ttt. 29 Zweiter Blatt
Montag, 4. stbrnar 1924
Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger fflr Gbechessen)
Frankreich will den Rhein
Don
•rbrtinrai Prof Dr. Herrn. On den • München')
Dal Problem bt* beutlchrfranzösi'chen Oegen- fatzes bauen nicht rtroa teil 1871. leit •Hafk Vöchringen. fcmbern tfl bereits In der Periode vor. her oon l&w bis 1870 veranlert 3n den Eie- weiatedPalKn. die au dem Kriege 1870 geführt haben, handelte es sich um nichts anderes als den Storni* der Franzokn um den deuilchen Rhein unb den Kamps brr Franzosen geien unsere nationale Seibstbestlmmung Hier liegt 'chvn bt- Äorisch gesehen der Schlüssel des DerfiänDnil'es ir unsere gegenwärtige Lage. Heut« pflegen bl? Franzosen Rrpoleon lll. nonutpedrn Hne bob trtnäre Rationalitätenpvlitik habe die großen Traditionen französilcher Ge'chichte gegenüber den Dachbariündern auhcr Ach? gelallen Das ift nicht richtig Auch Rapvleon lll steht aus der Linie der traditionellen Politik, die Deutschsrnd und dem Rhein gegenüber zu einem umrand lbiren Grund- dement des nationalen Machkwitl n» leit dem 17. Hahr hundert geworden wai Auch er Ifl ein Reprüsen'-anl dieses Systems, nur daß er darin eine ganz besondere Rote vertritt. Auch er liegt immer auf der Lauer, Frankreich zu verg-ößern. aber er scheut allzu gewagte Schritte, tret! er im Grafifan seinen Thron aus» Spiel setzt. Sein' politisch« Technik heiht, gewinnen ohne wirkliches Risiko Worin sah er seine Ehancen und wie richtet« er demgemäß seine Operationsmethode ein?
Es gib« kein höhere« Arion der französischen Außenpolitik als dies««: Sin deutscher Versis- firngszustand von einer solch inneren Zwirfpäl- tigkett, haß er das Land zum Angriss uniLhig, aber für französische Intervention und Durch- Mna’ing so zugänglich wie möglich macht.
Die Dorbedingung solcher Kontrolle war der Besitz der Rheinfront. Auf die'e» Ziel ist di« französisch? Politik von Ludwig XIV. bl» Rapolrvn abgestimmt
3m Kriege 1866 besieht die Rolle Rapo- lerns lll. darin, den Krieg technisch, diplomatisch «nvernHeidllch zu machen und die Starten so *u »rischen. daß er selbst nach Kriegsausbruch bk* 8 ä r f fl « n Xrümbfe in die Hand b.-Pmmt 3m April 1866 schon hob Fürst Metternich In einem Telegramm hervor, daß der Kaller gewiss« Korn- pensallonen oder Garantien verlange Wenn Oesterreich «in« Reutrasisierung der Äbeinlande versprechen könnte, würde Frankreich Oesterreich und feine Freunde gerne i'eriräf'cm Diese Forderung Ifl In den Dertragsverhandluigen mit Oesterreich Im Augenblick. wo der Stnci au>- brach durchgeseft worden In dem offiziell?a Berti-g ifl das nicht erwähnt, aber es steht fest, daf. Oesterreich tatsächlich unter stärkstem fran-
Etm Trud die Derpssich'uag übernahm, im feine« Sieges keinen Widerspruch zu er- wenn bk i'ifubtid. t Xheinpre- »In» a ls «in autonomer Staat neutralisiert würde.
