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Separatismus in Jugoslawien.

Dl

Dieben, Len 4. $ult 1924.

Einiges von den Pilzen.

Hessischer Landtag.

Darmstadt, 3. Juli.

PräsiLttrt Adelung eröffnet die Sitzung um 9Vs Am Regierungstisch die Mi­nister v. Brentano, Henrich und Raab.

Die Spezialberatung des Staatshaushaltes

Abgeordneten Daskaloff gehabt haben, um ibn mit ben Revolutionären auszusöhnen und dann erne Aktion gegen Jugoslawien einzuleiten. Fer­ner wird Raoitlch wegen Prop Uganda für das Haus Habsburg angellagt.

Die Landschaft bekommt einen anderen Cha­rakter, wird flacher, eintöniger, sarbenarmer. Wie­sen herrschen vor, auf denen Rinderherden wei­den. Windmühlen, deren Flügel sich träge drehen. Wir sind über Holland. Ein grober See kommt in Sicht, der Zuider Ser, ein schmutzig grünes Gewässer mit unzähligen dunklen Segelbooten belebt. Ein neues Häusergewirr am Horizont und bald umfängt uns der Flugplatz Amster­dam. Holländisches gutturales Stimmengewirr.

Kasino, in dem man vorzüglich ?u Mittag speist. Hier herrscht lebhafter Der- kehr wie überhaupt der Amsterdamer Flugplatz durchaus das Gepräge einer modernen ülmschlage- platzes besitzt. England sucht die Deguemlich-' leiten und Vorteile des Fluges besonders aus- zunatzen, denntime is money". Die Schnellig- teit ist einer' der Hauptvorzüge der Luftreiss. Die ganze etwa 1020°Kilometer°Strecke Berlin Lcndon wird in kaum 10 Stunden zurückgelegt, während man zu Bahn und Schiff 24 Standen gebraucht. Dabei ist die Luftreise mit etwas über 8 Pfd. Sterling kaum teurer als die Reise 1. Klasse. Kein Wunder, daß sich der Flugverkehr zunehmen­der Beliebtheit erfreut. Im vergangenen Jahre, dem ersten der Organisation, wurden etwa 860 Flüge ausgeführt, die zurückg'legte Strecke betrug 225 000 Kilometer, die AnAhl der beförderten Personen 1000 und dir beförderte Nutzlast über 80 000 Kg.

Der Flug AmsterdamLondon ist das Ge­nußreichste der Strecke BerlinLondon, nicht nur durch den herrlichen Ausblick auf die See, son­dern auch wegen der absoluten Gleichmäßigkeit, | mit welcher das Flugz.ug über dem Wasser fliegt Rur am Sausen des Propellers und dem Weg­gleiten des untenliegenden Panoramas erkennt man, daß man fliegt. Silbern blinken die Wel- leit auf, so oft ein Sonnenstrahl fte trifft. Lang-

rierung, sondern nur eine Buchstabenbezeichnung kennen, den klangvollen RainenEbbh" trug. Seine riesigen Ausmaße geben das Gefühl abso­luter Sicherheit und der Reise den Komfort des Pullmancars. In majestätischer Ruhe zieht Ebby" seine Buhn. Tief unter uns auf den Wäldern und Wiesen gleitet der Schatten des Flugzeuges in Form eines Riesenvogels dahin. Trotz fcer~ Hitze ist es im Flugzeug an­genehm kühl, da durch das borbcre Fen­ster ein ziemlich kräftiger Wind einstromt. Eine Großstadt taucht am Horizont auf Han­nover, die erste Etappe unserer Reise.' Bald beginntEbby" sich leicht seitlich zu wiegen und einen weiten Dogen zu beschreiben. Der Dogen wird kürzer und kürzer, zu gleicher Zs.t senkt sich das F ng-eug merk.ich und bald sehen seine Räder wieder auf festen Boden auf. Der Aufenthalt in Hannover dauert nur eine halbe Stunde. Die Patzrevision ist bald beendet, der Driefsack der Post erscheint in letzter Minute und au'fs neue geht's in die Luft. Hannover liegt bald weit hinter uns. Ein See mal einer,Insel taucht auf. Städte und Dörfer in beschaulicher Rachmittagsruhc lieber uns ein lachender Him­mel, in Lessen blauem Aether wir in 2000 Fuß

für 1924 wird bei Kap. 53 (LandeSamt für das Dildunas- wesen) fortgesetzt.

