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Dienstag, 4. November {92$

rlr. 260 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (Seneral-Anzetger für Gverheffen)

für

Der dritte Hauptanstifter desWeltkrieges

Die Bedeutung von Delcasf^s Botfchaftertätigkeit in Petersburg

Metzgereien, Schl'ch stätt-n von Viehh in lern und sonstigen Pcrlonen, welch: sich gelegentlich mit Schlachtung uno F,e schv-rtaus befafsen, für Fleisch-. gleiid;a>arcn=. Wild- und ticU/ig Jfxuib- lungen, foto e für alle Geschäfte, welche im'Neben- geweibe oder aus Märtten Fe.sch und Flei/ch- waren frisch oder als Tauerware (Konserve), roh oder zubereitet. seilhalten oder rertausen, einerlei, ob das Fleisch und die Flei'chwaren von Schlacht-- oder anderen Tieren hecstammen. Fu den Geschäften, d e im ..N:beng werbe" F eisch und Fleischwaren verlausea. gehören auch die Feinkosthandlungen aller Art die Hotelkuchen, Spe sewirtschasten und Kantinen. Die Revisionen aller dieser Velrieb- werden unvermutet vorgenommen werden.

hundert Meter. Die farm er gemütlich in zehn Minuten machen."

3a.

Einmal cm Dogen erwartet er ein schnelle- Auto, das die Champs Elysses hcraufkommen wird. Ter Wagen hält einen Augenblick, er springt aus, und bann saust er mir größter Ge­schwindigkeit die Avenue du Dois de Doulogne hirraus."

Warum glauben Sie das?'

Weil ihn dies der kürzeste und sicherste Weg au? Paris hinaus dünkt Dom Dogen bis zur Porte Dauphine ist es weniger als eine Meile. Tas kann er in fünf Minuten machen. 3n einer weiteren Viertelstunde ist er außerhalb der Stadt au her Verfolgung, aus dem ßanb.

Qlber Sie vergeben. Herw Duvill dah er seine" Halfer noch nicht davon benachrichtigt ha., d-ast alles in Ordnung ist, damit d.e Aoresse des Ortes, wo der Knabe verborgen wird, Herrn Staple'on dclcvhomert werde."

Win Derart, ich hab- das nicht vergeben. Tatsache, ich komme jetzt dran. Was würden Sie an seiner Stelle tun?"

Dernet kratzte sich nachdenklich den Kopf. Er kann einen Pistolenschuß vom Wagen ans abgeben."

,Zu gefährlich. Der Knall könnte Aufmerk­samkeit erregen Er muh geräuschlos zu Werk ge^n."

Ein ''minf mit der Hand vielleich'. für je­mand. ter a; der Straße aufgestellt ist."

Ebenso gefährlich Der Dursche Lenkt sich wohl, ecrh alles Möglich- getan wird, um nicht mir ihn, sondern auch seine Helfer im Dunde mitzusangen. Er zieht in Betracht, dah bie Srrahe

Die Überwachung des Verkehrs mit Fleisch und Fleischwaren.

Von Amtsveterinärarzt Dr. Stein.

Eine der wichtigsten Zweige der Nahrungs- mittelkontrolle ist die Lleberwachung des Flei­sches, weil gerade das Fleisch mehr wie alle an­deren Nahrungsmittel geeignet ist, beim Men­schen Schädigungen an der Gesundheit hervorzu- rusen. Auch ist es. und insbesondere die Fleisch­waren. vielfach Verfälschungen ausgesetzt.

Seitdem in den letzten Jahrzehnten die Hy­giene auf allen Gebieten des täglichen Lebens grohe Fortschritte gemacht hat, ist auch die Un­tersuchung und Deurteilung des Fleisches ständig weiter ausgebaut worden. Durch das Reichs- fleischbeschaugeseh ist diese Untersuchung und Be­urteilung in ganz Deutschland seit Beginn des Jahrhunderts nach einheitlichen Grundsätzen ge­regelt. Infolgedessen haben die auf Fleischgenuh

sich von einem Helfer verhaften zu lassen, kommt heute abend um acht Uhr in Stapletons Haus."

