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Hochwassernot.

Aus Oberhessen.

nt>. Nidda, 3. Nov. Die Nidda ist so stark angeschwollen, daß sie oberhalb der Stadt über ihre Ufer getreten ist und die Wiesen und Gärten überschwemmt hat. In den niedrig gelegenen Stadtteilen ist Hochwas er, das in den Kellern größeren Schaden angerichtet hat. Die Kartoffeln und son ftigen Kellervorräte liegen im Wasser. Das Niddatal von Unter- Schmitten bis Dauernheim gleicht einem grosten See. Heute morgen zeigte der Pegel an der neuen Drucke hier 2,80 m Wasserstand.

Ober-Schmitten, 3. Nov. 2lm Sams­tag und Sonntag führte die Nidda wieder Hochwasser. Bereits am Samstag über­schwemmte sie einen groben Teil der Wiesen. Die St affe Ische Papierfabrik mußte außer Betrieb gesetzt werden. 3n den Abendstun­den dcS Sonntags erreichte daS Wasser feinem höchsten Stand. Die in der Nähe des zum reisten- den Strom gewordenen Bach:s Wohnenden hatten bereits Vorbereitungen getroffen, um möglichst rasch räumen zu tonnen, und beobachteten in ängstlicher Sorge das Wachsen des Wassers. Aber gegen 10 Uhr liest der Regen nach und hörte bald auf, so dast die Gefahr vorüber war. Noch in der Nacht nahm das Wasser stark ab. Infolge der Näss: des Erdreichs und der an­haftenden Niederschläge steht ein grober Sen der Keller unter Wasser, eine Erschei­nung, die m langen Jahren nicht mehr zu be­obachten war. Das LeitungSwasser tst gelb und unappetitlich.

I Ober-Lais, 3. Nov. Die starkenRegen- güffe der letzten Sage haben zu ile be r s ch we m- mungen der tiefer gelegenen Gelände geführt. Am Samstag konnten die Schüler aus Unter- Lais die Schule in Ober-Lais nicht be­suchen, da die Strahe fast meterhoch überflutet war. Sn Glashütten muhten am Sonntag einige Wohnungen und Ställe geräumt werden. Die ganze Nacht hindurch mufften stellenweise die Leute tätig sein, um die drohenden Gefahren abzuwenden, bis gegen

gegoren, im handelt sich hier um ein lyrisches Stimmungsbild, dem der dramatische Nerv fehft, so dast es auf die Dauer nicht zu fesseln vermochte. Einzig die Ausstattung und die Leistungen der Darsteller interessierten. Es folgte dann Tol­stois KomödieEr ist an allem schuld": gemeint ist der Alkohol Das Stück zeigt einen Ausschnitt aus dem russischen Dauernleben, es ist ungemein scharf in der Charakteristik der einzelnen Personen und Iaht manchen tieferen Blick in die russische Volksseele tun. Der letzte Einakter in dieser Reihe war ein dramatischer Scherz von Tschechow. Hier lernt man den für deutsche Begriffe derben, aber auch etwas einfältigen rui- fifchen Humor kennen. Ebenso wie in dem ersten, so waren in den beiden zuletzt erwähnten E'ücken der szenische Aufbau und die Darstellung höchst lo­benswert. Die Oper nahm Glucis .Or­pheus und Eurydike" nach längerer Zeit wieder in den Spi llplan auf. Die Aufführung war eine in allen Teilen so vorzügliche künstlerische Gesamtdarbictung, dast sie wohl eine der besten dieser Spielzeit bleiben wird. Den Orpheus fang mit bedeutendem gesanglichen Können Frau Anna Jacobs. Die Oper war von Generalintendant Legal inszeniert und stand unter der musikali­schen Leitung Generalmusikdirektor D a 11 i n g s.

E. B.

Da- Wafter überflutet weithin daS Vorland. Die ÄanaUfteningforbeiten werden durch i<u Hochwatter auf da- Empfindlichst' goftör Kies, Holzmaterial uftD. ivurden von dea 'Stuten weggeschwennni. Den .^chstuand erreichte ter Neckar gestern in Heidelberg mit 4,71tetev Orte de- Odenwald c- haben unter den berob- türzenden Waftermasse:' schwer gelitten. Die Bäche haben sich teilweise in feinende Siröme verwandelt, so dast in einigen Orten, wie in Schönbrunn, die Cinwohter teilweise nicht in der Lage waren, die Häu'er noch rechtzeitig zu verlassen AuS Mo-dach wird g.meldei. dast der Elzbach so .angeschwollen ist. tan s.nk Samstag die Drücke nicht m:b begangen werre v kann. Von Hnter-©<t?ef len steht tas mitt­lere Dorf ganz unter Wasser, so to) das Vieh nur mit knapper Not au» deit Ställen lebracht werden konnte 3n der Umgebung von xberbach sind verschiedentlich Dammb.üche bn- gekommen Bei Nieder-Elz ist ein Erd­rutsch de- Bahnkamme- cing:treten. C-'e

lande gleicht teilweise einem mächtigen See. Fel der und Wiesen ii'id überschwemm 1; die junge Saat ist schwer gefährdet.

