3m Jahre 1912 übernahmen die europäischen Negierungen im Haag die Verpflichtung, die Einfuhr von Opium zu überwachen. -Nur eine kleine Anzahl von Staaten ratifizierte die Haager Konvention, die bald in Vergessen- bett geriet. Seit 1920 bemüht sich der Völkerbund, in dieser Frage eine Losung zu finden. An ein völliges Verbot des Opiumgenusses wird allerdings nicht gedacht. Der Ausfall an fiskalischen Einnahmen durch die Opiumbesteue- rung würde allein die indische Regierung mehrere Milliarden Goldfranken jährlich kosten. Die chinesische Zentralregierung ist zu machtlos, um ein Opiumverbot durchzuführen Die Konferenz bezweckt. den Handel mit Opium nach Möglichkeit zu beschränken und hofft, daß es ihr gelingt auf diesem Wege eine wesentliche Einschränkung deS Opiumkonsums zu erzielen.
England nach den Wahlen
Die Untersuchung des Siuowjew- Briefes. — Macdonalds Demission.
London, 4. Vov. (SA1.) Das Komitee für die Untersuchung des Senowjew-Briebes hat gestern vormittag unter dem Vorsitz Macdonalds eine Sitzung abgeholten. Eine weitere ist für heute anzZeht worden. ‘Sei der Gelegenheit dürften endgültige Beschlüsse über die Demission des Kabinetts gefällt werden. Es verlautet, daß im Untersuchungsousschuh einige Mit- glieder von der Echtheit des Briefes überzeugt wären. Offenbar macht jedoch die einwandfreie Feststellung Schwierigkeiten. Man hatte gestern nachmittag den Chef der Kri minalpolizei um ein Urteil gebeten. Die Antwort wird streng geheimgehalten. Soviel ist I bekannt, dah die Kriminalpolizei im Besitze j xeichhaltigen Materials über die Si
(Eine internationale Wirtschaftskonferenz.
Reuhork, 4. Aov. (Kabeldienst der TU.) Der Präsident der internationalen Handelskammer in Deuhork, W o o t h, erklärt, daß Ende Dezember, oder Anfang Januar in Aeuhork voraussichtlich eine internationale Wirt- schLftskonferenz unter Beteiligung der namhaftesten Wirtschastsführer aller Länder statt- ftnbdt wird, um die Tagesordnung der im Januar nächsten Jahres in Brüssel tagenden H a n - delSkammerkonferenz vorzubereiten. Die Konferenz wird nach einer Washingtoner Meldung die Abfassung eines Berichtes zum Gegenstand eingehender Beratungen machen, in dem maßgebende Vertreter der Geschäftswelt ihre Auffassungen über die nachfolgenden Streitfragen niederlegen werden:
1. Festsetzung des Gesamtbetrages der von Deutschland geschuldeten Reparationen,
2. Festsetzung des aus jeden Staat entfallenden Anteils zur Aufstellung der Wirtfchaftsbilanz,
3. Festsetzung der Zahlungs-Modalitäten der interalliierten Schulden.
Die Genfer Opiumkonserenz.
Genf, 4. Rov. (SU.) Die erste Opiumkon-- fevenz wurde gestern in Genf eröffnet. Bur Japan, China, Siam, Indien, Großbritannien, Frankreichs Holland und Portugal waren vertreten. In brr Eröffnungssitzung wählte die Versammlung den Holländer Karl W o t t e m zum Vorsitzende i und den Prinzen Chaaron von Siam zum stellver- itDetenben Vorsitzenden.