Mon Dieu! Ist dem so, dann haben wir ihn.

Nicht so rasch. Wir dürfen und nämlich darin noch nicht einrnischeu."

3a, wollen Sie Leirn diesen Halunken ent­wischen lassen? Es ist meine Pflicht, ihr feslzu- nehmen. sobald er mir zu Gesicht kommt."

Sie irren sich, Bernet. Ihre Pflicht ist. meine Anweisungen zu befolgen. Herr Lefevre hat Sie für heute mir zugeteilt."

Derne'. lachte.Tatsächlich." agte er ..Wir wünschen Sie also, baf> ich mich verhall-?

Ter Marrn kommt also um acht Uhr zu Stapleton und erhält eine stattlich- Summe. Er hat sich verpflichtet, falls er nicht gestört wird, den Ort, an dem das Kind geholt werden kann, binnen einer halben Stunde Stapleton telepho­nisch mitzuteilen."

..Ah dann sollen toir rhn verfolgen unö "ihn v-rhaften, nachdem er telephoniert bat."

Tutxtll lachte.Wir h^ben mit ei e n Man e m tun, der schlauer ist. als nur so. Bernet. 5>ierer Ker. wird gar nicht telechonie en."

Wie will er denn S .aplelon be.-achrichtigen?"

°Tas ist es eben, was ich herauszufinden suche" Denken Sie sich in seine Lage. Er ist erkannt - er darf mcht in P-ris b -:b-n - er erhält fünfhunderttausend Fran.er L-egel) für das Kind. Ist es nicht natürlich, amzunehmen, hast er die Stadt sofort verstrfen w.ll?"

3a. Ich wenigstens würde es an sei e. Stelle tun. , . . . .

Natürlich Nun nehm' rch an, day ter Dursche zu Fuß von Stap.eDNS Haus zum Triumphbogen will eine Entfernung von acht­

die Aufrechterhaltung deS Friedens mit größerer Zuversicht zu betreiben."

Mit dergrohen militärischen Anstrengung, die die französische Regierung ... beabsichtigt", ist natürlich die Einführung der breijäbrigen Dienstzeit gemeint. Sie sollte nun auch Ruh­la n d anspornen, seinerseitsentsprechende Maßnahmen" zu treffen, und es war die Auf­gabe Delcassös. deren Durchführung zu erreichen.

Tie militärischen Rrrstu gs-erstäitungen wa­ren so sehr auf den kommenven Kampf Frank­reichs und Ruhlands gegen die Mittelmächte ab­gestellt. dah man Hand in Hand damit dazu überging, die b-iderseitigen Kriegs ziele be­reits festzulegen. Im Herbst des Iah eS 1914, also nach Ausbruch der europäischen Katastrophe, andte ISwolski feiner Regieru ig aus Dorde.nar. dem damaligen Sitz der fra rzöfi chen Regieru g drei Telegramme, in denen er auf Gru ib u?n Gesprächen mit Delcasfe die Frage behandelt, was die zwei verbündeten Mächte durch den Weltkrieg anstreben sollen. Er nennt am 13. Olt. für Frankreichs Rechnuirg die R ü ck e r st a t l u n g Elsah-Lothringens. einige koloniale Forderungen und als Hauptsache,dah das Deutsche Reich vernichtet und die militärische und politisch: Kraft Preuhens soviel wie möglich geschwächt wird." In einer weiteren Tepe ehe vom gleichen Tage lesen toir: Hierbei berief sich Delcaisö auf die Verhand­lungen, die in Petersburg im Iahre 19 13 stattgesunden haben, und bat inständigst, Ihre Aufmerksamkeit auf di- Tatsache zu lenken, dah die Forderungen undWünsche Frank­reichs dieselben geblieben find, mit Ausnahme des notwendigen Wunsches, d i e p o l i- tische und ökonomische Kraft Deutsch­lands zu vernichten."