Ta« französische Kriegsziel von 1866 ist die Zerstörung ter Wiener Bert rüge ven 1815. des Deutschen Bundes wie der Or£n ing am Rhein Verdrängung Preußen» vom Rhein, es ist das alle Ossensiv-Sch-mu der sranzüsisch.n Geschichte, nut In der Detberftcii Form einer den Moment abUmemben Schieberpottlik Man spricht nicht offen von der Annefflon de« Rheinlandes, um das deutsche Rcttionalgrfühl nicht in Wallung zu bringen und dadurch alle Sympathien der preu- ßischen Seile zuzuschreiben Die'er geheime österreichisch-französische Bündnisvertrag wurde am 12. Juni 1866 geschlossen und war daraus berechnet. ba# französische Dessin für die künftige Reuordnung Deutschlands zu entfalten. Die Bedeutung des Don?rsch!ags r>on Sadowa bestand darin, bah eines der hinterlistigsten Sr- oberungsspicle tm Augenblick des Entstehen» cr- barmung-los zerrissen wurde Dem Franzosen blieb in der Folge nichts anderes übrig, als te.i Forderungen ein* andere und befch ibcnerc Richtung zu geben Die grobe Äomp;n,alton«for?c- nntfl vom 5. August, die die Grenz.» von 1814 (Saaibrücken-Landau), die baherilt< Rheinvfalz, Rheinhessen mii und 2u rem bürg am war von Rapolecn abgelehnt worden Die Snt- düllung dieser Forderungen hatte die zunächst bedrohten süddeutschen Staaten zum raschen Frie- bensfchluh und zum Abschluß des Schutz- und Trutzbündnisses mit Preußen gefügig gemacht. Darum zogen sich die Franzokn am 20 August 1866 auf die kleine Kompenfarionsforderunz zurück. die die Grenzen von 1814, Luxemburg und Belgien verlangte. Um dieses Ziel zu erreichm. das von Bismarck nicht zu erlangen war. stellte sich die französische Pelnik auf einen Umweg ein. dessen vorläufiges Ziel der norddeutsche Bund
•) Einem Vortrag von der Wademischen Ar-
bettsgemeinfchasl in München entnommen.
und di« M a i n I I n I« UL Wenn es Rapoleon gelanL die künstlich« Spaltung Deutschland» durch die Mainlinie zu verewigen, bann war die Alöglichkeit für eine spätere Intervention offen geballtii Das Onbxfet aber blieb, bk Snt'cher- düng von 1866 wieder rückgängig zu machen
Tu Schlagwort« dieser verdeckten Srobe- rungspolilik enthalten all« Bestandteile der Phraseologie von heute den Status guv (btt Main- üni«), das Gleichgewicht Europas und bas N- drohtiein
Am 2i April 1867 hat Rapvleon eine Offensiv- unb Defensiv-Allianz in Wien angeboren Der Kaiser wollte bomil da» linke Rheinuser erwerben, bk baverifche Rheinpfalz unb bie preußisch« Rheinprvoim, Oesterreich hätte man es überlasten, lich in Südbeutfchlanb zu arrangieren Rur sollte hier der Borbehalt gelten, hinsichtlich br« <*rrf benogtum« Baden für besten Schicksal sich F ank:e>ch selbst interestierte.
Frankreich war somit bereit, die mächtigsten Rheinbundstaaten, damit auch Bavera. restlos zu opfern. Wie mit herrenlosen Objcllen wird h?a der französischen Politik hier geschaltet Jede, Versuch auf dem Weg der Einheit deutscher Ration vorwärts zu kommen, wird unter un erhüllte französische Kriegsdrohung gestellt Dieser Aben- 1 euerer auf dem Dhron war ein Erb: der traditionellen französischen Eivberungspolltik. DieBer- banblungen zwischen Oefterreich und Frankreich zogen sich auch noch durch die Jahre 1868 und 186V fort
