeld.
Es erhielten Stimmen: Sozialdem. 2581, Dtsch Volksp. 936, Kommunisten 306, Demokraten 748, Häutzerbund 11, Dtsch Volksp. 1629, Zentrum 897, älnabhäng. 58, Dtsch Wirtschaftsp. 122, Dölk-soz. Block 22, Bund der Geusen 263, Hest. Wirisch-Bd. 885, Hess. Bauernbund 6807.
Kreis Lauterbach.
Es erhielten Stimmen: Soz. 2085, D. Dp. 1001, Komm. 396, Dem. 499, Häutzerbund 10, Dnatl. Vp. 1079, Zentr. 694, Unabhängige 53, Dtsch. Wirtschaftsp. 56, Völk. ver. Block 509, Bund der Geusen 454, Hess. WirtschaftSb. 1142, Hess. Bauernbund 4785.
Aus Stadt und Land.
Gletzen, den 5. Mai 1924.
Aufhebung der Wuchergerichte.
Durch die Verordnung vom 20. März 1924 Ist die Wuchergerichtsverorduung vom 13. Juli 1923 mit Wirkung vom 1. April L I. außer Kraft gesetzt worden. Das materielle Preistreiberei-Strafrecht bleibt dagegen auch weiterhin unverändert In Geltung.
Straftaten, für deren Aburteilung bisher die Wuchergerichte zuständig waren, gehören mit Ausnahme der besonders schweren Fälle, die mit Zuchthaus bis zu 15 Jahren bedroht und künftig Schwurgerichtssachen sind, im allgemeinen zur ZuständiMit der Amtsgerichte. Einen Ersatz für das beschleunigte Verfo-hven vor dem Wuchergericht bietet das Verfahren nach § 212 StPO. (n. F.)_ Danach kann vor dem Amtsrichter ober dem Schöffengericht ohne schriftlich erhobene Anklage und ohne eine Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens zur Hcmptver- Handlung geschritten werden, wenn der Beschuldigte enttoeber sich freiwillig stellt, oder infolge einer vorläufigen Festnahme dem Gerichte vorgeführt, oder mir wegen llebertvetung verfolgt
Wie man im Altertum wählte.
Der Wahlkampf ist diesmal besonders heft'g gewesen, und die Parteien haben auf alle Weise versucht, die Wähler zu beeinflussen. Aber man tenn mit dem allen Ben Akiba sagen: »Alles ist schon dagewesen," denn auch im Altertum gab es heftige Wahlkämpfe, die in derselben Weise wie heute und nicht selten auch bei Wahlversammlungen mit Schlägereien ausgefochten wurden. Von schwulstigen Wahlreden bet Kandidaten, bei denen die ungeheuerlichsten Versprechungen gemacht wurden, erzählt unS schon Aristvpk^rnes aus dem alten Athen. Farbige Maueranschläge in den verschiedensten Formaten verkündeten die Hamen und das Programm der einzelnen Bewerber. Man schrieb die Wahlaufrufe vielfach auf Holztäfelchen, die an Pfählen befestigt und fyerumgetragen wurden. Natürlich 1 l wurde der Gegner nicht geschont, und es wurden , 'ihm die schwersten Beleidigungen und Derleum- ' dunyen an den Kopf geworfen, lieber die alt- römischen Wahlsitten sind wir durch die Aus- jgrabungen in Pompeji genau unterrichtet, da dir ''temrpa irische Stadt grade während der 'Wahlzeii 1 durch ter. Desuvausbruch verschüttet toutbe. Dii , Wählreklame war in Pompeji gesetzlich geregelt die Bewerber muhten ihren Rainen mit roten u.rd blauen Buchstaben auf die Teile der geweih en Mauern schreiben, die zu diesem Zwecke vvrbe halten waren. In der Wahlerregung aber würben diese Flachen meist überschritten, und ma t .schmuggelte auch rn andere Rubriken der öffeni- üchen Mitteilung, die sich an den Mauern bestanden, Wahlnachrichten ein. Selbst die Tempel
der Götter und die Grabmäler der Toten wurden nicht geschont, denn wir finden auch an ihnen Wahlaufrufe und Wah'p.ogramnre. Die üblichste Form des Wahlplakats war die, daß der Rome des Bewerbers mit einer dicken Schmeichelei versehen wurde. Da heißt es z. B: »Vicrta, ein ausgezeichneter Mann" oder »Prvclinius, ein makelloser Charakter" oder »Photinrus, ein wackerer Bursche"! Diel Wirkung versprach man sich wohl auch von Mitteilungen wie den folgenden: »Dorbeigehmdrr, stimme Du heute für Pro- clinius, und er wird morgen für Dich stimmen" oder »Wir wollen Viate als Aedilen". Me alten Römer kannten auch bereits die Sitte der sog. Sandwich-Männer, indem sie auf großen Tafeln, die auf den Straßen herumgetragen wurden, die Feste und Vergünstigungen betemntmachten, de sie dem Volk im Falle ihrer Wahl zuteil werden lassen wollten. $
Ein Besuch iu der Villa Böikliu.
