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flr. 207 Erstes Blatt

Mittwoch, 5. Septeinoer TO

VI- Jahrgang

GietzenerAnreign

General-Anzeiger für Oberhessen

Ürurf mrb Verlag: Brühl'fche UniverstlSlr-Buch- und Steinbruderei R. Lange in Sichen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7.

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Die Kriegsschulddebatte.

Die moralische Revision des Versailler Diktats. Die Abwehr der französischen Presse.

Die Reichsregierung hat als Abschluß der Be­ratungen des Londoner Abkommens die Erklä­rung veröffentlicht, daß Deutschland das von ihm erpreßte Schuldbekenntnis am Kriege im Versail­ler Vertrage nicht weiter auf sich liegen lassen wolle. Zum erstenmal hat die deutsche Regierung in klarer und unzweideutiger Weise zur Kriegs- schuldsraae Stellung genommen. Wohl ist wieder­holt in Winisterreten zum Ausdruck gekommen, Deutschland sei nicht als Hauptträger der Kriegs­schuld anzusehen, und wiederholt schon wurden von Regierungsseite Proteste gegen die Deutsch­land auferlegte Schuld am Kriege laut. Das Aus­land hat zumeist auf derartige deutsche Aeuhe- rungen nicht reagiert, vor allem nicht das Aus­land, das am Versailler Vertrag beteiligt ist und alles Interesse daran hat, jene Grundfrage des Versailler Vertrages un­angetastet zu lassen, von der aus der Ver­trag aufgebaut worden ist. Nachdem nunmehr in amtlicher Eigenschaft vom Reichskanzler die Erklärung ergangen ist, Deutschland erwarte von der Gesamt-Entente die Einsicht, es sei zu Tlnrecht mit der Schuld am Kriege belastet worden, nachdem der Reichskanzler versprochen hat, diesen deutschen Protest allen beteiligten Mächten zuzu­senden und ausdrücklich hervorhebt, nur wenn die Schuldfrage am Kriege nicht einfeittg erör­tert werde und dadurch der Haß gegen Deutsch­land weiter geschürt bleibt, nachdem also die De­batte über die Kriegsschuldfrage von amtlicher deutscher Stelle eingeleitet worden ist, kann auch das Ausland nicht dazu schweigen und die aus­ländische Presse nimmt denn auch sofort Stellung zu dieser amtlichen deutschen Aeußerung.

Cs ist nicht überraschend, daß zunächst die Pariser Presse sich empört und beteiligt peigt, teirüter, daß Deutschland nunmehr nach fünf Jahren den Mut fände, seine Hauptschuld am Kriege abzustreiten. Mrt den alten Argu­menten arbeitet die Pariser Presse Frankreich sei von Deutschland überfallen woroen, sei un­schuldig und unvorbereitet tn den Krieg hinein - gezogen, der von Deutschland gewollt und aufs kleinste vorbereitet worden war. Die offiziöse Presse erklärt, daß durch die Unterzeichnung Les Versailler Vertrages die Kriegsschuldfrage einered jubicata fei. Es werden dann auch hier die bekannten Anschuldigungen gegen Deutschland erhoben und daraus, daß es Deutsch­land war, txid formell den Krieg erllärte, gefolgert, daß Deutschland auch am Ausbruch des Weltkrieges allein schuldig fei.

Diese Argumente, die wir wiederholt von französischen Politikern hören mußten und die bei der Festsetzung der deutschen Schuld am Kriege im Versailler Vertrag bereits eine Rolle spielten, können selbstverständlich nicht die Welt darüber täuschen, daß die deutsche Erklärung eine andere Auffassung und eine andere Beurteilung fordert. So oberflächlich und beweislos läßt sich eine der­art wichtige Frage nicht abtun, auch von franzö­sischer Seite nicht, denn inzwischen sind ja genug Wahrheitskärnpser aufgetreten, die auch im Auslande zu der überzeugenden Unter- siichung gelangten, es sei eine-Ent stell ung der wahren politischen Vorgänge, die sich im Versailler Vertrag in der Bekundung befände, Deutschland hätte den Krieg gewollt, vorbereitet und verschuldet. Freilich Frankreich muh das einmal von Deutschland, wenn auch zwangsweise verlangte Zugeständnis der Kriegsschuld aufrecht erhalten.' Unlängst erst hat ja H e r r i o t in einer Rede betont, er lasse nicht daran rütteln, daß Frankreich unschuldig am Kriege sei. Un­tersuchungen seien zwecklos, denn die französische Oeffentlichkeit wisse genau, wer den Krieg verursacht habe, und daß Frankreich schuld­los litt und ohne jede Vorbereitungen in den Krieg gestürzt worden sei.