Im Jahre 1868 schlug Rapvleon als Basis de« Deilrages vor, den Status quo in Deutschland lMainliniej' das aber fand Graf B.-ust odios, tret! man in Deutschland eine französisch- österreichische Abmachung über Deutschland als ausländische Interveniivn deuten unb weil das deutsch« Rationalgefühl sich dagegen auslehnen würde. Das hiebe allo, das Spiel Bismarcks za spielen Der eigen« Vorschlag Beusts lief darauf hinaus, mit dem Programm einer allgemrin n Adrüst u n g berüonutreten und zur Aktions- basis des zu schließenden Bündnilles zu machen. Die Abrüstung sollte als Waffe benutzt werden, um die Liebenraguna der preußischen Wehrverfassung auf den Rotbdeutschen Bund ;u erschweren uno ihre Ausdehnung auf Sübdeutsch/and xu verhindern. Rapvleon lehnte dc.i ffebanf n keineswegs ab, nur machte er zur Bedingung, bah Oesterreich sein eigenes neues Wehrge- setz durchgebracht haben müsse, ehe man mit der Abiüstungsaktivn beginne. Aus e. dem mülle aber auch Preuhen seine gan>e We|r-Erfassung a u s h e b e n und diese Aufhebung durch ein feierliches Geich im Rorddeulschen Reichstag sanktionieren. Selbst bis an die Zähne bewaffnet, wollte man an den ^lachbar heran treten, daß er sich um des Friedens willen cntblößr. Die Ab- rüstungsnelhandlungrn der Monate August b'ts Oktober 1868 sind höchst lehrreich, auch für jene Pazisisten, die da rnernen. ihre himmelblauen Schlagworte besähen in dem Munde der Mächte dieser Welt nicht ein sehr realistische- ilntcr- futter An diese Abrüstungsentwürse reihten sich dann Derhandlungen über ein offensives Grob e t u ngsbündnis zwischen Frankreich, Oesterreich und Italien vom März bis Dezember 1869 an Hier trerb die falsche Scham wieder auf- gegeben unb das Kind beim richtigen Hamen genannt. Da- französische DündniS-iel ist Deutschland in möglichst gleichgroße Staaten zu zerlegen, da- heißt die Karte von 1648. die den Fran- gofen auch heute wieder als Idealbild vvrfchwtbt, wieder herzustellen und für Frankreich selber den R Hein zu fordern Der formelle Staat-Vertrag blieb hauptsächlich wegen der Forderung, daß Italien Rom erhalten sollte, unterwegs Man begnügte sich zunächst mit dem Austausch gleichlautender Briefe zwischen den drei Monarchen im September 1869, bei denen die Grundlage und der Deist der besprochenen Verhanb- lirngen au-diückllch alS moralisch verbindlich bezeichnet wurde.
Man sieht auch hier bk Kontinuität der französischen Politik, die ihrem traditionellen $r be- rungswillen in all diesen Iahic.i getreu bleibt unb bie In der Angst vor der ollendung deS deutschen Rationalftaates ihn noch im letzten Augenblick sprengen will, die um deS europäischen Gleichgewicht» willen den Rhein forbeit unb ben Weltkrieg betreibt, um der Söiberung beS Frieden- willen — eine Politik, in der Rapvleon selbst mehr und mebr der Getriebene wird, der den Drang der Ration beide- bigen muß. um seinen Dhron nicht au verlleren
Für diese Politik ist die |pa n i sche Thron- fanDibatur deS Prinzen Leopold von Hohen- zollern nichts alS ein gierig ergriflener Anlaß, den man nicht mit dem tieferen Grunde des Krieges von 1870 verwechseln darf- Er ist nur eine Zünd- fläche an der äußeren Peripherie, an der Bismarck die umenrbischen Minengänge Rapvleon- zur vorzeitigen Eeplosion brachte. Es ist nicht
nur eine historische Erken nwisfrage. ’onbern ein politisches B^ürfnis unlcrtr Ration geworden die wahre Beranlallunz des ^chlcBals- krieges i*on FKO. aus dem alles Spätere dis zu 1914 hin zwangsläutig unb schmal-mäßig her- vvrgeg-rngm ist, in bas schärfste Licht zu '«-p«n. benn b<elt Jahre von 1845 bis 1870 ieuch'.en wie ein Scheinwerier In bie dunklen Gewalten, in denen >ie Urfünbc des Friedensbruches steckt 3« find dieselben bie wir als bas Prrgramm vor. 'Domcaie unb Fvch kennen Die 5iebc von gestern sind die Diebe von heute unb morgen.
Der grillige Kamps um die Schuldfrage. t-cn wir in der Welt zu befielen Haden wird fortan nicht mit 1871 einse-en, sondern die Drngc In ben gr h.n historischen Zulammen Hang rinoib- nat. m dem sie all ein objeuio zu beurteilen s,nd.