mir in Deutschland, sondern in der ganzen Welt auslösen wird. Während einer To tenf eier für die im Weltkriege im Elsah-Lothringen gefallenen deutschen Soldaten, zu denen auch sein Sohn gehörte, wurde der greise General v. Rathu - sius verhaftet und ins Gefängnis ge- schlepp t
An den Gräbern der gefallenen Soldaten des Weltkrieges walten französischer Haß und Rachsüchtigkeit, die nun endlich ein Opfer gefunden Haden. Fürwahr, Frankreichs Militär- und Justizbehörden haben dafür gesorgt, daß Herri-ots Verstand gungs- und Annäherungspvli- tik eine sellene Blüte treiben konnte, in dem Augenblick, da ein ehemaliger fran -- zösischer General frei und unbehindert in Deutschland umherreisen und Propa - gandareden halten kann. Dieser Vorfall hat aber toieber einmal gezeigt, daß dort, wo französische Bajonette herrschen, jeder Deutsche vogelfrei ist. Ein Volk von sechzig Millionen darf sich aber derartige Gewaltstreiche nicht gefallen lassen, will es sich nicht die Verachtung der gesamten Welt zuziehen.
Gegen die Verwelschung des Saargebiets.
Saarbrücken, 3. Rov. (WSD.) Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, hat der Leiter der Schulabteilung Prof. Dr. Rot ton gegen sich selbst bas Disziplinarverfahren wegen ber in der Oeffentlichkrtt gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen beantragt. Dem Beschluß Dr. Rottons liegt zugrunde der feilend des Bürgermeisters von Saarbrücken Dr. Re i kes gegen Professor Roltvn erhobene Vorwurf einer Am tsf ü hrung in undeutschem Sinne und einer an gestrebten Loslösung der saarländischen Diözese vom Bistum ' Stier zwecks Angliederung an ein französisches Bistum. Die Regierungskommission hatte gegen Dr. Reikes wegen der gegen Dr. Rotton erhobenen Anschuldigungen das Disziplinarverfahren mit bemZiel der Amtsenthebung eingebettet. Das gegen oe.r Bürgermeister ein geleitete Disziplinarverfahren hat bei ber Bevölkerung allgemeine Empörung ausgelöst, die auch in der Preffe ihren Widerhall findet. Die katholische Bevölkerung verlangt eine sofortige klare An t wor t und Aufschluß über die kirchlichen Föderationsbestrebungen des Dr. R o 11 o n.
Dundesprüstdentenwahl in Oesterreich.
Wien, 4. Rov. (SU.) Die Reuwahl des Bundespräsidenten wird in derer st en Hälfte des Dezembers statt finden. 3n unterrichteten Kreisen ist man der Ansicht, dah Hainisch seine Erklärung, eine Wiederwahl nicht mehr anzunehmen, zurückziehen wird, so daß er wjede r gewählt werden dürste.
nowjew-Propaganda ist, insbesondere für die Bemühungen der Untergrabung der Disziplin bei Heer, Flotte und Polizei.
Es besteht G^und zu der Annahme, daß die Verzögerung in der Demission des Kabinetts (sie soll nunmehr endgültig heute erfolgen) nicht nur auf die Unterstützung der Echtheit des Briefes zurückzuführen ist, sondern auch auf politrs cye Motive. Offenbar liegt dem Kabinett viel daran, dem angeblichen konservativen Komplex auf die Spur zu kommen, der entscheidend auf den Ausfall der Wahlen toirfen soll. Der Stand der Parteien ist nach den letzten Meldungen folgender:
Kvnse vative 411 Liberale 42
Arbeiter 152 Unabhängige 5
zusammen: 610.
Die Besserung des Pfundes, die mit dem Bekanntwerden des Wahlergebnisses eingesetzt hat, hält an, ebenso die Hausse an der Börse. Das Wahlresultat hat günstig auf das gesamte Geschäftslcben gewirkt. Selbstverständlich bucht die konservative Presse heute schon den Umschwung in der Konjunttur auf Konto der konservativen Mehrheit. Das Anziehen des Pfundes kann auch auf Rechnung einer beginnenden Kapitalsrückwanderung gesetzt werden. Die Londoner Müller-Vereinigung hat d en Mehlpreis auf einen Schilling für das Pfund ermäßigt.
Der Sieg des Generals Feng.