So einfach, wie man sich in Paris die Sache macht, geht es nun doch nicht. Zunächst muh ein­mal daraus hingewiesen werden, daß Deutschland bei Unterzeichnung des Versailler Vertrages, der ja eigentlich nach Art und Zustandekommen gar kein Vertrag, sondern ein Diktat ist, ausdrück­lich gegen die in ihm enthaltene Kriegsschuldlüge Verwahrung eingelegt hat. Die. Franzosen werden sich damit abfinden müssen, daß die De­batte über die Frage nach der Schuld am Kriegs­ausbruch nun erst beginnt. Die Reichsregierung hat sie mit ihrem Widerruf eröffnet. 3n Versail­les hatten die deutschen Unterhändler bereits Ma­terial zur Beurteilung dieser Frage beigesteuert. Die Feinde gingen darauf jedoch nicht ein, sondernentschieden", daß Deutschland die alleinige Schuld treffe. Vorgänge, über die nur historische Forschung Klarheit ver­schaffen kann, und die dem Urteil der Geschichte unterliegen, lassen sich aber nicht von Politikern nach politischem Gesichtspunkten ent­scheiden Ob es den Vätern te5 Versailler Dik­tates angenehm ist oder nicht, die Frage nach der Verantwortung für den Kriegsausbruch wird weiter debattiert werden und hat auch trotz des Versailler Spruches in den vergangenen Zähren ständig der Diskussion unterlegen. Was hierbei an Dokumenten, Erinnerungen von Staatsmännern nfw. zutage gefördert worden ist, hat nicht nur pur Entlastung Deutschlands beigetragen, sondern eine schwere Belastung unserer Gegner erbracht. Wenn man in Paris seiner Sache so sicher ist, bah Deutschland die Alleinschuld am Kriegsaus­bruch trifft, brauchte man dort ja eine Diskussion

über diese Frage nicht zu scheuen. Die Reichs- regierung wird unbeirrt durch alle gegnerischen Proteste auf dem einmal beschrittenen Wege fort- zufahren haben und Deutschland von dem Makel befreien, mit dem man es in Versailles zu be­lüften versuchte.

*

Zu dem Echo, das die deutsche amtliche Er­klärung in der Kriegsschuldfrage in Frankreich und England gefunden Hot, bemerkt das Organ des Reichsauhe nm in ist ers, dieZeit": Daß die Beseitigung der uns abgeprehten An­erkennung der Kriegsschuld Deutschlands im Ver­sailler Vertrag sofort bei den anderen Mächten begeisterte Zustimmung finden würde, hat nie­mand erwartet. Der Augenblick jedoch, in dem Deutschland freiwillig schwere Lasten auf sich nimmt, die über den Rahmen des Ver­trages von Versailles weit hinaus­gehen, der Augenblick also, in dem unter Deutschlands Mi Wirkung die Revision des sogenannten Friedrnsverlrages seinen A fang ge­nommen hat, muhte auch von der deutschen Re­gierung dazu benutzt werden, neben der mate­riellen die moralische Revision in An­griff zu nehmen. Die Franzosen werden sich mit dem Gedanken vertraut machen müssen, daß es sich keineswegs um eine res judicata handelt, denn eine erpreßte Zustimmung ist rechts­ungültig. Jetzt erst beginnt vor dem Forum der ösientlichen Meinung der eigentliche Prozeß, der mit der Freifprechung Deutschlands enden muh und wird. Das mag den Erpressern von Versailles unbequem sein, aber wir fordern unser Recht."