Et ist en deu scher Irrtum, zu glauben, btelc Schaltf.ag- Ikfx sich allein durch Propaganta. Ot gant la denen unb ministerielle Ku lbgedunge., entsch »den. Sie wirb nut in einem larg'ame.i unb allmät-tid-*n Prozeß ter Umorientierung der W.lt bestehen können, in dem die hlstorilche Wissenschaft ebenso ihren Anteil ha', ttne der lebendige Anschauungsun erricht, ben die Berblcn- dui.g ter Fianzosen heute am Rhein der Welt erteilt. In diesem Prozeß der MnwrLmhervng werben auch die Akten der Jahre 1865 di» 1870 ihre Stelle Haden
Was sollen nun diese historischen Erinnerungen heute bedeuten? Sie zeigen uns bie U n • Veränderlichkeit des französischen Eroberungswillens, der feil IV Jahren ben Rh.in unb die Sprengung der beu 'chen Ein- bell bJb.*n tnilL öle zeigen uns zugleich txc Gefahr. diesem fonxen:rillten Willen ander» als in innerer Einheit und Geschlossenheit »u begegnen.
Wer die Iqhre 1867 bis 1870 au’ inner- deulschmi DHeater studiert, wird entsetzt sein, wie viele Deu.fch? damals In frktlichen Dhecrien unb in partikularer Bcrstvckuna ahnungslos bas Spiel des ErhseinteS Ipiel en. Es lit. al4 ob das Wort deS grvß.ni Rapvleon auf St. Helena noch seine Geltung hätte .Zwiespalt brauchte ich nicht zu stiften unter ihnen, denn die SmigleU war aa» ihrer Mitte längst gewichen. Rur meine Rene biauchie ich zastellen unb He liefen wie scheues Wild von selbst hinein "
Gewiß, die Zei en dynastlsch-partikularistischer
Eigensuch: lind vT-.bri Unb »alle deutsche» Stämme stehen heule in de-. Dillen zur Ginheri als der eri'.rn Bora^efepung untere« Leben« Aber der 2 o n d e r q . . ’i der Deu'chen ist In anderen Gestalten kS- '> j H den <> •. uun tn den Q irilchafUichen Grapixn. v a.. ,<nen Berbän- den dk ihre Sonderziell und ihre ^igenfuchi wr- ansieUen b.f überhaupt die innere Pviitik über» ordnen möchen der äußeren Pvlltik.
Bitlleich! nrivb H einem kommenden deutsche» Historiker und greulich er'cheinen. wen» tn ba Ze,t, Eo die (Mab*, der Apreißung des Ibtfe» Rheinufer» aus hi» bf-l tc flieg die politische Leidenschaft der Deutschen nicht unbedingt schwieg, sondern an manchen Stelle» fick gegeneinander enliünbrir Ds» distviische» Forscher würde es auch unbegrellllch «richeine». trenn in ben Memen e r der äußersten Geiähe- dung ter Pfalz nich' die Frage der Erhaltung ter Pfalz al» da» Höchste gegol:« bälic vor ollen anderen inneren Gegenlayeei.
Diele Leute berufe i sich beult auf Bis« mard. Da» man von ih-n lernen kann, ist dir llnleiordnung der i> n.rkolitischen Belleilälen unter tie a u ß c ' »-benibebtngun-
gen unserer Ration Zede pvliti'chc Erziehzurg ba Deutschen muh zunächst von dieser Stell« ax* geben, um die Deutschen auf ein hohe» Rio«» ihres pvlililchen Zus am men Haitis zu bringen
Wir haben gegen uns als Feind di« Rativm di« dk eifrigst« geschioffenst« unb Ir ihrem WilleneinheltlichstevonaN«» europä if chen ist. Wit können von Bismarck lernen, daß wir der Stunde warten müssen, bis sie kommt. Kommt sie, au» un» selbst oder wsrtz sie von außen her an un» her an getragen? DI» Antworten lauten entgrgengrsent Für mich skh» die Antwort fest Sk liegt nich! in dem einen unb nicht in dem andern allein, sie liegt In bet Kombination einet völlig vetänberte» Weltlage mit einem e n 11 chl o I f e n «n nationalen Auferstehung-Willen Für dk veränderte Weltlage bedürfen wir einer llmträlAurg der geistigen inneren Welt. An dieser Llmwabzung mögen diese Beiträge zur Sch,lld- fragc auch Ihren An:eil haben. So wirb es uns gelingen, dem Feind die Mask« vom Eksicht z» reihen, und zu zeigen, dah die Fre. »zo|e» die Feinde des Dellfriedens |md unb es von jeher waren.
