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rdt der 2n>«tH C*4 enolttoen ^ateraBrwrfuLS TlIde die Berhällnisfe m der Piak; eher noch verschlechtert haben und dah die Franzosen den HJlIHüralten der Separatisten ruhig Zusehen, wie sie e- bisher stets zu tun gewohnt waren.

In Göllheim und Marnheim sind die Tendarmeriebeamten von den Separa» tisten entwaffnet und verhaftet worden.

Ueber die Erschießung des 24jährigen Arbeiters Herbert In Speyer wird noch be» rechtet, dah er reaelrecht ermordet worden ist. Herbert hatte in einer Wirtschaft abfällige Berner- finden über die Separatsten gemacht und sollte abtransportiert werden. Unterwegs versuchte er durch die Lösfelaasse -u entfliehen, aber die beiden ihn eskortierenden Separatisten versperrten ihm den Weg, der eine von vorne, der andere von hinten herankvmmend. und anstatt den Flüchtling in dem yanz engen Gäbchen zu ergreifen, schossen sie ibn einfach nieder. Dem Derlanaen nach einer gerichtliche Feststellung des Tatbestandes wi-er­setzten sich die Separatisten mit dem Bemerken, Latz der Fall die deutschen Behörden nichts an- gehe.

Die Separattftensrechheil in Mainz.

Mainz, 4. Febr illSTB.) Das gestern abend von den Separatisten geräumte Ärel8- a mt ist in später Nachtstunde von Anhängern der sog. ."Regierung der autonomen Pfalz" wieder beseht worden.

Ein Pfalzlag Im oanzen Reiche.

Berlin, 4. Febr. C2B27B) Aus den ver­schiedensten Bollsfchichten wurde in allen Tellen des Deutschen Reiches in der letzten Zeit vielfach gefordert, der wtlosbaren Zusammengehörigkeit aller deut­schen Stamme mH den Pfälzer» einen sichtbaren, machtvollen Ausdruck zu her» lechen. Wie wir erfahren, findet am 17. Fe­bruar im aanzen Reiche ein Pfalztag als machtvolle Kundgcbaug der Brudertreue und als Ot>fertag für die deutsche Pfalz statt. Die Äunbge6ung gehr aus und wird getragen von den politischen Parteien, von den groben wirt- schafllichen Bervändcn und von den sonstigen qrohen kutturcllen, charitativen und landsmann» schafllichen Bereinigungen. SS wurde ein 2fr- beitsausschuh gewählt, der alle Borbereitungen treffen wird, um den Pfalztag in ernster, würdiger Weise durchzusühren. Gleichzeitig wird aufge- sordert. in allen Städten und Gemeinden örlliche 2lusSchüsse zu bilden, die sich die Borbereitung uaDapßiro bungsvgunTSiv^ aaq Vrtna4njchan<x <pin sein lasten.

Die große Finanzdebatte in der französischen Kammer.

Paris, 4. Febr (WTB) Die Kamme r ist heute nachmittag in die Beratung der Fi­nanzentwürfe der Regierung eingetreten. Bei Beginn der B^rhandlung2n find auf der Be- gierungSbank anwesend Ministcrpräsident Pvin» car ö und Flnanzminister de La st ehrte.

Der Bvrsitzende verliest Artikel 1 des Gesetz­entwurfes, betr. bk

Durchs utrung von Srspnnr sfen und die Gr- schkiehung neuer Stenerquelle»

Gr lautet: .GS werden an den Staatsausgaben im Jahre 1924 Abstriche vorgenommrn, die rns- gefamt nicht hinter einer Milliarde Franken zu­rückbleiben dürfen. Die Regierung wird ermäch­tigt, mtttds Verordnungen, die mm Staatsrat nach vorheriger Billigung durch den Ministerrat erlassen nxrbcn, sämtliche Bcrtoaltimg*reformen und »Bereinfachungrn vorzunehmrn, dir dteDurch- IHhlTung dieser Grsparnise erfordern. Sobald die ergriffenen Mahnahm.n Abänderungen hefteten - der ®?Lbe notwendig machen, müssen die Dekrete innerhalb sechs Monaten dem Parlament zur Genehmigung oorceL'gt werden."