Die Notifizierung der deutschen

Kriegsschulderklärung.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 3. Sept. (Drahtmeldung.) Be­kanntlich hat vor einigen Tagen die fran­zösische Regierung offiziös erklärt, daß ihr die deutsche Erkürung über den Widerruf des Kriegsschuldbekenntnisses amtlich noch nicht übermi telt worden ist, dah sie aber für diesen Fall eine entsprechende Erwiderung geben würde. Runmehr ist in politischen Krei­sen die Vermutung aufgetaucht, auch schon in der Presse geäußert worden, als ob die Reichsregierung überhaupt nicht mehr die Ab­sicht habe, diese Erklärung über die Kriegs­schuldfrage den fremden Regierungen amt­lich zu übermitteln. Diese Vermutungen sind nach Mitteilungen von unterrichteter Stelle nicht zutreffend. Allerdings hat sich die Reichsregierung den Zeitpunkt der Aebermitt- lung ihrer Erklärung Vorbehalten. Jedoch wird diese Hebermittlung aller Voraussicht nach noch im Laufe dieses Monats er­folgen, da die Reichsregierung auf dem Stand­punkt steht, daß eine spätere Erklärung in dieser Frage nicht mehr die gewünschte Wir­kung haben könnte.

Stillstand der Verhandlungen über die Militärsrage.

Unstimmigkeiten zwischen der Kontroll- kouimission und dcm Kabinett Herriot.

Berlin, 3. Sept. (Drahtmeldung.) Die Ver­handlungen der Reichsregierung mit der interalli­ierten Militärkontrollkommission sind in der letz­ten Zeit völlig zum Stillstand gekommen. Die Devollmächsigten der Militärkontrcllkvnrmisiion erklärten, sich zu den deutschen Vorschlägen vor- läufig nicht äußern zu können. 3n unterrichteten Kreisen werden diese Schwierigkeiten zurückgeführt auf Einstimmigkeiten, die sich zwischen den französischen Mitgliedern der Kommission und der französischen Regierung ergeben haben. Man ist darüber unterrichtet, daß die Mitglieder der Militärkontrollkommission vielfach nicht ein­verstanden sind mit den Richtlinien, die von der Regierung Herriot für die Verhandlungen mit der Reichsregierung aus gegeben wurden.

Man hält es auch nicht für ausgeschlossen, dah schließlich die französische Regierung dazu übergeht, einzelne Mitglieder abzuberufen und durch neue Bevollmächtigte zu ersehen. Der Stillstand 'in den Verhandlungen hat natürlich zur Folge, dah die geplante Generalinspek­tion noch nicht hat durchgeführt werden tonnen, und daß sich die für diese Inspektion in Aussicht genommenen Termine rinmer verschieben. Die Reichsregierung beabsichtigt daher, sich zu einem nahen Zeitpunkt unmittelbar an die französische Regierung zu wenden, um endlich in dieser Frage eine Klärung herbeizuführen.

Das neue Micumabkommen.

Düsseldorf, 2. Sept. (WTD.) In der Verhandlung der Sechserkommission mit der Mi- cum wurde über die noch ungeklärten Punkte älebereinstimmung erzielt. Der Ruhrberg­bau verpflichtet sich zur Fortsetzung der Reparationslieferungen an Kohlen und Rebenprodukten nach dem von der Reparations­kommission ausgestellten Programm. Die Be­

zahlung erfolgt zu'denjenigen Preisen, welche durch Verhandlungen der Reparationskommission mit der deutschen Regierung demnächst festgelegt werden. Cs wurden angemessene Abschlags­zahlungen vorgesehen. Der Wegfall der Kohlen st euer und der Abgaben auf Reben­produkte wurde unter gewissen Voraussetzungen vom 2. September ab in Aussicht gestellt.

Die Räumungsfristen für Dortmund»

Berlin,'2. Sept. (WTD.) Vielfach scheint noch Anklarheit zu bestehen über den Zeitpunkt, wann die Räumung Dortmunds erfolgen muß. In dem Schreiben des fran­zösischen und belgischen Ministerpräsidenten an den Reichskanzler vom 16. August haben sich die französische und belgische Regierung verpflichtet, die militärische Räumung der Zone DortmundHörde und der seit dem 11. Januar 1923 außerhalb des Ruhrgebie­tes besetzten Gebiete am Tage nach der endgültigen Unterzeichnung des Londoner Abkommmens, also am 31. August 1924, anzuordnen. Sie haben ferner in dem Schreiben zum Ausdruck ge­bracht, dah diese militärische Räumung gleichzeitig mit der wirtschaft­lichen Räumung derselben Zone erfolgen muß. Heber die Durchführung der wirtschaft­lichen Räumung sind genau bestimmte Zeiträume vorgesehen. Am 1. September hat die Reparationskommission festgestellt, daß die in dem Gutachten vorgesehenen deutschen Gesetze verkündet sind und daß der General­agent für die Reparationszahlungen seine Tättgkeit ausgenommen hat. Für die wirt­schaftliche Räumung ist zunächst eine Frist von 35 Tagen, also bis zum 15. Oktober vorgesehen. In dem anschließenden Zeitraum, also bis zum 19. Oktober, werden die Be­satzungsmächte alle übrigen zur wirtschaft­lichen Räumung notwenigen Maßnahmen durchführen. Der äußerste Zeitpunkt für die militärische Räumung Dortmunds ist demnach genau bestimmt.