Linkommensteuerschuld für 1923 und Vorauszahlungen im Kalenderjahr f92§.
Don Steuerinspektor
Der stetig fortschreitenden Sntwertunq der Mark vermochte bie Dleuergesetzg bung sich nicht ober nur unzulänglich anzupasfen Besonders hatten sich auf bem Gebiete der Steuerzahlungen g.rad^zu ka:astropbaleDerhältnise herausgebiltet. Sv deckten vielfach die zur Dereinnahmung gelangen ben Beträge nicht immer bie Deiwallungs- feften Dem Vorgehen der Geschäftswelt folgend, wurde durch Einführung deS Gvldumoechnung»' fatzes Abhilfe zu fchassen versucht Aber auch biric Maßnahme war unvollkommen unb führte nicht zum Ziel Erst bie erfolgt« Öuibtlificninq bet Mark brachte Wanbel. so bah heut« in dieser Beziehung die Krisis alS überwuirden angesehen werden kann.
Unter ben gegebenen Verhältnissen war denn auch an eine Durchsührung der Einkommen- steuerveronlagung für 192 3. bk nach Ablauf des Jahres 1923 hätte erfolge-’ müssen, nicht zu denken Da jedoch durch bie im Laufe des Stalcnb.riabreS gc.eiftc en Voraus ahlungen in den weitaus m istcn Fällen d e tat .. „ich?Steuerschuld. die sich bei Durchführung der Veranlagung ergeben hätte, nicht getilgt war, aalt es, einen MnduS zu finden, nach welchem die Feststellung der Rcstschuld erfolgen konnte. Durch die zn>eite Steuernotvervrdnung ist eine Lösung dahin gesunden worden, daß bie für 1923 ben erf>öbtcn Vorauszahlungen unterliegen ben Steuerpflichtigen eine sogenannte Abschluhzahlung zu leisten haben. Diese berechnet sich nach der Ein- lommensteuet 1922 und beträgt 40 Gold Pfennig pro 1000 Mb und erhöht sich auf da» Vierfache, wenn der Deranlrg-rng 1922 ein Geschäftsabschluß vor dem 1.3uii 1922 zu gründ: liegt Eine Erhöhung tritt außerdem cm, wenn die hiernach sich ergebende Zahlung in keinem Verhältnis zur Leistunassähigkrit einet Steuerpflichtigen stehl. Mit Erledigung der Abschlaßzahlung gilt die Steuerfchulb für 1923 als getilgt
Weiterhin galt es. Bestimmungen für die Bemessung der Vorauszahlungen auf die Steuerschuld des Kalenderjahres 1 92 4 zu erlassen. Rormalerweise Hätten die Grundlagen sich aus der Veranlagung
S ch ä s e r - Glefkn
für 1923 ergeben, da aber deren Durchführung au» den oben erwähnten Gründen scheitert«, mußte auf anderen Unterlagen aufgebaut werden. Die zweite Cieuemotoerorbraing betritt hierzu ganz neue Wege, indem Hc bk Ctcuep- pflichtigen m drei Gruppen einteill und }« nach Einkommen Sari die Vorauszahlung auf den Bef Ich die Bruttoeinnahme oder bk jJrberfdMUk der Einkünfte über die Werbungskoskn aufbaut QM der ersten Grupp«, welch« bk land- unb foifb- wirtfchaftllchcn Betrieb« umfaßt, wirb bk Vorauszahlung nach dem Dermogkns-CDehrbettvag«») wert des fribft bewirtschafteten Besitz«« bev messen, die Gewerbetreibenden als zweite Grupp« leisten sie nach dem erzielte» ilmsach wahrend bei der dritten Gruppe, unter welche die freien Berufe unb Personen mit svnstiaem Einkommen fallen, bie UeberschüNe der Eln- künste über bie Werbungskosten als Grundlage bienen. Im einzeln« ergibt sich in großen 11m- rifsen folgendes
A Einkommen a»s dem QMrith der C<mb< und Forstw rtf<h:ft.