2kbg. Storck (Soz.) wendet sich gegen den Abbau des Landesamtes für das Bildungswesen. Jur Lehrerbildung verlangt der Redner ein sechs- semestriges Hochschulstudium. Es gebe noch fein ßefebud) der Republik, die gegenwärtigen Lese- bucher nrühten abgeschafft werden. Die weiteren Ausführungen des Redners gelten dem landw. alnterricht und dem Werkunterricht.

Abg. Lenhart (Ztr) verlangt im Ramen seiner Partei das Reichsschulgesetz. Für die unter­ernährten Kinder mühte die Schule ein Asyl der Ruhe und Erholung fein. Der Redner dankt dem Landesamt dah es seine überstürzten Reform- plane zurückaestellt hat: hoffentlich werde es eine sorgfältige Rachprufung vornehmen. Als 3en- trumsmitglied und als Kathvlik lehne er jede Verbesserung" und Aenderung des Lehrplanes der Gymnasien ab; er wende sich nicht gegen die Realanstalten, sondern er verteidige nur die Rechte des Gymnasiums. Der Redner meint, man müsse der Landbevölkerung in der Frage Les Iäni>

3um Suchen und Sammeln der Pilze, das jetzt wieder beginnt, feie i einem alten Pilzsucher einige kurze Bemerkungen gestattet. Sie beziehen sich zunächst auf die Frage: Soll der Pilz a o ge­schnitten oder herausgedreht werten? In einem Zeitungsartikel ward: herzu einmal voiM vuvu<- gesagt:Leider wird hierbei aus Unfeanf . oft

ch!?1 ,2l^gust erheblicher Schaden anger chtet. indem man 6t»

ulgarischen Pilze vielfach mit der Wurzel aus der Erde ----- .. 1 ^tairtrdBL Dadurch wird da, N-chw'chser der

Pilze unterbunden. Alle Pilzsammler feie i darum un eigenen unb im allgemeinen Inte es,e daraus hingewiesen, dah der Pilz mit dem Messer ab e° schnitten werden muh, um wieder rach wachsen AU können und dadurch eine neu» Ernte zu er­möglichen." Demgegenüber sei an esührt, was zwei unserer bekanntesten Pilzschrif:en hierüber enthalten: 1. Im Pilzbüchlein über eßbare und giftige Pilze mit Bild -rfragen 63-65 brr Franckk- schen Verlagsbuch hund ung auf Seite 3 Lsei tric: ^Beim Sammeln der Pilze beachte man, dah kie- selben mit möglichster Schonung d.s unterirdisch n Pilzgeflechtes gepflückt werden. Man r.ihe f<e also nicht gewaltsam ab, sondern d.rehr ft» ganz vorsichtig aus dem Erdboden, um das Pilzlager (Myzelium) für etwaigen Rachwuchs nicht zu be­schädigen. Schneidet man die Pilze ah, so kann das zurückbleibende Stück vom Stiel, welches schnell in Fäulnis übergeht, ebenfalls leicht das Pilzmyzelium schädigen." 2. In Cless: Taschenbuch der Pille, 9. Auflage, Seite 23 heißt es:Weit verbreitet, aber doch irrig, ist die Ansicht, dah man die Pilze abschneiden, nicht aber abdrehrn ober Herausreitzen soll. Das Abschneider emp­fiehlt sich nur bann, wenn der zurückbleibende Stumpf sorgfältig mit Erde überdeckt wird; an­dernfalls fault derselbe, und die Fäulnis setzt sich schlietzlich auch auf das unterirdische Pilzlager fort. Letzteres wird jedoch gar nicht geschädigt wemi man die Pilze abdreht." Hieraus ist leicht zu ersehen, wie man den Pilz, den oberlrdifcheir Fruchtständer der Pflanze, der Erde en trennen fort, um die Hauptpllanze, das unterirdische My­zelium, mit pfleglicher Behandlung zu schonen.