DasEnde des chinesischen Bürgerkriegs
R e u h o r E, 4. Aov. (TU.) General Feng beherrscht mit feiner militärischen Macht die ganze Lage in Peking. Das Gefchäftsleben nimmt wieder seinen normalen Verlauf, für die Europäer besteht ebenfalls keine Gefahr mehr. Die Kampfhandlungen können im allgemeinen als beendet angesehen werden, besonders im Aorden Chinas ist die Ruhe wiederhergestellt und alle Parteien sind bestrebt, so schnell als möglich wieder geordnete Zustände herbeizuführen. Die mandschurischen Truppen sind auf Tientsin zu marschiert. Die Verteidigung Wu- P e i - F u s gegenüber Feng-Vu-Hsiang ist vollständig zusammengebrochen. Wu-Pei-Fu hat Tientsin verlassen und sich nach T a k u begeben, wahrscheinlich um sich auf ein nach dem Süden gehendes Schiff einzuschiffen.
Rach wochenlangen heftigen und erbitterten Kämpfen zwischen den beiden großen chine ischrn Generalen Wu-pei-fu und T s cha n g - T s o - ß in (dessen Unterführer der in Peki g he rschrnde General Feng ist) hat letz.erer nun eib.t<t> den Sieg davongetvagm, ein Siez, ber ge.aje in deutschen Augen wenig ehrenvoll ist, weil er zumeist mit französischen und japanischen Waffen durchgeführt wurde und das Ansehen Chinas auf das Schwerste erschütterte. Er kann sich wohl rühmen, seinen Gegner Wu-pei-fu auf 'die Knie gezwungen zu Haven, aber auch hier spielten Verrat und Treulosigkeit eine große Rolle. Peking ist heute in der Hand der Aufständischen, der Präsident Tsao- kun hat sein Amt unter dem Druck des Siegers niedergelegt, das alte Regime ist gestürzt, zwischen Siegern und Besiegten wird bereits über den Frieden verhandelt. Ob das Ziel, die n a t i o- nale Ein igung Chinas, die zu diesem Bürgerkrieg mit feinen ungeheuren Blutopfern führte, durch den Sieger erreicht werden wird, muß abgewartet werden, schon deswegen, well er selbst mit den Feinden Chinas ein Dü nd- n i s einging, um die alte Regierung zu stürzen. Die Einigung Chinas besteht aber darin, daß der Rorden und der Süden wieder zusammengeführt werden. Tschang-Tso-Lin ist bis jetzt nur erst Herrscher im Rorden Chinas, will er auch den Süden, in seine Gewalt bringen, dann wird es neue Kämpfe kosten.
Aus aller Welt.
Die Cinheitskurzschrift.
Der Stenographenbund Gabelsberger hat am Sonntag in Eisenach zu der neuen Einheitsstenographie Stellung genommen. Der Bund habe von jeher die Schaffung einer deutschen Einheitskurzschrift als Aufgabe der Regierung betrachtet und stelle sich infolgedessen auch heute hinter die Regierungen des Reiches und der Länder und empfehle seinen Veveinen, sich auf die deutsche Einheitskurzschrtst umzustellen.
Die Mordtat im Gefängnis.
Glogau, 3. Rov. (WTB.) Heber die Halbauer Mordaffäre ist noch zu berichten: Am Samstag gestand der einzige Insasse des Gefängnisses, Heinze, ein, die Sat ausgeführt zu haben. Der Inhaftierte hielt vor einiger Zeit bei dem Justizwachtmeister um die Hand seiner Tochter an, wurde aber abschlägig beschieden. Heinze ist der Sohn eines Spediteurs in Dunzlau. Aus den Kleidungsstücken des Täters wurden Dlutspuren gefunden; auch stimmten die Fingerabdrücke überein. Die Schwester des Heinze soll an der Sat beteiligt fein; sie wurde inzwischen in Dunzlau verhaftet. Der Täter w.rd wahrscheinlich morgen nach Glogau übergeflchrt.
Ein Konflikt bei der Wiener Staatsvper.