Dec kommunistische 2lbg. L a f o n t stellt zu­erst die Borfrage. SS genüge zu wissen, wie im Auslande der Faszismus begonnen habe, um auf der Hut zu sein. Das Regime der Dekrete stehe hn Widerspruch mit der republllanischen Ber- fassuna

MmisteipräsidentP oincarä stellt h'n'icht- lich der von dem Abg Lafont aufgeworfener, Borfraae die Bert rauend frage, worauf der kom­munistische Anteaa zurückgezogen wird.

Der sozialistische Abg Bvncvurt ergreift alsdann das Wort, um Stellung gegen Artikel 1 des Re^ienrngsenttourfes zu nehmen. Damit ist die Generaldiskussion über Artikel 1 des Regie- rungSenlwurfS eröffnet. Der Redner, der die These des 2lbg. Lafont unterstützt, erklärt, die Mehrheit möge sich tn Acht nehmen, da In sechs Blonatcn eine andere Regierung von den erlallenen Dekreten einen ganz anderen Ge­brauch machen könne als den. den die Mehr- hell von heute gewollt habe. Boncourt hofft, bah, wenn die Kammer den Entwurf annehmen werde, bei Senat sich widersetzen werde, und wenn ber Senat nachgebe, sich im Elhsee ein Hüter ber Ver­fassung finden werde. Er müsse jedes Regime ab­lehnen, daS ber republikanischen Tradition wider­spreche, die ber Ministerpräsibent sein ganzes Leben hindurch verteidigt habe Der Abgeordnete ruft Pvincarö zu: »Sie müssen die Karneval­cäsaren, die über die benachbarten Ra- «Hpnen herrschen, stark verachten." P oi n- Ea r 6: .Wir müssen gegenüber den aus­wärtigen Regierungen den Respekt wahren."

Zu den Regierangsentwürfen übergehend, be- Werkt der Abgeordnete Boncourt in einer scharfen Kritik, der Miniftervräsident könne sich selbst davon überzeugen, bah ber Reaierungs- entwurf gegen seinen eigenen Wunsch Kon­sequenzen nach sich ziehen könne, free ber repu­blikanischen Doktrin änderst fernständen. Mit Ent­rüstung müsse man feststellen, bat) unter dem Bor- wande heldenmütiger Opfer Immer wieder die­selben Steuerzahler hevange,oqen werden. Wäh­rend des Krieges fei eS vielleicht ungerecht ge­wesen, zu sagen, bah es immer dieselben seien, die sich totschietzen Netzen, denn im Kriege hättertz alle Klassen und DesellschaftSschichtrn ihre Pflicht getan. 2lber es treffe leider zu, datz im Frieden immer dieselben Leute sich opfern mühten. Der Abgeordnete erinnert daran, datz viele Milliarden von den Kriegsgewinnlern erzielt wurden. Alle Regierungen feit mm Waffenstill­stand Hütten d n Willen geäußert, datz die Frontkämpfer keinen Sous zu bezahlen hätten, datz aber diejenigen bezahlen mühten, die fich bereichert hallen.

Hierauf ergreift ber Abg Vefevre bas Dort. Er erinnere fich an btc Erniedrigung, btc

Delcasstz erfahren habe, als er unter dem Druck Deutschlands sein Amt niederlegen mutzte. Er persönlich aber werde keinem Druck vom Auslände nachgeben, auf die Parlamentskvntrolle Bnne er jedoch auch nicht verzichten. Da

Me Wirtschaftslage Frankreichs gut fei. fv begreife man nicht, warum der Franken finke. Die Regierung verlange vom Bolle neue Opfer, die einen Betrag von mehr als drei Mil- liarden ausmachten. Er muffe deshalb fragen, ob Frankreich den Krieg verloren oder gewonnen habe? Was werde geschahen, tperm nach Annahme bet vrrgeschlagenen Gesetze der Franken noch weiter fallen werde.

Poincarö erwidert: Wir haben die Ge- witzheit, bah ber Franken sinken wird, wenn die Kammer nicht die Massnahmen annimmt, die wir Vorschlägen Lofevre tagte zum Schluffe zu dem Ministeipräfidenten: .Werden Sie daran denken, bah, wenn der Franken nicht steigt, Ihre ganze Politik und Ihre Mehrheit zusammenbrechen werden? . . Denken Sie daran, bah am t Januar 1 92 5 die ernste Frage der

Räumung bei Kölner Brückenkopfes durch die Engländer

auftauchen wird? . . . Was werden Sie bann machen?" Er schliesst: »Wir dürfen uns in keine Abenteuer stürzen. Die Kammer mögt wachsam sein. Die Stunde ist ernst."