Dom Rhein

K ö l n, 3. Nov. (WTD I Das Hochwasser ist Wetter im Steigen begriffen. 3n Do n n flieg der Wasserstand seit heute vormittag um 50 Zentimeter: weiteres Steigen wird gemeldet. 3n Königswinter liegen die Gleise der Bahn nach Bonn unter Wasser. In Remagen ist die Schissswerst völlig über­schwemmt. 3n Neuwied drang das Wasser in die Häuser ein; der Marktplatz ist von Wasser umspült. 3n Koblenz trat die Wasserwehr in Tätigkeit. Pontons wurden an die gefährdeten Stellen gefahren. Die Derwüstungen sind grof) Bei Zellingen muffte die Kleinbahn ihren Betrieb dinstellrn.

Koblenz. 4. Nov. (TU.) Der Eisen» bahnverkehr zwscheu Bonn und Ko­blenz ist durch Hochwasser lahmgelegt.

Großes Unglück in Frankreich und Belgien.

P a r i s, 4. Nov. (TU.) 3n O st frankreich nehmen die U e ber f ch wemm un ge n durch das Hochwasser beforgniserregenden Umfang an. Bei Sedan wurden gestern dreiD rücken über die Maas von der heftigen Strömung fortgerissen. Auch Meurthe und Mosel sind über ihre Ufer getreten. Nancy ist von einer Überschwemmung bedroht. Das Wasser der Mosel ist bereits in die Vorstädte von Metz eingedrungen und hat auch die umliegenden Dörfer überschwemmt. 3n Belgien haben insbeson- dere Charleroi und Lüttich schwer gelitten. Die Uebcrschwemmung erfolgte so plötzlich. daß Automobile und Wagen aus der Landstraße im Stiche gelassen werden mußten. Der Trambahn­verkehr von Lüttich nach Seraing und der Eisen- bahnverkehr von Nordbelgien ist unterbrochen. 3n Sarvlay wurden 18 Kühe von der heftigen Strömung entführt. Sehr kri­tisch ist die Situation der Stadt D i n a n t. da die Gasrohre beschädigt sind und der größte Teil der Stadt in Dunkel getaucht ist. Das Postamt ist vollständig überschwemmt, außerdem droht die Drücke einzustürzen. Namur hat we­niger schwer gelitten, burf) mußten zahlreiche Einwohner ihre Wohnungen verlassen; es heißt, daß die Brücke dem Ansturm der Fluten kaum noch standhaften werde. Die Vorstädte von Dr ü s- sel sind gleichfalls überschwemmt. Die Stadt Hal ist von allen Seiten mit Wasser umgeben.

atme <xm nay uro fern. Den yeftoortrag ft tat ber schon über 20 Jahre tätige Schriftführer gefrrer Wenzel. Er gab in geschichtlicher Folge eine Erinnerung an die bedeutendsten Mitglieder des DezirkSvereins. Weiter sprach er über die Bestrebungen und Ziele, die der Be;irksverein als treues Glied des Hess. Landes-Lehrervereins verfolgt habe. Eine Tat, auf die der Verein be­sonders stolz fein könne, sei die am 1. Januar 1897 durch daS Damalige Mitglied Dem, jetzt Nea- Offenburg, erfolgte Gründung des F-ueroers.che- rungS-Verbandes hefsischer Lehrer. Den Reigen der Glückwünsche eröffnete der Obmann Bach auS Mainz, weiterhin sprachen für die hiesige Realschule Direktor Angelberger und für die ehemaligen Mitglieder und Gründer des Verein- D e rn - Neu-Zfsenburg und Seip- Gieften. $er Verein hatte alles aufgeboten, um die zahlreichen Gäste auf daS Beste za unterhalten. Besonders gefielen die vierstimmigen Chore unter Leitung von R o t h- Grünberg Ein Dlchpelqaar- tett sorgte besten- für den musikalischen Teil, während die jungen Mitglieder des Vereins ein flotteS Lustspiel aufführten. Auch eine Leseprobe au- einer .Arbeitsschule', die unter der Leitung des Lehrers G ö r g - Stangenrod stand, erweckte Beifallstürme. Die Feier verlies, wie nach der umsichtigen Leitung und vorzüglichen Vorberei­tung nicht anders zu erwarten war, m glänzen­der Weise.

Kreis Friedberg.