Wien, 4. Rov. (Sil.) Sämtliche Wiener Blätter beschäftigen sich eingehend mit dem Rücktritt des Direktors der Staatsoper, Dr. Richard Strauß, dessen Austritt nunmehr endgültig feststeht. Der andere Leiter der Staatsoper, Dr. Schalk, erklärte, dah es völlig unmöglich geworden sei, mit Dr. Strauß weiter zusammenzuarbeiten. Ein direkter Verkehr zwischen den beiden Herren hat in letzter Zeit überhaupt nicht mehr stattgefunden. — Der flnterrichtsminister, Dr. Schneider, erklärte, daß sein Ministerium Dr. Strauß sehr hoch schätze und sein Ausscheiden als einen schweren Verlust empfinden werde. Er würdigte auch den Verlust für die Oper, jedoch dürfe die Staatsoper auch nicht auf die bewährte Arbeitskraft des Dr. Schalk verzichten.
Schwere Zugentgleisung in England.
Liverpool, 3. Rov. (WB.) Der Blackpool - E x p r e ß z u g erlitt in der Räche von i'sackpool einen Unfall. Die Lokomotive entgleiste, fuhr in eine Wärterbude und drehte sich um ihre eigene Achse. Etwa 12 Personen wurden getötet und viele verletzt. Vier von den fünf r®Qi9cn stürzten um. Der letzte geriet in Brand. Mehrere Tote liegen noch unter den Trümmern.
Aus Stadr uns Land.
Gießen, den 4. Rovernber 1924.
Die Jagd im November.
Bei der allgemeinen Klage über Zurück- gehen des Wildslandes, namentlich was Rvt- und Rehwild betrifft, wird der Abschuß in Grenzen bleiben müssen. Eine ausgedehnte Hege und Pflege wird deshalb am Pla.^e fein, wenn nicht unsere Reviere in anbsehbarer Zeit gänzlich veröden sollen. Tie Jägdwochenschrift „St. Hubertus" in Cöthen-Anhalt ermahnt deshalb dringend zur Schonung.
Das Edelwild steht jetzt in den wärmsten- Dickungen. Die Geschlechter haben sich in der Weise getrennt, daß die Spießer und geringen Hirsch? sich zum Kahlwild halten, während die starken Hirsche in Rudeln stehen ober allein gehen. Die abgebrunsteten starten Hirsche werden in pfleglich behandelten Revieren nicht mehr geschossen, dagegen darf dort, wo zuviel Mutterwild vorhanden ist, durch Abschuß einzelner, namentlich geller Stücke ein gewisser Ausgleich im Ge- schlechtsverhiltnis bewirkt werden.
Sauen sind jetzt sehr feist. Sie werden auf Treibjagden oder Anstand erlegt. Die Reue muß benutzt werden, sie auszumachen. Solange noch nicht hoher Schnee liegt, finden sie im Walde an Eicheln und Duchenmast noch reiche Aesung.
Der R e h b o ck wirft ab und ist nur für den gerechten Jäger nicht mehr jagdbar. Die Rehe stehen jetzt in den tiefsten Dickungen des Waloes. Cs empfiehlt sich, einzelne Rev.erteile, besonders solche mit Salzlecken, niemals durchtreiben zu lassen. Das Wild ist für solche Freistätten sehr empfänglich.
Auergeslügel und Dirkwild haben im Allgemeinen Ruhe. Von letzterem können Hähne, wo sie zahlreich sind, gelegentlich auf Treibjagden geschossen werden.
Ter Balg des Fuchses ist jetzt gut. Bei Schnee und Mondschein lohnt die Ouderhutte vd r eine Heringsschleppe. Bei Frost steckt der Fuchs gern in Brüchen und Rohrhorsten, sonst liebt er recht warme, koautreiche Dickungen.
Ter Dachs zieht sich in feistem Zustande zum Winterschlafe in seinen Bau zurück und kann hier gegraben werden.
Ter Hase fitzt im freien Felde gerne auf altem Sturz, gut eingewachsenen Wintersaaten, Raps und Kämpen. Rach dem Laubfall im Wald rückt er vielfach zu Holze. Der Anstand .cm Saatfeldern und Kohläckern ist lohnend. Treibjagden beginnen.