Durch die wi-derg.gebenen Worte ist der Dr- weis erbracht, dah di- Mission Delcasses eine kriegerische Mission im wahren Sinne des Wortes war. Er sollt- den mit der Republik b-freundeten Staat nicht nur zu groben militärischen Anstrengungen beweeen, son­dern zugleich den Lo h n für alle Mühen ver­einbaren, der selbstverständlich nur mit den Wa ffen errungen werden konnte. Wenn man nun an die zu Anfang dieses Kapitels zi­tierten Worte Iswolslis über den durch einen glücklich b.endeten Balkankri-g unvermeidlich wer­denden Kampf des Slawentums mit dem Germanentum deckt, so gelangt man im Hinblick auf die hier aneinandergebe h-ten Tat­sachen zu dem Ergebnis, dah jene Worte nicht nur die zufällige Meinung e.nes Diplomaten Lar­stellen, sondern dah bie in ihren zum Ausdruck gelangte ckleberzeugung zugleich die Richt­schnur für das Hanbeln Iswolskis und seines Gesinnungsgenossen Poincare abgab. In der Tat, wenn es nach bem Willen der beiden Männer gegangen wäre, so hätte Europa schon damals nahe am Abgrund gestanden. Sogar Englands Mrttoirkung für die Abrech mng mit den Mittel­mächten hielt der Präsident der Republik, wie toir oben erfuhren, für den Zeitpunkt, den wir behandeln, bereits für sicher. Ein solcher Glaub« muhte natürlich den Tatendrang der beiden für den Frieden so gefährlichen Männer in Paris noch erheblich vermehren.

cklntoillkürlich legen toir uns hier die Frage vor: warum kam es damals nicht schon zum Aeuhersten? Warum ging die Prophezeiung Is­wolskis nicht in Erfüllung? Warum ge­lang den heimlichen Kriegstreibern nicht die Vollendung des begonnenen Werkes? Tie Antwort lautet sehr klar: Die Welt­geschichte machte ihnen zunächst noch einen Strich durch die Rechnung. Der entscheidende Sieg der Balkanstaaten, die Vorbedingung für den groben allgemeinen Zusammenstoß, erlitt eine Unterbrechung und schien alsbald auf bedenk­liche Weise in Frage gestellt. Aber nur zwei Iahre später war das Werk reif.

treten der genannten Räume zu jeder Tages­und Nachtzeit gestattet werden. Es folgen bann ausführliche Vorschriften bezüglich der mit Fleisch hantierenden Personen, bezüglich des Fleisches, der Räume, der Einrichtungen und Geräte und des Transportes von Fleisch. Von allgemeinem Interesse dürfte sein, dah nunmehr nach den Vor­schriften der Polizeiverordnung der Hausierhandel mit Fleisch usw. verboten ist, der den reellen Ge» schästsmann schwer schädigt und eine hauptsäch­licheStutze" des Schwarzschlachtens und der Verwertung von minderwertigem oder gar kran­kem und verdorbenem Flcksch d.irstellt. We en der großen Gefahr der F e schv rgiftung ist auberbem verfügt worden, das' Hackfleisch während den warmen Jahreszeit nicht vorrätig gehalten werden barf, sondern bei Bedarf stets frisch berzustellen ist. Außerdem ist di- Befördern von F.ei'ch anti Fleischwaren in Säcl-n (auch Rucksäcken!» ver­boten: hierzu sind saub-re Körbe und Kisten zu verwenden. Aus alle diese Vorschriften werden die Polizcibramten und Gendarmen ein beson­deres Augenmerk richten.

Li- in der Polizeiverordnung vom 18. Ok­tober 1924 erlassenen Vorschr st'n gelten f"

sorgfältig bewacht wird. Wozu Gel g nh.-it ge^en und Gesicht laufen, dah schli-hlich eine Helfer gefafji werden, wenn es einfachere bequemere Wege gibt?"

Zum Beispiel?"

Haben Sie das Zeichen von der Versailler Etrahe vergessen? Tas b aue Licht?"

Ah" Tadell s Er w l Las Z-ichm j.man- dem geben, der in einem Haus an cec Straße sich befindet."