Aus Florenz wird uns geschrieben: Wen der Wanderstab nach Florenz führt, der versäume ja nicht über so vielen Denftnälern aus ^alt-italischer Frühe", wie Grich Schmidt sagte, di« Schritte dem geweihten Otte zuKulenken, an dem unser Arnold Döcklin sich den hrrbstlichen Ruhesitz gründete. Die Trambahn führt aus dcm Arnolal empor zu den sonnigen Hohen von Fiesole, wo einst Radagais sein Germanentum strei -bar hütete und später toskanische Müsterschaft ihre fromme Versenkung farbentief gestallete. 11ns aber treibt deutsche Sehnsucht an den Mu ensitz des großen, wortkargen Landsmannes dessen »Schweigen im Walde" Üefstes Ichttun künstlerisch erschürfte.
Rach langem Fragen und Irren stchen wir vor einer braunen Gartenpforte, an der wir die verwitterte Inschrift buchstabieren: Villa Dvecklrn. Ein freunblicher, jüngerer Herr ladet zum Ein» treten. Er ist Friedrich August Mainzhelmer, der jetzt in l^cklins Atelier arbeitet. Prächtige Landschaften und Porträts brachten ihm den Villa Romana-Preis. Die Villa Böcklin gehört jetzt dem Bankhaus Arnhold. Unser freundlicher Fahrer zeigt uns den Garten und pflückt^nns Blumen, die wir za weihenden Andenken hüten. Silberpappeln, vom Meister selbst gepflanzt, blühen am Wege. Wer kennt sie nicht auf Böcklins Bildern! Hier die Originale. Gr liebte sie ausnehmend. Andächttg betreten wir das Atelier. Es ist pietätvoll bewahrt. Alle Stühle, der Tisch, Pinsel und Tuben deS großen Arnold sind zur Stelle. Chiantiflaschen erinnern an frohe Stunden mit deutschen Künstlern un> F eairden die dort eben gastliche Aufnahme fanden A s Vildschmack sicht man nur steife Rokokoporträts als Andenken adliger erster Besitzet der Billa.
Auf Earlo Böckckn kommt das Gespräch. Den Freund veiteidigt Mainzheüner mit Wärme. Es ist alles Gerede. ®r hat niemals Skizzen des Vaters aufgebessert und fälschend für Originale ausgegeben Es war nichts als böswillige Legende. Carlo, in benachbarter Villa wrchnend, damals leider abwesend, ist ter denkbar ehrlichstes reinste Mensch. Dem FveundeszeugniS schenken wir vollen Glauben. Unser Führer zeigt noch^dle neuen, aber renaissancehast stilechten Anbauten im Park, dir dies Idyll köstlich ergänzen. Vieles noch plaudern die Penaten und genii loci in Haus und Hain, und beim Abschied von dem liebenswürdigen Württemberger, der auch in eigenes
irrttiX Bon tigern äBgeSix^tec Versehren |aQ tn Zukurrft überall da Gebrrruch gemacht werden, wo der Kampf gegen die Prerstreibsrel, so namentlich bei Preistreiberei, die auf Märkten begangen wird, eine besonders schnelle Durchführung des Strafverfahrens im öffentlichen Interesse erheischt. Die schleunige Er- ledigungllürd dadurch erleichtert, dah das Gericht in der Verhandlung erster Instanz den Umfang der Beweisaufnahme nach stetem Ermessen bestimmen Bann, ohne durch die Anträge der Pav feien gebunden zu sein.