(Eröffnung

der Koblenzer Konferenz.

Koblenz, 2. Sept. (WB.) Die in dem Londoner Abkommen vorgesehene Koblewer Kon­ferenz wurde von dem Vorsitzenden der Inter­alliierten Rhrinlandkommissrvn. T i r a r d , mit einer Begrüßungsansprache eröffnet, auf die der erste Führer der deutschen Delegation, Ministe­rialdirektor D i l t h e y, erwidere. Beide An­sprachen waren von dem Gedanken getragen, dah der Geist der Verständigung, der in den Lon­doner Verhandlungen Ausdruck gefunden habe, auch die Arbeiten dieser Konferenz te'eelen und zu einem raschen und gedeihlichen Ab chluh fuhren möge. Im Anschluß daran fand die erste ge'chäsi- liche Sitzung statt, in der der Arbeitsplan auf- gestellt tourte. Die Verhandlungen erstr^ken sich auf den ganzen Komplex der wirt­schaftlichen und politischen Fragen der Räumung. Man nimmt an, daß sie längere Zeit beanspruchen werden. Don deutscher Seite werten die Verhandlungen vom Reichs­ministerium der besetzten Eebie e und den Regie­rungen der beteillgten 2änter und von franzö­sischer Seite vom Vorsitzenden der Wirtschafls- kommisiion der Rheinlandkommission, Carte- rvn, geführt.

Ein neuer Wiederaufbauskandal in Nordfrankreich.

Paris, 3. Sept. (WTD.) Die Gerichte in Lille sind mit einer Klage des Präfekten des Rord-Departements gegen eine große Firma von Roubaix wegen Betrugs und Abgabe fal­scher Erklärungen in Kriegsentschä­digungssachen befaßt. Rach dem Kriege hatte die erwähnte Firma eine Forderung auf Schadloshaltung des Schadens aus Requisitionen und infolge von Kriegshandlungen eingebracht, die auf 1 300 000 Frank im Werte von 1914 = 10 700 000 Frank Ersatzwert beziffert war. Da die Forderung übertrieben erschien, wurde von feiten des Ministeriums für die befreiten Gebiete eine ülntersuchung eingeleitet. Diese führte zur Aufdeckung eines grobangelegten Betrugs. Durch die letzte Untersuchung wurde die Forderung der Firma auf 757 000 Frank im Werte von 1914 2 600 000 Frank Ersatzwert reduziert. Die ursprüngliche Mehrforderung der Firma hatte sich also auf etwa 8 Millionen Frank belaufen. e

Die Genfer Dölkerbundskonferenz. Ankunft Herriots und Macdonalds in Genf.

Genf, 3. Sept. Die beiden Ministerpräsiden ten Frankreichs und Englands sind hier pro­grammäßig eingetroffen. Macdonald hatte Dienstag früh in Begleitung seiner Sekretäre Lon­don verlassen. Als einziges.Regierungsmitglied war der Luftfahrtminister Tomson auf dein Bahn­hof zugegen. In einer kurzen Untergattung mit Pressevertretern erklärte Macdonald, er bedauere es, daß hinsichtlich seines Besuchs bei der Völker- bundsversammlung alle möglichen unbegründeten Prophezeiungen gemacht würden. Seine Anwesen­heit in Genf sei ein Zeugnis seines Vertrauens, daß der Völkerbund ein gutes Werk verrichten könne. Er äußerte die Meinung, daß das Schiedsgerichtsverfahren besser als ein Garanticpakt die Lösung aller interna­tionalen Konflikte herbeiführen würde.