Gegenwärtig ist, wie fajt im.ne: i n Sommer, häufig etwas Enttäuschung beim Pilzsuchen Ur» fache ist der Madenfratz. Rur die jüngsten Pilze

RDV. Handgepäck in den Per- sonenwagen. Die Mitnahme umfangreicheren Handgepäcks in die Perfon-enwagen gibt häufig eu ülnzuträglichkeiten Anlatz, älni dem zu be­gegnen, sind die einschlägigen Vorschriften der Gisenbahnverkehrsordnung ergänzt worden. Das Gewicht des Handgepäcks eines Reifenden in der 1. bis 3. Klasse soll 25 Kg. nicht .übrr- steigen, Stücke von mehr als 25 Kg. Gewicht finb, auch wenn mehrere Personen zusammen reisen, nicht zugelassen. In der 4. Wagenklaffe, wo Kiepen, Säcke usw. mitzunehmen gestattet ist, sott das Gewicht der von einem Reifenden mit* geführten Gegenstände 50 Kg. nicht übersteigen, Stucke von mehr als 50 Kg Einzelgewicht dürfen auch mehrere zusammengehörige Personen nicht mitführen. Für bestimmte Züge und Wagen kann die Mitnahme der Traglasten ausgeschlossen ©er­ben. Wird unzulässiges Handgepäck angetrossen, so soll es mit billiger Rücksichtnahme in der ersten Zeit im Packwagen aufbewahrt und später je nach seiner Art als Gepäck oder Expreh- gut mit einem Aufschlag von 10 Goldmark jedoch nicht mehr als zum doppelten Frachtbetrage abgefertigt werden.

** 2l u s dem Giehener Standes­amt s r e g i ft e r. Cs verstarben in der Zeit vom 17. bis 30. Juni: 17. Juni: Elisabeth Hahn, geb. Ruppcl, 44 Jahre alt, Lindengasse 2; 18. Juni: Katharina Hillgärtner, geb. Hahn, 32 Jahre alt. Sudanlage 4: Johanna Georgi, geb. Leib. Wwe, 71 Jahre alt, Stephansttahe 6; 19. Juni: Hans Georg KlingelHöfer, 1 Monat alt, Frankfurter Straße 138; 20. Juni: Katharina Müller, geb Leidner. 60 I. alt, Da'hnhofstr. 24; 21. Juni: Johann Heinrich Diervert, Kaufmann, 45 Jahre alt. Reuen Bäue 17; Elisabeth Paul, geb. Schaum, Wwe.. 71 Jahre alt, Reustadt 78; 22. Juni: Jakob Erich, o. B, 81 Jähre alt, Lichrr Straße 74; 24. Juni: Walther Rausch, 1 Monat alt, Reuen- weg 10; 29. Juni: Katharina Döpser, geb. Schmidt, Wwe., 68 Jahre alt, Woltttrahe 9; Irma Dirks, 5 Monate alt, Sonnenstraye 11; 30. Juni: Elise Obmann, geb. Schneider, Wwe., 86 Jahre alt, Seltersweg 68a.

WettervorattÄsaqe

Roch veränderlich mit Regenfällen, mähig warm.

sam ziehen die Kanaldampfer ihren Weg, eine lange Rauchfahne hinter sich lassend. Horizont und See scheinen ineinander verschmolzen, so daß oft der ganz eigenartige Effekt, als hingen die Dampfer oder Segelschiffe in der Luft, entsteht. Dann erscheint aufs neue Land, die englische Küste, weiße Kreidefelsen, schroff abfallend. Leuchttürme, Möven, Strand. Lieblich und hei­ter liegt die Landschaft unter uns. Saftiges Grün leuchtet herauf, sanft gewelltes Gelände mit präch­tigen Laubwaldbeständen. Ein wohlgepflegter und drch natürlicher Garten ist diese Landschaft. Dörfer und Kleinstädte 'huschen vorüber. Eine mittlere Stadt mit vielen Spinnereien. Englisch: Kirch­türme mit abgehackter Spitze, Herrensitze, die in einem wahren .Urwald saftigsten Grüns liegen. So geht's eine halbe Stunde. Plötzlich wird di: Aussicht dunstig. Rauch steigt auf, die Ansled- lungen werden zählieicher, Fabriken qualmen. Wir nähern uns London, dem Endpunkt unsere: Reise. Bald beginntEbby" seine Linksschwrn- kung zu machen, und in einem eleganten Dogen landen wir sicher in Croydon, dem Flugplatz der Imperial Airways C. Etwa 91/» Stunden bra tet)« ten wir zur Reise, eine halb:' Stunde weniger als fahrplanmäßig vorgesehen war