*
ADV. Neuregelung des dahnamt« l i ch e n Rollfuhrdienstes. Das Verhältnis zwischen der Eisenbahn und den bahnamtlichen Rollfuhrunternehmern ist für den ganzen Bereich ter Reichsbahnverwaltung einheitlich durch neue Dcstirnmungen geregelt worden, die im iiau’fc des Monats in Kraft treten. Besonders wichtrx für die Derkehrtreibenden ist ba6ei die Aende« vung, dah für die Anfuhr der Gütet z g > Dahn künftig lxthramtliche Rollfuhtunterneh- mer nicht mehr bestellt werden. Die nur für dü Abfuhr feifeUten loahnarnttichen Apllfuh.unter' nehmer gelten daher bei der Anfuhr und Auflieferung der abgehrnden Güter nicht mehr a'S Leute der Eisenbahn im Sinne des § 5 EDO., sondern als Beaufttagte des Absenders. Für Schäden bei der Anfuhr h.rftet hiernach nicht die Eifenbahn, sondern der Unternehmet nach der Vestimmungen des Handels-Gcs.tzruches Über ten Landfrachtverirag. Die QlufiteUung aUgemcbier Defördetungsbedlnaungerr b.eibt den Untemetj- mern überlassen. Die für die Abfahr Bestellten bahnamtlcchen Rollfuhrunternehmer sind verpflichtet, auf Oteriangen der Absender Stückgüter zur Dahn zu bringen, die Aufträge zur Abhvteng innerhalb der von der Eisenbahn festgesetzter Frist auszuführen und nicht höhere als die vor. der Eifenbahn dafür feftgefe^trn Gebühren zu erheben. Die bisher für die Anfuhr geltenden weiteren Bestimmungen (z. B. über die Einrichtung besonderer Stellen zur Entgegennahme von Aufträgen zur Abholung, über die Anmeldeterien, die Ausstellung der Begleitpapiere, die Verpflichtung zur Auskunft über die zweckmäßig ten Auflieferungszeiten, die Vevauslagang und Einziehung der Freibettäge, die Besetzrärrbnig dec Hafte ng für die Anfuhr) sind weggefallen. Da die Unternehmer bei der Anfuhr der Gütet Ihrer Eigenschaft als bahnamtlicher Rvllsuhrunterneh- mer enttleidet sind, sind die von ihnen auf die Empfänger nachgenvmmenen Rollgelder künftig nachnahmegebührenpslichilg. Zu- bemerken ist autzerdem noch, datz der neue Rollgebührentarif bei der Mehrzahl der Reichsbahn- direktiviren 'insofern eine Aenderung erfah.en Hal, als für Sendungen bis 200 Kg. eine Staffelung von 25 zu 25 Kg. und für Sendungen über 200 Kilogramin eine solche von 50 zu 50 Kg. ein- gesichrt worden Ist.