Für die Qöerechnung der Vorauszahlung« dient hier der Wert des Grundvermögen«, wie er für die QZermögenssteuerveranlagung nach dem Stande vom 31. Dezember 1923 sritg stell! wird. Sine Reubewertung deS Besitze« cri'lgt Im allgemeinen nich'. Hel mehr werden die Wehr bei trags- werte maßged-end fein Ob letztere noch dnt Berichtigung erfahren werden, steht bis heute noch nlck.t fest. Auf je 1000 RN Jkrmöaen*-(QD«hc. beitrag»-Nvrtt ist vierteljährlich eine Doidmark als Einkvmmensteuervoraus'ahlung zu leisten. Qöezif- fert sich beispielsweise der QVehrbeiiragswert ein«« 30 Morgen grvßm Besitztums auf 30 000 QBt, so berech iet sich die Vorauszahlung auf 30 Goldina rk für etn Q3t?r eljahe.
Ist der Grundbesitz verpach'et, so findet dies« Qverechnung für den Derpäch'er keine Anwendung, wohl aber für d.m Pächter, jedoch mit der Ein, sch.änkung drß sich die nach obigen Grundsäv«» errechnete Steuer um 10 v. Sy der für das gleich« Vierteljahr gezabl'.en Pachtsumme mindert. Hier- I für nachstehendes Beispiel
DitflpuröroDrtt)lngig-fil)3n.
Ein Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik.
12. Fortsetzung (Nachdruck verboten.»
.QDciht du. als Ritter ohne Furcht unb Tobel sollten wir uns des armen Dinges annehmen Dir haben den ganzen Luftkahn für uns. UM steht dem im Wege, daß wir sie bis Fergbana mitnehmen . Soll ich zu ihr gehen, es ihr anbiden?“
Er erhielt auf feine Frage feine Antwort unb rr-anbte sich um.
Da! . Georg! Die denkst du darüber?"
5tod> einmal kam die kurze Frage din ben Lippen Georg Ifenbrandts. .Wer mag si: fein?"
Jetzt wandte QDcllingUm Fvff sich »rnz um .QDas hast du denn. Georg . waS ist dir?"
Georg Isenbrandt stützte feint Stirn In bh? Hände
.Eine Erinnerung . . aus schönen, allzu schnell vergangenen Sagen."
Isenbrandt sprach Langsam und stockend, als ob ihm die Worte nur schwer v?n bei Lippen wollten
, . . DieftS junge Madchrn . . . wie ich Stimme hörte . . als ob ich He hört« . . . al» ich ihre Gestalt sah . alS ob ich sie wiederläh.* . . . Maria . . . Mario Ortwin . . .1 So war sie Maria Ortwin . . so sprach sie . . . fv sah sie aus . .**
Dclüngton Fvr versuchte llch bie S*ene ^u erklären Er wußte von dem kurzen Lievesgluck leine» Freundes Lodernde, brennende Liebe.. .
cme Verlobung ein veich-s Glück unb bann die jähe Trennung durch ben Tob Aus blührn- dem Leben wurde Maria Ortwin in wenigen Tagen da hingerafft.
Wellington For war damals tn den Qkr- einigten Staaten. Er hatte bie verstorbene 'Braut seine» Freundes nk gesehen. Aber er begriff trobt bah bkr eine täuschende a?bnlid)!eit ob- axilien müsse. SineS jener so seltenen Aaturspkle. da» Aehnlichseiten der Stimm« unb d-S Aussehens bis zum QZertprchl.ln schafft. Er fah. wk sehr Georg Jknbranbt unter dem Eindruck dieser 2kbn!i±kit stand, unter ihr litt, von ihr bewegt wurde.
.Ich tliube. Georg, wir tun ein gutes Werk, trenn wir die junge Dame mitnehmen. Soll ich fi« auffvrdem?" , _
_3c wenn sk mit uns fahren will. Sprich bu mit it>r."
Mit großer Geschwindigkeit giny Drl'.Lrgtnn Fvr heran, dielen 2Unrag zu vollziehen Gerrg Isenbrandt sah. wie sein Freund b.entti«. Ibra^> und lachte Wie das junge Mädchen erst erstaunt unb dann erfreut auffah. ebm^Zlls lächelte unb die Einladung m:t Dank annrhm Er fah. wie ter az4g muntere und immer gut gelaunte Wellington Fvr fofDrt in flotter llnicrbar.iriq oar, unb dachten Wie fchier ist doch dem eigene» Blut Wie scha>er trägst bu an allem, was dieser ba spielend überÜKndet . . .