Deniselos zurückgetrelen.

Athen. 4. F.br. (WTB) Die Aerzt- haben B e n i s e l o s geraten, sich von den Staats- geschäften zurückzuziehen. Wie Reuter auS Athen meldet, ist der Iustizminister Ka­san dar is zum neuen Ministerpräsi­denten ernannt worden.

Aus Hessen.

RMK. Darmstadt, 4. Febr. Jur Auf­wertung privater Forderungen, ini- beftmbere der Hypotheken, haben ort Abgg. Dr. Osann (D. Bp.) und Genossen beantragt: »Der Sonderausschuh w)lle btc Regierung er- suchen, alSbald schärfsten Einspruch gegtn die Bervrdnung d^ R.ichskabinetts über die 2utf- Wertung privater Schulden, insbesonderr ber Hy­potheken, ebenso auch gegen die Aushebung aller Ansprüche an östentllche Anlagen auf Kapital und Zinsen erbeben.

Kleine politische Nachrichten.

Rachdem die Besatzung mDüsseldorf kürzlich für 70 Bureau räume, die nicht zur Bei­fügung gestellt werden konnten, das Gerichts- gebäube beschlagnahmt hatte, fordert sie neuer- dings 12 0 Wohnungen von einem bis zwei und 140 Wohnungen von vier bis fünf Zimmern.

*

Sämtliche öffentlichen Gebäude ber Ber­einigten Staaten haben halbmast geflaggt. Xan und Ort ber Beisetzung Wilsons sind noch nicht bestimmt, doch wird die Leiche wahr­scheinlich vorübergehend in Washington auf- Schafott und dann zu einem Rativnaldenkmal berführt werden, das -um Gedächtnis des Präsi­denten errichtet werden soll. Präsideill 6 oo - (ibge hat eine Kundgebung erlassen, tn ber er Wilsons Andenken würdigt und ein Begräbnis mit militärischen Ehren anorbnet

Aus Stabt und Land.

Stehen, den 5. Februar 1924.

Ehrung des Oberlandesqecichtspt äsidenten Vf. Best bnrd) die LandcSuniversität.

Die juristische Fakultät der Universität Gletzen hat an den OberlandeSgerichtspräsi- benten Dr Best in Darmstadt anläßlich seines Uebcrtrittä m den Ruhestand bas folgende Schrei­ben gerichtet:

Hochverehrter Herr Oberlandesgerichtsprafident!

Rahezu ein halbes Jahrhundert haben Sie Ihre vcrtrefflichen Keirntnisse vom Recht und Ihre unermüdliche Arbeitskraft dem Staat zur Beifügung gestellt. Wenn Sie jetzt diese Zeit emsiger Arbeit abschlietzen. bann muh Ihnen mit der Gesamtheit ber hessischen Juristen, ja mit dem ganzen Hefscnland auch die Iuristenfakullät ber Landesuniversität tiefgefühlten Dank für Ihr Wirken aussprechen. Sie d.rben unsere Lehrtätig­keit durch alles, was Sie leisteten, unterstützt. Sie sind das Borbild des echten Juristen, ber un­erschütterlich an die hohe Aufgabe des Rechts glaubt, and das schöne Ziel des Rechts Car er­nannt bat, ber die Bedürfnisse bet Menschen unb des Staates ergründet hat und ihnen gerecht zu weiten sucht, der die Entwicklung beachtet und an ihr mitarbeitet, ber in selbstverständlicher Un­bestechlichkeit unb Würde des hohen Amtes als Richter wallet und dabei weih, wie gerade sein Schaffen das Recht zu fördern imstande ist. Klar- hell des Denken- und des Ausdrucks zwingen jeden In Ihren Bann. Denn solche Juristen als Desergebet unb Richter und Verwalter ber RechtSorganifationen der Iuaenb vor Augen ste­hen. bann ist eS für uni leicht unb erfreulich, der Jugend das Recht zu lehren und sie zur Rach- tlfcrung an^uregen. Immer müssen unb können wir zu Ihren Werken greifen, um unS zu unter­richten und unseren Hörern daraus vorzutrngen. Mit größter Hochachtung betrachten wir, wie Sie bie Lieberführung des Rechts zu neuer Form In Hessen förderten BMr freuen uns. Sie alS Lehrer an ber Technischen Hochschule zu unserem engeren Kreise zählen zu dürfen, und wir erkennen bk hski-en Verdienste an, die Sie um die Ausbildung deS Iuristenftandeä in Hessen durch Ihre Tätig­keit In bet Iustizprüfungskommisfion sich er- warben.