Tas wäre wohi bequemer und sicherer, aber bedenken Sie, dah dort feine Häuser längs der Strahe stehm - wenigstens kein., in denen ein Mann dieses Schlages Syelfcr versteckt hoben könnte Eigentlich sollte ich nicht nein sagen: vielleicht k-mmt doch eines in Bet acht. *

Wirklich? Unb welches wa . es?"

Tas Staplettns. Seh n S her! Er schob ihm den Plair hinHier," er bei e.e mit der Spitze seines Bleistiftes auf das schwo-z? Viereck, das hes Bankiers Weh Hous b zeichnete,ist das Haus Tas nach Norden geh mde Fefier eines Zimmers im obersten Stock hat Ausficht auf die Avenue du Bois Le Doulogne an einen Punkte, der etwa hui'.Lerachtzig Meter we .l ch vom Arc de Triomph- liegt, da wo sie die Avenue Malakoff schnlldet. Dorübe hinaus ist die Aussicht verhindert. Tatsächlich find bie Bäume an der Avenue du Dois de Boulogne im W-ge aber an der Kreuzung mit der A enee Malakoff ha: man einen weiten, unbehlnoer- ten Dlick." .

n2£ber ein Helfer m Stapletons eige­nem Haus?" _

3a. Der Chauffeur FranyvtS.

, " (Fortsetzung folgt.)

Als Poincare Präsident von Frankreich getoorben und damit die russisch. französische Kriegspolitik in den Bereich sicherer Durchführ­barkeit gerückt war, wurde nicht lange gezögert, das politische System, das dem Plan Iswolsli- Poincarös Gelingen verbürgte, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln auszubauen Man begnügte sich nicht damit, lediglich den ein- geschlagenen politischen Kurs beizubehalten, son- dem man traf sofort darüber hinaus alle An- sto-lten, um das Tempo dieser Politik in gan- erheblicher Weise zu beschleunigen. Die wichtigste Mahnahme war die Abberufung des bisherigen Vertreters der französischen Repu- blik in Petersburg, Georges Louis, der dem Pariser Vertreter des 3aren schon lange ein Dorn im Auge gewesen war, und die Ernennung seines Nachfolgers in der Person desjenigen Mannes, der nächst Iswolski und Poincare der geeignetste und wichtigste war für den geplanten Machtkampf in Europa: D e l c a s s e s , des befannten Gegners Deutschlands. Dieser Vorgang wurde in jener Zeit, die noch nicht durch das Lügensystem einer vierjährigen Kriegs- und sechsjährigen Nach­kriegspropaganda getäuscht war. kaum anders gedeutet, als toir heute imstande sind, ihn aus den Akten zu beurteilen: als ein Helles Signal einer mit den äuhersten Mitteln verschärften Politik des russisch-ftanzösischen Bündnisses gegen Deutschland. Wenn man bedenkt, dah die Nach­richt der Entsendung Delcasses nach Petersburg von den Pariser Blättern am selben Tage gebracht tourde, an dem die Botschaft des neuen Präsiden­ten aus Anlah seines Einzuges ins Elysee in der Presse geschah, so versteht man, was die Ernen­nung für einen Eindruck in den damaligen Zeiten machen muhte.

Die neuen Akten*) verraten uns, dah Delcassä sein Land in der Tat nicht in gewöhnlicher Weife bei dem verbündeten Staate vertreten sollte, son­dern dah ihm eine ganz bestimmte Mis­sion aulgetragen wurde, für die das Wort deutschfeindlich^ noch eine recht milde Bezeich­nung ist.

In einem Telegramm vom 17. Februar schreibt Iswolski in bezug auf Delcasse:

Gleichzeitig hat I v n n a 11 mich gebeten, Ihnen die Bitte um Dewerkstelligu.tg der Aller­höchsten Genehmigung zur Ernennung d-s H. Del» casss zum Botschafter in Petersburg zu über­mitteln. Dabei erklärte mir der Minister das folgende: Die französische Regierung ist zu dieser Wahl vorwiegend durch den Tlmstand bestimmt worden, dah H. Delcassö in d-n Augen der fran­zösischen Kreise und der öffentlichen Meinung bei der gegenwärtigen, auherordentlich ernsten internattonalen Lage, die die Anwendung des franko-russischen Bündnisses Hervorrufen kann, als Persönlichkeit von ganz besonderer Autorität, gc- wissermahen als Personifikation des Bündnisses gilt Don diesem Gesichtspunkt aus ist es sehr wichtig, dah H. Delcasse bei seiner Ernennung zum Botschafter sein Deputier­tenmandat behalten kann. Das gesetzliche Hinder- nis hierzu, das sich aus der Bestimmung ergibt, dah Deputierte nur mit zeitweilig en Aufträgen betraut werden dürfen, hat rein formalen Charakter und kann durch periodische Erneuerung des Dekrets seitens des Präsidenten beseitigt werden, wofür einige Präzedenzfälle vorliegen. Ich meinerseits erlaube mir zu äuhern, dah H. Delcasse, dessen politische Vergangenheit Ihnen gut bekannt ist. dem (Sebanfen einer alle reng sten Vereinigung zwischen Ruh land und Frankreich tatsächlich ganz und gar ergeben ist und als einer der einfluß- reichsten hiesigen ''Parlamentarier, falls die kritische Minute kommt, eine ent­scheidende Rolle im Sinne einer Be­seitigung i rgendwelchen Schwankens bei der stets verschiedenen Strömun­gen ausgesetzten Regierung spielen kann. Mir ist bekannt, dah man hi,er wünscht, die Ernennung Delcassös könnte möglichst bald vor sich gehen"

Besonders aus den Erwägungen Iswolskis geht her-vor. dah der neue Vertreter Frankreichs m Petersburg neben Poincarö als zweiter für die jederz eitige Kriegsbereitschaft der Republik bürgen sollte. Ein Brief vom 13. März verrät uns dann noch ein wenig mehr: hier hciht es:

*)Der Diplomatische Schriftwechsel Iswols- kis 19111914." Aus den Geheimakten der Russi­schen Staatsarchive. Im Auftrage des Deutschen Auswärtigen Amtes in deutscher Hebertvagung .herausgegeben von Friedrich Stieve. Deutsche Derlagsgesellschast für Politik und Geschichte in Berlin. __________________

zurückzuführenden Krankheiten der Menschen er­heblich nachgetatsen. Auch die Fälle von «zleisch- üergiftungen sind seltener geworden, jedoch ist e# der Fleischbeschau nicht gelungen, sic ganz zu be­seitigen. Es kommt dies daher, dah die eigent­liche Fleischbeschau sich auf die Untersuchung der Schlachttiere und des Fleisches unmittelbar nach der Schlachtung beschränkt. Der weitere Verkehr mit Fleisch und Fleischwaren bleibt unberücksich­tigt. Auch besteht nach dem Fleischbeschaugesetz keine durchgreifende Möglichkeit, den so­genannten Schwarz- und Galopp- schlächtern gründlich auf die Fingcr

u sehen, die auch im Kreise (Sieben ihr We- en treiben und sehr oft minderwertige oder gar kranke Tiere abschlachten und deren Fleisch unter Umgebung der Schlachttier- und Fleischbeschau für teures Geld unter die Leute bringen. Ferner ist nach dem Fleischbeschaugesetz die Untersuchung auf die schlachtbaren Haustiere beschränkt. Eine scharfe Ueberwachung des Fleisches von Wild, Geflügel, Fischen. Krusten-. Weichtieren ufw. ist aber eben­so dringend geboten, da derartiges Fleisch den gleichen gesundheitsschädlichen Veränderungen und Verfälschungen unterliegt.

Sollen diese Mihstände, die sowohl auf Hy- gienisch-m wie aus wirtschaf.llchem ®cblet'c liegen, erfolgreich beseitigt werden, so muh das Fleisch von der Schlachtung bzw Produktionsstelle ab bis zum Konsumenten einer strengen und lückenlosen Kontrolle unterworfen werden. Diese erweiterte sog. auherordentliche Fleischbeschau hat fomU die Ausgabe, vorbeugend zu wirken und zu verhüten, dah das Fleisch ober die Fleischware einschliehlich der Konserven aller Art eine gesundheitsschädliche oder verdorbene Eigenschaft annimmt, oder dah sie nachgemacht oder verfälscht werden. Fleisch und Fleischwaren, die erheblich von der Norm abwei­chen, müssen aus dem Verkehr gezogen werden. Strafbare Handlungen, welche der Fleischverkehr auch im Kreise (Sieben bereits mit sich gebracht hat und noch mit sich bringt, müssen aufgedeckt werden, damit die Schuldigen, welche die Gesund­heit ihrer Nebenmenlchen gefährden oder den Konsumenten wirtschaftlich schädigen, zur Verant­wortung gezogen und bestraft werden können.