** Die Einreise deutscher Reichs» angehöriger tn die Schweiz. Die im November 1923 verfügten besonderen Erschwerungen sut die Einreise in die Schweiz auS Dent ch- band sind aufgehoben. Einreisevisa zum Kur-, Besuchs- und Ferienaufenthalt werden gleich wie Dauervisä wieder anstandslos erteilt Um bat besonderen Bedürfnissen im Verkehr Deutschland- Italien und umgekehrt durch die Schweiz zu dienen, Ist das Goppel-Ginreifevisum für solche Reisenden geschaffen, die von Deutschland oder Italien aus die Schweiz zweimal duvch- fahoen und auf der einen ober apf beiden Durchreisen einen Aufenthalt nehmen wollen. Cs berechtigt zu einet Einreise aus Deutschland (Italien) und einer aus Italien (Deutschland). Die Gebühr ist wie für das einfache Einreisevisum Euf 8 Schweizerfranken festgesetzt Die Konsulate in Italien können deutschen Kurgästen das einfache Einreisevisum in die Schweiz ebenfalls erteilen. DaS Transitvisum, das gebührenfrei erteilt wird, berechtigt ausschließlich zur C^rchreise durch die Schweiz ohne Aufenthalt
** Aus dem Gietzenet StandeS- amtSregifter. Es verstacben in der Zeit vom 16. bis 29. April: 16. April Gertrud Hedwig Weygandt, 1 Monat alt Neuenweg 22; 17. AprU Maigot Kornmann, 1 Monat alt, Wolfstratze 11, Gustav Wilhrlm Kuhn, 4 Jahre alt, Nahrangsberg 12, Elli Möller, 1 Jahr alt Am Riegri- Pßrd 56; 18. April Berta Schmidt, 10 Monat alt Licvengasse 21, Karl Schäfer, Duteaugehilfe, 32 Jahre alt, In den Eichgärten 31, Elise Schaf«, geb. Decker, Witwe, 78 Töahre alt Licher Str. 35; 20. April Heinrich Rühl, ohne Beruf, 62 Jahre alt Hammstratze 20; 21. April Johannes Koch. Arbeiter, 62 Jahre alb Bahnhofstraße 5, Karl Wetzel, 4 Monate all, Neuenweg 31, Marie Orte müllet. 1 Jahr alt Löwengasse 13; 23. April Gisela Herbert, 8 Monate alt, Lindeagasse 18; 25. April Margarete Leinbach, ohne Beruf. 18 Jahre alt, Wollengasse 7; 27. April Hermann Eise, Schneidermeister, 54 Jähre alt, Gr. Stein» weg 10 ; 28. April Margarete Wysk, geb. «Mattern. 60 Jahre alt, Gnauthstratze 1; 29. April Minna
prächtiges Schaffen dankenswerten Einblick gewährte, srnd wir in freudig gehobener Stimmung. Gin Blick noch von der Fiesoler Höhe auf des Arno zackiges Silberband und das domgetrvnte Florenz in der Tiefe, und wir treten den Heimweg an.
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Vine Faksimile-Ausgabe der Ma»esseschea Haudschrift.
Die berühmte in Heidelberg aufbewahrt« Aederhandschrift von 856 Pergamentseiten zu der bet Züricher Ratsherr Rüdiger Manesfe den Grund gelegt haben soll, bilde: die Haupt prelle für unsere Kenntnis deZ deutschen Minnesangs. Aber die Forschung konnte diese an Reichhaltigkeit und Fülle unvergleichliche Quelle bisher noch nicht ganz aus schöpfen, weil die Handschrift nur in Heidelberg einzusehen und daher nur wenigen zugänglich war. Nunmehr wird int Insel-Verlag eine vollkommen getreue Faksimile-Ausgabe et- sch men, die einen vollen Ersah des Originals und damit die Möglichkeit ständiger Einsicht und Erforschung btetet. Die kostbare Handschrift, die Lieder von 140 deutschen Minnesängern in rund 7000 Strophen enthält, ist herrlich ausgemalt Auf 138 Pergamentseiten sind die Dildnisse der meisten Dichter dargestellt, die in ihren frischen Farben mit aufgelegtem Gold und Silber heute wie einst den Betrachter entzücken. Das überaus wichtige Denkmal der deutschen Literatur und Kunstgeschichte wird dadurch wei eren Kreisen zugänglich gemacht, wenn auch frellich dec Sub- sktipttonsptelS von 500 Goldmatk für jede der sechs Lieferungen nut großen Bibliotheken nab reichen Sammlern di« An schäfturA gestattet.