I^tzk. da Sie den Richterstab aus ber Hand legen, senden wir Ihnen, der Sie einst mit grötzter Auszeichnung hier bk Prüfung beftanben unb damals schon ahnen Hetzen, was Sie alles leisten werden, unsere ehrerbietigsten Grütze. Wit trän- Wen Ihnen, hochverehrter Herr Präsident, bah Sie den reiche Schah IhreS Wissens unb Kön­nens noch weiterhin in einet für Sie unb alle anderen erfreulichen Blute lange Iahte weiter verwerten und reichen ZinS tragen lassen, dem Vaterland unb dem Recht zu Ruh und Summen!

In ausgezeichneter Hochachtung

Die 3uriftenfaM14t bet Universität Dietzen. Hans Gmelta, Wollgang BtUtermaiec, Lev Rof«- bcrg. Otto Eger. Karl Fcbhüch.

Zur Umsatzfteuerzahlunft am IO Februar.

lWTB.) Bis zum 10. Februar ist für die­jenigen Llmsatz-tLurus-)Sleuetpflichlige». die monatliche Borauszahlung auf bie Hm fatz»lLu,us-)vteuer au keifte» haben, die BovauSzab ng auf bk Hmfäye des Monats Januar 1924 fällig. Der Steuersatz für die all­gemeine Umsatzsteuer beträgt zum eckte» Male 2 1 ; Proz. Gleichzeitig mll ber Entrichtung der Bvranszahlung ist eine Boranmeldung abuugeben. In dieser Bo.anmelbtmg haben Steuerpflichtige, die eine Buchführung aus wertbestänbrger Grundlage haben, die Umlage deS Mo­nats Januar 1924 in Goldmark anzugeben. Eine Buchführung auf wertbeständiger Grundlage wird nur bann alS vorliegend erachtet, wenn sie während des ganzen Monats Januar 1924 in amerikanischen Dollars, englischen Pfunden, hol­ländischen Gulden ober Schweizer Franken ober in öolbmad zum Gegenwert von l0,4. na cd am eck la­schen Dollars aus Grundlage des laufenden Kuckes iMittelkurs) des Dollars an der Berliner Börse erfolgt ist Sic genannten ausländischen Zahlungsmittel find nach folgenden Gold- markkursen vom 31. Januar 1924 auf Gold­mark umzurechnen: 100 Dollars (Nordamerika- nischcr Währung« 420 Goldmark, 1 englisches Pfund 18 Gold nark, 103 holländische Gulden 15c Goldmark, 103 Schweizer Franken 72,80 Goldmark. Die Goldmarkkutse der übrigen ausländischen Zah­lungsmittel werden vom Rcichsmrnister der Fi­nanzen für die Zwecke ber Entrichtung der Um» satzsteuervorauszafolung für Januar in ben näch­sten Tagen festgesetzt und im .Reichsanzeiger für das Deutsche Reich" veröffentlicht worden. Diese Kucke, sowie bei Papiernrirfumsähen der älmrechnungssay von 1 Billion sind für Steuer­pflichtige mit Buchführung auf nicht wert­beständiger Grundlage matzgebend.

UoterhckktunqSabend zu (Önnften der Gtetzeuer Gtude»1enhilfe.

Der warmh.rzigen Förderung der Tätigkell Giehener Studentenhilfe galt ein älnterhaltungSabenb, ber am Sonntag im GefellschaftSverein statt fand und einen außer- ordentlich starken Besuch zu verzeichnen hattr. Wertvolle Z^unstgenüffe unb frvhgestinnnte gesel­lig? Darbietungen füllten de» gesellschaf Nchen Rahmen ber Bcronftol-ung aufs beste aus und fanden allenthalben aufrichtige, banlbare Aner­kennung.