Aus diesen Erwägungen heraus wurde (wie von uns schon berichtet. D. R-b.) durch da- Kreisamt (Sieben am 18. Oktober eine Polizerverordnung erlassen, welch- den Verkehr mit Fletfch und allen übrigen von Tieren her stammenden Fleischwaren regelt und bie am Tage der Veröfsentl.chung b'reits in Kraft g treten ist.

Nach dieser Poliz iverordn-nr unt rlieg-n bie Aufb Währung, die Abgab.' und b.e Beförderung des Fic sches und aller übrigen von Tieren ter- starnmenden Nah^-ungsrn ttel und bcmge.näb auch alle Räumlichkeiten. Einrichtungen und Geräte, welche der Zubereitung, Aufbewahrung, Abgabe unb der Deförb-rung aller dieser Nahrungs­mittel dienen, ber Beaufsichtigung durch bie Po­lizei und den beamteten Tierarzt. Den Polizei- bcamten unb beamteten Tierärzten muh baä Be-

Wie Ihnen bekannt, ist H. DelcassH nicht nur in Fragen der Auhenpolitik brsonbers kompe­tent. sondern auch in allem, was bie Heeres» unb insbesonbere bie Floltenangelegen- bei t betrifft. Laut Kenntnis unseres Militär­attaches ist ihm ganz speziell der Auftrag erteilt, unsere Militärverwaltung von ber Notwendigkeit zu überzeugen, bah die Anzahl unserer strategischen Wege zu vermehren ist, um dadurch bas Zusammenziehen unse­rer Armee an ber West grenze z u be­schleunigen. H. Delcasse ist in dieser An­gelegenheit so bewandert unb mit den Ansichten des französischen Generalstabes so bekannt, dah er diese Frage mit unteren Militärbe­hörden völlig selbständig erörtern kann. Dabei ist er bevollmächtigt, Ruhland alle hierzu vielleicht erforderlichen Geldmittel in Form von entsprechenden Eisenbahnanlei­hen anzubieten."

Die Ausschlüsse, die dieses Schreiben enthält, sind für das tiefere Verständnis der Vorgänge jener Zeit von grohem Wert. Bevor toir noch weiter auf sie eingehen, müssen toir zunächst die Ereignisse, bie sich ungefähr gleichzeitig in Frank­reich abspielten, etwas genauer b-vbach en.

Die französische Regierung tat nämlich einen Schritt, ber auf dem Gebiete der militärischen Fragen von einschneidender Bedeutung war: sie entschloh sich zur Einführung der drei­jährigen Dien st zeit in Frankreich. Nach auhen hin wurde als Grund hierfür die kurz zu­vor vorgenommene Dergrvherung des deutschen Heeres angeführt, die sich aber, nebenbei be­merkt, ganz allmählich vollziehen sollte.

Die Einführung ber dreijährigen Dienstzeit verlieh tatsächlich der französisch-russischen Armee eine ganz gewaltige zahlenmäßige 11 e b er­leg e n 6 e i t über bie vereinigte deutsche unb österreichische. Das wuhte man natürlich nicht nur genau, sondern gerabc bas bezweckte man. aber man verstaub es wie so oft, geschickt ber Öffentlichkeit einzureben, bah es sich um eine Tat der Notwehr handelte.

Auch in dieser Angelegenheit nahm Poincare die Führung in die Hand und verfuhr dabei als gewandter politischer Regisseur.