H Bad-Nauheim, 3. Nov. Die Haupt­saison ist wohl zu Ende und eine ganz? Reibe ?öfterer Hotels haben auf einige Monate ihre ore geschlossen. Damit ist aber nicht gesagt, dah hier nun allesöbe und verlafen' ist. Unser Bad hat seit einigen Jahren Win terkur, und die bedingt, daß das winterliche Bild Dad-Nau- heims doch ein anderes ist, als man es von früher her noch in Erinnerung hat. Nicht nur der Dadebet rieb geht weiter, auch da- Kur- Hau-, dieser Brennpunkt des Unierhaltungs- lebenS der Ku^aste und Einheimischen, bleibt geöffnet. Das Lesezimmer ist täglich zugänglich und die staatliche Kurkapelle gibt mit AuS. a!.me ihreS dienstfreien Tages nachmittags und aoeni S ihre Konzerte, mehrmals in der Woche unter Geltung von Generalmu ikdirektor Profe sor HanS Winderstein. Dazu kommen noch Thsater- vorstellungen und andere Veranstaltungen. Auch der Volks btldungsverein hat für den Winter wieder eine Vortrags re .he im Kurbau c

MllSlllisslollSlllger i Erster Tage trifft döklk, Müe llllst I ein Waggon prima gesunde,lagerfähig.

DuS dem Lahntal.

Limburg, 3. Nov. (WTD.) Infolge des anhaltenden RcgenwetterS ist auch die Lahn über d i e Ufer getreten und Hit sämtliche Inleln überschwemmt. Fast die g.ftantte Unter­stadt von Limburg ist in Mitleiden­schaft gezogen. In Diez ist das Wasser biS fast zur Höhe dcS Marttplay^ gestiegen. So­wohl in Limburg wie auch in D»ez muhten zahl­reiche Häuser geräumt werden.

Aus dem Maintal.

fpd. Frankfurt a. M., 3. Nov. Eine schwere Hochwasserkatastrophe ist über das untere Maintal hereingebrochen. ^In­folge der schweren Rogengüss: der letzten Tage führen alle'von den Gebirgen abströmenden Flüsse große Wasfermengen zu Tal, die die User weit­hin überflutet h. b.n. Zahlreiche Uferdör er stehen unter Wasser. In Frankfurt ha', der M a i n jetzt schon die tief gelegenen Teile der Altstadt erreicht, derEi'erne Steg" kann aus der Frank­furter Seite überhaupt nicht mehr erreicht wer­den, fo dah die Sachsenhttuser durch das Sehen der alten Drücke außerordentlich empfindlich von der Stadt getrennt sind. In den bedrohten Stra­ften der Altstadt versucht man fieberhaft, alle niebr gen Fenster, Eingänge und ÄeKeroffnungen mit Lehm zu verschmieren, um das Einbringen des Wassers zu verhindern. Sogar die Keller- öffnungen der alten St. Nikolai-Kirche aus dem Römrrberg werden mit Lehm und "Backsteinen wasserdicht versttichen. In den Anlagen des Nizza" cm Main quirlt die gelbliche Flut, viele Sitzoänke unb die niedrigeren Hecken sind bereits völlig überspült. Durch die Nidda sind bic Vororte Hausen und Praunheim völlig von Frankfurt abgeschnitten. Die Straßenbahn mußte ihren Verkehr auf dieser Strecke einstellen. Nur über Nie^erursel ist ber Verkehr möglich Im Lause des morg gm Tages dürfte ber Main um weitere 1 bis 11 ,, Me er gestiegen sÄn, da die letzten OlCelbungea starkes Hochwasser vom Mittel- und Obcrmarn meiden. Die Stadt Hanau ist ebenfalls völlig von den Ueberschwemmungsfluten des Mains unb der Kinzig umspült. Zrchlreiche Häuser unb Straße i- züge find nur noch mit hochrädrigen Wagen oder Kähnen erreichbar.

Im Odenwald.

Darmstadt, 3. Nov. (Ei^ Bericht.) Die Modau ist über die Ufer getraen; weithin ist das Gelände überschwemmt. In Nieder-Modau wurden diese Nacht die Sturmglocken geläutet. Mehrere bedrohte Hauser wurden geräumt und das Vieh aus den Stätten getrieben. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, hat das Hochwasser der Modau, der Ger­sprenz, der Mümling und d,'s Rodgau­baches großen Schaden auf den Siedern a.i- gerichtet und namentlich die Saaten ver­nichtet. Großer Schaden ist ferner an be^ Vorräten von Kartoffeln und Rüben angerichtet worden. Bei dem Orte Schönnen im Kreise Erbach hat das Hochwasser der Mümling die Uferböschung zerstört, so daß ein Straßen zu g, der mit Obstbäumen bestanden war, auf eine größere Strecke hin in die Müm­ling hinabgestürzt ist. DaS Kraftwerk der Gemeinde Schönnen soll durch Hochwasser zerstört worden sein.

Heidelberg, 3. Nov. (WD.) Der Pegel des Neckar zeigte heute vormittag 4,53 Meter.

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