Die Jagd auf Rebhühner ist so gut wie vorüber. Rur gelegentlich kommt man auf sie noch zu Schuß. Bei der fehlenden Deckung sind sie vor Raubzeug aller Art mit Flinte und Eisen zu schützen. Bei Sch.iee müssen sie mit Getreideabfällen gefüttert werden.
Der Abschuß von Fasanen ist im Gange. — Der Anstand auf Enten ist lohnend, bei Frost liegen sie auf offenen Bachstellen und qHeiligen Teichen, wo leicht an sie heranzukommen ist.
In Hessen ist, laut ministerieller Anordnung, die Schußzeit für weibliches Rehwild im laufenden Jahr auf die Zeit vom 1. bis 30. Ro- Vember beschränkt. Die Hegezeit für männliches Rehwild beginnt in diesem Jahr mit dem 1. Dezember.
Gießener Wochenmarktpreise
am 4. Rovernber (Händlerpreise).
Es kosteten das Pfund: Butter 200, Matte 35, Käse 75, Wirsing 7—8, Weißkraut 4—5, Rotkraut 8—10, gelbe Rüben 6—8, rote Rüben 10, Spinat 40, älnter-Kohlrabi 5, Grünkohl 15, Rosenkohl 50, Feldsalat 50, Zwiebeln 12—15, Meerrettich 35, Schwarzwurzeln 50, Kürbis 7, Kartoffeln 5, Aepfel 10—20, Birnen 8—12, junge Hahnen 90, Gänse 100, Rüsse 60—70; das Stück Eier 18, Blumenkohl 30—150, Endivien 5—20, Ober-Kohlrabi 8, Lauch 5—10, Rettich 8, Sellerie 10—30.
Bornotizen.
— Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 63A iUjr: „Die Fledermaus" — Volkshochschule: Vorlesungen. (Siehe Anzeige.) — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Märtyrerin". — Hessische Bilderbühne: „Plastigramm".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: In der heutigen Aufführung der „Fledermaus" wirken vom Frankfurter Opernhaus mit Herr Gareis als Frosch und Frl. Liebermann als Rvsalinde. Anfang 63/i älhr pünktlich.
— Die Deutsche Dolkspartei hält am Donnerstag, 6. Rov., 8 älhr, im Gewerbehaus ihre diesjährige Hauptversammlung ab, in der Kassenbericht, Vorstands Wahl, Bericht der Stadtverordnetenfraktion zur Beratung stehen. (Siehe Anzeige.)
Wettervoraussage.
für Mittwoch.
3n höheren Lagen Nachtfrostgefahr, stellenweise Rebelbildung, tagsüber aufflärenb und milder, trocken, Winde später zurückdrehend.
Das üb<>r den nördlichen Ländern gelegene Ti sdruckgebiet z'eht w i er nach Osten ab und hat seinen Einfluß auf unsere Witterung gestern allmählich verloren. Wir beftnden uns jetzt im Gebiet hohen Druckes, so daß die inzwischen eingetretene Besserung im wesentlichen auch morgen noch anhält.
* * *
** Das Hoch wasser der Lahn und der Wieseck ist infolge des Wetterumschlags' feit der letzten Rocht erheblich zurückgegangen. Hoffentlich bleibt uns das schöne trockene Wetter nun mal für längere Zeit trau.
** Das Vorkriegseigentum in Südafrika. Die Südafrikanische Jnterefsenoertre- tung macht letztmalig darauf aufmerksam, daß die Frist zur Geltendmachung von Ansprüchen am 31. Dezember abläuft. Wenn die Anträge noch rechtzeitig in Südafrika ein treffen sollen, muß die am 25. Rovernber von Deutschland abgehende Post benutzt werden. Da eine Fristverlängerung Don der Südafrikanischen älnion^regierung ab= gelernt ift, verfallen nicht rechtzeitig angemeldete 2lntpru^e. Einzureichen sind außer den südafrikanischen Wertpapieren auch die braunen Ablieferungsbescheinigungen des Reichsfinanzministe» riums. Snmer sind auch die Ansprüche auf Dor- trieggjoroerungen geltend zu machen, soweit dies nichts schon geschehen ist.