Die aut Anregung des Ministeriums Poin­care erlassene Verfügung vom 20. Ianuar 1912, die den Bestand sowie die Art unb Weise der Einberufung des Obersten Kriegsrats bestimmt, gibt dem Präsidenten ber Republik erst­malig das Recht, den Kriegs rat unter seinem Vorsitze einzuberufen, wann er es für nötig be­findet. So beschloh der Präsident der Republik das ihm neugewährte Recht vor Einbringung des Gesehenttourfes in das Parlament auszu- nutzen unb berief ben Obersten Kriegsrat zum 4. März nach dem Elysöe.

Auf solche Weise wurde die Annahme des Gesetzes nach Möglichkeit beschleunigt unb bie grohe Aktion zu einer nationalen Qln ge­legenbeit aufgebauscht. Denn der russische Berichterstatter stellt fest:

Das gänzlich ungewöhnliche Hervvrtreten des Präsidenten der Republik, als des Ober­hauptes der Armee, in einer für Frankreich so wichtigen Frage hat angesichts der ständig wach­senden Volkstümlichkeit H. Poincarös und seiner vollständigen llebereinftimmung mit der Regie­rung, die ruhig und fest das nationale Ziel ver­folgt, den stärksten Eindruck auf alle Klassen des französischen Volkes ge­macht.

Die wichtige Neuerung hatte auch ihre direkte Beziehung zu ber Entsendung Delcassäs nach Rußland. Am 20. März richtet nämlich der P r ä - fibent der Republik ein Schreiben an den Zaren, in dem er den neuen französischen Bot­schafter empfiehlt unb im Anschluß daran erklärt:

Als ich anbererfeiti das Glück hatte, im vorigen Iapre von Eurer Majestät in Peterhof empfangen zu werden, lenkte ich Eure Hohe Auf­merksamkeit auf den Nutzen, den er dort nach Ansicht unserer Generalstäbe durch bie Beschleuni­gung bes Baues gewisser Eisenbahnen an der Westgrenze des Reiches gebracht hat.

Die große militärische Anstren­gung. die die französische Regierung zur Auf­rechterhaltung des Gleichgewichts der europäi­schen Streitkräfte zu nrachen beabsichtigt, bewirkt, daß entsprechende Maßnahmen, über deren Not­wendigkeit sich die Generalstäbe beider verbün­deten Parteien geeinigt haben, gegentoärtig be­sonders dringlich sind. H. Delcass 6 wird Eure Majestät und seine Regierung auf dem laufenden über diese militärischen Fragen sowie über alle anderen Fragerr halten, die die Betätigung des Bündnisses betreffen und uns gestatten können.

5ettsame ßlitterwochm.

Roman von Arnold Fredericks

37. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Duvall hing den Hörer au; und setzte sich Die gefertigten Zeichnungen la-^en vor rhm. Er erwartete ungeduldig Bernets Komin-n^

Nach etwa zwanzig Minuten erschre.r ber ^^Was ftefrt zu Diensten, Herr Duvall?

Guten Morgen. Bernet. S-tzen Si- llch und steck-n Si- sich -in- Zigarre an. Ich etwas mit Ihnen zu besprechen."

Betreffs des v-rmryten Krndes des H-rrn Stapleton ;ovi-l ich v-rsteh- bmreri'.e D-rnet, als feine Zigarr- brannte, into ruck.- ewen o.ui). an den Tisch Er sah auf dir vor rhm liegen re Zeick.nungeir.Was ist das. wenn rch forge.r

Duvall nahm seinen Dloistill zur H»)d. Dies. Bernet, ist dn Plan eines kleinen Tcrls von Paris. Wie Si- kfcn, ist das hier dre Avenue Kl-b-r. die gerate vor den Triumph­bogen in die Chamvs Cly'ises mun.e.

'Ich sehe. Es ist völlig klar."

Hier - die es schwarze Viereck - ist Stap­letons Haus Von hier zum Trramphbvgen Itib es etwa ach.hund-rt Me.er."

Ungefähr so viel wollt- ich sagen. Was ist damit?"

Einen Augenblick! Der schwarzbärtige Schurl- - der Erpr-lsec -. der gestern abend Stapleton besucht- uni) durch die Lrst entwricht-,

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