DaS Konzert, mll dem ber Abend ein ge­leitet wurde, brachte mir wiederum eine recht freu­dige Aeberrafchung, genau wie jener 2. Juni 1923. als Herr Eher Hard Delp (Darmstadt) die Paganini-Backalionen von Brahms mll au her- ordentNchem Können meisterte. Auch diesmal er- wies sich der Vvriresfllche jugendliche Künstler als bedeutsamer Ausbeuter der stilistischen Eigenart des grvtz .n Hamburger MnstrrS. Mll stacker Er- faffung seiner reizvollen Individualität spielte er »um Beginn bie Sonate op. 5, k-Mvll. bie bekannteste unb zugleich auch bie letzte Klavier- fonate, die Brahms komponiert hat. Das Ah­nungsvolle, RSiseihaste, das Ungesagte, welches in keiner früheren Brahmschen Kompofi-ion so hin­ter ben Klängen träumte, gewann in dieser fein nachzeichnrnden Darbietung, bie alle Schattierun­gen des Dämmeck^chs und HalbdankekS unbetouht ausnutzt, eine von innerem Feuer durchalühte Be­leuchtung unb vttsetzte das eigene Äacherleben in starke Schwingungen. Wie stark und wahrhaft romantifch flieg etwa bie Stimmung des lang­samen Satzes »Der Abend dämmert, das Mono­licht scheint" aus diesen manchmal wirllich tageS- fremben Harmonien empor, ober tote unbändig ge­bärdete sich die trlle Iugendpiacht des Scherzos, bis bann im Intermezzo »Rückbl ck" unb Erin­nerung an bie sütze Anmut des Andante wieder hervorlugten. Aber auch hier spckcht sich in dem langgedehnten Hauptthema, in ben zarten Lyris­men der Episode unb wohl am deutlichsten in dem Crescendosturm der Coda eine eigene Sprache tiefer Geheimnisse auS. Unb tote revete heut diese Sprache zu uns! Im Schlutzsatz geriet besonders daS nicht mir kompositorisch, fonoern auch rein musikalllch höchst eigenartige dritte Thema, das unmittelbar in den StimmungSkrriS bei Finales ber ersten Symphonie versetzt, äuforrft markant unb Plastisch tn ber HerauSarbellung.

Auch in dem zweiten Brahmsschen Werk, in dem ik-Dur-Trio, op.8, zu dessen Wiedergabe am Schkuh deS Abends sich mit Herrn Delp die Herren Andreae (Biollne) unb Dr. Schlrepfoake (Cello) vereinigten, kam bie autzerst sichere Qkrtrautbeit des Künstlers mit dem BrahmSschen Klaviecktil zu überzeugendem Ausdruck. Dieses erste ÄammermuftFtoerf drS Meisters ist zugle'ch eine feiner für fein Schaffen aufschlutzreichsten Schöpfungen, da wir eS heute meistens, tote auch diesmal, in ber zweiten Be­arbeitung hören. Man mühte einmal beide Fas­sungen fomtcrcirumbcr spielen, um sich einen wert- vollen Sinblick tn bie Entwicklung Sick chichte ber Brahmsschen Kammermusik zu veckchasfen. Am einh-ck l chsten in der Darbietung gelang ber Trio- Vereinigung v'ellricht das Scherzo, welches an zweiter Stelle steht, jener wie ein holbeS Geheim­nis amnutende bi-Moll-Satz, ber tat ber Reu­bearbeitung nur ganz ll ine Bcränberungen er­fahren hat Durchgreifenden Modisikatrvnen wur­den dagegen ber erste Satz unb vor allem der langsame dritte Satz unterzogen. Man erkennt hieraus ein allmähligeS Hinstreben von einer noch mehr ober weniger konvention^len Ver­arbeitung des eckten ThemaS zu äutzerster Kon­zentration. Daher die Verkürzung der Reprise und das immer fdienere Auftreten ber W«Ver­holung oder gar die B^rtoenbunq des ersten ThemaS als Soba beim reifen Brahms. Der langsame Satz, dessen uckPrünglicheS zweites Thema in feiner allzu deutlichen Reminisrenz an Schuberts »Am Meer" eines ber nicht seltenen Beisvicle für den Einslutz Ist, ben ber Meister des Liedes auf ben jungen Brahms auSgeübt hat, bewegt sich jetzt in ber bekannten Form, die wir auch im OMoll-Kkavierquartett. im Horn- Trio, im Klarinetten-Triv und im Klarineiten- Quintett finden. War für Herrn Delps Spick in diesem Satz die sehr charakteristisch o6toägenbe Heraushebung des harmonischen Untergrundes bezeichnend, so steigerte eS sich im Schlutzsatz. ber durch die Einführung des llangfrohen zweiten Themas in l>Dur stall des fi^-Du-»Tb?mas der ersten Fassung ein ganz anderes Gcki hl bekom­men hat. zu äuherst drängender Gewalt unb er­hob sich zu einer .besonders tn ber Soda, im­ponierenden geistigen Führung DaS von voller Hingabe getragene Zusammenspiel der brd Herren war, rein technisch bewertet, Im grotzen unb ganxen einwandfrei. Musikalisch und tonlich befaxbrn