Die erste Berührung mit England ist durch­aus sympathisch. Keine Durchsuchung des Ge­päckes. Rur die F^age, ob man Spirituosen, Zigarren oder Parfum habe. Die Patzprüfung ist bei Richtengländcrn ziemlich eingehend, aber durchaus höflich. Draußen harrt ein elegantes Auto der englischen Gesellschaft, das den Flug­gast in das von ihm gewünschte Hotel bringt Durch idyllische Vorstädte, den dicht bevölker­ten inneren Gürtel und das elegante Westend findet die reizvolle Reife ihr Ende. Zehn Jahre war ich fern von Dir, London, ich will sehen, ob Tu noch das alte bist, llnb morgen geh/» in dasWunderland Wembley".

sind davon frei, und die noch nicht immer; Iwl kühlen Herbst erst wird das besser. Schmerzlich ist es, einen großen Teil der gesammelten Pilze dann zu Hause beim Zubereiben fortwerfen zu müssen. Wie berechtigt aber ist der Verdruß einer Hausfrau, wenn sie mehrere Pfund Pil-e gekauft hat und sieht erst beim Reinigen, datz sie die Hälfte oder noch mehr als madenz^foesfeiH wegwerfen mutz. Allen Pilzkäusern rate ich des­wegen dringend im eigenen Interesse Darauf zu bestehen, dah sie vor dem Kaufe bld Pilze prüfen dürfen dadurch, dah fte einen großen, ausgewachsenen oder mehrere längs ourchschneiden. Auf der Innenfläche ist dann den Madenfratz sofort sichtbar, wenn er vorhanden ist. Den Pilzen schadet diese Probe nichts; sie werden ja doch geschält und zerschnitten. Weigert sich der Verkäufer, diese Prüfung zu gestatten, dann würde ich empfahlen, ni^ zu kaufen.

Der Sicherheit wegen darf Idji als alter Praktiker wohl an folgende Grunkwegeln beim Sammeln erinnern:

1. Sammle nie einen Pilz, den du nicht genau kennst.

2. Pilze lernst du nur gut kennen auf Ex­kursionen und SammelgängLN durch Anschauung und Unterricht am Standort.

3. Sammle nur bei trockenem Wetter und nimm nie regennasse oder alt» weiche und an­gefressene Pilze. Solche gehen schon nach Stun­den in Zersetzung über, wobei sich Giftstoffe (Ptomalne) bilden.

4. Gesammelte Pilze soll man noch am selben, längstens am anderen Tage putzen, schälen und verbrauchen. Keinesfalls aber darf man sie länger stehen lassen, als bis zum folgenden Tage.

F r i e b r. Stumpf, Lehrer a. D.. Burkhardsfelden.

*

** Falsche Rentenbankscheine. In der letzten Zeit sind namentlich in Thürin­gen und in der Provinz Sachsen Rachbtldun- gen von Rentenbankscheinen zu 10 Rentenmark aufgetaucht, die auf Wasserzeichenpapier ge­druckt sind, dessen Muster von dem der echten Scheine stark abweicht. Außerdem sind die bei den echten Scheinen im Papier eingebetteten Fasern bei den Falschstücken nur durch Aufkle­ben nachgeahmt. Hält man die Falschscheine gegen das Licht, so ist die Fälschung leicht zu erkennen.

Uchen Fvrtbildungsschullmterrichts entgegantom- men. Wegen der schauerigen Finanzlage solle man miLber Einführung des weiblichen FortbiDungs- schulunterrichtes noch cttoa zwei Jahre warten.

2lbg. D. Dr. Diehl (Dntl.) steht in der 5'age des Forkbil^ungsschulunterrichts auf b.m Doden der Ausführungen des Abg ordneten Lenhurü Die Koufes। ionsschule gewcchre wohl eine beffere Schulbildung als eine andere Schulbildung, aber in diesem Lande mit feinen Konfessionsverhällnissen sei die Si- rnultanschule doch> die beste Furm. Der Redner führt Klage gegen einen Kreis von Lehrern, die in Agitationsreden und in Schriften 2>ie Religion herabsehten; wenn dir Simultanschule solche Zustande dulde, dann müsse sich, die evan­gelische Kirche überlegen, ob sie noch weiter für sie eintreten könne.