Ministerpräsident Herriot

wurde bei seiner Ankunft heute abend 10,45 Uhr von lebhaften Sympathiekundgebungen einer großen Menschenmenge begrüßt, die wiederholt in die Rufe ausbrach: Cs lebe Frankreich! Hoch Herriot! Herriot war sichtlich bewegt und rief der Menge Dankesworte zu. Dann begab er sich sofort ins Hotel. Der Ministerpräsident roar be­gleitet von dem Direktor am Quai d'Orsay P e- rettidelaRocca, feinem Kabinettschef Be r- gerh und seinem Privatsekretär Campana. Er wurde empfangen von der gesamten franzö­sischen Delegation, dem Botschafter in Bern A l- l i z e und dem französischen Generalkonsul in Genf. Sogleich nach seiner Ankunft fand unter dem Vorsitz von Herriot eine Beratung der franzö­sischen Delegation statt, in ter, wie man hört, die Abrüstungs- und Sicherheitsfrage und ein Vermittlungsvorschlag in ter Garantie­paktsfrage besprochen wurde, ter morgen Gegen­stand von Verhandlungen zwischen Herriot und Macdonald bilden dürste. Herriot bleibt bis Samstag in Genf.

Unter den zu Ehren ter fremden Minister­präsidenten vorgesehenen Veranstaltungen ist zu erwähnen: Ein Frühstück, das die Stadt Gens am Mittwochmttbag gibt, ein Abendessen beim Generalsekretär des Völkerbundes Mittwoch abend, ein Bankett der Internationalen Völkerbunds- Presse am Freitagmittag und Freitagabend ein von der Schweizer Bundesregierung veranstaltetes Festessen.

Die Dölkerbundskonferenz konstituierte gestern sechs Hauptausschüsse zur Behandlung der zur Be­ratung stehenden Fragen.

Die Ausschüsse ernannten zu ihren Präsiden» ten: ter Ausschuß für Rechts- und Verfassungs­fragen Groom (Australien). für technische Or­ganisation Garah (Panama), Kommission für Rüstungsbeschränkungen den rumänischen Außen­minister Duca, für Haushalts- und Finanz­fragen A d a h k i (Japan)» für soziale Fragen Z a h l e s (Dänemark), die politische Kommisiion, die u. a. mit ten etwaigen Aufnahmegesuchen be­traut ist, Cnchell (Finnland). Am Beginn ihrer heutigen Sitzung, die kurz nach 12 älhr eröffnet wurde, wählte dann die Versammlung zu weiteren Vizepräsidenten folgende Delegierten:Leon Bourgeois (Frankreich), Lord Parm o or (England), 6a Ian b ra (Italien), Urrutia (Columbien), Skrzhnski (Polen) und Tanj T s e i 5 o u (China).

Die Hauptausschüsse traten nachmit. tags in die Beratung ter ihnen von ter Voll­versammlung überwiesenen Verhandlunpsoe^en- stände ein, di» sie zunächst auf ihre verschiedenen UntcrEommifiionen zur Vorbereitung verteilten Der Dritte Ausschuß, dem auch im Jahre 1924 wieder die größte dteteutung von allen Kommissionen zukommt, da er die wichtigen

Abrüftungs- nnd (tzaranticpaktfragen zu verhandeln hat, wurde von seinem Präsiden» ten, dem rumänischen Außenminister Duca, mit einer kurzen Ansprache eröffnet. Auf ter Tages­ordnung dieser Kommission stehen folgende Fa- gen: Kontrolle des internationalen Was en- und Munitivnshantels, die priva e Waffen- und Mu- nitivnsfabrikation, die Regelung ter Arbeitsge­biete bei ten militärischen Kommissionen des Völkerbundes, chomischr Kriegsmit el, lokale Ab­kommen, Beschränkung der Seerüstun- g en, Bemerkungen ter Regierungen zum Ga­rantiepakt-Projekt und aus Antrag L a n g e s - Rorwegen Einschränkung bet Heer esa us gaben.

In ten anderen Kommissionen wurden die Sitzungen ebenfalls mit kurzen Ansprachen all­gemeinen Charakters eröffnet, in denen die Prä­sidenten im wesentlichen die Bereit willig tetr der Länder zur Mitarbeit an den Aufgaben des Völkerbundes ausbrückten. Der Präsitent ter Zweiten Kommission (Technische Organisation) Garay-Panama hat dabei auf die Cntw cklung ter latei ni sch-amerikanischen 6 t aa t en auf dem hygienischen und wirtschaftlichen Gebiete hingewiesen. Dann gab er Kenntnis von de^ Rote des Generalsekretariats, die einen Heber bild über das Wirien der verschiedenen technischen Organi­sationen enthält, sowie über die Konferenzen, die unter ter Aegite dieser Organisationen statt-