Wichtig für Amerika-Auswanderer. Dem amerikanischen General - Konsulat m Fcanksurt a. M., Schillerstraße 20, ist, wie es uns schreibt, bekannt geworden, daß eine gewisse
’-öanöe die Personen, die auSzuwanvern deavflch- tigern systematisch betrügt, indem sie diesen Leuten falsche Wartenummern, welche nicht von dem General-Konsulat ausgegeben wurden, verkauft. In Anbetracht dieses ilmstandes müssen alle Personen, die nach den Vereinigten Staaten auszuwandern beabsichtigen und vom Konsulat augg eg ebene Wartenummern besitzen, diese unter Beilage einer 10-Pfennig-Driefmarke dem Konsulat zur Einsicht zusenden. Gleichzeitig muß der Einsender seinen Ramen, seine Adresse und das Land seiner Geburt, sowie Ramen und Geburtsländer seiner Frau bzw. seiner Kinder, soweit diese mit ihm auswandern wollen, angeben. Dies muß vor dem 31. Dezember 1924 geschehen. Die Ramen solcher Personen, welche bis zu dem genannten Datum diese Verordnung nicht befolgt haben, werden von der Warteliste gestrichen und außerdem werden die Wartenummern als ungültig erklärt. Es ist empfehlenswert, Briefe mit Wartenummern eingeschrieben zu senden, da das Konsulat keinerlei Verantwortung für eventuellen Verlust übernehmen kann. Personen, die ihre Wartenummer verloren haben, müssen warten, bis ihnen eine neue Wartenummer ausgehändigt werden kann. Es wird ausdrücklich darauf bin» gewiesen, daß Wartenummern nicht übertragbar sind uno nur die vom Konsulat abgegebenem Gültigkeit haben. Personen, die Wartenummern auf eine andere Weise erworben haben, werden daraus aufmerksam gemacht, daß diese ungültig sind und auf keinen Fall Berücksichtigung finden.
4 Historische Kommission für Hessen und Waldeck. Die Historische Kommission für Hessen und Waldeck hielt dieser Sage in Marburg, woselbst sie ihren Sih hat, ihre 26. Jahresversammlung unter dem Vorsitz von Archivdirektor Geh. Archivrat Pros. Dr. Küch ab. Von Gießen war Dibliotheksdirektor a. D. Geheimrat Pros. Dr. Haupt anwesend; er wurde wieder in den geschäftsführenden Vorstand gewählt. Der Bericht über die wiffenschaftlichM Unternehmungen und die sich daran knüpfende anregende Aussprache hat gezeigt, daß man mit aller Energie weiter an der Löiung der großen Zukunftsaufgaben arbeiten will, die auf dem Gebiete der Heimatgeschichte noch zu lösen sind. Der Druck von „Reimers Historischem Ortskexikon für Kurhessen" wurde in den Jnflationsjahren mit älnterstützung der Rotgemeinschaft fortgesetzt. De Arbeit, deren letzte Lieferungen noch in diesem Winter herauskommen sollen, erweist sich als monumentales historisches Rachschlagewerk. Die Schaffung einer ähnlichen Arbeit für das darm- städtische Oberhessen wäre zu begrüßen. Als weitere Veröffentlichungen der Kommission sind u. a. geplant: der 2. Band der llNarburger Rechtsquellen, ein Marburger Hochschullehrerverzeichn iS, die Rechtsquellen der Werrastädte. Professor Dr. Stengel gab an Hand einiger Kartenproben Bericht über das geplante Geschichtliche Kartenwerk. Gedruckt ist bereits „Sie topographische Entwicklung der kurmainzischen Aemter in Hessen". während Arbei en über die Solmser Territorien, die Grafschaft Ziegenhain und die landgräflichen Aemter Flanken berg und Eschwege in Vorbereitung sind. Lebhaften Anklang fand ein Vorschlag, wonach an der Uniberfität Marburg regelmäßig Vorlesungen über hessische Ges chichte und Heimatkunde gehalten werden sollen, um den Lehrern an höheren und Vollsschulen Gelegenheit zur Vorbildung für den neuerdings mit Recht von den Schulverwaltungen geforderten Heimatkundeunterricht zu geben.