2Ibg. Kindt (Dntl.) richtet u. a. die 2In» frage an die Regierung, ob es ihr begannt sei,-dah bie Städte Offenbach und Darmstadt Gel­der zinstragend bei Danken ange­legt hätten.

Ministerialdireltor Spam er erwricri. es sei der Regierung bekannt geworden, datz es in Offenbach geschehen sei. Wenn dies erfolge, um

Vorläufig unte^ubiinjen, so sei nichts dagegen einzuwend^n, aber ei^e Thesau­rierung jet abzulch.ie.1. Bei dem Steuerdruck mühte diese üecmiejen und die Steuern auf das geringste Matz herabgesetzt werden. Die Re­gierung werde ihren Stanopunkt zur Geltung bringen.

de fühl und Kameradschaftlichkeit ge- örigt haben, geschnitzt.

Die Tai hat mit ehrenrührige» Motiven nichts z» tun.

Die Erregung in Hamborn erhielt neue Rahrung durch die Bluttat des verruchten Schmitz. Rur Der Richter wird den richtigen Ausweg finden, der fich auf den Standpunkt des Gesetzes stellt. Die öffentliche Meinung hat sich hier nicht einzumlschen. Llllein die gesetzlichen Bestimmungen sind hier maßgebend. Kommen Sie zu der üleberzengung. datz diese drei vorsätzlich mit Ucberlegung getötet haben, so muß die Strafe ausgesviochsn werden, die darauf steht. Gnade muh denjenigen Behörden überlassen werden, die verfalfungsm^hig zur Aus­übung befugt sind. Der Generalstaatsanwalt er­klärt weiter, er habe die ^leberzeugung gewonnen, Dah durch die Beweisaufnahme der Be w e i s er­bracht sein, dah diese drei Leute gemeinschaftlich mit Vorsatz Graff getötet und die Tö­tung mit Uefrerlegung ausgeführt haben.

3m weiteren Verlauf seiner Anllagerede unterzieht der Generalstaatsanwall das bei» vifche Beweis material einer schar- len Kritik und verurteilt die ganze Art und Weise, wie die Belgier die Angeklagten und die Zeugen vernahmen. In keinem Falle forme man davon sprechen, dah die vor den belgischen Behörden gemachten Geständnisse unter nor­malen Verhältnissen zustande kamen. Besonders scharf verurteille er das Vorgehen der Belgier gegen Leutnant Reinhardt, der allgemein als eine aufrechte Persönlichkeit geschildert werde. Durch die Stettiner Verhandlungen sei erwie­sen, daß die in Aachen Verurteilten nicht die

Tater sind.

Der Generalftaatsanwall erklärt, dah die in Stettin angeklagten Leute sich so schnell toia möglich aus Hamborn entfernt hätten, während Reinhardt und Genossen hn Bewußtsein ihrer älnschuld dort geblieben seien. Besonderen Wert legte er auf das Gutachten des belgi­schen Waffen sachverständigen, das zu Der unumstöhlichen Feststellung kommt, dah die fraglichen Schüsse aus den Waffen von Kaws und Engler abgegeben toorben sind.

Mit der juristischen Seite der Tat be­faßte sich dann der Oberstaatsanwalt, der zu dem Schluß kam, daß Kaws, Engeler und Cchwirrat die Tat mit ileberlegung ausgeführt haben. Es sollte zwar nicht Gvafs, sondern Schmitz getötet werden. Es scheine so zu sein, daß Kaws und Engeler fast gleichzeittg schossen, während schwirvat auf der Straße aufpahte. Hierauf stellte der Geneoalstaatsanwalt folgenden

Strasautrag:

Er beantragte, die drei Angeklagten KawS, Engeler und Schwirrst we­gen gemeinschaftlichen Mordes zum T o d e zu verurteilen, ihnm jedoch die bürgerlichen Ehrenrechte nicht abzuerkennen.

Minister a. D. Hermann aus der Anklagebank.