sich die beiden Partner Herrn Delp gegenüber allerdings in keiner leichten Sage, da bei ihm jene charakteristische Kongruenz zwischen geistiger Durchdringung unb höchster tech '.i.cher Bereillchaft sich immer mehr heraus gebildet ha:, wckche ber. prädesttmerten Brahmsspicker kennzeichnet.

Dr. H. R

Einige reizende Reigenaufführungen von sechs ber jüngsten Schülerinnen ber Tanztünstlerin 6 r na Schumann, die mit lebhaftem Beifall ausge-eichvet wurden, leiteten über zu dem hei­teren Teil der Bvrtragsfolge. Kabarett, Schatten» spiele, Tanz usw. sorgten dafür, datz die Gäste sich aufs trefflichste unterhalten konnten. Eine Ber» losung von allerlei Gegenständen, bei bet als Hauptgewinn ein Klubsessel von einem junger BanfangcfteILen gewonnen wurde, gestaltete den Abend für manchen noch besonders .gewinnbrin­gend". Sifrischu.igen in reicher Auswahl boten gute Gelegenheit, neben ben mancherlei geistigen Genüssen auch dem Körper zu feinem Recht auf Stärkung zu verhelfen AlleS tn allem Bann gesagt werden, dah die Festleitung es wieder mal glän­zend verstanden bat ihren Gästen ben Qlufenifoall so angenehm wie nur irgend möglich au machen unb das Band des innigen BerbundenselnS -wi­schen Bürgerschaft unb Stubenlenschaft auch bei dicker Gelegenheit noch fester zu hrübfrit Hoffent­lich rechtfertigt nun auch ber materielle Ertrag der Veranstaltung alle die Erwartungen, die man im Interesse unserer Stubenteulchaft au ihn ge­knüpft hat

Gießener Wochenmarktpreise

am 2. Februar 1924,

SS kosteten: Butter 1.20 bis 1,50 Tttl. Blatte 12 bis 15 Pfg. das Pfund. Käse 50 biS 75 Psg. die Rolle. Vier 15 bis 20 Psg. das Stück, Beding 30 Pfg.. Weitztraut 20 bis 25 Psg.. Rotkraut 30 Psg.. gt(be Rüben 15 bis 25 Pfg, r©M Rüben 25 Psg. daS Pfund, Blumenkohl 0.50 bis 1 Btt. Salat 60 Pfg., Endivien 0.80 bis 2 Btt. das Stück, Unterfofolrabi S bis 8 Psg, Grünkohl 25 Pfg.. Rosenkohl 80 Pfg., Feldsalat 2.50 Mt. Zwicbckn 20 bis 30 Pfa. daS Pfund. Lauch 10 biS 40 Pfg.. Rettich 0,40 bis 1 Btt. Sellerie 10 bis 50 Pfg. das Stück, Schwarzrvurteln 60 bis 80 Psg., Aepsei 15 bis 30 Pfg., Birnen 15 biS 25 Psg., Honig 25 Psg., pinne Hibnen 1 Mt. Suppen»' Hühner 1 Mk.. Gänse 1 Mk., RÜNe 0,9J bis 1 Mk das Pfund, Apsckstnen 10 bi» 15 Pfa da» Stück.

Eine wichtige Steuer-Bekannt­machung verösfentlicht das Hess. Ministerium der Finanzen im Anzeiaenteil unseres heutigen Blatte». Man beachte bie Berössenllichung recht sorgsam.