* * Einbrüche. Der Polizeibericht meldet: In der Zeit vom 1. bis 3. Rovernber wurde in einem Hause m der Dismarckstraße ein Keller- einbruch ausgeführt. Der oder die Täter drangen mittels Rachfchlüsfels oder Sperrhakens in den Keller ein und erbrachen mit einem Stemmeisen von 1,5 Zentimeter Breite gewaltsam die Vorhängeschlösser. Entwendet wurden 48 Flaschen Wein, Marke Zellmger 1922, Rupperts- burger-Helbig, Malaga, Douro Portwein und Guntersblum, sowie 20 Pfund Aepfel. — Bei dem Wohnungseinbruch am 1. Rovernber wurden, wie nachträglich festgestellt werden konnte, noch nachstehende Sachen entwendet: Eine Damenuhr (Stahluhr), eine feingliedrige Damenuhrkette aus Dublee mit abgesetzten Glasstückchen, ein Damenring mit einem roten Stein, ein Damenring mit zwei blauen Steinchen imb einer Perle, eine Brosche mit Photographie, eine filberne Taschenuhr (Schlüsseluhr) mit den eingravierten Buchstaben F. D. und G. K., ein goldener Ring mit einem blauen Stein gez. F. P. Dor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei entgegen.
* • ©in ausgezeichneter Film wird seit gestern im Lichtspielhaus, Bahnhof st r a h e, gezeigt. Die Hauptdarstellerin des bestens bekannten „Mutter"-Films tritt hier als Hauptperson in dem Film „Die Märtyrerin" auf, der ebenso reich ist an tief erschütternden Momenten, wie überragend an sensationellen sportlichen Leistungen. Jeder Besucher wird von diesem glänzend gespielten Schauspiel aufs höchste gefesselt werden. Der Besuch dieser Vorführung ist bestens zu empfehlen.
* * Druckfehler berichtigung. Der Verfasser unseres gestrigen Feuilletons Am Lügen tisch im „Lotz" (egt Wert baixuif, die Zecke „diificultas lecti“ berichtigt zu sehen.
Landkreis Gießen.
L, Wieseck, 4. Rov. S*e Ziffern der Arbeit s l o s e n in unserer Gemeinde zeigen er- reulicherweise sin kende Tendenz. Der Stand am 1. 11. 24 war folgender: Unter» tu y ungsberechtigt waren 48 männliche und 11 weibliche Personen, zusatzunterstü tzungspf lichtjg waren 59 (22 Ehefrauen und 37 Kinder). Die weiblichen UirterstühungSempfänger sind noch arbeitslose Heimarbeiterinnen. Hoffenlllch halt die Bes.erung auf dem Arbeitsmarkt an, damit wieder jeder seiner Beschäftigung nachgehen kann und, wo jetzt der Winter mit fernen vielfachen Bedürfnissen vor der Tür steht, diese Familien aus der ärgsten Rot herauskommen. In der Wohlfahrtspflege wurden im Otto (er 19 Kleinrentner und 52 Sozialrentner unterstützt.
t Grünberg, 2. Rov. Gestern fand in der hiesigen Turnhalle eine Familienkonferenz zur Erinnerung an das vierzigjährige Bestehen des Bezi rks ° Lehrer ve reins ’tatt, zu der sämtliche Dezirksmitglieder mit Angehörigen, Mitglieder der Rachbarbezirke, eine Anzahl ehemaliger Mitglieder, darunter einige aus der Zeit der Gründung, ferner Vertreter des Hessischen Landes-Lehrervereins, der hiesigen Realschule, dos Landwirtschaftsamtes, der Geistlichkeit und der Stadt erschienen waren. Der Vor- ihende des Bezirks-Lehrervereins, Lehrer M i ch e l - Wieseck, entbot den Willkommgruß und verlas eine große Anzahl schriftlicher Glück,