Weimar. 3. Juli. (WB.) Heute begann tarn dem Schöffengericht in Weimar der Pro- zeh gegen den ehemaligen thüringi­schen Innenminister Hermann und fer­ner gegen den RegierungSassessvr Ru­dolf Kunze, die KreiSdirektvren LouiS T? n V r Meiningen, Adolf Hörschelmann. Eisenach, Berthold F a u l i a n - Roda, sowie Ed­mund Koch-Gotha. Cs sind etwa 30 Zeugen geladen, darunter die früheren thüringischen Mi­nister Frölich und Hartmann. Von der Vertei­digung ist auch der preußische Innenminister S e- v e r ftn g geladen worden. Die heutige Verhand­lung befaßte sich in der Hauptsache mit der Fest- stellung der Personalien der sechs Angeklagten und der Erörterung der ihnen zur Last gelegten Verbrechen bzw. Vergehen. Es wird behauptet, daß die Angeklagten Hermann und Kunze Ende Ottober und im Rovember und Dezember 1923 in zahlreich en Fallen gemeinsam vorsätzlich rechtliche Urkunden und Tatsachen falsch beurkundet und Ur­kunden vernichtet haben in der Absicht anderen Personen VermögenSvvrtkile zu verschaf­fen. Der Angeklagte Renner wird beschuldgt dah er als Beamter in Fällen wie den vorer­wähnten falsche Tatsachen beurkundet habe, indem ; er verschiedene Daten änderte. Dasselbe 1 Delikt wird den Kreisdirektvren Hör- : schelmann und Faulian zur Last gelegt Kreisdirektor Koch soll im Jahre 1924 einige i Anstellungsvermerke sowie ver'chiede e ' Daten g eänder t haben. Als Beweismittel ' für diese Anschuldigung dienen u. a. auch die in i

De tracht tommenöcn Personalakten." Die Angeklagten Renner und Genossen haben die ihnen zur Last gelegten Straftaten teilweise zugegeben. Stiaatsministera. D Her­mann bestreitet, daß er bei der Verfügung der den Gegenstand des Strafverfahrens billen­den Anstellungen sich von pa r t e i p o l i t i s ch c n Rücksichten habe leiten lassen. Rach Vernehmung der Angeklagten wurde die Verhandlung aus Frei­tag vertagt

Kleine politische Nachrichten.

Gedenkfeiern.

Berlin, 3. Juli. (Wolff.) Die Reichsre- aterung hat beschlossen, am 3 0. August eine Gedenkfeier für die vom deutschen Volke im Weltkrieg gebrachten Opfer zu veranstalten, ei.t- zelheiten darüber werden noch bekanntgegeben. Daneben sott in diesem Jahre der Verfas­sungstag am 11. August in der üblichen Weise gefeiert werden.

Strafaussetzung für Abg. Poehner.

München, 3. Juli. (WTD.) Der Geschäfts- ordnungsousschuh des Bayerischen Landtages be­schloß heute nach einer längeren Aussprache über baß Ersuchen des Justizministeriums, eine Be­schlußfassung darüber herbeizuführen, ob die Ge­nehmigung zur Vollstreckung der gegen den Abg. Pvehner vom Völkischen Block vom Münchener Volksgericht wegen Teilnahme am Hitlerputsch ausgesprochenen Strafe erteilt werden soll, mit 13 gegen 9 Stimmen, die Genehmigung zur Voll­streckung der gegen Poehner ausgesprochenen Strafe nicht zu erteilen.

Der kommunistische Stadtrat als Kurier.

Olürnberg. 2. Juli. Im h.esigen Haupt- bähnhcf wurde der Dwliner Stadtverord­nete Kestel festgenommen, der als kommu­nistischer Kurier tätig war. Bei ihm wur­den wichtige Dokumente vorge/urnen und beschlagnahmt.

M.-G.-Schmuz?gel nach Rußl n>.

9m Flugzeug

3ur britischen Reichsausstellung.

Bon A. v. Knobelsdorff, Berlin.

!. Lu streife.