* Wichtig für die Durchreise durch das besetzte Gebiet. Die Han» delSkammer FranksuN a. M.Hanau weist daraus hin, daß Re/ifende. die fich über das besetzte Gebiet nach dem Ausland begeben, beim Eintritt in das besetzte Gebiet ihren Patz abstempeln lassen müssen. Dieser Stempel hat nur e ne Gültigkeit von 24 Stunden und be» rechttgt nicht -um Berlafsen des Bahnhofs im besetzten Gebiet Soll die Reise im besetzten Gebiet unterbrochen werden, so ist die Ein. holung eines Geleitscheines erforderlich. Rei­sende, die ohne diesen Gelei schein im besetzten Ged.et auherhalb deS Bahnhofs belroffer werden, machen sich strafbar.

** Falsche Relchsbanknoten über 2 Billionen Mark. Bon ben tn letzter Zell ausgegcbenen Reichsbanknoten über 2 Billionen Mark mit dem Datum des 5. Rovember 1923. die ihren Schutz tn einem natürlichen Wasserzeichen, und zwar entweder m einem Gtnlenmufter mit dem Buchstaben G oder D, ober einem Kugel- muster oder? einem qitterartlgen Muster mH dem ständig wiederkehrenden Buchstaben S trugen, sind Fälschungen aufgetaucht, die als solche an dem Fehlen ober ber mangelhaften Aachahmung des Wasserzeichens unschwer Zu erfermen sind. Bor Annahme dieser Fälschungen wird gewarnt.

Bornotizen.

TageSkalender für Dienstag Stadtthoater: Z ilfor .Die DenkmalStoeihe". Republikanischer Retchsbund: 71/. Ufor In ber Turnhalle am Oswalds gart en Bortrag des Kul­tusministers a. D. Häntsch über »Das geistige Deutschland u d die Republik'.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns gckchrieben Am morgigen Mittwoch kommt mit Hellmuth Unger einer der Jüngeren deutschen Autoren hier zum ersten Bla le zu Wort, der tn letz er Zckt immer mehr hervorgetreten ist. Sein Schauspiel »Menschskoto unb Ka har Ina", das man morgen hier sehen wird, b ber Besetzung mit Kack ßambertin, Rose Rubner unb Karl Juhnke m ben Hauptrollen, barf wohl als das bühnenstärkste "Werk Ungers ang sprochen werden. In ben bisherigen A. ffüforungen am Landes- tbcater tn Karlsruhe und am Deutschen Theater in Hamburg ist das Bterf nach vorll -genben Be­richten mit außerorbentlichem Beifall ausgenom­men toorben. unb bie stacke Wirkung bückte flA auch hier bei ber forgfäliigen Borbereitung durch Adolf Teleky unb der gediegenen Ausstattung ergeben.

Drei deutsche Schicksalsfragen so schreibt man uns behandelt der Deutsch- national? Hanblungstehilfon-B rbcmd vor seinen Mitgll.'dern tn mehreren hundert Bcriammlungen im ganzen Reiche Rationale Gesinnung ist Recht und Pjlicht eines jeden Bolles^ M tbesitz ber Ar» bcktnehmeckchaft an ben Sachwerten der Wirt» schäft ist nötig, um bie Arbeitnehmerschaft auch mit realer Verantwortung tn daS G«iz« zu bin­den. bt-rufSständiger StaatsaufbMi als Weiler- enttoidlung ber D«nokra:i: desgleichen, damit das Batcrianb für jeden Volksgen)ssen auch wirklich verteidiguTHgSwurdig werde. Heber dicke Frag« spricht am morgigen M ttwrch 6 Februar, abends 8 llhr, tat Kaufm B^rrinshaus. Borbanloge. Hermann Miltzow V>n ber B-rtoaltwig bei D H. B in Hamburg. Wer als Gast tdlAurebmen istn'cht. wende sich cm chi ihm bckanntes Mttglted. das ifon gerne ein führen wird.

Landkreis Gießen.

X W i e s e ck. 4. Febr. Eine vateckändifche Weihestunde bc-rcttetr dir Liga zum Schutze ber betatschen Kultur gestern abend unserer Äemctabe tn ber Kirche. One Sprecherin de« Wartburgvereins unb t« sen GesanAsab- telung brachten In Wort und L eb Ernst Montz Arndt und Hofmann von Fallersleben zu Gehör: na<ü einer die Zicko der Liga auheijenben Be- gdkbung deS Ortsgeistlichen sprach Dirckt« Hel-