Lind bann stand Wellington Fv* bei ihm und machte ihn mit Maria Feodor>wn<» Witt- Husen bekannt
.Ich danke Ihnen, mein Herr, daß Sk mir die Möglichkeit geben, sofort nach Fergpana wetterzukommen.
.Ich bin glücklich, wenn ich Ihnen dielen Dienst erweisen kann .
Er stockte und schwieg. Auch das Mädchen schw-ieg. Sine Irichte Ttote flutete über ihre Wange Wie im Traum schritt Georg 3fen- branbt an ihrer Seite. Sprunghaft überflogen feine Gedanken die letzten Jahre. W.e un Traum glaubte er an der Seide Derjenigen zu schreiten, die er einst so sehr gel ebt hatte unb bie nun schon so lange im Grabe Lag.
Zu brüt bestiegen sie den Kompagniekreutzer unb nahmen in der reservierten Kabine Platz.
In forcierter Fahrt schoß her Kreutzer über bie Hungersteppr dahin. Der alt« Rame holte cheute nur noch historische Bedeutung W> sich »rüher eine dürftige unb trostlose Steppe behn:«, da grünten jetzt üppige F.lber. Ern fruchtbarer Boden war es. bet unter den warmen gleichmäßig über das ganze Jahr verteilten OtegengüHen hier reiche Ernten »ab
Zu 6ritt betrachteten sie das herrliche Land- schaf sbild.
Maria Feodorowna, frohen Herzen», doß jede Propellerdrehunp sk ihrem QLe'kziel, bem väterlichen Hau e in Kakchgar. näher beohte. Del- lington Fvr vrllkommen in seinem Fahrwasser alS ÄaucLätt’ und Si.ervne Georg I'enbrandt nech schw-eizsamer unb nachdenklicher als es sonst seine Art war
D.llington Fvr trag bie Kosten Der Unter- haltuna Bald erklärte er Die Einzelheiten Der unter ihnen lortziehmden Landschaft, bald mochte er feiner schönen R.iseoe'ährt n aller le. Kompli- rncTtc. Wädrenö er sprach ruhte Der Blick Maria Fevdormr-n rS häutig aut dem Oberingenieur. Iienbrandi faß so. daß sie ihn von Der Seite im
vollen Profil erblickte Derstohlen betrachtet« sk dies« energischen, Durchgeistigten Züge. Den» natürliche Härte durch einen Anflug von Trauer gemildert schien.
Georg Isenbrandt erhob sich um etn« Kart» aus Dem Reben raum zu holen Forschend schaut» ihm Maria Feodor.-wna noch Dann richtete sk eine Frage an W lli mton Fvl
.Ist Ihr Freund immer so schweigsam exb traft?"
.Immer Reinl . Richt hmner . . . Gewiß, sein Eharaller ist ernst SymU kommt * brfcnbcrcT Grund hintzu . Wllsan Sie. Frä»- lein Witthuscn, warum wir so schnell bereit waren Sie müzunehmen?"
Sin leichte« Erstaun« glitt Über dk Züge Maria FevdorJwnas
.Au» uelchem Grunde? . . Ich habe da» Über noch nich» nachgedacht Ich war so arv genehm überrascht, schnell Deitergufommesi, baß ich Ihre Ei-ladung gern angenommen habe, ohne viel über bie Gründe nachiudenßm aber ich nehm« an, Herr Fvff. daß Ihre Rilterllchkelt Sk barog. einer Dam- in der Verlegenheit befzu- sp rin gen . . . Sollte ich noch Dann täusche» V
.Aber nein. Fräul in W tthus x, wir hätte» wohl in jedem Falle Io gehaicheit. In Ihrem Falle tarn aber nexch etn brionderer Grund htnM
Sin Grund. Der Ihnen auch bk besonders ernste Stimmung m tx.« jjrjunbe» erklären kann." .Sie machen mich neugierig, Mr. Fox. Darf man Den Grund tinHen?"
.Ich lehe nicht ein, warum ich ihn verheil» llchen sollt«. Sü gleichen ra Stimme unb Gestalt einer Frau, dir Georg Istrnboandt vor Jabo» über alle« geliebt har “ k Fortsetzung folgt)