Eine Reise nach London früher eine all- ^gliche Begebenheit, über die kein Mensch ein Wert verlor ist heute ein Ereignis das allgemeines Interesse in Anspruch nehmen darf. Besonders in Verbindung mit einer Besichtigung der englischen Reichsaussteliung in Wembley ist ' in solcher Besuch außerordentlich löhnend, denn Liese Ausstellung gilt als das Ereignis deo Londoner Saison 1924 und erregt das Inter- esse aller Kulturländer in hohem Matze. Wembley bildet -sozusagen Inventur des britischen- Welt- > .iches na<f;i dem Kriege. Von dem Erfolge der ''usstellung^echofft die Regierung viel für die tunftigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Mut- ;Irland und Kolonien.

Cs heißt das Rützliche mit dem Angenehmen i -rbinden, wenn man sich zu einer solchen Reife ber modernsten unserer Verkehrsmittel, des Flug­zeuges,^ bedient. Den Berliner Reisenden bringt as Auto des Deutschen Aero Lloyd, der in Gemeinschaft mit der Imperial Airways Ltd. London den Flugdienst BerlinLondon leitet, in schnellem Tempo nach. Staaken, dem Startplatz der Reise. Während die Zollmatznahmen erledigt und die Reisenden gewogen werden, rvird das Reise-Flugzeug auf seine Leistungsfähigkmt hin geprüft. Dann erscheint der Pilot, ein Eng­ender untersetzt und wortkarg. Mit einem kurzen Blick prüft er noch einmal die ganze Maschine ordnet die Plätze der Reisenden an, um d.is Gewicht richtig zu verteilen and besteigt seinen Führersitz. Acht weichgepolstertL Korbsestel geben ebensoviel Passagieren Platz. Die Tür wird ge° schlollen, ein kurzer Gruß durch das Fenster und

Belgrad. 2. Juli. (WTD.) Die Agramer Staatsanwaltschaft hat von der Regierung um­fangreiches Anklagematerial gegen R a d i 1 s ch und einige Abgeordnete seiner Partei erhalten um gegen alle Anklage wegen Hochverrats zu erheben. Rach dem Anklaaematerial soll Ra- dltsch mit dem mazedonischen Ausschuß die L o s - Trennung einiger Teile des Staates vorbe-

Abg. Reiber (Dem.) erllärt sich in bezug auf die Fortbildungsschule solidarisch mit den Ausfübrungen des 2lbg. Storck, und lehnt die des 2lbg. Lenhart ab. Andere Lesebücher seien einzuführen, die auf einem höheren geistigen Ri- veau ständen. Wenn jemand religiöse Einrich­tungen beschimpft, so sei das eine Sache des guten Geschmacks. (Widerspruch rechts.) Der Personal­abbau sei nicht ganz zu verhindern gewesen, aber den Schulabbau müsse man verhindern.

2lbg. Kindt (Dntl.) fragt an, ob der Schrift­steller Wilhelm M i chel in Darmstadt ein Gehalt London, 3. Juli. (Wolfs.) Einige Blätter von der Regierung beziehe?

veröffentlichen Einzelheiten über den Versuch, auf $er Präsident des Landesamtes für das illegalem Wege Majch nengew.hre von England Bildungswesen erwidert, daß er als künstlerischer über Holland nach Rußland zu ichnsfen. Di^ d e ^elrot beschäftigt sei und auf Grund eines Privat- Gewehre enthüllenden Kisten wurden am Dier.s- Vertrages monatlich 81 Mar? erhalte.

tagavend von Geheimdetelliven in der Rähe Schluß der Sitzung; nächste Sitzung morgen, der Tower Bridge beschlagnahmt. DerMorning --

K Ä'Ä, Letzte Nachrichten.

W2 und mit 130 Kilometer Geschwind;gtett nehmender Steigung schieben srch^ die Entser- dahinschwimmen nungen stark zusammen. Der Lichtkreis erwei­tert sich gewaltig. Die Erde beginnt ein land- kartcnariiges Bild anzunehmen. Das Helle Grün der Felder, das dunklere der Wälder, das Grau der Ctmusseen. die blauen Bänder und Flecke der Flüsse und Seen erscheinen pastellartig auf eine große Leinwand 'gekleckst. Die Havel und ihr Srengewirr liegen im Sonnenglanz. Rathe­now erscheint und verschwindet schnell. Ein Wald­see grüßt wie ein aufgeschlagenes Auge herauf.

Wir flogen eine der großen englischen Ma­schinen des Konzerns, ein Dornlerflugzeug, das noch den englischen Vorschriften, die feine Ruine-